[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Auswärtigen Amts vom 26. Juli 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/12017
19. Wahlperiode 30.07.2019
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Anton Friesen, Armin-Paulus Hampel,
Dr. Roland Hartwig, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 19/11245 –
Zu den deutschen Auslandsvertretungen in Georgien, Aserbaidschan, Kirgisistan
und der Republik Moldau
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Gemäß Angaben des Auswärtigen Amts verfügt die Bundesrepublik
Deutschland über mehr als 220 Auslandsvertretungen (
www.auswaertiges-amt.de/de/
aamt/auslandsvertretungen-node). Von diesen sind nach Kenntnis der
Fragesteller zahlreiche seit vielen Jahren angemietet. Gründe hierfür sind vor allem
umfassende Renovierungsarbeiten an den jeweiligen Gebäuden. Beispielsweise
wird nach Kenntnis der Fragesteller seit ungefähr zehn Jahren das
Botschaftsgebäude der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Moldau renoviert.
Zwischenzeitlich wurde infolge dessen ein Hotel angemietet, um die
Funktionstüchtigkeit der Botschaft in Chisinau sicherzustellen. Ähnliches traf nach
Kenntnis der Fragesteller auch auf die deutsche Botschaft in Tiflis (Georgien)
zu. Jene war dort mehr als 15 Jahre im Hotel Sheraton untergebracht. Die
Liegenschaft der Deutschen Botschaft in Bischkek (Kirgisistan) ist nach Kenntnis
der Fragesteller zurzeit ebenfalls nur angemietet. Dort wurde allerdings bereits
ein Grundstück für einen Botschaftsneubau erworben.
1. Seit wann ist die aktuelle Liegenschaft der Deutschen Botschaft in Bischkek
angemietet?
a) Wie groß ist die dortige Nutzfläche (in Quadratmetern)?
b) Welcher Betrag (umgerechnet in Euro) fiel bisher für diesen Zeitraum für
die Kaltmiete an (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
c) Wie hoch ist die monatliche Kaltmiete aktuell (umgerechnet in Euro)?
d) Wie lautet die Kündigungsfrist im Mietvertrag?
Die Fragen 1 bis 1d werden gemeinsam beantwortet.
Die aktuelle Liegenschaft der deutschen Botschaft in Bischkek wurde zum
1. März 2017 angemietet. Die dortige Nutzfläche beträgt 1 502 qm.
Die Kaltmiete ist nachfolgender Tabelle zu entnehmen:
Jahr Kaltmiete Kanzlei
2017 373.771,45 €
2018 267.852,79 €
2019 323.451,53 €
Aktuell beträgt die monatliche Kaltmiete 35 809,54 Euro. Es besteht eine
Kündigungsfrist von vier Monaten bei Nutzung der Diplomatenklausel.
2. Wo war die Deutsche Botschaft in Bischkek zuvor untergebracht?
a) In welchem Zeitraum befand sie sich dort?
b) Wie groß war die dortige Nutzfläche (in Quadratmetern)?
c) Welcher Betrag (umgerechnet in Euro) fiel für diesen Zeitraum für die
Kaltmiete an (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
d) Wie hoch war die Gesamtmiete (kalt) für den Anmietungszeitraum
(umgerechnet in Euro)?
Die Fragen 2 bis 2d werden gemeinsam beantwortet.
Die deutsche Botschaft in Bischkek war zuvor vom 1. November 1998 bis zum
31. August 2018 in einer angemieteten Liegenschaft im Stadtzentrum
untergebracht. Aufgrund der beengten Verhältnisse wurde zum 1. Juni 2002 zusätzlicher
Büroraum (Außenstelle) angemietet. Die Nutzfläche in der ehemaligen
Liegenschaft betrug 498 qm. Die Nutzfläche der Außenstelle beträgt 300 qm.
