[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Clara Bünger, Nicole Gohlke,
Anke Domscheit-Berg, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 20/585 –
Ergänzende Informationen zur Asylstatistik für das Jahr 2021 –
Schwerpunktfragen zu Widerrufsverfahren und zur Asylverfahrensdauer
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Zahl der jährlich eingeleiteten Asylwiderrufsverfahren ist in den letzten
fünf Jahren enorm angestiegen: Während im Jahr 2016 noch vergleichsweise
wenige solcher Verfahren durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
(BAMF) eingeleitet wurden (3 170), waren es 2017 bereits über 77 000 (vgl.
Bundestagsdrucksache 19/1217). 2018 und 2019 kam es zu jeweils etwa
200 000 Überprüfungen, fast 188 000 waren es im Jahr 2020 (vgl. hierzu und
im Folgenden, soweit nicht anders angegeben, Bundestagsdrucksache
19/31389). Die Widerrufsquote lag im Jahr 2020 bei 3,4 Prozent, ähnlich wie
im Jahr zuvor. 244 230 der im Jahr 2020 überprüften 252 940 Entscheidungen
des BAMF wurden bestätigt, eine Rücknahme (weil der Schutzstatus nach
Auffassung des BAMF zu Unrecht erteilt wurde, etwa wegen Täuschungen)
erfolgte in nur 1 399 Fällen (0,6 Prozent). Die übrigen Fälle waren Widerrufe,
die insbesondere mit einer geänderten Lage im Herkunftsland begründet
wurden, d. h. der Schutzstatus wurde nach Ansicht der Fragestellenden trotz
Widerrufs zu Recht erteilt.
Infolge einer Rechtsänderung von Ende 2018 (vgl. Bundestagsdrucksache
19/4456) kam es bei Widerrufsprüfungen zu zahlreichen mündlichen
Befragungen anerkannt Schutzberechtigter (2019: 84 370, 2020: 53 003), deren
Schutzstatus dabei zu 99 Prozent bestätigt wurde. Bei den im schriftlichen
Verfahren anerkannten (meist syrischen) Flüchtlingen war die Quote der nach
mündlicher Anhörung bestätigten Schutzstatus noch höher, sie lag im Jahr
2020 bei 99,4 Prozent. Die Annahme, bei den sogenannten
Fragebogenverfahren der Jahre 2015 und 2016 könnte es viele Täuschungen oder
Fehlentscheidungen des BAMF gegeben haben (vgl. die Begründung auf
Bundestagsdrucksache 19/4456), findet vor diesem Hintergrund nach Ansicht der
Fragestellenden keine Bestätigung.
Die Zahl der im BAMF mit Widerrufsprüfungen befassten Beschäftigten ist
infolge der Ausweitung der Widerrufsprüfungen stark angestiegen, von 268
Mitte 2018 (Bundestagsdrucksache 19/3839) auf 797 Ende 2019
(Bundestagsdrucksache 19/16329), Mitte 2021 waren es noch 482 Beschäftigte. Dass in
Deutschland innerhalb einer gewissen Frist (drei bis fünf Jahre) eine
Widerrufsprüfung vorgenommen werden muss, und zwar unabhängig davon, ob im
Deutscher Bundestag Drucksache 20/940
20. Wahlperiode 07.03.2022
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern und für Heimat
vom 7. März 2022 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Einzelfall oder bezogen auf das Herkunftsland ein konkreter Anlass hierfür
besteht, ist im europäischen Vergleich eine isolierte Praxis, an der die
vorherige Bundesregierung dennoch festhielt (vgl. Antwort der Bundesregierung
zu den Fragen 5 und 6 der Kleinen Anfrage auf Bundestagsdrucksache
19/7818). Laut Koalitionsvertrag zwischen SPD, BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN und FDP („Mehr Fortschritt wagen“, Zeile 4707 f.) sollen
Widerrufsprüfungen künftig wieder anlassbezogen erfolgen.
Die Asylverfahrensdauer ist im Jahr 2020, auch coronabedingt, auf
durchschnittlich 8,3 Monate angestiegen (2019: 6,1 Monate; vgl. hierzu und im
Folgenden, soweit nicht anders angegeben, Bundestagsdrucksache 19/30711).
Besonders lange dauern die Verfahren, nämlich 21,4 Monate (2020), wenn
zunächst eine Überstellung in einen anderen EU-Mitgliedstaat versucht, die
Asylprüfung dann aber doch in Deutschland vorgenommen wird. Auch die
Dauer der Asylgerichtsverfahren stieg in den vergangenen Jahren
kontinuierlich an, von 7,4 Monaten im Jahr 2016 über 12,5 Monate im Jahr 2018 auf
24,1 Monate im Jahr 2020.
Die gesamte durchschnittliche Asylverfahrensdauer in Deutschland bis zu
einer rechtskräftigen Entscheidung, d. h. inklusive eines sich an das
behördliche Verfahren gegebenenfalls anschließenden Gerichtsverfahrens, betrug
2016 8,7 Monate, 2018 waren es 17,6 Monate und 2020 25,9 Monate (bei
afghanischen Geflüchteten sogar 38,3 Monate). Ein Grund für die erheblich
gestiegene Dauer der Gerichtsverfahren ist aus Sicht der Fragestellenden die
große Zahl mangel- oder fehlerhafter Bescheide des BAMF, fast ein Drittel
der inhaltlich von den Gerichten überprüften Bescheide im Jahr 2020 erwies
sich als fehlerhaft bzw. rechtswidrig (Antwort zu Frage 23 auf
Bundestagsdrucksache 19/28109). Während die unkomplizierten Anerkennungen im
Fragebogenverfahren in den Jahren 2015 und 2016 halfen, durchschnittliche
Bearbeitungszeiten niedrig zu halten, wird das BAMF durch viele
Widerrufsverfahren zusätzlich belastet (siehe oben).
Die Bundesregierung und das BAMF bezogen sich in der Vergangenheit bei
Angaben zur Asylverfahrensdauer immer wieder auf neue
Berechnungsmodelle. Nach Auffassung der Fragestellenden geschah dies, um gegenüber
der Öffentlichkeit behaupten zu können, das politisch vorgegebene Ziel
dreimonatiger Verfahrensdauern sei erreicht worden. Seit September 2018 wird
maßgeblich auf die sogenannte Jahresverfahrensdauer abgestellt, die nur
Verfahren umfasst, die in den vergangenen zwölf Monaten begonnen und wieder
abgeschlossen wurden (Antwort zu Frage 17 auf Bundestagsdrucksache
19/7552). Länger als ein Jahr dauernde Verfahren bleiben damit
unberücksichtigt, genauso wie überdurchschnittlich lange Widerrufsprüfungen (diese
dauern knapp ein Jahr; Antwort zu Frage 5 auf Bundestagsdrucksache
19/23630).
Zum einjährigen Bestehen sogenannter „AnkER“-Zentren im August 2019
hatte der damalige Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat Horst
Seehofer erklärt, es gebe dort „deutlich kürzere Bearbeitungszeiten“ (
https://w
ww.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2019/07/20190731-bilan
z-1-jahr-ankerzentren.html). Doch das war vor allem einem statistischen
Effekt geschuldet, denn wegen der Neugründung der „AnkER“-Zentren
konnten dort noch keine längeren Verfahren in die Berechnung mit eingehen. Im
Jahr 2020 dauerten die Verfahren in „AnkER“-Zentren mit 8,4 Monaten sogar
ein wenig länger als im allgemeinen Durchschnitt (8,3 Monate). Auch die
amtliche Evaluierung der „AnkER“-Einrichtungen durch das BAMF ergab,
dass es hier allenfalls zu geringfügigen Beschleunigungseffekten in
Teilbereichen gekommen war (vgl. Antwort zu Frage 20 ff. auf
Bundestagsdrucksache 19/30711).
Sogenannte beschleunigte Asylverfahren nach § 30a des Asylgesetzes
(AsylG) werden an wenigen Standorten, vor allem in Bayern und Nordrhein-
Westfalen durchgeführt. Bundesweit gab es 2020 gerade einmal 635
Entscheidungen in Verfahren nach § 30a AsylG (0,4 Prozent aller BAMF-
Entscheidungen). Laut Gesetz sollen beschleunigte Verfahren innerhalb einer Woche
abgeschlossen werden, tatsächlich dauern sie im Schnitt etwa 2,5 Monate (2020).
Im Jahr 2020 erhielt nur eine einzige Person im beschleunigten Verfahren
einen Abschiebungsschutz, die bereinigte Schutzquote lag mit 0,3 Prozent
noch einmal deutlich unterhalb der niedrigen Schutzquote für Asylsuchende
aus sicheren Herkunftsstaaten (2020: 2,2 Prozent). Das könnte nach
Auffassung der Fragestellenden bedeuten, dass ein Schutzbedarf im beschleunigten
Verfahren häufiger nicht erkannt wird.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Verfahrensdauer ist unter den Bedingungen der SARS-CoV-2-Pandemie
angestiegen. Der Anstieg ist insbesondere auf zwei Effekte im Zusammenhang
mit den Maßnahmen zur Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie
zurückzuführen: Zum einen hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
aufgrund der Maßnahmen zum Infektionsschutz die Zustellung ablehnender
Bescheide vorübergehend fast gänzlich eingestellt. Die in dieser Zeit zwar
ausgestellten, aber nicht zugestellten Bescheide wurden nach dieser Phase
sukzessive zugestellt. Dieses führte zu einer Verlängerung der Verfahrensdauer, da
sich diese auf die Zeit von Antragstellung bis Zustellung des Bescheids bezieht.
