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Kleine AnfrageWahlperiode 10Beantwortet

Bewirtungspraktiken bei der Lufthansa und der Deutschen Bundesbahn (G-SIG: 10001778)

Gesamtjahresumsatz an Speisen und Getränken einschließlich Verpackung 1980 bis 1983, Volumen- und Gewichtsprozent der Verpackung sowie Gegenwert in DM, Anzahl der Getränke-"Einheiten" sowie Anteile in Stück und Formen der Verpackung, Abfallvolumen, Anzahl der "Lunchpakete" bei der Bundesbahn und der Essenportionen mit Kunststoffgrundplatte und Kunststoffversiegelungen bei der Lufthansa (LH), Auflagen der LH und DB an die Zulieferer von Speisen und Getränken, Vorstellungen der LH und DB zur getrennten Abfallsammlung und zum Recycling, Erwägung eines Rauchverbots bei der LH, "Entsorgung" der Fäkalien und Abwässer bei der LH

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

25.10.1984

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 10/208308.10.84

Bewirtungspraktiken bei der Lufthansa und der Deutschen Bundesbahn

des Abgeordneten Sauermilch und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Die Lufthansa und die Deutsche Bundesbahn versorgen ihre Gäste mit Speisen und Getränken, wobei sie sich hierfür spezialisierter Organisationen bedienen. In den letzten Jahren wurden zur Verpackung und Haltbarmachung der angebotenen Speisen und Getränke z. B. immer mehr Verpackungsmaterial, mehr Einwegverpackungen und mehr Kleinstportionen verwendet. Dies steht im Widerspruch zu den Aussagen der Bundesregierung zum Umweltschutz.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen28

1

Welchen Betrag ergibt der Gesamtjahresumsatz an Speisen und Getränken einschließlich Verpackung, Gefäßen, Bestekken, Servietten, Gewürzen, Reinigungs- und Erfrischungstüchern etc. a) bei der Lufthansa (LH), b) bei der Deutschen Bundesbahn (DB), jeweils für die Jahre 1980, 1981, 1982 und 1983?

2

Welchen Anteil haben daran die Getränke a) bei der LH, b) bei der DB, jeweils für die Jahre 1980, 1981, 1982 und 1983?

3

Welchen Anteil in Volumenprozent haben die Verpackung, die Gefäße und die sonstigen in Frage 1 aufgeführten Nebenleistungen gegenüber den damit angebotenen Speisen und Getränken a) bei der LH, b) bei der DB?

4

Welchen Anteil in Gewichtsprozent haben die Verpackung, die Gefäße und die sonstigen in Frage 1 aufgeführten Nebenleistungen gegenüber den damit angebotenen Speisen und Getränken a) bei der LH, b) bei der DB?

5

Welchen Anteil als Gegenwert in Deutscher Mark haben die Verpackung, die Gefäße und die sonstigen in Frage 1 aufgeführten Nebenleistungen gegenüber den damit angebotenen Speisen und Getränken a) bei der LH, b) bei der DB?

6

Wie viele Getränke-"Einheiten" wurden (jeweils eine Portion pro Person wie z. B. eine Tasse Kaffee, eine kleine Flasche Mineralwasser, ein Glas Bier, eine Dose Limonade) ausgegeben a) bei der LH, b) bei der DB, jeweils für die Jahre 1980, 1981, 1982 und 1983?

7

Welchen Anteil in Stück haben dabei — Mehrwegflaschen (Pfandflaschen) aus Glas, — Einwegflaschen aus Glas, — Dosen aus Metall, — Faltpackungen aus kunststoffbeschichteter Pappe u. ä., — Kunststoffflaschen, — Kunststoffkännchen, — Kunststofftassen, — Kunststoffbecher, — Pappbecher, jeweils für die Jahre 1980, 1981, 1982 und 1983 a) bei der LH, b) bei der DB?

8

Wie viele Getränkeeinheiten gemäß Frage 6 wurden jeweils in den Jahren 1980 bis 1983 in wiederholt verwendeten Trinkgefäßen wie Kännchen, Tassen und Bechern aus Porzellan und Glas ausgegeben a) bei der LH, b) bei der DB?

9

Welches Abfallvolumen ergibt sich aus den aus der Beantwortung von Frage 3 resultierenden Abfallmengen jeweils für die Jahre 1980 bis 1983 a) bei der LH, b) bei der DB, und wohin wurde dieses verbracht?

