[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Anton Friesen, Stephan Brandner,
Jürgen Pohl, Dr. Robby Schlund und der Fraktion der AfD
– Drucksache 19/21775 –
Immobilienvermögen des Bundes und von Bundesunternehmen im Freistaat
Thüringen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Das Haushaltsgesetz von 2018 hat die Möglichkeit eröffnet, alle entbehrlichen
Bundesimmobilien im Wege des Direktverkaufs an Kommunen und andere
Erstzugriffsberechtigte wie z. B. kommunale Wohnungsgesellschaften ohne
Bieterverfahren zu veräußern, wenn die Kommune das Grundstück
unmittelbar zur Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe benötigt (Erstzugriffsoption).
Kaufangebote Dritter bleiben in diesen Fällen unberücksichtigt (
http://www.st
aedtetag.de/imperia/md/content/dst/2019/190206_pm_bima_beitrag_zur_woh
nraumoffensive_finale_version_bima_anlage.pdf).
Durch den Beschluss des Haushaltsausschusses vom 26. September 2018 zur
„Richtlinie der BImA zur verbilligten Abgabe von Grundstücken (VerbR
2018)“, wurden zudem verbilligte Direktverkäufe von Immobilien des Bundes
vereinfacht, insbesondere für Zwecke des sozialen Wohnungsbaus (
https://ww
w.kommunalforum-sachsen.de/2019/02/kurzbeitrag-neufassung-der-verbilligu
ngsrichtlinie/).
Ungenutzte Flächen könnten einem neuen Zweck zugeführt werden, andere
umgenutzt werden.
1. Welche Immobilien im Freistaat Thüringen befanden bzw. befinden sich
im Bundesbesitz (bitte nach Gemeinde angeben sowie Flurstücke und
Flächengröße der Flurstücke jeweils für den 1. Januar 1991, 2001, 2011
sowie zum gegenwärtigen Zeitpunkt auflisten)?
In der Kleinen Anfrage wird in den Einzelfragen nach Angaben auf Basis von
„Flurstücken“ gefragt. Der Begriff des Flurstücks ist von dem Begriff des
Grundstücks beziehungsweise der Liegenschaft zu unterscheiden. Ein
Grundstück kann aus einem oder mehreren Flurstücken bestehen, die auch räumlich
voneinander getrennt liegen können. Das Flurstück – als kleinste
Buchungseinheit des Liegenschaftskatasters – ist keine gängige Bezugsgröße der
Immobilienwirtschaft. Vielmehr bildet das Grundstück/die Liegenschaft die eigentums-
Deutscher Bundestag Drucksache 19/22794
19. Wahlperiode 24.09.2020
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom
23. September 2020 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
rechtliche Bezugsgröße. Daher betrachtet die Bundesanstalt für
Immobilienaufgaben (BImA) ihr Portfolio grundsätzlich nicht auf Flurstücksbasis.
Die Angaben zum Immobilienbestand für die erfragten und zum Teil ca.
30 Jahre zurückliegenden Stichtage werden von der BImA nicht vorgehalten
und entsprechende Angaben liegen deshalb in der erfragten Detailtiefe nicht
beziehungsweise nur teilweise vor.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt verfügt die BImA im Freistaat Thüringen über
465 Grundstücke (ohne Bundesforst) mit 1.332 Flurstücken und einer
Gesamtfläche von rund 7.759 ha sowie 2.693 forstwirtschaftlich genutzte Flurstücke
mit einer Fläche von rund 3.622 ha. Weitere Angaben zu den
nichtforstwirtschaftlich genutzten Flurstücken sind der Anlage 1 und zu forstwirtschaftlich
genutzten Flurstücken der Anlage 2 zu entnehmen.*
Auch für das Bundeseisenbahnvermögen (BEV) werden die Angaben zum
Immobilienbestand für die erfragten zurückliegenden Stichtage nicht vorgehalten
und liegen in der erfragten Detailtiefe daher nicht vor. Aktuelle verfügt das
BEV im Freistaat Thüringen über die in der nachfolgenden Übersicht
dargestellten Liegenschaften.
