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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Abwasseruntersuchungen zur Eindämmung der Coronapandemie

(insgesamt 4 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Gesundheit

Datum

05.05.2021

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2872220.04.2021

Abwasseruntersuchungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie

der Abgeordneten Uwe Witt, Detlev Spangenberg, Dr. Robby Schlund, Jörg Schneider, Paul Viktor Podolay, Dr. Heiko Wildberg, Ulrich Oehme, Dr. Christian Wirth, Jürgen Braun und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Abwasseruntersuchungen sollen das Coronavirus (Sars-CoV-2) zukünftig eindämmen (https://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/die-wahrheit-liegt-im-klarschlamm-abwassermonitoring-soll-das-virus-in-basel-eindammen-ld.1276727). Der Kanton Basel-Stadt in der Schweiz forscht an einem Abwassermonitoring zum Zweck der Eindämmung der Coronapandemie (ebd.). Wissenschaftlern ist es gelungen, Genbruchstücke des Coronavirus im Abwasser nachzuweisen (ebd.). Verschiedene Gruppen forschen derzeit an einem entsprechenden Frühwarnsystem (ebd.). Denn seit Frühling kann der Nachweis des Virus in Wasserproben erbracht werden (ebd.). Die Forschungsanstalt Eawag in Dübendorf, die mit den beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETHs) in Lausanne und Zürich zusammenarbeitet, stellt die Resultate der Zürcher Kläranlage Werdhölzli seit einer Woche ins Internet (ebd.). Außerdem sind Abklärungen mit der Corona-Taskforce und dem schweizerischen Bundesamt für Gesundheit im Gange, ob die Zahlen bald national breiter erhoben und kommuniziert werden (ebd.). Weiter erhoffen sich die Forscher, zusätzliche Hinweise auf die Ausbreitung des Coronavirus zu bekommen (ebd.). Doch viel wichtiger wäre, dass aufgrund der zeitlichen Verzögerung zwischen Symptomen und bestätigten Testergebnissen mit dem Abwassermonitoring möglicherweise Coronaviren, welche über das Abwasser zu den Kläranlagen gelangen, nachgewiesen würden, noch bevor klinische Falldaten verfügbar sind (ebd.). Denn obwohl COVID-19 vor allem eine Atemwegserkrankung auslöst, scheidet ein erheblicher Teil der Menschen Erbgut des Virus im Stuhl aus (ebd.). Durch das Sammeln und Analysieren von Abwasserproben auf dieses Erbgut des Virus (RNA) hin könne festgestellt werden, in welchem Ausmaß Menschen im Einzugsgebiet einer Kläranlage mit dem Virus infiziert sind (ebd.). Analysen im Abwasser könnten somit zukünftig Auskunft über das Coronavirus geben. Doch der Bund plant derzeit keinen flächendeckenden Einsatz bereits entwickelter Methoden (https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_88577864/fdp-bund-muss-abwasser-auf-corona-untersuchen.html).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen4

1

Sind der Bundesregierung die oben geschilderten Forschungen und Vorhaben bekannt, und sieht die Bundesregierung die Möglichkeit, die Forschung im Hinblick auf die Abwasseruntersuchungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie finanziell und wissenschaftlich zu fördern (bitte ausführen)?

2

Hat die Bundesregierung Kenntnisse über deutsche Institute, welche sich mit den oben genannten Forschungen beschäftigen?

3

Reichen aus der Sicht der Bundesregierung die Eigenschaften der oben genannten entwickelten Entwicklungen (Früherkennung und Erlangen von neuen Kenntnissen) aus, um Unterstützung auch in Form von Hilfe bei der Entwicklung und Finanzierungen zur Verfügungen zu stellen?

4

Gibt es Institute in Bundesverantwortung, die dafür zuständig sind, oben genannte Untersuchungen durchzuführen?

Berlin, den 13. Februar 2021

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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