Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Clara Bünger, Nicole Gohlke, Anke
Domscheit-Berg, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 20/8221 –
Ergänzende Informationen zur Asylstatistik für das erste Halbjahr 2023 –
Schwerpunktfragen zur Asylverfahrensdauer
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die durchschnittliche Asylverfahrensdauer betrug im Jahr 2022 7,6 Monate
(vgl. hierzu und, soweit nicht anders angegeben, auch im Folgenden:
Bundestagsdrucksache 20/6052; 2021: 6,6 Monate). Bei Herkunftsländern mit
schlechten Anerkennungschancen verliefen die Verfahren jedoch bedeutend
schneller (etwa: Moldau: 1,7 Monate, Montenegro: 1,8 Monate, Bosnien-
Herzegowina: 2,2 Monate, Georgien: 2,9 Monate). Im Vergleich einzelner BAMF-
Außenstellen (BAMF = Bundesamt für Migration und Flüchtlinge; bei
gleichen Herkunftsländern) fallen die Standorte Heidelberg, Bad Fallingbostel,
Karlsruhe und weitere mit deutlich überdurchschnittlichen, z. T. doppelt so
langen oder noch längeren Verfahrensdauern auf. Besonders lange dauern
Verfahren, nämlich 22,6 Monate, wenn zunächst eine Überstellung in einen
anderen EU-Mitgliedstaat versucht, die Asylprüfung dann aber doch in
Deutschland vorgenommen wurde. Seit Anfang 2023 wird in diesen Fällen die
Verfahrensdauer erst ab dem Zeitpunkt berechnet, zu dem Deutschland zuständig
wurde (vgl.
www.bamf.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2023/230505-asylgesc
haeftsstatistik-april-2023.html), was zu einer Absenkung der
durchschnittlichen Verfahrensdauer führen wird. Im Übrigen dauern Dublin-Verfahren zur
Feststellung der Zuständigkeit für die Asylprüfung durchschnittlich 2,3
Monate (2022).
Vor allem die Dauer der Asylgerichtsverfahren stieg in den vergangenen
Jahren an, von 7,4 Monaten im Jahr 2016 über 12,5 Monate im Jahr 2018 auf
26,5 Monate im Jahr 2021, 2022 waren es noch 26 Monate. Gerichtliche
Eilverfahren, etwa in Fällen einer Ablehnung als „offensichtlich unbegründet“,
sind jedoch bedeutend schneller, hier dauern die Verfahren nur etwa
eineinhalb Monate (vgl. Antwort zu Frage 17 auf Bundestagsdrucksache 20/5709).
Bei den Asylklageverfahren gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den
Bundesländern: In Rheinland-Pfalz betrug die Verfahrensdauer im Jahr 2022
mit 5,9 Monaten nicht einmal ein Viertel des bundesweiten
Durchschnittswerts, überdurchschnittlich lang dauerten Gerichtsverfahren hingegen in
Brandenburg (43,4 Monate), Hessen (33,9 Monate) und Niedersachsen (32,3
Monate). Ein Grund für die erheblich gestiegene Dauer der Gerichtsverfahren ist
aus Sicht der Fragestellenden die große Zahl mangel- oder fehlerhafter Be-
Deutscher Bundestag Drucksache 20/8787
20. Wahlperiode 11.10.2023
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern und für Heimat
vom 11. Oktober 2023 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
scheide des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge: 37 Prozent der von
den Gerichten inhaltlich überprüften Bescheide erwiesen sich im Jahr 2022
(bis November) als fehlerhaft bzw. rechtswidrig (vgl. Antwort zu Frage 17 auf
Bundestagsdrucksache 20/5709).
Die gesamte durchschnittliche Asylverfahrensdauer bis zu einer
unanfechtbaren Entscheidung, d. h. ggf. inklusive eines sich an das behördliche Verfahren
anschließenden Gerichtsverfahrens, betrug 2016 noch 8,7 Monate, 2018 waren
es 17,6 Monate und im ersten Halbjahr 2021 24 Monate. Für das erste
Halbjahr 2022 sank der Wert auf 21,8 Monate (Russland: 44,1 Monate, Pakistan:
38,1 Monate, Nigeria: 35,4 Monate, Iran: 35,1 Monate, Afghanistan: 28,1
Monate). Bei Ländern mit schlechten Anerkennungschancen lag die
Gesamtverfahrensdauer inklusive etwaiger Gerichtsverfahren deutlich niedriger, z. B.:
Bosnien und Herzegowina: 5 Monate, Moldau: 5,5 Monate, Montenegro:
6,5 Monate.
Die Bundesregierung und das BAMF bezogen sich in der Vergangenheit bei
Angaben zur Asylverfahrensdauer immer wieder auf neue
Berechnungsmodelle (z. B.: „Verfahrensdauer am aktuellen Rand“, „Verfahrensdauer
Neuverfahren“). Nach Auffassung der Fragestellenden geschah dies, um gegenüber der
Öffentlichkeit behaupten zu können, das politisch vorgegebene Ziel
dreimonatiger Verfahrensdauern sei erreicht worden (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller auf Bundestagsdrucksache 19/13366). Seit September 2018 wird z. B. auf
die sogenannte Jahresverfahrensdauer abgestellt, die nur Verfahren umfasst,
die in den vergangenen zwölf Monaten begonnen und wieder abgeschlossen
wurden, länger als ein Jahr dauernde Verfahren bleiben damit
unberücksichtigt.
Irreführende statistische Darstellungen zur Verfahrensdauer gab es aus Sicht
der Fragestellenden auch in anderen Kontexten: So behauptete der damalige
Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat Horst Seehofer zum
einjährigen Bestehen sogenannter AnkER-Zentren im August 2019, es gebe dort
„deutlich kürzere Bearbeitungszeiten“ (
www.bmi.bund.de/SharedDocs/presse
mitteilungen/DE/2019/07/20190731-bilanz-1-jahr-ankerzentren.html). Doch
das war vor allem einem statistischen Effekt geschuldet, denn wegen der
Neugründung der AnkER-Zentren konnten dort noch gar keine längeren Verfahren
in die Berechnung mit eingehen. Im Jahr 2020 dauerten die Verfahren in
AnkER-Zentren mit 8,4 Monaten dann bereits länger als im allgemeinen
Durchschnitt (8,3 Monate), und das war auch im Jahr 2021 (7,3 statt 6,6 Monate)
und 2022 (8,2 statt 7,6 Monate) der Fall.
Sogenannte beschleunigte Asylverfahren nach § 30a des Asylgesetzes
(AsylG) sollen laut Gesetz eigentlich innerhalb einer Woche abgeschlossen
werden, tatsächlich dauerten sie im Jahr 2022 im Durchschnitt 2,1 Monate
(2021: 3,3 Monate), in Bayern wurden nur 1,8 Prozent der beschleunigten
Verfahren (5 von 271) innerhalb der gesetzlichen Wochenfrist entschieden. In der
Praxis spielen diese Schnellverfahren kaum eine Rolle, 2022 gab es 480
Entscheidungen nach § 30a AsylG, das waren gerade einmal 0,2 Prozent aller
BAMF-Entscheidungen.
Mit dem am 1. Januar 2023 in Kraft getretenen Gesetz zur Beschleunigung der
Asylgerichtsverfahren und Asylverfahren (Bundestagsdrucksache 20/4327)
sollen insbesondere die gerichtlichen Verfahren beschleunigt werden.
Sachverständige äußerten im Rahmen einer entsprechenden Anhörung Bedenken, dass
ein genau gegenteiliger Effekt erreicht werden könnte (vgl. Wortprotokoll der
23. Sitzung des Ausschusses für Inneres und Heimat vom 28. November
2022). Die Abschaffung der anlasslosen Widerrufsprüfungen und den damit
verbundenen Entlastungseffekt für das BAMF begrüßten die meisten
Sachverständigen hingegen. Kritik einzelner Sachverständiger gab es an der
Einführung der Video-Konferenz-Technik für Asylanhörungen bzw. zur
Gewährleistung einer Übersetzung in Anhörungen.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Beschleunigung der Asylgerichtsverfahren
und Asylverfahren zum 1. Januar 2023 wurde die unionsrechtliche Vorgabe zu
Verfahrensfristen im Asylverfahren auch im Asylgesetz (AsylG) in Form des
§ 24 Absatz 4 bis 8 des Asylgesetzes (AsylG) umgesetzt. Die für die
Ermittlung der Verfahrensdauer maßgeblichen rechtlichen Vorgaben finden sich in
Absatz 6 des § 24 AsylG. Demnach beginnt die Frist nach Absatz 4 Satz 1 mit
der Stellung des Asylantrags nach § 14 Absatz 1 und 2 AsylG. Ist ein Antrag
gemäß dem Verfahren nach Maßgabe der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die
Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem
Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (ABl. L
180 vom 29. Juni 2013, S. 31) zu behandeln, so beginnt die Frist nach Absatz 4
Satz 1 AsylG, wenn die Bundesrepublik Deutschland als für die Prüfung
zuständiger Mitgliedstaat bestimmt ist. Hält sich der Ausländer zu diesem
Zeitpunkt nicht im Bundesgebiet auf, so beginnt die Frist mit seiner Überstellung in
das Bundesgebiet.
