Aroma- und Zusatzstoffe in Lebensmitteln
der Abgeordneten Franziska Gminder, Stephan Protschka, Peter Felser, Wilhelm von Gottberg, Jens Kestner, Thomas Ehrhorn, Johannes Huber, Enrico Komning und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
In vielen Fertiglebensmitteln sind heutzutage Zusatzstoffe und Aromastoffe enthalten, um das Produkt kostengünstig u. a. bunter, cremiger, geschmacksintensiver und länger haltbar zu machen (vgl. https://www.focus.de/gesundheit/ ernaehrung/phosphate-farbstoffe-aromen-wo-zusatzstoffe-drin-sind-und-wie-sie-sie-vermeiden_id_11031582.html). Jedoch sind nicht alle dieser Zusätze gesund (ebd.).
So kann beispielsweise der breite Einsatz von Aromastoffen in Lebensmitteln besonders bei Kindern das Geschmacksempfinden prägen, wodurch naturbelassene Lebensmittel unattraktiv werden können (vgl. https://verbraucherfenster.hessen.de/gesundheit/lebensmittel/inhaltsstoffe/risiken-und-nebenwirkungen#:~:text=Der%20breite%20Einsatz%20von%20Aromastoffen,unverfälschten%20Geschmack%20natürlicher%20Lebensmittel%20ablehnen., https://www.vzhh.de/themen/lebensmittel-ernaehrung/etikettenschwindel/lebensmittel-aroma). Statt Naturjoghurt mit echten Früchten wird dann lieber zu dem geschmacksintensiveren Joghurt mit Aromastoffen gegriffen, dem es an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen fehlt (vgl. o. g. Artikel VZH).
Zusätzlich können Aromen anregen, mehr zu essen und somit Übergewicht in der Bevölkerung begünstigen, was den Zielen der Reduktions- und Innovationsstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft entgegenwirkt (vgl. o. g., https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/reduktionsstrategie/reduktionsstrategie_node.html).
Neben den Aromastoffen gibt es diverse Zusatzstoffe, die sich als E-Nummern auf der Zutatenliste von Lebensmitteln wiederfinden (vgl. https://www.noz.de/deutschland-welt/xl/artikel/2220359/laeuse-kot-und-kraftstoff-was-alles-in-unserem-essen-steckt). Verbraucher wissen leider zumeist nicht, welcher Stoff hinter einer bestimmten E-Nummer versteckt ist oder können Begrifflichkeiten wie Vanille- und Vanillinzucker nicht unterscheiden (vgl. https://www.noz.de/deutschland-welt/xl/artikel/2220359/laeuse-kot-und-kraftstoff-was-alles-in-unserem-essen-steckt, https://www.merkur.de/leben/genuss/vanillezucker-vanillinzucker-unterschied-vanille-zucker-selber-machen-bourbon-rezept-aroma-backen-zr-90189971.html). Hier gibt es nach Auffassung der Fragesteller dringend Aufklärungsbedarf (z. B. in Form einer Projektwoche in der Schule) und/oder die Notwendigkeit einer transparenteren Darstellung dieser Stoffe auf Lebensmitteln, sodass bewusste Kaufentscheidungen getroffen werden können. Denn die Aufnahme einiger Zusatzstoffe sollte besonders bei Kindern von den Eltern begrenzt werden können: Bestimmte Farbstoffe, wie beispielsweise E 102 und E 122, können zu Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen führen (vgl. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/ernaehrung-fuer-senioren/zusatzstoffe-wenn-weniger-mehr-ist-48872).
Die Bundesregierung hat sich im Rahmen des Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU und SPD für die 19. Legislaturperiode dazu verpflichtet, sich für Transparenz und Information für Verbraucher durch u. a. eine verständliche Lebensmittelkennzeichnung einzusetzen, um eine ausgewogene Ernährung zu erleichtern (vgl. https://www.bundesregierung.de/resource/blob/656734/847984/5b8bc23590d4cb2892b31c987ad672b7/2018-03-14-koalitionsvertrag-data.pdf?download=1).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen12
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Verwendung von Aromastoffen bei der Produktion von Fertiglebensmitteln in den letzten fünf Jahren entwickelt?
Hat nach Kenntnis der Bundesregierung die Aromatisierung von Fertiglebensmitteln in den letzten fünf Jahren zugenommen?
