Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag
8. Wahlperiode
Drucksache 8/3192
21.09.79
Sachgebiet 221
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Steger, Daubertshäuser,
Frau Erler, Grunenberg, Scheffler, Stockleben, Ueberhorst, Wendt
und der Fraktionen der SPD und FDP
- Drucksache 8/3141 -
Weltwissenschaftskonferenz der UNO
Der Bundesminister für Forschung und Technologie
— 224 — 9051 — 04 — und der Bundesminister für
wirtschaftliche Zusammenarbeit — 211 — E —
6076 — VII — 393/79 — haben mit Schreiben vom
17. September die Kleine Anfrage im Einvernehmen
mit dem Bundesminister des Auswärtigen und dem
Bundesminister für Wirtschaft wie folgt
beantwortet:
1. Welche politische Bedeutung mißt die
Bundesregierung der Konferenz der Vereinten
Nationen über Wissenschaft und Technik im Dienste
der Entwicklung bei, und wie' wurde sie
vorbereitet?
Die Weltwissenschafts- und Technologiekonferenz
für Entwicklung der Vereinten Nationen vom 20.
bis 31. August 1979 in Wien (WWTK) hat allen
teilnehmenden Staaten verdeutlicht, daß
internationale Zusammenarbeit im Bereich von
Wissenschaft und Technologie einen wichtigen Beitrag
zum Abbau des Nord-Süd-Gefälles leisten kann.
Die Bundesregierung hat die Hoffnung, daß die
Konferenzergebnisse dazu beitragen werden, der
Aufgabe von Wissenschaft und Technologie im
Dienste der Entwicklung künftig auch multilateral
verstärkt Rechnung zu tragen, wie dies bereits
bilateral von seiten der Bundesregierung geschieht.
Eine Konfrontation, die nicht im Interesse der
Fortführung des Nord-Süd-Dialogs gelegen hätte,
konnte vermieden werden, weil vor allem die
westlichen Industrieländer bereit waren, im
Interesse der Stärkung von Wissenschaft und
Technologie als Instrument zur Entwicklung der Dritten
Welt den — zunächst sehr weitgehenden —
Forderungen der Entwicklungsländer aufgeschlossen
entgegenzukommen. Der in Wien erreichte
Kompromiß hat Fortschritte gebracht, die sich auf den
weiteren Nord-Süd-Dialog positiv auswirken
können.
Das Konferenzergebnis schafft weitere
Voraussetzungen für eine bessere Nutzung von Wissenschaft
und Technologie für Entwicklung:
— Es bestand Einvernehmen, daß die
Entwicklungsländer sich verstärkt um die Formulierung
ihrer nationalen Wissenschafts- und
Technologiepolitik und um den Ausbau ihrer
wissenschaftlichen und technologischen Kapazität
bemühen. Damit wollen die Entwicklungsländer
die Möglichkeiten des Technologietransfers
besser ausschöpfen und für ihre
wirtschaftlichen und sozialen Probleme angemessene
technologische Lösungen finden.
— Mit der noch von der Generalversammlung der
Vereinten Nationen (VN-GV) zu bestätigenden
Empfehlung, für zwei Jahre und auf freiwilliger
Basis einen Interimsfonds von mindestens 250
Millionen US $ beim Entwicklungsprogramm
der Vereinten Nationen (UNDP) zu schaffen,
sollen im VN-Bereich zusätzliche Mittel für
diese Aufgabe mobilisiert werden. Ein VN-
Treffen zur Abgabe freiwilliger Beitragszusagen
für den Interimsfonds soll noch 1979 einberufen
werden. Die Bundesregierung begrüßt, daß eine
so erfahrene Organisation wie UNDP mit der
verstärkten Förderung von Wissenschaft und
Technologie für Entwicklung beauftragt wird.
Sie hat jedoch in der WWTK zusammen mit
anderen EG-Staaten ihre bekannten Vorbehalte
gegen die Schaffung sektoraler VN-
Entwicklungsfonds vorgetragen, dem entsprechenden
Konsensbeschluß aber nicht widersprochen, da
der Interimsfonds aus freiwilligen Beiträgen
gespeist werden soll.
— Durch Beschluß der nächsten
Generalversammlung der Vereinten Nationen soll der bisherige
Ausschuß für Wissenschaft und Technologie für
Entwicklung des Wirtschafts- und Sozialrats
der Vereinten Nationen durch einen Ausschuß
abgelöst werden, der den gleichen Namen tragen
und ein erweitertes Mandat erhalten soll und
dem alle Mitgliedstaaten angehören können. Er
soll u. a. Richtlinien zur Harmonisierung der
Wissenschafts- und Technologieaktivitäten der
verschiedenen VN-Institutionen und
Empfehlungen für die Arbeit des Interimsfonds
erarbeiten und sie über den Wirtschafts- und
Sozialrat der VN-Generalversammlung vorlegen.
An den Konferenzvorbereitungen der
Bundesregierung wurden Länder, Wissenschaft, Industrie,
Entwicklungshilfeorganisationen und Sozialpartner
beteiligt. Um die vielfältigen am Konferenzthema
interessierten Personen und Institutionen aus dem
nichtstaatlichen Bereich einbeziehen zu können,
hat der Bundesminister für Forschung und
Technologie Professor Dr. Gottstein vom Max-Planck-
Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen
der wissenschaftlich-technischen Welt als
Koordinator eingesetzt. Unter Einbeziehung der Beiträge
aus dem nichtstaatlichen Bereich wurde in diesem
breit angelegten Diskussionsprozeß eine
Konzeption der Bundesregierung für Wissenschaft und
Technologie für Entwicklung erarbeitet und als
sogenanntes Länderpapier (vgl. Anlage 1) in die
Konferenz eingebracht. Die deutschen
Vorstellungen aus dem nichtstaatlichen Bereich zur
entwicklungsländer-relevanten Forschung in den
Bereichen Landwirtschaft, Rohstoffe, Wasser,
Gesundheit, Transport und Kommunikation,
Industrialisierung, Patentwesen, Entwicklungsplanung und
Siedlungswesen, Umwelt, Information und
Kommunikation, Energie, Infrastruktur wurden in
besonderen Publikationen zusammengefaßt und der
Konferenz vorgelegt (vgl. die Publikationsliste in
Anlage 2).
Die auf Grund einer Vereinbarung zwischen den
Bundesministern für Forschung und Technologie
sowie für wirtschafliche Zusammenarbeit bei der
Gesellschaft für technische Zusammenarbeit
eingerichtete Stelle German Appropriate Technology
Exchange (GATE) hat für die Konferenz in der
Schrift „Science and Technology for Development
— Contributions by the Federal Republic of
Germany" beispielhaft an ausgewählten Projekten
aus der Praxis dargestellt, wie Wissenschaft und
Technologie Entwicklungsprobleme lösen helfen.
Die wichtigsten deutschen Arbeitspapiere wurden
den betreffenden Ausschüssen des Deutschen
Bundestages übersandt. Der Ausschuß für
wirtschaftliche Zusammenarbeit hat sich in seiner
Sitzung vom 20. Juni 1979 mit der
Konferenzvorbereitung befaßt.
Die Bundesregierung hat in den fünf
internationalen Vorbereitungskonferenzen wie auch in der
Konferenz selbst ihre Position eng mit den
Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft
abgestimmt, die durch ihre jeweilige Präsidentschaft,
während der Konferenz selbst die irische
Delegation, eine einheitliche Linie vertraten.
Neben einem regelmäßigen Meinungsaustausch in
der OECD hat die Bundesregierung auch ihre
bilateralen Kontakte im Bereich Wissenschaft und
Forschung intensiv genutzt, um ihren
Vorstellungen eine breitere Resonanz und Unterstützung
zu verschaffen.
2. Wie und mit welchen Ergebnissen war die Bun
-
desrepublik Deutschland an den
vorbereitenden regionalen Konferenzen beteiligt?
Entsprechend der Konzeption für die Vorbereitung
der WWTK fanden Konferenzen im Rahmen der
fünf regionalen Wirtschaftskommissionen der VN
statt, die Regionalpapiere auf der Basis der
Länderpapiere der Mitgliedstaaten verabschiedeten.
Die Bundesregierung hat daher an der Konferenz
der VN-Wirtschaftskommission für Europa (ECE)
in Bukarest im Juni 1978 teilgenommen und
Vorschläge zur Verstärkung der
wissenchaftlichtechnischen Infrastruktur der Entwicklungsländer
eingebracht, die von der Konferenz aufgenommen
wurden und sich auch in den Schlußdokumenten
der WWTK finden. Darüber hinaus hat die
Bundesregierung ihre Mitwirkung bei der UNESCO-
Konferenz der Wissenschafts- und Technologieminister
der Region Westeuropa (einschließlich USA,
Kanada und Israel) im September 1978 in Belgrad
(Minespol) auf die Vorbereitung der WWTK
ausgerichtet.
Der Koordinator der Bundesregierung für die
Beiträge aus dem nichtstaatlichen Bereich,
Professor Gottstein, hat an den wichtigsten
Vorbereitungssitzungen, wie z. B. „International Symposium
on Science and Development", Singapur 1979, und
„Science and Technology and the Future", Berlin
1979, teilgenommen. Anregungen aus diesen
Konferenzen haben in den zahlreichen Publikationen zur
WWTK ihren Niederschlag gefunden.
3. Nach welchen Kriterien hat die
Bundesregierung ihre Position im Bereich der
Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiepolitik
als Politik der Kooperation mit der Dritten
Welt dargestellt?
Eine ausreichende wissenschaftlich-technologische
Infrastruktur ist Voraussetzung für die Fähigkeit
der Entwicklungsländer, fremde Technologien zu
bewerten, auszuwählen, anzupassen und
entsprechend ihren nationalen Entwicklungszielen optimal
anzuwenden. Technologietransfer, der nicht von
einer angemessenen Infrastruktur in den Ländern
der Dritten Welt mitgetragen wird, verstärkt ihre
technologische Abhängigkeit. Daher muß nach
Auffassung der Bundesregierung das
Schwergewicht der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit
auf dem Gebiet von Wissenschaft und Technologie
zunächst bei der Verstärkung der
wissenschaftlichtechnischen Infrastruktur der Entwicklungsländer
liegen.
Die Bundesregierung will durch Förderung von
Ausbildungseinrichtungen,
Gewerbeförderungszentren, nationalen und regionalen
Technologiezentren, universitären und außeruniversitären
Forschungsinstitutionen, nationalen oder regionalen
Zentren für das Meßwesen, Normeninstituten,
Anstalten für Materialprüfung und
Qualitätskontrolle, technischen und wissenschaftlichen
Beratungszentren und wissenschaftlich-technischen
Informations- und Dokumentationszentren einen
Beitrag zu den Eigenanstrengungen der
Entwicklungsländer beim Aufbau der
wissenschaftlichtechnologischen Infrastruktur leisten.
Darüber hinaus will die Bundesregierung als
Kooperationspartner den Entwicklungsländern mit
folgenden Forschungs- und
Entwicklungsmaßnahmen zur Verfügung stehen:
— verstärkte Orientierung der eigenen
Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen am
Bedarf der Länder der Dritten Welt,
— Förderung der bilateralen und multilateralen
Zusammenarbeit mit den Ländern der Dritten
Welt,
— Verkleinerung der Informationslücke zwischen
den vorhandenen Forschungs- und
Entwicklungsergebnissen und den für die
Entwicklungsländer zur Lösung von Problemen in konkreten
Einzelfällen verfügbaren Kenntnissen.
Die Bundesregierung hat diese Kriterien ihrer
Politik der Kooperation mit der Dritten Welt im
Länderpapier und in der Erklärung des
Bundesministers für Forschung und Technologie als Leiter
der deutschen Delegation zur Generaldebatte der
WWTK selbst (vgl. Bulletin Nr. 99, S. 925)
dargelegt.
4. Wie bewertet die Bundesregierung die
Darstellung der Industrialisierung der
Entwicklungsländer im „Länderbericht", und welche
Konsequenzen sieht sie im Hinblick auf den
Export deutscher Wirtschaftsgüter und die
Technologieprogramme, die die deutsche
Wirtschaft für Entwicklungsländer anbietet?
Die Bundesregierung ist der Auffassung, daß die
industrielle Entwicklung in den
Entwicklungsländern einen wichtigen Beitrag zu deren
wirtschaftlichem und sozialem Fortschritt leisten kann.
Industrielle Entwicklung kann u. a. helfen, die
natürlichen Ressourcen durch Weiterverarbeitung im
Lande besser zu nutzen, die Versorgung der
Bevölkerung mit Gütern zur Befriedigung des
Grundbedarfs zu verbessern und das Beschäftigungsproblem
zu lösen oder wenigstens zu entschärfen. Die
Bundesregierung legt Wert darauf, daß auch durch
verstärkte Anwendung von Forschung und
Technologie die Entwicklungsländer ihre Ressourcen
besser erschließen und ihre Produktion soweit
entwickeln können, daß sie in der Lage sind, ihre
Probleme aus eigener Kraft und als
gleichberechtigte Partner am Welthandel und an internationaler
Zusammenarbeit zu lösen. In ihrem Länderpapier
für die WWTK hat die Bundesregierung darauf
hingewiesen, daß die Erreichung der mit einer
Industrialisierung angestrebten
entwicklungspolitischen Ziele auch von der Wahl geeigneter, d. h.
situationskonformer Technologien abhängt. Die
Industrialisierung der Entwicklungsländer
ausschließlich durch den Export von in
Industrieländern vorhandenen und für deren Bedürfnisse
entwickelten Technologien betreiben zu wollen,
würde z. B. verkennen, daß dies auf Grund der
unterschiedlichen kulturellen und
gesellschaftlichen Verhältnisse in den Entwicklungsländern zu
sozialen Spannungen führen kann. Es ist deshalb
auch Sache der Entwicklungsländer selbst zu
entscheiden, welchen technologischen Weg sie
gehen wollen. Nationale und regionale
Technologiezentren werden in diesem Rahmen bei
Bewertung und Auswahl von importierten, aber auch
eigenständig entwickelten technologischen
Lösungen eine wesentliche Rolle spielen.
