Herausforderungen des Klimawandels für historische Gärten und Parkanlagen
der Abgeordneten Hartmut Ebbing, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Nicole Bauer, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Dr. Christian Jung, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Till Mansmann, Dr. Martin Neumann, Dr. Wieland Schinnenburg, Judith Skudelny, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Michael Theurer, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Dr. Florian Toncar, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Der außerordentlich trockene Sommer 2018 stellt für die historischen Gärten und Parkanlagen noch immer eine Herausforderung dar. So ist beispielsweise der Wasserpegel im Gartenreich Dessau-Wörlitz im Zuge der Dürre im vergangenen Sommer deutlich gesunken, sodass ein großer Teil des Wörlitzer Parks trocken lag (www.mz-web.de/dessau-rosslau/extremsituation-im- gartenreichgondeln-in-woerlitz-geht-erneut-das-wasser-aus-32916394). Auch das niederschlagsreichere Jahr 2019 konnte den Rückstand nicht aufholen. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der Freien Demokraten vom September 2018 (Bundestagsdrucksache 19/4230) gab die Bundesregierung an, noch keine „belastbaren Informationen über die Folgen und die Schäden der derzeitigen [2018] Dürre in Gärten und Parkanlagen“ zu besitzen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen14
Liegen der Bundesregierung mittlerweile Informationen über die Folgen und Schäden der zurückliegenden Dürre (2018) in den vom Bund geförderten Gärten und Parkanlagen vor?
Wenn ja, welche Informationen wurden ermittelt?
Wenn nein, warum hat die Bundesregierung keine Erkenntnisse bezüglich der Folgen und der Schäden der vergangenen Dürre in vom Bund geförderten Gärten und Parkanlagen?
Gibt es bereits erste Erkenntnisse aus der Forschungsinitiative „clim Xtreme“, aus denen sich „belastbare Aussagen über erwartbare Änderungen der Häufigkeit und Intensität von Extremereignissen in spezifischen Regionen Deutschlands“ ergeben (Bundestagsdrucksache 19/4230, Antwort zu Frage 7)?
Wenn ja, ergibt sich daraus Handlungsbedarf für die Bundesregierung, und wenn ja, wie sieht dieser aus?
Wenn nein, wann rechnet die Bundesregierung mit ersten Erkenntnissen?
Welche Maßnahmen unternimmt die Bundesregierung, um die historischen Gärten und Parkanlagen bei den Herausforderungen des Klimawandels stärker zu unterstützen?
Plant die Bundesregierung, die Förderung der historischen Gärten und Parkanlagen zu erhöhen, um diese für die Herausforderungen des Klimawandels besser zu wappnen?
Wenn ja, welche Maßnahmen sollen mit dieser finanziellen Unterstützung angegangen werden?
Wenn nein, warum nicht?
Plant die Bundesregierung, gemeinsam mit den Landesregierungen die Landes- und Bundesmittel der Dürrehilfe auch zur Unterstützung historischer Gärten und Parkanlagen bei den Herausforderungen des Klimawandels, und insbesondere der vergangenen Dürre (2018), zu öffnen?
Welche Maßnahmen unternimmt die Bundesregierung, um historische Gärten und Parkanlagen bei der Erarbeitung nachhaltiger Konzepte zu unterstützen?
Welche Maßnahmen werden nach Kenntnis der Bundesregierung von Seiten der betroffenen Einrichtungen durchgeführt, um den Herausforderungen im Zuge des Klimawandels zu begegnen, und ist der Bundesregierung bekannt, welcher finanzielle und personelle Mehraufwand aus diesem Grunde auf die betroffenen Einrichtungen zukommt, und wenn ja, wie hoch ist dieser?
Welche Maßnahmen unternimmt die Bundesregierung zur Unterstützung der historischen Gärten und Parkanlagen bei der Bekämpfung der sogenannten Buchen-Komplex-Krankheit, die in der Regel aufgrund eines zu niedrigen Grundwasserpegels und allgemeinen Wassermangels auftritt?
Plant die Bundesregierung in diesem Zusammenhang, den Bau von neuen Brunnenanlagen in historischen Gärten und Parkanlagen finanziell zu unterstützen?
Welche Maßnahmen unternimmt die Bundesregierung, um den Wasserhaushalt in historischen Gärten und Parkanlagen, beispielsweise durch die Erschließung neuer Zuflüsse oder durch die Erprobung neuer oder zusätzlicher Wasserreservoires, zu stabilisieren?
Welche Maßnahmen unternimmt die Bundesregierung, um historische Gärten und Parkanlagen bei der Einrichtung eigener Baumschulen zu unterstützen, um der Einfuhr von Schädlingen aus fremden Baumschulen vorzubeugen?
Welche Maßnahmen unternimmt die Bundesregierung, um historische Gärten und Parkanlagen bei der Einrichtung eigener Gärtnereien zu unterstützen, um mithilfe dieser, die Pflanzen klimaresistenter zu züchten?
Welche Maßnahmen unternimmt die Bundesregierung, um historische Gärten und Parkanlagen bei dem Ausbau des Brandschutzes zu unterstützen?
Sieht die Bundesregierung einen personellen Mehrbedarf in den vom Bund geförderten historischen Gärten und Parkanlagen, um den Herausforderungen des Klimawandels fachgerecht gegenüber zu treten, und wenn ja, welchen?
Inwiefern stellt die Bundesregierung sicher, dass die innovativen Möglichkeiten und neuesten Erkenntnisse aus der nationalen wie internationalen Forschung und Technologie, beispielsweise zur effizienteren Wassernutzung und Wasserverteilung, zur Rückgewinnung von Wasser sowie zum Schutz des Bodens vor extremer Hitze, auch den durch den Bund geförderten Park- und Gartenanlagen zugute kommen und dass diese Anlagen dabei unterstützt werden?