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Kleine AnfrageWahlperiode 17Beantwortet

Musikveranstaltungen der extremen Rechten im vierten Quartal 2009

Anzahl der durchgeführten, aufgelösten und im Vorfeld verbotenen Musikveranstaltungen, NPD als Mitveranstalter, Besucherzahlen, begangene Straftaten, Indizierung und Beschlagnahme von Tonträgern<br /> (insgesamt 7 Einzelfragen)

Fraktion

DIE LINKE

Ressort

Bundesministerium des Innern

Datum

29.01.2010

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 17/43413. 01. 2010

Musikveranstaltungen der extremen Rechten im vierten Quartal 2009

der Abgeordneten Ulla Jelpke, Jan Korte, Sevim Dağdelen, Petra Pau, Jens Petermann, Raju Sharma, Kersten Steinke, Frank Tempel, Halina Wawzyniak und der Fraktion DIE LINKE.

Vorbemerkung

Die Bedeutung von Musik für die Szene der extremen Rechten ist in zahlreichen Studien nachdrücklich belegt worden. Als vermeintlich unpolitische „Einstiegsdroge“ bieten Rechtsrock und die verschiedenen, innerhalb der extremen Rechten verbreiteten Musikstile die Möglichkeit, vor allem Jugendliche anzusprechen und sie mit der extrem rechten Szene in Berührung zu bringen. Nicht erst seit dem Versuch von Kameradschaftsspektrum und NPD, mittels der so genannten Schulhof-CD gezielt Jugendliche über das Medium Musik für ihre politischen Ziele zu interessieren, ist dieser Zusammenhang evident.

Konzerte, der Austausch von CDs, das Eintauchen in ein von der extremen Rechten dominiertes Umfeld sind die ersten Berührungspunkte vieler Jugendlicher mit dieser Szene. Über die nationalistischen, rassistischen und antisemitischen Texte werden wichtige Botschaften der extremen Rechten verbreitet.

Die Durchführung von Musikveranstaltungen der extremen Rechten stellt somit eine aktive Werbung für die Ziele der Szene dar und lässt die extreme Rechte als attraktive Gestalterin jugendkultureller Freizeitangebote erscheinen. In zahlreichen Regionen der Bundesrepublik Deutschland stellen solche Veranstaltungen die herausragenden und deshalb besonders beliebten Möglichkeiten der Freizeitgestaltung dar.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen7

1

Wie viele Musikveranstaltungen der extremen Rechten fanden im vierten Quartal 2009 im Bundesgebiet statt, und wie stellt sich die Verteilung nach Bundesländern dar (bitte aufschlüsseln nach Bundesländern, Orten und Datum, Musikgruppen, Liedermachern)?

2

Bei wie vielen der in Frage 1 aufgeführten Musikveranstaltungen trat die NPD als Mitveranstalter/-organisator auf, und welche Kameradschaften traten als (Mit-)Veranstalter in Erscheinung?

3

Von wie vielen Besuchern wurden die einzelnen Konzertveranstaltungen besucht (bitte nach Veranstaltungen aufschlüsseln)?

4

Wie viele Konzerte der extrem rechten Szene wurden im vierten Quartal 2009 von der Polizei aufgelöst?

5

Wie viele Konzerte der extremen Rechten Szene wurden im vierten Quartal 2009 im Vorfeld verboten?

6

Welche rechtsextremistischen Straftaten, insbesondere Gewalttaten, wurden im vierten Quartal 2009 in unmittelbarem Zusammenhang mit Musikveranstaltungen der extremen Rechten, im Vorfeld, nach den Veranstaltungen oder aus den Veranstaltungen heraus begangen (bitte nach Art der Straftaten auflisten)?

7

Wurden im Rahmen von Konzerten der extremen Rechten im vierten Quartal 2009 Tonträger von der Polizei beschlagnahmt, und wenn ja, welchen Inhalts waren diese Tonträger, und in welcher Stückzahl wurden sie beschlagnahmt (bitte nach Bundesländern, Ort und Datum auflisten)?

Berlin, den 13. Januar 2010

Dr. Gregor Gysi und Fraktion

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