Daneben sind — wie auch im Länderpapier
dargestellt — Ausbildungseinrichtungen,
Gewerbeförderungszentren, Institutionen des Meß- und
Normenwesens, der Materialprüfung und
Qualitätskontrolle wesentliche Voraussetzungen, um
Industrialisierung und Technologietransfer auf eine solide
Grundlage zu stellen. Es liegt im eigenen Interesse
der Bundesrepublik Deutschland, daß die
Entwicklungsländer ihren Weg ohne soziale Spannungen
und Schwierigkeiten finden.
Die Bundesregierung ist der Auffassung, daß der
privatwirtschaftliche Technologietransfer einen
wesentlichen Beitrag zur industriellen Entwicklung in
den Entwicklungsländern leisten kann. Sie hat
dementsprechend ein weitgefächertes
Instrumentarium zur Förderung privatwirtschaftlicher
Initiativen in den Entwicklungsländern bereitgestellt.
Darüber hinaus soll ihre Politik zum
Strukturwandel im Inland den Entwicklungsländern eine
verstärkte Teilnahme am Welthandel ermöglichen.
Die Entwicklung und Anwendung von industriellen
Verfahren und Produkten, die in besonderem Maße
auf die wirtschaftliche und soziale Situation in den
Entwicklungsländern abgestimmt sind, werden
sowohl im Rahmen der Forschungs- und
Technologiepolitik der Bundesregierung als auch in ihrer
finanziellen und technischen Zusammenarbeit mit
Entwicklungsländern unterstützt. Die
Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern wird sich für die
deutsche Wirtschaft und insbesondere ihre
Technologieprogramme vor allem dann positiv entwickeln,
wenn sie sich an den Entwicklungsbedingungen
und -zielen in den Entwicklungsländern orientiert.
Die Entwicklungsländer selber werden nur dann
die vielfältigen Möglichkeiten des
privatwirtschaftlichen Technologietransfers ausreichend nutzen
können, wenn sie ihren Partnern in den
Industrieländern klare Ziele setzen und ein gutes
Kooperationsklima schaffen.
Anlage 1
Länderpapier der Bundesrepublik Deutschland für die VN-
Weltwissenschafts- und Technologie-Konferenz für Entwicklung
Gliederung
1 Beitrag von Forschung und Technologie in der Bundesrepublik Deutsch
-
land zur Lösung sozio-ökonomischer Entwicklungsprobleme
1.1 Bedeutung von Forschung und Technologie
1.2 Forschungs- und Technologiepolitik der Bundesregierung
1.3 Forschungs- und Technologiepolitik und Entwicklungsländer
1.3.1 Ziele der Bundesregierung
1.3.2 Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele
1.3.2.1 zunehmende Ausrichtung der allgemeinen Forschungs- und
Technologiepolitik auch an den Bedürfnissen der Entwicklungsländer
1.3.2.2 verstärkte Anwendung von Wissenschaft und Technologie im Rahmen
der Entwicklungspolitik
1.3.2.3 die Verflechtung der Entwicklungspolitik mit der allgemeinen
Forschungs- und Technologiepolitik
1.3.3 Instrumentarium der Bundesregierung
1.3.3.1 „Technische Zusammenarbeit"
1.3.3.2 „Finanzielle Zusammenarbeit"
1.3.3.3 „Wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit"
1.3.3.4 Setzen von Rahmenbedingungen zur Begünstigung des
privatwirtschaftlichen Technologietransfers
1.3.3.5 Multilaterale Zusammenarbeit
1.3.4 Einzelne Bereiche
1.3.4.1 Landwirtschaft und Ernährung
1.3.4.2 Energie
1.3.4.3 Rohstoffe
1.3.4.4 Wasser
1.3.4.5 Gesundheit
2 Bedeutung einer verstärkt entwicklungsländerbezogenen Forschungs-
und Technologiepolitik für die Volkswirtschaft der Bundesrepublik
Deutschland und Folgerungen für die Politik der Bundesregierung in
diesen Bereichen
3 Zusammenfassung und — vorläufige — Schlußfolgerungen für die Zu
sammenarbeit zwischen Entwicklungsländern und Industrieländern bei
der Anwendung von Forschung und Technologie für Entwicklung
Beitrag von Forschung und Technologie in der Bundesrepublik
Deutschland zur Lösung sozio-ökonomischer Entwicklungsprobleme
1.1 Bedeutung von Forschung und Technologie
Die Bundesregierung mißt Forschung und Technologie bei der Lösung
wirtschaftlicher und sozialer Probleme und damit für die menschenwürdige
Gestaltung der Zukunft zentrale Bedeutung zu. Der wirtschaftliche und soziale
Leistungsstand der Bundesrepublik Deutschland ist eng verknüpft mit ihrem
wissenschaftlichen und technologischen Niveau. Dieses beruht vor allem auf dem
ständig gestiegenen Qualifikations- und Bildungsstand auf allen Ebenen. Die
Bundesregierung teilt deshalb auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen die
Überzeugung, daß verstärkte Anstrengungen auf dem Gebiet von Wissenschaft und
Technologie eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Entwicklung der
Entwicklungsländer (EL) sind. Alle großen sozialen und wirtschaftlichen
Aufgaben forderten in der Vergangenheit und fordern in der Zukunft Forschung
und Technologie heraus: Sicherung wirtschaftlicher Stabilität, Erhaltung und
Schaffung von Arbeitsplätzen, Sicherung der Energie- und Rohstoffversorgung,
Anpassung der Qualität wirtschaftlichen Wachstums an die Bedürfnisse des
Menschen, Schonung der Umwelt etc. Zur vollen Entfaltung ihrer
Wirkungsmöglichkeiten brauchen Wissenschaft und Technologie allerdings gesicherte,
wirtschaftliche und soziale Grundbedingungen.
1.2 Forschungs- und Technologiepolitik der Bundesregierung
Die Forschungs- und Technologiepolitik der Bundesregierung zielt als Teil der
Gesamtpolitik darauf ab,
— die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu erhalten und
auszubauen,
— die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen zu verbessern,
— die Leistungsfähigkeit der Wissenschaft und des Bildungssystems zu steigern,
— die zwischenstaatlichen Beziehungen insbesondere auch mit den EL zu
intensivieren.
Für die Forschungs- und Technologiepolitik in der Bundesrepublik Deutschland
gelten folgende Grundsätze:
— Staatliche Forschungsförderung im Bereich der Wissenschaft vollzieht sich
— in den Universitäten und Hochschulen, die nach dem Grundsatz der
Freiheit der Forschung und auf Grund weitgehender Selbstverwaltung in
allen Einzeldisziplinen Forschung in enger Verbindung mit der Lehre
betreiben und dabei von Organisationen der Forschungsförderung,
insbesondere von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, unterstützt werden,
sowie in den Trägerorganisationen, d. h. der Max-Planck-Gesellschaft
im Bereich der Grundlagenforschung und der Fraunhofer-Gesellschaft im
Bereich der angewandten Forschung
— in den Großforschungseinrichtungen, die als privatrechtlich organisierte
Bund-Länder-Einrichtungen nach allgemeinen Richtlinien langfristige und
risikoreiche technologische Entwicklungen im wirtschaftlichen und
öffentlichen Interesse sowie Grundlagenforschung mit wissenschaftlichen
Großgeräten durchführen
— in den Bundes- und Landesforschungsanstalten, die im Auftrag und unter
der Fachaufsicht bestimmter Ressorts Forschungen betreiben und im
Vorfeld politischer Entscheidungen fachliche Entscheidungshilfen liefern.
— Staatliche Forschungsförderung im Bereich der Wirtschaft setzt im
marktwirtschaftlichen System der Bundesrepublik Deutschland erst dann ein, wenn
die privatwirtschaftlichen Kräfte nicht ausreichen, um bestimmte
forschungspolitische Ziele zu erreichen oder im öffentlichen Interesse
erforderliche Maßnahmen in Gang zu setzen. Das gilt vor allem, wenn
— das wissenschaftlich-technische oder finanzielle Risiko die
Leistungsoder Finanzkraft der Wirtschaftsunternehmen übersteigt,
— der Markt technologisch bessere Lösungen unterbewertet, weil er sich
nach den augenblicklichen und weniger nach den zukünftigen Bedarfs-
und Knappheitsverhältnissen richtet,
— die Nachfrage sich nicht hinreichend deutlich artikuliert, um neue
technologische Lösungen zu initiieren, die ausschließlich oder überwiegend
im öffentlichen Interesse oder im öffentlichen Anwendungsbereich liegen
(z. B. im Gesundheitsbereich).
— Bei den staatlichen Forschungsförderungsmaßnahmen mit überregionaler
Bedeutung wirken Bund und Länder entsprechend dem föderativen Aufbau
der Bundesrepublik Deutschland zusammen.
Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Forschungsförderung in den Bereichen
von Wissenschaft und Wirtschaft umfassen
— direkte Maßnahmen in Form von Zuwendungen für
— Einzelvorhaben (Projektförderung) im Im- und Ausland
— nationale Organisationen und Einrichtungen (institutionelle Förderung)
— die Zusammenarbeit in internationalen Organisationen
— indirekte Maßnahmen, wie z. B. Steuervergünstigungen, Gesetze und
Verordnungen, Information und Dokumentation
— gemeinsame Planungen von Bund und Ländern zur Sicherung der für die
wissenschaftlich-technische Weiterentwicklung notwendigen Infrastruktur
sowohl in den Wissenschaften als auch im allgemeinen und beruflichen
Bildungswesen.
Die zunehmende Bedeutung von Forschungs- und Technologiepolitik kommt
sowohl in der Aufnahme neuer Programme als auch in den Steigerungsraten der
Finanzmittel zum Ausdruck. Die gesamten FuE-Ausgaben der Bundesrepublik
Deutschland (Staat, Wirtschaft, Sonstige) wuchsen von 4,5 Mrd. DM im Jahre
1962 auf 27,3 Mrd. DM im Jahre 1977 und erreichten damit einen Anteil von
2,2 v. H. am Bruttosozialprodukt für 1977. Die FuE-Ausgaben des Staates (Bund,
Länder und Gemeinden) stiegen von 2,8 Mrd. DM im Jahre 1962 auf 13,2 Mrd. DM
im Jahre 1977. Ihr Anteil am öffentlichen Gesamthaushalt belief sich 1977 auf
3,32 v. H. Die FuE-Aufwendungen der Wirtschaft haben sich im gleichen Zeitraum
von 2,15 Mrd. DM auf 13,2 Mrd. DM gesteigert.
Die FuE-Aufwendungen der Wirtschaft werden im gesamten industriellen Bereich
gemacht und konzentrieren sich auf marktnahe Vorhaben. Das Interesse der EL
an Ergebnissen von FuE-Vorhaben gilt daher in der Industrialisierungsphase vor
allem dem know-how privater Unternehmen. Für den Aufbau wissenschaftlich
-
technologischer Infrastruktur ist dagegen das technologische Wissen der
öffentlichen Hand von größerer Bedeutung.
1.3 Forschungs- und Technologiepolitik und Entwicklungsländer
Die Bundesregierung ist der Ansicht, daß die EL eine Reihe ihrer Probleme wie
zunehmende Bevölkerung, Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung, Kapital-
und Devisenmangel sowie Staatsverschuldung durch die Anwendung von
Forschung und Technologie besser lösen können.
1.3.1 Ziele der Bundesregierung
Die Beiträge der Bundesregierung orientieren sich in Übereinstimmung mit den
von EL jeweils definierten Zielen an folgenden Aufgaben:
1. Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölkerung in EL
— Ernährung, Gesundheit, Bildung, Arbeit, Kommunikation, Transport
2. Erschließung der natürlichen Ressourcen der EL
— Wasser
— pflanzliche und mineralische Rohstoffe (einschließlich
Rohstoffrückgewinnung)
— Energie
3. Auf- und Ausbau einer wissenschaftlichen und technologischen Infrastruktur
in EL
— durch Auf- und Ausbau von
— Ausbildungseinrichtungen
— Gewerbeförderungszentren
— nationalen und regionalen Technologiezentren
— universitären und außeruniversitären Forschungsinstituten
— nationalen Zentren für das Meßwesen, Normeninstituten, Anstalten
für Materialprüfung und Qualitätskontrolle
— Produktionszentren (einheimische Industrie)
— technischen und wissenschaftlichen Beratungszentren
— durch Förderung der Verknüpfung von Forschung und Entwicklung mit
dem gesamten Erziehungs- und Bildungssystem (schulischer wie
außerschulischer, Berufs- wie Hochschulbildung) und der Wirtschaft.
Dabei sind insbesondere die sozialen, ökonomischen und ökologischen
Bedingungen in den EL zu berücksichtigen.
1.3.2 Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele
Die Forschungs- und Technologiepolitik der Bundesregierung trägt auf
verschiedene Weise dazu bei, diese Ziele zu erreichen, und zwar
— durch die zunehmende Ausrichtung der allgemeinen Forschungs- und
Technologiepolitik auch an den Bedürfnissen der Entwicklungsländer
— durch die verstärkte Anwendung von Wissenschaft und Technologie im
Rahmen der Entwicklungspolitik
— durch die Verflechtung der Entwicklungspolitik mit der allgemeinen
Forschungs- und Technologiepolitik.
1.3.2.1 Bei der zunehmenden Ausrichtung der allgemeinen Forschungs- und
Technologiepolitik auch an den Bedürfnissen der EL geht es darum, die FuE-Kapazitäten
in der Bundesrepublik Deutschland für EL-relevante FuE-Vorhaben zu nutzen:
Die Bundesregierung ist bestrebt, auch die Kapazität der von ihr geförderten
Forschungseinrichtungen zur Durchführung derartiger Vorhaben einzusetzen.
