Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Mitglieder der Bundesregierung sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Ministerien und Behörden des Bundes auf den sogenannten Stakeholder-Listen von Monsanto
(insgesamt 14 Einzelfragen mit zahlreichen Unterfragen)
Fraktion
DIE LINKE
Ressort
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Datum
11.09.2019
Antwortdauer
30 Tage
Aktualisiert
26.07.2022
Offizielle Quellen und Volltext
Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.
BT19/1227112.08.2019
Mitglieder der Bundesregierung sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Ministerien und Behörden des Bundes auf den sogenannten Stakeholder-Listen von Monsanto
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12271
19. Wahlperiode 12.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Jan Korte, Sylvia Gabelmann, Dr. Kirsten Tackmann,
Dr. Gesine Lötzsch, Lorenz Gösta Beutin, Heidrun Bluhm-Förster, Jörg Cezanne,
Kerstin Kassner, Katja Kipping, Caren Lay, Sabine Leidig, Ralph Lenkert,
Michael Leutert, Amira Mohamed Ali, Victor Perli, Ingrid Remmers,
Andreas Wagner, Hubertus Zdebel, Pia Zimmermann und
der Fraktion DIE LINKE.
Mitglieder der Bundesregierung sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
Ministerien und Behörden des Bundes auf den sogenannten Stakeholder-Listen
von Monsanto
Am 9. Mai 2019 wurde durch französische Medienberichte bekannt, dass die
französische Justiz gegen die Tochter der Bayer AG Monsanto ermittelt, weil diese
PR-Agenturen damit beauftragt haben soll, im Auftrag des Unternehmens 2016
illegale schwarze Listen von kritischen Politikern, Wissenschaftlern und
Journalisten angelegt zu haben (vgl. Le Monde vom 9. Mai 2019).
Ziel der Aktion war es offenbar, die 2017 tatsächlich erfolgte Wiederzulassung
von Glyphosat in der EU zu erreichen, obwohl die Krebsforschungsagentur der
Weltgesundheitsorganisation den weltweit meistverkauften Pestizidwirkstoff
2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hatte (vgl. taz vom 27. Juni
2019).
Die Bayer AG räumte am 12. Mai 2019 ein, dass die PR-Agentur Fleishman
Hillard im Auftrag von Monsanto entsprechende Listen angelegt habe. Das
Unternehmen kündigte an, die Kanzlei Sidley Austin damit zu beauftragen, „das von
Monsanto verantwortete Projekt zu untersuchen und die erhobenen Vorwürfe zu
bewerten.“ Gleichzeitig werde diese Kanzlei „auch allen in den Listen
aufgeführten Personen Auskunft darüber geben, welche Informationen von ihnen
gespeichert wurden“ (vgl. Pressemitteilung von Bayer vom 12. Mai 2019).
Laut Medienberichten soll der US-Konzern in mindestens sieben europäischen
Ländern so vorgegangen sein, wobei alleine auf den deutschen und französischen
Listen rund 600 Personen stünden (vgl. ZEIT Online vom 4. Juli 2019). Nach
Medienberichten soll FleishmanHillard selbst zur Erstellung der Listen einen
Untervertrag mit Publicis Groupe S. A. geschlossen haben (vgl. Handelsblatt vom
13. Mai 2019). Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche
Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sylvia Gabelmann (DIE LINKE.) vom
2. Juli 2019 hervorgeht, standen auf den geheimen Kritikerlisten des Glyphosat-
Herstellers auch Mitarbeiter des Bundesministeriums für Ernährung und
Landwirtschaft. „Darüber hinaus gehende Erkenntnisse zu weiteren Personen,
insbesondere zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Landesministerien, liegen
der Bundesregierung nicht vor“, heißt es in der Antwort weiter.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Befinden sich nach Kenntnis der Bundesregierung auch Mitglieder der
Bundesregierung auf den sog. Stakeholder-Listen?
