Emission potentiell herbizider Substanzen aus Verbrennungsmotoren
der Abgeordneten Frau Hensel und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Vorbemerkung
Neben der Rodung des tropischen Regenwaldes bedeutet die Zerstörung der Wälder in den gemäßigten Zonen durch Luftschadstoffe eine sowohl regionale als auch den gesamten Erdball bedrohende ökologische Katastrophe. Der Straßenverkehr ist als eine der Hauptquellen für den Eintrag von flüchtigen organischen Verbindungen in die Atmosphäre identifiziert. Die Bundesregierung hat hier einen jährlichen Ausstoß von 1,2 Mio. Tonnen konstatiert (Drucksache 11/2714).
Neuere Forschungsergebnisse geben Anlaß zu der Vermutung, daß sich ein Teil dieser organischen Verbindungen unter der Einwirkung von Sonnenlicht zu Dinitrophenol und Dinitrokresol umwandeln. Beide Substanzen gelten als potente Herbizide.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen7
Ist der Bundesregierung bekannt, wie hoch der Anteil an aromatischen Kohlenwasserstoffen an der durch den Straßenverkehr verursachten Emission organischer Verbindungen zu beziffern ist?
Gibt es Untersuchungsergebnisse über die Umsetzung dieser Aromaten in Dinitrophenol und Dinitrokresol?
Welche Erkenntnisse über die ökotoxischen Eigenschaften der Dinitrophenole und Dinitrokresole liegen der Bundesregierung vor?
Kann die Bundesregierung einen Zusammenhang zwischen der Emission aromatischer Kohlenwasserstoffe, deren Umsetzung in herbizid wirkende Substanzen und dem Waldsterben erkennen?
Wie wird sich der Ausstoß von aromatischen Kohlenwasserstoffen durch den zunehmenden Verbrauch von bleifreiem Benzin verändern?
Liegen der Bundesregierung Messungen über die Konzentration von Dinitrophenol und Dinitrokresol in Regen und Nebeltöpfchen vor?
Wenn ja, welche sind dies; wenn nein, werden entsprechende Messungen geplant?
Sieht sich die Bundesregierung veranlaßt, aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse über die Emission aromatischer Kohlenwasserstoffe aus dem Straßenverkehr Maßnahmen zu deren Verminderung zu ergreifen?