Die Bundesregierung ist weiter bemüht, das FuE-Potential der deutschen
Hochschulen und der deutschen Industrie stärker für diese Zwecke zu mobilisieren.
Dies geschieht über die verschiedenen FuE-Programme auf den einzelnen
wissenschaftlichen Fachgebieten. Dabei geht es in erster Linie um solche
Projekte, die speziell auf die Bedürfnisse der EL zugeschnitten sind. Darüber hinaus
gibt es eine Reihe von Projekten, die unter nationalen Aspekten in Angriff
genommen werden, die aber angesichts ähnlicher Problemstellungen in EL auch für
diese von großem Interesse sein dürften.
Die Bundesregierung ist sich der besonderen Problematik bewußt, daß zwischen
den vorhandenen FuE-Ergebnissen und den für die EL zur Lösung von
Problemen im konkreten Einzelfall verfügbaren Kenntnissen eine Informationslücke
besteht. Die Bundesregierung ist bestrebt, diese Lücke schließen zu helfen. Sie
ist gewillt, ihre Erfahrungen im Rahmen der Innovationspolitik in den Dialog
mit den EL einzubringen. Denn FuE-Anstrengungen bleiben wirkungslos, wenn
ihre Ergebnisse nicht auch in die Praxis umgesetzt werden. Das setzt bei
hardware-Technologien das Engagement der Wirtschaft voraus. Dabei werden joint
ventures zwischen Unternehmen des Geber- und des Empfängerlandes die Regel
sein. Unter Berücksichtigung des Entwicklungsstandes und der
Wirtschaftsordnung des jeweiligen Empfängerlandes ist im Einzelfall zu entscheiden, welche
staatlichen Hilfen zu gewähren sind, um die Technologie zum Nutzen des
Empfängerlandes und unter Wahrung der berechtigten Interessen der Wirtschaft des
Geberlandes zur vollen Entfaltung zu bringen.
Weitere Maßnahmen der Bundesregierung zur Verkleinerung der
Informationslücke zielen darauf ab, die EL beim Auf- und Ausbau von Bibliotheken und
Informations- und Dokumentations-Einrichtungen sowie bei der Ausbildung
entsprechender Spezialisten zu unterstützen. Darüber hinaus werden die durch das
Informations- und Dokumentationsprogramm der Bundesregierung geförderten
Informationssysteme dazu beitragen, durch die Bereitstellung von
wissenschaftlich-technologischen Informationen der wechselseitigen Beziehung zwischen IL
und EL zu dienen. Hierfür ist ein spezielles Informationszentrum in der
Bundesrepublik Deutschland im Aufbau.
Die Bundesregierung hält die Bemühungen der UNESCO, im Rahmen ihres
General Information Program die Teilnahme aller Länder am weltweiten
Informationsaustausch durch Fortentwicklung von UNISIST zu verbessern, für
besonders wichtig und ist bereit, diese Bemühungen auch weiterhin zu unterstützen.
Dasselbe gilt insbesondere auch für die Informationssysteme AGRIS und INIS.
1.3.2.2 Die Bundesregierung mißt der verstärkten Anwendung von Wissenschaft und
Technologie im Rahmen der Entwicklungspolitik besondere Bedeutung zu; denn
die meisten Entwicklungsprojekte haben technologische Auswirkungen, auch
wenn diese sich nicht quantitativ erfassen lassen. Jedoch dienen einige dieser
Projekte der Anwendung von FuE in besonderer Weise dadurch, daß sie die
Übertragung und Verbreitung technologischer Kenntnisse oder die Kooperation
im FuE-Bereich zum Gegenstand haben. Diese Art von Projekten läßt sich wegen
begrifflicher und methodologischer Schwierigkeiten nicht klar abgrenzen, wird
jedoch überwiegend im Rahmen der sog. „Technischen Zusammenarbeit" (vgl.
Erläuterungen unter 1.3.3.1) durchgeführt, wobei die Schwerpunkte auf
folgenden Gebieten liegen:
— Technische Ausbildung
— Technische Beratung
— Technisch-wissenschaftliche Infrastruktur
— Wissenschaftliche Ausbildung
- Forschung und Entwicklung.
Bei den Maßnahmen der technischen Ausbildung überwiegt die Beteiligung am
Auf- und Ausbau von fachlichen und beruflichen Ausbildungsstätten,
technischen Schulen und Hochschulen sowie die Gewährung von Stipendien, die den
Bedürfnissen der EL entsprechen. Die Bundesregierung unterstützt dabei
Bemühungen um eine harmonisierte Ausbildungsförderung, die auch dem großen
Bedarf an Fachkräften unterhalb des tertiären Bereichs gerecht wird. Sie hat ferner
Maßnahmen ergriffen, die dem brain-drain entgegenwirken, und zwar durch
Förderung
— der Ausbildung des einheimischen Projektpersonals im Land des
Projektstandorts oder in anderen EL („Drittländerprogramm") und
— von Reintegrationsprogrammen für Ausbildungsabsolventen und
Arbeitnehmer aus EL mit dem Ziel, die Rückkehr und Wiedereingliederung dieses
Personenkreises zu erleichtern. Diese Programme umfassen länderspezifische
Informations-, Beratungs- und Fortbildungsmaßnahmen und haben in den
letzten Jahren an Umfang und Wirkung zugenommen.
Die Bundesregierung ist der Auffassung, daß ihre Maßnahmen gegen den
braindrain der Ergänzung durch Anstrengungen seitens der Heimatländer der
Fachkräfte bedürfen. Insbesondere sollte die Ausbildung der Fachkräfte besser auf
die Bedürfnisse und die Beschäftigungsmöglichkeiten der jeweiligen Länder
zugeschnitten werden. Das gilt sowohl für die Ausbildung der Fachkräfte in den
EL selbst als auch für die Nachfrage nach Ausbildungsmöglichkeiten für
Fachkräfte aus EL in den Industrieländern (IL). Wichtig ist dabei, ein nach Qualität
und Quantität ausgewogenes Verhältnis zwischen Facharbeitern, Technikern
und Akademikern zu schaffen. Bereits abgewanderte Fachkräfte können ggf.
durch attraktive Arbeitsbedingungen sowie durch andere Anreize zur Rückkehr
bewegt werden.
Die Maßnahmen der Bundesregierung auf dem Gebiet der technischen Beratung
(Entsendung von Experten) erreichen, gemessen am finanziellen Aufwand (ca.
1000 Millionen DM), etwa den Umfang der Aktivitäten im Rahmen der
technischen Ausbildung. Sie konzentrieren sich auf Schlüsselbereiche der
Landwirtschaft und der industriellen Produktion sowie auf die öffentlichen
Versorgungsbetriebe.
Auch die technisch-wissenschaftliche Infrastruktur der EL wird im Rahmen der
„Technischen Zusammenarbeit" seit geraumer Zeit gefördert (ca. 180 Millionen
DM). Damit soll zur Stärkung der technologischen Kapazität der EL beigetragen
werden. Der Schwerpunkt in diesem Bereich lag bisher in der Zusammenarbeit
beim Aufbau technisch-wissenschaftlicher Dienste, z. B. geologischer und
hydrologischer Untersuchungsdienste. Daneben beteiligt sich die Bundesregierung
auch am Ausbau von Einrichtungen des Normen- und Meßwesens, der
Materialprüfung und Qualitätskontrolle. Zu diesen Projekttypen traten in den letzten
Jahren die Förderung von technischen Informationsdiensten und
Technologiezentren in EL. Die Bundesregierung ist bereit, ihre Aktivitäten im Bereich der
technisch-wissenschaftlichen Infrastruktur in Zukunft zu verstärken, wenn EL
entsprechende Prioritäten setzen.
In erheblichem Umfang fördert die Bundesregierung die wissenschaftliche
Ausbildung von Angehörigen der EL, teils durch den Auf- und Ausbau von
Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in EL, teils durch
Ausbildung an den Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland.
In EL wird bei über 100 Projekten — oft in Partnerschaft mit deutschen
Hochschulen — zusammengearbeitet mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit von
Fakultäten und Departments von Universitäten zu steigern, einheimische
Wissenschaftler und Hochschullehrer auszubilden und Forschungsarbeiten zu initiieren.
In der Qualifikation der Absolventen der Hochschulen wird dadurch gerade der
auf technologische Problemlösung gerichtete Aspekt verstärkt.
Die in der Bundesrepublik Deutschland studierenden Angehörigen der EL — im
Wintersemester 1976/77 waren es etwa 29 000 — befinden sich meist auf dem
post-graduate level und haben Zugang zu modernen Methoden und Geräten.
Besonders zu erwähnen sind mehrere Hundert Forschungsstipendiaten auf dem
„post-doctoral level", die auf dem Stand neuester wissenschaftlicher
Erkenntnis mit deutschen Kollegen Forschung treiben. Diese Maßnahmen werden über
den Deutschen Akademischen Austauschdienst, die Alexander-von-Humboldt-
Stiftung und die Deutsche Forschungs-Gemeinschaft abgewickelt.
Die Bundesregierung prüft gegenwärtig weitere Möglichkeiten, den
Personalbedarf für FuE-Vorhaben in EL durch qualifizierte deutsche Fachkräfte decken
zu helfen. Dabei ist über die bereits laufende personelle Unterstützung hinaus an
neue Wege zu denken, wie dem Wunsch nach Bereitstellung von man-power
für Vorhaben der EL besser Rechnung getragen werden kann.
In der „Technischen Zusammenarbeit" überwiegen Projekte, die der
Übertragung und Verbreitung technologischer Kenntnisse dienen. Die Förderung von
Forschung und Entwicklung in den EL hat bisher einen geringeren Umfang. Ihr
Anteil wird aber in den kommenden Jahren zunehmen. In diesem Bereich
beteiligt sich die Bundesregierung personell und finanziell
— am Auf- und Ausbau von Forschungsinstituten
— an Kooperationen deutscher und ausländischer Wissenschaftler zur Lösung
entwicklungsrelevanter Forschungsprobleme
— an technologischen Pilotprojekten (z. B. Nutzung der Sonnen- und
Windenergie, Erprobung von Bewässerungsmethoden, Billighausbau).
Die Bundesregierung hat dabei die Erfahrung gemacht, daß es oft zweckmäßig
ist, den Ausbau eines Forschungsinstituts mittelbar, d. h. über die
Forschungskooperation in einem Pilotprojekt, zu fördern, weil in diesen Fällen die
Kapazitäten des Instituts (Laboratorien usw.) organisch mit seinen Aufgaben wachsen.
Außerdem werden bei dieser Art der Forschungskooperation engere
Partnerschaften begründet als bei einer Förderung, die nur dem apparativen Aufbau der
Institution dient.
Die Anwendung von Wissenschaft und Technologie wird von der
Bundesregierung auch im Rahmen der sog. „Finanziellen Zusammenarbeit" (vgl.
Erläuterungen unter 1.3.3.2) gefördert, deren Volumen das der „Technischen
Zusammenarbeit" übertrifft und die technologische Situation der EL wahrscheinlich stärker
beeinflußt als die „Technische Zusammenarbeit". Dieser Einfluß ist besonders
auf die technische Auslegung der gelieferten Investitionsgüter zurückzuführen.
1.3.2.3 Die Verflechtung von Entwicklungspolitik und allgemeiner Forschungs- und
Technologiepolitik erscheint der Bundesregierung vorrangig. Sie verspricht sich
davon einen wichtigen Beitrag zur verstärkten Anwendung von Forschung
und Technologie zugunsten der EL. Sie hat insoweit eine Reihe von Maßnahmen
getroffen, die zunächst erprobt und nach Möglichkeit weiter ausgebaut werden
sollen.
Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang die 1976 geschlossene
Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und dem Bundesministerium für Forschung und Technologie zur
Zusammenarbeit im Bereich von Technologieentwicklung für und Technologietransfer
in Entwicklungsländer. Ihr Ziel ist es, das FuE-Potential in der Bundesrepublik
Deutschland in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und der Wissenschaft stärker
auf die Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölkerung, auf die Erschließung des
natürlichen Produktionspotentials und auf die Stärkung der wissenschaftlichen
und technologischen Infrastruktur in den EL zu orientieren. Die Zusammenarbeit
erstreckt sich auf die Durchführung von Projekten zur Entwicklung neuer
Technologien und zur Anpassung verfügbarer Technologien an die Bedürfnisse der
EL. Auf Grund der Vereinbarung sind z. B. 1976/77 20 Projekte in Angriff
genommen worden, und zwar insbesondere auf dem Gebiet der dezentralen
Energieversorgung (Solar- und Windenergie) und der Entwicklung kleiner
Produktionseinheiten (z. B. Zement).
Des weiteren ist in diesem Zusammenhang beispielsweise auch eine
Vereinbarung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und des
Bundesministeriums für Wirtschaft über eine enge Zusammenarbeit mit der
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) bei geologischen Pro
-
jekten zugunsten von EL zu erwähnen.
Zur stärkeren Beteiligung der Wissenschaftsorganisationen bei EL-relevanten
FuE-Vorhaben hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
u. a. auch eine Vereinbarung mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft
abgeschlossen. Ziel dieser Vereinbarung ist die Verstärkung der Kooperation mit
Wissenschaftlern in EL in Form partnerschaftlicher Projekte, die sowohl in der
Bundesrepublik Deutschland als auch in EL durchgeführt werden können,
1.3.3 Instrumentarium der Bundesregierung
1.3.3.1 „Technische Zusammenarbeit" (TZ)
Die TZ soll dazu beitragen, technische, technologische, wirtschaftliche und
organisatorische Kenntnisse und Fähigkeiten an EL zu vermitteln sowie die Vor
aussetzungen für ihre Anwendung in EL zu verbessern, um dadurch die
wirtschaftliche und soziale Leistungsfähigkeit der EL zu erschließen und zu steigern.
Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit übernimmt dabei im
Auftrag der Bundesregierung die Projektprüfung und die Projektdurchführung.
