BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 20Beantwortet

Zukunft des Waffensystems Tiger in der Bundeswehr als Fähigkeitsträger Kampfhubschrauber

(insgesamt 41 Einzelfragen)

Fraktion

CDU/CSU

Ressort

Bundesministerium der Verteidigung

Datum

29.03.2023

Aktualisiert

27.09.2024

Deutscher BundestagDrucksache 20/1514307.03.2023

Zukunft des Waffensystems Tiger in der Bundeswehr als Fähigkeitsträger Kampfhubschrauber

der Fraktion der CDU/CSU

Vorbemerkung

Der Kampfhubschrauber Tiger ist ein zentrales Waffensystem der Bundeswehr und als multifunktionale fliegende Plattform in der Lage, alle Arten von luftbeweglichen Operationen im gesamten Aufgabenspektrum der Streitkräfte zu gewährleisten (https://www.hna.de/lokales/fritzlar-homberg/fritzlar-ort45393/hubschrauber-fritzlar-bundeswehr-kampfhubscharuber-tiger-heer-heeresflieger-apache-helikopter-91575507.html). Das schließt die Fähigkeit zur Führung, Aufklärung, zum Kampf und zur Unterstützung mit ein, wodurch der Kampfhubschrauber Tiger nach Meinung der Fragesteller über einzigartige Fähigkeiten in der Bundeswehr verfügt (https://www.bundeswehr.de/de/ausruestung-technik-bundeswehr/luftsysteme-bundeswehr/kampfhubschrauber-tiger).

Aufgrund des Entwicklungsalters des Waffensystems, der verbleibenden Nutzungsdauer und der unzureichenden materiellen Einsatzbereitschaft sowie der geringen verfügbaren Flugstunden (https://www.flugrevue.de/fortdauernde-probleme-nur-neun-tiger-einsatzbereit/) ist aus Sicht der Fragesteller eine sofortige Entscheidung über die Zukunft des Waffensystems Tiger als Fähigkeitsträger Kampfhubschrauber unabdingbar. Nach Ansicht der Fragesteller ist schon heute wegen der genannten Probleme und der geringen verfügbaren Stückzahl der Erhalt des operativen Einsatzwertes eine kaum zu meisternde Herausforderung (https://www.flugrevue.de/80-monate-nach-plan-letzter-tiger-fuer-das-heer-abgenommen/ sowie https://www.bmvg.de/resource/blob/5536600/e30866858da147e1b88c687e902df964/20221205-download-16-bericht-des-bmvg-zu-ruestungsangelegenheiten-data.pdf, S. 52 ff.). Hinzukommen aus Sicht der Fragesteller sich zunehmend verschärfende Obsoleszenzen aufgrund einer nach Angaben von Vertretern der Bundeswehr und Industrie gegenüber den Fragestellern mit dem Hersteller Airbus vereinbarten Lebensdauer von 20,5 Jahren und einer Zulassung von 6 000 Flugstunden pro Luftfahrzeug (https://www.flugrevue.de/80-monate-nach-plan-letzter-tiger-fuer-das-heer-abgenommen/; https://www.welt.de/politik/deutschland/plus221923058/Ruestung-Absurde-Hauruck-Aktion-fuer-neue-Bundeswehr-Hubschrauber.html). Der Klarstand ist schon jetzt sehr niedrig (https://www.hna.de/lokales/fritzlar-homberg/fritzlar-ort45393/hubschrauber-fritzlar-bundeswehr-kampfhubscharuber-tiger-heer-heeresflieger-apache-helikopter-91575507.html#:~:text=Das%20geplante%20Ende%20der%20Nutzungsdauer,rund%20sechs%20bis%20sieben%20Jahre). Nach Meinung der Fragesteller ist nur aufgrund des großen persönlichen Einsatzes der Soldatinnen und Soldaten am Stützpunkt des Kampfhubschrauberregiments 36 Kurhessen in Fritzlar ein Flug- und Einsatzbetrieb noch darstellbar.