Die damalige Kaltmiete ist nachfolgender Tabelle zu entnehmen:
Jahr Kaltmiete Kanzlei Kaltmiete Außenstelle
2002 53.184,25 € 13.942,80 €
2003 45.944,50 € 26.089,20 €
2004 40.933,81 € 19.540,57 €
2005 39.558,48 € 17.031,25 €
2006 41.034,89 € 17.070,83 €
2007 37.689,27 € 16.958,57 €
2008 33.205,95 € 16.151,48 €
2009 58.957,18 € 16.574,87 €
2010 57.533,47 € 17.298,66 €
2011 59.892,32 € 5.932,95 €
2012 62.941,80 € 18.851,12 €
2013 60.760,91 € 14.517,69 €
2014 93.502,81 € 16.569,58 €
2015 118.174,84 € 21.773,90 €
2016 120.043,44 € 21.773,90 €
2017 119.733,14 € 21.591,51 €
2018 73.608,37 € 13.399,85 €
Für die Jahre von 1998 bis 2001 liegen aufgrund einer Systemumstellung die
entsprechenden Daten nicht mehr vor.
Die Gesamtmiete (kalt) für den Anmietungszeitraum betrug demnach
1 411 768,16 Euro.
3. Wann wurde das Grundstück in Bischkek für den Botschaftsneubau
erworben?
a) Wie hoch war der Kaufpreis (in Euro)?
b) Für wann ist der Neubau der Kanzlei vorgesehen?
c) Falls der Erwerb länger als zwölf Monate zurückliegt, warum wurde mit
dem Neubau bisher noch nicht begonnen?
Die Fragen 3 bis 3c werden gemeinsam beantwortet.
Das Grundstück in Bischkek für den Botschaftsneubau wurde am 13. Juni 2006
aufgrund von Wirtschaftlichkeitserwägungen gepachtet. Pro Jahr betrug die Pacht
ca. 3 000 Euro.
Die Neubaumaßnahme wurde abgebrochen, da sich die Anmietung als
wirtschaftlicher erwiesen hat. Auf die Antwort zu Frage 13 wird in diesem Zusammenhang
verwiesen. Der Grundstückspachtvertrag wurde gekündigt.
4. Seit wann befindet sich die Deutsche Botschaft in Baku an ihrem jetzigen
Standort?
a) Wie hoch ist die monatliche Kaltmiete aktuell (umgerechnet in Euro)?
b) Welche Gesamtsumme wurde seit Nutzung dieser Liegenschaft bis zum
30. April 2019 an Kaltmiete gezahlt (umgerechnet in Euro)?
c) Wie lautet die Kündigungsfrist im Mietvertrag?
Die Fragen 4 bis 4c werden gemeinsam beantwortet.
Die deutsche Botschaft in Baku befindet sich seit dem 1. Juli 2002 an ihrem
jetzigen Standort. Die monatliche Kaltmiete beträgt aktuell 28 166,67 Euro. Bis zum
30. April 2019 wurden insgesamt 6 241 898,94 Euro Kaltmiete gezahlt. Eine
Kündigungsfrist von drei Monaten ist bei Nutzung der Diplomatenklausel
möglich.
5. Welche Gründe liegen nach Kenntnis der Bundesregierung für den aus Sicht
der Fragesteller langen Renovierungszeitraum des deutschen
Botschaftsgebäudes in Tiflis vor?
a) Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die
Renovierungskosten der deutschen Botschaft in Tiflis (bitte die geplanten Kosten und
Abweichungen davon nennen)?
b) Bis zu welchem Termin rechnet die Bundesregierung mit der
Fertigstellung der Renovierungsarbeiten bzw. der vollständigen Arbeitsaufnahme
in dem Botschaftsgebäude in Tiflis?
Die Fragen 5 bis 5b werden gemeinsam beantwortet.
Auf Grundlage einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung entschied das Auswärtige
Amt, anstelle der Sanierung bzw. Renovierung des vorhandenen
Botschaftsgebäudes einen Neubau zu errichten.
Es findet keine Renovierung des Botschaftsgebäudes statt, entsprechende Kosten
fallen demnach nicht an. Der Neubau mit durch das Bundesministerium der
Finanzen (BMF) anerkannten Kosten in Höhe von 24,44 Mio. Euro soll gemäß
Planung der Bauverwaltung (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, BBR)
Ende 2022 an das Auswärtige Amt übergeben werden.
