Belastung mit antibiotikaresistenten Keimen in Flüssen, Bächen und Badegewässern
der Abgeordneten Dr. Bettina Hoffmann, Oliver Krischer, Steffi Lemke, Friedrich Ostendorff, Annalena Baerbock, Matthias Gastel, Stefan Gelbhaar, Sylvia Kotting-Uhl, Christian Kühn (Tübingen), Ingrid Nestle, Markus Tressel, Dr. Julia Verlinden, Daniela Wagner und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Sauberes Wasser ist für Menschen eine lebensnotwendige Grundlage. Bei Wasserverunreinigungen im Trinkwasser oder in Badegewässern können gesundheitliche Schäden drohen. Medienberichten zufolge wurden in Oberflächengewässern Niedersachsens nun antibiotikaresistente Keime nachgewiesen (www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/niedersachsen-antibiotika-resistente-keime-in-gewaessern-nachgewiesen-a-1191972.html), sowohl im Wasser – als auch in Sedimentproben. Gegen einige der multiresistenten Bakterien konnten sogar Reserveantibiotika nichts mehr ausrichten, also solche, die nur im Notfall als letzte Möglichkeit in der Humanmedizin eingesetzt werden.
Da ein Teil des in Deutschland genutzten Trinkwassers aus Oberflächengewässern wie Talsperren und Seen sowie durch Anreicherung oder Uferfiltration gewonnen wird, geben die Funde aus Niedersachsen besonderen Grund zur Sorge.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen9
Welche Oberflächengewässer in Deutschland werden nach Kenntnis der Bundesregierung zur Trinkwasserversorgung genutzt (bitte nach Bundesländern auflisten)?
Wurden diese Oberflächengewässer auf eine eventuelle Belastung mit antibiotikaresistenten Keimen untersucht?
a) Wenn ja, bei welchen Gewässern wurde welche Belastung festgestellt, und welche Ursachen haben diese Belastungen?
b) Wenn nein, warum nicht?
Liegen der Bundesregierung insgesamt Ergebnisse zu Gewässeruntersuchungen auf antibiotikaresistente Keime vor?
Falls ja, welche?
Welche Gefahren und Veränderungen ergeben sich nach Einschätzung der Bundesregierung von antibiotikaresistenten Keimen in Badegewässern für Menschen, Tiere und Pflanzen?
Kann die Bundesregierung die Übertragung der antibiotikaresistenten Keime auf badende Menschen ausschließen?
Und falls nicht, was hätte dies für Auswirkungen insbesondere auf alte, junge und kranke Menschen?
Ist davon auszugehen, dass antibiotikaresistente Keime auch im Trinkwasser zu finden sind, das aus Oberflächenwasser gewonnen wird (insbesondere in viehreichen Regionen)?
Sieht die Bundesregierung unmittelbaren Handlungsbedarf bezüglich antibiotikaresistenter Keime in Oberflächenwasser?
Falls ja, welchen?
Welche Nachrüstungen von Kläranlagen hält die Bundesregierung entsprechend der Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit für sinnvoll (www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Gefaehrliche-Keime-in-Baechen-Fluessen-und-Seen,keime302.html), und welche Kosten entstünden durch diese Maßnahmen?
Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, um Austräge von antibiotikaresistenten Keimen aus Tierhaltungsanlagen zu minimieren?