Frankreich und Spanien haben vor diesem Hintergrund seit dem 2. März 2022 mit der Umsetzung des Mid-Life-Upgrades TIGER Mark III begonnen (https://www.flugrevue.de/vorerst-nur-frankreich-und-spanien-geld-fuer-tigre-mk-iii/), Australien hat sich dagegen zur Außerdienststellung seiner Tiger-Flotte entschieden und wird voraussichtlich ab 2025 den Kampfhubschrauber AH-64E Apache Guardian von Boeing nutzen (https://www.swp-berlin.org/publikation/der-deutsche-kampfhubschrauber-tiger-steht-vor-dem-aus). Auch Polen hat sich im September 2022 für die Beschaffung dieses Typs entschieden (https://www.flugrevue.de/auswahl-im-kruk-wettbewerb-ah-64-apache-fuer-die-polnische-armee/).

Die Bundesregierung hat sich nach Kenntnis der Fragesteller zur Zukunft des Kampfhubschraubers Tiger nicht öffentlich eingelassen. Allenfalls wird nach Kenntnis der Fragesteller die Beschaffung bzw. Umrüstung von 24 Hubschraubern des Typs H145M der Firma Airbus zum Rüststand „Leichter Kampfhubschrauber“ diskutiert (https://www.hna.de/lokales/fritzlar-homberg/fritzlar-ort45393/hubschrauber-fritzlar-bundeswehr-kampfhubscharuber-tiger-heer-heeresflieger-apache-helikopter-91575507.html#:~:text=Das%20geplante%20Ende%20der%20Nutzungsdauer,rund%20sechs%20bis%20sieben%20Jahre). Eine Weiterentwicklung bzw. Nachbeschaffung der Bewaffnung des Kampfhubschraubers Tiger mit Lenkflugkörpern HOT 2 und HOT 3 (https://www.bundeswehr.de/de/ausruestung-technik-bundeswehr/luftsysteme-bundeswehr/kampfhubschrauber-tiger) oder anderen Wirkmitteln wie den Lenkflugkörper Spike ist ebenfalls nach Kenntnis der Fragesteller nicht öffentlich bekannt. Die Fragesteller und Experten sehen darin ein Zögern der Bundesregierung bei allen zentralen Fragen zur Zukunft des Fähigkeitsträgers Kampfhubschrauber in der Bundeswehr, das aus ihrer Sicht gerade im Kontext des Krieges in der Ukraine und der ausgerufenen Zeitenwende nicht nachvollziehbar ist (https://www.swp-berlin.org/publikation/der-deutsche-kampfhubschrauber-tiger-steht-vor-dem-aus).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen41

1

Welche quantitativen und qualitativen Fähigkeiten hat die Bundesregierung gegenüber der NATO im Bereich Fähigkeitsträger Kampfhubschrauber nach Stückzahl und Luftfahrzeugmuster bis 2032 gemeldet, und inwieweit ist diese Meldung hinsichtlich der Bedarfe der NATO an Feuerunterstützung aus dem bodennahen Luftraum gegen gepanzerte Gefechtsfahrzeuge auch qualitativ aufgeschlüsselt?

2

Gibt es unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem Ukraine-Krieg, unter anderem der klaren Priorisierung von abstandsfähigen Präzisionswaffen, einen systemischen Neuansatz in Deutschland und nach Kenntnissen der Bundesregierung in der NATO hinsichtlich der Planungen zu Umfängen und taktischem Einsatz von Kampfhubschraubern (https://www.tagesspiegel.de/internationales/drei-fragen-an-ex-general-ben-hodges-welche-russische-fruehjahrsoffensive-bitte-9345944.html)?

a) Wenn ja, was sind die Grundzüge des systemischen Neuansatzes?

b) Wenn nein, warum nicht, bzw. wann werden die Erkenntnisse in welcher Form evaluiert?