Zum anderen haben die Außenstellen des BAMF vorrangig ältere Verfahren
entschieden, in denen bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine Anhörung der
Antragstellenden durchgeführt worden war.
Aufgrund der Kontaktbeschränkungen war die Durchführung von Anhörungen
und ein Abschluss von Verfahren mit geringerer Verfahrensdauer erheblich
erschwert. Der Abschluss von Verfahren mit längerer Verfahrensdauer führte
statistisch zu einer Steigerung der Gesamtverfahrensdauer. Des Weiteren wirkt
sich die steigende Anzahl an Verfahren von Antragstellenden aus, bei denen
Hinweise vorliegen, dass sie bereits in Griechenland als schutzberechtigt
anerkannt wurden. Die diesbezüglichen Entscheidungen des BAMF sind
gegenwärtig rückpriorisiert.
1. Wie viele Widerrufs- bzw. Rücknahmeverfahren wurden im Jahr 2021
eingeleitet (bitte Gesamtzahlen angeben und nach den verschiedenen
Formen der Anerkennung und den 15 wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren), und wie viele Entscheidungen in Widerrufsverfahren mit
welchem Ergebnis gab es in diesem Zeitraum (bitte Gesamtzahlen
angeben und nach den verschiedenen Formen der Anerkennung, den 15
wichtigsten Herkunftsländern und jeweils – auch bei den Folgefragen –
nach Widerruf bzw. Rücknahme differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
Jahr 2021 eingeleitete
Widerrufsbzw.
Rücknahmeprüfverfahren
Entscheidungen
insgesamt
Widerruf/
Rücknahme Art. 16a
GG
Widerruf/Rücknahme
Flüchtlingseigenschaft
Widerruf/Rücknahme
subsidiärer Schutz
Widerruf/Rücknahme
Abschiebungsverbot
kein
Widerruf/keine
Rücknahme
davon
Rücknahmen
davon
Rücknahmen
davon
Rücknahmen
davon
Rücknahmen
Herkunftsländer
gesamt
117.093 169.323 157 8 3.776 527 1.531 490 1.166 142 162.693
darunter
Syrien 55.509 70.809 12 1 1.841 160 580 191 42 1 68.334
Irak 13.130 21.816 8 1 549 70 405 59 81 9 20.773
Afghanistan 10.811 21.438 3 1 248 23 135 20 453 14 20.599
Iran 6.543 12.486 11 – 230 9 20 10 10 1 12.215
Jahr 2021 eingeleitete
Widerrufsbzw.
Rücknahmeprüfverfahren
Entscheidungen
insgesamt
Widerruf/
Rücknahme Art. 16a
GG
Widerruf/Rücknahme
Flüchtlingseigenschaft
Widerruf/Rücknahme
subsidiärer Schutz
Widerruf/Rücknahme
Abschiebungsverbot
kein
Widerruf/keine
Rücknahme
davon
Rücknahmen
davon
Rücknahmen
davon
Rücknahmen
davon
Rücknahmen
Herkunftsländer
gesamt
117.093 169.323 157 8 3.776 527 1.531 490 1.166 142 162.693
darunter
Türkei 6.465 5.764 25 1 46 18 33 25 12 4 5.648
Ungeklärt 5.126 6.797 2 – 160 56 62 37 19 7 6.554
Eritrea 4.952 9.662 21 – 182 10 55 21 7 1 9.397
Somalia 3.368 5.256 – – 64 9 43 26 45 4 5.104
Pakistan 1.646 1.793 2 – 15 4 5 4 20 10 1.751
Nigeria 1.221 1.894 – – 18 5 13 2 92 9 1.771
Staatenlos 1.188 1.275 2 – 21 2 13 6 1 – 1.238
Russische Föderation 1.132 1.419 2 1 54 10 23 13 63 12 1.277
Guinea 661 745 – – 8 – 3 1 24 – 710
Äthiopien 552 1.094 3 – 25 14 11 7 12 2 1.043
Sudan 450 709 – – 10 1 8 5 1 – 690
2. Welche Gerichtsentscheidungen in Widerrufs- bzw. Rücknahmeverfahren
gab es 2021 (bitte nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern und nach
Schutzstatus differenziert darstellen)?
In der Gerichtsstatistik des BAMF wird nicht nach Widerrufs- bzw.
Rücknahmeverfahren differenziert. Die weiteren Angaben können der
nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
Zeitraum:
01.01.–30.11.2021
Gerichtsentscheidungen
insgesamt
Widerruf/
Rücknahme
Art. 16a
GG
Widerruf/
Rücknahme
Flüchtlingseigenschaft
Widerruf/
Rücknahme
subsidiärer
Schutz
Kein
Widerruf/
keine
Rücknahme
Formelle
Verfahrenserledigungen
Herkunftsländer
gesamt 1.719 17 322 272 193 915
darunter
Afghanistan 557 – 19 64 133 341
Irak 274 – 109 40 16 109
Syrien 212 – 65 22 22 103
Ungeklärt 73 – 25 10 1 37
Russische Föderation 70 – 8 12 2 48
Eritrea 54 1 16 10 4 23
Nigeria 43 – 1 19 3 20
Iran 41 1 9 – 6 25
Türkei 38 6 8 3 1 20
Somalia 38 – 4 12 2 20
Kosovo 37 4 2 14 – 17
Serbien 32 – – 5 – 27
Armenien 31 – 6 11 2 12
Sri Lanka 21 3 6 3 – 9
Libanon 18 – 6 6 – 6
3. Wie viele Widerrufs- bzw. Rücknahmeverfahren wurden anlassbezogen
bzw. aufgrund konkreter sicherheitsrelevanter Hinweise anderer
Behörden 2021 eingeleitet, und in wie vielen dieser Fälle kam es zu einer
Rücknahme bzw. zu einem Widerruf (bitte nach den 15 wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren und wie in der Antwort zu Frage 2 auf
Bundestagsdrucksache 19/13257 darstellen)?
Die Angaben können – soweit vorliegend – der nachfolgenden Tabelle
entnommen werden:
Jahr 2021 eingeleitete
Widerrufsbzw.
Rücknahmeprüfverfahren
Entscheidungen
insgesamt
Widerruf/
Rücknahme Art. 16a
GG
Widerruf/Rücknahme
Flüchtlingseigenschaft
Widerruf/Rücknahme
subsidiärer Schutz
Widerruf/Rücknahme
Abschiebungsverbot
kein
Widerruf/keine
Rücknahme
davon
Rücknahmen
davon
Rücknahmen
davon
Rücknahmen
davon
Rücknahmen
Herkunftsländer gesamt 3.359 3.524 29 1 467 25 318 285 93 9 2.617
darunter
Syrien 1.460 1.415 3 – 212 12 178 163 5 1 1.017
Afghanistan 434 424 1 – 34 1 24 17 45 2 320
Irak 323 302 – – 52 2 39 34 3 – 208
Iran 208 330 2 – 39 2 4 3 – – 285
Eritrea 177 246 1 – 43 1 16 16 2 1 184
Ungeklärt 144 190 – – 30 3 11 11 2 1 147
Somalia 122 151 – – 16 – 23 21 5 – 107
Türkei 91 72 15 – 9 – 5 4 4 4 39
Pakistan 42 37 1 – 1 – – – 1 – 34
Russische
Föderation
39 52 2 1 10 1 1 1 5 – 34
Nigeria 38 52 – – – – 1 1 2 – 49
Staatenlos 37 42 – – 3 – 7 6 – – 32
Sudan 35 34 – – 1 1 2 2 – – 31
Guinea 19 12 – – 1 – 1 1 4 – 6
Libyen 17 19 – – – – 1 1 – – 18
4. Wie viele Ladungen zu persönlichen Gesprächen im Rahmen von
Widerrufs- bzw. Rücknahmeprüfungen gab es 2021?
a) Wie viele dieser Ladungen betrafen sogenannte
Fragebogenverfahren?
Die Fragen 4 und 4a werden aufgrund des Sachzusammenhangs zusammen
beantwortet.
Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 wurden 5.973
Ladungen zur Befragung versandt, davon betrafen 3.758 Personen das sog.
Fragebogenverfahren.
b) Wie viele solcher Befragungen fanden 2021 statt?
Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 wurden 5.548
Personen befragt, davon 1.421 aus dem sog. Fragebogenverfahren.
c) Welche Ergebnisse hatten die Prüfverfahren nach solchen Befragungen
(bitte nach dem Schutzstatus, nach Widerruf bzw. Rücknahme bzw.
kein Widerruf/keine Rücknahme, nach Fragebogenverfahren – bitte
hier nach den fünf wichtigsten Herkunftsstaaten differenzieren – und
nach den 15 wichtigsten Herkunftsstaaten differenziert angeben)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Jahr 2021
Befragungen
Entscheidungen
gesamt
Widerruf/
Rücknahme
Art. 16a
GG
Widerruf/
Rücknahme
Flüchtlingseigenschaft
Widerruf/
Rücknahme
subsidiärer
Schutz
Widerruf/
Rücknahme
Abschiebungsverbot
kein
Widerruf/keine
Rücknahme
Herkunftsländer
gesamt 5.945 6 231 53 19 5.636
darunter
Syrien 3.789 1 80 7 – 3.701
Eritrea 598 1 17 7 – 573
Irak 447 1 32 9 1 404
Ungeklärt 304 – 24 8 3 269
Afghanistan 256 – 10 1 2 243
Iran 128 – 9 3 1 115
Somalia 108 – 1 – – 107
Staatenlos 63 – – – – 63
Nigeria 34 – – 2 4 28
Türkei 28 – 12 2 – 14
Pakistan 23 – 1 – 1 21
Armenien 20 2 11 6 1 –
Äthiopien 19 – 7 1 1 10
Libanon 19 – 8 3 – 8
Guinea 14 – 1 – – 13
Jahr 2021
davon im
Fragebogenverfahren
Entscheidungen
gesamt
Widerruf/
Rücknahme
Art. 16a
GG
Widerruf/
Rücknahme
Flüchtlingseigenschaft
Widerruf/
Rücknahme
subsidiärer
Schutz
Widerruf/
Rücknahme
Abschiebungsverbot
kein
Widerruf/keine
Rücknahme
Insgesamt 2.557 – 106 – – 2.451
darunter
Syrien 1.921 – 50 – – 1.871
Eritrea 248 0 11 – – 237
Irak 211 – 11 – – 200
Ungeklärt 97 – 12 – – 85
Staatenlos 28 – – – – 28
d) In wie vielen Fällen angeordneter Befragungen wurden bislang
Zwangsgelder festgesetzt oder andere Zwangsmaßnahmen oder
Sanktionen ergriffen, und inwieweit fanden diese Befragungen daraufhin
statt oder waren gegebenenfalls Gegenstand eines gerichtlichen
Streitverfahrens (und welche Rechtsprechung liegt hierzu gegebenenfalls
vor)?
