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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Die Bedeutung von Reservistinnen und Reservisten für Bundeswehr und Gesellschaft
(insgesamt 14 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium der Verteidigung
Datum
09.10.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1332219.09.2019
Die Bedeutung von Reservistinnen und Reservisten für Bundeswehr und Gesellschaft
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Christian Sauter, Otto Fricke, Alexander Graf Lambsdorff,
Christian Dürr, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-
Neckar), Dr. Marcus Faber, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Katja Hessel,
Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Pascal Kober,
Michael Georg Link, Oliver Luksic, Dr. Martin Neumann,
Dr. h. c. Thomas Sattelberger, Dr. Wieland Schinnenburg, Jimmy Schulz,
Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann,
Benjamin Strasser, Linda Teuteberg, Dr. Andrew Ullmann, Gerald Ullrich,
Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Die Bedeutung von Reservistinnen und Reservisten für Bundeswehr und
Gesellschaft
Als Teil eines erweiterten Sicherheitsbegriffes, der auch die
Sicherheitsvorsorge nicht nur als ressortgemeinsame sondern auch gesamtgesellschaftliche
Aufgabe sieht, betrachten die Bundesregierung (Konzeption der Bundeswehr 2018)
sowie die Fragesteller Reservistinnen und Reservisten als einen wesentlichen
Bestandteil dieser gesamtgesellschaftlichen Sicherheitsvorsorge. Dabei sind
Reservistinnen und Reservisten sowohl mit ihren Fähigkeiten für die
Bundeswehr wichtig als auch in ihrer Mittlerfunktion für das Verständnis in der
Gesellschaft. Durch den regelmäßigen Tausch des zivilen Berufes in eine Tätigkeit
innerhalb der Bundeswehr leisten sie einen Beitrag zur Leistungsfähigkeit und
zum Leistungsausbau, z. B. im Bereich der Cybersecurity, der Bundeswehr.
Durch ihre unterschiedlichen Tätigkeiten wirken sie aber auch als
Multiplikatoren in die Gesellschaft hinein (Weißbuch 2016 zur Sicherheitspolitik und zur
Zukunft der Bundeswehr, S. 112). Ein wesentlicher Akteur für die Organisation
der Reservistinnen und Reservisten ist der Verband der Reservisten der
Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw). In verschiedenen Dokumenten beschreibt
die Bundesregierung den VdRBw als besonders beauftragten Partner oder
Träger der Reservistenarbeit außerhalb der Bundeswehr (z. B.
Bundestagsdrucksache 19/10481, www.reservisten.bundeswehr.de/portal/poc/resarb?
uri=ci:bw.skb_resarb.reserve.vdrbw). Neben der Ausbildung und
Qualifizierung der Reservistinnen und Reservisten leistet der Verband gemäß seiner
Satzung einen Beitrag zur Friedenssicherung, und in ihrer Mittlerrolle fördern die
Mitglieder die sicherheitspolitische Debatte in Deutschland
(Bundestagsdrucksache 19/10481).
Für die Durchführung der Reservistenarbeit erhält der VdRBw jährlich einen
zweckgebundenen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt Kapitel 14 03. Im
Haushaltsgesetz 2019 sind etwas über 18 Mio. Euro eingeplant sowie im Entwurf
der Bundesregierung zum Haushalt 2020. Die Leistungserbringung des
Verbandes erfolgt im Kern durch das ehrenamtliche Personal in den Untergliederungen
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13322
19. Wahlperiode 19.09.2019
des Verbandes, worin auch aus Sicht der Bundesregierung der entscheidende
Vorteil gegenüber einer Übernahme dieser Aufgabe durch die Bundeswehr
selbst liegt (Bundestagsdrucksache 19/10481). Aus Sicht der Fragesteller ist
eine nachhaltige und bedarfsgerechte Finanzierung des Verbandes der
Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. außerordentlich wichtig.
Die Zahl der Stellen für Reservedienstleistende stieg im Jahr 2018 auf 3.800,
welche voll ausgeschöpft wurden. Das aktuelle Personalboard sieht 4.500
Reservistenstellen bis 2025 vor (Bundestagsdrucksache 19/7200). Der Bericht des
Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages 2018 hält ebenso die Bedeutung
der Reservistinnen und Reservisten als Personalreserve, auch in
Spezialverwendungen, fest. Jedoch wird hier auch der Wunsch nach mehr Flexibilität anstelle
einer starren Größenordnung für Reservistenstellen beschrieben.
