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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Einflussnahme von Interessenvertreterinnen und Interessenvertretern auf die Umsetzung der KI-Strategie der Bundesregierung
Fraktion
DIE LINKE
Ressort
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Datum
16.09.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1239515.08.2019
Einflussnahme von Interessenvertreterinnen und Interessenvertretern auf die Umsetzung der KI-Strategie der Bundesregierung
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12395
19. Wahlperiode 15.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Petra Sitte, Doris Achelwilm, Simone Barrientos,
Dr. Birke Bull-Bischoff, Anke Domscheit-Berg, Klaus Ernst, Nicole Gohlke,
Norbert Müller (Potsdam), Katrin Werner, Sabine Zimmermann und
der Fraktion DIE LINKE.
Einflussnahme von Interessenvertreterinnen und Interessenvertretern auf die
Umsetzung der KI-Strategie der Bundesregierung
Die Bundesregierung hat im November 2018 ihre Strategie Künstliche Intelligenz
vorgestellt (Bundestagsdrucksache 19/5880). Erste Maßnahmen der Umsetzung
sind bereits angelaufen. Dazu gehören unter anderem die Einrichtung eines KI-
Observatoriums, die Entwicklung von Förderrichtlinien, die Identifikation von
Anwendungsszenarien für Verwaltungsleistungen und ein Konzept zum Aufbau
einer Lehr-Lern-Plattform (Bundestagsdrucksache 19/7566).
Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion
DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 19/5678 mit Verweis auf
Bundestagsdrucksache 19/4734 hervorging, beteiligte die Bundesregierung bereits bei der
Entwicklung der KI-Strategie die Roland Berger GmbH als externes
Beratungsunternehmen. Es ist nach Ansicht der Fragesteller daher fraglich, ob bei der
Umsetzungsplanung und -durchführung der KI-Strategie ebenfalls externe Berater
oder andere Dritte beteiligt werden.
Grundsätzlich sind der Austausch der Bundesregierung mit externen Dritten und
die Kenntnis, Abwägung und ggf. Berücksichtigung der im Laufe der Erstellung
von Strategien und Umsetzungsplänen geäußerten Stellungnahmen nach Ansicht
der Fragesteller nicht falsch, sondern ganz im Gegenteil: Das ist sogar wichtig.
Die Bundesregierung kann und soll sich mit den in der Gesellschaft vorhandenen
Auffassungen, Positionen und Interessen auseinandersetzen und diese im
Rahmen der Erstellung von Strategien und Umsetzungsplänen ggf. berücksichtigen.
Unterschiedliche gesellschaftliche Positionen sollten nach Auffassung der
Fragestellerinnen und Fragesteller grundsätzlich gleiches Gehör bei der
Bundesregierung finden.
Der Deutsche Bundestag kann nach Auffassung der Fragestellerinnen und
Fragesteller erwarten, dass die Bundesregierung von sich aus offenlegt, auf welchen
Einflüssen welches externen Dritten die Umsetzungspläne der KI-Strategie der
Bundesregierung gegebenenfalls beruhen und ob eine angemessene Diversität in
der an der Umsetzung beteiligten Personengruppen gegeben ist.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung zur Umsetzung der KI-
Strategie bis zum Stand Juli 2019 ergriffen, und wie ist der aktuelle Status der
genannten Umsetzungsmaßnahmen (bitte jeweils detailliert ausführen)
a) im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi),
b) im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF),
c) im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS),
d) im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI),
e) im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg),
f) im Bundesministerium der Gesundheit (BMG),
g) im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI),
h) im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) und
i) im Bundeskanzleramt?
2. Welche Umsetzungsmaßnahmen der KI-Strategie sind bis Juli 2019 in den
unter a bis y genannten Gremien und Projekten erfolgt, welche
Umsetzungsmaßnahmen der KI-Strategie sollen im Jahr 2019 noch in den unter a bis y
genannten Gremien und Projekten erfolgen, welche in den Jahren 2020 bis
2021 in den unter a bis y genannten Gremien und Projekten?