3

Wie hat sich die mittlere Einsatzbereitschaft des Kampfhubschraubers Tiger in den letzten fünf Jahren entwickelt (bitte Klarstand am Soll-Bestand und am tatsächlichen Verfügungsbestand der Truppe gespiegelt darstellen)?

4

Inwiefern ist innerhalb der Bundesregierung eine Entscheidung über die Teilnahme am Projekt Tiger Mark III als Midlife-Upgrade getroffen und gegenüber den internationalen Partnern und der Industrie kommuniziert worden?

a) Falls die Bundesregierung sich für eine Teilnahme am Projekt Tiger Mark III entschieden hat, wie sehen die weiteren Projektmeilensteine aus?

b) Falls die Bundesregierung sich gegen eine Teilnahme am Projekt Tiger Mark III entschieden hat, warum hat sie so entschieden?

5

Hält die Bundesregierung grundsätzlich am Konzept Kampfhubschrauber fest?

a) Wenn ja, welche Kriterien nutzt die Bundesregierung für die Auswahl eines zukünftigen Kampfhubschraubers nach Außerdienststellung des Tigers, und wie plant die Bundesregierung die bruchfreie Aufrechterhaltung der Fähigkeiten eines Kampfhubschraubers zwischen Außerdienststellung des Tigers und der Neueinführung eines neuen Kampfhubschraubermodells?

b) Wenn die Bundesregierung nicht mehr am Konzept eines Kampfhubschraubers festhält, wie sollen die dadurch verloren gegangenen Fähigkeiten ersetzt werden, und welche Waffensysteme sollen die verloren gegangenen Fähigkeiten ggf. ersetzen?

6

Wie schätzt die Bundesregierung den Zeitrahmen, den Kosten/Nutzen-Rahmen sowie den Fähigkeitserhalt und Fähigkeitsaufwuchs für das genannte Mark-III-Upgrade ein?

7

Ist ungeachtet der o. g. Fragestellung das Mark-III-Upgrade aus Sicht der Bundesregierung geeignet, die materielle Einsatzbereitschaft der Tiger-Flotte der Bundeswehr signifikant zu erhöhen und die verfügbaren Flugstunden deutlich zu steigern?

8

Ist die Verfügbarkeit der Zulieferindustrie für die Kampfhubschrauber Tiger der Bundeswehr durch das Mark-III-Upgrade Frankreichs und Spaniens beeinträchtigt, und falls ja, wie gedenkt die Bundesregierung, vor diesem Hintergrund mit den sich aus Sicht der Fragesteller steigernden Obsoleszenzen umzugehen?

9

Warum hat sich die Bundesregierung bisher nicht am Mid-Life-Upgrade-Programm Tiger Mark III zusammen mit Frankreich und Spanien beteiligt?

10

Gibt es eine Grundsatzentscheidung seitens der Bundesregierung zur zukünftigen materiellen Ausgestaltung der Fähigkeit des Kampfes im bodennahen Luftraum und speziell des Fähigkeitsträgers Kampfhubschrauber?

a) Wenn ja, wie sehen die Konzepte aus?

b) Wenn nein, bis wann will die Bundesregierung diese Planungen ggf. erstellt haben?

11

Bis wann ist nach Bewertung der Bundesregierung eine Entscheidung zum Fähigkeitserhalt und zur Fähigkeitserweiterung des Kampfes im bodennahen Luftraum und speziell des Fähigkeitsträgers Kampfhubschrauber nötig, und wann ist die Entscheidung geplant?

12

Wann ist mit der Herstellung des einheitlichen Bauzustandes Afghanistan Stabilisation German Army Rapid Deployment (ASGARD) der kompletten Tiger-Flotte der Bundeswehr zu rechnen (https://www.flugrevue.de/80-monate-nach-plan-letzter-tiger-fuer-das-heer-abgenommen/)?

13

Plant die Bundeswehr größere Maßnahmen neben den o. g. Optionen zum Erhalt und zur Gewährleistung der materiellen Einsatzfähigkeit des Kampfhubschraubers Tiger, und wenn ja, welche?