Gemeinde Flur Flurstück Fläche in m²
Weimar 18 112 176
Weimar 18 120/6 1.628
Weimar 18 119/4 1.470
Weimar 18 122/4 1.115
Saalfeld 0 1681/28 707
Nordhausen 3 178/30 8.102
Greiz 48 1551/18 833
Greiz 48 1551/19 13.187
a) Durch wen bzw. welche Organisation werden die Flurstücke
gegenwärtig genutzt?
BImA:
Die Liegenschaften im Besitz der BImA werden dienstlich, beispielsweise
durch die BImA, das Bundesministerium der Verteidigung und das Technische
Hilfswerk genutzt. Ferner sind sie zu gewerblichen Nutzungen und zu
Wohnzwecken vermietet. Teilweise sind die Flurstücke als Kleinstflächen,
Verkehrsflächen oder Unland nicht genutzt. Die Grundstücke des Bundesforstes werden
forstwirtschaftlich genutzt.
BEV:
Die in der Übersicht zu Frage 1 genannten Flächen des BEV in Weimar sind an
eine bundesweit tätige Tankstellen GmbH und an eine Autopflege GmbH, die
Fläche in Nordhausen an die K. Bau GmbH vermietet. Die Wohnungen und
Kleingärten (siehe Antwort zu Frage 1c) sind an verschiedene Privatpersonen
vermietet bzw. verpachtet.
* Von einer Drucklegung der Anlagen wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 19/22794 auf der
Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
b) Welche Quadratmeteranzahl Grundfläche der Flurstücke ist
gegenwärtig bebaut?
BImA:
Der Grad der Bebauung richtet sich nach der jeweiligen Nutzung
beziehungsweise dem Baurecht. Die gegenwärtig bestehenden Gebäude haben eine
Grundfläche von insgesamt 233.086 m². Auf den forstwirtschaftlich genutzten
Flurstücken gibt es keine Gebäude, die zu allgemeinen Wohnzwecken genutzt
werden oder zu einer gewerblichen Nutzung dienen. Daten auf Basis einer
detaillierteren flurstücks-bezogenen Betrachtung werden bei der BImA nicht
vorgehalten.
BEV:
Angaben über die bebaute Grundfläche werden beim BEV nicht erfasst.
c) Mit welcher Gebäudeart sind die einzelnen Flurstücke bebaut (etwa
Wohnen, Gewerbe etc.)?
BImA:
Dienstlich und gewerblich genutzte Liegenschaften sind mit unterschiedlichen
Gebäuden bebaut, insbesondere Bürogebäude, Hallen und Werkstätten. Bei
Wohnliegenschaften handelt es sich um Ein-, Doppel-, Reihen- und
Mehrfamilienhäuser. Die forstlich genutzten Flächen weisen in geringem Maße Reste
baulicher Anlagen aus beispielsweise ehemaliger militärischer Nutzung auf.
BEV:
Die in der Antwort zu Frage 1 in der Übersicht genannten Flächen in Weimar
und Nordhausen sind Gewerbe, in Saalfeld Wohnen und in Greiz Kleingärten.
d) Wäre bei den einzelnen Flurstücken eine größere und/oder höhere
Bebauung möglich, wenn ja, in welcher Größenordnung (z. B.
zusätzliche Grundfläche oder höhere Gebäude)?
Die generelle Möglichkeit einer weitergehenden Bebauung richtet sich im
Einzelfall nach der baurechtlichen Zulässigkeit und damit nach den
planungsrechtlichen Vorgaben der jeweiligen Belegenheitskommunen.
e) Bei welchen dieser Flurstücke wäre ein zusätzlicher oder
ausschließlicher Wohnungsbau generell möglich, und gibt es hier jeweils
Planungen?
Auf die Antworten zu den Fragen 1d und 1f wird verwiesen.
f) Bei welchen dieser Flurstücke sind Neubauten welcher Art geplant,
und wann sollen diese entstehen?