Wenn ja,
a) wie viele und welche (bzw. zumindest die Parteizugehörigkeit angeben),
b) werden diese jeweils als Kritikerinnen und Kritiker oder
Unterstützerinnen und Unterstützer geführt,
c) welche Kategorien personenbezogener Daten wurden verarbeitet, und
d) woher stammen diese Daten?
Befinden sich auch nicht allgemein zugängliche personenbezogene Daten
darunter?
e) Welche Maßnahmen wurden gegen die gelisteten Mitglieder der
Bundesregierung erwogen bzw. vorgeschlagen – in den Medien ist u. a. von
„isolieren“, „erziehen“ und „überwachen“ die Rede –, und welche wurden
davon bereits umgesetzt?
f) Wurden die Betroffenen von der Bayer AG, der von der Bayer AG
beauftragten Kanzlei Sidley Austin oder sonstigen Dritten darüber informiert,
dass sie auf den Listen zu finden sind?
2. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, ob sich insbesondere der
damalige Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt
auf den Stakeholder-Listen befindet?
Wurde er von FleishmanHillard als Gegner oder als Unterstützer eingestuft?
3. Befinden sich nach Kenntnis der Bundesregierung auch Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter aus Bundesministerien, außer dem Bundesministerium für
Ernährung und Landwirtschaft, von dem dies bereits bekannt ist, auf den sog.
Stakeholder-Listen?
Wenn ja,
a) wie viele (bitte nach Bundesministerium und Abteilungen – inklusive des
Landwirtschaftsministeriums – aufschlüsseln),
b) werden diese jeweils als Kritikerinnen und Kritiker oder
Unterstützerinnen und Unterstützer geführt,
c) welche Kategorien personenbezogener Daten wurden verarbeitet, und
d) woher stammen diese Daten?
Befinden sich auch nicht allgemein zugängliche personenbezogene Daten
darunter?
e) Welche Maßnahmen wurden gegen die gelisteten
Ministeriumsmitarbeiterinnen und Ministeriumsmitarbeiter erwogen bzw. vorgeschlagen – in
den Medien ist u. a. von „isolieren“, „erziehen“ und „überwachen“ die
Rede –, und welche wurden davon bereits umgesetzt?
f) Wurden die Betroffenen von der Bayer AG, der von der Bayer AG
beauftragten Kanzlei Sidley Austin oder sonstigen Dritten darüber informiert,
dass sie auf den Listen zu finden sind?
4. Befinden sich nach Kenntnis der Bundesregierung auch Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter von Bundesbehörden auf den sog. Stakeholder-Listen?
Wenn ja,
a) wie viele (bitte nach Behörden und Abteilungen aufschlüsseln),
b) werden diese jeweils als Kritikerinnen und Kritiker oder
Unterstützerinnen und Unterstützer geführt,
c) welche Kategorien personenbezogener Daten wurden verarbeitet, und
d) woher stammen diese Daten?
Befinden sich auch nicht allgemein zugängliche personenbezogene Daten
darunter?
e) Welche Maßnahmen wurden gegen die gelisteten
Behördenmitarbeiterinnen und Behördenmitarbeiter erwogen bzw. vorgeschlagen – in den
Medien ist u. a. von „isolieren“, „erziehen“ und „überwachen“ die Rede –,
und welche wurden davon bereits umgesetzt?
f) Wurden die Betroffenen von der Bayer AG, der von der Bayer AG
beauftragten Kanzlei Sidley Austin oder sonstigen Dritten darüber informiert,
dass sie auf den Listen zu finden sind?
5. Wie lautet nach Kenntnis der Bundesregierung der genaue Auftrag von
Monsanto an die PR-Agentur FleishmannHillard?
6. Was sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Verarbeitungszwecke?
7. Welche Aufgaben umfasst nach Kenntnis der Bundesregierung der Vertrag
zwischen FleishmannHillard und Publicis?
