Entzündungs- und Detonationsgefahren der Pershing TI-Raketen
der Abgeordneten Frau Kelly und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Entzündungs- und Detonationsgefahren der Pershing TI-Raketen
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Enthält der Festtreibstoff der Pershing II-Rakete metallische Beimengungen, insbesondere Aluminiumpulver, wenn ja, in welchem Gewichtsanteil?
Zu welchem Gewichtsanteil enthält der Festtreibstoff der Pershing II-Rakete den Sprengstoff Ammoniumperchlorat?
Kann die Bundesregierung bestätigen oder widerlegen, daß der Sprengstoff Ammoniumperchlorat bei örtlicher Einwirkung eines mechanischen Schlages zünden kann und daß die Zündung von Ammoniumperchlorat erforderliche Energiemenge eines mechanischen Schlages kleiner ist als 50 Joule?
Kann die Bundesregierung bestätigen oder widerlegen, daß der Treibstoff der Antriebsstufen der Pershing II-Rakete bei Aufprall eines Geschosses aus einer Handfeuerwaffe zünden kann?
Kann die Bundesregierung bestätigen oder widerlegen, daß eine externe Detonation in dichter Nachbarschaft zu einer Pershing II-Rakete eine sekundäre Detonation des Sprengstoffs Ammoniumperchlorat, Komponente des Raketentreibstoffs, auslösen kann und daß die Sprengkraft der resultierenden Detonation der Pershing II-Rakete mehreren tonnenschweren Luftminen entspricht?
Kann die Bundesregierung bestätigen oder widerlegen, daß die Pershing II-Raketen auf den US-Stationierungsbasen durch die neuerdings dort gezogenen Schutzmauern zwar teilweise gegen direkten Beschuß, nicht aber gegen indirekten Beschuß gesichert sind?
Kann die Bundesregierung bestätigen oder widerlegen, daß die Pershing II-Rakete mehr als zwei Dutzend Sprengsätze enthält, die für technische Vorgänge während des Fluges (Stufentrennung, Selbstzerstörung, Brennschluß u. a.) vorgesehen sind?
Kann die Bundesregierung bestätigen oder Widerlegen, daß Pershing II-Raketen, die sich auf ihrer Startlafette befinden, nicht gegen Zündung durch Blitzschlag gesichert sind oder gesichert werden können?