6. Seit wann befindet sich die deutsche Botschaft in Tiflis in der aktuellen
Liegenschaft?
a) Wie groß ist die dortige Nutzfläche (in Quadratmetern)?
b) Welcher Betrag (umgerechnet in Euro) fiel bisher für diesen Zeitraum für
die Kaltmiete an (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
c) Wie hoch ist die monatliche Kaltmiete aktuell (umgerechnet in Euro)?
d) Wie lautet die Kündigungsfrist im Mietvertrag?
7. In welchem Zeitraum war die Deutsche Botschaft im Hotel Sheraton
untergebracht?
a) Wie groß war die dortige Nutzfläche (in Quadratmetern)?
b) Welcher Betrag (umgerechnet in Euro) fiel für diesen Zeitraum für die
Kaltmiete an (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
c) Wie hoch war die Gesamtmiete (kalt) für den Anmietungszeitraum
(umgerechnet in Euro)?
Die Fragen 6 bis 7c werden gemeinsam beantwortet.
Die deutsche Botschaft in Tiflis war ursprünglich seit dem 1. Oktober 1997 in
einer bundeseigenen Liegenschaft mit einer Nutzfläche von 1 126 qm
untergebracht. Miete und Kündigungsfristen waren insofern nicht einschlägig. Nach
einem schweren Erdbeben mit erheblichen Schäden musste das Bestandsgebäude
geräumt und eine Zwischenunterbringung angemietet werden. Lediglich die
Visastelle der Botschaft befindet sich noch in einem Nebengebäude auf dem
Gelände. Seit dem 9. Februar 2004 ist der überwiegende Teil der Botschaft in einem
Hotel untergebracht. Die dortige Nutzfläche beträgt 1 108 qm.
Die Kaltmiete ist nachfolgender Tabelle zu entnehmen:
Jahr Kaltmiete Kanzlei
2004 496.736,95 €
2005 528.451,61 €
2006 573.464,41 €
2007 518.259,55 €
2008 503.821,46 €
2009 532.461,26 €
2010 600.828,57 €
2011 580.370,45 €
2012 660.922,18 €
2013 646.535,58 €
2014 650.000,00 €
2015 562.928,03 €
2016 789.423,96 €
2017 765.653,83 €
2018 782.701,26 €
2019 407.178,95 €
Die Gesamtmiete (kalt) für den Anmietungszeitraum betrug demnach
9 599 738,05 Euro.
8. In welchem Zeitraum fanden während der Anmietzeit im Hotel Sheraton,
dort zeitgleich Sanierungsarbeiten statt?
a) Wurde in der Anmietzeit im Hotel Sheraton, während der dort
stattgefundenen Sanierungsarbeiten, die Miete gemindert?
Falls nein, warum nicht?
b) Inwiefern wirkten sich jene Umbauarbeiten auf die nutzbare Fläche der
Auslandsvertretung aus?
c) Inwiefern wirkten sich jene Sanierungsarbeiten auf die Arbeitszeiten der
Bediensteten der Auslandsvertretung aus?
Die Fragen 8 bis 8c werden gemeinsam beantwortet.
Sanierungsarbeiten fanden im Anmietzeitraum von Januar 2016 bis März 2019
statt. Mietminderungen, wie sie im deutschen Recht üblich sind, sind nicht
zwangsläufig auf Mietverhältnisse im Ausland übertragbar. Dies gilt
insbesondere dann, wenn zwecks Aufrechterhaltung des Betriebs unverzüglich eine
Zwischenunterbringung angemietet werden muss. In Tiflis wurde eine
Mietminderung während der Sanierungsdauer durch den Vermieter mietvertraglich
ausgeschlossen. Die Sanierung wirkte sich nicht auf die nutzbare Fläche aus. Es kam
zu keinen Sperrungen von Büroflächen. Abhängig von der Art der durchgeführten
Sanierungsmaßnahmen und den betroffenen Büroflächen wurden aufgrund von
Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutzgründen tagesweise die Arbeitszeit der von
diesen Sanierungsmaßnahmen betroffenen Bediensteten verkürzt oder auf
mobiles Arbeiten ausgewichen. Für den zweieinhalbmonatigen Zeitraum der
Auslagerung der Kanzleiarbeit wurde mit Genehmigung des Bundesministerium des
Innern, für Bau und Heimat (BMI) für die Hälfte der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter ein Zweischichtmodell mit reduzierter Arbeitszeit angewendet.
