[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. André Hahn, Gökay Akbulut,
Sylvia Gabelmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 19/26735 –
Hilfsorganisationen in der Corona-Krise
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Bekämpfung der gegenwärtigen Pandemie stellt die anerkannten
Hilfsorganisationen wie etwa den Arbeiter-Samariter-Bund, das Deutsche Rote
Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe oder den Malteser Hilfsdienst, aber auch
die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk (THW) vor neue
Herausforderungen. Mit zahlreichen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden leisten sie
einen wichtigen Beitrag zur Krisenbekämpfung, den sie oftmals zusätzlich zu
ihren bestehenden dienstlichen sowie privaten Verpflichtungen im Bereich des
Gesundheitswesens, des Rettungsdienstes oder der Sozialarbeit erbringen
müssen. Sie organisieren unter anderem nachbarschaftliche Hilfe für
Risikogruppen, unterstützen beim Aufbau von Teststationen oder von Impfzentren.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bewältigung der Corona-Pandemie stellt den Staat und die
Zivilgesellschaft vor große und in diesem Ausmaß bislang ungekannte
Herausforderungen. Innerhalb des föderalen Systems der Bundesrepublik Deutschland liegt die
Zuständigkeit zur Durchführung operativer Maßnahmen zur
Pandemiebekämpfung, wie z. B. dem Betrieb von Impf- und Testzentren, bei den Ländern und
Kreisen bzw. Kommunen. Auf Anforderung dieser staatlichen Ebenen leisten
die in der Vorbemerkung der Fragesteller genannten Hilfsorganisationen dabei
mit ihren umfangreichen Fähigkeiten und Ressourcen außerordentlich wichtige
Beiträge, um diese vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen. Der Bund
unterstützt Länder, Kreise und Kommunen im Wege der Amtshilfe auf
Anforderung mit seinen Ressourcen, wie z. B. der Bundeswehr und dem Technischen
Hilfswerk (THW).
Deutscher Bundestag Drucksache 19/27458
19. Wahlperiode 10.03.2021
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat
vom 9. März 2021 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Wo und mit welcher Art von Hilfeleistungen waren oder sind die
deutschen Hilfsorganisationen im Sinne des § 26 Absatz 1 des Zivilschutz-
und Katastrophenhilfegesetzes (ZSKG) nach Kenntnis der
Bundesregierung bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie im Einsatz?
Rechtsgrundlage für das Agieren der Hilfsorganisationen in der aktuellen
Corona-Pandemie ist nicht § 26 Absatz 1 des Zivilschutz- und
Katastrophenhilfegesetzes (ZSKG). Die Hilfsorganisationen werden nach den
entsprechenden landesrechtlichen Regelungen, z. B. den Katastrophenschutzgesetzen und
Rettungsdienstgesetzen der Länder, sowie nach den gültigen Satzungen der
Hilfsorganisationen in zahlreichen Bereichen der Bekämpfung der Corona-
Pandemie tätig. Auf die Vorbemerkung der Bundesregierung wird verwiesen.
2. Wo waren oder sind deutsche Hilfsorganisationen derzeit bei der
Bekämpfung der Corona-Pandemie im Ausland im Einsatz, und welche Art
von Aufgaben haben sie dort jeweils nach Kenntnis der
Bundesregierung?
Grundsätzlich gilt, dass deutsche Hilfsorganisationen im Ausland regelmäßig
auf Grundlage ihrer verbandseigenen Statuten tätig werden, ohne dass hierbei
zwangsläufig eine unmittelbare Abstimmung und Einbindung der
Bundesregierung erfolgt.
Vor diesem Hintergrund wird nachfolgend ausschließlich das Engagement
deutscher Hilfsorganisationen im Ausland aufgeführt, welches durch die
Bundesregierung aus dem Nachtragshaushalt 2020 zur Linderung der humanitären
COVID-19-Auswirkungen finanziert wurde.
Die Auswahl der Partner bezieht sich auf Nichtregierungsorganisationen,
welche in Deutschland gegründet wurden und ihren Hauptsitz in Deutschland
haben.
Tr
äg
er
R
eg
io
n
Pr
oj
ek
tm
aß
na
hm
en
ac
tio
n
m
ed
eo
r e
. V
.
D
em
ok
ra
tis
ch
e
R
ep
ub
lik
K
on
go
G
es
un
dh
ei
ts
ve
rs
or
gu
ng
u
nd
v
er
be
ss
er
te
r Z
ug
an
g
zu
T
rin
kw
as
se
r u
nd
Sa
ni
tä
ra
nl
ag
en
fü
r b
ur
un
di
sc
he
F
lü
ch
tli
ng
e
in
S
üd
- K
iv
u
So
m
al
ia
W
as
se
r,
H
yg
ie
ne
, G
es
un
dh
ei
t f
ür
B
in
ne
nv
er
tri
eb
en
e
un
d
lo
ka
le
B
ev
öl
ke
ru
ng
in
B
an
ad
ir
A
rb
ei
te
r-S
am
ar
ite
r-B
un
d
e.
