[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Detlev Spangenberg, Dr. Robby
Schlund, Uwe Witt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 19/28219 –
Corona-Impfungen und Corona-Cluster in Alten- und Pflegeheimen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Priorisierung der verschiedenen Risikogruppen für die COVID-19-
Impfungen wurde mit der Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV)
zentral festgelegt. Als hochgradig priorisiert gelten Bewohner und Mitarbeiter in
Alten- und Pflegewohnheimen, gefolgt vom Pflegepersonal mit sehr hohem
Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2. Der
„Bayerische Rundfunk“ berichtete am 4. Februar 2021, dass bereits 70 Prozent der
Bewohner von Alten- und Pflegeheimen geimpft sind (
https://www.br.de/nach
richten/bayern/corona-impfbilanz-in-pflegeheimen-rund-70-prozent-geimpft,S
O1OHVT). Teilweise ist sogar eine Impfquote von 90 Prozent erreicht worden
(
https://www.haller-kreisblatt.de/lokal/werther/22928153_In-diesem-Altenhei
m-sind-bereits-ueber-90-Prozent-der-Bewohner-geimpft.html).
Bemerkenswert sind daher die Meldungen darüber, dass trotz Impfung vermehrt über
Corona-Cluster mit mehreren Toten in den Alten- und Pflegeheimen berichtet
wird.
Am 7. Januar 2021 berichtete „inFranken.de“ (
https://www.infranken.de/lk/kr
onach/corona-infektion-trotz-impfung-wieso-stecken-sich-geimpfte-mit-covi
d-19-an-art-5143423): „Nach Impfung: Corona-Infektion im Altenpflegeheim
in Küps: Die meisten der positiv getesteten Bewohner und Mitarbeiter des
Altenpflegeheims Sonnen-Blick hatten die erste Impfung bereits erhalten.
Warum haben sie sich sieben Tage danach trotzdem mit Corona infiziert?“
Am 7. Januar 2021 berichtete der „WDR“ (
https://www1.wdr.de/nachrichten/
westfalen-lippe/corona-ausbruch-altenheim-telgte-100.html): „Obwohl sie
schon Ende Dezember geimpft worden waren, haben sich in einem Altenheim
in Warendorf elf Bewohner und 13 Mitarbeitern mit dem Coronavirus
angesteckt. Das teilte die Träger-Gesellschaft des Warendorfer Heimes am
Donnerstag mit. Die Gründe dafür sind bislang unklar.“
Am 8. Januar 2021 berichtete „t-online.de“ (
https://www.t-online.de/region/do
rtmund/news/id_89244496/dortmund-corona-faelle-im-pflegeheim-nach-impf
start .html): „Die Bewohner der „Weißen Taube“ sollen am 29. Dezember
geimpft worden sein. Stand Donnerstagabend wurden in dem Altenheim 15
Corona-Fälle festgestellt: 14 Neuinfektionen bei Bewohnern und eine beim
Personal.“ (8. Januar 2021, Dortmund.).
Deutscher Bundestag Drucksache 19/29175
19. Wahlperiode 30.04.2021
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit vom 29. April 2021
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Am 8. Januar 2021 berichtete der „WDR“ (
https://www1.wdr.de/nachrichten/
westfalen-lippe/corona-ausbruch-altenheim-roedinghausen-nach-impfung-10
0.html): „In Rödinghausen sind Bewohnerinnen und Bewohner und
Mitarbeitende eines Seniorenheims mit Corona infiziert. Wenige Tage zuvor waren sie
geimpft worden.“
Am 8. Januar 2021 berichtete der „Bayerische Rundfunk“ (BR;
https://www.b
r.de/nachrichten/wissen/positive-corona-tests-nach-impfung-wissenschaftler-e
ntwarnen,SLVBrvx): „In zwei Altenheimen im Landkreis Kronach haben sich
bereits gegen COVID-19 geimpfte Menschen mit dem Coronavirus infiziert.
Wie Silvia Meusel, Einrichtungsleiterin des Seniorenheims „Sonnen Blick“,
dem BR bestätigte, seien in Küps nach Schnelltests zu Beginn der Woche etwa
20 Bewohner positiv getestet worden. Auch bei zwei bereits geimpften
Mitarbeitern sei mittels des zuverlässigeren PCR-Tests das Virus nachgewiesen
worden, so Meusel.“
Am 11. Januar 2021 berichtete die „Tegernseer Stimme“ (
https://tegernseersti
mme.de/nach-corona-ausbruch-in-pflegeheim-im-tegernseer-tal/): „Am
vergangenen Samstag kam es in einem Pflegeheim im Tegernseer Tal zu einem
Corona-Ausbruch. Die Pressesprecherin Sophie Stadler erklärt die aktuelle
Situation in der Einrichtung, und wie es zu dem Infektionsgeschehen trotz erster
Impfungen kommen konnte.“
Am 13. Januar 2021 berichtete die „Neue Westfälische“ (
https://www.nw.de/l
okal/kreis_guetersloh/schloss_holte_stukenbrock/22935059_Mehrere-Coronaf
aelle-nach-Impfungen-in-Altenheim-in-Schloss-Holte-Stukenbrock.html):
„Am 30. Dezember war das Caritas-Seniorencentrum St. Johannes in
Stukenbrock die zweite Einrichtung im Kreis, in der Coronaschutz-Impfungen
durchgeführt wurden. Schon einen Tag nach der Impfung erreichte Heimleiter
Bernd Zilger die Nachricht, dass 13 Bewohner und drei Mitarbeiter positiv
sind.“
Am 14. Januar 2021 berichtete „Die Rheinpfalz“ (
https://www.rheinpfalz.de/l
okal/rhein-pfalz-kreis_artikel,-altenheim-bewohner-trotz-impfung-infiziert-_ar
id,5156475.html?reduced=true): „Ausgerechnet eine Neuhofener
Seniorenresidenz hat seit Tagen mit einem großen Corona-Ausbruch zu kämpfen. Denn
die Einrichtung war als eine der ersten bei der Impfung an der Reihe.
