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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Maßnahmen für den Schutz von Polizisten und Vollzugsbeamten

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Datum

08.10.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2282324.09.2020

Maßnahmen für den Schutz von Polizisten und Vollzugsbeamten

der Abgeordneten Dr. Jürgen Martens, Stephan Thomae, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Thomas Hacker, Reginald Hanke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Manuel Höferlin, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Dr. Marcel Klinge, Dr. Lukas Köhler, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Alexander Müller, Frank Müller-Rosentritt, Dr. Martin Neumann, Matthias Seestern-Pauly, Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Katja Suding, Dr. Florian Toncar, Gerald Ullrich, Sandra Weeser, Nicole Westig, Katharina Willkomm und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Bereits unmittelbar nach der Anti-Corona-Demonstration am 29. August 2020 in Berlin wurde als Reaktion auf die Angriffe gegen Polizisten gefordert, die Mindeststrafe bei Widerstand gegen und tätlichen Angriffen auf Vollstreckungsbeamte deutlich heraufzusetzen (https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/angriffe-polizei-strafrecht-leipzig-connewitz-strafrahmen-debatte-widerstandgewalt-bmjv-cdu-csu/).

Zusätzlich sorgten die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten am ersten Septemberwochenende 2020 in Leipzig abermals für eine Wiederbelebung der Diskussion, ob die Rechtslage weiter verschärft werden soll. Dabei wurde insbesondere verlangt, die Straftatbestände §§ 113, 114 des Strafgesetzbuches (StGB), die den Widerstand gegen und den tätlichen Angriff auf Polizisten und andere Vollstreckungsbeamte unter Strafe stellen, erheblich zu verschärfen.

Aber auch vor diesem Hintergrund ist es fraglich, ob die Notwendigkeit einer weiteren Verschärfung der §§ 113, 114 StGB gegeben ist und ob die in der Vergangenheit beschlossenen Verschärfungen der Straftatbestände in den Jahren 2011 und 2017 überhaupt eine generalpräventive Wirkung in der Bundesrepublik Deutschland entfaltet haben.

Aus diesem Grunde fragen wir die Bundesregierung:

Fragen4

1

Wie viele Ermittlungsverfahren nach §§ 113, 114 StGB sind nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018 sowie 2019 in der Bundesrepublik Deutschland eingeleitet worden?

2

Wie viele Einstellungen nach § 153, § 153a, § 154 sowie § 170 der Strafprozessordnung (stopp) gab es nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018 und 2019 in der Bundesrepublik Deutschland (bitte Anzahl der Einstellungen pro Bundesland angeben)?

3

Wie viele rechtskräftige Verurteilungen nach § 113 und § 114 StGB gab es nach Kenntnis der Bundesregierung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018 und 2019 (bitte Anzahl der rechtskräftigen Verurteilungen pro Bundesland nennen)?

4

Welche Erkenntnis hat die Bundesregierung über das Strafmaß (Höhe der verhängten Strafen) bei rechtskräftigen Verurteilungen in Deutschland nach §§ 113 und 114 StGB in den Jahren 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018 und 2019 (bitte die Strafen pro Bundesland nach Haft- und Geldstrafen in jeweiliger Höhe darlegen)?

Berlin, den 17. September 2020

Christian Lindner und Fraktion

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