Unterstützung in der Heuschreckenplage
der Abgeordneten Dr. Christoph Hoffmann, Alexander Graf Lambsdorff, Christine Aschenberg-Dugnus, Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Reginald Hanke, Markus Herbrand, Manuel Höferlin, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung, Dr. Marcel Klinge, Pascal Kober, Konstantin Kuhle, Oliver Luksic, Dr. h. c. Thomas Sattelberger, Dr. Wieland Schinnenburg, Judith Skudelny, Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Gerald Ullrich und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen17
Welche Projekte im Bereich Monitoring, Frühwarnung und „Early Action“ unterstützt die Bundesregierung seit 2014, um die Gefahr von Heuschreckenplagen frühzeitig zu identifizieren und die Auswirkungen, z. B. Hungersnöte, durch eine rechtzeitige und effiziente Bekämpfung der Plage zu minimieren (bitte nach Ressort, Höhe und Laufzeit aufschlüsseln)?
Sind Insektenplagen, die u. a. durch starke Regenfälle, Wanderungsbewegungen großer Schwärme und dem Vorhandensein von ausreichend Nahrung während der Ernte- bzw. Monsunzeit begünstigt werden, aus Sicht der Bundesregierung vorhersagbar?
Falls ja, welche konkreten Frühwarnindikatoren gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung für entsprechende Plagen, und sind diese für ein Projekt der vorhersagebasierten humanitären Hilfe geeignet?
Ist die Bundesregierung der Ansicht, dass eine drei- bis vierwöchige „Reifezeit“ von Heuschrecken, in der die Insekten noch nicht fliegen können und somit laut Aussagen von Experten gut am Boden bekämpfbar sind, ausreichend Zeit bietet, um Hilfe zur Bekämpfung zu leisten, und ist diese Zeitspanne nach Ansicht der Bundesregierung nach aktuellem Stand der Technik vorhersagbar?
Haben die bestehenden Frühwarnindikatoren, auf die die Bundesregierung zugreifen kann, auf das Vorhandensein von Heuschrecken bzw. deren Larven in Ostafrika hingewiesen?
Falls ja, wann hat die Bundesregierung erstmals Kenntnis über die Verbreitung der Heuschrecken über die arabische Halbinsel hinaus erlangt?
Laufen nach Kenntnis der Bundesregierung schon internationale Projekte im Gebiet der vorhersagebasierten humanitären Hilfe in Fällen von Insektenplagen?
Wenn ja, welche Maßnahmen oder Projekte werden durch Mittel der Bundesregierung finanziert?
Auf welcher Grundlage, Vorhersage, Berechnung o. Ä. hat die Bundesregierung die Finanzierungszusage von 1 Mio. Euro an die FAO aus Mai 2020 berechnet und getätigt?
Erachtet die Bundesregierung, ergänzend zur Antwort auf die Schriftliche Frage 24 auf Bundestagsdrucksache 19/21248, weitere Maßnahmen für notwendig, um die Ausbreitung der Heuschrecken nach Westafrika zu verhindern?
Falls ja, welche Maßnahmen plant die Bundesregierung konkret?
Falls nein, warum nicht?
Welches Potenzial bietet die vorhersagebasierte humanitäre Hilfe für die Linderung menschlichen Leids durch Ernteverluste und Hunger durch Insektenplagen?
Zielt die vorausschauende humanitäre Hilfe der Bundesregierung auch auf die mittelbaren Folgen der vorhergesagten Schadensereignisse wie Verbreitung von Krankheiten oder Ernteausfälle in Folge von z. B. Überschwemmungen oder Dürren?
Falls nein, bitte begründen.
Können die von der Bundesregierung (mit-)finanzierten Systeme der vorhersagebasierten humanitären Hilfe des Welternährungsprogramms, der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften oder des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung Humanitärer Angelegenheiten dank bestehender Frühwarnindikatoren bereits vor nicht unmittelbar wetterbedingten Schadensereignissen warnen, die zu humanitären Krisen führen können?
Bei welchen nicht-wetterbedingten Schadensereignissen konnte die Bundesregierung dank bestehender Vorhersagesysteme vorausschauende humanitäre Hilfe leisten?
Unterstützt oder plant die Bundesregierung aktuell Projekte für die Entwicklung von Frühwarnprotokollen und Frühwarnindikatoren, und vor welchen Schadensereignissen sollen diese Pilotprojekte warnen?
Welche Auslandsvertretungen sind an das PREVIEW-System des Auswärtigen Amts angeschlossen, und welche Mitarbeiter, sofern dieser Beschränkungen unterliegt, haben Zugriff?
Bietet das Auswärtige Amt anderen Ressorts der Bundesregierung Zugriff auf das PREVIEW-System bzw. dessen Ergebnisse?
Falls nein, wieso nicht?
Plant die Bundesregierung, den Zugriff für weitere Auslandsvertretungen bzw. Ressorts anzubieten?
Falls ja, in welchem Zeitraum?
Hat sich das Konzept des PREVIEW-Systems, das Daten für die Aufarbeitung durch Mitarbeiter des Auswärtigen Amts übersichtlich aufbereiten bzw. darstellen soll, nach Ansicht der Bundesregierung bewährt, und plant die Bundesregierung eine Weiterentwicklung der Analysefähigkeiten des Systems?
Wie hoch sind die bislang entstandenen Kosten für PREVIEW einschließlich einmaliger Kosten wie Anschaffung der notwendigen Hard- und Software und laufender Kosten wie Lizenzgebühren und Personalkosten?