V
.
N
ig
er
H
um
an
itä
re
H
ilf
e
fü
r m
al
is
ch
e
Fl
üc
ht
lin
ge
, B
in
ne
nv
er
tri
eb
en
e
un
d
A
uf
-
na
hm
eg
em
ei
nd
en
in
T
ah
ou
a
in
d
en
B
er
ei
ch
en
C
as
h,
W
A
SH
u
nd
N
ah
ru
ng
sm
itt
el
si
ch
er
he
it
un
d
C
O
V
ID
1
9
Pr
äv
en
tio
ns
ak
tiv
itä
te
n
G
es
am
tz
uw
en
du
ng
G
rie
ch
en
la
nd
EM
T-
Ei
ns
at
z:
B
as
is
m
ed
iz
in
is
ch
e
Ve
rs
or
gu
ng
d
er
M
en
sc
he
n
im
C
am
p
K
ar
a
Te
pe
II
, L
es
bo
s,
G
rie
ch
en
la
nd
ar
ch
e
no
VA
e
. V
.
So
m
al
ia
Tr
in
kw
as
se
r-,
S
an
itä
rv
er
so
rg
un
g
un
d
H
yg
ie
ne
, s
ow
ie
S
ch
ut
zm
aß
na
hm
en
u
nd
M
aß
na
hm
en
g
eg
en
G
en
de
r B
as
ed
V
io
le
nc
e
fü
r v
on
F
lu
t u
nd
D
ür
re
b
et
ro
ffe
-
ne
n
G
em
ei
nd
en
u
nd
ID
Ps
Ä
th
io
pi
en
H
um
an
itä
re
H
ilf
e
im
S
ek
to
r W
A
SH
fü
r v
on
F
lu
t,
D
ür
re
u
nd
C
ov
id
-1
9-
Pa
nde
m
ie
b
et
ro
ffe
ne
G
em
ei
nd
en
in
K
el
af
o,
G
od
e
un
d
D
en
an
W
or
ed
as
in
d
er
S
om
al
i R
eg
io
n,
Ä
th
io
pi
en
D
eu
ts
ch
e
W
el
th
un
ge
rh
ilf
e
e.
V
.
So
m
al
ia
In
te
gr
ie
rte
h
um
an
itä
re
H
ilf
e
–
in
S
ac
hu
nd
B
ar
m
itt
el
n
–
un
d
K
at
as
tro
ph
en
-
vo
rs
or
ge
fü
r B
et
ro
ffe
ne
v
on
k
lim
ab
ed
in
gt
en
K
ris
en
in
d
er
R
eg
io
n
Aw
da
l,
So
m
al
ila
nd
B
ur
un
di
St
är
ku
ng
d
er
W
id
er
st
an
ds
kr
af
t d
er
ä
rm
st
en
B
ev
öl
ke
ru
ng
sg
ru
pp
en
im
H
in
-
bl
ic
k
au
f N
ah
ru
ng
su
nd
E
rn
äh
ru
ng
ss
ic
he
rh
ei
t u
nd
T
rin
kw
as
se
rv
er
so
rg
un
g
in
d
er
P
ro
vi
nz
K
iru
nd
o
A
fg
ha
ni
st
an
Ve
rb
es
se
rte
r Z
ug
an
g
zu
H
yg
ie
ne
u
nd
T
rin
kw
as
se
r s
ow
ie
U
nt
er
kü
nf
te
fü
r
R
üc
kk
eh
re
r u
nd
B
in
ne
nv
er
tri
eb
en
e
M
ya
nm
ar
Er
nä
hr
un
gs
si
ch
er
un
g
un
d
Ve
rb
es
se
ru
ng
d
er
T
rin
kw
as
se
r-,
W
as
se
r u
nd
Sa
ni
tä
rv
er
so
r g
un
g
de
r d
ur
ch
d
en
b
ew
af
fn
et
en
K
on
fli
kt
in
te
rn
v
er
tri
eb
en
en
Pe
rs
on
en
G
lo
ba
l
Ei
nd
äm
m
un
g
vo
n
C
O
V
ID
-1
9
un
d
se
in
er
A
us
w
irk
un
ge
n
du
rc
h
hu
m
an
itä
re
Er
nä
hr
un
gs
si
ch
er
un
g
un
d
W
A
SH
-H
ilf
e
fü
r g
ef
äh
rd
et
e
G
em
ei
nd
en
, d
ie
v
on
de
r C
O
V
ID
-1
9-
Pa
nd
em
ie
b
et
ro
ffe
n
si
nd
Sy
rie
n
Sc
hu
tz
m
aß
na
hm
en
, U
nt
er
ku
nf
t
Sy
rie
n
M
ul
tis
ek
to
ra
le
N
ot
hi
lfe
fü
r B
in
ne
nv
er
tri
eb
en
e
in
S
yr
ie
n
(N
W
) i
m
R
ah
m
en
de
r C
O
V
ID
-1
9
K
ris
e
Tr
äg
er
R
eg
io
n
Pr
oj
ek
tm
aß
na
hm
en
D
eu
ts
ch
er
C
ar
ita
sv
er
ba
nd
e
. V
.