14

Hat die Bundesregierung vor dem Hintergrund der Entscheidung von Partnerländern wie Frankreich, Polen, Spanien oder Australien die Anschaffung der Kampfhubschrauber AH-64E Apache Guardian von Boeing oder AH-1 Viper von Bell prüfen lassen (https://www.swp-berlin.org/publikation/der-deutsche-kampfhubschrauber-tiger-steht-vor-dem-aus)?

a) Falls ja, mit welchem Ergebnis insbesondere hinsichtlich der Anschaffungs-, Investitions- und Betriebskosten sowie Einsatzbereitschaft und Flugstunden im Vergleich zum Weiterbetrieb des Kampfhubschraubers Tiger ohne Mark-III-Upgrade?

b) Falls nein, warum nicht?

15

Hat die Bundesregierung evaluiert, ob marktverfügbare Modelle anderer Hersteller die Anforderungen der Bundeswehr hinsichtlich der Einsatzbereiche, Einsatzbereitschaft und der Konzeption eines Kampfhubschraubers erfüllen und welche Anschaffungs-, Investitions- und Betriebskosten damit einhergingen sowie welchen Gefechtswert die Modelle hätten, und wenn ja, zu welchem Ergebnis ist sie gelangt (https://www.swp-berlin.org/publikation/der-deutsche-kampfhubschrauber-tiger-steht-vor-dem-aus)?

16

Prüft die Bundeswehr Szenarien einer Auf- bzw. Umrüstung für den Weiterbetrieb des Kampfhubschraubers Tiger ohne die Beteiligung am Mark-III-Upgrade sowohl für das Luftfahrzeug selbst als auch für die Bewaffnung, und wenn ja, welche Szenarien prüft sie, wann wird die Prüfung abgeschlossen sein, und zeichnet sich schon eine vorläufige Tendenz hinsichtlich der diesbezüglichen Entscheidung ab?

17

Hat die Bundesregierung geprüft, welche Nutzungsdauer das Waffensystem Tiger unter Nutzung der jeweiligen Lenkflugkörper HOT 2, HOT 3 und bei einer Neuintegration des Lenkflugkörpers Spike hätte, und wenn ja, zu welchem Ergebnis ist sie gelangt?

18

Hat die Bundesregierung geprüft, welche Kosten, welcher Zeitrahmen und welcher Fähigkeitsaufwuchs bei einer Integration des Lenkflugkörpers Spike in das Waffensystem Tiger entstehen würden, und wenn ja, zu welchem Ergebnis ist sie gelangt?

19

Wann ist mit einem Nutzungsende des Lenkflugkörpers HOT 2 (einfache Hohlladung) zu rechnen?

a) Über welche Stückzahlen des Lenkflugkörpers HOT 2 verfügt die Bundeswehr?

b) Ist eine Nachbeschaffung des Lenkflugkörpers HOT 2 über die Industrie ohne Weiteres möglich?

20

Wann ist mit einem Nutzungsende des Lenkflugkörpers HOT 3 (Tandem-Hohlladung) zu rechnen?

a) Über welche Stückzahlen des Lenkflugkörpers HOT 3 verfügt die Bundeswehr?

b) Ist eine Nachbeschaffung des Lenkflugkörpers HOT 3 über die Industrie ohne weiteres möglich (https://augengeradeaus.net/2022/02/bundeswehr-prueft-verstaerkung-fuer-nato-ostflanke/comment-page-1/)?

21

Ist aus Sicht der Bundesregierung die Wirksamkeit des Lenkflugkörpers HOT 2 gegen Fahrzeuge mit einer Reaktivpanzerung, wie sie in der Mehrzahl der Gefechtsfahrzeuge in der Ukraine anzutreffen ist, ausreichend?

