Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag
9. Wahlperiode
Drucksache 9/1716 (neu)
02.06.81
Sachgebiet 912
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Wörner, Dr. Schulte
(Schwäbisch Gmünd), Jung (Lörrach), Repnik, Sauter (Epfendorf),
Dr. Jenninger, Dr. Miltner, Dr. Stark (Nürtingen), Neuhaus, Bühler (Bruchsal),
Dr. Schroeder (Freiburg), Dörflinger, Werner, Dr. Stavenhagen, Dr. Laufs,
Dr. Czaja, Dr. Häfele, Frau Dr. Wisniewski, Dr. Friedmann,
Dr. Schwörer, Kolb, Dr. George, Pfeifer, Jäger (Wangen), Frau Dr. Hellwig,
Graf von Waldburg-Zeil, Dr. Abelein, Ruf, Susset
— Drucksache 9/1661 (neu) —
Bundesfernstraßenbau in Baden-Württemberg
Der Bundesminister für Verkehr — StB 10/20.70.62/10001 BD 82 —
hat mit Schreiben vorn 2. Juni 1982 die Kleine Anfrage namens der
Bundesregierung wie folgt beantwortet:
1. Welche Mittel wurden im Bundesfernstraßenbau (Hauptbautitel) im
2. Fünfjahresplan (1976 bis 1980) eingesetzt, aufgegliedert nach
— den einzelnen Jahren,
— Bundesländern,
— Vorwegabzügen,
— Autobahnen (Neubau und Modernisierung getrennt),
— Bundesstraßen,
— Sollansätzen und tatsächlichen Ausgaben?
Die für Maßnahmen der Hauptbautitel in den einzelnen
Bundesländern in den Jahren 1976 bis 1980 eingesetzten Mittel können
der Tabelle 1 entnommen werden.
Die Aufteilung auf BAB-Erneuerung, BAB-Neubau sowie Neu-
und Ausbau von Bundesstraßen ist für Baden-Württemberg nach
Plansoll und Ist-Ausgaben in Tabelle 2 zusammengestellt.
Hierzu ist darauf hinzuweisen, daß den Minderausgaben von ca.
261 Mio. DM bei den Hauptbautiteln (Erweiterungsinvestitionen)
Drucksache 9/1716 (neu) Deutscher Bundestag — 9. Wahlperiode
in Baden-Württemberg Mehrzuweisungen in Höhe von ca.
368 Mio. DM gegenüberstehen, die das Land nach eigenen
Dispositionen überwiegend im Bereich der Ersatzinvestitionen
eingesetzt hat. Diese Mittel sind zwar nicht „quotenwirksam", haben
aber bewirkt, daß die Gesamtbilanz für die Bundesfernstraßen in
den Jahren 1976 bis 1980 in Baden-Württemberg mit rd. 107 Mio.
DM über dem Plansoll abschloß.
2. Aus welchen Gründen hat der Bundesverkehrsminister während des
Zeitraums des 2. Fünfjahresplans die in Baden-Württemberg bei der
Autobahnmodernisierung wegen der auch dem
Bundesverkehrsminister bekannten Planungs- und Durchsetzungsschwierigkeiten
nichtabgenommenen Mittel nicht für Erweiterungsinvestitionen bei
Bundesstraßen in Baden-Württemberg zugewiesen?
Dem 2. Fünfjahresplan lagen für alle Hauptbautitel mit dem Land
abgestimmte Bauprogramme zugrunde. Die in diesen
Bauprogrammen enthaltenen Maßnahmen sind entsprechend den
jeweiligen Baumöglichkeiten finanziell bedient worden. Wie der Zeile 5
der Tabelle 2 zu entnehmen ist, liegen die tatsächlichen
Ausgaben für Bundesstraßen zwischen 1976 und 1980 rd. 48 Mio. DM
unter dem Plansoll des 2. Fünfjahresplans. Diese Minderausgabe
hat das Land zu verantworten; sie zeigt, daß Baden-Württemberg
auch im Bereich der Bundesstraßen nicht alle nach dem
Bauprogramm des 2. Fünfjahresplans entsprechend vorgesehenen
Maßnahmen hat baureif machen können. Infolgedessen waren auch
keine Möglichkeiten gegeben, dort aus der
Autobahnmodernisierung frei werdende Mittel einzusetzen.