D
em
ok
ra
tis
ch
e
R
ep
ub
lik
K
on
go
M
ul
tis
ek
to
re
lle
N
ot
hi
lfe
fü
r B
in
ne
nv
er
tri
eb
en
e,
e
rz
w
un
ge
ne
R
üc
kk
eh
re
r
au
s A
ng
ol
a
un
d
au
fn
eh
m
en
de
G
as
tb
ev
öl
ke
ru
ng
, P
ro
vi
nz
K
as
ai
C
en
tra
l,
D
R
K
on
go
K
ol
um
bi
en
H
um
an
itä
re
S
ch
ut
zm
aß
na
hm
en
u
nd
E
rn
äh
ru
ng
ss
ic
he
ru
ng
fü
r v
on
K
on
fli
kt
un
d
be
w
af
fn
et
er
G
ew
al
t b
et
ro
ffe
ne
G
em
ei
nd
en
im
D
ep
ar
te
m
en
t C
ho
có
,
K
ol
um
bi
en
K
ol
um
bi
en
G
re
nz
üb
er
sc
hr
ei
te
nd
e
N
ot
hi
lfe
im
B
er
ei
ch
N
ah
ru
ng
, U
nt
er
ku
nf
t,
G
es
un
dh
ei
t
un
d
Sc
hu
tz
fü
r v
en
ez
ol
an
is
ch
e
Fl
üc
ht
lin
ge
u
nd
M
ig
ra
nt
en
/-i
nn
en
in
K
ol
um
bi
en
, E
cu
ad
or
Ve
ne
zu
el
a
Er
nä
hr
un
gs
si
ch
er
un
g
üb
er
e
le
kt
ro
ni
sc
he
G
ut
sc
he
in
e
fü
r 8
00
v
ul
ne
ra
bl
e,
vo
n
U
nt
er
er
nä
hr
un
g
be
tro
f fe
ne
H
au
sh
al
te
in
M
ira
nd
a
un
d
C
ar
ac
as
B
ra
si
lie
n
H
um
an
itä
re
N
ot
hi
lfe
in
d
en
B
er
ei
ch
en
B
as
is
ge
su
nd
he
its
ve
rs
or
gu
ng
, h
um
an
itä
re
r S
ch
ut
z
un
d
H
yg
ie
ne
z
um
S
ch
ut
z
in
di
ge
ne
r B
ev
öl
ke
ru
ng
sg
ru
pp
en
v
or
C
O
V
ID
-1
9
im
u
rb
an
en
u
nd
ru
ra
le
n
R
au
m
v
on
M
an
au
s,
B
ra
si
lie
n
20
20
A
fg
ha
ni
st
an
N
ah
ru
ng
sm
itt
el
hi
lfe
u
nd
v
er
be
ss
er
te
r Z
ug
an
g
zu
U
nt
er
kü
nf
te
n,
T
rin
kw
as
se
r
un
d
H
yg
ie
ne
u
nt
er
E
in
sa
tz
v
on
B
ar
ge
ld
le
is
tu
ng
en
fü
r B
in
ne
nf
lü
ch
tli
ng
e,
R
üc
kk
eh
re
r u
nd
G
as
tg
em
ei
nd
en
B
an
gl
ad
es
h
Ü
be
rle
be
ns
si
ch
er
un
g
du
rc
h
Ve
rb
es
se
ru
ng
d
er
U
nt
er
ku
nf
t u
nd
C
am
p-
In
fr
as
tru
kt
ur
fü
r R
oh
in
gy
a-
Fl
üc
ht
lin
ge
u
nd
a
ng
re
nz
en
de
G
as
tg
em
ei
nd
en
in
C
ox
’ s
B
az
ar
, B
an
gl
ad
es
ch
, s
ow
ie
M
aß
na
hm
en
in
F
or
m
v
on
G
el
dl
ei
st
un
ge
n
zu
r E
in
dä
m
m
un
g
de
r A
us
w
irk
un
ge
n
de
r C
ov
id
-1
9
Pa
nd
em
ie
Sy
rie
n
Si
ch
er
un
g
de
r G
ru
nd
be
dü
rf
ni
ss
e
vu
ln
er
ab
le
r G
ru
pp
en
d
ur
ch
N
ah
ru
ng
sm
itt
el
-
un
d
H
yg
ie
ne
ar
tik
el
ve
rte
ilu
ng
(N
FI
s)
, W
in
te
rh
ilf
en
so
w
ie
p
sy
ch
os
oz
ia
le
A
kt
iv
itä
te
n,
A
le
pp
o/
Sy
rie
n
Jo
rd
an
ie
n
Si
ch
er
un
g
de
r G
ru
nd
be
dü
rf
ni
ss
e
vu
ln
er
ab
le
r G
ru
pp
en
d
ur
ch
G
el
dl
ei
st
un
ge
n,
m
ed
iz
in
is
ch
e
B
as
is
ge
su
nd
he
its
ve
rs
or
gu
ng
u
nd
p
sy
ch
os
oz
ia
le
A
kt
iv
itä
te
n,
Jo
rd
an
ie
n
D
eu
ts
ch
es
R
ot
es
K
re
uz
e
. V
.