Hiermit wurde erstmals eine gesetzliche Grundlage zur Berechnung und
Ausweisung von Bearbeitungsfristen für das Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge (BAMF) geschaffen. Die im Folgenden ausgewiesenen Statistiken zur
Verfahrensdauer wurden gemäß den gesetzlichen Anforderungen berechnet und
sind aus diesem Grund des neu geregelten Fristbeginns mit den Werten des
Vorjahres daher nicht mehr direkt vergleichbar.
1. Wie lange war die durchschnittliche Bearbeitungsdauer in Asylverfahren
bis zu einer behördlichen Entscheidung im ersten Halbjahr 2023 bzw. im
bisherigen Jahr 2023 (bitte, auch im Folgenden, jeweils getrennt
auflisten)?
Wie lange war die durchschnittliche Bearbeitungsdauer in diesen
Zeiträumen bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung (d. h. inklusive eines
Gerichtsverfahrens), und wie lange war sie bis zu einer unanfechtbaren
(rechts- oder bestandskräftigen) Entscheidung (bitte auch nach den 15
wichtigsten Herkunftsländern, allen sicheren Herkunftsstaaten und
zudem Algerien, Marokko, Tunesien, Moldau und Georgien sowie nach
Erst- und Folgeanträgen differenzieren)?
Die Zahlen zur Verfahrensdauer bis zu einer unanfechtbaren Entscheidung
werden halbjährig und mit einer dreimonatigen Verzögerung erstellt. Die Daten für
das erste Halbjahr 2023 liegen zum Zeitpunkt der Beantwortung noch nicht vor.
Eine Differenzierung in rechts- oder bestandskräftige Entscheidungen ist nicht
möglich.
Die Angaben zur Verfahrensdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen
Entscheidung in Monaten
1. Halbjahr 2023
Staatsangehörigkeiten gesamt 6,6
darunter:
Syrien 4,8
Afghanistan 9,5
Türkei 6,3
Irak 9,5
Georgien 3,6
Iran 10,5
Nordmazedonien 2,9
Russische Föderation 9,8
Somalia 9,7
Ungeklärt 8,1
Eritrea 6,4
Serbien 2,3
Moldau 2,1
Nigeria 16,2
Albanien 3
Algerien 5,3
Marokko 6,3
Tunesien 6,1
Bosnien und Herzegowina 3
Kosovo 3,8
Ghana 8,9
Montenegro 2,5
Senegal 12,8
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen
Entscheidung in Monaten
1. Halbjahr 2023
Gesamt 6,6
davon
Erstanträge 6,5
Folgeanträge 6,8
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen
Entscheidung in Monaten
01.01. – 31.08.2023
Staatsangehörigkeiten gesamt 6,6
darunter:
Syrien 4,8
Afghanistan 9,3
Türkei 6,5
Irak 9,4
Georgien 3,7
Iran 10,6
Nordmazedonien 3,2
Russische Föderation 9,8
Somalia 9,7
Ungeklärt 7,9
Eritrea 6,6
Serbien 2,5
Moldau 2,2
Nigeria 16,4
Pakistan 7,9
Algerien 5,3
Marokko 6,2
Tunesien 6,7
Albanien 3,3
Bosnien und Herzegowina 3,8
Kosovo 8,9
Ghana 2,2
Montenegro 12,2
Senegal 6,6
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen
Entscheidung in Monaten
01.01 – 31.08.2023
Gesamt 6,6
davon
Erstanträge 6,6
Folgeanträge 6,9
Wie bereits in der Vorbemerkung der Bundesregierung hingewiesen, wurden
mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Beschleunigung der Asylgerichtsverfahren
und Asylverfahren zum 1. Januar 2023 unionsrechtliche Vorgaben zu
Verfahrensfristen im Asylverfahren umgesetzt. Maßgeblich für die Berechnung der
Verfahrensdauer ist nunmehr der Zeitpunkt, zu dem Deutschland für das
Verfahren zuständig wurde. Ein Vergleich mit Berechnungen, die vor dem
Inkrafttreten erfolgten, ist daher nur bedingt möglich.
2. Wie lange war im ersten Halbjahr 2023 die durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bei Asylanträgen von unbegleiteten Minderjährigen bis zu
einer behördlichen, rechtskräftigen bzw. unanfechtbaren Entscheidung
(bitte auch nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Angaben zur Verfahrensdauer bis zu einer unanfechtbaren Entscheidung für das
erste Halbjahr 2023 liegen noch nicht vor. Eine Differenzierung in rechts- oder
bestandskräftige Entscheidungen ist nicht möglich.
Die Angaben zur Verfahrensdauer bei Asylerstanträgen von unbegleiteten
Minderjährigen bis zu einer behördlichen Entscheidung können der nachfolgenden
Tabelle entnommen werden.
1. Halbjahr 2023 Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bei
Asylerstanträgen von unbegleiteten
Minderjährigen bis zu einer behördlichen
Entscheidung in Monaten
Staatsangehörigkeiten gesamt 6,3
darunter:
Syrien 5,4
Afghanistan 7,5
Somalia 7,1
Türkei 7,6
Irak 7,9
Guinea 7,0
Marokko 8,1
Eritrea 5,6
Äthiopien 9,2
Iran 9,5
Albanien 4,4
Ägypten 4,4
Gambia 6,2
Algerien 5,4
Ungeklärt 4,8
3. Wie lange war im ersten Halbjahr 2023 die durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung in Dublin-Verfahren
bzw. in Asylverfahren ohne Dublin-Bescheid (bitte jeweils auch nach
den 15 wichtigsten Herkunftsländern, allen sicheren Herkunftsstaaten
und zudem Algerien, Marokko, Tunesien, Moldau und Georgien
differenzieren)?
Hinsichtlich der Teilfrage zur durchschnittlichen Bearbeitungsdauer bis zu
einer behördlichen Entscheidung in Asylverfahren ohne Dublin-Bescheid, wird
auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
Im Übrigen können die Angaben bis zu einer behördlichen Entscheidung in
Dublin-Verfahren der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen
Entscheidung in Dublin-Verfahren in Monaten
1. Halbjahr 2023
Staatsangehörigkeiten gesamt 3,0
darunter:
Syrien 2,8
Afghanistan 3,2
Türkei 3,0
Irak 3,2
Georgien 2,4
Iran 3,8
Nordmazedonien 2,6
Russische Föderation 2,9
Somalia 2,7
Ungeklärt 3,6
Eritrea 3,0
Serbien 3,0
Moldau 3,4
Nigeria 3,1
Albanien 3,8
Algerien 2,6
Marokko 2,3
Tunesien 2,6
Bosnien und Herzegowina 3,7
Kosovo 2,5
Ghana 2,4
Montenegro -- *)
Senegal 3,4
*) Im erfragten Zeitraum wurden keine entsprechenden Verfahren entschieden
4. Wie lange war im ersten Halbjahr 2023 die durchschnittliche
Bearbeitungsdauer in Verfahren, in denen nach der Feststellung, dass ein anderer
Mitgliedstaat für die Asylprüfung zuständig sei, dann doch ein
Prüfverfahren in nationaler Zuständigkeit durchgeführt wurde (bitte jeweils auch
nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen
Entscheidung bei nationalen Verfahren nach gescheitertem Dublinverfahren in
Monaten
1. Halbjahr 2023
Staatsangehörigkeiten gesamt 16,0
darunter:
Syrien 7,6
Afghanistan 13,2
Türkei 12,3
Irak 20,0
Georgien 16,1
Iran 29,4
Nordmazedonien 7,9
Russische Föderation 27,8
Somalia 32,0
Ungeklärt 17,2
Eritrea 35,6
Serbien 10,6
Moldau 3,4
Nigeria 37,6
Albanien 13,7
a) Welche Auswirkungen hat die neue statistische Erfassung solcher
Verfahren, d. h., dass die Verfahrensdauer erst ab dem Zeitpunkt berechnet
wird, zu dem Deutschland zuständig wurde (vgl.
www.bamf.de/Shared
Docs/Meldungen/DE/2023/230505-asylgeschaeftsstatistik-april-2023.
html)?