22

Wie viele Lenkflugkörper HOT 2 und HOT 3 besitzt die Bundeswehr zum Stichtag 17. Februar 2023?

a) Ist diese Anzahl ausreichend, um einen Übungsbetrieb zu gewährleisten und gleichzeitig ausreichend Munition dieses Typs für den Einsatzfall (sowohl für internationales Krisenmanagement als auch im Einsatzfall im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung), unter Beachtung der 30-Tage-Vorgabe der NATO zu Munitionsmengen, zu bevorraten?

b) Wenn die aktuell verfügbaren Lenkflugkörper HOT 2 und HOT 3 nicht ausreichen, um den Übungsbetrieb zu gewährleisten und gleichzeitig ausreichend Munition für den Ernstfall zu bevorraten, wie viele Lenkflugkörper muss die Bundesregierung nachbestellen, um das Mindestsoll an verfügbarer Munition zu erreichen, und wann wird die Bundesregierung etwaige Nachbestellungen auslösen?

23

Wie bewertet die Bundesregierung die Vor- und Nachteile der jeweiligen Lenkflugkörper HOT 2, HOT 3 und Spike für die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr vor dem Hintergrund der bisherigen Erkenntnisse über zukünftige Einsatzrealitäten des Ukraine-Krieges?

24

Hat es aus der Truppe bzw. der militärischen Führung Forderungen nach einer Kalibersteigerung der Sekundärbewaffnung des Kampfhubschrauber Tiger gegeben (https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/jahrelange-versaumnisse-qualitaet-zeigt-sich-erst-im-einsatz/10781040-4.html), und falls ja, wie verhält sich die Bundesregierung dazu?

25

Gibt es eine Diskrepanz zwischen den gemeldeten Bevorratungen der Bundeswehr an Präzisions- und Hochwertmunition für den Kampfhubschrauber Tiger und dem Plan-Soll der NATO, und – sollte es eine Diskrepanz geben – bis wann plant die Bundesregierung, diese wie zu schließen?

26

Inwieweit wird die Bundesregierung die geschlossenen Verträge zum Kampfhubschrauber Tiger von gemäß Angaben von Vertretern der Bundeswehr und Industrie gegenüber den Fragestellern 20,5 Jahren gegenüber dem Hersteller Airbus insbesondere bei kritischen Bauteilen wie Getriebe und Mastvisier mit der Lesart der garantierten Nutzungsdauer durchsetzen oder ist die Bundesregierung der Auffassung, dass sich die besagten 20,5 Jahre auf das Herstellungsdatum bezieht?

27

Hat die Bundesregierung prüfen lassen, ob der Fähigkeitsverlust durch die abschmelzende Tiger-Flotte über die Einführung eines Leichten Kampfhubschraubers auf Basis des H145M von Airbus gleichwertig zu ersetzen ist, und falls ja, mit welchem Ergebnis?

28

Wie setzt sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Workshare zwischen den beteiligten Nationen beim Tiger Upgrade Mark III und beim Airbus H145M zusammen, und spielt dieser Workshare ein Entscheidungskriterium für die Beschaffung des genannten Modells oder der Teil- oder Nichtteilnahme am genannten Upgrade-Programm?

29

Plant die Bundesregierung, den Hubschrauber Airbus H145M zu beschaffen, und wenn ja, wie sind die Planungen der Bundesregierung zur Finanzierung der Beschaffung des Airbus H145M?

a) Werden die im Sondervermögen hinterlegten Mittel für die Zielgröße (nach Kenntnis der Fragesteller 84 Leichte Kampfhubschrauber) inklusive der Simulatoren, der Infrastruktur, der Munition und logistischer Austauschteile ausreichen?

b) Wenn nein, wie plant die Bundesregierung, dies aufzufangen?

30

Sofern die Bundesregierung die Beschaffung des Hubschraubers Airbus H145 plant und ein Auffangen im Einzelplan 14 vorgesehen ist, wie priorisiert die Bundesregierung dieses Projekt, und welche Erfolgsaussichten werden der Realisierung nach Verschiebung beigemessen?

