Umgang mit innovativen Space-Start-ups im Raumfahrtsektor
der Abgeordneten Thomas Sattelberger, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Nicole Bauer, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Carl-Julius Cronenberg, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Thomas Hacker, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Katja Hessel, Manuel Höferlin, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Pascal Kober, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Alexander Graf Lambsdorff, Ulrich Lechte, Michael Georg Link, Till Mansmann, Christoph Meyer, Dr. Martin Neumann, Bernd Reuther, Christian Sauter, Dr. Wieland Schinnenburg, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Sandra Weeser, Nicole Westig, Alexander Müller, Dr. Florian Toncar und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung innovativer High-Tech-Start-ups für den Wirtschaftsstandort Deutschland einerseits und der Tatsache, dass Deutschland im Bereich der Raumfahrt den Anschluss an Länder wie USA, China und Indien verloren hat andererseits, stellt sich nach Ansicht der Fragesteller die Frage, ob tatsächlich genug für innovative Start-ups getan wird. Mit „PT Scientists GmbH“ (Berlin) hat eines der sichtbarsten deutschen privaten Raumfahrtunternehmen im Bereich „New Space“ am 5. Juli 2019 wegen Verzögerungen bei der Suche nach Investoren und Forschungsgeldern Insolvenz angemeldet (www.welt.de/wirtschaft/article196680493/PTScientists-Deutschlands-einzige-Mondlandefirma-ist-pleite.html), jetzt allerdings einen Investor gefunden (https://edison.handelsblatt.com/ertraeumen/deutsche-mondmission-investor-fuer-ptscientists-gefunden/25032712.html).
Andere Raumfahrt-Start-ups sind beispielsweise mit Infrastruktur- und Kostenproblemen am Standort Deutschland konfrontiert. „Isar Aerospace“ ist nach Ansicht der Fragesteller eines der vielversprechendsten und bedeutendsten Space-Start-ups in Deutschland. Pressestimmen zufolge bestehe die Gefahr einer (teilweisen) Abwanderung aus Deutschland, da sowohl Start- (www.antenne.de/programm/aktionen/made-in-bavaria/mib-2019-1/isar-aerospace-inoberbayern) als auch Testgelände im Ausland günstig zur Verfügung gestellt werden (vgl. auch „Businesspunk“, Ausgabe 6/2018).
Die Bundesregierung muss nach Ansicht der Fragesteller hinsichtlich der relevanten Standortfaktoren Wagniskapital, staatliche Förderung, Einbezug in Prozesse der öffentlichen Auftragsvergabe, Nutzung von Raumfahrtinfrastrukturen alles in ihrer Kraft stehende tun, um Space-Start-ups attraktive Standortbedingungen zu schaffen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen7
Wird nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell die Infrastruktur des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) zur Verfügung gestellt, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Space-Start-ups zu unterstützen (wie es die NASA macht: https://spacenews.com/relativity-reaches-deal-to-use-stennis-test-stand/)?
Falls ja, wo, und zu welchen Konditionen?
Falls nein, warum nicht?
Wie unterstützt die Bundesregierung – direkt und durch das DLR – generell standortstabilisierende Entwicklungen für Space-Start-ups?
Welche Anreize gibt es für Space-Start-ups?
Ist der Bundesregierung bekannt, dass das Ausland nationale Aufträge an ihre jeweiligen Raumfahrt-Start-ups vergibt (www.nasa.gov/press-release/nasa-awards-venture-class-launch-services-contracts-for-cubesat-satellites, www.nasa.gov/commercial-orbital-transportation-services-cots), diese fördert (https://space-agency.public.lu/en/funding/funding-space.html) und somit für deutsche Start-ups im internationalen Kontext ein deutlicher Wettbewerbsnachteil besteht, zusätzlich verbunden mit Abwanderungsgefahr?
Wenn ja, was unternimmt die Bundesregierung dagegen?
Wenn nein, was tut die Bundesregierung, um die Situation zu analysieren?
Ist der Bundesregierung bekannt, dass das Ausland deutsche Start-ups, insbesondere auch „Isar Aerospace“, beispielsweise mit signifikant kostengünstigen Tests sowie Launch-Facilities abzuwerben versucht?
Unterstützt der Teststandort Lampoldshausen die Testvorhaben von „Isar Aerospace“?
Wenn ja, zu welchen wettbewerbsgerechten Konditionen, und wie sehen diese aus?
Wenn nein, warum nicht?
Wurde dem Unternehmen die Nutzung bundeseigener Infrastruktur zu Testzwecken angeboten?
Wenn ja, zu welchen Konditionen?
Was plant die Bundesregierung in Zukunft zu unternehmen, um durch wettbewerbsfähige Konditionen und Rahmenbedingungen das Verbleiben von Space-Start-ups am Standort Deutschland zu verbessern?
Wie sieht ein solches Vorgehen konkret aus?