Unterstützung für Zoos und Tierparks während des Lockdowns
der Abgeordneten Stephan Protschka, Peter Felser, Franziska Gminder, Wilhelm von Gottberg, Berengar Elsner von Gronow, Thomas Ehrhorn, Johannes Huber, Enrico Komning und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Tierparks und Zoos haben bereits im Frühjahr massiv unter dem ersten Lockdown gelitten: fehlende Ticketverkäufe und der damit einhergehende Wegfall der Einnahmen bei gleichbleibend hohen Betriebskosten (vgl. https://www.allesmuenster.de/pauschale-schliessung-nicht-notwendig-allwetterzoo/, https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/corona-trifft-den-zoo-am-haertesten-l i.121878). Ein Zoo sah sich bereits gezwungen, „Notschlachtungen“ in Betracht zu ziehen, um ihre Tiere vorm Verhungern zu schützen (vgl. https://www.merkur.de/welt/coronavirus-zoo-tiere-deutschland-lage-eisbaer-pinguin-schlachtung-tod-tot-gehege-zr-13650133.html, https://www.morgenpost.de/vermischtes/article228911519/Erster-Tierpark-denkt-Wegen-Corona-Krise-an-Notschlachtungen.html).
Nachdem die Zoos und Tierparks wieder öffnen durften, litten diese weiterhin durch umfangreiche Einschränkungen wie Obergrenzen für Besucher und geschlossene Tierhäuser (vgl. https://www.allesmuenster.de/pauschale-schliessung-nicht-notwendig-allwetterzoo/).
Auch während des zweiten Lockdowns müssen viele Zoos und Tierparks trotz gut etablierter Hygienekonzepte geschlossen bleiben (vgl. https://www.mdr.de/sachsen/reaktion-zoo-leipzig-tierpark-goerlitz-corona-lockdown-100.html).
Die Schließung von Zoos und Tierparks während der Lockdown-Krise ist Ländersache (vgl. https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Corona-Massnahmen-Keine-Ausnahme-fuer-Niedersachsens-Zoos,corona5062.html). Dennoch ist die Bundesregierung aus Sicht der Fragesteller dafür verantwortlich, den Schutz der Tiere in Zoos und Tierparks vor Corona-Maßnahmen, die diese in Gefahr bringen bzw. schaden, sicherzustellen (vgl. https://www.merkur.de/welt/coronavirus-zoo-tiere-deutschland-lage-eisbaer-pinguin-schlachtung-tod-tot-gehege-zr-13650133.html). Hintergrund hierfür ist, dass Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert ist (vgl. https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/tierschutz/staatsziel-tierschutz.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Mit welcher Begründung sind Zoos und Tierparks während der Corona-Pandemie nach Kenntnis der Bundesregierung geschlossen worden, obwohl diese sich im Freien befinden und ein Mindestabstand von 1,5 Metern durch begrenzte Einlasskapazitäten gegeben werden kann?
Kennt die Bundesregierung die Kritik, dass mehr Leute in Einkaufsstraßen als im Zoo sind (vgl. https://www.westfalen-blatt.de/OWL/Kreis-Minden-Luebbecke/Rahden/4303312-Tierpark-Stroehen-Corona-Lockdown-droht-ab-2.-November-Zebra-wartet-noch-auf-Besucher)? Wenn ja, welche Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handeln zieht die Bundesregierung hieraus?
Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie viele Zoos und Tierparks in diesem Jahr in welchen Zeiträumen aufgrund der Corona-Maßnahmen schließen mussten?
Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie hoch die finanzielle Unterstützung der Zoos und Tierparks während der Corona-Maßnahmen war, und wenn ja, waren diese Corona-Hilfen aus Sicht der Bundesregierung ausreichend, um den Schutz der Tiere sicherzustellen?
Plant die Bundesregierung Maßnahmen, um Zoos und Tierparks während der Corona-Pandemie, aber auch nach der Pandemie bei noch fehlenden Besucherzahlen, zu unterstützen, und wenn ja, welche?
Kennt die Bundesregierung das Dilemma eines Zoodirektors, der durch eine coronabedingte finanzielle Notlage überlegen muss, welches Tier als Erstes „geschlachtet“ werden muss, und wenn ja, welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung für ihr eigenes Handeln hieraus (vgl. https://www.merkur.de/welt/coronavirus-zoo-tiere-deutschland-lage-eisbaer-pinguin-schlachtung-tod-tot-gehege-zr-13650133.html)?
Welche Auswirkungen kann es nach Kenntnis der Bundesregierung auf das Verhalten der Tiere in Zoos und Tierparks haben, wenn diese keine bzw. kaum Besucher über längere Zeiträume haben, und sieht die Bundesregierung hierbei Probleme (vgl. https://www.sueddeutsche.de/leben/zoo-besucher-corona-tierpark-1.4863435)?
Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung für ihr eigenes Handeln aus der Aussage, dass Zoos Familien Abwechslung und Erholung in Zeiten von der Corona-Pandemie geben könnten (vgl. https://www.mdr.de/sachsen/reaktion-zoo-leipzig-tierpark-goerlitz-corona-lockdown-100.html)?