G
lo
ba
l T
ür
ke
i,
Li
ba
no
n,
S
yr
ie
n,
Je
m
en
, P
al
äs
tin
a,
L
ib
ye
n,
Ir
ak
,
M
ya
nm
ar
, P
hi
lip
pi
ne
n,
B
an
gl
ade
sh
, N
or
dk
or
ea
, P
ak
is
ta
n,
V
ie
tna
m
, U
ga
nd
a,
M
os
am
bi
k,
S
ud
an
,
So
m
al
ia
, M
ad
ag
as
ka
r,
Sü
ds
ud
an
,
Ä
th
io
pi
en
, M
os
am
bi
k,
S
ud
an
,
U
kr
ai
ne
, K
ol
um
bi
en
, P
er
u,
E
cu
ado
r,
Ve
ne
zu
el
a)
Le
be
ns
re
tte
nd
e
M
aß
na
hm
en
fü
r K
ris
en
be
tro
ffe
ne
u
nd
e
in
e
Ve
rb
es
se
ru
ng
d
er
K
ris
en
re
ak
tio
ns
fä
hi
gk
ei
t
Tr
äg
er
R
eg
io
n
Pr
oj
ek
tm
aß
na
hm
en
H
EL
P
e.
V
.
B
ur
ki
na
F
as
o
Er
nä
hr
un
gs
si
ch
er
un
g
un
d
B
ek
äm
pf
un
g
vo
n
U
nt
er
er
nä
hr
un
g
so
w
ie
N
ot
- u
nd
W
ie
de
re
in
gl
ie
de
ru
ng
sh
ilf
e
fü
r B
in
ne
nv
er
tri
eb
en
e
in
d
en
R
eg
io
ne
n
C
en
tre
N
or
d
un
d
du
N
or
d;
G
es
am
tz
uw
en
du
ng
Ir
ak
Ve
rb
es
se
ru
ng
d
er
W
as
se
rv
er
so
rg
un
g
un
d
Sc
hu
tz
m
aß
na
hm
en
fü
r R
üc
kk
eh
re
r,
B
in
ne
nf
lü
ch
tli
ng
e
un
d
A
uf
na
hm
eg
em
ei
nd
en
Sy
rie
n
B
er
ei
ts
te
llu
ng
u
m
fa
ss
en
de
r H
yg
ie
ne
m
aß
na
hm
en
fü
r d
ie
k
on
fli
kt
be
tro
ffe
ne
B
ev
öl
ke
ru
ng
in
N
or
do
st
-S
yr
ie
n
M
al
te
se
r H
ilf
sd
ie
ns
t e
. V
.
Su
bs
ah
ar
a
lä
nd
er
üb
er
gr
ei
fe
nd
: p
ro
gr
am
m
ba
si
er
te
P
ro
je
kt
fö
rd
er
un
g
in
d
en
3
H
au
pt
-
se
kt
or
en
W
as
se
r-S
an
itä
r u
nd
H
yg
ie
ne
ve
rs
or
gu
ng
/G
es
un
dh
ei
t s
ow
ie
E
rn
äh
-
ru
ng
ss
ic
he
ru
ng
u
nd
L
eb
en
sg
ru
nd
la
ge
n;
U
m
se
tz
un
g
zu
nä
ch
st
in
T
an
sa
ni
a,
D
R
K
on
go
, N
ig
er
ia
, S
üd
su
da
n
un
d
U
ga
nd
a
(b
ed
ar
fs
ab
hä
ng
ig
e
vt
l.