9. Wann wurde der Architektenwettbewerb für den Neubau der Botschaft in
Tiflis abgeschlossen?
a) Wie hoch beliefen sich die Kosten hierfür?
b) Warum wurde bisher mit dem Neubau nicht begonnen?
Die Fragen 9 bis 9b werden gemeinsam beantwortet.
Der Architektenwettbewerb für den Neubau der Botschaft in Tiflis wurde im
September 2014 abgeschlossen. Die Kosten des Architektenwettbewerbs beliefen
sich auf 169 172,82 Euro. Mit dem Neubau wurde noch nicht begonnen, da dieser
noch nicht ausführungsreif ist. Derzeit wird die örtliche Baugenehmigung
eingeholt und die Ausführungsplanung erstellt.
10. Welche Gründe liegen nach Kenntnis der Bundesregierung für den langen
Renovierungszeitraum der deutschen Botschaft in Chisinau vor?
a) Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die
Renovierungskosten der deutschen Botschaft in Chisinau (bitte die geplanten Kosten und
Abweichungen davon nennen)?
b) Bis zu welchem Termin rechnet die Bundesregierung mit der
Fertigstellung der Renovierungsarbeiten bzw. der vollständigen Arbeitsaufnahme
in dem Botschaftsgebäude in Chisinau?
Die Fragen 10 bis 10b werden gemeinsam beantwortet.
Die Deutsche Botschaft Chisinau ist gegenwärtig in einem angemieteten Objekt
untergebracht. Dieses Objekt wird derzeit nicht renoviert. Auf dem
bundeseigenen Grundstück soll ein Neubau von Kanzlei und Residenz entstehen. Für das
Bauprojekt sind durch das BMF Kosten in Höhe von 17,7 Mio. Euro anerkannt.
Eine Fertigstellung des Neubaus ist gemäß aktuellem Terminplan ab dem Jahr
2025 zu erwarten.
11. Seit wann ist die aktuelle Liegenschaft der Deutschen Botschaft in Chisinau
angemietet?
a) Wie groß ist die dortige Nutzfläche (in Quadratmetern)?
b) Welcher Betrag (umgerechnet in Euro) fiel bisher für diesen Zeitraum für
die Kaltmiete an (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
c) Wie hoch ist die monatliche Kaltmiete aktuell (umgerechnet in Euro)?
d) Wie lautet die Kündigungsfrist im Mietvertrag?
Die Fragen 11 bis 11d werden gemeinsam beantwortet.
Die aktuelle Liegenschaft der deutschen Botschaft in Chisinau ist seit dem
19. Juni 2013 angemietet. Die dortige Nettogrundfläche beträgt 937 qm.
Die Kaltmiete ist nachfolgender Tabelle zu entnehmen:
Jahr Kaltmiete Kanzlei
2014 129.608,02 €
2015 243.698,00 €
2016 292.437,60 €
2017 292.437,50 €
2018 292.437,60 €
2019 146.218,80 €
Aktuell beträgt die monatliche Kaltmiete 24 369,80 Euro. Eine Kündigungsfrist
von drei Monaten ist bei Nutzung der Diplomatenklausel möglich.
12. Welche Mitgliedstaaten der EU sind nach Kenntnis der Bundesregierung in
den Hauptstädten Bischkek, Baku, Chisinau und Tiflis vertreten und
verfügen an diesen Orten über Eigentum, in dem die jeweilige Auslandsvertretung
untergebracht ist?
Folgende Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind nach Informationen der
Bundesregierung an den in der Fragestellung genannten Dienstorten vertreten:
Bischkek: Frankreich und Großbritannien.
Baku: Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Frankreich,
Griechenland, Großbritannien, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen,
Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden,
Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn.