Die Schwerpunkte der TZ liegen bei dem Einsatz von Experten und der
Bereitstellung von Material und Ausbildungsmöglichkeiten. Ende 1977 arbeiteten in
90 EL etwa 1800 Experten. Die Projektkosten werden grundsätzlich von der
Bundesregierung getragen. Sie erwartet jedoch einen angemessenen personellen
und materiellen Beitrag als Partnerschaftsleistung des Empfängerlandes.
Das bisherige Gesamtvolumen der TZ beträgt ca. 7 Mrd. DM.
1.3.3.2 „Finanzielle Zusammenarbeit" (FZ)
Im Rahmen der FZ gewährt die Bundesregierung den EL Kredite zu günstigen
Bedingungen oder Zuschüsse für von EL vorgeschlagene Projekte. Dabei
übernimmt die Kreditanstalt für Wiederaufbau eine wichtige Rolle als
„Entwicklungsbank" der Bundesrepublik Deutschland. Sie prüft nach Erteilung eines
Auftrags durch die Bundesregierung, ob das geplante Projekt innerhalb der
vorgegebenen Bedingungen des EL wirtschaftlich und technisch gesund ist,
welchen Nutzen es für die Wirtschaft des EL hat und wie seine sozialen
Auswirkungen sind. Auf Grund dieser Prüfung entscheidet die Bundesregierung über die
Förderungswürdigkeit der Maßnahmen und ermächtigt die Kreditanstalt für
Wiederaufbau, mit dem EL einen Darlehens- oder Finanzierungsvertrag
abzuschließen. Das Darlehen oder der Zuschuß wird entsprechend dem
Projektfortschritt ausgezahlt.
Der Schwerpunkt der FZ liegt auf dem Gebiet der materiellen Infrastruktur.
Nach dem finanziellen Volumen der geförderten Projekte steht hier das
Verkehrswesen an erster Stelle. Ihm folgen Energieversorgung, Wasserversorgung
und das Fernmeldewesen. Der Anteil der Projekte des industriellen Sektors
ist dagegen geringer. Von dieser Art von Projekten gehen aber starke
technologische Impulse aus; denn sie ermöglichen nicht nur den Bezug maschineller
Anlagen, sondern auch die Übertragung von Technologien u. a. in Form von
Patenten und Lizenzen. Vor allem aber sind mit ihnen häufig der Einsatz deutscher
Experten und die Bereitstellung von Ausbildungsmöglichkeiten für das lokale
Personal verbunden.
Im Rahmen der FZ hat die Bundesregierung, auch wenn man die indirekten
Beschäftigungswirkungen in Betracht zieht, entsprechend den Wünschen seitens der
EL vorwiegend Projekte mit verhältnismäßig hoher Kapitalintensität gefördert.
Sie wird sich in Zukunft bemühen, dem Kriterium „Beschäftigung" größeres
Gewicht zu verschaffen. Sie ist sich aber bewußt, daß ihr Spielraum in dieser
Richtung durch die technische Rigidität vieler Verfahren (zur Erzeugung
weltmarktfähiger Produkte) eingeengt und durch die Technologiepolitik des jeweiligen EL
bestimmt wird.
Bis Ende 1976 hatte die Bundesregierung EL rund 28,6 Mrd. DM FZ-Kredite
zugesagt, davon wurden ca. 20 Mrd. DM ausgezahlt.
1.3.3.3 „Wissenschaftlich -technologische Zusammenarbeit" (wtZ)
Die wtZ ist Bestandteil der allgemeinen FuE-Politik der Bundesregierung. Ihr
Gegenstand ist die wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung
in Form gemeinschaftlich durchgeführter FuE-Projekte. Der dazu notwendige
personelle und sachliche Bedarf wird partnerschaftlich aufgebracht, wobei den
Gegebenheiten des Einzelfalls Rechnung getragen wird. Daraus ergibt sich, daß
die wtZ mit einzelnen EL auf solchen FuE-Sektoren durchgeführt wird, auf denen
diese bereits über eine ausreichende personelle und sachliche Infrastruktur
verfügen, um auch für den inländischen Kooperationspartner einen interessanten
Projektbeitrag zu leisten. Diese Voraussetzungen zu schaffen, kann eines der
Ziele der anderen Kooperationsformen wie TZ und FZ sein.
Die Ausgestaltung der wtZ ist im Einzelfall von der historisch gewachsenen
Entwicklung abhängig. In der Regel mündet die wtZ in einem gewissen Stadium
in entsprechende Regierungsabkommen. Diese bilden den allgemeinen Rahmen
für die Kooperation, der durch „Einzelvereinbarungen" ausgefüllt werden kann.
Partner solcher Vereinbarungen sind auf deutscher Seite im Normalfall die
Großforschungseinrichtungen, die inzwischen mit mehr als 1000 Partnern in aller
Welt zusammenarbeiten. Bei ihnen sind für die wtZ insbesondere mit EL
sogenannte „Internationale Büros" eingerichtet worden, die im Auftrag der
Bundesregierung die praktische Durchführung der wtZ betreuen. Darüber hinaus werden
international erfahrene Wissenschaftler als „Koordinatoren für die wtZ"
eingeschaltet.
Im Rahmen der wtZ führt die Bundesregierung ein umfangreiches und ständig
wachsendes internationales FuE-Programm mit Ländern in allen Kontinenten
durch. Sie sieht in dieser Kooperationsform ein wichtiges Instrument zum
praktischen Technologietransfer.
1.3.3.4 Setzen von Rahmenbedingungen zur Begünstigung des privatwirtschaftlichen
Technologietransfers
Ein entscheidender Teil des Technologietransfers in EL erfolgt über
privatwirtschaftliche Unternehmen, und zwar sowohl durch die Gründung von
Betriebsstätten oder Tochterfirmen und — zunehmend — durch die Beteiligung an joint
ventures, in welche von deutschen Unternehmen entwickelte Technologien
eingebracht werden, als auch durch den Abschluß von gewerblichen Schutzrechten
und know-how.
Zur Förderung deutscher Kapitalanlagen in EL hat die Bundesregierung ein weit
gefächertes Instrumentarium entwickelt, das staatliche Garantien für
Kapitalanlagen, die Gewährung von staatlichen Krediten, die Absicherung des
politischen und wirtschaftlichen Risikos bei privaten Krediten und steuerlichen
Förderungsmaßnahmen einschließt. Darüber hinaus hat die Bundesregierung eine
bundeseigene Gesellschaft, die Deutsche Entwicklungsgesellschaft (DEG),
geschaffen, deren Aufgabe es ist, den Aufbau der Wirtschaft von EL durch Förderung
der Zusammenarbeit deutscher Unternehmen mit Unternehmen in EL auf
partnerschaftlicher Grundlage zu unterstützen. Die DEG ist am Kapital der 1956
gegründeten Tochtergesellschaft der Weltbank, der IFC, die ähnliche Aufgaben hat,
beteiligt.
Die Maßnahmen der Bundesregierung können jedoch lediglich dazu beitragen,
Anreize für den Technologietransfer durch deutsche Unternehmen zu schaffen.
Es ist der Bundesregierung nicht möglich, auf die Entscheidung der
Unternehmen im Einzelfall einzuwirken. Um so wichtiger erscheint es der
Bundesregierung, daß ihre Maßnahmen durch komplementäre Maßnahmen der EL ergänzt
werden. Ziel solcher Maßnahmen sollte es sein, ein gutes Kooperationsklima zu
schaffen, für den Technologietransfer attraktive Bedingungen zu setzen, das
geistige Eigentum zu schützen und die Vertragsfreiheit der Transferpartner nicht
unzumutbar einzuschränken und es ihnen zu gestatten, die Vertragsbedingungen
den Gegebenheiten des Einzelfalles anzupassen.
1.3.3.5 Multilaterale Zusammenarbeit
Auch im multilateralen Bereich betreibt die Bundesregierung eine aktive Politik,
um die Anwendung von Forschung und Technologie für Entwicklungsprobleme
zu fördern. Sie beteiligt sich personell und finanziell an entsprechenden Arbeiten
in Organisationen innerhalb und außerhalb der VN-Familie. Innerhalb des VN-
Systems ist die Zusammenarbeit der Bundesregierung mit UNDP, UNESCO,
UNIDO, WIPO und UNCTAD sowie mit UNEP, WHO, FAO und IFAD
hervorzuheben. Hierbei mißt sie der Zusammenarbeit mit UNDP als zentraler
finanzierender und koordinierender Stelle im Rahmen der multilateralen technischen
Zusammenarbeit besondere Bedeutung bei. Die von UNDP mit Hilfe der
Sonderorganisationen des VN-Systems durchgeführten zahlreichen Projekte tragen
wesentlich zum Transfer technologischen Wissens an EL auf allen wesentlichen
Sektoren bei. Innerhalb der EG und der OECD arbeitet die Bundesregierung
aktiv in Fachgremien mit, die sich speziell mit Fragen der Forschung und
Technologie für Entwicklung befassen. Darüber hinaus hat sich die Bundesregierung
vor allem im Bereich der internationalen Agrarforschung in Zentren Afrikas,
Asiens und Lateinamerikas engagiert. Sie mißt dem Ausbau dieser Aktivitäten
große Bedeutung zu.
1.3.4 Einzelne Bereiche
Unter den bei der bisherigen Konferenzvorbereitung hervorgehobenen „subject
-
areas" hält die Bundesregierung die im folgenden behandelten Bereiche für
vorrangig.
1.3.4.1 Landwirtschaft und Ernährung
Zentrales Problem zahlreicher EL ist die unzureichende Versorgung der
Bevölkerung mit Nahrungsgütern. In diesen Ländern lebt die Masse der Bevölkerung
vorwiegend von agrarwirtschaftlicher Tätigkeit (einschließlich Forstwirtschaft
und Fischerei). Die volkswirtschaftliche Wertschöpfung erfolgt zu einem
erheblichen Teil in diesem Sektor, und die Devisenerlöse stammen weitgehend aus dem
Export von Agrarprodukten. Dieser Sektor, der noch auf lange Zeit
bestimmend für die Lebensbedingungen der Masse der Bevölkerung bleiben wird, hat
daher in EL einen anderen Stellenwert als in den IL.
Im Bemühen um die Förderung der Agrarwirtschaft in den EL ist die
Agrarforschung und der reibungslose Transfer der erzielten Ergebnisse in die breite
landwirtschaftliche Praxis von entscheidender Bedeutung. Durch vielfältige
Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung daher die Anstrengungen der EL
zur:
— Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln durch
Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion und Verbesserung der
Vorratshaltung
— Qualitätssteigerung der Nahrungsmittel und verbesserte Ernährung des
Menschen
— Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft (ländliche Entwicklung im
Rahmen der Gesamtentwicklung)
— Förderung der Exportmöglichkeiten.
Agrarforschung und -technologie sollen dazu beitragen, Nutzungssysteme (auch
agro-forstwirtschaftlicher Art) zu entwickeln, die zukünftig noch mehr als bisher
sozio-ökonomische und ökologische Verhältnisse, langfristige
Ressourcensicherung und Produktionssteigerung in Einklang bringen und damit eine organische
wirtschaftliche Entwicklung erleichtern. Entsprechende EL-bezogene
wissenschaftliche Fachkenntnisse in allen Disziplinen der Agrarforschung haben sich
in der Bundesrepublik Deutschland angesammelt und werden von EL in An
spruch genommen. Um dieses Potential besser zu koordinieren und so effektiv
wie möglich einzusetzen, hat die Bundesregierung eine „Arbeitsgruppe
tropische und subtropische Agrarforschung" gegründet, in der die einschlägigen
wissenschaftlichen Arbeitsgebiete der Agrarforschung durch Fachleute vertreten
sind. Diese Gruppe berät die Bundesregierung in entwicklungs-, agrar- und
ernährungspolitischen Entscheidungen.
Auch im internationalen Bereich leistet die Bundesregierung ihren Beitrag zur
EL-relevanten Agrarforschung. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf
Nahrungsmittelkulturen, die auch für den Kleinbauern wichtig sind. Besonders sei hier
die „Beratungsgruppe Internationale Agrarforschung (CGIAR)" erwähnt, in der
die Bundesrepublik Deutschland mit einem Finanzbeitrag von 15 Millionen DM
in 1978 (Gesamtaufwendungen 85 Millionen US $) zu den wichtigsten
Geberländern zählt.
Die Bundesregierung mißt allen Maßnahmen besondere Bedeutung bei, die einer
schnellen, reibungslosen und umfassenden Umsetzung der Forschungsergebnisse
in die Praxis dienen. Hier sei insbesondere an die Mithilfe beim Aufbau land-
und forstwirtschaftlicher Beratungsorganisationen sowie die Aus- und
Weiterbildung von Fachkräften in diesem Bereich erinnert. Angesichts der wachsenden
Bedeutung situationsangepaßter Forschungstätigkeit unterstützt die
Bundesregierung zunehmend Vorhaben zum Aufbau und zur Verbesserung von
Agrarforschungskapazitäten in EL.
Zur Implementierung ihrer EL-bezogenen Agrarforschungspolitik bedient sich
die Bundesregierung insbesondere
— der Kreditanstalt für Wiederaufbau im Rahmen der „Finanziellen
Zusammenarbeit"
— der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit im Rahmen der
„Technischen Zusammenarbeit"
— der Zentralstelle Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der Deutschen
Stiftung für internationale Entwicklung im Rahmen von
Ausbildungsprogrammen für Fach- und Führungskräfte.
Die Bundesregierung sieht vorrangig folgende Entwicklungen und
Möglichkeiten in der weiteren EL-bezogenen Agrarforschung:
— Sie bemüht sich im Rahmen ihrer „Technischen Zusammenarbeit", die
Agrarforschung, die Technologieentwicklung und den Technologietransfer für EL
zu verstärken. Dies gilt insbesondere für die Unterstützung nationaler und
regionaler Forschungsinstitute und landwirtschaftlicher Beratungssysteme.