Im Jahr 2021 wurden in 212 Fällen angeordneter Befragungen Zwangsgelder
festgesetzt; andere Zwangsmaßnahmen wurden nicht getroffen. In 34 Fällen
erfolgten daraufhin Befragungen.
Fünf Fälle wurden Gegenstand gerichtlicher Streitverfahren, von denen noch
drei Verfahren anhängig sind; in einem Fall wurde die Klage zurückgenommen
und in einem weiteren der Bescheid gerichtlich aufgehoben, da nach
Auffassung des Gerichts der Androhungsbescheid aufgrund einer fehlerhaften
Zustellung nicht als zugegangen anzusehen war.
5. Für welche Herkunftsländer wurde im BAMF seit der Antwort zu
Frage 6 auf Bundestagsdrucksache 19/31389 festgestellt, dass sich die
dortige Lage nachhaltig und dauerhaft verbessert hat und deshalb in
entsprechenden Fällen eine individuelle Widerrufsprüfung vorzunehmen ist
(bitte nach Ländern und Datum auflisten), und wie lautet die jeweilige
inhaltliche Begründung für diese Bewertung?
Für das Herkunftsland Côte d’Ivoire ist in bestimmten Konstellationen seit
Ende 2021 eine Sachlagenänderung anzunehmen. Es wird davon ausgegangen,
dass hinsichtlich Personen mit ivorischem Hintergrund, insbesondere
Anhängern des ehemaligen Staatspräsidenten Laurent Gbagbo, eine wesentliche und
dauerhafte Änderung der Verhältnisse (sogenannte Sachlagenänderung, § 73
Absatz 1 Satz 2 des Asylgesetzes – AsylG) vorliegt. Hintergrund für die
Feststellung ist der Umstand, dass sich nach den Ausschreitungen im Zuge der
Präsidentschaftswahl in den Jahren 2010/2011 sowohl die innenpolitische als auch
die Sicherheits- und Wirtschaftslage stabilisiert haben. Gbdagbo ist 2021 nach
Côte d’Ivoire zurückgekehrt und dort mit der neuen Partei „Parti des Peuples
Africains – Côte d’Ivoire“ (PPA-CI) politisch aktiv.
Es wird zudem davon ausgegangen, dass hinsichtlich des Herkunftslandes Côte
d’Ivoire für Ausländerinnen, bei denen die Schutzgewährung aufgrund
drohender Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) erfolgte, in
besonderen Ausnahmefällen eine wesentliche und dauerhafte Änderung der
Verhältnisse vorliegt. Hierzu ist es jedoch erforderlich, dass die betroffenen Frauen
im Falle ihrer Rückkehr auf ein nachhaltig schutzbereites familiäres Umfeld
treffen. Hintergrund für die Feststellung ist der Umstand, dass eine tatsächliche
Verbesserung der staatlichen Schutzmaßnahmen eingetreten ist.
6. Wie viel Personal ist aktuell im BAMF an welcher Stelle mit der
Aufgabe von Widerrufs- und Rücknahmeprüfungen, der Asylprüfung, von
Dublin-Verfahren, der Qualitätssicherung und Prozessvertretung befasst,
und wie sind die diesbezüglichen Planungen für die Zukunft (bitte so
differenziert wie möglich darstellen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Personal-Einsatz ausgewählter Bereiche in Vollzeitäquivalenten (VZÄ)
einfacher Dienst/
mittlerer Dienst
(eD/mD)
gehobener Dienst
(gD)
höherer Dienst
(hD)
Summe
Asyl (ohne Widerruf)* 1.169,9 943,3 46,7 2.159,8
Widerrufsprüfung* 82,5 114,3 5,6 202,3
Prozess gesamt 142,8 167,4 36,8 347
dezentral* 132,9 160,9 19,8 313,6
zentral (61D & 61E)** 9,9 6,5 17 33,4
Qualitätssicherung (QS) gesamt 41,5 117,4 14,1 173,1
dezentral* 33,4 89 7,6 130,1
zentral (62A, 62B, 62C)** 8,1 28,4 6,5 43
Dublin gesamt 154,3 189,3 8,9 352,5
dezentral (Dublinzentren 32D, 32E,
32F, o.B.)* 62 118,1 0 180,1
Dublinreferate (32A, 32B, 32C)** 92,4 71,2 8,9 172,4
* gemäß Personal-Ist Abfrage KW05 (31.01. – 04.02.2022)
** gemäß ZSD Stand 01.02.2022
Vakante Stellen in VZÄ (Stand: 01.02.2021)
mD gD hD
Prozess zentral (61D, 61E) 0,1 0,5 3,9
QS zentral (62A, 62B, 62C) 0 6,6 1
Dublin (32A-F) 28,7 10,7 0,1
Soll in VZÄ (Stand: 15.11.2021)
mD gD hD
Prozess zentral (61D, 61E) 10 7 20,9
QS zentral (62A, 62B, 62C) 8 35 7,5
Dublin (32A-F) 183 200 9
Personalplanung:
Asyl und Widerruf:
Aktuell sind 35 VZÄ im mD und 90 VZÄ im gD in Ausschreibung
Prozess:
Aktuell sind 26 VZÄ im gD in Ausschreibung
QS:
Aktuell sind 1 VZÄ im mD, 7 VZÄ im gD und 1 VZÄ im hD
in Ausschreibung
Dublin:
Aktuell sind 16 VZÄ im mD und 14 VZÄ im gD und 1 VZÄ im hD
in Ausschreibung
Die zukünftige Personalplanung für den operativen Bereich hängt maßgeblich
von den künftigen Rahmenbedingungen und Aufgabenschwerpunkten ab. Eine
verbindliche Aussage kann deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen
werden.
7. Hat das BAMF anhängige Widerrufsprüfungen gegenüber afghanischen
jungen Männern inzwischen eingestellt, die noch Ende April 2021 damit
begründet worden waren, dass Kabul von dem Wiederaufbau und den
Versorgungsleistungen durch die internationale Gemeinschaft profitiert
und eine Ausbildung in Deutschland die Möglichkeiten verbessert habe,
in Afghanistan eine eigene Existenz aufzubauen (vgl. hierzu die Antwort
zu Frage 8 auf Bundestagsdrucksache 19/31389, in der die
Bundesregierung diese Vorgehensweise rechtfertigte), und inwieweit wurden
anhängige Gerichtsverfahren wegen solcher Widerrufe seitens des BAMF für
erledigt erklärt bzw. ausgesprochene Widerrufe gegenüber afghanischen
Geflüchteten angesichts der aktuellen Entwicklung in Afghanistan
ihrerseits widerrufen bzw. zurückgenommen (bitte so differenziert wie
möglich antworten)?
Die Widerrufsprüfungen im April 2021 bezogen sich naturgemäß auf die
damalige Lage im Herkunftsland Afghanistan. Im Widerrufsverfahren prüft das
BAMF stets im Einzelfall, ob die Voraussetzungen für einen Schutzstatus noch
vorliegen. Dies gilt auch für die geschilderte Fallkonstellation (afghanische,
junge, gesunde, arbeitsfähige Männer ohne besondere Umstände). Des
Weiteren prüft das BAMF im Klageverfahren bei entsprechenden Anhaltspunkten bei
Antragstellern aus Afghanistan Abhilfemöglichkeiten im Einzelfall. Im
Übrigen waren Widerrufs- und Rücknahmeverfahren von der teilweisen
Rückpriorisierung der Entscheidungen des BAMF zum Herkunftsland Afghanistan ab
Mitte August 2021 umfasst.
8. Ist die Bundesregierung der Auffassung der Fragestellenden, dass in
einer Situation, in der eine Verschlechterung der Lage im Herkunftsland
droht (wie in Afghanistan im Sommer 2021 angesichts der drohenden
Machtübernahme durch die Taliban infolge des internationalen
Truppenabzugs), grundsätzlich (d. h. von besonderen Einzelfällen abgesehen)
keine Widerrufe eines gewährten (und insbesondere eines gerichtlich
angeordneten) Schutzstatus erfolgen sollten (bitte begründen), vor dem
Hintergrund, dass die vorherige Bundesregierung solche Widerrufe bei
jungen afghanischen Männern mit Hinweis auf eine angebliche sichere
Fluchtalternative in Kabul und der „fehlenden Prognostizierbarkeit“ der
Lageentwicklung gerechtfertigt hat (vgl. Antworten zu den Fragen 8h
und 8i auf Bundestagsdrucksache 19/31389)?