Chisinau: Bulgarien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Lettland, Litauen,
Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Slowakei, Tschechien,
Ungarn, Estland, Niederlande.
Tilflis: Bulgarien, Estland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien,
Italien, Lettland, Litauen, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien,
Schweden, Slowakei, Spanien, Tschechien, Ungarn.
Die Bundesregierung kann zur Frage der Eigentumsverhältnisse der jeweiligen
Vertretungen anderer Staaten keine gesicherte Stellungnahme abgeben.
13. Wieso hat die Bundesregierung in den Hauptstädten Bischkek, Baku,
Chisinau und Tiflis nicht selbst Eigentum für den vorübergehenden
Botschaftsbetrieb erworben, um die Gesamtkosten (insbesondere durch den hohen
Mitaufwand) niedrig zu halten?
Entscheidungen über die Unterbringung von Auslandsvertretungen trifft das
Auswärtige Amt auf der Grundlage von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen. Dabei
werden alle Unterbringungsoptionen in Betracht gezogen. Der Erwerb von
Eigentum für den vorübergehenden Botschaftsbetrieb ist für die von der Bauverwaltung
prognostizierten Verweildauer aufgrund der hohen Anfangsinvestition (z. B.
Erwerbs-, Herrichtungs- und Notarkosten) sowie den höheren Kosten während der
Betriebsphase (z. B. Instandhaltungs-, Bewirtschaftungs- und
Verwaltungskosten) gegenüber der Unterbringungsvariante der Anmietung zumeist nicht
wirtschaftlich. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass in den genannten Hauptstädten
eine hohe Erdbebengefährdung vorliegt und nur wenige Bestandsgebäude die
notwendige Erdbebensicherheit aufweisen. Für die in der Fragestellung genannten
Vertretungen waren entweder keine geeigneten Bestandsgebäude am Markt
verfügbar oder die Anmietung einer Liegenschaft war jeweils die wirtschaftlichste
Entscheidung.
Bischkek: Die Unterbringung in der angemieteten Liegenschaft erfolgte auf
der Basis einer Varianten- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung.
Baku: Die Deutsche Botschaft Baku ist dauerhaft in einer Mietliegenschaft
untergebracht. Unterbringungsbedarf für einen vorübergehenden
Botschaftsbetrieb an andere Stelle bestand und besteht nicht.
Chisinau: Die aktuellen Büroflächen der Deutschen Botschaft Chisinau sind
bis zur Fertigstellung des Neubaus auf dem bundeseigenen Grundstück
temporär angemietet.
Tiflis: Maßgeblicher Aspekt für die Anmietung für die Zwischenunterbringung
in einem Hotel nach erheblicher Beschädigung der alten Kanzlei durch ein
Erdbeben war die umgehende Bezugsfertigkeit, Erdbebensicherheit sowie
Sicherheitsaspekte. Zum Zeitpunkt der Suche gab es keine adäquaten
Alternativen.
14. In welchen deutschen Botschaften (außer den bereits oben erwähnten) finden
derzeit (Stand: 1. Mai 2019) seit wann Renovierungsarbeiten statt, und wie
hoch beziffern sich die jeweiligen Kosten hierfür (bitte nach Standort der
Botschaft, Höhe der Kosten und Beginn der Renovierungsarbeiten
aufschlüsseln)?
15. Wie hoch waren bislang die Mietaufwendungen im Sinne von Frage 14,
welche in der Zwischenzeit seit Beginn der Renovierungsarbeiten entstanden
sind (bitte wie in Frage 14 aufschlüsseln)?
Die Fragen 14 und 15 werden gemeinsam beantwortet.
Unter Renovierungsarbeiten werden bauliche Maßnahmen verstanden, die
bestehende Liegenschaften in ihrer baulichen Substanz nicht wesentlich verändern und
nicht der erstmaligen Herrichtung einer Liegenschaft infolge neuer
Zweckbestimmung dienen. Dieser sogenannte „Bauunterhalt“ findet permanent in jeweils
unterschiedlichem Umfang an jeder einzelnen Auslandsvertretung statt.