BImA:
Neubauten im Geschosswohnungsbau durch die BImA an Standorten mit
Wohnungsfürsorgebedarf sowie einem angespannten Wohnungsmarkt könnte bei
Umsetzung einer noch zu konkretisierenden Planung auf den drei nachfolgend
genannten Liegenschaften entstehen.
Lage Flur Flurstück Fläche in m²
Jena, Stadt 2 200/14 8.156
2 208/5 1.684
Lage Flur Flurstück Fläche in m²
Erfurt, Stadt 10 42/1 1.000
10 294/42 756
11 18 375
11 19 598
11 17 335
10 44 805
10 45 580
Lobeda 5 611 1.530
BEV:
Bei keinem der in der Antwort zu Frage 1 genannten Grundstücke besteht die
Möglichkeit eines zusätzlichen oder ausschließlichen Wohnungsbaus.
g) Welche dieser Flurstücke oder welche Teile von bestehenden
Flurstücken könnten für einen Wohnungsbau vom Bund veräußert werden,
gibt es bereits Planungen, und wann könnte ggf. mit einem Verkauf zu
rechnen sein?
Die nachfolgend genannten acht Liegenschaften aus dem Verkaufsportfolio der
BImA könnten für Wohnungsbau in Betracht kommen.
PLZ Ort Straße Wohnungsbau
bereits
geplant
voraussichtlicher
Verkauf Quartal/
Jahr
07613 Hartmannsdorf Eisenberger Straße (zwischen
Nr. 14 und Nr. 16)
nein 04/2020
36448 Bad Liebenstein An der Inselbergstraße ja 04/2020
99310 Arnstadt Gehrener Straße/Prof.-
Froschstraße
ja 03/2020
96515 Sonneberg Hohe Warte nein 03/2021
98527 Suhl An der Schulzenhohle nein 03/2021
99735 Landgemeinde Stadt
Bleicherode
Adental 4 nein 03/2020
04600 Altenberg Am Lerchenberg nein 02/2021
04600 Altenberg Am Lerchenberg nein 02/2021
BEV:
Die in der Antwort zu Frage 1 genannten Grundstücke kommen für eine
Verwertung in Betracht. Zur Möglichkeit einer zusätzlichen Wohnbebauung wird
auf die Antwort zu den Fragen 1d und 1f verwiesen.
h) Bestehen bei den einzelnen Flurstücken und deren Bebauung bauliche
Beschränkungen, etwa durch Denkmalschutz, Baulasten, Milieuschutz
oder andere Auflagen, falls ja, welche?
BImA:
Bei verschiedenen Liegenschaften gibt es bauliche Beschränkungen.
Entsprechende Daten hierzu liegen allerdings in der erfragten Detailtiefe nicht
automatisiert auswertbar vor.
BEV:
Beim BEV ist nicht bekannt, ob aktuell für die genannten Grundstücke
Beschränkungen bestehen.
2. Welche Immobilien im Freistaat Thüringen befanden bzw. befinden sich
aktuell im Besitz von Unternehmen, die sich direkt oder indirekt
mehrheitlich in Bundeseigentum befinden (bitte nach Gemeinde angeben sowie
Flurstücke und Flächengröße der Flurstücke jeweils für den 1. Januar
1991, 2001, 2011 sowie zum gegenwärtigen Zeitpunkt auflisten)?
Zur Beantwortung von Frage 2 wurden alle Ressorts befragt. Diese gaben an,
über die von der BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG),
der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH
(LMBV), der Wismut GmbH und der GESA Gesellschaft zur Entwicklung und
Sanierung von Altstandorten mbH (GESA) verwalteten Grundstücke hinaus
über keinen Immobilienbesitz im Freistaat Thüringen zu verfügen.
LMBV:
Der am 9. August 1994 gegründeten LMBV liegen Angaben, insbesondere zu
einzelnen Flurstücken und in der erfragten Detailtiefe, für die Jahre 1991, 2001
und 2011 nicht vor und können systemisch nicht ausgewertet werden.