no
ch
Ä
th
io
pi
en
, B
ur
un
di
, K
en
ia
)
K
ol
um
bi
en
Pr
im
är
e
G
es
un
dh
ei
ts
ve
rs
or
gu
ng
u
nd
G
ru
nd
be
da
rf
sd
ec
ku
ng
fü
r v
ul
ne
ra
bl
e
Fl
üc
ht
lin
ge
, M
ig
ra
nt
en
u
nd
R
üc
kk
eh
re
r a
us
V
en
ez
ue
la
d
ur
ch
G
el
dl
ei
st
un
ge
n
un
d
Ve
rte
ilu
ng
v
on
S
ac
hg
üt
er
n
U
kr
ai
ne
B
ei
tra
g
zu
r p
sy
ch
os
oz
ia
le
n
St
ab
ili
si
er
un
g
B
et
ro
ffe
ne
r d
es
U
kr
ai
ne
-K
on
fli
kt
s
G
lo
ba
l
G
lo
ba
lp
ro
je
kt
C
ov
id
-1
9
(u
nt
er
E
in
be
zi
eh
un
g
vo
n
G
el
dl
ei
st
un
ge
n)
in
d
en
v
on
de
r C
or
on
a-
Pa
nd
em
ie
b
et
ro
f fe
ne
n
Lä
nd
er
n
A
si
en
s u
nd
L
at
ei
na
m
er
ik
as
Li
ba
no
n
M
ob
ile
G
es
un
dh
ei
ts
ve
rs
or
gu
ng
fü
r k
on
fli
kt
be
tro
ffe
ne
sy
ris
ch
e
Fl
üc
ht
lin
ge
un
d
au
fn
eh
m
en
de
li
ba
ne
si
sc
he
G
em
ei
nd
en
D
R
K
on
go
A
us
st
at
tu
ng
e
in
es
F
el
dl
az
ar
et
ts
in
K
in
sh
as
a
fü
r C
ov
id
-1
9
Fä
lle
M
ed
ic
o
In
te
rn
at
io
na
l e
. V
.
So
m
al
ia
N
ot
hi
lfe
fü
r v
ul
ne
ra
bl
e
B
in
ne
nv
er
tri
eb
en
e
un
d
G
as
tg
em
ei
nd
en
d
ur
ch
C
as
h
T r
an
sf
er
, S
ic
he
ru
ng
v
on
L
eb
en
sg
ru
nd
la
ge
n
un
d
W
A
SH
-A
kt
iv
itä
te
n
in
S
üd
-
Ze
nt
ra
l S
om
al
ia
u
nd
M
an
de
ra
, K
en
ia
Li
ba
no
n
B
er
ei
ts
te
llu
ng
e
in
er
B
as
is
ge
su
nd
he
its
ve
rs
or
gu
ng
u
nd
D
ur
ch
fü
hr
un
g
vo
n
G
es
un
dh
ei
ts
sc
hu
lu
ng
en
fü
r s
yr
is
ch
e
Fl
üc
ht
lin
ge
u
nd
v
ul
ne
ra
bl
e
Fa
m
ili
en
in
G
as
tg
em
ei
nd
en
in
d
er
B
ek
aa
u
nd
S
üd
-B
ei
ru
t,
Li
ba
no
n
Darüber hinaus kam im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens,
welches national durch den Bund koordiniert wird, die International Search and
Rescue Germany (I.S.A.R. Germany) Stiftung gemeinnützige GmbH im
Ausland zum Einsatz. I.S.A.R Germany unterstützte das Gesundheitssystem der
Republik Armenien mit einem durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
zertifizierten Emergency Medical Team (EMT) in den letzten beiden Wochen
im Juli 2020. Die Entsendung erfolgte über den
Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union (EU) und wurde von der EU finanziert.
3. Durch welche Behörden des Bundes, der Länder oder der Kommunen
wurden sie dabei (gemäß den Fragen 1 und 2) nach Kenntnis der
Bundesregierung beauftragt, und auf welcher Rechtsgrundlage erfolgte
dies?
Auf die Antwort zu Frage 1 wird verwiesen. Soweit Behörden und
Organisationen des Bundes im Wege der Amtshilfe tätig wurden, erfolgte dies auf
Grundlage von Artikel 35 des Grundgesetzes (GG) sowie auf Grundlage von § 1
Absatz 1 THW-Gesetz (THWG).
Humanitäre Hilfsmaßnahmen im Ausland werden von der Bundesregierung an
die in der Antwort zu Frage 2 genannten Hilfsorganisationen nach Maßgabe
haushalts- und zuwendungsrechtlicher Rechtsgrundlagen vergeben.
Der Einsatz von I.S.A.R. Germany erfolgte im Rahmen des
Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union auf Grundlage des Beschlusses
Nr. 1313/2013/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17.
Dezember 2013 in der zuletzt durch den Beschluss (EU) 2019/420 des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. März 2019 zur Änderung des
Beschlusses Nr. 1313/2013/EU über ein Katastrophenschutzverfahren der Union
abgeänderten Fassung.
4. In welchen Fällen erfolgte dabei die Beauftragung durch das
Bundesministerium für Gesundheit auf Grundlage des § 5 Absatz 8 des
Infektionsschutzgesetzes (IfSG)?
Von der Möglichkeit des neu geschaffenen § 5 Absatz 8 des
Infektionsschutzgesetzes hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) derzeit noch keinen
Gebrauch gemacht.
5. Welche Art von Unterstützung leisteten bzw. leisten nach Kenntnis der
Bundesregierung im Jahr 2020 und 2021 Einsatzkräfte des THW im
Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im In- oder Ausland?
