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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Verfügbarkeit von Düngemitteln aus Phosphorrezyklaten

(insgesamt 6 Einzelfragen mit zahlreichen Unterfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Datum

09.06.2021

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/3007526.05.2021

Verfügbarkeit von Düngemitteln aus Phosphorrezyklaten

der Abgeordneten Stephan Protschka, Peter Felser, Franziska Gminder, Wilhelm von Gottberg, Jens Kestner, Thomas Ehrhorn, Johannes Huber, Enrico Komning und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Die weltweiten Phosphorreserven sind begrenzt und mittlerweile nur noch knapp verfügbar. Der Phosphor zur Düngemittelherstellung stammt aus Lagerstätten von Entwicklungsländern, da diese ein natürlich hohes Phosphoraufkommen haben (https://www.topagrar.com/acker/news/phosphor-in-300-jahren-aufgebraucht-loesungsideen-fuer-die-zukunft-12535108.html?utm_campaign=search&utm_source=topagrar&utm_medium=referral).

Aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung ist zukünftig mit einem vermehrten Einsatz von Düngemitteln zur Sicherstellung der globalen Nahrungsmittelproduktion sowie Nahrungsmittelversorgung zu rechnen (https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Forschungsdatenbank/fkz_3715_33_401_arzneimittelrueckstaende_klaerschlaemmen_bf.pdf, S. 30). Der steigende Phosphorverbrauch führt zu einer Verknappung der Ressource und einem Anstieg der Preise. Eine Verschärfung des Wettbewerbs der volatil geprägten Düngemittelweltmärkte ist die Folge (ebd.).

Mit der Novelle der Klärschlammverordnung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit verfolgt man das Ziel, die ungenutzten Rohstoffe aus dem Klärschlamm herauszufiltern und auf die landwirtschaftliche Fläche zurückzuführen (ebd.). Betreiber von Klärwerken sind somit verpflichtet, bis zum Jahr 2029 Klärschlamm, dessen Phosphorgehalt 20 g je kg Trockenmasse beträgt, einer Phosphorrückgewinnung zu unterziehen (ebd., S. 3). Deshalb werden Rückgewinnungsverfahren derzeit stark diskutiert, wozu auch schon einige Methoden entweder entwickelt werden oder sogar marktreif sind (https://www.topagrar.com/acker/news/phosphor-in-300-jahren-aufgebraucht-loesungsideen-fuer-die-zukunft-12535108.html?utm_campaign=search&utm_source=topagrar&utm_medium=referral).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen6

1

Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zu Phosphorrückgewinnungsstrategien?

2

Werden die kommunalen Klärwerke von der Bundesregierung unterstützt, bis 2029 den Phosphor aus dem Klärschlamm herauszulösen?

3

Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zu den Kosten einzelner Phosphorrückgewinnungsmethoden und der damit verbundenen Aufbereitung zu einem schadstofffreien Düngemittel oder Bodenhilfsstoff?

4

Unterstützt die Bundesregierung Forschungsprojekte zur Phosphoreffizienzsteigerung, um den immobilisierten Phosphor im Ackerboden pflanzenverfügbar zu machen, und wenn ja, welche?

5

Hat die Bundesregierung Kenntnisse, wie viel Silizium für eine bessere Verfügbarkeit an Phosphor in den Boden eingearbeitet wird (https://www.uni-bayreuth.de/de/universitaet/presse/pressemitteilungen/2019/006-Ernaehrungssicherheit-Schaller/index.html)?

6

Hat die Bundesregierung Kenntnisse, ob die Verwendung von Düngemitteln aus Rohphosphor seit 2017 gesunken ist?

Wenn ja, um wie viel?

Berlin, den 11. Mai 2021

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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