3. Wie hoch waren die nach Nummer 2 nichtabgenommenen jährlichen
Mittel, und für welchen Zweck wurden sie eingesetzt?
Die bei der Autobahnmodernisierung in Baden-Württemberg
wegen planungsrechtlicher Schwierigkeiten, die das Land nicht.
rechtzeitig ausgeräumt hat, nichtverbauten Mittel betrugen
(gerundet auf Mio. DM) :
1976 1977 1978 1979 1980
15 48 72 72 47 (Mio. DM)
Ein wichtiges Ziel des 2. Fünfjahresplans war es, die Engpässe im
Autobahnnetz in Süddeutschland zu beseitigen, nachdem bis
1975 die Engpässe im Rhein-Ruhr- und Rhein-Main-Gebiet
weitgehend abgebaut werden konnten.
Als deutlich wurde, daß die im Bereich um Stuttgart auftretenden
Planungsschwierigkeiten hier den 6-streifigen Ausbau der
Autobahnbetriebsstrecken nachhaltig verzögern würden, hat der
Bundesverkehrsminister die frei werdenden Mittel weitgehend zur
Beschleunigung der Arbeiten in Bayern verwendet. Das Land
Bayern konnte baureife Projekte vorlegen.
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4. Wie wird der Bundesverkehrsminister sicherstellen, daß das Land
Baden-Württemberg in den kommenden Jahren einen mehrfach
vom Bundesverkehrsminister zugesagten Ausgleich für die
Minderzuweisungen im 2. Fünfjahresplan bei den Erweiterungsinvestitio
-
nen erhält?
Eine derartige Zusage hat der Bundesminister für Verkehr nicht
gegeben; wie sich aus den Antworten zu Frage 1 und 2 ergibt, gibt
es dafür auch keine Veranlassung. Die Ursache für die
Abweichungen vom Plan und die dadurch bedingte Verschiebung der
Mittel von Baden-Württemberg nach Bayern sind ausschließlich
vom Land Baden-Württemberg zu verantworten.
Im übrigen wird darauf hingewiesen, daß beispielsweise das Land
Nordrhein-Westfalen für eine weitaus größere Summe
nichtabgeflossener Mittel aus den Jahren 1976 bis 1980 ebenfalls keine
Ausgleichszahlungen erhalten kann.
5. Ist der Bundesverkehrsminister bereit, künftig in den einzelnen
Haushaltsjahren eine Mittelverschiebung zwischen dem
Autobahnbereich und dem Bundesstraßenbereich im Benehmen mit den
betreffenden Ländern dann vorzunehmen, wenn sich wegen
Vollzugsschwierigkeiten in den einzelnen Bereichen ein vom Ansatz des
Fünfjahresplans abweichender Mittelbedarf ergibt, damit die den
Ländern nach der vereinbarten Mittelquote zustehenden Ansätze
erhalten bleiben?
Soweit es die verkehrspolitischen Prioritäten zulassen, ist der
Bundesverkehrsminister, wie auch in den vergangenen Jahren
bereit, in den einzelnen Haushaltsjahren eine Mittelverschiebung
zwischen dem Autobahnbereich und dem Bundesstraßenbereich
im Benehmen mit den einzelnen Ländern vorzunehmen, wenn
dies wegen Vollzugsschwierigkeiten in den einzelnen Bereichen
erforderlich werden sollte.