Dabei ergibt sich eine wirksame Zusammenarbeit zwischen IL und EL
besonders dann, wenn die EL eigene Leistungen im Aufbau ihrer nationalen
Agrarforschung erbringen und Konzeptionen entwickeln, die durch
Prioritätensetzung eine Konzentration auf die dringendsten Probleme des Landes zulassen.
— Die Bundesregierung wirkt ferner darauf hin, daß die EL-bezogene
Agrarforschung in der Bundesrepublik Deutschland ausgebaut wird, daß
Wissenschaftler für entsprechende Arbeiten bereitgestellt werden und die
Zusammenarbeit mit Institutionen in EL weiter intensiviert wird. Dafür ist ein
verbesserter Informationsfluß über die Probleme der EL wünschenswert, und es
erscheint erstrebenswert, die Fachleute in den EL stärker als bisher für
anwendungsbezogene Forschungen und situationsangepaßte Technologien zu
motivieren.
— In der Zusammenarbeit zwischen den IL wird die Bundesregierung auf eine
verstärkte Förderung in der EL-orientierten Agrarforschung hinwirken. Eine
große Anzahl grundlegender Forschungsarbeiten kann dabei in der
Bundesrepublik Deutschland oder auch in anderen IL durchgeführt werden,
während die situationsorientierten Probleme in der Regel in den EL selbst gelöst
werden müssen. Die in der Agrarforschung zwischen den IL bereits bestehende
und weiter zunehmende Arbeitsteilung sollte dabei von den EL auf der
Grundlage intensiver Kommunikation untereinander durch regionale
Abstimmung wirksam ergänzt werden.
Gegenseitiger Erfahrungsaustausch und verstärkte arbeitsteilige Kooperation
sind in Zeiten zunehmender Ressourcen- und Versorgungsprobleme in der Welt
gerade im Bereich von Landwirtschaft und Ernährung von ganz grundlegender
Bedeutung.
1.3.4.2 Energie
Eine ausreichende und zuverlässige Bereitstellung von preiswerter Energie ist
Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und verbesserte
Lebensverhältnisse. Die Bundesregierung ist sich ihrer Mitverantwortung für eine angemessene
Energieversorgung in aller Welt bewußt und hat die Notwendigkeit der
Einbettung deutscher Interessen in eine internationale Energiepolitik wiederholt
betont. Sie geht dabei von folgendem aus:
— Der Industrialisierungsbedarf der EL und weiteres wirtschaftliches Wachstum
in den IL führen zu einer steigenden Energienachfrage.
— Die Vorräte an fossilen Energieträgern, insbesondere an Erdöl und Erdgas
werden in absehbarer Zeit zur Neige gehen. Die Entwicklung neuer
Technologien zur rationelleren Energienutzung ist daher ein Schlüsselelement jeder
Energie-FuE-Politik, um die Lücke zwischen Energieangebot und -nachfrage
zu verringern.
— Neue Energiequellen müssen mit Nachdruck entwickelt werden. Regenerative
Energiequellen, insbesondere Sonnenenergie und Windenergie haben für
bestimmte Regionen bereits heute Bedeutung.
— Kernenergie kann einen wichtigen Beitrag zur Befriedigung des
Weltenergiebedarfs leisten.
— In einigen Ländern ist Stein- und Braunkohle in ausreichendem Maße
vorhanden. Für den Abbau und für die weitere Verwendung der Kohle müssen
FuE-Programme helfen, diesen Energieträger optimal zu nutzen.
— Naturgas-, Kohle- und Erdölnutzung erfordern häufig die Entwicklung groß
-
angelegter kostenintensiver Transportsysteme über große Entfernungen.
— Die vielfache Interessenverflechtung der Staaten im Energiesektor erfordert
ein hohes Maß an internationaler Zusammenarbeit.
In dieser Situation unternimmt die Bundesregierung besondere Anstrengungen
auf dem Gebiet der Energieforschung und der Energietechnologien. Unter
Berücksichtigung der Gegebenheiten in der Bundesrepublik Deutschland, der
Weltenergiesituation und der Bedürfnisse der EL ergeben sich hierbei folgende
Schwerpunkte:
— Energieeinsparung sowie Verringerung der Energieverluste beim Verbrauch,
bei der Energieumwandlung und Speicherung
— verstärkte Suche nach und effizientere Nutzung von Kohle und anderen
fossilen Primärenergieträgern
— Verwertung minderwertiger Brennstoffe
— Fortentwicklung von Kernenergietechnologien
— intensive Entwicklung neuer Energiequellen wie Sonnen- und Windenergie
sowie anderer regenerativer Energiequellen einschließlich der
Langzeitspeicherung
— Entwicklung der für die einzelnen Energieträger nötigen Infrastruktur
— verstärkte Unterstützung der EL bei der Erkundung und Erschließung ihrer
Energierohstoffe.
Für die EL wird es zunächst darauf ankommen, neben den fossilen
Energieträgern insbesondere ihre Wasserkraftressourcen voll zu nutzen. Allein auf den
afrikanischen Kontinent entfällt etwa 1/3 des technisch verwertbaren
Wasserkraftpotentials in der Welt, während 1974 davon erst 2,1 v. H. für die
Stromerzeugung genutzt werden konnte. In Asien liegt dieser Anteil der Stromerzeugung
aus Wasserkraft bei 18 v. H., in Südamerika bei 14 v. H. Mit knapper und teurer
werdendem Angebot an Kohlenwasserstoffträgern wird sich die Wasserkraft
zunehmend auch für solche Energieprojekte anbieten, die aus wirtschaftlichen
Uberlegungen bisher nicht verwirklicht werden konnten. Die Bundesregierung
ist deshalb bereit, das ihr verfügbare know-how zur Erstellung von energie- und
wasserwirtschaftlichen „Masterplänen" interessierten EL zugänglich zu machen.
Eine Reihe von „Masterplänen" wurde bereits bzw. wird z. Z. mit Unterstützung
der Bundesregierung erstellt. Weitere Pläne befinden sich in Vorbereitung.
Darüber hinaus gilt es, neue Energiequellen zu entwickeln. Zur dezentralen
Energieversorgung in EL spielt die Sonnenenergie eine besondere Rolle. Dabei
erfordert die Nutzung der Sonnenenergie neben der Entwicklung von effizienten
Umwandlungsverfahren vor allem auch die Entwicklung geeigneter Speicher für
Wärme und elektrische Energie. Aufgrund der bisherigen internationalen
Zusammenarbeit haben sich trotz aller Unterschiedlichkeiten in den einzelnen EL sechs
vorrangige Anwendungsbereiche der Sonnenenergie herausgebildet:
— solare Brauchwassererwärmung
— solare Wasserpumpen
— Nahrungsmittelkonservierung durch solare Kühlhäuser und solare Trockner
— Wasserentsalzung (siehe auch den Bereich Wasser)
— solare Kraftwerke
— solare Heizung und Kühlung.
Die Bundesregierung läßt beispielsweise z. Z. Solar-Kleinkraftwerksprototypen
zur Versorgung abgelegener Dorfgemeinschaften mit Strom in Kooperation mit
künftigen Anwenderländern entwickeln und erstellen. Von 1978 bis 1980 sollen
in EL Langzeitversuche durchgeführt werden. Ziel der Bundesregierung ist es, die
Produktion solcher Anlagen in sonnenreichen EL zu ermöglichen.
Neben der Sonnenenergie hat auch die Windenergie besondere Bedeutung.
Voraussetzung für die dezentrale Nutzung der Windenergie in EL sind robuste und
wartungsarme Anlagen. Die Bundesregierung läßt deshalb Anlagen entwickeln,
die eine schnelle, einfache und billige Austauschbarkeit aller Komponenten
gestatten. Die Komponenten sollen nach Möglichkeit im jeweiligen EL hergestellt
werden können.
Zur Versorgung größerer. Städte und Industriezentren wird Kernenergie auch in
EL gebraucht. Mit dem Transfer nuklearer Technologien kommt die
Bundesrepublik Deutschland ihrer Verpflichtung als fortgeschrittene Technologienation
nach, weltweit und nichtdiskriminierend zur friedlichen Nutzung von
Kernenergie im Rahmen einer wirksamen Nichtverbreitungspolitik beizutragen. Sie
geht hierbei davon aus, daß die Kernenergie wegen der Möglichkeit ihrer
mißbräuchlichen Verwendung nur dann einen Beitrag zu einer weltweiten
wirtschaftlichen Stabilisierung leistet, wenn die beteiligten Länder in einem politischen
Konsens ihre rein friedliche Nutzung gewährleisten.
Nukleare Technologien stellen hohe Anforderungen an die wissenschaftlich
-
technische, industrielle und administrative Infrastruktur. Die Bundesregierung
unterstützt EL daher bei der Schaffung dieser Infrastruktur
— multilateral über die Internationale Atom-Energie-Organisation und der von
ihr eingeleiteten oder durchgeführten besonderen Programme für EL
— bilateral auf der Grundlage internationaler Vereinbarungen für die friedliche
Nutzung der Kernenergie im Rahmen einer wirksamen
Nichtverbreitungspolitik.
1.3.4.3 Rohstoffe
Neben der Energieversorgung ist die Erkennung und Nutzung des eigenen
Rohstoffpotentials nach Maßgabe der ökologischen Gegebenheiten ein
Schlüsselfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung eines jeden Landes. Die
Bundesregierung ist bereit, die EL bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Folgende
Entwicklungsziele stehen dabei im Vordergrund: Verbesserung der Beschäftigungssituation,
Verbesserung der Infrastruktur ländlicher Räume, Kapitalbildung und
Kapitalimport, Entlastung der Zahlungsbilanz und Aufbau eines eigenen technischen
know-how. Die Bundesregierung erkennt dabei das Recht der EL an, über Umfang
und Art der Verwendung ihrer Bodenschätze unter Beachtung der Grundsätze
des Völkerrechts selbst zu bestimmen.
Darüber hinaus besteht zwischen EL und IL eine gegenseitige Abhängigkeit, weil
die IL ihren Rohstoffbedarf nicht allein aus eigenen Quellen decken können —
die Bundesrepublik Deutschland verbraucht als drittgrößter industrieller Erzeuger
gegenwärtig allein 10 v. H. der Weltförderung mineralischer Rohstoffe — und die
EL auf der anderen Seite 80 v. H. ihrer Deviseneinnahmen durch den Export von
Rohstoffen erwirtschaften.
Die Anstrengungen der Bundesregierung im Bereich der Rohstofforschung als Teil
ihrer Rohstoffpolitik sind darauf gerichtet,
— durch FuE-Maßnahmen zur Erschließung. neuer Rohstoffvorkommen
beizutragen,
— die erforderlichen FuE-Maßnahmen zur Sicherung einer stabilen und
preisgünstigen Rohstoffversorgung zu initiieren,
— das finanzielle Entwicklungsrisiko der Unternehmen auf ein erträgliches Maß
zu begrenzen.
Die Zusammenarbeit mit EL konzentriert sich dabei auf
— den Aufbau wirtschaftlich arbeitender und nach Möglichkeit arbeitsintensiver
Gewinnungs- und Verarbeitungsbetriebe
— FuE-Vorhaben zur gezielten Prospektion und zur besseren Förderung von
Rohstoffen.
Bei der Durchführung einzelner Vorhaben stehen neben der Ausbildung von
Fachkräften, der Beratung und dem Aufbau von Behörden und Institutionen
folgende Projekttypen im Vordergrund:
— Prospektion ausgewählter Gebiete (Übersichtserkundung mittels Satelliten-
und Luftbildauswertung, Aerogeophysik, geologischer und geochemischer
Untersuchungen mit dem Ziel, höffige Zonen — Anomalien — für Vorkommen
mineralischer Rohstoffe zu definieren)
— Detailprospektion von Rohstoffvorkommen (Überprüfung von Anomalien
mittels Bodengeophysik, geologisch-geochemischer und mineralogischer
Detailuntersuchungen mit dem Ziel, Rohstoffvorkommen nachzuweisen und
quantitativ abzuschätzen)
— Exploration von Rohstoffvorkommen und Pre-Feasibility-Untersuchungen
(Bohr- und Schürfarbeiten, geophysikalische Sondierungen, chemische
Analysen mit dem Ziel der quantitativen und qualitativen Vorratsberechnung)
— Feasibility-Studien (Bergmännische Aufschlußarbeiten,
Aufbereitungsversuche und Abbauplanung, Infrastruktur-Analysen, Vermarktungs- und
Transportstudien, Lagerstättenbewertungen)
— Bergbauberatung (für Betriebsgesellschaften, sowie beim Aufbau oder bei
Rehabilitation von Gewinnungsbetrieben und weiterverarbeitender Industrie).
Die FuE-Vorhaben
— beziehen sich insbesondere auf die Aufbereitung bzw. bessere Nutzung
mineralischer Rohstoffe, wie z. B. Vorhaben zur Aufbereitung lateritischer
Nickelerze zwecks wirtschaftlicher Nutzung von Armerzen, zur Verbesserung der
Aufbereitungsmethoden armer Zinnerze und zur Nutzbarmachung feinkörniger
Phosphorite.
— Im Bereich der Meeresforschung und Meerestechnik unterstützt die
Bundesregierung EL bei der Einrichtung und dem Ausbau eigener Kapazitäten u. a.
zur Nutzung der mineralischen Ressourcen des Meeres in den zukünftigen
Wirtschaftszonen der Küstenstaaten.
— Im übrigen lassen die Knappheit und die zunehmende Verteuerung der
Rohstoffe sowie die Notwendigkeit des schonenden Umgangs mit der Umwelt die
Rohstoffrückgewinnung zu einer wichtigen Rohstoffquelle werden. Bei der
Erschließung dieser Rohstoffquelle können FuE insbesondere auch in
Zusammenarbeit mit EL einen wichtigen Beitrag leisten.