Trotzdem schlug das Virus zu.“
Am 14. Januar 2021 berichtete der „WDR“ (
https://www1.wdr.de/nachrichte
n/rheinland/Coronafaelle-nach-Impftermin-in-Bedburger-Pflegeeinrichtung-10
0.html): „In einer Bedburger Pflegeeinrichtung sind 21 Senioren und zwei
Mitarbeiter an Corona erkrankt. Laut dem Kreis waren alle von ihnen Ende
Dezember gegen das Virus geimpft worden.“
Am 14. Januar 2021 berichtete „Tag24“ (
https://www.tag24.de/thema/coronav
irus/corona-infektion-nach-erster-impfung-chaos-im-altersheim-1797483):
„Corona-Erkrankung trotz Impfung? In einem Altenheim in Hagen (NRW)
sollen sich mehrere Bewohner nach ihrer ersten Schutzimpfung mit Covid-19
infiziert haben.“
Am 14. Januar 2021 berichtete „inFranken.de“ (
https://www.infranken.de/lk/li
chtenfels/corona-ausbruch-in-lichtenfelser-pflegeheim-elisabeth-impfteam-sch
uld-daran-art-5148309): „Im Lichtenfelser Pflegeheim Elisabeth sind 51 von
55 Bewohnern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bevor das
Impfteam da war, habe es keinen einzigen Fall gegeben.“
Am 15. Januar 2021 berichtete „echo-online“ (
https://www.echo-online.de/lok
ales/kreis-gross-gerau/riedstadt/corona-ausbruch-in-altenheim-vor-der-zweite
n-impfung_22962651): „Corona-Ausbruch in Altenheim vor der zweiten
Impfung“
Am 15. Januar 2021 berichtete „Ruhr Nachrichten“ (
https://www.ruhrnachrich
ten.de/dortmund/corona-ausbrueche-trotz-impfung-in-awo-altenheim-kirchlin
de-plus-1592496.html): „In einem Altenzentrum in Dortmund ist das
Coronavirus ausgebrochen. Das Tragische: Die Bewohner gehörten zu den ersten, die
geimpft wurden. Bald hätten sie die zweite Spritze bekommen.“
Am 15. Januar 2021 berichtete die „Allgäuer Zeitung“ (
https://www.allgaeue
r-zeitung.de/allgaeu/kempten/corona-trotz-impfung-seniorenheim-bewohner-p
ositiv-getestet_arid-261586): „Im Seniorenzentrum Betzigau wurde bereits
geimpft. Dennoch sind nun acht Bewohner und fünf Mitarbeiter positiv auf
Corona getestet worden. Wie ist das möglich?“
Am 15. Januar 2021 berichtete die „Westphalenpost“ (
https://www.wp.de/regi
on/sauer-und-siegerland/der-tod-ist-nicht-dem-impfstoff-anzulasten-id231333
356.html): „Vorfälle nach Impfungen in Hattingen und Hagen: zwei
Todesfälle, viele Neuinfizierte.“
Am 15. Januar 2021 berichtete der „Hellweger Anzeiger“ (
https://www.hellwe
geranzeiger.de/unna/coronavirus-erreicht-das-bonifatius-heim-in-unna-kurz-n
ach-der-impfung-plus-1592814.html): „Coronavirus erreicht das Bonifatius-
Heim in Unna – kurz nach der Impfung.“
Am 16. Januar 2021 berichtete die „WAZ“ (
https://www.waz.de/staedte/oberh
ausen/corona-ausbruch-im-oberhausener-altenheim-nach-impfaktion-id23133
4792.html): „Ende 2020 starteten die ersten Corona-Impfungen im
Oberhausener Altenheim Haus Abendfrieden. Nun beunruhigt ein Corona-Ausbruch.“
Am 16. Januar 2021 berichtete „PNP.de“ (
https://www.pnp.de/nachrichten/bay
ern/Corona-Ausbruch-in-Seniorenheim-nur-wenige-Tage-nach-Impfung-3889
888.html): „Wenige Tage nach der Impfung ist in einem Seniorenheim im
Landkreis Rottal-Inn Corona ausgebrochen. Wie es dazu kommen konnte, ist
noch unklar – das Impfteam wird regelmäßig getestet.“
Am 18. Januar 2021 berichtete der „NDR“ (
https://www.ndr.de/nachrichten/sc
hleswig-holstein/coronavirus/Nach-Impfungen-Corona-Ausbruch-in-Pflegehei
m-in-Itzstedt,pflegeheim352.html): „25 Bewohner und acht Mitarbeiter des
Alten- und Pflegeheims Itzstedt (Kreis Segeberg) haben sich mit dem
Coronavirus infiziert. Kurz zuvor hatten in dem Heim Impfungen stattgefunden.“
Am 18. Januar 2021 berichtete der „Leverkusener Anzeiger“ (
https://www.kst
a.de/region/leverkusen/stadt-leverkusen/corona-in-leverkusen-ausbruch-nach-i
mpfung-in-rheindorfer-heim-37934810?cb=1611007793512): „Trotz eines
ersten Impf-Durchgangs haben sich im Altenheim der Arbeiterwohlfahrt in
Rheindorf 26 Bewohner und zehn Pfleger mit dem Coronavirus infiziert.“
Am 19. Januar 2021 berichtete die „Neue Westfälische“ (
https://www.nw.de/l
okal/kreis_minden_luebbecke/minden/22938878_Corona-Ausbruch-in-Altenh
eim-trotz-Impfung.html): „Minden. Im Pflege- und Seniorenheim „Senioren-
Domicil Weserland“ in Bärenkämpen ist es zu einem Corona-Ausbruch
gekommen – und dass obwohl die Bewohner bereits die erste Impfdosis gegen
den Erreger erhalten haben.“
Am 21. Januar 2021 berichtete „mittelhessen.de“ (
https://www.mittelhesse
n.de/lokales/dillenburg/dillenburg/91-jahrige-stirbt-in-wetzlar-kurz-nach-ihre