Zum aktuellen Zeitpunkt ist die LMBV Eigentümerin von 954 Flurstücken im
Freistaat Thüringen mit einer Fläche von insgesamt 447,4 ha. Es handelt sich
dabei um notwendige Betriebsflächen oder um Teil- und Splitterflächen, die
nicht für eine Wohnbebauung geeignet sind.
Wismut GmbH
Das Bergbauunternehmen Wismut GmbH besitzt Flächen im Freistaat
Thüringen. Dem ausgeübten Gewerbe entsprechend befinden sich diese Flächen
überwiegend im Außenbereich. Eine Bebauung dieser Flächen ist aus rechtlichen
Gründen nicht möglich. Angaben insbesondere zu einzelnen Flurstücken und in
der erfragten Detailtiefe liegen für die erfragten Zeitpunkte bis zurück in das
Jahr 1991 nicht vor.
Die Gesamtflächen der Wismut GmbH im Freistaat Thüringen sind im
Folgenden aufgelistet:
1992: 2.360 ha
2001: 2.263 ha
2010: 1.826 ha
2020: 1.580 ha
In Ausnahmefällen verfügt die Wismut GmbH über Immobilienbesitz im
Innenbereich von Gemeinden. Dieser beschränkt sich auf Verwaltungs-/
Bürogebäude und Neben-gebäude, die bis zum Ende der Sanierung benötigt werden.
Über die anschließende Nachnutzung/Verwertung dieser wenigen sich im
Innenbereich befindlichen Gebäude kann noch keine Aussage getroffen werden.
BVVG:
Die BVVG hat ihre Tätigkeit erst am 1. Juli 1992 aufgenommen, daher liegen
die zum Stichtag 1. Januar 1991 erfragten Daten nicht vor. Auch für das Jahr
2001 liegen Angaben in der erfragten Detailtiefe nicht vor. Die BVVG verfügt
überwiegend über landwirtschaftliche Nutzflächen sowie über Waldflächen
(rund 30 Prozent). Diese Grundstücke sind aufgrund ihrer Lage überwiegend
im Außenbereich für den Wohnungsbau nicht geeignet.
Da flurstückskonkrete Listen nicht vorliegen, kann jeweils nur der
Gesamtbestand der Flächen angegeben werden. Die BVVG hatte im Freistaat
Thüringen jeweils zum 1. Januar folgende Gesamtflächen im Bestand:
• 2011: 39.021 Flurstücke mit 32.791 ha
• 2020: 7.381 Flurstücke mit 7.104 ha
GESA:
Die Grundstücke befinden sich im Eigentum der GESA bzw. ihrer
Tochtergesellschaft Gewerbepark Simson GmbH, Suhl. Das gesamte Portfolio der
Gesellschaften ist nahezu ausschließlich durch ehemals – und zum Teil aktuell –
gewerblich bzw. industriell genutzte Liegenschaften einschließlich
Altablagerungen und Deponien in den neuen Bundesländern geprägt. Hierbei handelt es
sich aufgrund ihrer Vornutzung um zum Teil ökologisch stark belastete
Liegenschaften. Aufgabe der GESA ist daher die Sanierung und – soweit möglich –
Rückführung dieser Liegenschaft in den Wirtschaftskreislauf zur gewerblichen
Nachnutzung.
Insgesamt verfügt die GESA und ihre Tochtergesellschaft im Freistaat
Thüringen aktuell über 305 Flurstücke mit einer Gesamtfläche von rund 172 ha.
Weitere Angaben bitte ich der Anlage 3.* Sie sind mit Ausnahme einzelner
gewerblicher Standorte in Ilmenau und Suhl ausnahmslos in ländlich geprägten
Regionen belegen. Die Angaben zum Immobilienbestand für die erfragten
zurückliegenden Stichtage werden von der GESA nicht vorgehalten und liegen in
der erfragten Detailtiefe daher nicht vor.
a) Durch wen bzw. welche Organisation werden die Flurstücke aktuell
genutzt?
