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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Islamfeindlichkeit und antimuslimische Straftaten im zweiten Quartal 2019
(insgesamt 10 Einzelfragen)
Fraktion
DIE LINKE
Ressort
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Datum
03.09.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1250519.08.2019
Islamfeindlichkeit und antimuslimische Straftaten im zweiten Quartal 2019
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12505
19. Wahlperiode 19.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Ulla Jelpke, Dr. André Hahn, Gökay Akbulut, Sevim Dağdelen,
Amira Mohamed Ali, Niema Movassat, Zaklin Nastic, Petra Pau, Martina Renner,
Kersten Steinke, Friedrich Straetmanns und der Fraktion DIE LINKE.
Islamfeindlichkeit und antimuslimische Straftaten im zweiten Quartal 2019
Studien über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wie die im
Zweijahresrhythmus durchgeführte Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung verweisen auf
negative Einstellungen eines beträchtlichen Teils der Bevölkerung gegenüber
Musliminnen und Muslimen (www.fes-gegen-rechtsextremismus.de/pdf_14/
141120presse-handout .pdf). Dies machen sich nach Einschätzung der
Bundeszentrale für Politische Bildung rechtspopulistische und rechtsextreme
Bewegungen und Parteien zunutze, um mit muslimfeindlichen Kampagnen in die
gesellschaftliche Mitte vorzudringen. Die antimuslimische Agitation ist dabei
vielfach nichts anderes als ein neu verpackter Hass auf Migrantinnen und Migranten.
Aus „den Ausländern“ sind „die Muslime“ geworden (www.bpb.de/pol i t ik/
extremismus/rechtsextremismus/180773/muslimfeindlichkeit-als-
rechtsextremeseinfallstor; www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/180743/muslim
feindlichkeit). Im Herbst 2014 entstand so in Dresden die Pegida-Bewegung, die
sich von ihrem Namen her explizit gegen die „Islamisierung des Abendlandes“
richtet. Die in Teilen der Bevölkerung verankerte Muslimfeindlichkeit äußert sich
auch in einer Vielzahl von Übergriffen, Drohungen und Beleidigungen gegen
Muslime sowie Anschläge auf Moscheen, die von Schändungen mit
Schlachtabfällen oder Fäkalien bis hin zu Brandanschlägen reichen (Bundestagsdrucksache
18/1627). Seit Januar 2017 gilt die Erweiterung des Themenfeldkatalogs der
Politisch Motivierten Kriminalität (PMK) beim Oberthema „Hasskriminalität“ um
das Unterthema „Islamfeindlichkeit“ (Bundestagsdrucksache 18/10322).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche und wie viele islam- bzw. muslimfeindlichen Aufmärsche
einschließlich Proteste gegen eine angeblich drohende Islamisierung Europas
oder den Bau von Moscheen in Deutschland fanden nach Kenntnis der
Bundesregierung im zweiten Quartal 2019 statt (bitte Datum, Ort,
Teilnehmerzahl, Anlass bzw. Thema und Veranstalter angeben)?
2. Wie viele mutmaßlich antimuslimisch oder islamfeindlich motivierte
Straftaten wurden im zweiten Quartal 2019 nach Kenntnis der Bundesregierung
bundesweit verübt (bitte nach Anzahl, Art und Motivation der Straftat und
Bundesländer aufschlüsseln und den Tatort Moschee einzeln ausweisen)?
3. Wie viele Personen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im zweiten
Quartal 2019 bei Überfällen mit mutmaßlich antimuslimischer oder
islamfeindlicher Motivation oder mit vermuteter antimuslimischer oder
islamfeindlicher Motivation
a) leicht verletzt,
b) schwer verletzt bzw.
c) getötet
(bitte nach Bundesländern und Motivation der Straftat aufschlüsseln)?
4. Welcher materielle Schaden entstand nach Kenntnis der Bundesregierung bei
mutmaßlich antimuslimischen und islamfeindlichen Straftaten im zweiten
Quartal 2019 (bitte nach Schadenshöhe, Art der Motivation und
Bundesländern aufschlüsseln)?
5. Wie viele Tatverdächtige wurden nach Kenntnis der Bundesregierung wegen
mutmaßlich antimuslimischer und islamfeindlicher Straftaten im zweiten
Quartal 2019 festgenommen (bitte nach Bundesländern, Art und Motivation
der Straftaten aufschlüsseln)?
6. Wie viele Ermittlungsverfahren wurden nach Kenntnis der Bundesregierung
wegen mutmaßlich antimuslimischer und islamfeindlicher Straftaten im
zweiten Quartal 2019 eingeleitet (bitte nach Bundesländern, Art und
Motivation der Straftaten aufschlüsseln)?
7. In wie vielen Fällen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung die
Ermittlungen wegen mutmaßlich antimuslimischer und islamfeindlicher Straftaten
im zweiten Quartal 2019 eingestellt (bitte nach Bundesländern, Art und
Motivation der Straftaten aufschlüsseln)?
8. Wie viele Personen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung wegen
antimuslimischer und islamfeindlicher Straftaten im zweiten Quartal 2019 zu
welchen Strafen verurteilt (bitte nach Bundesländern, Art und Motivation der
Straftaten aufschlüsseln)?
9. Welche gezielten bundesweiten Operationen der Polizei hat es nach Kenntnis
der Bundesregierung wegen überregionaler antimuslimischer und
islamfeindlicher Straftaten mit welchem Ergebnis gegeben?
10. Welche Nachmeldungen zu den Antworten zu den Fragen 2, 3 und 4 auf
Bundestagsdrucksache 19/10570 gibt es?
Berlin, den 31. Juli 2019
Dr. Sahra Wagenknecht, Dr. Dietmar Bartsch und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
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ISSN 0722-8333]
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