10

Um wie viele Einwegtassen bzw. Einwegbecher und -gläser erhöht sich die Zahl der sich aus der Beantwortung von Frage 7 ergebenden Einweggefäße dadurch, daß aus den Einwegtransportgefäßen das Getränk in Einwegtrinkgefäße umgefüllt wird a) bei der LH, b) bei der DB?

11

Wie viele Kunststofftüten wurden bei der Lufthansa jeweils in den Jahren 1980 bis 1983 für einen kleinen Imbiß anstelle einer im Flugzeug zu servierenden Mahlzeit ausgegeben?

12

Wie viele „Lunchpakete" hat die Deutsche Bundesbahn in den Jahren 1980 bis 1983 jeweils ausgegeben?

13

Woraus besteht ein solches „Lunchpaket" mit allen Einzelheiten des Inhalts und der Verpackung samt genauer Materialangabe?

14

Wie viele Messer, Gabeln, Löffel und Rührstäbe aus Kunststoff wurden in den Jahren 1980 bis 1983 jeweils a) bei der LH, b) bei der DB ausgegeben?

15

Wie viele Portionstüten Zucker, Salz, Pfeffer, Süßstoff, Trokkenmilch, Senf etc. wurden in den Jahren 1980 bis 1983 jeweils a) bei der LH, b) bei der DB ausgegeben?

16

Wie viele Metalldöschen mit Kondensmilch (pro Tasse Kaffee/ Tee) wurden jeweils in den Jahren 1980 bis 1983 t a) bei der LH, b) bei der DB ausgegeben?

17

Wie viele Essenportionen mit Kunststoffgrundplatte, Kunststoffabdeckung, kunststoffverschweißtem Brot, kunststoffverschweißtem Kunststoffbesteck nebst Papierserviette, Aussparung in der Kunststoffgrundplatte für Kunststoffbecher, kunststoffversiegelten Salz- und Pfeffertüten, kunststoffversiegeltem Zucker und „Kaffeeweißern" ("vorwiegend aus pflanzlichen Bestandteilen"), kunststoffversiegelten Süßstoffen ("Mischung von Cyclamat und Saccharin"), metall- und kunststoffversiegelten „Erfrischungstüchern" oder in ähnlicher Zusammenstellung wurden von der Lufthansa jeweils in den Jahren 1980 bis 1983 ausgegeben?

18

Wieviel Gramm Salz enthält eine Portionstüte im Mittel, wieviel wiegt ihre Verpackung?

19

Wie verhalten sich die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten des Inhalts einer solchen Portionstüte zu denen der Verpackung?

20

Werden die zahlreichen durch ihre Verpackung, insbesondere Kunststoffversiegelung, geschützten Speisen und Beigaben, die von den Fluggästen nicht konsumiert, sondern zurückgegeben und zunächst dem Abraum beigegeben werden, vom Personal der Lufthansa wiederverwertet, wenn nicht, warum nicht?

21

Nach welchen Kriterien werden die Speisen, z. B. in der Komposition gemäß Frage 17, zusammengestellt?

22

Ist der Bundesregierung bekannt, daß der hohe Anteil an denaturierten Fleisch- und Mehlspeisen, Konservierungsstoffen und schadstoffhaltigen Gemüsen und Salaten nicht zur Gesundheit der Fahr- und Fluggäste beiträgt?

23

Schenkt die Lufthansa Bier aus, das nicht dem deutschen Reinheitsgebot entspricht, oder beabsichtigt sie das?

24

Welche Auflagen macht a) die LH, b) die DB den Zulieferern beim Einkauf von Speisen und Getränken bezüglich der Minimierung des Verpackungsaufwands, wenn keine, warum nicht?

25

Welche Vorstellungen bestehen a) bei der LH, b) bei der DB zur getrennten Abfallsammlung und zum Recycling?

26

Erwägt die LH ein generelles Rauchverbot, zumal die Lüftungsanlage eine vollständige Abtrennung der Raucher im Flugzeug nicht ermöglicht?

27

Auf welche Weise werden bei der LH die Fäkalien und Abwässer „entsorgt", die bei den Flügen anfallen?

28

Mit welchen Stoffen werden die Fäkalien und Abwässer während des Fluges desinfiziert?

Bonn, den 8. Oktober 1984

Sauermilch Schoppe, Dr. Vollmer und Fraktion

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