Wird es eine Anweisung des BMI an das BAMF geben, dass bei unklarer
Sicherheitslage oder drohenden Verschlechterungen der Lage von dem
Widerruf eines einmal gewährten Schutzstatus im Regelfall abgesehen
werden soll (bitte begründen)?
Das BAMF wertet im Interesse einer für das Asylverfahren umfassenden
Erkenntnislage eine Vielzahl an Quellen aus und aktualisiert bei Bedarf die
Herkunftsländerleitsätze regelmäßig sowie anlassbezogen. Lageentwicklungen
sind in der Regel nicht prognostizierbar, weswegen Anpassungen nicht bereits
im Vorfeld des Eintritts einer möglichen Lageänderung erfolgen können. Bis zu
einer entsprechenden Aktualisierung der jeweiligen Herkunftsländerleitsätze
können Entscheidungen, auch solche zu Widerrufen, abhängig von der
jeweiligen Lage zurückgestellt werden. Allein eine möglicherweise drohende
Verschlechterung der Lage in einem Herkunftsland führt nicht zwangsläufig zu
einem Absehen von Widerrufen. Die Entscheidung, ob die Voraussetzungen für
einen Widerruf erfüllt sind, bleibt der Prüfung im Einzelfall vorbehalten.
9. Hält es die Bundesministerin des Innern und für Heimat Nancy Faeser
für angebracht, die ehemalige BAMF-Leiterin in Bremen, Frau B., zu
rehabilitieren bzw. sich auch zu entschuldigen für öffentliche
Vorverurteilungen in Bezug auf ihre Person bzw. ihre Tätigkeit durch das
Bundesinnenministerium unter der Leitung von Horst Seehofer bzw. durch den
damaligen Staatssekretär Stephan Mayer (vgl. hierzu die
Bundestagsdrucksache 19/32466, insbesondere die Vorbemerkung der
Fragestellenden), auch weil Frau B., etwa nach Einschätzungen in der Presse (vgl.
ebd.), durch ihr Handeln die Bundesrepublik Deutschland davor
bewahrte, menschenrechtswidrige Abschiebungen nach Bulgarien
vorgenommen zu haben (und darin in der Rechtsprechung auch bestätigt
wurde; vgl. ebd.)?
In der 19. Legislaturperiode wurde der mit der Fragestellung angesprochene
Themenkomplex umfangreich aufgearbeitet und die Bundesregierung hat dazu
mehrfach Stellung genommen (vgl. Antwort der Bundesregierung zu den
Fragen 3 und 4 der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf
Bundestagsdrucksache 19/8445). Das Bundesministerium des Innern und für Heimat sieht
keine Veranlassung, in diesem Zusammenhang weiter tätig zu werden.
10. Wie lange war die durchschnittliche Bearbeitungsdauer in Asylverfahren
bis zu einer behördlichen Entscheidung im vierten Quartal 2021 bzw. im
Gesamtjahr 2021, wie lange war die durchschnittliche Bearbeitungsdauer
in diesen Zeiträumen bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung (d. h.
inklusive eines Gerichtsverfahrens), und wie lange war sie bis zu einer
rechts- oder bestandskräftigen Entscheidung (bitte auch nach den 15
wichtigsten Herkunftsländern, allen sicheren Herkunftsstaaten und
zudem Algerien, Marokko, Tunesien und Georgien sowie nach Erst- und
Folgeanträgen differenzieren; Hinweis: auf Bundestagsdrucksache
19/30711 fehlten in der Antwort zu Frage 1 die erbetenen Angaben zur
Verfahrensdauer bis zu einer „rechtskräftigen oder bestandskräftigen“
Entscheidung)?
Eine statistische Differenzierung zwischen rechtskräftigen und
bestandskräftigen Entscheidungen im Sinne der Fragestellung (auch bezüglich des Hinweises
auf die Antwort zu Frage 1 auf Bundestagsdrucksache 19/30711) ist nicht
möglich; die statistische Auswertung bezieht sich auf unanfechtbare
Entscheidungen und umfasst damit sowohl bestands- als auch rechtskräftige
Entscheidungen. Zahlen zur Verfahrensdauer bis zu einer unanfechtbaren Entscheidung
liegen bisher nur für das erste Halbjahr 2021 vor. Die weiteren Angaben können
den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Monaten
Jahr 2021
Staatsangehörigkeiten gesamt 6,6
darunter:
Syrien 4,8
Irak 7,6
Afghanistan 6,4
Türkei 7,2
Nigeria 14,9
Moldau, Republik 1,3
Iran 11,8
Ungeklärt 6,7
Somalia 14,0
Georgien 2,8
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Monaten
Jahr 2021
Staatsangehörigkeiten gesamt 6,6
darunter:
Eritrea 8,0
Nordmazedonien 2,0
Russische Föderation 12,1
Pakistan 6,8
Algerien 4,5
Marokko 4,7
Tunesien 5,5
Albanien 2,7
Bosnien und Herzegowina 1,6
Ghana 10,2
Kosovo 5,9
Montenegro 1,9
Senegal 10,2
Serbien 3,2
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Monaten
Jahr 2021
Gesamt 6,6
davon
Erstanträge 7,3
Folgeanträge 4,9
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Monaten
4. Quartal 2021
Staatsangehörigkeiten gesamt 6,1
darunter:
Syrien 5,6
Irak 6,3
Afghanistan 4,9
Nordmazedonien 1,6
Türkei 6,4
Moldau, Republik 1,3
Georgien 2,8
Nigeria 16,4
Somalia 13,7
Iran 11,3
Ungeklärt 7,2
Albanien 1,8
Eritrea 8,1
Bosnien und Herzegowina 1,3
Russische Föderation 10,1
Algerien 4,5
Marokko 4,3
Tunesien 4,5
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Monaten
4. Quartal 2021
Staatsangehörigkeiten gesamt 6,1
darunter:
Ghana 8,6
Kosovo 5,5
Montenegro 1,0
Senegal 9,8
Serbien 3,0
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Monaten
4. Quartal 2021
Gesamt 6,1
davon
Erstanträge 6,3
Folgeanträge 5,3
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer unanfechtbaren
Entscheidung (bestands- oder rechtskräftig) in Monaten
1. Halbjahr 2021
Staatsangehörigkeiten gesamt 24,0
darunter:
Syrien 9,7
Irak 29,5
Afghanistan 38,3
Nordmazedonien 15,2
Türkei 23,9
Moldau, Republik 6,7
Georgien 18,3
Nigeria 33,4
Somalia 29,7
Iran 32,2
Ungeklärt 19,2
Albanien 16,1
Eritrea 21,8
Bosnien und Herzegowina 10,4
Russische Föderation 42,5
Algerien 11,0
Marokko 12,7
Tunesien 14,3
Ghana 25,6
Kosovo 19,3
Montenegro 15,2
Senegal 25,1
Serbien 9,3
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer unanfechtbaren
Entscheidung (bestands- oder rechtskräftig) in Monaten
1. Halbjahr 2021
Gesamt 24,0
davon
Erstanträge 28,1
Folgeanträge 11,5
11. Wie lange war 2021 die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bei
Asylanträgen von unbegleiteten Minderjährigen bis zu einer behördlichen
bzw. rechtskräftigen Entscheidung (bitte auch nach den 15 wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren)?