8. Hat Publicis nach Kenntnis der Bundesregierung gesonderte Listen erstellt?
Wenn ja, welche Personen sind nach Kenntnis der Bundesregierung auf den
Publicis-Listen zu finden, aus welchen Gründen wurden diese Personen
überwacht, und wurden diese Personen bereits über ihre Erwähnung auf
diesen Listen informiert?
9. Wusste Monsanto nach Kenntnis der Bundesregierung von der Auslagerung
der Aufgaben von FleishmannHillard an Publicis?
10. Wie sind nach Kenntnis der Bundesregierung die in den Listen aufgeführten
Personen (siehe jeweiliger Fragenkomplex), welche von FleishmanHillard
als Unterstützerinnen und Unterstützer bewertet wurden, beeinflusst
worden?
Haben diese mit FleishmanHillard, Monsanto oder Dritten Kontakt in
direkter, telefonischer oder schriftlicher Form gehabt?
11. Gab es nach Kenntnis der Bundesregierung neben Monsanto bzw. Bayer
weitere Empfänger, gegenüber denen die personenbezogenen Daten offengelegt
worden sind oder offengelegt werden sollten?
12. Wie bewertet die Bundesregierung das Be- bzw. Erstellen solcher Listen
sowohl rechtlich als auch politisch?
13. Was wird die Bundesregierung zum Schutz ihrer Mitglieder und der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ministerien und Behörden des Bundes
unternehmen?
Inwiefern wird sie sich darum bemühen, dass Bayer die Vorwürfe weiter
aufarbeitet?
Wird sich die Bundesregierung gegenüber Bayer für eine Löschung der
Daten einsetzen bzw. den Betroffenen empfehlen, die Löschung ihrer Daten zu
beantragen?
14. Hat sich die Bundesregierung inzwischen mit den Landesregierungen
darüber ausgetauscht, inwieweit sich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus
den Ministerien der Bundesländer auf den sog. Stakeholder-Listen befinden?
Wenn ja, welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung mittlerweile darüber,
in welcher Funktion die ausgekundschafteten Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter tätig sind bzw. waren, und um wie viele es sich handelt?
Wenn nein, wird die Bundesregierung für die Tagesordnung der Amtschef-
und Agrarministerkonferenz vom 25. bis 27. September 2019 in Mainz
anregen, die sog. Stakeholder-Listen zum Thema zu machen?
Berlin, den 22. Juli 2019
Dr. Sahra Wagenknecht, Dr. Dietmar Bartsch und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
BT19/1311811.09.2019
auf die Kleine Anfrage - Drucksache 19/12271 - Mitglieder der Bundesregierung sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Ministerien und Behörden des Bundes auf den sogenannten Stakeholder-Listen von Monsanto
AntwortAntwort
Volltext (unformatiert)
[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jan Korte, Sylvia Gabelmann,
Dr. Kirsten Tackmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 19/12271 –
Mitglieder der Bundesregierung sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
Ministerien und Behörden des Bundes auf den sogenannten Stakeholder-Listen
von Monsanto
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Am 9. Mai 2019 wurde durch französische Medienberichte bekannt, dass die
französische Justiz gegen die Tochter der Bayer AG Monsanto ermittelt, weil
diese PR-Agenturen damit beauftragt haben soll, im Auftrag des
Unternehmens 2016 illegale schwarze Listen von kritischen Politikern,
Wissenschaftlern und Journalisten angelegt zu haben (vgl. Le Monde vom 9. Mai 2019).
Ziel der Aktion war es offenbar, die 2017 tatsächlich erfolgte Wiederzulassung
von Glyphosat in der EU zu erreichen, obwohl die Krebsforschungsagentur
der Weltgesundheitsorganisation den weltweit meistverkauften
Pestizidwirkstoff 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hatte (vgl. taz vom
27. Juni 2019).
Die Bayer AG räumte am 12. Mai 2019 ein, dass die PR-Agentur Fleishman
Hillard im Auftrag von Monsanto entsprechende Listen angelegt habe. Das
Unternehmen kündigte an, die Kanzlei Sidley Austin damit zu beauftragen,
„das von Monsanto verantwortete Projekt zu untersuchen und die erhobenen
Vorwürfe zu bewerten.“ Gleichzeitig werde diese Kanzlei „auch allen in den
Listen aufgeführten Personen Auskunft darüber geben, welche Informationen
von ihnen gespeichert wurden“ (vgl. Pressemitteilung von Bayer vom 12. Mai
2019).
Laut Medienberichten soll der US-Konzern in mindestens sieben europäischen
Ländern so vorgegangen sein, wobei alleine auf den deutschen und
französischen Listen rund 600 Personen stünden (vgl. ZEIT Online vom 4. Juli 2019).
Nach Medienberichten soll FleishmanHillard selbst zur Erstellung der Listen
einen Untervertrag mit Publicis Groupe S. A. geschlossen haben (vgl.
Handelsblatt vom 13. Mai 2019). Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf
eine schriftliche Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sylvia Gabelmann
(DIE LINKE.) vom 2. Juli 2019 hervorgeht, standen auf den geheimen
Kritikerlisten des Glyphosat-Herstellers auch Mitarbeiter des Bundesministeriums
für Ernährung und Landwirtschaft. „Darüber hinaus gehende Erkenntnisse zu
weiteren Personen, insbesondere zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13118
19. Wahlperiode 11.09.2019
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
vom 9. September 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Landesministerien, liegen der Bundesregierung nicht vor“, heißt es in der
Antwort weiter.
1. Befinden sich nach Kenntnis der Bundesregierung auch Mitglieder der
Bundesregierung auf den sog. Stakeholder-Listen?
Wenn ja,
a) wie viele und welche (bzw. zumindest die Parteizugehörigkeit
angeben),
b) werden diese jeweils als Kritikerinnen und Kritiker oder
Unterstützerinnen und Unterstützer geführt,
c) welche Kategorien personenbezogener Daten wurden verarbeitet, und
d) woher stammen diese Daten?
Befinden sich auch nicht allgemein zugängliche personenbezogene
Daten darunter?
e) Welche Maßnahmen wurden gegen die gelisteten Mitglieder der
Bundesregierung erwogen bzw. vorgeschlagen – in den Medien ist
u. a. von „isolieren“, „erziehen“ und „überwachen“ die Rede –, und
welche wurden davon bereits umgesetzt?
f) Wurden die Betroffenen von der Bayer AG, der von der Bayer AG
beauftragten Kanzlei Sidley Austin oder sonstigen Dritten darüber
informiert, dass sie auf den Listen zu finden sind?
Die Fragen 1 bis 1f werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Zu den Fragen 1 und 1a: Nach den Erkenntnissen der Bundesregierung
befinden sich zwei Mitglieder der amtierenden Bundesregierung auf den
sogenannten Stakeholder-Listen.
Anzahl der Mitglieder der Bundesregierung Parteizugehörigkeit
1 CDU
1 SPD
Zu den Fragen 1b bis 1e liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.
Zu Frage 1f: Die Betroffenen wurden durch die Kanzlei Sidley Austin
informiert.
2. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, ob sich insbesondere der
damalige Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian
Schmidt auf den Stakeholder-Listen befindet?
Wurde er von FleishmanHillard als Gegner oder als Unterstützer
eingestuft?
Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse darüber vor, ob sich der
ehemalige Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt
auf den sogenannten Stakeholder-Listen befindet.
3. Befinden sich nach Kenntnis der Bundesregierung auch Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter aus Bundesministerien, außer dem Bundesministerium
für Ernährung und Landwirtschaft, von dem dies bereits bekannt ist, auf
den sog. Stakeholder-Listen?
Wenn ja,
a) wie viele (bitte nach Bundesministerium und Abteilungen – inklusive
des Landwirtschaftsministeriums – aufschlüsseln),
b) werden diese jeweils als Kritikerinnen und Kritiker oder
Unterstützerinnen und Unterstützer geführt,
c) welche Kategorien personenbezogener Daten wurden verarbeitet, und
d) woher stammen diese Daten?
Befinden sich auch nicht allgemein zugängliche personenbezogene
Daten darunter?
e) Welche Maßnahmen wurden gegen die gelisteten
Ministeriumsmitarbeiterinnen und Ministeriumsmitarbeiter erwogen bzw.
vorgeschlagen – in den Medien ist u. a. von „isolieren“, „erziehen“ und
„überwachen“ die Rede –, und welche wurden davon bereits umgesetzt?
Die Fragen 3 bis 3e werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse vor, ob sich – neben einzelnen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bundesministeriums für Ernährung und
Landwirtschaft (BMEL) – weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Bundesregierung auf den sogenannten Stakeholder-Listen befinden. Auch die
Anzahl der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im BMEL sowie der
Umfang der gespeicherten Daten sind der Bundesregierung nicht bekannt.
Soweit Inhalte im Einzelfall bekannt sind, handelt es sich um allgemein
zugängliche Daten ohne Qualifizierung als Kritikerin/Kritiker oder Unterstützerin/
Unterstützer und ohne Angaben zu Maßnahmen im Sinne von Frage 3e.
f) Wurden die Betroffenen von der Bayer AG, der von der Bayer AG
beauftragten Kanzlei Sidley Austin oder sonstigen Dritten darüber
informiert, dass sie auf den Listen zu finden sind?
Einzelne betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BMEL wurden
informiert, dass sie auf den sogenannten Stakeholder-Listen genannt sind.
4. Befinden sich nach Kenntnis der Bundesregierung auch Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter von Bundesbehörden auf den sog. Stakeholder-Listen?
Wenn ja,
a) wie viele (bitte nach Behörden und Abteilungen aufschlüsseln),
b) werden diese jeweils als Kritikerinnen und Kritiker oder
Unterstützerinnen und Unterstützer geführt,
c) welche Kategorien personenbezogener Daten wurden verarbeitet, und
d) woher stammen diese Daten?
Befinden sich auch nicht allgemein zugängliche personenbezogene
Daten darunter?
e) Welche Maßnahmen wurden gegen die gelisteten
Behördenmitarbeiterinnen und Behördenmitarbeiter erwogen bzw. vorgeschlagen – in
den Medien ist u. a. von „isolieren“, „erziehen“ und „überwachen“ die
Rede –, und welche wurden davon bereits umgesetzt?
f) Wurden die Betroffenen von der Bayer AG, der von der Bayer AG
beauftragten Kanzlei Sidley Austin oder sonstigen Dritten darüber
informiert, dass sie auf den Listen zu finden sind?
Die Fragen 4 bis 4e werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Zu den Fragen 4 und 4a: Nach Kenntnis der Bundesregierung befindet sich eine
Mitarbeiterin/ein Mitarbeiter des Bundesinstituts für Risikobewertung auf den
sogenannten Stakeholder-Listen.
Zu den Fragen 4b bis 4e liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.
Zu Frage 4f: Der/die Betroffene wurde durch die Kanzlei Sidley Austin
informiert.
5. Wie lautet nach Kenntnis der Bundesregierung der genaue Auftrag von
Monsanto an die PR-Agentur FleishmannHillard?
6. Was sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Verarbeitungszwecke?
7. Welche Aufgaben umfasst nach Kenntnis der Bundesregierung der
Vertrag zwischen FleishmannHillard und Publicis?
8. Hat Publicis nach Kenntnis der Bundesregierung gesonderte Listen
erstellt?
Wenn ja, welche Personen sind nach Kenntnis der Bundesregierung auf
den Publicis-Listen zu finden, aus welchen Gründen wurden diese
Personen überwacht, und wurden diese Personen bereits über ihre Erwähnung
auf diesen Listen informiert?
9. Wusste Monsanto nach Kenntnis der Bundesregierung von der
Auslagerung der Aufgaben von FleishmannHillard an Publicis?
Die Fragen 5 bis 9 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse über die vertraglichen
Beziehungen zwischen den genannten Unternehmen vor.
10. Wie sind nach Kenntnis der Bundesregierung die in den Listen
aufgeführten Personen (siehe jeweiliger Fragenkomplex), welche von Fleishman-
Hillard als Unterstützerinnen und Unterstützer bewertet wurden,
beeinflusst worden?
Haben diese mit FleishmanHillard, Monsanto oder Dritten Kontakt in
direkter, telefonischer oder schriftlicher Form gehabt?
11. Gab es nach Kenntnis der Bundesregierung neben Monsanto bzw. Bayer
weitere Empfänger, gegenüber denen die personenbezogenen Daten
offengelegt worden sind oder offengelegt werden sollten?
Die Fragen 10 und 11 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Hierzu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.
12. Wie bewertet die Bundesregierung das Be- bzw. Erstellen solcher Listen
sowohl rechtlich als auch politisch?
13. Was wird die Bundesregierung zum Schutz ihrer Mitglieder und der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ministerien und Behörden des
Bundes unternehmen?
Inwiefern wird sie sich darum bemühen, dass Bayer die Vorwürfe weiter
aufarbeitet?
Wird sich die Bundesregierung gegenüber Bayer für eine Löschung der
Daten einsetzen bzw. den Betroffenen empfehlen, die Löschung ihrer
Daten zu beantragen?
Die Fragen 12 und 13 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Bundesregierung weist darauf hin, dass bei der Verarbeitung
personenbezogener Daten die datenschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten werden müssen.
Die rechtliche Bewertung im Einzelnen obliegt den unabhängigen
Datenschutzaufsichtsbehörden. Die Bundesregierung begrüßt es, dass die Bayer AG die
Vorwürfe aufarbeitet und die Kanzlei Sidley Austin damit beauftragt hat, das
von Monsanto verantwortete Projekt zu untersuchen, die erhobenen Vorwürfe
zu bewerten und allen in den Listen aufgeführten Personen Auskunft darüber
zu geben, welche Informationen über sie gespeichert wurden.
14. Hat sich die Bundesregierung inzwischen mit den Landesregierungen
darüber ausgetauscht, inwieweit sich auch Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter aus den Ministerien der Bundesländer auf den sog. Stakeholder-Listen
befinden?
Wenn ja, welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung mittlerweile
darüber, in welcher Funktion die ausgekundschafteten Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter tätig sind bzw. waren, und um wie viele es sich handelt?
Wenn nein, wird die Bundesregierung für die Tagesordnung der
Amtschef- und Agrarministerkonferenz vom 25. bis 27. September 2019
in Mainz anregen, die sog. Stakeholder-Listen zum Thema zu machen?
Die Bundesregierung beabsichtigt keinen Austausch mit den
Landesregierungen über die sogenannten Stakeholder-Listen und keine Thematisierung auf der
Amtschef- und Agrarministerkonferenz vom 25. bis 27. September 2019 in
Mainz.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
Ähnliche Kleine Anfragen
Abwanderung und Perspektiven junger Frauen in Ostdeutschland
DIE LINKE18.08.2026
Weibliche Genitalverstümmelung - Lagebild, Schutz, Versorgung, Asylpraxis und internationale Kooperation
DIE LINKE25.08.2026
Schieneninfrastruktur in Ostdeutschland
DIE LINKE25.08.2026
Waffenbesitz und Waffeneinsatz von und durch Neonazis und Reichsbürger/Selbstverwalter sowie Waffenfunde in Deutschland
DIE LINKE19.08.2026