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen. Demnach
werden solche Verfahren ab Datum des Übergangs in das nationale Verfahren bis
zur Entscheidung durch das BAMF für die Ermittlung der Verfahrensdauer
berücksichtigt.
b) Wie lange war die durchschnittliche Asylverfahrensdauer bis zur
behördlichen Entscheidung im Jahr 2022, wenn solche Verfahren nicht
berücksichtigt werden?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen
Entscheidung ohne nationale Verfahren nach gescheitertem Dublinverfahren in
Monaten
2022
Staatsangehörigkeiten gesamt 7,2
darunter:
Syrien 7,8
Afghanistan 8,9
Irak 8,3
Türkei 5,4
Georgien 2,8
Nordmazedonien 2,7
Moldau 1,5
Ungeklärt 8,6
Somalia 10,5
Iran 7,6
Eritrea 6,5
Nigeria 9,7
Serbien 2,6
Albanien 2,6
Russische Föderation 6,9
5. Wie lange war im ersten Halbjahr 2023 die durchschnittliche
Bearbeitungsdauer in Verfahren, mit denen der Widerruf oder die Rücknahme
eines Schutzstatus geprüft wurde (bitte jeweils nach den 15 wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren), und welchen Anteil hatten diese
Widerrufs- und Rücknahmeprüfungen, die bei der Berechnung der
durchschnittlichen Asylverfahrensdauer nicht berücksichtigt werden (vgl.
Antwort zu Frage 5 auf Bundestagsdrucksache 19/23630), an allen Verfahren
(bitte jeweils in absoluten und relativen Zahlen darstellen)?
Es wird zunächst darauf hingewiesen, dass seit 2023 hinsichtlich der
Durchführung von Widerrufs- und Rücknahmeverfahren eine neue Rechtslage besteht.
Hierzu wird auf die Antwort zu Frage 12 sowie die Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf
Bundestagsdrucksache 20/8592 verwiesen.
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer Widerrufsverfahren in Monaten
1. Halbjahr 2023
Herkunftsländer gesamt 17,5
darunter:
Syrien 16,5
Afghanistan 18,1
Irak 19,3
Iran 17,7
Türkei 17,4
Eritrea 16,9
Ungeklärt 18,1
Pakistan 12,5
Somalia 18,0
Russische Föderation 20,9
Staatenlos 20,2
Nigeria 18,0
Sudan 16,7
Aserbaidschan 20,2
Guinea 19,7
Entscheidungen über Erst-, Folge- und Widerrufsverfahren
1.Halbjahr 2023
Entscheidungen gesamt 142.652
Entscheidungen über Erst- und
Folgeverfahren
132.747
Entscheidungen über Widerruf/Rücknahme 9.905
Anteil der Widerrufsverfahren in % 6,9 %
6. Wie lange war im ersten Halbjahr 2023 die durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung, wenn Asylverfahren
getrennt danach betrachtet werden, ob sie in sogenannten
Ankunftszentren, in AnkER-Zentren bzw. „funktionsgleichen Einrichtungen“ (bitte
diese beiden Kategorien zusammenfassen) oder in den Außenstellen bzw.
der Zentrale des BAMF (bitte ebenfalls zusammenfassen) entschieden
wurden (bitte jeweils auch nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern,
allen sicheren Herkunftsstaaten und zudem Algerien, Marokko, Tunesien,
Moldau und Georgien differenzieren, hinsichtlich der AnkER-Zentren
und funktionsgleichen Einrichtungen zudem nach Standorten
differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
1. Halbjahr 2023 Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis
zu einer behördlichen Entscheidung bei
Verfahren, die in einem Ankunftszentrum
entschieden wurden – in Monaten nach
Staatsangehörigkeit
Gesamt 5,6
darunter:
Syrien 4,3
Afghanistan 8,2
Türkei 6,1
Irak 8,8
Georgien 3,3
Iran 10,8
Nordmazedonien 2,2
Russische Föderation 8,8
Somalia 9,3
Ungeklärt 9,8
Eritrea 7,5
Serbien 2,1
Moldau 1,1
Nigeria 17,1
Albanien 2,4
Algerien 4,0
Marokko 4,7
Tunesien 2,5
Bosnien und Herzegowina 1,6
Kosovo 2,3
Ghana 5,6
Montenegro 4,1
Senegal 20,6
1. Halbjahr 2023 Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis
zu einer behördlichen Entscheidung bei
Verfahren, die in einer AnkER- bzw.
funktionsgleichen Einrichtung
entschieden wurden – in Monaten nach
Staatsangehörigkeit
Gesamt 6,7
darunter:
Syrien 4,8
Afghanistan 8,7
Türkei 6,5
Irak 11,4
Georgien 4,0
Iran 10,8
Nordmazedonien 3,2
Russische Föderation 8,9
Somalia 11,5
Ungeklärt 8,2
Eritrea 6,2
Serbien 3,2
Moldau 4,7
Nigeria 22,8
Albanien 3,6
Algerien 6,2
Marokko 6,9
Tunesien 6,8
Bosnien und Herzegowina 3,7
Kosovo 3,0
Ghana 8,8
Montenegro 5,6
Senegal 12,6
1. Halbjahr 2023 Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis
zu einer behördlichen Entscheidung bei
Verfahren, die in einer AnkER- bzw.
funktionsgleichen Einrichtung
entschieden wurden – in Monaten nach
Standorten
Gesamt 6,7
darunter:
AS Augsburg in AnkER 7,6
AS Bamberg in AnkER 7,3
AS Chemnitz im AZ, LAS 5,4
AS Deggendorf in AnkER 3,8
AS Dresden in AnkER 4,5
AS Eisenhüttenstadt, LAS 4,1
AS Hamburg im AZ, LAS 6,7
AS Heidelberg im AZ 13,1
AS Lebach in AnkER, LAS 6,2
AS Leipzig im AZ 5,0
AS Manching in AnkER 5,1
AS Neumünster, LAS 5,5
AS Nostorf-Horst, LAS 8,6
AS Regensburg in AnkER 6,3
AS Schweinfurt in AnkER 7,9
AS Schwerin im AZ 11,7
AS Zirndorf in AnkER 6,0
1. Halbjahr 2023 Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis
zu einer behördlichen Entscheidung bei
Verfahren, die in einer Außenstelle bzw.
