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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Bezuschussung zu Jahrbüchern von Dichtergesellschaften und ihren Schriftenreihen

Umfang und Zeitraum der Bundesförderung der Goethe-Gesellschaft, Gründe für Streichung der finanziellen Unterstützung der Schriftenreihen, Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Förderung des Goethe-Jahrbuchs, geplante Einsparungen bei ähnlichen Publikationen, Maßnahmen zur Verhinderung des Aussterbens von Jahrbüchern und gesellschaftlichen Schriften, Gründe für fehlende schriftliche Information der Goethe-Gesellschaft über die Mittelstreichung<br /> (insgesamt 7 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Beauftr. der Bundesregierung für Kultur und Medien

Datum

23.07.2018

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/331506.07.2018

Bezuschussung zu Jahrbüchern von Dichtergesellschaften und ihren Schriftenreihen

der Abgeordneten Hartmut Ebbing, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, Christine Aschenberg-Dugnus, Nicole Bauer, Jens Beeck, Dr. Marcus Faber, Katrin Helling-Plahr, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Thomas L. Kemmerich, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Pascal Kober, Konstantin Kuhle, Alexander Graf Lambsdorff, Oliver Luksic, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Judith Skudelny, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Florian Toncar, Gerald Ullrich und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Die Goethe-Gesellschaft in Weimar e. V. leistet als literarisch-wissenschaftliche Gesellschaft einen außergewöhnlichen Beitrag dazu, das Andenken und die Forschung für einen der bedeutendsten deutschen Schriftsteller im In- und Ausland zu fördern. Die im Jahre 1885 auf Anregung der Großherzogin Sophie von Weimar als Erbin des Goethe-Nachlasses gegründete Gesellschaft richtet nicht nur Hauptversammlungen und Symposien in Weimar mit Teilnehmern aus aller Welt aus, vor allem tritt sie durch die Herausgabe des „Goethe-Jahrbuchs“ und der „Schriften der Goethe-Gesellschaft“ öffentlich in Erscheinung. Sowohl das „Jahrbuch“ als auch die „Schriften“ werden seit dem 19. Jahrhundert publiziert. Letztere enthalten vor allem wichtige Quelleneditionen von zeitlosem Wert.

Die „Jahrbücher“ enthalten Fachaufsätze, Rezensionen und Reden und erschienen von 1880 bis 2018 in fast 150 Bänden, die bis heute eine der wichtigsten Grundlagen für die internationale Goethe-Forschung darstellen. Die Förderung der Jahrbücher wurde bereits 2007 eingestellt.

Alle bisherigen Ausgaben des „Jahrbuchs“ sind über die öffentlichen Bibliotheken digital abrufbar und damit auch für die Forschung sowie alle Goethe-Freunde von großer Bedeutung, vor allem aber für die Auslandsgermanistik. Hier wurde und wird also nachhaltige, über Generationen nachwirkende Arbeit geleistet. Das Jahrbuch vernetzt die Goethe-Forschung über die Zeiten und über alle Länder der Erde.

Bisher wurde der Druck dieser Bände durch den Bund mit jeweils 8 000 Euro pro Band finanziell unterstützt. Dies wurde im Haushalt 2018 ersatzlos gestrichen. Vom Bund unterstützt werden soll die Goethe-Gesellschaft künftig nur noch bei „Ereignissen für die Öffentlichkeit“.

Die Schriftenreihe ist als kulturelle Leistung von nationaler Bedeutung.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen7

1

In welchem Umfang und in welchem Zeitraum wurden die oben genannten Bände durch die Bundesregierung gefördert?

2

Aus welchen Gründen wurde die finanzielle Unterstützung der Schriftenreihen durch die Bundesregierung gestrichen?

3

Ab wann plant die Bundesregierung, die Förderung der Jahrbücher wieder aufzunehmen?

4

Plant die Bundesregierung Einsparungen dieser Art in Zukunft auch bei ähnlichen Publikationen, wie zum Beispiel dem Schiller- oder dem Kleist- Jahrbuch oder anderen Dichterjahrbüchern?

5

Was wird die Bundesregierung unternehmen, um das schleichende Aussterben von Jahrbüchern und gesellschaftlichen Schriften zu verhindern, die nicht nur der Mitwelt, sondern auch der Nachwelt dienen?

6

Was versteht die Bundesregierung unter „Ereignissen für die Öffentlichkeit“?

7

Warum ist die Goethe-Gesellschaft nicht schriftlich über den Grund der Mittelstreichung informiert worden?

Berlin, den 4. Juli 2018

Christian Lindner und Fraktion

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