Der ganz überwiegende Teil der Flächen der BVVG im Freistaat Thüringen ist
landwirtschaftlich genutzt und zu diesem Zweck an vor Ort tätige
landwirtschaftliche Betriebe verpachtet. Rund 30 Prozent sind Waldflächen.
Rund ein Drittel der Liegenschaften im Eigentum der GESA im Freistaat
Thüringen sind vermietet oder verpachtet. Bei den Mietern und Pächtern handelt es
sich um gewerbliche oder landwirtschaftliche Unternehmen.
b) Welche Quadratmeteranzahl Grundfläche der Flurstücke ist aktuell
bebaut?
Die Flächen der BVVG befinden sich im Außenbereich und sind daher
überwiegend unbebaut; auf weniger als zehn Flurstücken befinden sich Reste von
ehemals landwirtschaftlich genutzten Wirtschaftsgebäuden.
Die erfragten Daten liegen bei der GESA nicht vor.
c) Mit welcher Gebäudeart sind die einzelnen Flurstücke bebaut (etwa
Wohnen, Gewerbe etc.)?
Für die BVVG wird auf die Antwort zu Frage 2b verwiesen.
Soweit eine Bebauung der Liegenschaften der GESA vorliegt, besteht diese aus
gewerblichen/industriellen Gebäuden.
* Von einer Drucklegung der Anlagen wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 19/22794 auf der
Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
d) Wäre bei den einzelnen Flurstücken eine größere und/oder höhere
Bebauung möglich, wenn ja, in welcher Größenordnung (z. B.
zusätzliche Grundfläche oder höhere Gebäude)?
e) Bei welchen dieser Flurstücke wäre ein zusätzlicher oder
ausschließlicher Wohnungsbau generell möglich, und gibt es hier jeweils
Planungen?
f) Bei welchen dieser Flurstücke sind Neubauten welcher Art geplant,
und wann sollen diese entstehen?
g) Welche dieser Flurstücke oder welche Teile von bestehenden
Flurstücken könnten für einen Wohnungsbau veräußert werden, bestehen hier
schon Planungen, und wann ist mit einem Verkauf zu rechnen?
Die Fragen 2d bis 2g werden gemeinsam beantwortet.
Bei den Flächen der BVVG handelt es sich fast ausschließlich um Grundstücke
im Außenbereich. Entsprechend liegen grundsätzlich keine
Bebauungsplanungen vor beziehungsweise ist ein Wohnungsbau rechtlich nicht möglich.
Aufgrund der Vornutzung/Belastung der Liegenschaften der GESA und ihrer
Tochtergesellschaft scheidet eine Nachnutzung durch Wohnbebauung in der
Regel aus. Dem Geschäftszweck entsprechend sind keine Neubauten auf ihren
Liegenschaften geplant. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 2a
verwiesen.
h) Bestehen bei den einzelnen Flurstücken und deren Bebauung bauliche
Beschränkungen, etwa durch Denkmalschutz, Baulasten, Milieuschutz
oder andere Auflagen, wenn ja, welche?
Für Grundstücke der BVVG ergeben sich Beschränkungen aus der Lage der
Flächen im Außenbereich.
Für die Liegenschaften der GESA wird auf die in der Antwort zu Frage 2a
genannten Besonderheiten des Portfolios verwiesen.
3. Welche Flurstücke welcher Fläche im Freistaat Thüringen haben jeweils
der Bund und Unternehmen, die sich direkt oder indirekt mehrheitlich im
Eigentum des Bundes befinden, in den Jahren 2018, 2019 und 2020
verkauft?
Die Liegenschaftsverkäufe der BImA, des BEV und einzelner Unternehmen im
Freistaat Thüringen sind nachfolgend dargestellt.