Zentrale entschieden wurden – in
Monaten nach Staatsangehörigkeit
Gesamt 7,1
darunter:
Syrien 5,1
Afghanistan 10,5
Türkei 6,4
Irak 8,9
Georgien 3,5
Iran 10,1
Nordmazedonien 3,3
Russische Föderation 11,1
Somalia 9,3
Ungeklärt 7,4
Eritrea 6,1
Serbien 2,0
Moldau 1,5
Nigeria 13,0
Albanien 3,3
Algerien 5,8
Marokko 7,1
Tunesien 6,4
Bosnien und Herzegowina 3,0
Kosovo 5,7
Ghana 12,2
Montenegro 1,3
Senegal 8,8
7. Wie lange war im bisherigen Jahr 2023 die durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung bei Asylsuchenden
aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, dem Iran, der Türkei, Eritrea,
Somalia, Pakistan, Nigeria, der Russischen Föderation und Äthiopien (bitte
zudem jeweils auch nach den Organisationseinheiten mit den jeweils zehn
längsten bzw. kürzesten Verfahrensdauern und in denen mindestens 25
entsprechende Asylanträge bearbeitet worden sind differenziert
auflisten)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Syrien Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung im Zeitraum Januar bis August
2023 (in Monaten)
Alle Organisationseinheiten 4,8
darunter:
AS Ellwangen 10,3
AS Freiburg 10,0
AS Nostorf-Horst, LAS 9,8
32C Dublinverfahren 9,6
AS Heidelberg im AZ 9,0
32D Dublinzentrum Berlin 8,9
AS Speyer 8,7
AS Schwerin im AZ 8,1
AS Karlsruhe, LAS 7,5
AS Bamberg in AnkER 6,8
AS Bonn im AZ 3,7
AS Unna im AZ 3,7
AS Dresden in AnkER 3,6
AS Mönchengladbach im AZ 3,6
AS Deggendorf in AnkER 3,5
AS Eisenhüttenstadt, LAS 3,5
AS Bremen im AZ, LAS 3,4
AS Düsseldorf 3,3
AS Suhl im AZ 3,2
AS Essen 2,5
Irak Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung im Zeitraum Januar bis August
2023 (in Monaten)
Alle Organisationseinheiten 9,4
darunter:
AS Heidelberg im AZ 21,8
AS Ellwangen 16,0
AS Schweinfurt in AnkER 14,9
AS Bamberg in AnkER 14,6
AS Sigmaringen 14,4
AS Karlsruhe, LAS 14,4
AS Frankfurt/Flughafen 13,9
AS Halberstadt im AZ, LAS 13,0
Entscheidungszentrum West Bonn 12,8
AS Lebach in AnkER, LAS 12,6
AS Düsseldorf 6,4
AS Friedland, LAS 6,1
AS Oldenburg 5,0
AS Braunschweig 4,6
AS Eisenhüttenstadt, LAS 4,2
AS Bielefeld im AZ 3,9
32B Nürnberg 3,8
32C Dublinverfahren 3,7
AS Bremen im AZ, LAS 3,5
AS Neustadt 3,4
Afghanistan Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung im Zeitraum Januar bis August
2023 (in Monaten)
Alle Organisationseinheiten 9,3
darunter:
AS Berlin im AZ 21,6
62C Nürnberg 19,4
AS Schwerin im AZ 16,8
AS Freiburg 16,5
31A Nürnberg 14,0
AS Nostorf-Horst, LAS 13,7
AS Jena/Hermsdorf, LAS 13,4
AS Heidelberg im AZ 12,9
AS Karlsruhe, LAS 12,5
AS Speyer 12,5
AS Zirndorf in AnkER 6,8
AS Neumünster, LAS 6,7
AS Büdingen 6,6
AS Manching in AnkER 6,4
AS Berlin, LAS 6,2
AS Dresden in AnkER 6,0
AS Essen 5,9
AS Bremen im AZ, LAS 5,7
32E Dublinzentrum Bochum 5,2
AS Mönchengladbach im AZ 4,9
Iran Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung im Zeitraum Januar bis August
2023 (in Monaten)
Alle Organisationseinheiten 10,6
darunter:
AS Speyer 27,3
AS Heidelberg im AZ 22,8
AS Dresden in AnkER 20,1
AS Karlsruhe, LAS 19,8
AS Bremen im AZ, LAS 14,3
AS Bonn im AZ 13,1
AS Braunschweig 13,0
AS Bochum, LAS 12,1
AS Hamburg im AZ, LAS 11,3
AS Gießen im AZ, LAS 11,0
AS Bielefeld im AZ 7,8
AS Zirndorf in AnkER 7,2
AS Chemnitz im AZ, LAS 7,1
AS Düsseldorf 6,9
AS Neumünster, LAS 6,5
AS Halberstadt im AZ, LAS 6,3
AS Bramsche im AZ 6,3
AS Unna im AZ 6,2
AS Berlin, LAS 5,8
32B Nürnberg 4,5
Türkei Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung im Zeitraum Januar bis August
2023 (in Monaten)
Alle Organisationseinheiten 6,5
darunter:
AS Ellwangen 13,9
AS Karlsruhe, LAS 11,1
AS Freiburg 10,8
AS Augsburg in AnkER 10,2
AS Frankfurt/Flughafen 9,8
AS Friedland, LAS 9,7
AS Sigmaringen 9,3
AS Heidelberg im AZ 8,9
AS Halberstadt im AZ, LAS 8,2
AS Speyer 8,2
AS Unna im AZ 5,0
AS Chemnitz im AZ, LAS 4,9
AS Mönchengladbach im AZ 4,7
AS Neumünster, LAS 4,5
AS Eisenhüttenstadt, LAS 4,3
AS Bremen im AZ, LAS 4,3
AS Bonn im AZ 4,1
AS Berlin, LAS 4,0
AS Essen 3,4
32E Dublinzentrum Bochum 2,8
Eritrea Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung im Zeitraum Januar bis August
2023 (in Monaten)
Alle Organisationseinheiten 6,6
darunter:
AS Regensburg in AnkER 25,0
AS Frankfurt/Flughafen 23,3
AS Heidelberg im AZ 22,4
AS Ellwangen 19,6
AS Freiburg 12,6
AS Speyer 12,5
AS Unna im AZ 12,4
AS Karlsruhe, LAS 11,0
AS Bramsche im AZ 11,0
AS Bamberg in AnkER 9,7
AS Düsseldorf 4,3
AS Eisenhüttenstadt, LAS 4,3
AS Büdingen 4,2
AS Neumünster, LAS 3,7
AS Bremen im AZ, LAS 3,7
AS Manching in AnkER 3,6
AS München 3,5
32C Dublinverfahren 3,4
AS Dresden in AnkER 2,7
AS Zirndorf in AnkER 2,0
Somalia Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung im Zeitraum Januar bis August
2023 (in Monaten)
Alle Organisationseinheiten 9,7
darunter:
AS Heidelberg im AZ 19,6
AS Speyer 14,5
AS Essen 12,3
Entscheidungszentrum West Bonn 12,2
AS Bonn im AZ 12,1
AS Karlsruhe, LAS 10,7
AS Bochum, LAS 10,5
AS Hamburg im AZ, LAS 10,5
AS Sigmaringen 10,5
AS Gießen im AZ, LAS 10,4
AS Halberstadt im AZ, LAS 6,8
32B Nürnberg 6,5
AS Friedland, LAS 6,4
AS Büdingen 5,7
AS Bremen im AZ, LAS 5,5
AS Braunschweig 5,3
AS Augsburg in AnkER 4,8
AS München 4,5
32C Dublinverfahren 4,1
AS Eisenhüttenstadt, LAS 3,3
Pakistan Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung im Zeitraum Januar bis August
2023 (in Monaten)
Alle Organisationseinheiten 7,9
darunter:
Entscheidungszentrum West Bonn 21,7
AS Bochum, LAS 14,6
AS Speyer 13,5
AS Karlsruhe, LAS 12,1
AS Gießen im AZ, LAS 8,3
AS Trier, LAS 7,6
AS Chemnitz im AZ, LAS 7,6
AS Bonn im AZ 7,4
AS Düsseldorf 7,2
AS München 5,2
AS Bramsche im AZ 5,0
AS Büdingen 5,0
AS Essen 4,8
AS Berlin, LAS 3,4
AS Eisenhüttenstadt, LAS 3,3
Nigeria Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung im Zeitraum Januar bis August
2023 (in Monaten)
Alle Organisationseinheiten 16,4
darunter:
AS Heidelberg im AZ 30,6
AS Berlin im AZ 30,0
AS Bonn im AZ 24,4
AS Essen 24,3
AS Trier, LAS 21,3
AS Gießen im AZ, LAS 21,1
AS Zirndorf in AnkER 18,6
AS Ellwangen 18,6
AS Bochum, LAS 16,1
AS Karlsruhe, LAS 15,2
Entscheidungszentrum West Bonn 12,9
AS Regensburg in AnkER 12,8
AS Sigmaringen 9,3
AS München 9,1
AS Düsseldorf 9,1
AS Bielefeld im AZ 8,4
Russische Föderation Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung im Zeitraum Januar bis August
2023 (in Monaten)
Alle Organisationseinheiten 9,8
darunter:
AS Heidelberg im AZ 21,1
AS Bochum, LAS 20,9
AS Suhl im AZ 14,7
Entscheidungszentrum West Bonn 12,6
AS Bonn im AZ 11,8
AS Bremen im AZ, LAS 9,9
AS Dresden in AnkER 9,5
AS Bamberg in AnkER 9,1
AS Trier, LAS 9,0
AS Berlin im AZ 8,9
AS Eisenhüttenstadt, LAS 8,3
AS Düsseldorf 7,8
AS Hamburg im AZ, LAS 7,1
AS Gießen im AZ, LAS 6,9
AS Bramsche im AZ 5,7
AS Berlin, LAS 4,3
Äthiopien Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung im Zeitraum Januar bis August
2023 (in Monaten)
Alle Organisationseinheiten 9,6
darunter:
AS Regensburg in AnkER 10,3
AS Gießen im AZ, LAS 9,5
AS Büdingen 6,7
AS Zirndorf in AnkER 5,9
8. Wie erklärt die Bundesregierung bzw. das BAMF, dass im Vergleich
einzelner BAMF-Außenstellen bei gleichen Herkunftsländern die Standorte
Heidelberg, Bad Fallingbostel, Karlsruhe (und weitere) mit deutlich
überdurchschnittlichen, z. T. doppelt so langen oder sogar noch längeren
Verfahrensdauern auffallen (vgl. Bundestagsdrucksache 20/6052, Anlage
1 zu Frage 7; im Ankunftszentrum Bad Fallingbostel dauerten Verfahren
zum Irak oder zu Afghanistan sogar fünf Mal so lange wie im
allgemeinen Durchschnitt)?