Zur durchschnittlichen Bearbeitungsdauer der Asylerstanträge von
unbegleiteten Minderjährigen bis zu einer unanfechtbaren Entscheidung liegen nur für das
erste Halbjahr 2021 Zahlen vor. Die Angaben können den nachfolgenden
Tabellen entnommen werden:
Jahr 2021
Durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bei
Asylerstanträgen von
unbegleiteten
Minderjährigen bis zu einer
behördlichen
Entscheidung in Monaten
Staatsangehörigkeiten gesamt 8,1
darunter:
Syrien 6,7
Afghanistan 8,2
Somalia 8,6
Irak 11,8
Guinea 11,4
Eritrea 10,4
Iran 10,3
Marokko 4,9
Algerien 6,9
Pakistan 7,6
Ungeklärt 5,6
Gambia 8,8
Türkei 7,7
Äthiopien 8,8
Angola 19,4
1. Halbjahr 2021
Durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bei
Asylerstanträgen von
unbegleiteten
Minderjährigen bis zu einer
unanfechtbaren
Entscheidung in Monaten
Staatsangehörigkeiten gesamt 16,5
darunter:
Afghanistan 16,0
Syrien 11,4
Irak 30,0
Somalia 13,6
Eritrea 20,3
Guinea 9,5
Iran 27,0
Ungeklärt 5,5
Gambia 14,8
Pakistan 16,0
Nigeria 16,7
Albanien 16,7
Algerien 10,8
Marokko 16,8
Türkei 16,8
12. Wie lange war 2021 die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer
behördlichen Entscheidung in Dublin-Verfahren bzw. in Asylverfahren
ohne Dublin-Bescheid (bitte jeweils auch nach den 15 wichtigsten
Herkunftsländern, allen sicheren Herkunftsstaaten und zudem Algerien,
Marokko, Tunesien und Georgien differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Dublin-Verfahren – in Monaten
Jahr 2021
Staatsangehörigkeiten gesamt 1,9
darunter:
Syrien 1,9
Irak 1,9
Afghanistan 1,8
Türkei 1,7
Nigeria 2,7
Moldau, Republik 1,4
Iran 2,5
Ungeklärt 1,8
Somalia 2,5
Georgien 1,4
Eritrea 3,0
Nordmazedonien 1,9
Russische Föderation 1,8
Pakistan 1,6
Algerien 1,8
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Dublin-Verfahren – in Monaten
Jahr 2021
Staatsangehörigkeiten gesamt 1,9
darunter:
Marokko 1,6
Tunesien 1,8
Albanien 1,7
Bosnien und Herzegowina 1,6
Ghana 1,6
Kosovo 2,0
Montenegro 1,8
Senegal 1,8
Serbien 2,4
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Asylverfahren ohne Dublin-Bescheid – in Monaten
Jahr 2021
Staatsangehörigkeiten gesamt 5,7
darunter:
Syrien 4,6
Irak 6,4
Afghanistan 7,0
Türkei 6,8
Nigeria 12,0
Moldau, Republik 1,1
Iran 9,3
Ungeklärt 6,1
Somalia 13,4
Georgien 2,4
Eritrea 6,7
Nordmazedonien 1,9
Russische Föderation 10,9
Pakistan 6,2
Algerien 4,2
Marokko 4,4
Tunesien 5,1
Albanien 2,6
Bosnien und Herzegowina 1,6
Ghana 8,0
Kosovo 5,3
Montenegro 1,7
Senegal 7,7
Serbien 3,0
13. Wie lange war 2021 die durchschnittliche Bearbeitungsdauer in
Verfahren, in denen nach der Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
Asylprüfung zuständig sei, dann doch ein Prüfverfahren in nationaler
Zuständigkeit durchgeführt wurde (bitte jeweils auch nach den 15
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Monaten
Jahr 2021
Staatsangehörigkeiten gesamt 22,6
darunter:
Syrien 19,3
Irak 23,0
Afghanistan 18,3
Türkei 19,1
Nigeria 25,4
Moldau, Republik 8,2
Iran 24,5
Ungeklärt 23,8
Somalia 30,0
Georgien 15,9
Eritrea 32,1
Nordmazedonien 12,7
Russische Föderation 21,4
Pakistan 17,7
Algerien 17,8
14. Wie lange war 2021 die durchschnittliche Bearbeitungsdauer in
Verfahren, mit denen der Widerruf oder die Rücknahme eines Schutzstatus
geprüft wurde (bitte jeweils nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren), und welchen Anteil hatten diese Widerrufs- und
Rücknahmeprüfungen an allen Verfahren (bitte jeweils in absoluten und
relativen Zahlen darstellen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden, wobei
Angaben zu Widerrufs- und Rücknahmeverfahren nur zusammengefasst
vorliegen:
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer Widerrufs-/Rücknahmeverfahren
in Monaten
Jahr 2021
Staatsangehörigkeiten gesamt 10,4
darunter:
Syrien 9,5
Irak 11,0
Afghanistan 13,7
Iran 10,2
Türkei 8,3
Ungeklärt 9,3
Eritrea 10,1
Somalia 10,2
Pakistan 9,0
Nigeria 10,2
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer Widerrufs-/Rücknahmeverfahren
in Monaten
Jahr 2021
Staatsangehörigkeiten gesamt 10,4
darunter:
Staatenlos 9,7
Russische Föderation 10,8
Guinea 9,0
Äthiopien 9,6
Sudan 9,5
Entscheidungen über Erst-, Folge- und Widerrufsverfahren
Jahr 2021
Entscheidungen gesamt 319.277
Entscheidungen über Erst- und Folgeverfahren 149.954
Entscheidungen über Widerruf/Rücknahme 169.323
Anteil der Widerrufsverfahren in % 53,0
15. Wie lange war 2021 die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer
behördlichen Entscheidung, wenn Asylverfahren getrennt danach
betrachtet werden, ob sie in sogenannten Ankunftszentren, in AnkER-
Zentren bzw. „funktionsgleichen Einrichtungen“ (FG; bitte diese beiden
Kategorien zusammenfassen) oder in den Außenstellen bzw. der Zentrale
des BAMF (bitte ebenfalls zusammengefasst) entschieden wurden (bitte
jeweils auch nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern, allen sicheren
Herkunftsstaaten und zudem Algerien, Marokko, Tunesien und Georgien
differenzieren, hinsichtlich der AnkER-Zentren und funktionsgleichen
Einrichtungen bitte zudem nach Standorten differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Jahr 2021
Durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu
einer behördlichen
Entscheidung bei Verfahren,
die in einem
Ankunftszentrum entschieden
wurden – in Monaten
nach Staatsangehörigkeit
Gesamt 7,1
darunter:
Syrien 5,1
Irak 8,7
Afghanistan 8,5
Türkei 7,9
Nigeria 14,9
Moldau, Republik 1,2
Iran 13,5
Ungeklärt 9,2
Somalia 15,9
Georgien 2,2
Eritrea 9,1
Nordmazedonien 1,6
Russische Föderation 11,4
Pakistan 7,5
Jahr 2021
Durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu
einer behördlichen
Entscheidung bei Verfahren,
die in einem
Ankunftszentrum entschieden
wurden – in Monaten
nach Staatsangehörigkeit
Gesamt 7,1
darunter:
Algerien 6,4
Marokko 5,0
Tunesien 7,0
Albanien 2,3
Bosnien und Herzegowina 2,6
Ghana 9,2
Kosovo 7,5
Montenegro 3,2
Senegal 13,8
Serbien 3,4
Jahr 2021
Durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu
einer behördlichen
Entscheidung bei Verfahren,
die in einer AnkER-
bzw. funktionsgleichen
Einrichtung entschieden
wurden – in Monaten
nach Staatsangehörigkeit
Gesamt 7,3
darunter:
Syrien 4,6
Irak 8,9
Afghanistan 8,1
Türkei 6,7
Nigeria 17,7
Moldau, Republik 1,8
Iran 12,7
Ungeklärt 6,4
Somalia 16,1
Georgien 2,8
Eritrea 7,1
Nordmazedonien 1,5
Russische Föderation 14,8
Pakistan 6,1
Algerien 5,5
Marokko 5,8
Tunesien 8,7
Albanien 2,9
Bosnien und Herzegowina 1,7
Jahr 2021
Durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu
einer behördlichen
Entscheidung bei Verfahren,
die in einer AnkER-
bzw. funktionsgleichen
Einrichtung entschieden
wurden – in Monaten
nach Staatsangehörigkeit
Gesamt 7,3
darunter:
Ghana 9,8
Kosovo 4,5
Montenegro 2,3
Senegal 14,5
Serbien 2,7
Jahr 2021
Durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu
einer behördlichen
Entscheidung bei Verfahren,
die in einer AnkER- oder
funktionsgleichen
Einrichtung entschieden
wurden – in Monaten
nach Standorten
Gesamt 7,3
darunter:
AS Augsburg in AnkER 5,4
AS Bamberg in AnkER 5,5
AS Chemnitz im AZ, LAS 6,6
AS Deggendorf in AnkER 3,4
AS Dresden in AnkER 5,2
AS Eisenhüttenstadt, LAS 10,2
AS Hamburg im AZ, LAS 7,2
AS Heidelberg im AZ 13,8
AS Lebach in AnkER, LAS 3,7
AS Leipzig im AZ 4,8
AS Manching in AnkER 3,1
AS Neumünster, LAS 6,1
AS Nostorf-Horst, LAS 6,3
AS Regensburg in AnkER 5,9
AS Schweinfurt in AnkER 5,3
AS Schwerin im AZ 6,3
AS Zirndorf in AnkER 8,8
Jahr 2021
Durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu
einer behördlichen
Entscheidung bei Verfahren,
die in einer Außenstelle
bzw. Zentrale
entschieden wurden – in
Monaten nach
Staatsangehörigkeit
Gesamt 6,0
darunter:
Syrien 4,6
Irak 6,2
Afghanistan 5,0
Türkei 7,0
Nigeria 13,2
Moldau, Republik 1,2
Iran 9,3
Ungeklärt 6,0
Somalia 11,9
Georgien 4,1
Eritrea 7,8
Nordmazedonien 2,6
Russische Föderation 9,2
Pakistan 6,8
Algerien 3,4
Marokko 3,8
Tunesien 2,8
Albanien 3,1
Bosnien und Herzegowina 1,1
Ghana 11,6
Kosovo 5,6
Montenegro 0,9
Senegal 4,9
Serbien 3,2
16. Wie lange war 2021 die durchschnittliche Verfahrensdauer bei
beschleunigten Asylverfahren nach § 30a AsylG (bitte jeweils auch nach den
zehn wichtigsten Herkunftsländern, allen sicheren Herkunftsstaaten,
Algerien, Marokko, Tunesien und Georgien differenzieren; bitte zudem
nach den Standorten der Organisationseinheiten differenziert auflisten)?