BImA:
Die BImA hat im Freistaat Thüringen im Zeitraum 1. Januar 2018 bis zum
Stichtag 21. August 2020 insgesamt 373 Liegenschaften mit einer
Gesamtfläche von rund 118 ha veräußert. Weitere Einzelheiten sind in der Anlage 4
dargestellt.*
BEV:
Jahr Straße Ort Gemarkung Flur Flurstück
2018 Hauptstraße 41 Kriebitzsch Kriebitzsch 3 53/7, 53/8
2018 Hohe Feldstraße Suhl Suhl 27 49
2018 Knausche Straße 25 Altenburg Rasephas 106 62/3
* Von einer Drucklegung der Anlagen wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 19/22794 auf der
Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
Jahr Straße Ort Gemarkung Flur Flurstück
2018 Auf dem Reinsberg Wipfratal Wipfratal 3 711
2019 Gothaer Straße 4 Neudietendorf Neudietendorf 3 483/6
2019 Heimstättenstraße 1 Schmölln Schmölln 27 1230/2
2019 An der Beethovenstraße Greiz Greiz 48 1551/18
Die GESA hat im Freistaat Thüringen im Zeitraum 1. Januar 2018 bis zum
Stichtag 21. August 2020 insgesamt 17 Liegenschaften (29 Flurstücke) mit
einer Gesamtfläche von rund 9 ha veräußert. Weitere Einzelheiten sind in der
nachfolgenden Übersicht dargestellt.
lfd. Nr. Gemarkung Flurstück Flur Fläche in m²
1 Großkamsdorf 273/21 3 500
2 Oelze 500/5 6 5201
3 Bad Liebenstein 527/14 9999 1402
4 Bad Liebenstein 527/16 ohne 9083
5 Bad Liebenstein 523/9 ohne 1180
6 Bad Liebenstein 523/14 ohne 581
7 Bad Liebenstein 523/15 ohne 16
8 Barchfeld 86/4 21 3725
9 Brotterode 76/13 18 1258
10 Altenburg 3307/3 ohne 7747
11 Apolda 1622/8 8 4610
12 Apolda 1622/5 8 2600
13 Apolda 1620/6 8 686
14 Apolda 1622/8 8 13771
15 Kaltennordheim 642 3 49
16 Kaltennordheim 643/ 2 3 2776
17 Altengottern 1200 10 755
18 Altengottern 1204 10 906
19 Altengottern 1205/2 10 526
20 Zwötzen 185/23 2 136
21 Zwötzen 600/13 2 584
22 Unterpörlitz 1930/9 9 2694
23 Suhl 30/32 25 3547
24 Ilmenau 1494/9 18 6882
25 Ilmenau 1494/8 18 72
26 Ilmenau 1494/2 18 6957
27 Suhl 18/23 108 7140
28 Suhl 18/23 108 2000
29 Suhl 18/35 108 2065
LMBV:
Jahr Fläche in m² Gemarkung Flur Flurstück
2018 1.188 Mumsdorf 1 397
2019 5.934 Zipsendorf 2 640/33
802 Wülfingerode 1 22/1
227 Wülfingerode 1 406/22
163 Wülfingerode 3 12/1
78 Obergebra 1 1100/43
74 Obergebra 1 1123/322
275 Obergebra 1 1124/322
796 Obergebra 2 409/69
144 Obergebra 2 410/70
555 Tiefenort 6 2668
5.888 Großfurra 13 251/60
7.259 Großfurra 13 252/35
87 Großfurra 13 252/53
262 Großfurra 13 424/1
231 Großfurra 13 434/2
669 Großfurra 13 435
2.890 Großfurra 13 436/12
2020 24.828 Dankmarshausen 4 702/13
711 Obergebra 1 306/34
BVVG:
2018 Veräußerung von insgesamt 626 Hektar, davon 460 ha
für im Wesentlichen landwirtschaftliche Zwecke
sowie 166 ha Waldflächen.
2019 Veräußerung von insgesamt 372 ha, davon 320 ha für
im Wesentlichen landwirtschaftliche Zwecke sowie 52
ha Waldflächen.
2020
(Stand 31.07.2020)
Veräußerung von insgesamt 292 ha, davon 251 ha für
im Wesentlichen landwirtschaftliche Zwecke sowie 41
ha Waldflächen.