Da es sich bei der Bearbeitung von Asylverfahren um Entscheidungen im
Einzelfall handelt, variiert die Verfahrensdauer notwendigerweise. Verzögerungen
bei der Vorlage von Dokumenten oder Schwierigkeiten bei der
Identitätsklärung führen im Einzelfall zu einer Verlängerung der Verfahrensdauer. Hinzu
kommt, dass das BAMF nicht immer Einfluss hat auf im Einzelfall notwendige
ergänzende Sachverhaltsaufklärungen, wenn diese beispielsweise durch
Antragstellende oder dritte Stellen zu erbringen sind. Liegen hingegen alle zur
Erlangung der Entscheidungsreife in einem Verfahren benötigten Informationen
von Beginn an vor, kann eine Entscheidung rascher getroffen werden. Diese
individuellen Faktoren werden jedoch bei der reinen Betrachtung der
Verfahrensdauer nach Staatsangehörigkeiten je Außenstelle nicht berücksichtigt.
Ebenso wird hierbei nicht berücksichtigt, dass die Anzahl der entschiedenen
Verfahren je Außenstelle variiert und damit überdurchschnittliche Dauern
einzelner Verfahren die Verfahrensdauer einer Außenstelle im Schnitt mehr oder
weniger beeinflussen können.
9. Wie lange war die durchschnittliche Dauer von Asylklageverfahren im
ersten Halbjahr 2023 bzw. im bisherigen Jahr 2023 (bitte zudem nach
Bundesländern und den 15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Bei der nachfolgenden Gerichtsstatistik handelt es sich nicht um die amtliche
Gerichtsstatistik. Diese wird vom Statistischen Bundesamt erstellt. Aufgrund
der unterschiedlichen Zählweisen sind diese Statistiken nicht vergleichbar. Die
Auswertungen des BAMF sind rein personenbasiert und werden aus dem
bundesamtseigenen Dokumenten- und Workflowmanagementsystem MARiS
(Migration, Asyl, Rückkehrförderung, Integration und Sicherheit) generiert.
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
1. Halbjahr 2023
(Erst-/Folgeanträge, Klagen)
Durchschnittliche Verweildauer
bei Gericht in Monaten
Staatsangehörigkeiten gesamt 22,1
darunter:
Syrien 16,6
Afghanistan 19,6
Türkei 20,1
Irak 22,8
Georgien 10,2
Iran 31,4
Nordmazedonien 7,2
Russische Föderation 39,2
Somalia 24,2
Ungeklärt 28,6
Eritrea 28,3
Serbien 12,5
Moldau 10,0
Nigeria 28,1
Albanien 15,1
1. Halbjahr 2023
(Erst-/Folgeanträge, Klagen)
Durchschnittliche Verweildauer
bei Gericht in Monaten
Länder gesamt 22,1
darunter:
Baden-Württemberg 14,1
Bayern 20,8
Berlin 25,5
Brandenburg 40,0
Bremen 21,0
Hamburg 20,3
Hessen 32,5
Mecklenburg-Vorpommern 16,8
Niedersachsen 25,7
Nordrhein-Westfalen 21,8
Rheinland-Pfalz 4,8
Saarland 10,1
Sachsen 18,0
Sachsen-Anhalt 12,3
Schleswig-Holstein 20,0
Thüringen 18,3
unbekannt 4,1
01.01. – 31.07.2023
(Erst-/Folgeanträge, Klagen)
Durchschnittliche Verweildauer
bei Gericht in Monaten
Staatsangehörigkeiten gesamt 21,8
darunter:
Syrien 16,1
Afghanistan 19,2
Türkei 18,9
Irak 23,0
Georgien 10,1
Iran 31,3
Nordmazedonien 7,0
Russische Föderation 38,9
Somalia 24,8
Ungeklärt 28,2
Eritrea 28,2
Serbien 12,0
Moldau 10,5
Nigeria 28,1
Pakistan 26,6
01.01. – 31.07.2023
(Erst-/Folgeanträge, Klagen)
Durchschnittliche Verweildauer
bei Gericht in Monaten
Länder gesamt 21,8
darunter:
Baden-Württemberg 13,9
Bayern 20,5
Berlin 25,2
Brandenburg 39,9
Bremen 20,9
Hamburg 19,6
Hessen 32,1
Mecklenburg-Vorpommern 16,6
Niedersachsen 25,4
Nordrhein-Westfalen 21,5
Rheinland-Pfalz 4,7
Saarland 9,8
Sachsen 18,3
Sachsen-Anhalt 12,0
Schleswig-Holstein 18,8
Thüringen 17,9
unbekannt 4,7
10. Trifft die Ansicht der Fragestellenden zu, dass die Bundesregierung bzw.
das BAMF bislang – vgl. hierzu die Antwort der Bundesregierung zu den
Fragen 9, 9a und 9b auf Bundestagsdrucksache 20/6052 – keinerlei
Anstrengungen unternommen hat, um herauszufinden, warum die
Asylgerichtsverfahren in Rheinland-Pfalz etwa vier Mal so schnell sind wie im
allgemeinen Durchschnitt, obwohl die Dauer der Asylgerichtsverfahren
nach Auffassung der Fragestellenden maßgeblich ist für die Gesamtdauer
der Asylprüfung in Deutschland und die Bundesregierung zuletzt
zahlreiche Gesetzesänderungen vorgenommen hat mit dem Ziel einer
Beschleunigung der Asylverfahren (vgl. Bundestagsdrucksache 20/4327)?
Wenn ja, warum ist die Bundesregierung in dieser Sache noch nicht aktiv
geworden?
Das BAMF sieht im Land Rheinland-Pfalz in der Konzentration der
Asylgerichtsverfahren auf ein Verwaltungsgericht (VG Trier) am Standort der für die
Prozessverfahren zuständigen Außenstelle einen wesentlichen Faktor, der zu
einer Beschleunigung der Gerichtsverfahren beiträgt. Die Bundesregierung
trifft im Rahmen ihrer Zuständigkeit Maßnahmen zur Beschleunigung der
Asylgerichtsverfahren, dazu zählt das zum 1. Januar 2023 in Kraft getretene
Gesetz zur Beschleunigung der Asylgerichtsverfahren und Asylverfahren. Im
Übrigen verfügt das BAMF über keine Zuständigkeiten hinsichtlich der
internen Organisation sowie im Hinblick auf die personelle und sachliche
Ausstattung der Verwaltungsgerichte in den Ländern. Es wird daher auf die dortige
Zuständigkeit verwiesen.
