Forschung mit chemischen Kampfstoffen in der Bundesrepublik Deutschland
des Abgeordneten Lange und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Wir fragen die Bundesregierug:
Fragen9
Welchem Zweck dient nach Kenntnis der Bundesregierung die Forschung mit dem Nervengas „Lost" in Labors des Frankfurter Battelle-Instituts?
Trifft es zu, „daß Reste des Lost in den normalen Hausmüll gewandert sind", wie es in dem Buch „Chemische Waffen in Deutschland" von Jo Angerer auf Seite 95 von einer früheren Mitarbeiterin des Instituts zitiert wird? Wie beurteilt die Bundesregierung diese Aussage, und welche Konsequenzen wurden daraus bisher gezogen?
Trifft es zu, daß entsprechende Aufträge zur Forschung mit Lost vom Bundesministerium der Verteidigung an das Battelle-Institut Frankfurt vergeben wurden, und welchem Zweck dienen diese Forschungen?
Trifft es zu, daß im Battelle-Institut auch mit dem Nervengas DFP experimentiert wurde bzw. weiterhin wird?
Trifft es zu, daß im Auftrag der Bundesregierung — ggf. als Unterauftrag seitens des Ba- ttelle-Instituts — auch an den Universitäten München, Mainz, Kiel, Freiburg, Göt- tingen, Hannover, Gießen und Hohenheim im Bereich der C-Waffen geforscht wird?
Trifft es zu, daß das Ba- ttelle-Institut auch im Auftrag der US Regierung bzw. der US-amerikanischen Armee chemische Kampfstoffe erforscht?
Trifft es weiterhin zu, daß auch im Fraunhofer Institut für Toxikologie und Aerosolforschung über chemische Kampfstoffe geforscht wird?
Wie hoch waren die Aufwendungen der Bundesregierung für die Forschung an und mit chemischen Kampfstoffen, einschließlich der sogenannten „Gegenmittel"-Erforschung, aufgeschlüsselt nach Jahren?
Welche Forschungsvorhaben im Bereich der chemischen Kampfstoffe und ihrer „Abwehr" werden derzeit von der Bundesregierung finanziert?