Wismut GmbH
Jahr Fläche in m2 Gemeinde
2018 15.044
62.835
Ronneburg
Ronneburg
2019 897 Ronneburg
4. Planen der Bund und Unternehmen, die sich direkt oder indirekt
mehrheitlich im Eigentum des Bundes befinden, in den Jahren 2020 und 2021
weitere Flurstücke zu verkaufen, wenn ja, welche, und mit welcher Fläche?
Die Verkaufsplanung der BImA, des BEV und einzelner Unternehmen in den
Jahren 2020 und 2021 im Freistaat Thüringen stellen sich wie folgt dar:
BImA:
Die BImA plant im Freistaat Thüringen den Verkauf von rund 330
Liegenschaften. Diese sind der Anlage 5 zu entnehmen.* Die Verkaufsplanung und die
Ausgestaltung des Verkaufsportfolios unterliegen allerdings im Hinblick auf
wechselnde Marktgegebenheiten permanenten Veränderungen und
Anpassungen der Verkaufsobjekte und der Verkaufszeitpunkte. Bei den geplanten
Verkäufen handelt es sich mithin nicht um eine abschließende statische Auflistung,
sondern um eine dynamische Zusammenstellung, die kurzfristigen Änderungen
erfahren kann.
Die GESA plant im Freistaat Thüringen 14 Liegenschaften (101 Flurstücke)
mit einer Gesamtgröße von rund 56 ha zu veräußern. Weitere Einzelheiten sind
in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
lfd. Nr. Gemarkung Flurstück Flur Fläche in m²
1 Gehren 1295/872 20 484
2 Gehren 1296/872 20 1478
3 Salza 219/1 1 749
4 Salza 219/2 1 3657
5 Salza 244/2 1 4732
6 Salza 577/238 1 111
7 Salza 595/168 1 205
8 Nordhausen 151/1 6 410
9 Schmiedefeld 285 9999 1570
10 Ruhla 950/18 4 222
11 Ruhla 950/19 4 146
12 Ruhla 950/20 4 11324
13 Oberlind 1266 9999 4928
14 Oberlind 1195/4 9999 213
15 Oberlind 1227/2 9999 247
16 Oberlind 1228/2 9999 305
17 Oberlind 1229/2 ohne 326
18 Oberlind 1244/4 9999 783
19 Oberlind 1246/10 9999 1511
20 Oberlind 1247/5 9999 564
21 Oberlind 1248/5 9999 186
22 Oberlind 1258/3 9999 1588
23 Oberlind 1260/8 9999 39011
24 Oberlind 1265/2 9999 2860
25 Oberlind 1277/2 9999 563
26 Oberlind 1315/9 9999 4996
27 Oberlind 1317/3 9999 1500
28 Oberlind 1483/11 9999 52
29 Oberlind 1483/13 9999 234
30 Oberlind 1229/2 9999 326
31 Oberlind 1277/4 9999 453
32 Oberlind 1260/10 9999 38321
33 Oberlind 1260/12 9999 37917
34 Oberlind 1260/14 9999 870
35 Oberlind 1260/13 9999 14120
36 Oberlind 1260/14 9999 23797
37 Oberlind 1277/4 9999 130
38 Oberlind 1260/15 9999 24250
* Von einer Drucklegung der Anlagen wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 19/22794 auf der
Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
lfd. Nr. Gemarkung Flurstück Flur Fläche in m²
39 Oberlind 1260/19 9999 19835
40 Oberlind 1483/21 9999 40
41 Oberlind 1483/20 9999 12
42 Zella-Mehlis 3977 9999 1423
43 Zella-Mehlis 3683/2 9999 14244