Die Bundesregierung gibt finanzielle Unterstützung an EL im Rohstoffsektor
insbesondere für:
— Infrastrukturmaßnahmen (z. B. Verkehr, Energie), die zur Nutzung von
Lagerstätten erforderlich sind
— größere Feasibility-Studien und baureife Planungen von Gewinnungs- und
Verarbeitungsanlagen
— Errichtung bzw. Rehabilitation von Gewinnungs- und Verarbeitungsbetrieben
— Finanzierungsbeiträge für Unternehmen zur Rohstoffgewinnung, -verarbeitung
und -verwertung.
1.3.4.4 Wasser
Durch zunehmende Industrialisierung, Bevölkerungswachstum und verbesserte
Infrastruktur in den EL wird die Deckung des damit zusammenhängenden
steigenden Bedarfs an Nutzwasser zu einer vordringlichen Aufgabe. Im Einklang mit
den Empfehlungen der VN-Wasserkonferenz nutzt die Bundesregierung deshalb
die Erfahrungen sowie die FuE-Kapazitäten in der Bundesrepublik Deutschland
für die Untersuchung von EL-relevanten Problemen und für den Ausbau der
Zusammenarbeit mit EL. Dabei sind neue Ergebnisse der Forschung, Beratung
beim Aufbau eigener Institutionen und Fortbildung des wissenschaftlichen
Nachwuchses auf folgenden Gebieten von besonderem Interesse:
- hydrologische, hydrogeologische und hydrometeorologische
Untersuchungstechnik und -methodik
— wasserwirtschaftliche Planungsmethoden unter Einbeziehung der EDV und
der ökologischen Erfahrungen
— Planung kostengünstiger Systeme der Siedlungswasserwirtschaft im Rahmen
einer minimalen Infrastrukturausstattung für städtische und ländliche
Siedlungen in EL.
Anwendungsmöglichkeiten in EL dürfte es insbesondere für folgende
technologische Entwicklungen geben:
— Verbesserung der Vorratshaltung von Rohwasser in natürlichen Speichern
einschließlich der Grundwasseranreicherung
— solare Trinkwassererzeugung
— Verbesserung der mechanischen und biologischen Abwasserklärung
— abwasserarme und abwasserlose Produktionsverfahren
— Grundwasserschutz und Entfernung von gefährlichen Inhaltsstoffen
— Qualitätserhaltung von Trinkwasser in Verteilungssystemen
— wassersparende Weiterentwicklung der Bewässerungs- und
Beregnungstechnik.
Die Bundesregierung fördert schwerpunktmäßig FuE-Vorhaben für
Trinkwassergewinnung und -aufbereitung, u. a. auf dem Gebiet der Meer- und
Brackwasserentsalzung mit dem Ziel, insbesondere EL mit ariden Zonen
Wasserentsalzungsverfahren anbieten zu können, bei denen Süßwasser zu möglichst niedrigen
Kosten gewonnen werden kann.
Erkenntnisse und Erfahrungen aus den FuE-Vorhaben in der Bundesrepublik
Deutschland sind im Rahmen von Projekten in EL an die örtlichen Bedingungen
anzupassen und entsprechend weiterzuentwickeln. Das geschieht u. a. bei wasser-
und bodenkundlichen Untersuchungen und darauf aufbauenden
Bewirtschaftungsvorschlägen. Andere Projekte beinhalten gemeinsame Neuentwicklungen in EL,
deren wissenschaftlich-technologische Einrichtungen dadurch in die Lage
versetzt werden sollen, entsprechende Arbeiten selbständig zu betreiben. Als
Beispiel sei in diesem Zusammenhang die Entwicklung einer Anlage genannt, die
dazu dienen soll, mit Hilfe von Sonnenenergie Trinkwasser aus Brackwasser zu
gewinnen.
1.3.4.5 Gesundheit
Die Hauptgesundheitsprobleme in EL sind je nach erreichtem
Industrialisierungsgrad des Landes und hiermit nicht unbedingt deckungsgleichem
Entwicklungsstand unterschiedlich. In EL, deren Bevölkerung noch keinen Zugang zu einer
wirksamen Infrastruktur von Gesundheitsdiensten hat, kommt der Schaffung
und Ausdehnung einer solchen Infrastruktur absolute Priorität zu. Da von dieser
Infrastruktur u. a. Gesundheitsvorsorge, Beratung in Fragen der Ernährung, der
Hygiene, der Mütter- und Kleinkinderfürsorge, gegebenenfalls der
Familienplanung, die Bekämpfung der Überträger von Massenkrankheiten, Impfungen und
einfache Krankenbehandlung durchzuführen sind, handelt es sich um eine
komplexe Aufgabe, die nur unter erheblichen organisatorischen Anstrengungen und
durch Vermittlung eines breitgefächerten Wissensstoffes an eine Vielzahl von
Kategorien von Fachpersonal gelöst werden kann. In dieser Aufbauphase geht es
nicht so sehr um die Entwicklung neuer Kenntnisse zur Bekämpfung der einen
oder anderen Krankheit, sondern um die Anwendung bekannten Wissens unter
sinnvollem Einsatz der oft nur wenigen einheimischen Ärzte für die Ausbildung
von Fachpersonal unterhalb der Arztebene, fachliche Überwachung und
Referenzleistungen. Hieraus folgt, daß in dieser Phase der Entwicklung die
Zusammenarbeit hauptsächlich die Adaptierung bekannter Methoden
— zum richtigen Erkennen von Krankheitssymptomen
— zur Feststellung ihrer Ursachen
— ihrer breitenwirksamen Bekämpfung möglichst durch
massenanwendungswirksame Mittel
— Kontrollmechanismen
zum Gegenstand hat, wobei die Ziele wie folgt umschrieben werden können:
— möglichster Ausschluß von Fehldeutungen bei Beurteilung komplexer
Sachverhalte
— Einfachheit der Anwendung durch kurzfristig für ganz bestimmte Aufgaben
angelerntes Personal
— Vermeiden der Abhängigkeit von kompliziertem medizinischem Gerät
— Minimierung der laufenden Kosten für derartige Aufgaben.
Für EL, die über keine wirksame Gesundheitsinfrastruktur verfügen, ist die
Entwicklung neuer Methoden zur Bekämpfung von Massenkrankheiten wichtig,
die ohne weiteres Zutun und weitere Kontrolle wirken. Hierzu gehört z. B. die
Immunisierung gegen Krankheiten, die bisher nur durch regelmäßige
Verabreichung chemo-therapeutischer Mittel behandelt werden können, oder die
Entwicklung neuer chemo-therapeutischer Mittel, welche statt bisher in kurzfristig zu
wiederholenden Gaben nur in längeren Zeiträumen verabreicht werden müssen,
somit weniger eigene und fremde Kontrollerfordernisse in sich bergen und
hierdurch erst eine Anwendungschance in dieser Aufbauphase des öffentlichen
Gesundheitswesens erhalten. Beiträge der deutschen Wissenschaft und Forschung
für die erste Aufbaustufe des Gesundheitswesen von EL sind bisher hauptsächlich
für diesen Problemkomplex geleistet worden. Besonderen Anteil daran hat die
Pharmaforschung, die hauptsächlich in Großlaboratorien privat-wirtschaftlicher
Firmen betrieben wird und der die Welt viele der heute zur Verfügung stehenden
Mittel zur Bekämpfung tropischer Massenkrankheiten verdankt. Darüber hinaus
arbeiten deutsche wissenschaftliche Institute auch im öffentlichen Sektor, z. B.
im Bereich der Immunologie-, Virologie- und Parasitologieforschung mit
Methoden, die in größerem Umfang als bisher den EL zugänglich gemacht werden
sollten.
Soll diese Forschung EL-relevant sein, muß sie Lebensbedingungen und sonstige
Besonderheiten der Erreger und Überträger tropischer Massenkrankheiten sowie
der von ihnen betroffenen Menschen in Rechnung stellen. Da dies oft nur vor
Ort möglich ist, ergibt sich zwingend die Forderung nach vermehrten FuE-
Anstrengungen in den betroffenen Ländern selbst. Dem wird in der Förderpraxis
der Bundesregierung in zweierlei Richtung Rechnung getragen: Bilateral wurden
z. B. Vorhaben in Lateinamerika und Afrika zur wissenschaftlichen Anreicherung
bestehender Forschungsprogramme bzw. zum Aufbau eines neuen
Forschungsinstitutes gefördert, das sich der Bekämpfung einiger tropischer übertragbarer
Krankheiten widmet. Multilateral hat die Bundesregierung z. B. Mittel an die
WHO vergeben, um den Kapazitätsausbau eines in Ostafrika gelegenen
Immunologieforschungsinstitutes zu ermöglichen. Sie hat sich weiter bereit erklärt, im
Rahmen eines neuen Spezialprogramms der WHO für globale
Forschungsförderung zur Bekämpfung einer Reihe tropischer Krankheitsgruppen Beiträge für die
Stärkung von Forschungsinstituten in Afrika und Asien und für notwendige
chemo-therapeutische bzw. immunologische Forschung zur Bekämpfung von
Filarien zu leisten.
Darüber hinaus ist die Bundesregierung bestrebt, Partnern in EL modellhaft die
praktische Nutzanwendung neuer Forschungsergebnisse zu ermöglichen.
Erstmalig wurde beispielsweise in einem von Bilharziose heimgesuchten Land im
Nahen Osten nachgewiesen, daß der Überträger dieser Krankheit mit einem in
der Bundesrepublik Deutschland neu entwickelten Mittel in einem von mehr als
einer Million Menschen bewohnten Gebiet ausgerottet werden kann.
EL, die bereits industrielle Agglomerationen und urbane Zusammenballungen
haben, besitzen häufig eine erste Gesundheitsinfrastruktur. Für solche EL stellen
sich neue, für die zweite Aufbaustufe des Gesundheitswesens typische Probleme.
Sie sind einerseits gekennzeichnet durch Menschenzusammenballungen auf
begrenztem Raum mit allen negativen Folgen für Trinkwasserversorgung,
Abwasser- und Fäkalienbeseitigung, Wohnverhältnisse, Umwelthygiene,
Arbeitslosigkeit und Streß. Zum anderen entstehen neue Gesundheitsprobleme aus der
Teilnahme am industriellen Arbeitsprozeß. Hieraus ergeben sich neue Schwerpunkte
für die Zusammenarbeit:
— Hygiene (u. a. in der Wohnung und im Krankenhaus)
— Umweltschutz
— Lebensmittelkontrolle
— Vorbeugung von Schäden, welche die geistige Gesundheit einschränken
— Arbeitsschutz
— Spezialdisziplinen, wie z. B. Unfallchirurgie
— Zivilisationskrankheiten, wie z. B. Herz- und Kreislaufkrankheiten.
Bei der Zusammenarbeit in diesen Bereichen bietet es sich an, das auf diesen
Sachgebieten in der Bundesrepublik Deutschland u. a. in Institutionen der
öffentlichen Hand erworbene Fachwissen nutzbar zu machen. Als Instrument der
Zusammenarbeit für derartige Kooperationen kommt in erster Linie die „Technische
Zusammenarbeit" in Betracht. Dabei wird es vor allem darauf ankommen, in IL
gemachte Negativerfahrungen durch rechtzeitige und kostengünstige
Präventionsmaßnahmen zu vermeiden.
2 Bedeutung einer verstärkt entwicklungsländerbezogenen Forschungs- und
Technologiepolitik für die Volkswirtschaft der Bundesrepublik Deutsch
-
land und Folgerungen für die Politik der Bundesregierung in diesen
Bereichen
Von einer EL-bezogenen Forschungs- und Technologiepolitik sind auch
Struktureffekte für die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen IL und EL zu erwarten.
Gelingt es den EL, die technologische Lücke allmählich zu verringern, so werden
sie mit zunehmenden Fortschritten auch verstärkt als Anbieter auf den
Weltmärkten und damit auch in der Bundesrepublik Deutschland auftreten.
Der Beitrag, den die Bundesrepublik Deutschland als Absatzmarkt für EL schon
heute leistet, wird dadurch dokumentiert, daß z. B. die EL, die nicht zu den
Erdölstaaten rechnen, im Jahr 1977 einen Handelsüberschuß von 2,5 Mrd. DM
erzielt haben. Dieses Resultat der weltoffenen Außenwirtschaftspolitik der
Bundesregierung entspricht dem entwicklungspolitischen Grundsatz „Handel und
Hilfe", der in der internationalen Diskussion der jüngsten Zeit immer mehr an
Bedeutung gewonnen hat. Bemerkenswert an dieser Entwicklung ist vor allem,
daß die Halb- und Fertigwareneinfuhren aus EL eine bedeutsame Rolle gespielt
haben. Mit 9,4 Mrd. DM nimmt die Bundesrepublik Deutschland schon jetzt rund
ein Drittel der gesamten Einfuhren der Europäischen Gemeinschaften an Halb-
und Fertigwaren aus EL ab.
Sicherlich werden die EL mit fortschreitender und von der Bundesregierung
gezielt geförderter technologischer Entwicklung wegen komparativer
Kostenvorteile künftig noch stärker auf den Märkten der IL vordringen. Dies wird unter
Umständen in IL das Problem der Freisetzung von Arbeitskräften vergrößern
und in Zeiten eines sich verlangsamenden Wirtschaftswachstum größere soziale
Probleme mit sich bringen. Bejaht man aber das Prinzip der internationalen
Arbeitsteilung in der Weltwirtschaft, so dürfen hierdurch ausgelöste
Strukturwandlungen dieses Prinzip selbst nicht in Frage stellen. Denn mittelfristig
werden die freiwerdenden Arbeitskräfte in IL in Produktionen anderer Technologien
Einsatz finden, und die EL werden durch ihren Entwicklungsprozeß zunehmend
zu Abnehmern von technologisch höherrangigen Produkten. Der dynamische
Entwicklungsprozeß in den EL findet somit seine Entsprechung in den IL. Es steigt
die wechselseitige Attraktivität der Absatzmärkte, die Austauschbeziehungen
werden intensiver, die weltwirtschaftliche Verflechtung nimmt zu. Hierfür ist
der Umstand Beweis genug, daß die Austauschbeziehungen zwischen
hochentwickelten Ländern am intensivsten sind.