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1
Anteile der Länder an den Mitteln der Hauptbautitel (Bedarfsplan)
im 2. Fünfjahresplan 1976 bis 1980
- Istausgaben -
Land
Sollquote
(11.8. 75)
Plansoll
2. FJPl
Mrd. DM %
1976 -
Mio. DM %
1977
Mio. DM %
1978
Mio. DM %
1979
Mio. DM %
1980
Mio. DM %
2. Fünfjahresplan
1976-1980
Mio. DM %
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
BW 16,2 3,11 15,9 544,3 15,5 585,3 16,5 608,3 16,1 601,8 15,5 504,4 13,4 2 844,1 15,4
BY 17,3 3,48 17,8 703,8 20,0 798,0 22,5 932,3 24,7 1 055,9 27,3 862,2 23,0 4 352,2 23,6
BL 1,9 0,36 1,8 62,3 1,8 75,0 2,1 49,4 1,3 33,7 0,9 39,2 1,1 259,6 1,4
HB 1,1 0,12 0,6 30,8 0,9 28,9 0,8 25,6 0,7 23,8 0,6 41,8 1,1 150,9 0,8
HH 2,2 0,29 1,5 16,8 0,5 24,0 0,7 46,3 1,2 38,7 1,0 59,4 1,6 185,2 1,0
HE 9,5 2,11 10,8 447,4 12,7 448,4 12,6 462,8 12,2 366,1 9,4 378,0 10,1 2102,7 11,4
NS 11,7 2,15 11,0 375,1 10,6 394,0 11,1 392,9 10,4 353,3 9,1 384,2 10,2 1899,5 10,3
NW 26,6 4,96 25,4 695,1 19,7 616,2 17,3 634,5 16,8 686,9 17,7 812,8 21,6 3 445,5 18,6
RP 7,3 1,78 9,1 407,2 11,6 351,8 9,9 396,2 10,5 441,6 11,4 350,7 9,3 1947,5 10,5
0,5 1 ) 10,0 1 ) 28,0 1 ) 50,6 1 ) 77,2 1 ) 166,3 1 )
407,7 (11,6) 361,8 (10,2) 424,2 (11,1) 492,2 (12,5) 427,9 (11,1) 2113,8 (11,3)
SA 1,4 0,34 1,7 101,2 2,9 99,7 2,8 91,6 2,4 106,7 2,8 99,0 2,6 498,2 2,7
1,0 1 ) 4,0 1 ) 10,0 1 ) 15,0 1 )
92,6 (2,4) 110,7 (2,8) 109,0 (2,8) 513,2 (2,7)
SH 4,8 0,86 4,4 135,4 3,8 129,8 3,7 141,9 3,7 165,6 4,3 225,9 6,0 798,6 4,3
Länder 100 19,56 100 3 519,4 100 3 551,1 100 3 781,8 100 3 874,1 100 3 757,6 100 18 484,0 100
0,5 1 ) 10,0 1 ) 29,0 1 ) 54,6 1 ) 87,2 1 ) 181,3 1 )
3 519,9 3 561,1 3 810,8 3 928,7 3 844,8 18 665,3
1) = Vorwegbeträge
Deutscher Bundestag - 9. Wahlperiode Drucksache 9/1716 (neu)
Tabelle 2
Baden-Württemberg/Aufteilung der Hauptbautitel im 2. Fjpl. 1976 bis 1980
Bereich Plansoll Istausgaben 2. Fjpl.
2. Fjpl. 1976 1977 1978 1979 1980 1976 bis 1980
Mio. DM Mio. DM Mio. DM Mio. DM Mio. DM Mio. DM Mio. DM
1 2 3 4 5 6 7 8 9
1 Titel 741 16/821 16
BAB-Erneuerung
einschließlich Bau
zusätzlicher Fahr- und
Standstreifen (einschließlich
Grunderwerb) 613,0 70,1 53,2 52,5 79,3 103,4 358,5
2 Titel 741 17/821 17
BAB-Neubau
(einschließlich Grunderwerb) 1 221,5 243,0 305,9 305,7 247,8 160,9 1 263,3
3 Titel 741 18/821 18
BAB-Neubau
Ergänzungsstrecken (einschließlich
Grunderwerb) 691,7 134,1 117,3 109,9 129,0 99,7 590,0
4 Titel 741 25/27 u.
821 25/27
Bundesstraßen Um- und
Ausbau über 3 Mio. DM
Baukosten und Neubau
(einschließlich
Grunderwerb) 578,7 97,1 108,9 140,2 145,7 140,4 632,3
5 Zwischensumme 3 + 4
Anteil Bundesstraßen
zusammen (in BW zählen ab
1981 alle Maßnahmen des
Titels 741 18 zu den
Bundesstraßen) 1 270,4 231,2 226,2 250,1 274,7 240,1 1 222,3
6 Hauptbautitel
Summe Zeilen 1 bis 4 3 104,9 544,3 585,3 608,3 601,8 504,4 2 844,1]