Die Bundesregierung geht daher davon aus, dass die Fragen 14 und 15 auf
Mietaufwendungen und Gesamtbaukosten zielen, die im Zusammenhang mit
unumgänglichen Zwischenunterbringungen bei Baumaßnahmen entstanden sind.
Diese sind beigefügter Tabelle in Anlage 1 zu entnehmen.
A
n
la
g
e
1
D
ie
n
s
to
rt
G
e
b
ä
u
d
e
a
rt
G
e
s
a
m
tb
a
u
k
o
s
te
n
Z
e
it
ra
u
m
B
a
u
m
a
ß
n
a
h
m
e
(i
n
k
l.
P
la
n
u
n
g
s
v
o
rl
a
u
f)
B
e
z
e
ic
h
n
u
n
g
G
e
b
ä
u
d
e
M
ie
tk
o
s
te
n
Z
w
is
c
h
e
n
u
n
te
rb
ri
n
g
u
n
g
Z
e
it
ra
u
m
A
n
m
ie
tu
n
g
A
m
m
a
n
K
a
n
z
le
i
u
n
d
R
e
s
id
e
n
z
3
1
.0
0
0
.0
0
0
€
2
0
1
8
-2
0
2
4
Z
w
is
c
h
e
n
re
s
id
e
n
z
4
5
.0
0
0
€
p
.a
.
2
0
1
6
-2
0
2
4
A
th
e
n
R
e
s
id
e
n
z
3
.8
7
2
.6
8
7
€
s
e
it
0
7
/2
0
1
5
Z
w
is
c
h
e
n
re
s
id
e
n
z
1
0
2
.0
0
0
€
p
.a
.
0
5
/2
0
1
4
-
0
5
/2
0
1
7
Z
w
is
c
h
e
n
re
s
id
e
n
z
1
8
0
.0
0
0
€
p
.a
.
0
5
/2
0
1
7
-
0
6
/2
0
2
0
B
a
m
a
k
o
R
e
s
id
e
n
z
3
.2
0
0
.0
0
0
€
2
0
1
6
-2
0
2
6
Z
w
is
c
h
e
n
re
s
id
e
n
z
4
5
.7
3
5
€
p
.a
.
2
0
1
6
-2
0
2
6
B
e
lg
ra
d
K
a
n
z
le
i
1
9
.5
0
0
.0
0
0
€
0
1
/2
0
0
4
-0
4
/2
0
2
0
Z
w
is
c
h
e
n
k
a
n
z
le
i
2
7
6
.0
0
0
€
p
.a
.
s
e
it
1
1
/2
0
1
1
R
K
*-
/V
is
a
-
Z
w
is
c
h
e
n
u
n
te
rb
ri
n
g
u
n
g
1
2
4
.7
5
2
€
p
.a
.
s
e
it
0
4
/2
0
1
6
B
u
e
n
o
s
A
ir
e
s
K
a
n
z
le
i
&
1
1
.0
3
3
.5
0
0
€
2
0
1
5
-
1
2
/2
0
1
9
Z
w
is
c
h
e
n
re
s
id
e
n
z
2
4
5
.0
0
0
€
p
.a
.
s
e
it
0
8
/2
0
1
6
R
e
s
id
e
n
z
&
4
.4
6
7
.0
0
0
€
2
0
1
5
-
1
2
/2
0
1
9
C
o
m
p
o
u
n
d
3
.5
9
4
.0
0
0
€
2
0
1
5
-
0
8
/2
0
2
0
J
a
k
a
rt
a
R
e
s
id
e
n
z
5
.0
0
0
.0
0
0
€
2
0
1
6
-
0
8
/2
0
2
0
Z
w
is
c
h
e
n
re
s
id
e
n
z
1
6
1
.5
0
0
€
p
.a
.
s
e
it
1
2
/2
0
1
6
K
h
a
rt
u
m
K
a
n
z
le
i
1
2
.0
0
0
.0
0
0
€
(D
t.
A
n
te
il
a
n
D
t.
/F
rz
.-
K
a
n
z
le
i)
2
0
1
4
-2
0
2
4
Z
w
is
c
h
e
n
k
a
n
z
le
i
2
0
0
.0
0
0
€
p
.a
.