Sieht die Bundesregierung in der Verwendung von Aromastoffen in Fertiglebensmitteln, insbesondere für Kinder, mögliche Gefahren, und wenn ja, welche?
Sieht die Bundesregierung in der Verwendung von Glutamat in Fertiglebensmitteln insbesondere für Kinder mögliche Gefahren, und wenn ja, welche sind dies (vgl. https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/angst-vor-glutamat-im-essen-ist-unbegruendet/#:~:text=Weil%20damit%20noch%20nicht%20klar,wir%20täglich%20verzehren,%20nicht%20gefährlich)?
Könnte nach Kenntnis der Bundesregierung die Verwendung von Aromastoffen in Fertiglebensmitteln einen Einfluss auf das Körpergewicht haben (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Plant die Bundesregierung Maßnahmen, sodass der Einsatz von Aromastoffen in Lebensmitteln, die an Kinder gerichtet sind, reduziert bzw. verboten wird?
Wenn ja, welche, und wann sollen diese umgesetzt werden?
Wenn nein, warum nicht?
Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, ob andere EU- Mitgliedstaaten diesbezüglich Maßnahmen ergriffen haben, und wenn ja, welche?
Welche Schlussfolgerung zieht die Bundesregierung für ihr eigenes Handeln aus der Forderung der Verbraucherzentralen, dass Aromen in Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder generell verboten werden sollten (vgl. https://verbraucherfenster.hessen.de/gesundheit/lebensmittel/inhaltsstoffe/risiken-und-nebenwirkungen#:~:text=Der%20breite%20Einsatz%20von%20Aromastoffen,unverfälschten%20Geschmack%20nat%C3%BCrlicher%20Lebensmittel%20ablehnen.)?
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Verwendung von Zusatzstoffen bei der Produktion von Fertiglebensmitteln in den letzten fünf Jahren entwickelt?
Hat nach Kenntnis der Bundesregierung die Verwendung von Zusatzstoffen in Fertiglebensmitteln in den letzten fünf Jahren zugenommen?
Sieht die Bundesregierung in der Verwendung von Zusatzstoffen in Fertiglebensmitteln, insbesondere für Kinder, mögliche Gefahren, und wenn ja, welche?
Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie der aktuelle Kenntnisstand in der Bevölkerung über Zusatzstoffe und Aromastoffe in Lebensmitteln und deren Kennzeichnung ist?
Plant die Bundesregierung Maßnahmen, damit die Bevölkerung besser über Zusatzstoffe sowie Aromastoffe Bescheid weiß?
Plant die Bundesregierung Maßnahmen, damit verschiedene Zusatzstoffe und Aromastoffe transparenter auf Lebensmitteln gekennzeichnet werden?
Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, welche Maßnahmen andere EU- Mitgliedstaaten ergriffen haben, um ihre Bevölkerung besser über Zusatzstoffe sowie Aromastoffe in Lebensmitteln zu informieren (z. B. Aufklärungskampagnen) und diese transparenter auf Lebensmitteln zu kennzeichnen (z. B. spezielles Kennzeichnungssystem auf der Lebensmittelverpackung, um auf bestimmte Aromastoffe sowie Zusatzstoffe hinzuweisen), wenn ja, welche sind dies?
Sieht die Bundesregierung bei der derzeitigen Kennzeichnung von Zusatz- und Aromastoffen auf Lebensmittelverpackungen die Gefahr, dass Verbraucher nicht bewusste Kaufentscheidungen treffen können und dadurch das Erreichen des Ziels der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner, die gesunde Wahl zur einfachen Wahl zu machen, erschwert wird (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller, https://www.bmel.de/SharedDocs/Interviews/DE/2019/2019-05-16-AllgemeineZeitung.html)?
Plant die Bundesregierung Forschungsprojekte, die die Wechselwirkungen von einzelnen Zusatzstoffen untereinander evaluieren (vgl. https://www.dw.com/de/e-nummern-auf-lebensmitteln-was-bedeuten-sie/a-47312336)?
Sind der Bundesregierung auf EU-Ebene Forschungsprojekte hierzu bekannt, und wenn ja, welche?
Könnte es nach Kenntnis der Bundesregierung sein, dass es Wechselwirkungen unter den einzelnen Zusatzstoffen gibt, die für den Menschen gesundheitsschädlich sind, und wenn nein, wie kann dies ausgeschlossen werden?