11. Wie viele Asylklageverfahren waren zuletzt anhängig (bitte auch nach
Bundesländern und den 15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren),
und was waren in den einzelnen Bundesländern jeweils die fünf
wichtigsten Herkunftsländer bei anhängigen Asylklageverfahren (bitte auch
mit Zahlen nennen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Anhängige Asylklageverfahren nach Herkunftsländern
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Staatsangehörigkeit
gesamt 120.487
darunter:
Irak 20.148
Syrien 17.553
Türkei 15.327
Iran 7.578
Afghanistan 6.189
Russische Föderation 6.061
Georgien 5.578
Nigeria 4.297
Ungeklärt 2.301
Pakistan 2.116
Nordmazedonien 2.086
Somalia 1.885
Libanon 1.556
Venezuela 1.487
Guinea 1.402
Anhängige Asylklageverfahren nach Bundesländern
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Staatsangehörigkeit
gesamt 120.487
darunter:
Baden-Württemberg 10.907
Bayern 12.743
Berlin 9.921
Brandenburg 5.446
Bremen 1.264
Hamburg 2.603
Hessen 11.528
Mecklenburg-Vorpommern 1.962
Niedersachsen 16.507
Nordrhein-Westfalen 27.773
Rheinland-Pfalz 1.523
Saarland 895
Sachsen 7.894
Sachsen-Anhalt 1.964
Schleswig-Holstein 4.674
Thüringen 2.839
unbekannt 44
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Baden-Württemberg
gesamt 10.907
darunter:
Syrien 1.962
Türkei 1.645
Irak 1.627
Nigeria 766
Afghanistan 743
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Bayern
gesamt 12.743
darunter:
Irak 2.032
Syrien 1.408
Nigeria 1.355
Türkei 1.224
Iran 759
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Berlin
gesamt 9.921
darunter:
Türkei 1.913
Syrien 1.486
Georgien 1.096
Irak 929
Russische Föderation 801
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Brandenburg
gesamt 5.446
darunter:
Russische Föderation 1.314
Syrien 682
Irak 573
Iran 520
Türkei 337
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Bremen
gesamt 1.264
darunter:
Syrien 253
Türkei 221
Russische Föderation 191
Iran 73
Serbien 68
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Hamburg
gesamt 2.603
darunter:
Afghanistan 410
Iran 364
Syrien 293
Irak 279
Russische Föderation 243
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Hessen
gesamt 11.528
darunter:
Türkei 2.603
Syrien 1.603
Irak 1.156
Iran 1.098
Afghanistan 961
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Mecklenburg-Vorpommern 1.962
gesamt
darunter:
Syrien 320
Georgien 257
Irak 227
Türkei 210
Afghanistan 172
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Niedersachsen 16.507
gesamt
darunter:
Irak 3.520
Syrien 2.057
Georgien 1.399
Kolumbien 1.243
Türkei 1.113
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Nordrhein-Westfalen 27.773
gesamt
darunter:
Irak 5.728
Syrien 4.597
Türkei 3.500
Iran 2.411
Afghanistan 1.213
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Rheinland-Pfalz 1.523
gesamt
darunter:
Pakistan 311
Türkei 276
Syrien 163
Irak 115
Ägypten 99
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Saarland 895
gesamt
darunter:
Syrien 560
Türkei 109
Irak 89
Bosnien und Herzegowina 21
Nordmazedonien 20
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Sachsen 7.894
gesamt
darunter:
Venezuela 1.345
Irak 1.072
Türkei 887
Georgien 765
Syrien 675
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Sachsen-Anhalt 1.964
gesamt
darunter:
Syrien 539
Irak 330
Georgien 180
Türkei 161
Afghanistan 145
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Schleswig-Holstein 4.674
gesamt
darunter:
Irak 1.814
Türkei 557
Iran 408
Russische Föderation 381
Afghanistan 344
Anhängige Asylklageverfahren
Zeitraum: 01.01. – 31.07.2023 (Stand: 15.09.2023)
Thüringen 2.839
gesamt
darunter:
Syrien 621
Irak 597
Türkei 362
Georgien 302
Russische Föderation 229
12. Kann das BAMF Aussagen dazu treffen, inwieweit der Wegfall der
anlasslosen Widerrufsprüfungen zum Jahreswechsel 2022/2023 zu
Personalentlastungen bzw. zu Verfahrensbeschleunigungen im BAMF geführt
hat, und welche quantitativen Angaben können dazu ggf. gemacht
werden (zur Personalentwicklung bzw. zur Verfahrensdauer)?
Eine gesicherte Beurteilung dazu, inwieweit durch den Wegfall der
Regelüberprüfungen eine Entlastung des BAMF erreicht wurde, ist aufgrund der hierfür
erforderlichen Zeitspanne aktuell noch nicht möglich. Der Gesetzgeber hat
insoweit vorgesehen, dass mit Blick auf eine Entlastung eine Evaluierung drei
Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes erfolgen soll (vgl. Bundestagsdrucksache
20/4327, S. 31 f.).
13. In wie vielen Fällen und zu welchen konkreten Fallkonstellationen bzw.
Sachfragen sind derzeit Revisionen zur Klärung der Lage in den
Herkunfts- bzw. Zielstaaten auf der Grundlage der Neuregelung nach § 78
Absatz 8 des Asylgesetzes anhängig, in welchen dieser Verfahren hat das
BAMF die Revision eingelegt bzw. beantragt, und wann ist in diesen
Verfahren nach Kenntnis des BAMF mit Entscheidungen zu rechnen
(bitte auflisten und ausführen)?
Mit Stand vom 29. September 2023 ist nach Kenntnis der Bundesregierung ein
Revisionsverfahren beim Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) anhängig
(BVerwG 1 C 12.23). Über den Zeitpunkt der Entscheidung liegen dem BAMF
keine Kenntnisse vor.
In einem weiteren Verfahren zu Italien hat das BVerwG die Revision mit
Beschluss vom 25. September 2023 wegen Versäumung der
Revisionsbegründungsfrist für unzulässig erklärt (BVerwG 1 C 10.23).
Im Übrigen wird auf die auf der Webseite des BVerwG veröffentlichten
Pressemitteilungen zu den Verfahren verwiesen.
14. Welche statistischen Angaben kann die Bundesregierung bzw. kann das
BAMF inzwischen zu Anhörungen bzw. Sprachmittlungen (bitte
differenzieren) im Wege der Bild- und Tonübertragung machen, und was wird
diesbezüglich erfasst (vgl. Antwort zu Frage 11h auf
Bundestagdrucksache 20/6052; bitte, soweit möglich, auch nach den 15 wichtigsten
betroffenen Herkunftsländern bzw. BAMF-Standorten differenzieren)?
Belastbare Angaben für den Zeitraum seit Einführung der entsprechenden
Rechtsgrundlagen des § 17 Absatz 3 bzw. § 25 Absatz 7 AsylG im Rahmen des
Gesetzes zur Beschleunigung der Asylgerichtsverfahren und Asylverfahren
liegen für die Anzahl der Anhörungen im Wege der Bild- und Tonübertragung
vor.
Die Angaben zu Anhörungen im Wege der Bild- und Tonübertragung können
den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Anzahl Personen mit Anhörungen bzw. Videoanhörungen nach Staatsangehörigkeiten im 1. Halbjahr
2023
Gesamt Anhörungen in
Präsenz
Videoanhörungen
Staatsangehörigkeiten Gesamt 93.015 92.300 715
Davon:
Syrien 34.468 34.363 105
Afghanistan 16.065 15.902 163
Türkei 9.852 9.608 244
Iran 3.594 3.594 -
Irak 3.295 3.293 2
Georgien 3.007 2.870 137
Russische Föderation 1.940 1.939 1
Somalia 1.364 1.352 12
Ungeklärt 1.328 1.325 3
Venezuela 1.274 1.269 5
Eritrea 1.055 1.052 3
Pakistan 833 831 2
Nordmazedonien 817 814 3
Indien 783 783 -
Guinea 744 744 -
Anzahl Personen mit Videoanhörungen nach Standorten im 1. Halbjahr
2023
Standorte Gesamt 715
Davon:
AS Berlin, LAS 429
AS Halberstadt im AZ, LAS 66
AS Chemnitz im AZ, LAS 43
AS Büdingen 34
AS Sigmaringen 23
AS Bramsche im AZ 14
AS Lebach in AnkER, LAS 11
AS Leipzig im AZ 11
AS Gießen im AZ, LAS 10
a) Welche internen Vorgaben gibt es dazu, wann Anhörungen oder
Sprachmittlungen im Wege der Bild- und Tonübertragung
„ausnahmsweise“ (vgl. § 25 Absatz 7 und § 17 Absatz 3 des Asylgesetzes)
erfolgen sollen, und welche Kriterien gelten hierfür, sodass es sich
tatsächlich um Ausnahmen handelt (bitte ausführen; in der Antwort zu Frage
11e auf Bundestagsdrucksache 20/6052 gab die Bundesregierung vor
allem Auskünfte zu der Frage, welche Fälle als ungeeignet angesehen
werden können)?
