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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Libra Blockchain
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium der Finanzen
Datum
09.09.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1213605.08.2019
Libra Blockchain
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12136
19. Wahlperiode 05.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Bettina Stark-Watzinger, Christian Dürr, Grigorios Aggelidis,
Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar),
Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marcus Faber, Daniel Föst,
Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Manuel Höferlin,
Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung,
Thomas L. Kemmerich, Konstantin Kuhle, Oliver Luksic, Alexander Müller,
Roman Müller-Böhm, Bernd Reuther, Frank Schäffler, Matthias Seestern-Pauly,
Frank Sitta, Judith Skudelny, Michael Theurer, Gerald Ullrich, Nicole Westig und
der Fraktion der FDP
Libra Blockchain
Die Libra Association, bestehend aus verschiedenen Unternehmen und
Organisationen, hat ein Whitepaper zur Einführung einer Währung auf Basis der
Blockchain-Technologie veröffentlicht (https://libra.org/en-US/wp-content/uploads/
sites/23/2019/06/LibraWhitePaper_en_US.pdf). Diese soll als „Stable Coin“
ausgestaltet und mit einem Korb aus konventionellen Währungen und Anleihen
hinterlegt sein. Maßgeblicher Treiber hinter der Entwicklung bisher ist Facebook.
Die geplante Einführung ist im ersten Halbjahr 2020.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie bewertet die Bundesregierung allgemein das Konzept einer durch
Vermögensgegenstände oder einem Korb aus Währungen gedeckten
Blockchain-Währung?
2. Ist aus Sicht der Bundesregierung das im Libra-Whitepaper vorgestellte
Konzept rechtmäßig mit Blick auf deutsches und europäisches Recht?
Falls nein, welche rechtlichen Probleme sieht die Bundesregierung auf
deutscher oder europäischer Ebene?
3. Hat die Bundesregierung oder eine der ihr nachgelagerten Bundesbehörden
bereits Gespräche bezüglich der Libra-Blockchain mit einem oder mehreren
der im Konsortium beteiligten Unternehmen geführt?
a) Wenn ja, welche Erkenntnis hat die Bundesregierung oder eine der ihr
nachgelagerten Bundesbehörden aus diesen Gesprächen gezogen?
b) Wenn ja, welche Position hat die Bundesregierung oder eine der ihr
nachgelagerten Bundesbehörden gegenüber den Gesprächspartnern bezogen?
4. Ist der Bundesregierung bekannt, ob nach der aktuellen Gesetzeslage die
Libra-Währung – wie seitens Facebook in Aussicht gestellt – im ersten
Halbjahr 2020 in Deutschland eingeführt werden könnte, und wenn ja, welche
Position vertritt sie hierbei?
a) Wenn nein, welche gesetzgeberischen oder sonstigen behördlichen
Anpassungen wären nötig?
b) Wenn nein, plant die Bundesregierung die in Frage 4a erfragten
Anpassungen vorzunehmen, um eine Einführung der Libra-Währung zu
ermöglichen?
5. Ist es nach Kenntnis der Bundesregierung juristisch möglich, dass ein
einzelnes Euroland Libra genehmigen kann, und Libra somit Zugang zum
Euroraum erhält?
a) Falls ja, was plant die Bundesregierung, dagegen zu unternehmen?
b) Falls nein, auf welcher juristischen Basis vertritt die Bundesregierung die
Ansicht, dass dies nicht möglich sei?
6. Ist die Libra-Währung gemäß des in dem Libra-Whitepaper beschriebenen
Konzeptes durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
genehmigungspflichtig?
7. Wie bewertet die Bundesregierung etwaige systemische Risiken, die von
einer durch Vermögensgegenstände oder einem Korb aus Währungen
gedeckten Blockchain-Währung ausgehen?
a) Wie bewertet die Bundesregierung Risiken durch die Libra-Währung mit
Blick auf den Anleihenmarkt?
b) Wie bewertet die Bundesregierung Risiken durch die Libra-Währung mit
Blick auf den Wirkungskanal von Geldpolitik?
c) Wie bewertet die Bundesregierung Risiken durch die Libra-Währung mit
Blick auf den Verbraucherschutz?
8. Welche Position wird die Bundesregierung unter den G7 bei den Gesprächen
im Juli 2019 (www.zeit.de/2019/27/digitalwaehrung-facebook-visa-
mastercardgeld-notenbanken/komplettansicht) vertreten?
9. Teilt die Bundesregierung die Auffassung von Bundesbankpräsident Dr. Jens
Weidmann, dass das „Aufkommen solcher digitalen Währungen (…) von der
Notwendigkeit kostengünstiger und zweckmäßiger grenzüberschreitender
Instant-Zahlungsmittel“ zeuge (www.bundesbank.de/de/presse/reden/
makroprudenzielle-politik-durch-die-lupe-von-sherlock-holmes-800168#tar-7)?
a) Falls ja, inwiefern setzt sich die Bundesregierung dafür ein, dass der
(grenzüberschreitende) Zahlungsverkehr schneller und kostengünstiger
wird?
b) Falls ja, welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um das Ziel eines
schnelleren und kostengünstigeren (grenzüberschreitenden)
Zahlungsverkehrs zu erreichen?
Berlin, den 17. Juli 2019
Christian Lindner und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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