Depotsituation bundeseigener Sammlungen
der Abgeordneten Hartmut Ebbing, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Ulla Ihnen, Dr. Christian Jung, Dr. Marcel Klinge, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Oliver Luksic, Alexander Müller, Hagen Reinhold, Dr. h. c. Thomas Sattelberger, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Dr. Hermann Otto Solms, Michael Theurer und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Im Oktober 2019 wurde ein neues hochmodernes Depot für den Pariser Louvre im nordfranzösischen Liévin eröffnet (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/das-neue-depot-des-louvre-in-lievin-16557785.html). Mit dem Bau des Depots reagierte der Louvre auf die in Paris immer wieder stattfindenden Hochwasser. So musste zuletzt beim Hochwasser 2016 das Museum geschlossen werden, damit die in den Depots untergebrachten Kunstwerke in höhergelagerte Stockwerke evakuiert werden konnten.
In der Antwort auf Bundestagsdrucksache 19/12487 sagt die Bundesregierung aus, dass der „bauliche Zustand von Teilen der Depots des Kunstgewerbemuseums (…) nicht optimal“ sei. Ein Bericht des Bundesrechnungshofes verdeutlichte die dringende Notwendigkeit zusätzlicher bzw. neuer Depots (https://www.tagesspiegel.de/berlin/bericht-des-bundesrechnungshofs-berlins-kulturbaute n-verfallen/25164446.html). Zusätzlich hält die Bundesregierung die Depots des Kupferstichkabinetts sowie der Kunstbibliothek für nicht ausreichend. Um diesem Mehrbedarf an Depotflächen allein bei den Museen des Kulturforums gerecht zu werden, plant die Bundesregierung zusätzliche Depots im Neubau des Museums des 20. Jahrhunderts sowie im geplanten Depotbau der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB) in Friedrichshagen (siehe Bundestagsdrucksache 19/12487).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Wie viele Depots unterhält der Bund zur Lagerung der nicht ausgestellten Sammlungen bundeseigener Museen sowie bundeseigener Kunstgegenstände?
Mietet der Bund Depotflächen bei den Ländern an?
a) Wenn ja, bei welchen Ländern?
b) Wenn ja, wie hoch sind die dadurch entstehenden Kosten für den Bund?
Ist in allen diesen Depots aus konservatorischer Sicht eine fachgerechte Lagerung der Kunstgegenstände möglich?
Sind derzeit alle Depots ausreichend gegen Starkregen, Hochwasser oder andere Umwelteinflüsse geschützt, um eine Beschädigung der Kunstgegenstände weitestgehend zu verhindern?
Wie groß ist der derzeitige Mehrbedarf an Depotkapazitäten der bundeseigenen Museen bzw. der Museen mit Bundesbeteiligung?
Wie groß ist die geplante Depotkapazität im Neubau des „Museums des 20. Jahrhunderts“?
Wie viel dieser Depotkapazität wird anderen musealen Einrichtungen zur Lagerung von Kulturgütern zur Verfügung stehen, und wie viele Kapazitäten wird die Sammlung des „Museums des 20. Jahrhunderts“ selbst einnehmen?
Wie groß ist die geplante Depotkapazität im geplanten Depotbau der SMB in Friedrichshagen?
Werden die Kunstgegenstände dort zukünftig aus konservatorischer Sicht fachgerecht gelagert werden?
Können die beiden geplanten Depots im „Museum des 20. Jahrhunderts“ sowie im Depotbau der SMB in Friedrichshagen den derzeitigen und zukünftigen Mehrbedarf an Depotflächen bundeseigener Museen bzw. der Museen mit Bundesbeteiligung erfüllen?