Das Technische Hilfswerk (THW) befindet sich seit dem 2. Februar 2020 im
Zusammenhang mit Covid-19 im Einsatz. 58.272 ehrenamtliche THW-
Einsatzkräfte haben seitdem 655.443 Dienststunden geleistet. Aktuell sind 196 THW-
Angehörige im Einsatz (Stand: 23. Februar 2021).
Hilfeleistungen im Inland:
Das THW leistet Fachberatung, die die bundesweite Teilnahme von THW-
Fachberatenden in Krisenstäben auf Bundes-, Landes- und Kreisebene sowie
Führungsunterstützung in Leitungs- und Koordinierungsstäben beinhaltet.
Unterstützungsmaßnahmen im Bereich der Logistik umfassen insbesondere:
• Zurverfügungstellung des THW-Zentrallagers als bundesweites
Verteilzentrum für Schutzausstattungen zur Verteilung an Bundesbehörden unter
Leitung der Zentralen Koordinierungsinstanz Logistik (zKiL) des THW zur
Koordinierung der Verteilung,
• Unterhalt und Betrieb bundesweiter Logistikstützpunkte im Rahmen von
Amtshilfe für Landesbehörden,
• bundesweiter Transport von Hygiene- und Schutzausstattung, wie z. B.
Schutzmasken, Einweg-Schutzanzüge, Desinfektionsmittel, COVID-19-
Schnelltest-Kits sowie Impfzubehör, für Bundes-, Landes- und
Kreisbehörden,
• Transport von Proben für Landesbehörden.
Zusätzlich umfasst das Einsatzspektrum des THW zur Bewältigung der
COVID-19-Pandemie im Inland:
• Aufbau von Corona-Test-Stationen sowie Aufbauunterstützung und
Gestellung von Material für den Betrieb von Corona-Test-Stationen,
• Unterstützung der Bundespolizei bei Grenzsicherungsmaßnahmen,
insbesondere durch Aufbau und Betrieb von beheizten Zelten bzw.
Bürocontainern und Beleuchtungssystemen an Grenzkontrollstellen der Bundespolizei,
• Aufbau einer temporären Stromversorgung an Corona-Teststellen sowie
Grenzkontrollstellen,
• Unterstützung bei Aufbau und Betrieb von Impfzentren,
• Aufbau von Bedarfskrankenhäusern,
• Aufbau von Hygienestationen an Schulen,
• Erweiterungen von Krankenhaus-Notaufnahmen,
• Umbaumaßnahmen in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen.
Hilfeleistungen im Ausland:
Zur Bewältigung der Corona-Pandemielage kam es im Auftrag der
Bundesregierung gemäß § 1 Absatz 2 Nummer 2 THWG bislang zu folgenden
Einsätzen und Maßnahmen des THW im Ausland:
• Beschaffung von Schutz- und Dekontaminationsausstattung für Jordanien,
• Beschaffung von Schutzausstattung, Hygiene- und Desinfektionsmitteln für
die beiden irakischen Partnerorganisationen Joint Coordination and
Monitoring Center (JCMC) im Zentralirak und Joint Crisis Coordination Centre
(JCC) im kurdischen Nordirak,
• Beschaffung und Lieferung von 150 Beatmungsgeräten für Albanien,
Bosnien und Herzegowina, Nord-Mazedonien, Kosovo, Serbien, Armenien,
Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Republik Moldau, Ukraine und
Palästinensische Gebiete.
6. Inwieweit gibt es Defizite in der Versorgung der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter von Hilfsorganisationen oder des THW mit
Schutzmaterialien aktuell, und – sofern sie bestehen – wie will die Bundesregierung
diese beheben?
Auf die Vorbemerkung der Bundesregierung wird verwiesen. Es liegen keine
Erkenntnisse über etwaige Defizite bei der Versorgung der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen mit Schutzausrüstung vor.
Für die den Ländern auf Grundlage von § 13 ZSKG für Zwecke des
Katastrophenschutzes ergänzend zur Verfügung gestellte Ausstattung (z. B. für die
Medizinischen Task Forces), hat der Bund den Ländern im Zuge der Pandemie
weitere Schutzausrüstung für das auf den Fahrzeugen eingesetzte Personal
bereitgestellt.
Im THW bestehen keine Defizite bei der Versorgung der hauptamtlich
beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder der ehrenamtlichen Einsatzkräfte
des THW mit Schutzmaterialien.
7. Welche Corona-Impfzentren in Deutschland werden derzeit nach
Kenntnis der Bundesregierung unter Federführung von Hilfsorganisationen
betrieben, und welchen Beitrag leisten die Hilfsorganisationen beim
Betrieb der Impfzentren darüber hinaus?
Die Länder sind zuständig für die Organisation der Impfzentren und
sachgerechte Impfung der Impfstoffe an prioritär zu impfende Personen vor Ort unter
Einbeziehung lokaler Akteure. Der Bundesregierung liegen – sofern sie nicht
durch Amtshilfeleistungen (z. B. durch Bundeswehr/THW) hieran beteiligt ist –
keine umfassenden Erkenntnisse über die Einbindung und Beauftragung der
Hilfsorganisationen vor. Nach Kenntnis der Bundesregierung variiert die
Federführung beim Betrieb der Impfzentren von Bundesland zu Bundesland, z. T.
sind hier Hilfsorganisationen Betreiber, zum Teil aber auch Kassenärztliche
Vereinigung oder Krankenhäuser.
