Nachhaltigkeit in der Filmproduktion
der Abgeordneten Thomas Hacker, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Nicole Bauer, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Manuel Höferlin, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Dr. Martin Neumann, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Benjamin Strasser, Michael Theurer, Stephan Thomae, Dr. Florian Toncar, Dr. Andrew Ullmann, Gerald Ullrich, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Wie wir mit unserer Erde und den Ressourcen umgehen, ist seit geraumer Zeit in aller Munde. Ökologisch zu arbeiten und die Umwelt zu schonen ist ein wichtiger Faktor im Wirtschaftsbereich. Genauso gilt es nach Ansicht der Fragesteller aber auch für den Bereich Kultur und Medien, der ja sowohl Kulturals auch Wirtschaftsgut darstellt. Wie wichtig Nachhaltigkeit der Branche ist, zeigen verschiedene Bemühungen im privaten und öffentlichen Rundfunk. Das Thema firmiert vielfach unter der englischen Begrifflichkeit „Green Production“. Teilweise kommen die Bemühungen aus den Unternehmen selbst – wie Sky und ProSiebenSat.1 aktuell zeigen (https://info.sky.de/inhalt/de/unternehmen_engagement_umweltschutz_gruene_produktionen.jsp; https://info.sky.de/inhalt/de/unternehmen_engagement_umweltschutz_sky_ocean_rescue.jsp; https://www.dwdl.de/nachrichten/75686/prosiebensat1_baut_nachhaltigkeitsresort_auf/; https://www.zdf.de/zdfunternehmen/nachhaltigkeit-green-production-100.html). Zudem gibt es Bemühungen auf Länderebene und hier insbesondere durch die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, welche den „Grünen Drehpass“ im Jahr 2012 ins Leben gerufen hat und seitdem vergibt (https://www.ffhsh.de/de/film_commission/gruener_drehpass.php).
Gleichwohl sollte es auf Bundesebene unerlässlich sein, die Bemühungen der Branche und der Länder zu unterstützen und durch geeignete Maßnahmen, wie zum Beispiel im Bereich der Filmförderung, zu flankieren.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen9
Hat die Bundesregierung seit der 18. Wahlperiode Maßnahmen ergriffen, um Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit im Filmsektor zu unterstützen und zu fördern, und wenn ja, welche (bitte auflisten)?
Ist die Bundesregierung der Ansicht, dass die bis dato von ihr ergriffenen Maßnahmen ausreichend sind, um Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit im Filmsektor zu fördern und zu unterstützen?
Welche Defizite sind der Bundesregierung hinsichtlich Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit im Filmsektor bekannt?
Sofern Defizite bestehen, welche Maßnahmen will die Bundesregierung ergreifen, um diese Defizite anzugehen (siehe entsprechend Frage 3)?
Was sind die Gründe dafür, dass die Filmförderung auf Bundesebene ein Erfordernis der Nachhaltigkeit bislang nicht kennt?
Plant die Bundesregierung im Rahmen der Novellierung des Filmfördergesetzes – FFG – (vgl. die Ankündigung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Monika Grütters auf dem Produzententag am 20. Februar 2020) das Thema „Umwelt“ miteinzubeziehen, und falls ja, wie?
Sind der Bundesregierung Initiativen aus der Europäischen Union oder anderen europäischen Ländern bekannt, die Nachhaltigkeit in der Filmwirtschaft thematisieren, und welche sind das?
Gibt es aus Sicht der Bundesregierung Initiativen entsprechend Frage 7, welche sich auch in Deutschland anböten und realisieren ließen, und falls ja, welche Initiativen wären dies?
Sind der Bundesregierung ökologische Gütesiegel im Bereich der Filmwirtschaft neben dem „Grünen Drehpass“ bekannt, und welche wären dies?