r-corona-impfung_22996606): „Am Dienstag ist eine Wetzlarer Seniorin im
Anschluss an ihre Corona-Impfung im Pflegeheim gestorben.“
Am 21. Januar 2021 berichtete „tz.de“ (
https://www.tz.de/bayern/coronavirus-
bayern-impfen-pflegeheime-gefahr-impfung-todesfaelle-tot-statistik-zr-90175
637.html): „„15 Minuten später tot im Bett“. Corona-Ausbrüche in
Pflegeheimen: Sieben Bewohner sterben trotz Impfung – Verläufe lassen Ärzte rätseln.“
Am 21. Januar 2021 berichtete „t-online“ (
https://www.t-online.de/region/id_8
9324286/corona-ausbruch-in-pflegeheim-nach-erstem-impfdurchgang.html):
„Nach dem ersten Durchgang der Corona-Impfung ist es in einem Pflegeheim
im Ostthüringer Saale-Orla-Kreis zu einem größeren Infektionsausbruch
gekommen.“
Am 21. Januar 2021 berichtete der „mdr Sachsen“ (
https://www.mdr.de/sachs
en/dresden/meissen/corona-infektionen-pflegeheim-groeditz-trotz-impfung-10
0.html): „Fast die Hälfte der Bewohner des Pflegeheims in Gröditz im
Landkreis Meißen sind positiv auf Corona getestet worden, obwohl sie Anfang
Januar geimpft wurden. Wie kann das sein, fragen sich viele.“
Am 21. Januar 2021 berichtete „RP online“ (
https://rp-online.de/nrw/staedte/d
uisburg/duisburg-corona-ausbruch-im-seniorenzentrum-trotz-impfung_aid-55
818003): „Schon am 8. Januar waren viele Bewohner der Senioreneinrichtung
geimpft worden. Bei einem PCR-Test am 19. Januar waren dann trotzdem
zahlreiche Bewohner und mehrere Mitarbeiter positiv getestet worden.“
Am 22. Januar 2021 berichtete „LNOnline“ (
https://www.ln-online.de/Lokale
s/Ostholstein/Ostholstein-Grosse-Corona-Ausbrueche-in-Heimen-nach-Imp
fung): „72 Bewohner und Pflegekräfte haben sich in Heimen in Ostholstein
mit dem Coronavirus infiziert – als sie die erste Impfung zum Schutz gegen
das Virus schon hinter sich hatten.“
Am 22. Januar 2021 berichtete „swr aktuell“ (
https://web.archive.org/web/202
10123091637/
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/corona-
ausbruch-seniorenheim-koblenz-100.html): „Bislang wurden 51 der 94
Bewohner und 37 der 120 Mitarbeiter geimpft. Es haben sich also mehr als die
Hälfte der Bewohner und Angestellten mit Corona angesteckt. Problematisch
ist der Ausbruch auch deshalb, weil in dieser Woche die zweiten Corona-
Impfungen geplant waren.“
Am 22. Januar 2021 berichtete das „Hamburger Abendblatt“ (
https://www.abe
ndblatt.de/region/norderstedt/article231405953/Corona-Ausbruch-im-Altenhei
m-unter-Geimpften.html): „Henstedt-Ulzburg. Die 92 Seniorinnen und
Senioren im Alten- und Pflegeheim „Lühmann-Park“ in Henstedt-Ulzburg zählten
zu den ersten Menschen im Kreis Segeberg, die eine Impfung gegen das
Coronavirus bekamen. (…) Für eine 87-jährige Bewohnerin – laut Gesundheitsamt
hatte auch sie die erste Impfung bereits bekommen – verlief die Ansteckung
mit COVID-19 dramatisch. Noch am Sonnabend verstarb die Dame an den
Folgen der Infektion.“
Am 26. Januar 2021 berichtete „RT Deutsch“ (
https://de.rt.com/inland/11231
5-bodensee-dreizehn-pflegeheimbewohner-sterben-nach/): „Im Pflegeheim
Uhldingen-Mühlhofen am Bodensee sind seit Anfang des Jahres 13 Bewohner
im Zusammenhang mit einem positiven Corona-Befund verstorben. Am
31. Dezember 2020 gehörten die 40 Bewohner und knapp 20 Mitarbeiter der
Einrichtung zu den ersten Menschen im Bodenseekreis, die gegen das
Coronavirus geimpft wurden. Kurz danach seien bei einigen Bewohnern und bei fünf
Mitarbeitern die ersten Symptome einer COVID-19-Erkrankung aufgetreten.“
Am 27. Januar 2021 berichtete „RP online“ (
https://rp-online.de/nrw/staedte/le
verkusen/corona-zwoelf-tote-im-seniorenheim-in-leverkusen-rheindorf_aid-55
903831): „Ein 87-jähriger Leverkusener mit Vorerkrankungen ist im
Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Er war Bewohner des Awo-
Seniorenheimes in Rheindorf. Dort hatte es Mitte Januar einen Corona-
Ausbruch gegeben. Bei stichprobenartigen Untersuchungen, die das
Gesundheitsamt veranlasste, hatte sich herausgestellt, dass vier von vier Proben die
britischen Mutation B.1.1.7 aufwiesen. Das Gesundheitsamt geht nach der
hundertprozentigen Trefferquote davon aus, dass alle Betroffenen – Stand von
Ende vergangener Woche: 34 Bewohner, 15 Mitarbeiter – mit der britischen
Mutation infiziert sind. Das Heim hatte laut Stadt zum Zeitpunkt des
Ausbruchs erst die erste der beiden notwendigen Impfrunden hinter sich.