44 Zella-Mehlis 3976/2 9999 4509
45 Zella-Mehlis 3979/1 9999 5784
46 Zella-Mehlis 3979/4 9999 9725
47 Zella-Mehlis 6096/2 ohne 11818
48 Zella-Mehlis 6097 ohne 280
49 Zella-Mehlis 3978 ohne 803
50 Zella-Mehlis 3976/3 999 751
51 Zella-Mehlis 6096/4 ohne 1036
52 Zella-Mehlis 3683/4 ohne 13997
53 Zella-Mehlis 3683/6 ohne 13247
54 Zella-Mehlis 3683/6 ohne 1000
55 Zella-Mehlis 3683/6 ohne 12247
56 Zella-Mehlis 3683/8 ohne 12257
57 Langenhain 10/0 9 15181
58 Langenhain 11/0 9 708
59 Langenhain 12/0 9 12696
60 Zwötzen 185/3 2 6262
61 Zwötzen 600/2 2/a 569
62 Zwötzen 185/3 2/a 2512
63 Zwötzen 185/19 2 12189
64 Zwötzen 185/19 2/a 4200
65 Zwötzen 600/2 2 2362
66 Zwötzen 185/19 2/aa 1150
67 Zwötzen 185/19 2/aaa 4214
68 Zwötzen 600/2 2 347
69 Zwötzen 600/2 2 2015
70 Zwötzen 185/19 2 177
71 Zwötzen 185/19 2 12012
72 Zwötzen 185/19 2 194
73 Zwötzen 600/2 2 330
74 Zwötzen 600/10 2 1106
75 Zwötzen 600/2 2 1685
76 Zwötzen 185/20 2 11661
77 Zwötzen 600/10 2 250
78 Zwötzen 600/10 2 856
79 Zwötzen 185/20 2 245
80 Zwötzen 185/20 2 11416
81 Zwötzen 185/25 2 11416
82 Zwötzen 600/15 2 795
83 Zwötzen 185/3 2 700
84 Zwötzen 185/3 2 5562
85 Zwötzen 185/26 2 5562
86 Zwötzen 185/28 2 560
87 Zwötzen 185/26 2 1140
88 Zwötzen 185/26 2 600
89 Zwötzen 185/26 2 3262
90 Zwötzen 185/28 2 3822
91 Zwötzen 185/31 2 3271
lfd. Nr. Gemarkung Flurstück Flur Fläche in m²
92 Rudolstadt 917/2 10 14418
93 Rudolstadt 917/4 10 6636
94 Gräfenroda 931/15 6 2296
95 Gräfenroda 931/14 6 5894
96 Unterpörlitz 1925/14 9 13175
97 Unterpörlitz 1925/10 9 52
98 1925/8 9 10805
99 Unterpörlitz 1925/30 9 3215
100 Suhl 18/23 108 9140
101 Harra 1003 3 2566
LMBV:
Jahr Fläche in m² Gemarkung Flur Flurstück
2020 3.566 Großfurra 14 257/27
26 Großfurra 14 446/9
1.735 Stockhausen 7 157/15
2021 1.681 Rositz 1 34
2.634 Falkenhain 2 292/4
2.612 Prößdorf 1 54/1
854 Großfurra 14 255/118
426 Hain 2 413/71
173 Bleicherode 8 109/53
3.285 Sollstedt 1 2/100
1 Sollstedt 1 2/149
1.690 Sollstedt 1 2/97
8.415 Roßleben 6 10/12
278 Roßleben 6 66/7
22.199 Dippach 7 797/12
BVVG:
Für das Jahr 2020 hat die BVVG im Freistaat Thüringen den Verkauf von
insgesamt 976 ha und für das Jahr 2021 den Verkauf von insgesamt 555 ha
geplant. Es handelt sich um landwirtschaftliche Flächen bzw. Waldflächen.
Wismut GmbH:
Die Wismut GmbH plant derzeit keine konkreten Verkäufe im Freistaat
Thüringen.
BEV:
Die aktuelle Verkaufsplanung des BEV sieht für die Jahre 2020 und 2021 keine
Verkäufe im Freistaat Thüringen vor. Neben dieser Verkaufsplanung verwertet
das BEV jedoch auch Immobilien aufgrund von nicht planbaren, aktuellen
Kaufanfragen, insbesondere von Kommunen.
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