Pflege und Finanzierung der historischen Gärten und Parklandschaften angesichts der Herausforderungen des Klimawandels
der Abgeordneten Hartmut Ebbing, Katja Suding, Christine Aschenberg-Dugnus, Nicole Bauer, Mario Brandenburg (Südpfalz), Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Katrin Helling-Plahr, Katja Hessel, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Thomas L. Kemmerich, Pascal Kober, Dr. Lukas Köhler, Konstantin Kuhle, Alexander Kulitz, Oliver Luksic, Roman Müller-Böhm, Dr. Stefan Ruppert, Frank Sitta, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Linda Teuteberg, Gerald Ullrich und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Historische Gärten und Parklandschaften sind zumeist beeindruckende Zeugnisse gartenbaulicher Kunst. In Deutschland gibt es eine ganze Bandbreite historischer Gärten, die sich über die Jahrhunderte vom Ort der reinen Nahrungsmittelgewinnung bis hin zu höchst anspruchsvollen Ziergärten entwickelt haben. Diese „gewachsenen Denkmäler“ sind fester Bestandteil der deutschen Kulturlandschaft.
Nicht nur aufgrund von mangelndem Verständnis und teils langjähriger Vernachlässigung, sondern vor allem auch infolge des Klimawandels gehören sie mittlerweile jedoch zu den latent bedrohten Kulturgütern.
Deutschland wird diesen Sommer landesweit von einer extremen Dürre geplagt. Durch den Klimawandel werden derartige Ereignisse in Zukunft noch wahrscheinlicher. Dies führt zu gewaltigen Herausforderungen für die historischen Gärten Deutschlands. Extreme Wetterverhältnisse wie zu früh einsetzende Hitze, lange Trockenperioden, Starkregen oder heftige Stürme können zu unkalkulierbaren Risiken für die oftmals zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Parks werden. Orkane können zu Kronenschäden in Bäumen und Zerstörung jahrhundertealter Alleen führen, bei Starkregen drohen Überschwemmungen von Flüssen und Seen und Sturzbäche können die historischen Wegenetze kulturell bedeutender Anlagen zerstören.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen7
Fühlt sich die Bundesregierung dazu verpflichtet, die vom Bund finanziell unterstützten historischen Gärten und Parklandschaften, trotz der extremen Auswirkungen des Klimawandels und der damit einhergehenden Mehrkosten, weiterhin zu unterhalten und für die Nachwelt zu bewahren?
Ist die Bundesregierung gewillt, die finanzielle Förderung der historischen Gärten und Parklandschaften den gestiegenen Anforderungen des Klimawandels anzupassen?
a) Wenn ja, in welchem Umfang?
b) Wenn nein, auf welche Art und Weise glaubt die Bundesregierung, die historischen Gärten und Parklandschaften trotz der finanziellen Mehrkosten des Klimawandels erhalten zu können?
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die staatliche Finanzierung der historischen Gärten in den letzten fünf Jahren entwickelt, und wird den finanziellen Anforderungen des Klimawandels darin schon Rechnung getragen (bitte je nach Bundesland und Institution auflisten)?
Plant die Bundesregierung aufgrund der derzeitigen extremen Dürre, die Förderung der historischen Gärten und Parklandschaften kurzfristig zu erhöhen?
a) Wenn ja, in welchem Umfang, und beabsichtigt die Bundesregierung, diese Aufstockung der Mittel im nächsten Jahr präventiv beizubehalten?
b) Wenn nein, wie plant die Bundesregierung, die Folgen und Schäden der derzeitigen Dürre abzufedern?
In welchem Umfang gedenkt die Bundesregierung, den Personalanforderungen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die allein für ihre Parks – um den geänderten Anforderungen des Klimawandels gerecht zu werden – einen zusätzlichen Personalbedarf von über 45 Stellen sieht (www.sueddeutsche.de/wissen/unesco-weltkulturerbe-welk-im-park-1.4005809) zu entsprechen?
Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung einheitliche Handlungsempfehlungen für die staatlichen historischen Gärten und Parklandschaften, wie auf die Herausforderungen des Klimawandels reagiert werden soll?
Ist die Bundesregierung bereit, über die Finanzierung der einzelnen historischen Gärten hinaus zusätzliche Forschungsgelder bereitzustellen, um innovative Methoden zu fördern, die dazu beitragen, die historischen Gärten und Parklandschaften fit für den Klimawandel zu machen?