Mittlerweile sind zwölf betroffene Bewohner der Einrichtung gestorben.“
Am 28. Januar 2021 berichtete „mdr Sachens-Anhalt“ (
https://www.mdr.de/sa
chsen-anhalt/dessau/dessau-rosslau/corona-ausbruch-in-altenheim-trotz-impfu
n g - 1 0 0 .html): „In einem Dessauer Seniorenheim hat es einen Corona-
Ausbruch gegeben. 20 Bewohnerinnen und Bewohner sind infiziert – und das,
obwohl sie bereits beide Corona-Impfungen erhalten hatten.“
Am 29. Januar 2021 berichtete die „Mitteldeutsche Zeitung“ (
https://www.m
z-web.de/dessau-rosslau/marthahaus-in-dessau-trotz-impfung--20-bewohner-e
rkrankt---zwei-todesfaelle-37991628): „Im Dessauer Pflegeheim Marthahaus
wurde am 27. Dezember der offizielle Corona-Impfauftakt für Sachsen-Anhalt
vollzogen. Trotzdem hat es das Haus im Dessauer Süden schwer erwischt.
Weil die Pfleger nicht mitgeimpft wurden?“
Am 1. Februar 2021 berichtete das „Hamburger Abendblatt“ (
https://www.abe
ndblatt.de/hamburg/article231455995/Nach-Impfungen-Corona-Ausbruch-Ha
mburg-Marienthaler-Pflegeheim-Pflegeheim-Katharinenhof-zum-Husaren-Vo
rwuerfe-Heimleitung-Virus.html): „Nach Impfungen: Corona-Ausbruch in
Marienthaler Pflegeheim“.
Am 3. Februar 2021 berichtete „Welt.de“ (
https://www.welt.de/regionales/nie
dersachsen/article225589629/Trotz-Impfung-viele-Corona-Infektionen-in-Bre
mer-Altenheimen.html): „Trotz Impfung viele Corona-Infektionen in Bremer
Altenheimen“.
Aktuell teilte die „Berliner Zeitung“ am 14. März 2021 mit (
https://www.berli
ner-zeitung.de/news/todesfall-im-impfzentrum-82-jaehriger-mit-vorerkrankun
g-stirbt-nach-erstimpfung-li.145968): „Ein 82-jähriger Mann ist nach der
Erstimpfung gegen Corona in Bayern gestorben. Der Mann litt offiziellen
Angaben zufolge an schwersten Vorerkrankungen. Der Vorfall ereignete sich auf
dem Gelände eines Impfzentrums in Würzburg. Die Polizei sei informiert und
auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden. (…) Nach offiziellen
Angaben wurde dem Mann der Impfstoff von Biontech/Pfizer verabreicht.“
Die Impfungen gegen COVID-19 sind bereits sehr fortgeschritten. Die
Bewohner und das Personal müssten damit nach Auffassung der Fragesteller
geschützt sein. Bereits nach der ersten Impfdosis müsste eine gewisse
Schutzwirkung einsetzen. Somit stellt sich für die Fragesteller die Frage, wie es zu so
massiven Corona-Ausbrüchen und Todesfällen in Pflegeheimen kommen kann
(s. o.).
Eine Auswertung der Daten des Robert Koch-Instituts ergab bei der
Gegenüberstellung der Zahlen der mit oder an Corona Verstorbenen bei über 80
Jährigen jeweils vor und nach der Impfung ergab eine bis zu 6fache Erhöhung der
Todesfälle (
https://report24.news/rki-daten-massiver-anstieg-von-todesfaellen-
bei-ueber-80-jaehrigen-seit-impfbeginn/).
Aus den Todesfall-Daten des Robert Koch-Instituts ergeben sich ebenfalls
erhöhte Todesraten an und mit Corona bei über 80-Jährigen (
https://www.rki.de/
DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Projekte_RKI/COVID-19_Tod
esfaelle.html).
