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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Kosten der Energiewende
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Datum
15.10.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1331919.09.2019
Kosten der Energiewende
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Sandra Weeser, Michael Theurer, Reinhard Houben,
Thomas L. Kemmerich, Dr. Marcel Klinge, Dr. Martin Neumann,
Manfred Todtenhausen, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Olaf in der Beek,
Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr,
Katja Hessel, Manuel Höferlin, Ulla Ihnen, Karsten Klein, Dr. Marcel Klinge,
Pascal Kober, Michael Georg Link, Oliver Luksic, Roman Müller-Böhm,
Dr. Stefan Ruppert, Frank Schäffler, Dr. Wieland Schinnenburg,
Dr. Hermann Otto Solms, Benjamin Strasser, Linda Teuteberg,
Dr. Andrew Ullmann, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Kosten der Energiewende
Im September 2018 legte der Bundesrechnungshof den Sonderbericht
„Koordination und Steuerung zur Umsetzung der Energiewende durch das
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie“ vor. Der Bundesrechnungshof,
unabhängiges Organ der staatlichen Finanzkontrolle und oberste Bundesbehörde,
wies darin auf teils erhebliche Zielverfehlungen bei der Umsetzung der
Energiewende hin und warnte die Bundesregierung vor einem Scheitern der
Energiewende. Als grundlegendes Problem bei der Umsetzung durch das zuständige
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) benannte der Bericht
ein gravierendes Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag der
Energiewende: „Trotz des erheblichen Einsatzes von Personal und Finanzmitteln
erreicht Deutschland die Ziele bei der Umsetzung der Energiewende bisher
überwiegend nicht.“ Parallel zur Veröffentlichung des Berichts distanzierte sich das
BMWi in einer Stellungnahme von der Kritik und den Kostenberechnungen des
Bundesrechnungshofes. Dieser bezifferte die Kosten der Energiewende für die
Jahre 2013 bis 2018 auf mindestens 160 Mrd. Euro und betonte: „Die von uns
erhobenen Sachverhalte zu den Kosten der Energiewende haben wir während
des Prüfungsverfahrens mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
abgestimmt und anhand seiner Hinweise erforderlichenfalls angepasst.“
Am 5. Juni 2019 wurde der Bericht im Ausschuss für Wirtschaft und Energie
des Deutschen Bundestages erneut thematisiert und dort gemeinsam mit dem
Präsidenten des Bundesrechnungshofes diskutiert. Wie schon in der
Stellungnahme des BMWi vom September 2018 bestritt auch diesmal das BMWi in
Person des Parlamentarischen Staatssekretärs Oliver Wittke die Richtigkeit der
im Bericht des Bundesrechnungshofes genannten Zahlen zur Schätzung der
Kosten der Energiewende.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie bewertet die Bundesregierung die vom Präsidenten des
Bundesrechnungshofes in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie des
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13319
19. Wahlperiode 19.09.2019
Deutschen Bundestages am 5. Juni 2019 bekräftigte Einschätzung seiner
Behörde, dass die Kosten der Energiewende für die Jahre 2013 bis 2018
mindestens 160 Mrd. Euro betrugen?
2. Worin sieht die Bundesregierung eine derart gegensätzliche Wahrnehmung
bei der Beurteilung und Berechnung der Kosten der Energiewende zwischen
Bundesregierung und Bundesrechnungshof begründet?
3. Welche Kostenberechnung stellt die Bundesregierung der vom
Bundesrechnungshof vorgenommenen Berechnung der Kosten der Energiewende für
denselben Zeitraum entgegen?
4. Mit welchen Kosten pro Jahr für die Energiewende rechnet die
Bundesregierung in den kommenden Jahren?
5. Wie bewertet die Bundesregierung den Sinn und Zweck der Abstimmung
zwischen dem Bundesrechnungshof und dem Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie während des Prüfungsverfahrens, insbesondere
hinsichtlich der späteren Zurückweisungen der Kostenberechnungen seitens des
Bundesministeriums und dessen Vertreter?
6. In Anbetracht der gegensätzlichen Bewertung, ist die Prüfung der
Energiewende durch den Bundesrechnungshof aus Sicht der Bundesregierung
sinnvoll?
7. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit der Veröffentlichung des
Sonderberichts ergriffen, um die darin enthaltenen Vorschläge zur
Verbesserung der Koordination und Steuerung der Energiewende umzusetzen?
Berlin, den 28. August 2019
Christian Lindner und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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