Die Angaben zur Verfahrensdauer können den nachfolgenden Tabellen
entnommen werden:
Durchschnitt
Bearbeitungsdauer in Monaten
im Jahr 2021
Dublinzentrum
Bayreuth
AS*
Bamberg
in AnkER
AS*
Berlin,
LAS
AS*
Mönchengladbach
im AZ
AS*
Essen
AS*
München
Gesamt
alle beschleunigten
Verfahren 1,5 3,6 0,5 0,3 0,3 0,1 3,3
darunter:
Nordmazedonien 0,0 2,0 0,0 0,3 0,3 0,0 1,8
Albanien 0,7 3,0 0,0 0,0 0,0 0,0 2,9
Serbien 0,0 1,8 0,0 0,0 0,0 0,0 1,8
Ghana 2,0 15,6 0,0 0,0 0,0 0,0 13,7
Georgien 1,6 2,0 0,0 0,0 0,0 0,0 2,0
Irak 1,0 1,6 0,0 0,0 0,0 0,0 1,5
Senegal 1,4 13,0 0,0 0,0 0,0 0,0 8,3
Kosovo 0,0 1,7 0,0 0,0 0,0 0,0 1,7
Russische Föderation 2,4 5,5 0,0 0,0 0,0 0,0 4,9
Algerien 1,8 4,0 0,0 0,0 0,0 0,0 3,1
Marokko 1,0 1,6 0,0 0,0 0,0 0,0 1,5
Bosnien-Herzeg. 0,0 1,8 0,0 0,0 0,0 0,0 1,8
Montenegro 1,8 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,8
Tunesien nicht betroffen
* AS = Außenstelle
Durchschnitt
Bearbeitungsdauer in Monaten
im Jahr 2021
nach Außenstellen 3,3
Dublinzentrum Bayreuth 1,5
AS Bamberg in AnkER 3,6
AS Berlin, LAS 0,5
AS Mönchengladbach im AZ 0,3
AS Essen 0,3
AS München 0,1
Hinweis: Aufgrund geringer Fallzahlen sind die Angaben nur eingeschränkt aussagekräftig.
17. Wie lange war 2021 die Verfahrensdauer bei Verfahren, die in den letzten
zwölf Monaten eingeleitet (Asylantragstellung) und entschieden wurden
(„Jahresverfahrensdauer“; bitte jeweils auch nach den zehn wichtigsten
Herkunftsländern und allen sicheren Herkunftsstaaten differenzieren)?
Die Angaben zur Verfahrensdauer können der nachfolgenden Tabelle
entnommen werden:
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer in Monaten für das Jahr 2021
alle HKL 2,9
Syrien 2,8
Irak 3,1
Afghanistan 3,2
Türkei 3,9
Nigeria 4,2
Moldau, Republik 1,1
Iran 4,0
Ungeklärt 3,4
Somalia 4,0
Georgien 1,9
Albanien 2,1
Bosnien und Herzegowina 1,2
Ghana 3,5
Kosovo 2,7
Montenegro 1,3
Nordmazedonien 1,5
Senegal 3,5
Serbien 2,1
18. Wie lange war 2021 die durchschnittliche Verfahrensdauer bei früher
sogenannten Neuverfahren („Asylantragstellung ab 1. Januar 2017“; bitte
jeweils auch nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern und allen
sicheren Herkunftsstaaten differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer in Monaten für das Jahr 2021
alle Staatsangehörigkeiten 6,0
darunter:
Syrien 4,4
Irak 7,3
Afghanistan 5,9
Türkei 7,1
Nigeria 13,7
Moldau, Republik 1,3
Iran 11,4
Ungeklärt 5,9
Somalia 10,4
Georgien 2,5
Albanien 2,6
Bosnien und Herzegowina 1,6
Ghana 8,5
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer in Monaten für das Jahr 2021
alle Staatsangehörigkeiten 6,0
darunter:
Kosovo 4,0
Montenegro 1,9
Nordmazedonien 1,7
Senegal 9,7
Serbien 3,0
19. Wie lange war 2021 die durchschnittliche Dauer bis zur Anhörung der
Asylsuchenden, wie lange die durchschnittliche Dauer nach der
Anhörung bis zur behördlichen Entscheidung (bitte jeweils auch nach den
15 wichtigsten Herkunftsländern, allen sicheren Herkunftsstaaten und
zudem Algerien, Marokko, Tunesien und Georgien differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
Jahr 2021
Antragstellung
bis Anhörung
(in Monaten)
Anhörung
bis Entscheidung
(in Monaten)
Gesamt 2,5 6,9
darunter:
Syrien 2,7 4,1
Irak 2,7 6,9
Afghanistan 2,6 4,9
Türkei 2,7 4,9
Nigeria 7,5 15,0
Moldau, Republik 0,6 1,0
Iran 5,1 11,3
Ungeklärt 3,6 6,0
Somalia 7,3 10,2
Georgien 0,9 1,7
Eritrea 6,7 6,8
Nordmazedonien 0,9 1,3
Russische Föderation 6,4 11,1
Pakistan 4,2 6,3
Algerien 1,7 3,5
Marokko 2,1 3,4
Tunesien 1,2 4,3
Bosnien und Herzegowina 1,0 1,1
Ghana 6,2 7,7
Kosovo 3,2 4,0
Albanien 1,1 1,6
Montenegro 1,1 1,1
Senegal 4,0 8,2
Serbien 2,0 2,0
20. Wie viele beim BAMF anhängige Verfahren waren zum letzten Stand
seit über drei, sechs, zwölf, 15, 18, 24 bzw. 36 Monaten anhängig (bitte
auch nach den zehn am meisten betroffenen Herkunftsländern
differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
Anhängige Verfahren
Stand: 31.01.2022
bis
3
Monate
über
3
Monate
über
6
Monate
über
12
Monate
über
15
Monate
über
18
Monate
über
24
Monate
über
36
Monate
Insgesamt
Gesamt 43.892 69.036 44.243 17.873 11.726 7.265 2.973 393 112.928
darunter:
Syrien 10.816 24.582 18.991 6.831 4.266 2.512 1.007 73 35.398
Afghanistan 10.567 18.769 9.506 3.187 1.998 1.265 490 58 29.336
Irak 5.987 7.243 5.038 2.781 1.923 1.180 507 40 13.230
Türkei 2.321 2.925 1.358 719 514 357 141 31 5.246
Ungeklärt 1.321 2.371 1.733 778 521 279 104 33 3.692
Somalia 910 2.080 1.356 514 332 165 79 10 2.990
Iran 987 1.526 993 557 419 313 137 52 2.513
Nigeria 559 1.205 816 456 323 234 103 19 1.764
Georgien 1.113 451 158 46 35 18 3 0 1.564
Nordmazedonien 1.114 401 43 10 8 2 2 1 1.515
21. Wie lange war 2021 die durchschnittliche Dauer vom Datum der Einreise
(wie im System MARiS des BAMF nach Selbstauskunft der
Asylsuchenden gespeichert) bis zur formellen Asylantragstellung (bitte jeweils auch
nach den zehn wichtigsten Herkunftsstaaten differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass die Daten keine Aussagen etwa zur
Gesamtverfahrensdauer von Asylverfahren zulassen, da im Einzelfall der Asylantrag
nicht unmittelbar nach der Einreise gestellt worden ist.
Staatsangehörigkeit Jahr 2021(Dauer in Monaten)
Gesamt 7,6
darunter:
Syrien 10,9
Irak 4,9
Afghanistan 3,0
Türkei 7,1
Nigeria 4,8
Moldau, Republik 2,0
Iran 6,1
Ungeklärt 13,4
Somalia 5,2
Georgien 2,3
22. Wie genau wird die Vereinbarung im Koalitionsvertrag zwischen SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP, das Konzept der AnkER-
Zentren werde von der Bundesregierung nicht weiterverfolgt (Zeile 4716),
vom BMI bzw. dem BAMF in der Praxis umgesetzt (bitte ausführlich
darlegen)?
Wird dies z. B. die Schließung von Einrichtungen bedeuten, die, etwa
wegen ihrer abgelegenen Lage, in der öffentlichen Kritik stehen (vgl.
Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrats vom 29. Juli 2021:
„Bundesweiter Appell: ANKER-Zentren abschaffen!“; der Appell wurde
unter anderem von der Diakonie Deutschland, dem Deutschen
Caritasverband, dem Paritätischen Gesamtverband, dem Bundesverband der
Arbeiterwohlfahrt und von Pro Asyl unterstützt), oder wird zumindest
auf die Unterbringung von Familien mit Kindern in solchen Lagern
verzichtet, weil dies mit dem Kindeswohl nicht vereinbar sein könnte (vgl.
z. B. die Broschüre von terre des hommes: „Kein Ort für Kinder. Zur
Lebenssituation von minderjährigen Geflüchteten in
Aufnahmeeinrichtungen“ und das Rechtsgutachten von terre des hommes und Jumen:
„Der Anspruch auf Entlassung aus einer Aufnahmeeinrichtung für
minderjährige Geflüchtete und ihre Familien unter besonderer
Berücksichtigung der Kinderrechte“; bitte ausführen und begründen)?
Nach derzeit unverändert geltender Rechtslage gemäß §§ 44 ff. AsylG i. V. m.
den jeweiligen Landesaufnahmegesetzen zum Erstaufnahmeverfahren und den
zugehörigen Durchführungsverordnungen sind die Länder für die
Unterbringung und Versorgung Schutzsuchender (einschließlich der Standortwahl und
etwaiger Schließungen von Aufnahmeeinrichtungen) verantwortlich.
Nach § 44 Absatz 2a und § 53 Absatz 3 AsylG sollen die Länder geeignete
Maßnahmen treffen, um bei der Unterbringung Asylbegehrender den Schutz
von Frauen und schutzbedürftigen Personen zu gewährleisten. Im
Zusammenhang mit der Unterbringung und Versorgung des relevanten Personenkreises
wird seitens der Länder die Richtlinie 2013/33/EU (Aufnahmerichtlinie)
umgesetzt, die den Kreis schutzbedürftiger Personen definiert und von den Ländern
im Rahmen der jeweiligen Schutzkonzepte Beachtung findet. Die
länderspezifischen Schutzkonzepte, die der Bund ausdrücklich begrüßt, berücksichtigen
neben dem besonderen Bedarf vulnerabler Gruppen ebenso die besondere
Situation von Familien in Aufnahmeeinrichtungen. Die Zusammenarbeit
zwischen dem Bund und den Ländern unter Beachtung des Koalitionsvertrages im
Bereich Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen in den
Aufnahmeeinrichtungen, insbesondere AnkER- und funktionsgleiche Einrichtungen (FGE),
wird umfassend geprüft. Diese Prüfung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch
nicht abgeschlossen.