Die internen Vorgaben zur ausnahmsweisen Durchführung der Anhörung und
Einsatz der Sprachmittlung mittels Bild- und Tonübertragung (im Folgenden
Videoanhörung und Videodolmetschen) entsprechen der Gesetzesbegründung
zu § 25 Absatz 7 AsylG und § 17 Absatz 3 AsylG (Bundestagsdrucksache
20/4327, S. 34 ff.). In Übereinstimmung mit der Gesetzesbegründung (ebd.)
benennen die internen Weisungsinstrumente des BAMF die Kriterien, wann ein
Einsatz ausnahmsweise möglich ist. Sowohl im Hinblick auf die
Videoanhörung als auch das Videodolmetschen wird festgehalten und vorgegeben, dass
die Anhörung bzw. die Sprachmittlung in Präsenz Vorrang genießt.
Die Videoanhörung kommt (in geeigneten Fällen) dann in Betracht, wenn ihr
Einsatz eine bessere Steuerung der Kapazitäten des BAMF ermöglicht und zu
einer Verfahrensbeschleunigung beiträgt.
Das Videodolmetschen kann (in geeigneten Fällen) begründet sein durch die
bessere Steuerung des Einsatzes von eigenem Personal, der flexibleren Nutzung
von Sprachmittelndenkapazitäten sowie dem Grundsatz der Kostensparsamkeit.
Ein Sprachmittlungseinsatz per Videokonferenztechnik ist insbesondere dann
begründet, wenn er es ermöglicht, kurzfristige lokale Sprachmittlungsengpässe
auszugleichen oder bei bestimmten Sprachen, für die dem BAMF nur wenige
Sprachmittelnde zur Verfügung stehen, bundesweit einen effizienten
Sprachmittelndeneinsatz und dadurch eine signifikante Verfahrensbeschleunigung zu
erreichen.
b) Wie waren die inhaltlichen Entscheidungen in Verfahren mit
Anhörungen oder Sprachmittlungen im Wege der Bild- und Tonübertragung im
Vergleich zu „normalen“ Asylverfahren bei Personen mit gleicher
Staatsangehörigkeit (bitte in absoluten und relativen Zahlen,
differenziert nach Schutzstatus, Ablehnung, Ablehnung als offensichtlich
unbegründet, sonstige Erledigung, darstellen)?
Die Angaben zu Entscheidungen in Verfahren mit Anhörungen im Wege der
Bild- und Tonübertragung können den nachfolgenden Tabellen entnommen
werden.
Anzahl Personen
mit
Videoanhörung 1. Halbjahr
2023 nach HKL
und Schutzstatus
Anerkennung Flüchtlingsschutz
gem. § 3 I AsylG
subsidiärer
Schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot
gem. § 60 V/VII
AufenthG
abgelehnt o.u.
abgelehnt
sonstige
Erledigungen
Gesamt
Gesamt 1 44 96 77 153 124 76 571
Türkei 0 4 0 1 97 18 15 135
Afghanistan 0 30 8 68 0 1 28 135
Georgien 0 0 0 0 22 86 3 111
Syrien 0 3 85 0 1 0 19 108
Somalia 0 2 0 4 3 0 2 11
Sonstige HKL 1 5 3 4 30 19 9 71
Anzahl
Personen mit
Anhörung 1.
Halbjahr 2023 nach
HKL und
Schutzstatus
Anerkennung Flüchtlingsschutz
gem. § 3 I AsylG
subsidiärer
Schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot
gem. § 60 V/VII
AufenthG
abgelehnt o.u.
abgelehnt
sonstige
Erledigungen
Gesamt
Gesamt 601 8.391 28.077 8.120 11.374 7.152 15.074 78.789
Türkei 84 839 18 12 3.330 782 866 5.931
Afghanistan 177 4.281 406 7.037 132 7 3.008 15.048
Georgien 0 4 1 4 540 1.819 152 2.520
Syrien 32 692 26.838 99 8 2 4.486 32.157
Somalia 31 500 99 373 84 2 171 1.260
Sonstige HKL 277 2.075 715 595 7.280 4.540 6.391 21.873
Anteil in %
Personen mit
Videoanhörung 1.
Halbjahr 2023
nach HKL und
Schutzstatus
Anerkennung Flüchtlingsschutz
gem. § 3 I AsylG
subsidiärer
Schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot
gem. § 60 V/VII
AufenthG
abgelehnt o.u.
abgelehnt
sonstige
Erledigungen
Gesamt
Gesamt 0,2 % 7,7 % 16,8 % 13,5 % 26,8 % 21,7 % 13,3 % 100,0 %
Türkei 0,0 % 3,0 % 0,0 % 0,7 % 71,9 % 13,3 % 11,1 % 100,0 %
Afghanistan 0,0 % 22,2 % 5,9 % 50,4 % 0,0 % 0,7 % 20,7 % 100,0 %
Georgien 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 19,8 % 77,5 % 2,7 % 100,0 %
Syrien 0,0 % 2,8 % 78,7 % 0,0 % 0,9 % 0,0 % 17,6 % 100,0 %
Somalia 0,0 % 18,2 % 0,0 % 36,4 % 27,3 % 0,0 % 18,2 % 100,0 %
Sonstige HKL 1,4 % 7,0 % 4,2 % 5,6 % 42,3 % 26,8 % 12,7 % 100,0 %
Anteil in %
Personen mit
Anhörung 1.
Halbjahr 2023
nach HKL und
Schutzstatus
Anerkennung Flüchtlingsschutz
gem. § 3 I AsylG
subsidiärer
Schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot
gem. § 60 V/VII
AufenthG
abgelehnt o.u.
abgelehnt
sonstige
Erledigungen
Gesamt
Gesamt 0,8 % 10,6 % 35,6 % 10,3 % 14,4 % 9,1 % 19,1 % 100,0 %
Türkei 1,4 % 14,1 % 0,3 % 0,2 % 56,1 % 13,2 % 14,6 % 100,0 %
Afghanistan 1,2 % 28,4 % 2,7 % 46,8 % 0,9 % 0,0 % 20,0 % 100,0 %
Georgien 0,0 % 0,2 % 0,0 % 0,2 % 21,4 % 72,2 % 6,0 % 100,0 %
Syrien 0,1 % 2,2 % 83,5 % 0,3 % 0,0 % 0,0 % 14,0 % 100,0 %
Somalia 2,5 % 39,7 % 7,9 % 29,6 % 6,7 % 0,2 % 13,6 % 100,0 %
Sonstige HKL 1,3 % 9,5 % 3,3 % 2,7 % 33,3 % 20,8 % 29,2 % 100,0 %
Aufgrund geringer Fallzahlen sind starke Schwankungen möglich. Zudem gilt
auch hier, dass es sich stets um Einzelfallentscheidungen unter Würdigung der
individuellen Fluchtgeschichte der Antragstellenden handelt.
c) Wie sind die ersten Erfahrungen mit der Neuregelung zu Anhörungen
oder Sprachmittlungen im Wege der Bild- und Tonübertragung, und
wie wird die Neuregelung beurteilt, inwieweit gab es ggf. Probleme
bzw. Änderungsbedarf, technisch oder in Bezug auf Qualitätsstandards
(bitte ausführen)?
Aus Sicht des BAMF wird durch die Möglichkeit der Sprachmittlung im Wege
der Bild- und Tonübertragung eine effizientere Steuerung vorhandener
Ressourcen von Sprachmittelnden möglich. So ist beispielsweise bei
Mangelsprachen die Verfügbarkeit von Sprachmittelnden in manchen Regionen stark
eingeschränkt. Dort führt die Möglichkeit zur Nutzung des Videodolmetschens zu
einer deutlichen Verbesserung der Verfügbarkeit von Sprachmittelnden. Des
Weiteren kann auch die Anwesenheitszeit der Sprachmittelnden effizienter
genutzt werden, indem diese nicht nur für Sprachmittlungen am Ort ihres
Einsatzes eingesetzt werden können, sondern auch per Bild- und Tonübertragung für
eine andere Außenstelle. Es ergeben sich also grundsätzlich sowohl
wirtschaftliche als auch verfahrensökonomische Vorteile durch die Möglichkeit zur
Nutzung des Videodolmetschens (siehe auch Bundestagsdrucksache 20/4327,
S. 34 f.); vgl. auch Antwort zu Frage 14a).
15. Wie lange dauerten im bisherigen Jahr 2023 im Durchschnitt diejenigen
Asylverfahren, die zunächst wegen der Anerkennung eines Schutzstatus
in Griechenland zurückgestellt worden waren („Griechenlandablage“;
bitte nach den wichtigsten Herkunftsländern differenzieren), und wie
viele solcher Verfahren sind aktuell noch anhängig?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Durchschnittliche Dauer der Verfahren die zunächst wegen der
Anerkennung eines Schutzstatus in Griechenland zurückgestellt worden waren
Januar – August 2023 Dauer in Monaten
Staatsangehörigkeiten gesamt 20,5
darunter:
Afghanistan 19,5
Syrien 21,4
Irak 24,3
Somalia 19,8
Pers. aus palästinensischen Gebieten (nicht als
Staat anerkannt)
22,1
Ungeklärt 20,8
Iran 20,3
Türkei 24,5
Eritrea 17,5
Kongo, Demokratische Republik 17,4
Mit Stand vom 31. August 2023 waren noch etwa 1.800 Asylverfahren
anhängig, die zunächst wegen der Anerkennung eines Schutzstatus in Griechenland
zurückgestellt worden waren. Das BAMF arbeitet weiter am Abbau dieser
Verfahren.