31

Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus den unterschiedlichen Fähigkeiten des Kampfhubschraubers Tiger und des Leichten Kampfhubschraubers H145M in Bezug auf Reichweite, Flugzeug, Sensorik, Waffenzuladung und Wirkfähigkeit für das hochintensive Gefecht mit mobilen und technologisch fortschrittlich gepanzerten Feindkräften?

32

Hat die Bundesregierung prüfen lassen, mit welchem Lenkflugkörper ein Leichter Kampfhubschrauber vom Typ H145M von Airbus ausgestattet werden kann (https://soldat-und-technik.de/2022/05/bewaffnung/31699/h145m-spike-er2/), und falls ja, zu welchem Ergebnis ist sie gekommen?

33

Gibt es Vorüberlegungen der Bundesregierung, bei einer Einführung eines Waffensystems Leichter Kampfhubschrauber diese in gemischten Einheiten mit dem Kampfhubschrauber Tiger oder als eigenständiges Regiment zu organisieren, und falls ja, welche Option präferiert die Bundesregierung aus welchem Gründen?

34

Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus der Forderung aus Expertenkreisen, welche die Fragesteller teilen, dass aufgrund der bisherigen Erkenntnisse aus dem Krieg in der Ukraine die Bundeswehr über zusätzliche Mittlere und Schwere Kampfhubschrauber verfügen müsse als die bisher verfügbare Stückzahl?

35

Mit welcher einsatzbereiten Stückzahl des Waffensystems Tiger rechnet die Bundesregierung im Jahr 2032 vor dem Hintergrund der abschmelzenden Stückzahl des Waffensystems aufgrund von zunehmenden Obsoleszenzen und Enden von Nutzungsdauern?

36

Inwieweit sind die NATO oder die Regierungen der NATO-Mitgliedsländer in die etwaigen Überlegungen der Bundesregierung zu einer Anschaffung eines Leichten Kampfhubschraubers wie dem H145M als Ersatz für die abschmelzende Tiger-Flotte involviert, und welche Rückmeldungen von den Genannten gibt es dazu ggf.?

37

Welche Fähigkeitsforderungen stellt das Deutsche Heer als der Nutzer an die Luftfahrzeugflotte für die Fähigkeit des Kampfes im bodennahen Luftraum?

38

Welche Fähigkeiten können in absehbarer Zeit von unbemannten Systemen übernommen werden, über die der Kampfhubschrauber Tiger verfügt, und welche nicht?

a) Welche marktverfügbaren Systeme gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung dafür?

b) Welche geeigneten Systeme befinden sich nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland oder bei Bündnis- und Partnerländern derzeit in der Entwicklung?

39

Welche Fähigkeiten bildet das zukünftige Future Combat Air System (FCAS) nicht ab, über die der Kampfhubschrauber Tiger verfügt, und wie schätzt die Bundesregierung möglicherweise entstehende Fähigkeitslücken insbesondere im Kampf im bodennahen Luftraum ein?

40

Welche Überlegungen gibt es in der Bundesregierung für die Überbrückung des Zeitraums von der zu erwartenden Außerdienststellung des Kampfhubschraubers Tiger bis zur anvisierten Einführung des FCAS hinsichtlich der dann möglicherweise fehlenden Fähigkeiten des Fähigkeitsträgers Kampfhubschrauber?

41

Teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fragesteller sowie von Experten und Angehörigen der Bundeswehr – welche diese den Fragestellern in Gesprächen mitgeteilt haben –, dass die Anschaffung eines Leichten Kampfhubschraubers als Ergänzung zum Waffensystem Tiger zwar wünschenswert ist, dieser Leichte Kampfhubschrauber aber die Fähigkeiten einer abschmelzenden Tiger-Flotte gerade vor dem Hintergrund der neuen Bedrohungsperzeption nicht ersetzen kann, und wie begründet die Bundesregierung ihre Auffassung?

Berlin, den 1. März 2023

Friedrich Merz, Alexander Dobrindt und die Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen