[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Joana Cotar, Uwe Schulz, Dr. Michael
Espendiller und der Fraktion der AfD
– Drucksache 19/19247 –
#WirVsVirus Hackathon der Bundesregierung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Erwartungen und die Euphorie waren nach Ansicht der Fragesteller sehr
hoch am #WirVsVirus Hackathon der Bundesregierung gegen Corona (https://
background.tagesspiegel.de/digitalisierung/hackathon-kommt-jetzt-das-geld-v
om-bund). Die Vertreter der Bundesregierung schraubten nach Ansicht der
Fragesteller mit ihren euphorischen Aussagen die Erwartungen an die Politik
sehr hoch (ebd.). Fast fünf Wochen danach ist nach Ansicht der Fragesteller
allerdings nicht sehr viel von den Zusagen der Politik angekommen. Lediglich
private Investoren haben verschiedene Projekte aus dem Hackathon unterstützt
(ebd.). Von der Bundesregierung ist bis dato weder finanzielle, informelle
noch personelle Unterstützung gekommen (ebd.). Dies, obwohl für den Chef
des Bundeskanzleramts, Bundesminister für besondere Aufgaben Dr. Helge
Braun, mit diesem Hackathon „Deutschland das erste Mal ein richtiger
digitaler Trendsetter“ sei und es außerdem wichtig sei, dass es „jetzt am schnellsten
und unbürokratischsten“ weitergeht (ebd.). Der Hackathon sollte kreative
Ideen zur Bekämpfung der Corona-Krise in Deutschland suchen und die 130
(ebd.) ausgewählten Projekte in die Praxis bringen. Bei der Umsetzung und
Realisierung der Projekte tauchte aber, auch wenn es unter Berücksichtigung
der gegenwärtigen Lage nach Ansicht der Fragesteller verständlich ist, die
Bundesregierung offenbar ab (vgl. Ausführungen im verlinkten Artikel).
1. Wie vielen der zu realisierenden Projekte wurde von der Bundesregierung
schon ein „Pate“ der jeweiligen Bundesministerien zur Seite gestellt, der
jeweils als Ansprechpartner der Umsetzungsteams fungieren sollte, und
welche konkreten Aufgaben sollen diese Paten erfüllen (
https://www.egov
ernment-computing.de/ziviles-engagement-fuer-ehealth-und-egovernmen
t-a-926522/)?
Die Bundesregierung unterstützt das Umsetzungsprogramm des #WirVsVirus-
Hackathons fachlich und/oder finanziell in Form von Patenschaften für ganze
Handlungsfelder oder durch fachliche Ansprechpartner für einzelne Projekte.
Zum Zeitpunkt der Beantwortung werden so 111 von den 130 Projekten des
„Solution Enabler“-Programms unterstützt. Die Paten und Ansprechpartner
Deutscher Bundestag Drucksache 19/19674
19. Wahlperiode 29.05.2020
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundeskanzleramtes vom 28. Mai 2020 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
unterstützen die Teams bedarfsgerecht bei der Umsetzung und Skalierung ihrer
Projekte durch eine kontinuierliche fachliche Begleitung und stehen dafür im
direkten Austausch mit den Teams.
2. Wurden durch die Bundesregierung Ansprechpartner in den jeweiligen
Verwaltungsstrukturen des Bundes bereitgestellt und notwendige
Informationen der Verwaltung zur Umsetzung der verschiedenen Projekte an die
Projektverantwortlichen weitergeleitet, um die Projekte und die
Lösungsvorschläge umzusetzen und zu ermöglichen (
https://background.tagesspie
gel.de/digitalisierung/hackathon-kommt-jetzt-das-geld-vom-bund)?
Wenn ja, um welche Ansprechpartner und Informationen aus der
Verwaltung handelt es sich dabei, und welche konkreten Lösungen werden
vorbereitet?
Für die Beteiligung am Umsetzungsprogramm wurden Ansprechpartner aus
den Bundesministerien, dem Bundespresseamt, nachgeordneten Behörden oder
beauftragten Projektträgern den Hackathon-Mitinitiatoren für die Durchführung
des Umsetzungsprogramms genannt. Es wurden Namen, Email-Adressen und
fachliche Zuständigkeit übermittelt. Ansprechpartner kommen aus den für das
jeweilige Handlungsfeld oder Projekt einschlägigen Fachreferaten oder
fachlichen Stellen. Die Paten/Ansprechpartner berichten innerhalb des Hauses über
die Fortschritte der Teams und stimmen ab, welche Lösungsvorschläge ggf.
aufzugreifen und umzusetzen wären. Die Realisierung einer konkreten Lösung
liegt in der Verantwortung der Projektteams.
3. Welche Bundesministerien werden voraussichtlich welche Projekte der
beim #WirVsVirus Hackathon der Bundesregierung gegen Corona
ausgewählten 130 Projekte aus welchen Förderprogrammen oder
Förderstrukturen fördern (
https://background.tagesspiegel.de/digitalisierung/hackathon-
kommt-jetzt-das-geld-vom-bund)?