Die Bundesregierung steht diesen Strukturwandlungen prinzipiell positiv
gegenüber und sieht darin eine Voraussetzung zur weltweiten Wohlstandsvermehrung.
Innerhalb ihrer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung haben sich die
produktiven Kräfte dauernd auf strukturelle Änderungen einzustellen. Die
Bundesregierung hält daher Strukturwandlungen für den Normalzustand.
Der sich ständig vollziehende technologische Erneuerungsprozeß ist in der
Bundesrepublik Deutschland ganz überwiegend das Ergebnis freier unternehmerischer
Entscheidungen. Diese gewährleisten eine rasche und flexible Anpassung an die
sich laufend verändernden technisch-wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die Rolle
der Bundesregierung ist subsidiär und beschränkt sich im wesentlichen auf die
Schaffung günstiger oder korrigierender Rahmenbedingungen und —
entsprechend den Grundsätzen unter Ziffer 1.2 — auf gezielte Maßnahmen zur Förderung
des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts. Innerhalb dieses
Rahmens verfolgt die Bundesregierung eine den marktbedingten Strukturwandel
fördernde Forschungs- und Technologiepolitik. Ihr besonderes Augenmerk ist
dabei darauf gerichtet, die wissenschaftliche und technologische
Leistungsfähigkeit der EL wirksam und gezielt zu steigern, um ihre Funktion als Anbieter und
Nachfrager, und damit als gleichberechtigte Partner auf dem Weltmarkt,
nachhaltig zu verstärken.
3 Zusammenfassung und — vorläufige — Schlußfolgerungen für die Zusam
-
menarbeit zwischen Entwicklungsländern und Industrieländern bei der
Anwendung von Forschung und Technologie für Entwicklung
3.1 Die verstärkte Anwendung von Forschung und Technologie kann wesentlich
dazu beitragen, die Erschließung der natürlichen Ressourcen und die Produktion
in EL auf einen Stand zu bringen, der es ihnen ermöglicht, ihre wirtschaftlichen
und sozialen Probleme besser zu lösen und als gleichberechtigte Partner am
Welthandel teilzunehmen. Die Ausweitung der technischen Zivilisation löst aber
nicht nur Probleme, sondern läßt auch neue Probleme entstehen. Neben den
ökologischen Grenzen des Wachstums machen sich zunehmend auch
ökonomische und soziale Engpässe bemerkbar. Die Industrialisierung als Mittel der
Entwicklung kann daher nicht länger als ein Weg von der Unterentwicklung zu
einem problemlosen Zustand angesehen werden, sondern eher als ein Prozeß, der
aus einem kritischen Stadium in ein anderes kritisches Stadium führt.
3.1.1 Deshalb ist die Annahme, die technologische Lücke zwischen IL und EL könne
durch mehr oder weniger pauschale Übernahme der in IL entwickelten
Technologien ausgefüllt werden, zu vereinfachend. Die Schlüsselfunktion kommt weniger
dem Technologietransfer als vielmehr dem Innovationssystem der EL zu. Ihm
obliegt es, für die Probleme der physischen und sozialen Umwelt der EL
angemessene Lösungen zu finden und sie an das Produktionssystem weiterzugeben. Die
Förderung des Innovationssystems der EL und seiner Brücken zum einheimischen
Produktionssystem ist daher vorrangig.
3.1.2 Das bedeutet nicht, daß die EL auf den Import von Technologien solange ver
-
zichten können, bis sie über ein eigenes leistungsfähiges Innovationssystem
verfügen. Wichtig ist vielmehr, daß neben dem privatwirtschaftlichen
Technologietransfer, der direkt zum Produktionssystem in EL führt, auch Wege der
Kooperation beschritten werden, die über das Innovationssystem der EL führen,
dadurch zu seiner Stärkung beitragen und Lösungen begünstigen, die den
besonderen Bedürfnissen und Bedingungen der EL entsprechen.
3.2 Vier komplementäre Aktionsfelder der Kooperation in Forschung und Tech
nologie für Entwicklung sollten daher nach Auffassung der Bundesregierung
unterschieden werden:
3.2.1 Die Stärkung des Innovationssystems der EL und seiner Brücken zum Produk
tionssystem dieser Länder ist mittelfristig als die wichtigste Aufgabe anzusehen.
Sie ist im wesentlichen von den EL selbst zu lösen. Die Bundesregierung ist
bereit, die EL dabei verstärkt zu unterstützen. Vorrangig erscheinen:
— Auf- und Ausbau einer eigenständigen wissenschaftlich-technologischen
Infrastruktur der EL, die es ihnen ermöglicht, fremde Technologien zu
beurteilen und auszuwählen und eigene FuE-Arbeiten zu planen und
durchzuführen, und zwar insbesondere:
— Aus- und Fortbildungseinrichtungen
— Forschungseinrichtungen
— Technologie-Zentren
— Integration der wissenschaftlich-technologischen Infrastruktur in das
Produktionssystem der EL:
— wissenschaftliche und technologische Beratungsdienste
— Einrichtungen des Meß-, Normen- und Prüfwesens
— Informations- und Dokumentationseinrichtungen.
3.2.2 Die Zusammenarbeit zwischen dem Innovationssystem der IL und dem Inno
vationssystem der EL, deren Träger FuE-Einrichtungen in IL und EL sind, stärkt
unmittelbar das Innovationssystem in EL. Ihre Resultate geben mittelbar auch
dem Produktionssystem in EL Impulse. Die Nähe zum Problem, die der Partner
im EL in die Zusammenarbeit einbringt, begünstigt technologische Lösungen, die
sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung, den Ressourcen und den
Produktionsbedingungen dieser Länder orientieren.
Die Bundesregierung unterstützt diese Form der Zusammenarbeit vorrangig
durch
— Beratung der EL beim Auf- bzw. Ausbau ihres Innovationssystems
- institutionelle Förderungsmaßnahmen, wie z. B. Partnerschaften
— problemorientierte Förderungsmaßnahmen, und zwar in der Weise, daß sie
EL die Möglichkeit von Kooperationsprojekten unter Nutzung des FuE-
Potentials in der Bundesrepublik Deutschland anbietet. Nach Ansicht der
Bundesregierung haben dabei die Bereiche Landwirtschaft und Ernährung,
Energie, Rohstoffe, Wasser und Gesundheit besondere Bedeutung.
— Dabei werden sowohl die von der Bundesregierung institutionell
geförderten Forschungseinrichtungen genutzt als auch das FuE-Potential der
deutschen Hochschulen und der deutschen Industrie. Die Bereitstellung
der Mittel erfolgt u. a. im Rahmen der „wissenschaftlich-technologischen
Zusammenarbeit" über die verschiedenen nationalen FuE-Programme auf
den einzelnen wissenschaftlichen Fachgebieten.
— Zur Rationalisierung dieser Maßnahmen und zur Erhöhung ihres
Wirkungsgrades besteht zwischen den für die Entwicklungspolitik und die
FuE-Politik zuständigen Bundesministerien eine enge Kooperation, die
gemeinsame FuE-Vorhaben zugunsten von EL einschließt und durch eine
noch stärkere Beteiligung der Wissenschaftsorganisationen weiter
ausgebaut werden soll.
— Förderung der Zusammenarbeit auch unterhalb der Regierungsebene, um zur
Integration der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft beizutragen.
3.2.3 Die Zusammenarbeit zwischen dem Innovationssystem der IL und dem Produk
-
tionssystem der EL dürfte nur dort sinnvoll sein, wo das inländische Innovations
system einen dringenden technologischen Bedarf der EL aus eigener Kraft noch
nicht decken kann.
Die Bundesregierung hat zur Förderung dieser Form der Zusammenarbeit eine
Reihe von Maßnahmen ergriffen. Hierzu zählen insbesondere
— Verkleinerung der Informationslücke zwischen den vorhandenen FuE-
Ergebnissen und den für EL zur Lösung von Problemen im konkreten Einzelfall
verfügbaren Kenntnissen
— durch den Aufbau eines technologischen Frage- und Antwortdienstes in
der Bundesrepublik Deutschland für EL
— durch Öffnung der nationalen Informationssysteme in der Bundesrepublik
Deutschland für EL als Beitrag zu den internationalen Bemühungen,
gespeicherte wissenschaftlich-technologische Informationen für
Entwicklung zu nutzen
— Förderung von FuE-Projekten in der Bundesrepublik Deutschland zur
Anpassung vorhandener Technologien und Entwicklung neuer Technologien für die
Bedürfnisse und Bedingungen der EL
— Erleichterung des Zugangs zu den Ergebnissen, die aus ihrer eigenen FuE-
Tätigkeit hervorgehen.
3.2.4 Zusammenarbeit zwischen dem Produktionssystem der IL und dem Produktions
ststem der EL
3.2.4.1 Der privatwirtschaftliche Technologietransfer beeinflußt die technologische
Entwicklung der EL stärker als die anderen Kooperationsformen. Die Industrien,
deren Gründung er ermöglicht hat, sind in vielen dieser Länder zu wichtigen
Trägern des Wachstums geworden. Dies hat aber auch manchmal — gerade beim
Import kapitalintensiver Technologien — zur Lösung des
Beschäftigungsproblems dieser Länder wenig beigetragen. In dieser Situation erwächst dem
Innovationssystem der EL die Aufgabe der kritischen Selektion, die in den meisten
Fällen nicht zu einer Option für eine bestimmte Technologie führen wird. Denn
unter den Bedingungen des ökonomischen Dualismus kann nur eine Kombination
von Technologien verschiedener Stufen situationskonform sein.
Der privatwirtschaftliche Technologietransfer vollzieht sich über private
Unternehmen, auf deren Entscheidungen die Bundesregierung keinen direkten Einfluß
nimmt. Sie fördert den privatwirtschaftlichen Technologietransfer jedoch
allerdings durch eine Reihe von Maßnahmen, wie z. B.
— Gewährung von Krediten, Garantien und Steuererleichterungen
— finanzielle Beteiligung an Institutionen zur Förderung von Kooperationen mit
Unternehmen in, EL
-- konstruktive Mitarbeit an den internationalen Bemühungen zur
Intensivierung des privatwirtschaftlichen Technologietransfers
— das geistige Eigentum schützen
— die Vertragsfreiheit der Kooperationspartner nicht unzumutbar einschränken.
3.2.4.2 Tm Rahmen der Wirtschaftlichen Zusammenarbeit trägt die „Finanzielle
Zusammenarbeit" vor allem zum Aufbau der materiellen Infrastruktur in EL bei. Sie
ergänzt in dieser Hinsicht den privatwirtschaftlichen Technologietransfer, der
in der Regel eine bestimmte Infrastruktur voraussetzt. Daneben werden im
Rahmen der „Finanziellen Zusammenarbeit" auch Produktionsbetriebe gefördert,
die in der Mehrzahl der Fälle großtechnisch ausgelegt sind und — ähnlich wie
der privatwirtschaftliche Technologietransfer eine Präferenz für
kapitalintensive Lösungen zeigen. Die „Technische Zusammenarbeit" fördert dagegen vor
allem die landwirtschaftlichen und gewerblichen Kleinbetriebe. Die von ihr
vermittelten Technologien sind arbeitsintensiver und der Produktionsweise im
traditionellen Sektor in höherem Maße angepaßt. Hervorzuheben ist, daß die.
direkte Förderung des Produktionssystems durch Beratung nur einen Teil der
Aufgaben der „Technischen Zusammenarbeit" darstellt. Andere wesentliche
Aufgaben erwachsen ihr in den Aktionsfeldern 1 bis 3 und beim Aufbau der
sozialen Infrastruktur.
Die Bundesregierung ist u. a. bereit,
— im Einzelfall Mittel der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auch für den
Erwerb von Patenten und Lizenzen durch EL bereitzustellen,
— im Rahmen der „Finanziellen Zusammenarbeit" Landeswährungskosten zu
finanzieren, wenn dies erforderlich ist, um Projekte mit geringerer
Kapitalintensität zu fördern,
— ihre Politik der ungebundenen Kredite fortzusetzen.
3.3 Bei allen Formen der Zusammenarbeit haben die Maßnahmen zur Aus- und
Fortbildung besondere Bedeutung. Die Bundesregierung
— fördert deshalb schwerpunktmäßig den Auf- bzw. Ausbau aufeinander
abgestimmter Aus- und Fortbildungssysteme der EL für Facharbeiter, Techniker
und Akademiker,
- ist bemüht, dem Wunsch von EL zur personellen Unterstützung im Bereich
von Aus- und Fortbildung einschließlich Forschung stärker
entgegenzukommen,
- unterstützt die Entwicklung und die Verbreitung von
Unterrichtstechnologien, die speziell auf die Bedürfnisse von EL zugeschnitten sind,
- legt besonderen Wert auf gezielte, projektbegleitende Aus- und
Fortbildungsmaßnahmen, und zwar möglichst in dem jeweiligen EL selbst, um den brain
-
drain zu vermeiden,
— wirkt dem brain-drain ansonsten durch Reintegrationsprogramme entgegen.
Nach Auffassung der Bundesregierung bedürfen ihre Maßnahmen gegen den
brain-drain der Ergänzung durch Anstrengungen der Heimatländer der
Fachkräfte vor allem durch besseren Zuschnitt der Ausbildung auf die Bedürfnisse
und die Beschäftigungsmöglichkeiten der jeweiligen Länder.