8. Wie wird der Einsatz der Hilfsorganisationen in der Corona-Krise
koordiniert, und wie erfolgt die Kommunikation zwischen den
Krisenstäben des Bundes, der Länder und Kommunen sowie der einzelnen
Hilfsorganisationen?
Eine Koordinierung der Einsätze der Hilfsorganisationen erfolgt durch die
jeweils anfordernden Stellen in den Ländern, Kreisen und Kommunen. Gleiches
gilt für die Kommunikation der Krisenstäbe der Länder und Kommunen mit
den einzelnen Hilfsorganisationen. Auf die Vorbemerkung der Bundesregierung
sowie die Antwort zu Frage 1 wird verwiesen.
Eine unmittelbare Kommunikation der Krisenstäbe des Bundes bis auf die
Ebene der Kommunen erfolgt nicht. Anlassbezogen werden bestehende und
geeignete Formate zwischen den unterschiedlichen Verwaltungsebenen genutzt.
Die Kommunikation mit den Hilfsorganisationen erfolgt auf Bundesebene
entsprechend den Übereinkommen zum Interoperablen Krisenmanagement der
Hilfsorganisationen (IKM). Das Führungs- und Lagezentrum (FüLZ) des DRK
ist hierbei Point of Entry der Hilfsorganisationen bzw. Single Point of Contact
(SPoC) für den Krisenstab BMI/BMG. Darüber hinaus hat das Deutsche Rote
Kreuz (DRK) Generalsekretariat eine Verbindungsperson im Krisen-/
Leitungsstab des BMG installiert.
9. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung zu finanziellen
Schwierigkeiten von Ortsverbänden der Hilfsorganisationen, denen aufgrund der
Absagen der meisten Feste und Veranstaltungen, z. B. im Kultur- und
Sportbereich, Einnahmen aus Sanitätsdiensten fehlen, für die im
Normalfall die Ausrichter bezahlen?
Welche Möglichkeiten des Ausgleichs für Einnahmeausfälle bestehen
nach Kenntnis der Bundesregierung?
Erkenntnisse zu finanziellen Schwierigkeiten von Ortsverbänden der
Hilfsorganisation liegen der Bundesregierung nicht vor. Auf die Vorbemerkung der
Bundesregierung wird verwiesen.
Private gemeinnützige Unternehmen (i. S. d. §§ 51 ff. der Abgabenordnung
[AO]) sind, soweit sie wirtschaftlich tätig sind, d. h. dauerhaft am Markt
auftreten, unabhängig von ihrer Rechtsform für die Überbrückungshilfe II
(Anspruchszeitraum September bis Dezember 2020) und die
Überbrückungshilfe III (Anspruchszeitraum November 2020 bis Juni 2021) antragsberechtigt.
Bei diesen Unternehmen wird anstelle der Umsätze auf die Einnahmen
abgestellt. Die Einnahmen umfassen die am Markt erzielten Umsätze,
Mitgliedsbeiträge und Spenden sowie Zuwendungen der öffentlichen Hand. Voraussetzung
ist, dass der Verein zum Stichtag 29. Februar 2020 zumindest einen
Beschäftigten hatte. Im Rahmen der Corona-Überbrückungshilfen sind fortlaufende,
vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte Fixkosten, wie z. B.
Mietkosten, Ausgaben für Strom, Wasser, Heizung und Versicherungen oder
Lizenzgebühren, förderfähig. Es können bis zu 90 Prozent der förderfähigen
Fixkosten erstattet werden.
Gemeinnützige Einrichtungen sind für die November- bzw. Dezemberhilfe
antragsberechtigt, wenn sie von den behördlich angeordneten
Schließungsmaßnahmen seit dem 2. November 2020 betroffen waren. Voraussetzung ist, dass
sie wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt tätig sind und zum Stichtag
29. Februar 2020 zumindest einen Beschäftigten hatten. Die Hilfe bemisst sich
insbesondere am Vergleichsumsatz in den Monaten November und Dezember
2019. Es können bis zu 75 Prozent des Vergleichsumsatzes erstattet werden.
Einzelheiten können über
https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/
UBH/Redaktion/DE/FAQ/FAQ-Novemberhilfe/faq-5-3.html und
https://www.
ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Redaktion/DE/FAQ/FAQs/faq-list
e-02.html (Punkt 1.1) abgerufen werden. Inwieweit einzelne Bereiche und
Strukturen der Hilfsorganisationen unter die zuvor genannten Regelungen
fallen und etwaige Ansprüche geltend machen können, obliegt einer
Einzelfallprüfung auf Grundlage des jeweils konkret einzureichenden Antrages.
10. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Auswirkungen
der Finanzierungslücken auf die ehrenamtlichen Strukturen der
Hilfsorganisationen?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor.
11. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung zu den Mehrkosten, die
den Hilfsorganisationen bei ihren Corona-Einsätzen bislang entstanden
sind und weiterhin entstehen, sowie über die Möglichkeiten der
Refinanzierung?
Auf die Vorbemerkung der Bundesregierung wird verwiesen. Nach Kenntnis
der Bundesregierung werden den Hilfsorganisationen die Kosten erstattet, die
Ihnen bei Einsätzen auf Anforderung durch Behörden entstehen.
12. Plant die Bundesregierung eine Änderung der Coronavirus-
Testverordnung, um eine Kostenübernahme der Corona-Schnelltests für
Angehörige der Rettungsdienste sicherzustellen (wenn ja, bis wann, und falls nein,
aus welchen Gründen nicht)?
Die Testung von Angehörigen des Rettungsdienstes wurde bereits in der
gültigen Testverordnung berücksichtigt. Regeln zur Abrechnung finden sich in § 7
der Coronavirus-Testverordnung. Darüber hinaus evaluiert das BMG stets, ob
und welche Anpassungen der Testverordnung – auch im Sinne der
Weiterentwicklung der Teststrategie – geboten sind.
13. Inwiefern findet vor einem Einsatz der Bundeswehr im Rahmen der
Pandemie-Bekämpfung eine Prüfung statt, ob die im Rahmen der
Amtshilfe ersuchte Tätigkeit auch (oder möglicherweise besser) durch eine
Hilfsorganisation oder das THW erledigt werden kann?
Die Bundeswehr leistet Amtshilfe nach Artikel 35 Absatz 1 GG. In diesem
Rahmen kann die Bundeswehr auf Antrag der zuständigen Behörden und
Kommunen und mit vorhandenen Ressourcen ergänzende Unterstützung leisten.
Die ersuchenden Behörden stellen ihre Verantwortlichkeit zum Handeln fest
und ersuchen die Bundeswehr, z. B. bei fehlenden eigenen Ressourcen, um
Hilfeleistung.
Grundsätzlich steht die Entscheidung darüber, ob Amtshilfe erbeten und welche
Behörde darum ersucht wird, im pflichtgemäßem Ermessen der ersuchenden
Behörde. Eine Überprüfung dieser Auswahlentscheidung erfolgt durch die
Bundeswehr nicht.
14. In welchen privatwirtschaftlich geführten Unternehmen – etwa den
privaten Seniorenresidenzen von „Pro Seniore“ – wurde und wird die
Bundeswehr im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung eingesetzt, und welche
Art von Hilfe leistet sie dabei?
Amtshilfe gemäß Artikel 35 Absatz 1 GG ist eine Hilfeleistung ausschließlich
zwischen Behörden. Amtshilfe gegenüber Privatpersonen oder Unternehmen ist
ausgeschlossen.
Dienststellen der Bundeswehr können jedoch auf Antrag der
amtshilfeersuchenden Behörden Unterstützungsleistungen für Einrichtungen (z. B. Alten- und
Pflegeheime), insbesondere im Rahmen der behördlichen Aufgaben der
Daseinsvorsorge, erbringen.
Die Rechtsform des Trägers der jeweiligen Einrichtung, die auf Antrag der
jeweils zuständigen Behörde durch die Bundeswehr unterstützt wird, wird durch
die Bundeswehr nicht erfasst.
15. Welche Behörde beantragte dabei (s. Frage 14) gegebenenfalls jeweils
Amtshilfe?
Auf die Antwort zu Frage 14 wird verwiesen.
16. Welche Kosten sind der Bundeswehr durch ihren Einsatz in privaten
Unternehmen (s. Frage 14) entstanden, und inwiefern werden diese Kosten
diesen Unternehmen in Rechnung gestellt?
Die aus § 8 Absatz 1 Satz 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes hergeleiteten
Erstattungsansprüche für Leistungen des Geschäftsbereichs des
Bundesministeriums der Verteidigung, die aus der Amtshilfe gemäß Artikel 35 Absatz 1 GG
resultieren, können ausschließlich gegenüber den amtshilfeersuchenden
Behörden geltend gemacht werden.
Dies gilt auch für Fälle, in denen Dienststellen der Bundeswehr auf Antrag der
amtshilfeersuchenden Behörden die Amtshilfeleistung in oder gegenüber
Unternehmen (z. B. privatrechtlich betriebenen Alten- und Pflegeheimen),
beispielsweise im Rahmen der Daseinsvorsoge, erbringen. Insoweit können auch
keine amtshilfebedingten Auslagen als Forderungen direkt gegenüber
Unternehmen geltend gemacht werden. Daraus folgend wird keine differenzierte
Erfassung von Kosten in Bezug auf den Einsatz in oder gegenüber Unternehmen
vorgenommen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]