Vor diesen Hintergründen und der engen Zusammenarbeit zwischen
Bundesregierung und dem „besonders beauftragten Partner“ verdient dieses Thema für
die Fragesteller eine nähere Betrachtung.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Was bedeutet aus Sicht der Bundesregierung die Beschreibung eines
besonders beauftragten Partners?
2. Welche besonders beauftragten Partner hat die Bundesregierung (bitte nach
Ressort getrennt aufschreiben)?
3. Welche gemeinsamen Veranstaltungen des Bundesministeriums der
Verteidigung und des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.
fanden bisher in dieser Legislaturperiode statt?
a) Wie gestaltete sich jeweils die personelle Zusammenarbeit und der
personelle Zeitaufwand?
b) Wie gestaltete sich jeweils die Kostenaufteilung untereinander?
4. Welche gemeinsamen Veranstaltungen des Bundesministeriums der
Verteidigung und des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V.
sind bis zum Ende der Legislaturperiode geplant, und wie verhält sich die
Kostenaufteilung untereinander?
5. Welche Rechtsgrundlagen zur Zusammenarbeit mit dem Verband der
Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. existieren, und was ist deren
jeweiliges Ziel?
6. Wie stellt die Bundesregierung in ihrer mittel- und langfristigen
Finanzplanung sicher, dass der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr
e. V. ausreichend finanzielle Mittel für die Erfüllung der stetig wachsenden
Aufgaben der Reservistinnen und Reservisten erhält?
7. Wie hoch ist der Betrag in Euro, nach Kenntnis der Bundesregierung, der
durch die Leistungserbringung des ehrenamtlich tätigen Personals des
Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. jährlich im
Bundeshaushalt eingespart werden kann (siehe Bundestagsdrucksache
19/10481)?
a) Wie viele Vollzeitstellen müssten bei der Bundeswehr, nach Kenntnis
der Bundesregierung, geschaffen werden, um das ehrenamtliche
Engagement des Verbandes ersetzen zu können (bitte unter Differenzierung
nach Besoldungsgruppen auflisten)?
b) Welchen Einfluss hätte eine finanzielle Schwächung des Verbandes der
Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. auf die Leistungsfähigkeit
der Bundeswehr?
8. Würde die Bundesregierung auf eine Verringerung des Aufkommens an
Mitgliedsbeiträgen mit einem dementsprechenden Aufschlag auf den
jährlichen Zuschuss reagieren, und wenn ja, warum, bzw. wenn nicht, warum?
9. Existieren, abgesehen vom jährlichen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt,
weitere Formen der finanziellen oder nichtfinanziellen Unterstützung des
Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. durch die
Bundesregierung?
a) Wenn ja, welche, und wie hoch?
b) Wenn nein, warum nicht?
10. Wie bewertet die Bundesregierung den gegenwärtigen Organisationsgrad
der Reservistinnen und Reservisten der Bundeswehr?
a) Welche Maßnahmen unternimmt die Bundesregierung, um mögliche
Organisationslücken zu schließen?
b) Welche Ausgaben plant die Bundesregierung für die in Frage 10a
genannten Maßnahmen ein?
11. Wie sollte sich laut Bundesregierung der jährliche Zuschuss für den
Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. von 2020 bis 2023
in konkreten Zahlen entwickeln, und wie wird ggf. eine Erhöhung oder
Verringerung begründet?
12. Wie beurteilt die neue politische Leitung des Bundesministeriums der
Verteidigung die Zusammenarbeit des Verbandes der Reservisten der
Deutschen Bundeswehr e. V. mit der Bundeswehr?
a) Wenn sie Schwächen erkennt, welche sind das?
b) Wie möchte sie diese beheben, und welchen finanziellen Aufwand
möchte sie dafür betreiben?
13. Wann plant sich die neue politische Leitung des Bundesministeriums der
Verteidigung mit Vertretern des Verbandes der Reservisten der Deutschen
Bundeswehr e. V. persönlich auszutauschen, und welche Themen sollen
dann behandelt werden?
14. Wie viele persönliche Treffen zwischen dem Bundesministerium der
Verteidigung bzw. der Bundeswehr und dem Verband der Reservisten der
Deutschen Bundeswehr e. V. haben in der laufenden Legislaturperiode auf
der Leitungs- und Führungsebene (Bundesministerin, Parlamentarische
Staatssekretäre, Staatssekretär bzw. Staatssekretärin bzw.
Generalinspekteur der Bundeswehr, Stellvertreter des Generalinspekteurs der
Bundeswehr) stattgefunden, und welche Themen wurden dort besprochen?
Berlin, den 28. August 2019
Christian Lindner und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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