Das für die Impfstoff-Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut teilt im
Sicherheitsbericht vom 4. März 2021 mit (
https://www.pei.de/SharedDocs/Dow
nloads/DE/newsroom/dossiers/sicherheitsberichte/sicherheitsbericht-27-12-bi
s-26-02-21.pdf?__blob=publicationFile&v=9): „95 Personen mit multiplen
Vorerkrankungen sind entweder an der Verschlechterung ihrer
Grunderkrankung, einer anderen Erkrankung unabhängig von der Impfung oder an einer
anderen Infektionserkrankung, nicht aber an COVID-19, gestorben. Bei der
überwiegenden Mehrzahl der anderen Personen bestanden zum Teil multiple
Vorerkrankungen, wie z. B. Karzinome, Niereninsuffizienz, Herzerkrankungen
und arteriosklerotische Veränderungen, die vermutlich todesursächlich waren.
In einzelnen Verdachtsfällen wurden vom Paul-Ehrlich-Institut noch weitere
Informationen angefordert. In 157 Verdachtsfällen war die Todesursache als
unbekannt angegeben worden. Diese Personen verstarben in einem zeitlichen
Abstand von wenigen Stunden bis 29 Tage nach der Impfung; bei 19 Personen
ist der zeitliche Abstand unbekannt.“
Die hohe Anzahl von Todesfällen bei über 80-jährigen Personen in Alten- und
Pflegeheimen seit Beginn der Impfungen zeigt einen zeitlichen
Zusammenhang auf. Ob aber auch ein kausaler Zusammenhang gehäufter Todesfälle mit
der COVID-19-Impfung, gegebenenfalls durch erhöhten Impfstress und einer
sich dadurch verschlechterten Grunderkrankung angenommen werden kann,
müsste nach Auffassung der Fragesteller einer Klärung durch Obduktionen
zugeführt werden, in denen zum Beispiel auf das Vorliegen von Thrombosen,
Thrombembolien, Mikrothromben oder auch Endothelialitis untersucht
werden könnte.
Obduktionen können zu Forschungszwecken oder repressiv zur Aufklärung
von Straftaten angeordnet werden. Wann und durch wen in den Bundesländern
die Anordnung von Obduktionen erfolgen kann, ist nach Kenntnis der
Fragesteller teilweise unterschiedlich geregelt.
Obduktionen zu repressiven Zwecken können durch die zuständige
Staatsanwaltschaft auf Grundlage der Strafprozessordnung angeordnet werden, wenn
der Anfangsverdacht für einen nichtnatürlichen Tod besteht und
Fremdverschulden möglich erscheint. Dies bedeutet, dass die Anordnung von
Obduktionen mit dem Ziel der Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten
nicht in die Zuständigkeit der Ermittlungsbehörden fällt (
https://generalstaatsa
nwaltschaft-stuttgart.justiz-bw.de/pb/site/jum2/get/documents/jum1/JuM/Gen
eralstaatsanwaltschaft%20Stuttgart/Pressemitteilungen/Anlage%20PM%2001
032021.pdf). Zwar ergibt sich aus den Regeln zur Durchführung der ärztlichen
Leichenschau der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin (
https://www.aw
mf.org/uploads/tx_szleitlinien/054-002l_S1_Regeln-zur-Durchfuehrung-der-a
erztlichen-Leichenschau_2018-02_01.pdf), dass eine Obduktion auch der
Bekämpfung übertragbarer Erkrankungen dient. Hierunter fällt aber nicht die
Veranlassung einer Obduktion, sondern die Meldepflicht bei Tod durch
Infektionskrankheiten entsprechend dem Infektionsschutzgesetz (InfSchG).
Die Obduktion zum Zwecke der Verhütung und Bekämpfung von
Infektionskrankheiten (§§ 1, 25, 26 InfSchG) können von den zuständigen Behörden
angeordnet werden, wenn diese es für erforderlich halten. Allerdings muss der
Verstorbene an einer übertragbaren Krankheit gelitten oder Symptome müssen
bestanden haben, welche das Vorliegen einer bestimmten übertragbaren
Krankheit vermuten lassen oder er muss Ausscheider gewesen sein. Bei
Geimpften, die nicht positiv auf das Coronavirus getestet wurden, trifft dies
nicht zu, so dass das Infektionsschutzgesetz als Rechtsgrundlage für die
Anordnung der Obduktion von geimpften Verstorbenen ausscheidet.
Die klinische Obduktion wird durch die Bundesländer geregelt. In Berlin gilt
zum Beispiel das Gesetz zur Regelung des Sektionswesens (Sektionsgesetz).
In § 3 Nummer 1 und 2 dieses Gesetzes ist geregelt, dass eine Obduktion
stattfinden kann, wenn der Verstorbene eingewilligt hat und die klinische Sektion
zur Klärung der Todesursache oder eine Sektion der Überprüfung der
Diagnose- und Therapieverfahren (Qualitätskontrolle) dient.
Klinischen Obduktionen von Personen, die in zeitlichem Zusammenhang mit
einer COVID-19-Impfung verstorben sind, steht demnach nichts im Wege.
Dennoch finden sich in der Presse häufig Meldungen, nach denen
Obduktionen von Personen, die in zeitlichem Zusammenhang mit der COVID-19-
Impfung verstorben sind, nicht durchgeführt werden. Beispielhaft sei auf
folgende Berichte hingewiesen:
Am 12. Februar 2021 berichtete die „Westfalenpost“ (
https://www.wp.de/stae
dte/kreis-olpe/kirchhundem-corona-tote-im-altenheim-nicht-obduziert-id2315
54329.html): „Nach Todesfällen im Altenheim in Kirchhundem schließen
Ärzte aus, dass die Corona-Impfung die Ursache war. Obduziert werden die
Leichen nicht.“
Am 26. Februar 2021 berichtete der „NDR“ (
https://www.ndr.de/nachrichten/
niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Corona-Tote-im-Seniorenheim-Landkre
is-gegen-Obduktion,seniorenheim182.html): „Obwohl in einem Emsteker
Seniorenheim trotz zweifacher Corona-Impfung sechs Personen mit Corona
gestorben sind, hält der Landkreis Cloppenburg weitere Untersuchungen für
unnötig.“
1. Wie viele Personen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung
bundesweit in den Alten- und Pflegeheimen geimpft (bitte nach Bewohnern und
Personal aufschlüsseln)?
Bis zum 1. April 2021 hatten rund 1 Million Pflegeheimbewohnerinnen und
Pflegeheimbewohner eine Impfdosis und etwa 760 000 auch die zweite
Impfdosis erhalten. Dies schließt das geimpfte Personal der Pflegeeinrichtungen
nicht mit ein.
2. In wie vielen Alten- und Pflegeheimen sind nach Kenntnis der
Bundesregierung nach den COVID-19-Impfungen Corona-Cluster entstanden
(bitte nach Kalenderwochen und Bundesländern aufschlüsseln)?
Das Robert Koch-Institut (RKI) wurde zu zwei Ausbruchsuntersuchungen im
Rahmen der Amtshilfe eingeladen, bei denen zusätzliche Erhebungen zur
Aufklärung von COVID-19-Cluster in Zeitnähe zur erfolgten Impfung in der
jeweiligen Einrichtung durchgeführt wurden. Die Daten werden derzeit noch
ausgewertet.
3. Gab es nach Kenntnis der Bundesregierung seit dem Anfang der
COVID-19-Impfungen eine Erhöhung von positiven PCR-Tests bzw.
Schnelltests in den Alten- und Pflegeheimen (bitte nach den einzelnen
Bundesländern aufschlüsseln)?
5. Wie viele Personen sind nach Kenntnis der Bundesregierung in den
Alten- und Pflegeheimen seit Beginn der COVID-19-Impfungen positiv
getestet worden (bitte nach Bewohnern, Pflegepersonal, Kalenderwochen
und Bundesländern aufschlüsseln)?
9. Wie viele Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sind nach Kenntnis
der Bundesregierung nach Erhalt der ersten Impfdosis positiv auf das
Coronavirus getestet worden (bitte nach Kalenderwochen und
Bundesländern aufschlüsseln)?
13. Wie viele Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sind nach Kenntnis
der Bundesregierung nach Erhalt der zweiten Impfdosis positiv auf das
Coronavirus getestet worden (bitte nach Kalenderwochen und
Bundesländern aufschlüsseln)?
Die Fragen 3, 5, 9 und 13 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Im Deutschen Elektronischen Melde- und Informationssystem für den
Infektionsschutz (DEMIS) am RKI werden die von den Gesundheitsämtern
übermittelten Daten zu COVID-19-Fällen täglich erfasst. Gemäß
Infektionsschutzgesetz (IfSG) können zu COVID-19-Fällen auch Informationen dazu übermittelt
werden, ob die infizierten Personen in einer für den Infektionsschutz relevanten
Einrichtung betreut, untergebracht oder tätig sind. Es wird dabei zwischen
verschiedenen Arten von Einrichtungen unterschieden. Zu den Einrichtungen
gemäß § 36 Absatz 1 IfSG zählen Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste,
Obdachlosenunterkünfte, Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung
von Asylsuchenden, sonstige Massenunterkünfte, Justizvollzugsanstalten,
wobei Pflegeeinrichtungen den größten Teil ausmachen. Nicht umfasst in der
Datenerhebung sind Informationen zum Impfstatus der gemeldeten Fälle.
Da Angaben zu Betreuung und Unterbringung bei vielen Fällen fehlen, ist die
Anzahl der Fälle mit einer Betreuung und Unterbringung in den einzelnen
Einrichtungen als Mindestangabe zu verstehen. Für die übermittelten COVID-19-
Fälle aus allen genannten Einrichtungen ist jedoch unbekannt, wie hoch der
Anteil derer ist, die sich auch in dieser Einrichtung angesteckt haben.
Berücksichtigt sind die Fälle, für die eine Unterbringung bzw. Tätigkeit in einer
Einrichtung gemäß § 36 Absatz 1 Nummer 2 IfSG angegeben wurde. Nicht
berücksichtigt sind die unter § 23 Absatz 5 Satz 1 IfSG fallenden voll- oder
teilstationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter
oder pflegebedürftiger Menschen oder vergleichbare Einrichtungen. Dabei ist
zu berücksichtigen, dass diese Informationen nur für eine Teilmenge der
COVID-19-Fälle vorliegen und nicht repräsentativ für alle Fälle sind.
Die Anzahl von COVID-19-Fällen bei Pflegeheimbewohnerinnen und
Pflegeheimbewohnern sowie dem Pflegepersonal je Kalenderwoche und Bundesland
ist den nachfolgenden Tabellen zu entnehmen.
Tabelle 1: Anzahl COVID-19-Fälle, für die angegeben ist, dass sie in einer
Einrichtung gemäß § 36 Absatz 1 Nummer 2 IfSG tätig oder betreut sind, nach
Meldewoche, Kalenderwoche 1-13 2021 (Datenstand: 19. April 2021, Quelle:
RKI)
Meldewoche
2021
Anzahl COVID-19-Fälle
betreut in Einrichtung
gemäß § 36 Absatz 1 Nr. 2
IfSG
Anzahl COVID-19-Fälle
tätig in Einrichtung
gemäß § 36 Absatz 1 Nr. 2
IfSG
01 6.101 2.811
02 5.734 2.417
03 4.577 2.141
04 3.656 1.625
05 2.367 1.095
06 1.584 810
07 1.313 617
08 869 508
09 602 402
10 466 374
11 680 480
12 462 486
13 376 387
Tabelle 2: Anzahl COVID-19-Fälle, für die angegeben ist, dass sie in einer
Einrichtung gemäß § 36 Absatz 1 Nummer 2 IfSG tätig oder betreut sind, nach
Bundesland und Meldewoche, Kalenderwoche 1-13 2021 (Datenstand: 19.
April 2021, Quelle: RKI)
Bundesland
Anzahl COVID-19-Fälle
betreut in
Pflegeeinrichtung (Meldewochen
1 bis 13 2021)
Anzahl COVID-19-Fälle
tätig in
Pflegeeinrichtung
(Meldewochen
1 bis 13 2021)
Baden-Württemberg 4.071 2.390
Bayern 2.705 1.652
Berlin 1.272 421
Brandenburg 1.080 386
Bremen 348 99
Hamburg 648 351
Hessen 3.360 1.313
Mecklenburg-
Vorpommern 1.010 441
Niedersachsen 1.701 715
Nordrhein-Westfalen 3.886 2.262
Rheinland-Pfalz 1.799 712
Saarland 269 170
Sachsen 3.678 1.642
Sachsen-Anhalt 1.221 762
Schleswig-Holstein 991 459
Thüringen 748 378
Diese Daten werden täglich im Lagebericht des RKI aktualisiert und stehen
unter folgendem Link zur Verfügung:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/N
euartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html.
Darüber hinaus werden mittwochs im Lagebericht zusätzlich Informationen zur
bundesweiten Testhäufigkeit und -kapazitäten bereitgestellt. Daten zum
digitalen Impfquotenmonitoring sind täglich verfügbar.
Für die Erfassung der PCR-Testzahlen werden vom RKI von
Universitätskliniken, Forschungseinrichtungen sowie klinischen und ambulanten Laboren
übermittelte Daten aus unterschiedlichen Datenquellen zusammengeführt. Die
Erfassung liefert Hinweise zur aktuellen Situation (etwa zur Zahl durchgeführter
Tests) in den Laboren. Sie basiert auf einer freiwilligen Mitteilung der Labore
und erfolgt über eine webbasierte Plattform (RKI-Testlaborabfrage) und in
Zusammenarbeit mit der am RKI etablierten, laborbasierten Surveillance SARS-
CoV-2 (eine Erweiterung der Antibiotika-Resistenz-Surveillance), dem
Netzwerk für respiratorische Viren (RespVir) sowie der Abfrage eines
labormedizinischen Berufsverbands. Die Daten werden wöchentlich auf den Seiten des
RKI veröffentlicht (
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coron
avirus/Daten/Testzahlen-gesamt.html).
Eine Differenzierung, ob die getestete Person Bewohnerin oder Bewohner eines
Alten- oder Pflegeheims ist oder bereits geimpft worden ist, erfolgt nicht.
4. Gab es nach Kenntnis der Bundesregierung seit dem Anfang der
COVID-19-Impfungen eine Übersterblichkeit in den Alten- und
Pflegeheimen (bitte nach den einzelnen Bundesländern aufschlüsseln)?
Der Bundesregierung liegen dazu keine Erkenntnisse vor. In der
Sterbefallstatistik wird nicht nachgewiesen, ob eine Person zuhause, in einem Krankenhaus
oder in einer Pflegeeinrichtung etc. gestorben ist.
6. Wie viele Bewohner sind in den Alten- und Pflegeheimen nach Kenntnis
der Bundesregierung seit Beginn der COVID-19-Impfungen gestorben
(bitte nach Kalenderwochen und Bundesländern aufschlüsseln)?
7. Wie viele der in den Alten- und Pflegeheimen Verstorbenen insgesamt
sind nach Kenntnis der Bundesregierung vor ihrem Tod gegen CO-
VID-19 geimpft worden (bitte nach Kalenderwochen und Bundesländern
aufschlüsseln)?
10. Wie viele Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sind nach Kenntnis
der Bundesregierung nach Erhalt der ersten Impfdosis verstorben (bitte
nach Kalenderwochen und Bundesländern aufschlüsseln)?
14. Wie viele Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sind nach Kenntnis
der Bundesregierung nach Erhalt der zweiten Impfdosis verstorben (bitte
nach Kalenderwochen und Bundesländern aufschlüsseln)?
16. Wie viele bestätigte Todesfälle unter den Bewohnern von Alten- und
Pflegeheimen gab es nach Kenntnis der Bundesregierung als Folge einer
COVID-19-Impfung (bitte nach Bundesländern aufschlüsseln)?
