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Kleine AnfrageWahlperiode 17Beantwortet

Primärregelleistung in Deutschland

Negative Auswirkungen der gegenwärtigen Ausgestaltung der Primärregelenergievorhaltung auf die Flexibilität des Stromsystems und die Börsenpreise: Anzahl, Arten und Nennleistungen der PRL-präqualifizierten und der dauerhaft am Netz verbleibenden Kraftwerke, Flexibilisierung der bestehenden restriktiven Anforderungen an die Erbringer von PRL, Anpassung von Ausschreibung und Vorhaltung an die tatsächlich für die Netzstabilität notwendige PRL, Öffnung der Regelenergiemärkte für kleine und regenerative Kraftwerke<br /> (insgesamt 13 Einzelfragen)

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Datum

12.10.2010

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 17/290410. 09. 2010

Primärregelleistung in Deutschland

der Abgeordneten Ingrid Nestle, Hans-Josef Fell, Bärbel Höhn, Cornelia Behm, Winfried Hermann, Dr. Anton Hofreiter, Sylvia Kotting-Uhl, Undine Kurth (Quedlinburg), Friedrich Ostendorff, Dr. Hermann Ott, Dorothea Steiner, Markus Tressel, Daniela Wagner, Dr. Valerie Wilms und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Gegenwärtig bestehen monatliche Fristen für die Gebotsabgabe und Bereitstellung von Primärregelleistung (PRL). Für Anbieter von PRL besteht keine Möglichkeit, mehrere Kraftwerke für die Bereitstellung der Primärregelleistung zusammenzufassen (Pooling). Diese Anforderungen bewirken einen Sockel an Kapazität, der auf Grund der monatlich vergebenen Vorhaltung an PRL permanent Strom produzieren muss. Die Flexibilität des Stromsystems wird durch diese Ausgestaltung der Primärregelenergievorhaltung negativ beeinträchtigt. Bei einer gleichzeitig hohen Einspeisung von umweltfreundlich erzeugtem, und daher mit einem gesetzlichen Vorrang belegten, Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien kann diese Inflexibilität negative Börsenpreise verursachen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen13

1

Wie viele Kraftwerke sind gegenwärtig für die Erbringung von Primärregelleistung qualifiziert?

2

Welche Arten von Kraftwerken (spezifiziert nach hydraulischen, thermischen und möglichen sonstigen Kraftwerken und den jeweiligen Brennstoffen) sind gegenwärtig für die Erbringung von Primärregelleistung qualifiziert?

3

Wie hoch ist die kumulierte elektrische Nennleistung all dieser PRL- präqualifizierten Kraftwerke (ebenfalls aufgeschlüsselt in hydraulische, thermische und mögliche sonstige Kraftwerke sowie die jeweiligen Brennstoffe)?

4

Wie viele der für die PRL präqualifizierten Kraftwerke besitzen elektrische Nennleistungen unter 100 MWel?

5

Wie viele dieser präqualifizierten Kraftwerke mit einer elektrischen Nennleistung von unter 100 MWel sind Pumpspeicherkraftwerke?

6

Wie viel Prozent in Bezug auf a) die Anzahl der präqualifizierten Kraftwerke, b) die gesamte präqualifizierte Leistung entfallen jeweils auf die oben genannten unterschiedlichen Kraftwerkstypen?

7

Welche Arten von Kraftwerken (spezifiziert nach hydraulischen, thermischen und sonstigen möglichen Kraftwerken und den jeweiligen Brennstoffen) haben im Jahr 2010 einen Zuschlag bei den monatlich stattfindenden Auktionen für Primärregelleistung erhalten?

8

Wie hoch ist dabei durchschnittlich der prozentuale Anteil der einzelnen Kraftwerkstypen (hydraulisch, thermisch und sonstige, spezifiziert in Bezug auf die jeweiligen Brennstoffe) im Verhältnis zur monatlich kontrahierten Leistung von 623 MW?

9

Wie hoch ist die durchschnittliche elektrische Leistung der thermischen Kraftwerke, mit der die für die PRL kontrahierten Kraftwerke im Jahr 2010 dauerhaft am Netz bleiben mussten, um die kontrahierten 623 MW gesichert erbringen zu können?

10

Wie hoch war die elektrische Leistung der Kraftwerke, die aufgrund der Vorhaltung von PRL dauerhaft am Netz bleiben mussten, zu Zeiten mit negativen Börsenpreisen?

11

Wie soll eine Flexibilisierung der bestehenden restriktiven Anforderungen an die Erbringer von PRL erreicht werden?

12

Wie soll eine Anpassung der momentan starren Ausschreibung und Vorhaltung der PRL an die tatsächlich für die Netzstabilität notwendige Primärregelleistung erfolgen?

13

Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um die Regelenergiemärkte auch für kleinere und auch regenerative Kraftwerke zu öffnen?

Berlin, den 10. September 2010

Renate Künast, Jürgen Trittin und Fraktion

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