Welches Bundesministerium ist jeweils für die Umsetzung der KI-Strategie
in diesen Projekten und Gremien federführend:
a) Digitalrat
b) Kabinettsausschuss Digitalisierung
c) „Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft“
d) „Plattform lernende Systeme“
e) „Agentur für Sprunginnovationen“
f) „Agentur für Innovation in der Cybersicherheit“
g) „Cyber Innovation Hub“ der Bundeswehr
h) BSI – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
i) ZITiS – Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich
j) Kompetenzzentren für KI-Forschung
k) Kompetenzzentren Mittelstand 4.0
l) Observatorium für KI
m) Datenethik-Kommission
n) regionale Kompetenzzentren der Arbeitsforschung
o) nationales Forschungskonsortium
p) Kommission Wettbewerbsrecht 4.0
q) regionale Zukunftszentren
r) Zentrum digitale Arbeit
s) Haus der Selbstständigen
t) Lernfabriken 4.0
u) Runder Tisch für Leitlinien für eine datenschutzrechtskonforme
Entwicklung und Anwendung von KI-Systemen
v) gesellschaftlicher Diskurs zur gemeinsamen Verständigung auf eine
Definition von Zielen für „Gute Arbeit by design“, die in einer „Digital Bill
of Rights“ mit Blick auf die Bedürfnisse und Herausforderungen der
Informationsgesellschaft präzisiert werden
w) Roadmap zu Standards und Normsetzung
x) ZukunftsFonds Digitale Arbeit und Gesellschaft
y) Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)?
3. Welches Bundesministerium ist federführend bei der Koordination der
Umsetzung der Maßnahmen aus der KI-Strategie in den in den Fragen 2a bis 2y
genannten Gremien und Projekten sowie den in den Fragen 1a bis 1h
genannten Bundesministerien sowie dem Bundeskanzleramt (bitte detailliert
ausführen)?
4. Wie viele Männer und wie viele Frauen sind in den in Frage 1a bis 1h
genannten Bundesministerien sowie dem Bundeskanzleramt an der Umsetzung
von Maßnahmen aus der KI-Strategie auf der Leitungsebene, als
Beiratsmitglieder oder als Sachverständige beteiligt?
Wie viele der leitenden Angestellten, Beiratsmitglieder oder
Sachverständigen in den Bundesministerien in den Fragen 1a bis 1h sowie dem
Bundeskanzleramt weisen sich ein anderes Geschlecht außer weiblich bzw.
männlich zu?
5. Wie viele Männer und wie viele Frauen sind in den in den Fragen 2a bis 2y
genannten Gremien und Projekten an der Umsetzung von Maßnahmen aus
der KI-Strategie auf der Leitungsebene, als Beiratsmitglieder oder als
Sachverständige beteiligt?
Wie viele der leitenden Angestellten, Beiratsmitglieder oder
Sachverständigen in den Gremien und Projekten unter 2a bis 2y weisen sich ein anderes
Geschlecht außer weiblich bzw. männlich zu?
6. Mit welchem Ziel wurden folgende Gremien geschaffen und welche
Aufgaben bzw. Maßnahmen aus der KI-Strategie wurden den Gremien mit
welchem Zeithorizont von welchem Bundesministerium übertragen (bitte
detailliert ausführen):
a) „Agentur für Innovation in der Cybersicherheit“
b) „Cyber Innovation Hub“ der Bundeswehr
c) Kompetenzzentren für KI-Forschung
d) Kompetenzzentren Mittelstand 4.0
e) Observatorium für KI
f) regionale Kompetenzzentren der Arbeitsforschung
g) nationales Forschungskonsortium
h) regionale Zukunftszentren
i) Zentrum digitale Arbeit
j) Haus der Selbstständigen
k) Lernfabriken 4.0
l) Runder Tisch für Leitlinien für eine datenschutzrechtskonforme
Entwicklung und Anwendung von KI-Systemen
m) ZukunftsFonds Digitale Arbeit und Gesellschaft
n) Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)?
7. Welches Bundesministerium stellt Mittel in welcher Höhe den in den
Fragen 2a bis 2y genannten Gremien und Projekten zur Verfügung (bitte nach
Bundesministerium, Höhe und Laufzeit sowie den in den Fragen 2a bis 2y
genannten Gremien und Projekten aufschlüsseln)?
8. Welche weiteren Finanzierungsquellen für die in den Fragen 2a bis 2y
genannten Gremien und Projekte sind der Bundesregierung bekannt (bitte nach
Finanzierungsquelle und Höhe der Finanzierung jeweils für die in den
Fragen 2a bis 2y genannten Gremien und Projekte aufschlüsseln)?
9. Wie viele Stellen wurden in den Gremien und für die Projekte in den
Fragen 2a bis 2y geschaffen (bitte nach Tarifgruppen aufschlüsseln)?
10. Wie viele Stellen wurden in den Bundesministerien in den Fragen 1a bis 1h
und dem Bundeskanzleramt geschaffen für die Umsetzung der KI-Strategie
(bitte nach Tarifgruppen aufschlüsseln)
11. An welchen Veranstaltungen und Sitzungen der Bundesregierung zum
Thema KI-Strategie und Umsetzung von Maßnahmen nahm in dieser
Legislaturperiode (mindestens) eine Vertreterin bzw. ein Vertreter von
Unternehmen, Verbänden oder Vereinen teil (bitte jeweils detailliert ausführen)?
a) Wann und wo fand diese Sitzung statt?
b) Wer waren die Vertreterinnen bzw. Vertreter aus welchen Unternehmen,
Verbänden oder Vereinen?
c) Welchem Zweck diente nach Auffassung der Bundesregierung die
Teilnahme dieser Vertreterinnen bzw. Vertreter?
12. Waren Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter von Unternehmen, Verbänden
oder Vereinen in dieser Legislaturperiode in den Bundesministerien, die für
die Umsetzung der KI-Strategie verantwortlich sind, oder in den in den
Fragen 2a bis 2y genannten Gremien oder Projekten beschäftigt (nach „AVV
Externe“)?
Wenn ja, wie viele, in welchen Tarifgruppen, und von wem wurden sie
bezahlt?
13. Mit wem sollen die in der Antwort zu Frage 47 der Kleinen Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 19/7566 von der Bundesregierung erwähnten
Branchendialoge zum Zweck der Prüfung von konkretem Unterstützungsbedarfen
an „Datenpartnerschaften“ Branchendialoge geführt werden?
a) Wann sollen diese Branchendialoge geführt werden, bzw. wurden sie
schon geführt?
Wenn ja, wann, und mit wem?
b) Wie lautet das Ergebnis der Dialoge, und welche Bedarfe sind bei
welchen Akteuren nach Kenntnis der Bundesregierung vorhanden?
14. Zu welchen Einzelfragen sind die in der Antwort der Bundesregierung
zu Frage 70 der Kleinen Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/7566
angekündigten temporär begrenzten Konsultationen zu Einzelfragen der KI-
Strategie vorgesehen?
a) Wann sollen die Konsultationen stattfinden?
b) Bedeutet „begrenzt“ in diesem Zusammenhang: begrenzt im zeitlichen
Umfang – wenn ja: wie lang –, auf einzelne Fragestellungen – wenn ja,
welche – oder im Zugang für bestimmte Teilnehmerinnenkreise bzw.
Teilnehmerkreise – wenn ja, auf welche – ?
Berlin, den 25. Juli 2019
Dr. Sahra Wagenknecht, Dr. Dietmar Bartsch und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
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ISSN 0722-8333]
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