23. Welche Angaben kann die Bundesregierung zur absoluten Zahl machen,
zum Anteil (an allen Verfahren) und zu inhaltlichen Entscheidungen bei
beschleunigten Asylverfahren nach § 30a AsylG im Jahr 2021 (bitte
soweit möglich nach Standorten, den zehn wichtigsten Herkunftsländern,
allen sicheren Herkunftsstaaten, Algerien, Marokko, Tunesien und
Georgien differenzieren; bitte darstellen wie in der Antwort zu Frage 17
auf Bundestagsdrucksache 19/30711)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Jahr 2021
Asylanträge
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art. 16a
GG
Flüchtlingsschutz § 3
I AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen
Gesamt 190.816 148.233 42.583 149.954 1.226 30.839 22.996 4.787 35.071 55.035
davon
sichere HKL 11.121 5.904 5.217 9.103 – 9 5 41 4.191 4.857
Beschleunigte Verfahren 384 241 143 250 – – – 1 114 136
Anteil Beschleunigte Verfahren 0,2 % 0,2 % 0,3 % 0,2 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,3 % 0,2 %
Beschleunigte Verfahren:
Jahr 2021
nach HKL
Asylanträge
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art. 16a
GG
Flüchtlingsschutz § 3
I AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen
Insgesamt 384 241 143 250 – – – 1 114 136
davon
Nordmazedonien 140 93 47 87 – – – – 32 55
Serbien 70 47 23 34 – – – – 27 7
Albanien 51 44 7 38 – – – – 20 18
Bosnien und Herzegowina 28 28 – 4 – – – – 4 –
Georgien 24 1 23 19 – – – – – 19
Ghana 14 12 2 21 – – – 1 15 5
Senegal 12 10 2 10 – – – – 5 5
Irak 10 1 9 11 – – – – 6 5
Russ. Föderation 8 – 8 5 – – – – – 5
Algerien 5 – 5 5 – – – – 2 3
Kosovo 5 3 2 6 – – – – 1 5
Marokko 5 – 5 4 – – – – – 4
Montenegro 1 – 1 1 – – – – – 1
Jahr 2021
nach Außenstellen
Asylanträge
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art. 16a
GG
Flüchtlingsschutz § 3
I AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen
Insgesamt 384 241 143 250 – – – 1 114 135
davon
AS Bamberg in AnkER 366 232 134 217 – – – 1 105 111
AS Regensburg
1 – 1 – – – – – – –
in AnkER
AS Zirndorf in AnkER 1 – 1 – – – – – – –
32E Dublinzentrum Bochum 1 1 – – – – – – – –
AS Berlin im AZ 1 1 – 1 – – – – 1 –
AS Mönchengladbach im AZ 6 – 6 6 – – – – – 6
AS Essen 7 6 1 7 – – – – 7 –
AS München 1 1 – 1 – – – – 1 –
32F Dublinzentrum Bayreuth – – – 18 – – – – – 18
24. Welche Angaben kann die Bundesregierung zur absoluten Zahl machen,
zum Anteil (an allen Verfahren) und zu inhaltlichen Entscheidungen bei
Verfahren, die in AnkER- bzw. funktionsgleichen Einrichtungen (bitte
differenzieren) im Jahr 2021 abgeschlossen wurden (bitte jeweils auch
nach Bundesländern sowie den zehn wichtigsten Herkunftsländern, allen
sicheren Herkunftsstaaten, Algerien, Marokko, Tunesien und Georgien
differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Jahr 2021
Asylanträge
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art. 16a
GG
Flüchtlingsschutz § 3
I AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen
Verfahren
gesamt 2021
190.816 148.233 42.583 149.954 1.226 30.839 22.996 4.787 35.071 55.035
davon AnkER-Einrichtungen 25.369 20.881 4.488 15.642 92 3.049 3.078 387 4.523 4.513
Anteil 13,3 % 14,1 % 10,5 % 10,4 % 7,5 % 9,9 % 13,4 % 8,1 % 12,9 % 8,2 %
davon Funktionsgleiche
Einrichtungen
37.359 29.301 8.058 24.658 148 4.253 3.982 1.055 8.042 7.178
Anteil 19,6 % 19,8 % 18,9 % 16,4 % 12,1 % 13,8 % 17,3 % 22,0 % 22,9 % 13,0 %
Jahr 2021
Asylanträge
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art. 16a
GG
Flüchtlingsschutz § 3
I AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen
AnkER-Einrichtungen
nach Bundesländern gesamt
25.369 20.881 4.488 15.642 92 3.049 3.078 387 4.523 4.513
Baden-Württemberg 65 36 29 158 – 26 43 8 48 33
Bayern 19.355 15.841 3.514 11.187 60 2.060 2.106 299 3.297 3.365
Berlin 55 49 6 15 – 3 2 – 5 5
Brandenburg 10 10 – 14 – – – 1 11 2
Bremen – – – 3 – – 2 0 1 –
Hamburg 1 1 – 3 – – – 1 – 2
Hessen 9 3 6 18 – 3 3 1 7 4
Mecklenburg-Vorpommern 2 – 2 1 – – – – 1 –
Niedersachsen 27 10 17 28 1 2 1 1 13 10
Nordrhein-Westfalen 58 26 32 60 1 6 9 – 7 37
Rheinland-Pfalz 28 14 14 47 – 12 3 1 3 28
Saarland 3.033 2.610 423 1.982 8 722 611 14 168 459
Sachsen 2.593 2.167 426 1.918 22 211 298 60 948 379
Sachsen-Anhalt 2 2 – 172 – – – – 2 170
Schleswig-Holstein 2 – 2 5 – – – – – 5
Thüringen 29 22 7 21 – 4 – 1 9 7
unbekannt 100 90 10 10 – – – – 3 7
Jahr 2021
Asylanträge
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art. 16a
GG
Flüchtlingsschutz § 3
I AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen
Funktionsgleiche Einrichtungen
nach Bundesländern gesamt 37.359 29.301 8.058 24.658 148 4.253 3.982 1.055 8.042 7.178
Baden-Württemberg 9.071 8.001 1.070 5.117 27 597 727 151 2.458 1.157
Bayern 40 15 25 51 – 5 4 – 14 28
Berlin 1.309 637 672 350 – 5 2 1 23 319
Brandenburg 4.787 3.805 982 3.527 3 504 569 160 1.148 1.143
Bremen 13 5 8 37 1 4 4 3 15 10
Hamburg 5.131 4.105 1.026 3.275 34 851 546 198 848 798
Hessen 102 62 40 82 2 21 12 1 18 28
Mecklenburg-Vorpommern 3.416 2.825 591 2.062 10 501 315 90 581 565
Niedersachsen 121 67 54 454 4 84 73 18 177 98
Nordrhein-Westfalen 138 23 115 134 1 6 3 2 22 100
Rheinland-Pfalz 24 6 18 31 – 4 – – 8 19
Saarland 3 – 3 3 – – 1 – – 2
Sachsen 6.515 5.019 1.496 4.133 34 515 669 185 1.535 1.195
Sachsen-Anhalt 37 26 11 37 – 7 8 1 3 18
Schleswig-Holstein 6.634 4.693 1.941 5.298 31 1.141 1.039 244 1.159 1.684
Thüringen 8 4 4 66 1 8 10 1 33 13
unbekannt 10 8 2 1 – – – – – 1
Jahr 2021
Asylanträge
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art. 16a
GG
Flüchtlingsschutz § 3
I AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen
AnkER-Einrichtungen
gesamt
25.369 20.881 4.488 15.642 92 3.049 3.078 387 4.523 4.513
AS Augsburg in AnkER 3.408 2.961 447 1.672 5 394 215 50 574 434
AS Bamberg in AnkER 2.780 2.433 347 1.648 12 169 239 17 653 558
AS Deggendorf in AnkER 2.085 1.680 405 1.400 16 221 418 14 344 387
AS Dresden in AnkER 2.686 2.245 441 2.173 22 216 299 61 974 601
AS Lebach in AnkER, LAS 3.083 2.626 457 2.120 8 744 653 17 209 489
AS Manching in AnkER 1.584 1.156 428 1.219 1 131 102 35 500 450
AS Regensburg in AnkER 3.382 2.770 612 1.532 10 254 445 46 287 490
AS Schweinfurt in AnkER 2.491 2.267 224 1.149 4 330 261 62 301 191
AS Zirndorf in AnkER 3.870 2.743 1.127 2.729 14 590 446 85 681 913
Jahr 2021
Asylanträge
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art. 16a
GG
Flüchtlingsschutz § 3
I AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen
Funktionsgleiche Einrichtungen
gesamt
37.359 29.301 8.058 24.658 148 4.253 3.982 1.055 8.042 7.178
AS Chemnitz im AZ, LAS 3.815 2.715 1.100 2.784 12 289 298 107 1.011 1.067
AS Eisenhüttenstadt, LAS 5.402 4.241 1.161 3.656 2 508 566 158 1.140 1.282
AS Hamburg im AZ, LAS 4.945 4.113 832 3.338 34 848 542 198 891 825
AS Heidelberg im AZ 9.162 8.072 1.090 5.206 28 619 741 152 2.484 1.182
AS Leipzig im AZ 3.255 2.352 903 1.821 26 246 403 83 614 449
AS Neumünster, LAS 6.675 4.698 1.977 5.581 35 1.181 1.079 262 1.298 1.726
AS Nostorf-Horst, LAS 1.711 954 757 1.020 5 249 73 10 339 344
AS Schwerin im AZ 2.394 2.156 238 1.252 6 313 280 85 265 303
Jahr 2021
Asylanträge
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art. 16a
GG
Flüchtlingsschutz § 3
I AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
Sonstige
Verfahrenserledigungen
AnkER-Einrichtungen nach
Staatsangehörigkeiten gesamt
25.369 20.881 4.488 15.642 92 3.049 3.078 387 4.523 4.513
darunter
Syrien 10.564 9.243 1.321 6.625 39 1.839 2.884 49 21 1.793
Irak 2.960 2.677 283 1.193 1 171 39 40 732 210
Moldau, Republik 1.022 780 242 835 – – – 1 541 293
Nigeria 594 361 233 644 1 27 2 29 362 223
Türkei 933 828 105 628 4 174 1 – 327 122
Äthiopien 508 233 275 498 – 100 3 56 118 221
Georgien 538 447 91 447 – – 2 3 298 144
Iran 457 318 139 424 2 61 12 8 218 123
Ungeklärt 490 440 50 401 13 242 25 4 53 64
Afghanistan 2.479 1.985 494 351 2 45 21 82 129 72
Nordmazedonien 373 207 166 224 – – – – 94 130
Jahr 2021
Asylanträge
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art. 16a
GG
Flüchtlingsschutz § 3
I AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
Sonstige
Verfahrenserledigungen
AnkER-Einrichtungen nach
Staatsangehörigkeiten gesamt
25.369 20.881 4.488 15.642 92 3.049 3.078 387 4.523 4.513
darunter
Albanien 160 109 51 122 – – – – 64 58
Serbien 130 79 51 80 – – – 1 61 18
Ghana 28 22 6 43 – – – 1 33 9
Kosovo 42 18 24 41 – – – 4 11 26
Bosnien und Herzegowina 74 32 42 34 – – – – 7 27
Senegal 35 22 13 27 – – – – 12 15
Montenegro 3 2 1 2 – – – – 2 –
Algerien 275 241 34 180 – 1 1 – 84 94
Tunesien 229 209 20 130 – – 2 1 100 27
Marokko 164 145 19 110 – 1 – – 50 59
Jahr 2021
Asylanträge
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art. 16a
GG
Flüchtlingsschutz § 3
I AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
Sonstige
Verfahrenserledigungen
Funktionsgleiche Einrichtungen
nach Staatsangehörigkeiten
Gesamt
37.359 29.301 8.058 24.658 148 4.253 3.982 1.055 8.042 7.178
darunter
Syrien 11.833 9.001 2.832 8.657 18 1.994 3.475 68 6 3.096
Irak 3.607 3.331 276 1.935 9 167 81 117 1.167 394
Afghanistan 8.525 6.334 2.191 1.932 20 320 95 604 439 454
Türkei 1.526 1.385 141 1.330 24 426 5 2 760 113
Nigeria 446 352 94 1.072 1 25 8 33 753 252
Russische Föderation 755 464 291 954 – 32 7 6 496 413
Iran 787 575 212 813 13 173 23 2 420 182
Georgien 950 798 152 789 – – – – 566 223
Nordmazedonien 1.072 607 465 685 – – – – 343 342
Eritrea 682 653 29 613 7 399 86 38 40 43
Serbien 219 98 121 194 – 1 – 1 79 113
Albanien 260 163 97 188 – – – 1 104 83
Ghana 105 86 19 120 – – – – 91 29
Bosnien und Herzegowina 172 103 69 106 – – – – 72 34
Kosovo 72 40 32 77 – 1 – – 29 47
Montenegro 48 28 20 45 – – – – 31 14
Senegal 35 31 4 43 – – – 2 29 12
Algerien 406 361 45 235 – 2 – 2 112 119
Marokko 273 221 52 218 – 1 – 1 132 84
Tunesien 371 339 32 209 – – – 3 141 65
25. Wie viele der beschleunigten Asylverfahren nach § 30a AsylG wurden
im Jahr 2021 innerhalb einer Woche, innerhalb von zwei Wochen,
innerhalb eines Monats, innerhalb von drei Monaten bzw. innerhalb von sechs
oder mehr als sechs Monaten entschieden (bitte auch nach
Bundesländern, Organisationseinheiten und den zehn wichtigsten Herkunftsländern
sowie allen sicheren Herkunftsstaaten differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Jahr 2021 1 bis 7 Tage 8 bis
14 Tage
15 bis
30 Tage
31 Tage bis
180 Tage
älter als
180 Tage
(6 Monate)
Gesamt
Gesamt 16 13 66 136 19 250
Bayern 13 3 65 136 19 236
Berlin – – 1 – – 1
Nordrhein-Westfalen 3 10 – – – 13
Jahr 2021
32F Dublinzentrum
Bayreuth
1 bis 7 Tage 8 bis
14 Tage
15 bis
30 Tage
31 Tage bis
180 Tage
älter als
180 Tage
(6 Monate)
Gesamt
Gesamt 1 – 4 13 – 18
Albanien – – 2 – – 2
Algerien – – 1 1 – 2
Georgien – – – 1 – 1
Ghana – – – 3 – 3
Irak 1 – – 1 – 2
Iran – – – 1 – 1
Marokko – – – 1 – 1
Montenegro – – – 1 – 1
Russische Föderation – – – 1 – 1
Senegal – – 1 3 – 4
Jahr 2021
AS Bamberg in AnkER
1 bis 7 Tage 8 bis
14 Tage
15 bis
30 Tage
31 Tage bis
180 Tage
älter als
180 Tage
(6 Monate)
Gesamt
Gesamt 11 3 61 123 19 217
Albanien 5 – 9 19 3 36
Algerien – – – 3 – 3
Bosnien und Herzegowina – 2 – 2 – 4
Georgien – – 7 11 – 18
Ghana – – – 9 9 18
Irak – – 7 1 1 9
Iran – – – 1 – 1
Kosovo – – 2 4 – 6
Marokko – – 1 2 – 3
Nigeria – – – 1 – 1
Nordmazedonien 6 – 26 40 2 74
Russische Föderation – – 1 1 2 4
Senegal – – – 4 2 6
Serbien – 1 8 25 – 34
Jahr 2021
AS Berlin, LAS
1 bis 7 Tage 8 bis
14 Tage
15 bis
30 Tage
31 Tage bis
180 Tage
älter als
180 Tage
(6 Monate)
Gesamt
Gesamt – – 1 – – 1
Moldau, Republik – – 1 – – 1
Jahr 2021
AS Essen
1 bis 7 Tage 8 bis
14 Tage
15 bis
30 Tage
31 Tage bis
180 Tage
älter als
180 Tage
(6 Monate)
Gesamt
Gesamt 2 5 – – – 7
Nordmazedonien 2 5 – – – 7
Jahr 2021
AS Mönchengladbach im
AZ
1 bis 7 Tage 8 bis
14 Tage
15 bis
30 Tage
31 Tage bis
180 Tage
älter als
180 Tage
(6 Monate)
Gesamt
Gesamt 1 5 – – – 6
Nordmazedonien 1 5 – – – 6
Jahr 2021
AS München
1 bis 7 Tage 8 bis
14 Tage
15 bis
30 Tage
31 Tage bis
180 Tage
älter als
180 Tage
(6 Monate)
Gesamt
Gesamt 1 – – – – 1
Indien 1 – – – – 1
26. Wird sich die Bundesregierung unverändert nicht dafür einsetzen (vgl.
Antwort zu Frage 28 auf Bundestagsdrucksache 19/30711), dass es eine
gesetzlich geschützte „Ruhephase“ vor der Anhörung gibt, damit
Asylsuchende zur Ruhe kommen und sich ausreichend beraten und
informieren lassen können, obwohl dies sowohl in der Evaluierung der AnkER-
bzw. FG-Einrichtungen zur Sprache kommt (Forschungsbericht 37 des
BAMF, S. 31) als auch vom Vorsitzenden Richter des
Bundesverwaltungsgerichts Prof. Dr. Uwe-Dietmar Berlit als Sachverständiger
vertreten wurde (vgl. Wortprotokoll der 51. Sitzung des Innenausschusses des
Deutschen Bundestages vom 6. Mai 2019, S. 18; bitte begründen)?
Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 24 der Kleinen Anfrage der
Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 19/25337 wird verwiesen.
27. Hält die Bundesregierung an der Einschätzung der vorherigen
Bundesregierung fest (vgl. Antwort zu Frage 33 auf Bundestagsdrucksache
19/30711 und Nachbeantwortung des BMI vom 28. Juni 2021 hierzu),
wonach es (entgegen der Einschätzung des Sachverständigen
Bundesverwaltungsrichters Prof. Dr. Uwe-Dietmar Berlit; vgl. ebd.) im Asylbereich
des Zulassungsgrundes der ernstlichen Zweifel an der Richtigkeit eines
Urteils nicht bedürfe (bitte begründen), und wie genau soll die im
Koalitionsvertrag zwischen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP
(Zeile 4710) vereinbarte „Vereinheitlichung der Rechtsprechung“
erreicht werden (bitte ausführen)?
Die Bundesregierung prüft derzeit, wie der Auftrag aus dem Koalitionsvertrag
zur Vereinheitlichung der Rechtsprechung umgesetzt werden kann.
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ISSN 0722-8333]