3.4 Internationale Zusammenarbeit im Bereich von Wissenschaft und Technologie
für Entwicklung bedarf flexibler Mechanismen, um effektiv zu sein. Sie wird
daher auf nationaler, regionaler und globaler Ebene die Interdependenz
nationaler wie bilateraler Aktionen zu berücksichtigen haben. Sie sollte sich darauf
konzentrieren, die Lebensbedingungen und -verhältnisse der Menschen zu
verbessern. Die Bundesregierung sieht daher den Schwerpunkt partnerschaftlicher
Zusammenarbeit mit EL in Aktionen, die sich am unmittelbaren örtlichen und
regionalen Bedarf orientieren. Der technologischen Zusammenarbeit zwischen EL
kommt dabei besondere Bedeutung zu. Die Förderung dieser Zusammenarbeit ist
in erster Linie Aufgabe der internationalen Organisationen. Die Bundesregierung
wird diese Zusammenarbeit auch weiterhin bilateral unterstützen.
Anlage 2
Publications prepared on the Occasion of UNCSTD concerning Scientific-
Technological Cooperation between Developing Countries and Institutions
in the Federal Republic of Germany *)
[These publications may be inspected, obtained or ordered at this Conference at the exposition of literature
from the Federal Republic of Germany or ordered by mail from institutions mentioned below. All
publications are available in English except of publication No. 3 **).]
No. Title of Publication Available from
1 Brief Descriptions of Non-Governmental Institutions in the
Federal Republic of Germany Cooperating with Developing
Countries in Science and Technology.
Editor: K. Gottstein, Max-Planck- Institut, Starnberg
(Compiled in collaboration with J. Behrmann and W. Bock-
Werthmann on the occasion of UNCSTD) in conjunction with
the Institut für wissenschaftliche Zusammenarbeit mit
Entwicklungsländern, Tübingen
Institut für wissenschaftliche Zu
-
sammenarbeit mit Entwicklungs
ländern,
Landhausstr. 18
7400 Tübingen
2 Science and Technologie for Development. Selected Papers
written on the Occasion of UNCSTD. Editor: K. Gottstein, Max
Planck-Institut, Starnberg
in conjunction with H. W. Bähr, Institut für wissenschaftliche
Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern, Tübingen
Contents:
— Scientific and Technological Cooperation with Developing Nations
by Arbeitsgemeinschaft der Großforschungseinrichtungen (AGF),
Bonn
— Research in Collaboration with the Third World — The
Contributions of the Institute for Scientific Cooperation
by H. W. Bähr, Tübingen
— The Battle against Parasitic Diseases
by H. D. Brede, Frankfurt
— Energy Input and Food Production
by H.-D. Cremer, Giessen
— The Deutsche Forschungsgemeinschaft and Its Cooperation with
Research Institutions and Scientists in Developing Countries
by Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bonn
— The Importance of Standardization for Development
by DIN Deutsches Institut für Normung, Berlin
— Services of the German Foundation for International Development
by Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung (DSE), Bonn
— Genetic Improvement as a Means of Increasing Agricultural
Production and Protecting the Environment
by G. Fischbeck, München
Institut für wissenschaftliche Zu
sammenarbeit mit Entwicklungs
ländern,
Landhausstr. 18
7400 Tübingen
*) Publications 12, 13, 14 were prepared for general purposes and not specifically for UNCSTD. Further papers on this
subject, particularly by the Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung (German Foundation for International
Development, DSE) and by the Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (German Agency for Technical
Cooperation, GZT) are available in the exhibition area of the GTZ in the Messepalast of the Vienna Fair Ground.
**) During UNCSTD the publications are available probably at the UNCSTD DOCUMENT DISTRIBUTION COUNTER,
Stadthalle Vienna.
No. Title of Publication Available from
— Ecodevelopment and Ecofarming Economic Aspects
by B. Glaeser, Berlin
— Comments on Proposed Abolition of Import Protection by Patents
in Developing Countries
by S. Greif, München
— Remote Sensing. Possibilities and Limitations
by H. Häberle, H. Sax and R. Winter, Oberpfaffenhofen
— Integrated Agricultural and Economic Rehabilitation of Arid Zones
in the Third World
by H. A. Havemann, Aachen
— Interdisciplinary Project
Group for Appropriate Technology (IPAT)
Developing Sample Technologies:
A Report on Collaboration between IPAT and the German Agency
for Technical Cooperation (GTZ)
by Interdisziplinäre Projektgruppe für Angepaßte Technologie
(IPAT), Berlin
— Foundation of a Policy for Organic Development: A Study of West
African Countries
by G. von Kortzfleisch, Mannheim
— Cooperation of the Federal Republic of Germany with Developing
Countries in the Field of Scientific Infrastructure and Training
by W. Kuper, Eschborn
— An Analyses of the Raw Materials Situation in the Context of
Technical and Scientific Cooperation with the Countries of the
Third World
by M. Kürsten, Hannover
— Work of Relevance to Developing Countries at the Federal Institute
for Vocational Training
by B. Meifort, Berlin
— Forms of Cooperation with Developing Countries in the Fields of
Reconnaissance, Communication and Transport
by H.-G. Nüßer, Köln
— The Role of the Social Sciences in Research for and in Developing
Countries
by F. R. Pfetsch, Heidelberg
— Water Resources Management in Developing Countries
by G. Rouvé, Aachen
— Geographical Research in Africa, Asia and Latin America in the
Federal Republic of Germany
by L. Schätzl and M. Schrader, Hannover
— German Appropriate Technology Exchange (GATE) — The Question
-
Answer Service for Developing Countries
by J. Schmid, Eschborn
— Education as a Prerequisite for Modernization of Agriculture in
Developing Countries
by G. Schnuer, Aachen
— Cooperation with Developing Countries in Promoting, Establishing
and Maintaining Efficient Information Services
by G. Tittlbach, Eggenstein-Leopoldshafen
— Establishment of a "Postgraduate Institute" in Asia Based on
Partnership
by W. Voelter, Tübingen
— Cooperation between the Federal Republic of Germany and Devel
oping Countries in Transferring Technology
by H. J. Warnecke, Stuttgart
— Collaboration by Scientific Institutions in the Federal Republic of
Germany with Developing Countries in the Field of Agriculture
and Nutrition
by H. C. Weltzien, Bonn
— Animal Production under Tropical and Subtropical Conditions
by J. H. Weniger, Berlin
No. Title of Publication Available from
3 Wissenschaft und Technologie für die Dritte Welt. Ifo-Studie
zur Entwicklungsforschung Nr. 6 (Price: DM 54,—)
Editor: K. Gottstein (in German)
Contents:
H. Einhaus
The United Nations Conference on Science and Technology for
Development (UNCSTD), its aims and the status of preparations
C. von Schubert
Der Nord-Süd-Dialog und die Weltwissenschafts- und Technologie
-
konferenz (WWTK)
W. Bock-Werthmann
Das Aktionsprogramm der WWTK
K. Gottstein
Vorbereitungen für die WWTK in einigen exemplarischen Regio
nen und Ländern, sowie in internationalen Vereinigungen
K. Gottstein
Auslese deutscher Erfahrungen, Interessen und Anregungen zur
wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit mit Entwicklungs
ländern (Ergebnisse einer Umfrage)
M. Kürsten
Die Behandlung rohstoffkundlicher Fragen in der technischwissen
schaftlichen Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern
Rouvé
Wissenschafts- und technologierelevante Beziehungen zwischen
der Bundesrepublik Deutschland und den Entwicklungsländern im
Bereich Wasser
C. Weltzien
Die Zusammenarbeit wissenschaftlicher Einrichtungen der Bundes
republik Deutschland mit Entwicklungsländern auf dem Gebiet der
Agrar- und Ernährungswissenschaften
W. Köper
Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern auf den Gebieten der
Ausbildung und der wissenschaftlichen Infrastrukturverbesserung
W. Krumholz
Die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern auf den Gebieten
der Dokumentation, Information und Kommunikation und die
Dokumentation entwicklungsländerrelevanter Arbeiten in der Bun
d
esrepublik
H. J. Warnecke, W. Kempf, G. F. Pflieger
Die Zusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland mit Ent
wicklungsländern beim Technologietransfer und in Fragen der
Industrialisierung
F.R. Pfetsch
Sozialwissenschaftliche Entwicklungsländerforschung und dies Zu
sammenarbeit sozialwissenschaftlicher Institutionen der Bundes
republik Deutschland mit Entwicklungsländern
B. Glaeser
Fagen des Umweltschutzes in der Dritten Welt und Möglichkeiten
für Beiträge der Bundesrepublik
G.Tittlbach
Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern zur Förderung, Aufbau
und Gewährleistung der bedarfsgerechten Informationsversorgung
H.G. Nüßer, H. Sax
Beitrag von Forschung und Technologie in der Bundesrepublik
Deutschland zur Lösung sozioökonomischer Probleme in Entwick
lungsländern in den Bereichen Fernerkundung, Kommunikation,
Verkehr (mit einer Ergänzung von A. Löffler und H. Liebelt:
Vorteile und Formen der Zusammenarbeit in diesen Bereichen)
No. Title of Publication Available from
Q) J. Schmid
Der GATE (German Appropriate Technology Exchange) — Frage
— Antwort — Dienst, ein Leistungsangebot der
Entwicklungsländer
R) W. Voelter
Das Postgraduate Institute (PGIK) in Karachi, eine pakistanisch
-d
eutsche Partnerschaftsleistung
S) H. P. Kunz-Hallstein
Förderung des Einsatzes von Forschung und Technologie zur
Lösung von Problemen wirtschaftlicher Unterentwicklung. Neun
Thesen zu Bedeutung und Möglichkeiten des Patentschutzes
T) E. Schanze
Zur rechtlichen Strukturierung der wissenschaftlich-technischen
Zusammenarbeit
4 Remote Sensing — Possibilities and Limitations
by H. Häberle, H. Sax and R. Winter
(Extended version of the contribution to 2)
Deutsche Forschungs- und Ver
suchsanstalt für Luft- und Raum
fahrt e.V. (DFVLR)
Postfach 906 958,
Linder Höhe,
5000 Köln 90 (Porz)
5 Technology for Development through Standardization
by DIN Deutsches Institut für Normung e.V.
DIN Deutsches Institut für Nor
mung e.V.
Postfach 11 07,
Burggrafenstr. 4-7,
1000 Berlin 30
6 National Electricity Planning Models as a Means of Technical
Aid
by M. Gaertner, S. Morariu
Lahmeyer International GmbH,
Beratende Ingenieure,
Lyoner Str. 22,
6000 Frankfurt 71
7 Basis of a Concept on Training for Development Banking in
Asia and Africa
by H.-G. Geis, assisted by G. Götz
Institut für Banken und Industrie,
Geld und Kredit (WE 3), Fach
bereich Wirtschaftswissenschaft
(FB 10),
Freie Universität Berlin,
Patschkauer Weg 52,
1000 Berlin 33
8 The Revision of the International Protection of Patents in the
Interest of Developing Countries
by H. P. Kunz-Hallstein
Max-Planck-Institut für ausländi
sches Patent-, Urheber- und Wett
bewerbsrecht,
Siebertstr. 3
8000 München 80
No. Title of Publication Available from
9 Potentials of Appropriate Technology
A Report on Ideas Research and Action of the Interdisciplinary
Project Group of Appropriate Technology (IPAT)
by Interdisziplinäre Projektgruppe für Angepaßte Technologie
(IPAT),
Cooperative Authorship
Speakers: R. P. Owsianowski, W. Tentscher, U. Werner
Interdisziplinäre Projektgruppe für
Angepaßte Technologie (IPAT),
Fachbereich Internationale Agrar
-
entwicklung,
Technische Universität Berlin,
Lentzeallee 86,
1000 Berlin 33
10 Entwicklungsländerrelevante Aktivitäten in der Bundesrepublik
Deutschland in den Sektoren Mineralische Rohstoffe, Wasser
und Boden. (In German)
by Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Bundesanstalt für
Geowissenschaften und Rohstoffe,
Stilleweg 2,
3000 Hannover 51
11 Scientific and Technological Cooperation with Developing
Nations. A Contribution by the National Research Centers of
the Federal Republic of Germany
by Arbeitsgemeinschaft für Großforschungseinrichtungen (AGF)
Geschäftsstelle für Arbeitsgemein
s
chaft der
Großforschungseinrichtungen (AGF),
Ahrstraße 45,
5300 Bonn-Bad Godesberg 1
12 Energy Research and Energy Technologies Program, 1977-1980,
published by the Federal Minister for Research and Technology
Projektleitung Energieforschung,
Kernforschungsanlage Jülich
GmbH,
Postfach 19 13,
5170 Jülich
13 Solar Energy Technologies Program, 1977-1980, published by
the Federal Ministry for Research and Technology
Projektleitung Energieforschung,
Kernforschungsanlage Jülich
GmbH,
Postfach 19 13,
5170 Jülich
14 Program for Energy Research and Technologies 1977-1980,
Annual Report 1978 on New Sources of Energy presented by
the Project Management of Research (PLE) KFA Jülich on
behalf of the Federal Minister for Research and Technology
and the Federal Minister for Economic Affairs
Projektleitung Energieforschung,
Kernforschungsanlage Jülich
GmbH,
Postfach 19 13,
5170 Jülich
15 Cooperation with Developing Countries in Promoting, Establish
ing and Maintaining Efficient Information Services
by G. Tittlbach, Eggenstein-Leopoldshafen
Fachinformationszentrum Energie,
Physik, Mathematik GmbH,
7514 Eggenstein-Leopoldshafen 2
16 Studies for a Scientific Concept of Agricultural Research in the
Tropics and Subtropics by Research Institutions of the Federal
Republic of Germany
by Working Group on Tropical and Subtropical Agricultural
Research
Arbeitsgruppe Tropische und Sub
tropische Agrarforschung,
Messeweg 11/12,
3300 Braunschweig
No. Title of Publication Available from
17 Science and Technology for Development
by the Federal Minister for Research and Technology, Bonn
Deutsche Gesellschaft für
Technische Zusammenarbeit (GTZ)
Postfach 51 80,
6236 Eschborn
18 Patent Protection and the Economic Development of Developing
Countries
by Axel Sell
Institut für Wirtschaftspolitik der
Universität Kiel,
Olshausenstr. 40-60,
2300 Kiel]