4. Wann werden die finanziellen Förderungen der im Zuge des #WirVsVirus
Hackathon der Bundesregierung gegen Corona ausgewählten 130 Projekte
starten, und kann der von der Bundesregierung angestrebte Zeitrahmen,
Anfang Mai 2020, eingehalten werden, und wenn ja, welche
Förderprogramme wurden gegenwärtig schon ausgewählt (
https://background.tagess
piegel.de/digitalisierung/hackathon-kommt-jetzt-das-geld-vom-bund)?
Die Fragen 3 und 4 werden zusammen beantwortet.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die folgenden 34
Projekte aus dem „Solution Enabler“-Programm des #WirVsVirus-Hackathon
aufgefordert, einen Antrag auf Förderung im Rahmen der BMBF-
Fördermaßnahme Software-Sprint vorzulegen:
• DigitaleBühne
• HelferHände
• meinegemeinde.digital
• quarano
• JOWOMO
• DEalog
• Collabovid
• ZeitZuhause
• COV2WORDS
• get_it!
• Print4Life
• Co-Response
• GemeindeCockpit
• SafeMasks
• WirVonHier
• DunkelzifferRadar
• Ampel2Go
• DigitalesWartezimmer
• FactsforFriends
• LabHive
• MentalMentor
• OpenFoodBank
• Colivery
• CoVerified
• EveryoneCounts
• ImmunHelden
• OptimizeTheCurve
• OpenResearch
• Intensivkapazitäten
• match4healthcare
• Commissura
• Pallia_GemeinsamGehen
• Explain_Corona4Kids
• Machbarschaft
Ungefähr die Hälfte dieser Projekte wurde bereits bewilligt und hat ihre
Tätigkeit am 1. Mai 2020 aufgenommen; die übrigen sollen am 1. Juni 2020 folgen.
Die Projekte werden über die von ihnen beantragte Laufzeit gefördert. Die
Erstattung der anteiligen Kosten folgt den üblichen Bedingungen der
Projektförderung des Bundes in der Fördermaßnahme Software-Sprint.
5. Kann die Bundesregierung bestätigen, dass ein Hackathon im Auftrag des
Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit undEntwicklung
(BMZ) stattfand und dieser digitale Lösungen für Probleme erarbeitet, die
in ärmeren Ländern in Zeiten der Corona-Krise entstanden bzw. entstehen,
und wenn ja, um welche konkreten Länder und Projekte handelt es sich
dabei (
https://portal1.dbtg.de/digitalisierung/,DanaInfo=background.tagess
piegel.de,SSL+bmz-hackathon-gegen-pandemieprobleme-in-aermeren-lae
ndern)?
6. In welcher Höhe wurde der Hackathon des BMZ (wenn Frage 5 bejaht
werden kann) mit Fördergeldern ausgestattet, aus welchen
Förderprogrammen oder Förderstrukturen des BMZ oder anderer Bundesministerien
werden die Projekte in welcher Höhe gefördert, und wurden schon
Fördersummen ausbezahlt (bitte um Aufschlüsselung nach Projekten,
Förderstruktur, Höhe der Fördersumme und Datum der Auszahlung, Ländern, an
die Fördersummen ausbezahlt wurden oder werden)?
Die Fragen 5 und 6 werden zusammen beantwortet.
Das Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
hat gemeinsam mit der EU Kommission vom 14. bis 15. Mai 2020 einen
Hackathon (#smartdevelopmenthack) durchgeführt. Ziel war es, innovative
digitale Lösungen zu finden, um den möglicherweise verheerenden sozialen
und wirtschaftliche Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in Entwicklungs-
und Schwellenländern entgegenzuwirken. Aus über 1.000 innovativen digitalen
Lösungsansätzen wurden durch eine international besetzte Jury unter dem
Vorsitz des BMZ folgende neun Projekte ausgewählt:
• Corona Audio Campaign directed at marginalized population
• CallVsCorona: Real-time crisis information in Madagascar and beyond
• Mbaza - AI-based COVID19 chatbot
• Digital Enquirer’s Kit
• Drone and Data Aid
• Yoma powered by Atingi - Diamonds in the rough
• Mobilizing Rural Women Entrepreneurs for COVID-19 Response and
Recovery
• Matchmaking platform for national and private health system in Peru
• Digital Agriculture Africa.
Die Projekte erhalten in den nächsten Wochen fachliche und methodische
Begleitung durch die Durchführungsorganisationen der Deutschen
Entwicklungszusammenarbeit und bei erfolgreichem Verlauf anschließend eine finanzielle
Förderung des abschließenden Projektkonzepts, typischerweise durch
Anbindung an bereits laufende Maßnahmen. Über die jeweilige Fördersumme wird
erst nach abschließender Prüfung des jeweiligen Konzeptes durch das BMZ
entschieden.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
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Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]