2
0
1
4
-2
0
2
4
K
in
s
h
a
s
a
K
a
n
z
le
i
1
2
.0
0
0
.0
0
0
€
2
0
1
7
-2
0
2
3
Z
w
is
c
h
e
n
re
s
id
e
n
z
(
V
e
rw
e
n
d
u
n
g
b
is
h
e
ri
g
e
r
R
e
s
id
e
n
z
f
ü
r
K
a
n
z
le
ib
ü
ro
s
)
1
0
2
.0
0
0
€
p
.a
.
2
0
1
6
-2
0
1
9
L
o
n
d
o
n
R
e
s
id
e
n
z
3
.8
0
0
.0
0
0
€
2
0
1
3
-2
0
1
4
Z
w
is
c
h
e
n
re
s
id
e
n
z
4
2
6
.0
0
0
€
p
.a
.
2
0
1
5
-2
0
1
7
4
.9
0
0
.0
0
0
€
2
0
1
5
-2
0
1
6
Z
w
is
c
h
e
n
re
s
id
e
n
z
4
0
8
.0
0
0
€
p
.a
.
2
0
1
8
-2
0
2
2
3
.0
0
0
.0
0
0
€
2
0
1
7
A
n
la
g
e
1
1
0
.0
0
0
.0
0
0
€
2
0
1
8
-2
0
2
2
M
a
d
ri
d
R
e
s
id
e
n
z
4
.8
0
0
.0
0
0
€
s
e
it
2
0
1
4
Z
w
is
c
h
e
n
re
s
id
e
n
z
2
2
5
.0
0
0
€
(G
e
s
a
m
tm
ie
te
s
e
it
A
n
m
ie
tu
n
g
)
s
e
it
0
8
/2
0
1
8
M
o
s
k
a
u
R
e
s
id
e
n
z
1
2
.8
1
9
.0
0
0
€
s
e
it
0
6
/2
0
0
9
Z
w
is
c
h
e
n
re
s
id
e
n
z
1
.4
8
6
.2
1
5
€
(M
ie
tk
o
s
te
n
g
e
s
a
m
te
r
a
n
g
e
g
,
Z
e
it
ra
u
m
)
M
it
te
2
0
1
9
-
E
n
d
e
2
0
2
2
R
a
b
a
t
K
a
n
z
le
i
u
n
d
R
e
s
id
e
n
z
3
9
.2
0
0
.0
0
0
€
2
0
1
7
-2
0
2
2
Z
w
is
c
h
e
n
re
s
id
e
n
z
7
1
.5
0
0
€
p
.a
.
2
0
1
7
-2
0
2
2
R
e
y
k
ja
v
ik
R
e
s
id
e
n
z
2
.8
9
0
.0
0
0
€
1
1
.0
9
.2
0
1
2
-
c
a
.
1
2
/2
0
1
9
Z
w
is
c
h
e
n
re
s
id
e
n
z
8
9
.1
0
0
€
p
.a
.
0
4
/2
0
1
8
-
1
4
.0
8
.2
0
1
9
W
ie
n
K
a
n
z
le
i
u
n
d
R
e
s
id
e
n
z
2
6
.7
0
0
.0
0
0
€
1
2
/2
0
1
2
-
0
4
/2
0
2
2
R
K
*-
Z
w
is
c
h
e
n
u
n
te
rb
ri
n
g
u
n
g
7
5
.5
0
4
€
p
.a
.
s
e
it
0
4
/2
0
1
1
W
IE
N
D
ip
lo
/O
S
Z
E
Z
w
is
c
h
e
n
k
a
n
z
le
i
2
.0
4
0
.1
5
3
€
(G
e
s
a
m
tm
ie
te
s
e
it
A
n
m
ie
tu
n
g
)
s
e
it
1
2
/2
0
1
5
*
R
K
:
R
e
c
h
ts
-
u
n
d
K
o
n
s
u
la
ra
b
te
ilu
n
g
S
ta
n
d
:
J
u
li
2
0
1
9
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken,
www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim,
www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]