17. Wie viele Verdachtsfälle auf Tod infolge einer COVID-19-Impfung gab
es nach Kenntnis der Bundesregierung unter den Bewohnern von Alten-
und Pflegeheimen (bitte nach Bundesländern aufschlüsseln)?
Die Fragen 6, 7, 10, 14, 16 und 17 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs
gemeinsam beantwortet.
Der Bundesregierung liegen dazu aktuell keine Informationen vor. Derzeit führt
das RKI eine intensivierte Surveillance zu möglichen Impfdurchbrüchen, d. h.
zum Auftreten von Infektionen trotz Impfung, durch.
8. Wie viele Bewohner von Alten- und Pflegeheimen haben nach Kenntnis
der Bundesregierung die erste Impfdosis erhalten (bitte nach
Kalenderwochen und Bundesländern aufschlüsseln)?
12. Wie viele Bewohner von Alten- und Pflegeheimen haben nach Kenntnis
der Bundesregierung auch die zweite Impfdosis erhalten (bitte nach
Kalenderwochen und Bundesländern aufschlüsseln)?
Die Fragen 8 und 12 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Antworten sind den Tabellen 3 und 4 der Anlage 1 zu entnehmen.
11. Wie viele der in den Alten- und Pflegeheimen Verstorbenen wurden nach
Kenntnis der Bundesregierung nach der ersten Impfung obduziert (bitte
nach Kalenderwochen und Bundesländern aufschlüsseln)?
15. Wie viele der in den Alten- und Pflegeheimen Verstorbenen wurden nach
Kenntnis der Bundesregierung nach der zweiten Impfung obduziert (bitte
nach Kalenderwochen und Bundesländern aufschlüsseln)?
18. Wie viele Obduktionen von Bewohnern von Altenheimen, die in
zeitlichem Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung verstarben, sind nach
Kenntnis der Bundesregierung insgesamt durchgeführt worden (bitte
nach Bundesländern aufschlüsseln)?
19. Wie viele Obduktionen davon (Frage 18) sind nach Kenntnis der
Bundesregierung auf Grundlage der Strafprozessordnung erfolgt, und wie
viele Obduktionen davon (Frage 18) sind als klinische Obduktionen
durchgeführt worden?
20. Werden seitens der Bundesregierung Maßnahmen vorgenommen oder
geplant, um eine systematische Obduktion von Todesfällen im näheren
zeitlichen Zusammenhang mit einer COVID-19-Impfung zu
ermöglichen?
Wenn nein, warum nicht?
21. Hat die Bundesregierung Kenntnis über Maßnahmen auf Länderebene,
die vorgenommen oder geplant werden, um eine systematische
Obduktion von Todesfällen im näheren zeitlichen Zusammenhang mit einer
COVID-19-Impfung zu ermöglichen?
Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 11, 15, 18, 19, 20 und 21 werden wegen des Sachzusammenhangs
gemeinsam beantwortet.
Über die Pathogenese der Erkrankung COVID-19 durch das Coronavirus
SARS-CoV-2, dessen Ausbreitung innerhalb des menschlichen Körpers oder
über die Auswirkungen auf die jeweiligen Organe und Zellen ist derzeit immer
noch zu wenig bekannt. Mithilfe von Obduktionen können
Krankheitssymptome und Verläufe der COVID-19-Erkrankung besser verstanden und potenzielle
Risikogruppen, die besonderen Schutz bedürfen, identifiziert werden.
Obduktionen liefern bei COVID-19-Infizierten wichtige Erkenntnisse zur Behandlung
schwer Erkrankter und zum Schutz besonders gefährdeter
Bevölkerungsgruppen und die gewonnenen Erkenntnisse und das gesammelte Material können
möglicherweise auch die Therapie der Erkrankten verbessern.
Vor diesem Hintergrund wurde am Institut für Pathologie am
Universitätsklinikum der RWTH Aachen – mit Unterstützung des Bundesverbandes Deutscher
Pathologen e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Pathologie – ein zentrales
Register der Obduktionen von an COVID-19-Verstorbenen als erstes
zentralisiertes nationales Register und in dieser Art weltweit aufgebaut (DeRegCO-
VID), das vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert wird. In
DeRegCOVID werden bundesweit alle Obduktionen zentral erfasst und
Material- und Datenanfragen an die durchführenden obduzierenden Zentren
weitergeleitet. Das Register hat die Aufgabe, die Entwicklung und mögliche
relevante Befunde an medizinische Spezialisten und Kollegen sowie auch der
Öffentlichkeit im Rahmen von Publikationen sowie Meldungen an das BMG
weiterzuleiten (
https://www.ukaachen.de/kliniken-institute/institut-fuer-pathologie/
register-covid-19-obduktionen/register-vorstellung/).
Der Regelungsbereich des Obduktionsrechts fällt grundsätzlich in die
Zuständigkeit der Länder, die in ihrem Leichen-, Friedhofs- und Bestattungswesen
oder in entsprechenden Verordnungen, entsprechende Regelungen getroffen
haben.
Der Bundesregierung liegen keine Daten dazu vor, wie viele Obduktionen an
Bewohnerinnen und Bewohnern aus Pflegeeinrichtungen, die im Kontext einer
COVID-19-Impfung verstorben sind, durchgeführt wurden.
Drucksache 19/29175 – 12 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Anlage 1
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ISSN 0722-8333]