16. Wie lange war im ersten Halbjahr 2023 die durchschnittliche
Verfahrensdauer bei beschleunigten Asylverfahren nach § 30a AsylG (bitte jeweils
auch nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern, allen sicheren
Herkunftsstaaten, Algerien, Marokko, Tunesien, Moldau und Georgien
differenzieren, bitte zudem nach den Standorten der Organisationseinheiten
differenziert auflisten)?
Die Angaben zur Verfahrensdauer können den nachfolgenden Tabellen
entnommen werden.
Durchschnitt Bearbeitungsdauer in
Tagen im 1. Halbjahr 2023
Gesamt AS Bamberg in
AnkER
AS Mönchengladbach
im AZ
alle beschleunigten Verfahren 5,7 5,0 5,7
Davon:
Albanien 6,0 - 6,0
Bosnien und Herzegowina 5,0 - 5,0
Kosovo 3,0 - 3,0
Nordmazedonien 5,0 - 5,0
Serbien 6,7 - 6,7
Georgien 6,5 5,0 8,0
*AS=Außenstelle, AZ=Ankunftszentrum
Durchschnitt Bearbeitungsdauer
in Tagen im 1. Halbjahr 2023
nach Außenstellen 5,7
AS Bamberg in AnkER 5,0
AS Mönchengladbach im AZ 5,7
Aufgrund geringer Fallzahlen sind starke Schwankungen möglich.
17. Wie lange war im ersten Halbjahr 2023 die Verfahrensdauer bei
Verfahren, die in den letzten zwölf Monaten eingeleitet (Asylantragstellung)
und entschieden wurden („Jahresverfahrensdauer“; bitte jeweils auch
nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern und allen sicheren
Herkunftsstaaten differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer von Verfahren, die in den letzten
zwölf Monaten eingeleitet (Asylantragstellung) und entschieden wurden,
in Monaten für das 1. Halbjahr 2023
alle HKL 3,9
Syrien 3,6
Afghanistan 4,9
Türkei 4,8
Irak 4,0
Georgien 3,0
Iran 4,4
Nordmazedonien 2,6
Russische Föderation 4,4
Somalia 4,9
Ungeklärt 4,4
Serbien 2,1
Albanien 2,5
Bosnien und Herzegowina 2,2
Kosovo 2,3
Ghana 4,0
Montenegro 1,6
Senegal 3,5
18. Wie lange war im ersten Halbjahr 2023 die durchschnittliche
Verfahrensdauer bei früher sogenannten Neuverfahren („Asylantragstellung ab
1. Januar 2017“; bitte jeweils auch nach den zehn wichtigsten
Herkunftsländern und allen sicheren Herkunftsstaaten differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer von Verfahren mit
Asylantragstellung ab 1. Januar 2017 in Monaten für das 1. Halbjahr 2023
alle Staatsangehörigkeiten 6,5
darunter:
Syrien 4,7
Afghanistan 9,5
Türkei 6,3
Irak 9,5
Georgien 3,6
Iran 10,5
Nordmazedonien 2,9
Russische Föderation 9,8
Somalia 9,8
Ungeklärt 8,1
Serbien 2,3
Albanien 3,0
Bosnien und Herzegowina 3,0
Kosovo 2,5
Ghana 8,9
Montenegro 2,5
Senegal 12,8
19. Wie lange war im ersten Halbjahr 2023 die durchschnittliche Dauer bis
zur Anhörung der Asylsuchenden, wie lange die durchschnittliche Dauer
nach der Anhörung bis zur behördlichen Entscheidung (bitte jeweils auch
nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern, allen sicheren
Herkunftsstaaten und zudem Algerien, Marokko, Tunesien und Georgien
differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Durchschnittliche Dauer bis zur Anhörung der Asylsuchenden in
Monaten
1. Halbjahr 2023
Staatsangehörigkeiten gesamt 2,8
darunter:
Syrien 2,2
Afghanistan 3,5
Türkei 3,6
Irak 3,5
Georgien 1,5
Iran 3
Nordmazedonien 2,1
Russische Föderation 2,5
Somalia 5,3
Ungeklärt 4,2
Eritrea 4,1
Serbien 1,5
Moldau 0,8
Nigeria 6,3
Albanien 1,6
Algerien 2,5
Marokko 2,2
Tunesien 2,3
Bosnien und Herzegowina 1,9
Kosovo 2,3
Ghana 3,4
Montenegro 3,2
Senegal 2,9
Durchschnittliche Dauer nach der Anhörung bis zu einer behördlichen
Entscheidung in Monaten
1.Halbjahr 2023
Staatsangehörigkeiten gesamt 6,3
darunter:
Syrien 4,4
Afghanistan 8,7
Türkei 4,0
Irak 11,8
Georgien 2,6
Iran 11,4
Nordmazedonien 1,9
Russische Föderation 11,0
Somalia 10,7
Ungeklärt 8,7
Eritrea 7,1
Serbien 1,7
Moldau 2,5
Nigeria 19,6
Albanien 2,1
Algerien 5,8
Marokko 6,1
Tunesien 7,1
Bosnien und Herzegowina 1,9
Kosovo 3,8
Ghana 12,0
Montenegro 5,3
Senegal 14,5
20. Wie viele beim BAMF anhängige Verfahren waren zum letzten Stand
seit über drei, sechs, zwölf, 15, 18, 24 bzw. 36 Monaten anhängig (bitte
auch nach den zehn am meisten betroffenen Herkunftsländern
differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Anhängige
Verfahren. Stand:
31.08.2023
bis
3
Monate
über
3
Monate
über
6
Monate
über
12
Monate
über
15
Monate
über
18
Monate
über
24
Monate
über
36
Monate
Insgesamt
Gesamt 75.063 117.644 74.174 19.805 13.276 8.535 3.245 859 192.707
darunter:
Syrien 21.860 20.396 12.027 2.137 1.342 907 444 69 42.256
Afghanistan 12.399 24.209 15.310 3.308 2.347 1.620 481 73 36.608
Türkei 13.069 21.420 14.678 3.035 1.755 916 253 115 34.489
Irak 2.663 6.091 4.355 2.055 1.566 1.226 495 145 8.754
Iran 2.244 6.208 3.870 1.051 676 434 206 84 8.452
Russische
Föderation
1.945 2.988 1.792 364 241 147 60 18 4.933
Georgien 1.990 2.879 1.637 434 284 144 20 4 4.869
Somalia 1.416 2.756 1.696 759 541 376 168 19 4.172
Ungeklärt 852 1.986 1.335 556 418 304 162 41 2.838
Eritrea 791 2.038 1.365 347 226 148 66 11 2.829
Zum Stand vom 31. August 2023 waren 192 707 Verfahren anhängig.
21. Wie viele Asylverfahren waren nach Einschätzung des BAMF bereits
länger anhängig als dies nach EU-Recht zulässig ist (Artikel 31 Absatz 5
der Asylverfahrensrichtlinie 2013/32/EU sieht eine maximale Frist von
21 Monaten nach Antragstellung vor, die Regelfrist nach Artikel 31
Absatz 3 beträgt hingegen sechs Monate, Ausnahmen sind unter Umständen
möglich; bitte auch nach den wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren), was folgt konkret aus der Überschreitung der unionsrechtlich
maximal zulässigen Verfahrensdauer, und ist eine Ausreise der Betroffenen in
solchen Fällen überhaupt noch zumutbar, wenn Schutzsuchende ohne
eigenes Verschulden übermäßig lange auf eine Entscheidung über ihr
Asylgesuch warten müssen (bitte ausführen)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Anzahl anhängiger Verfahren älter als 21 Monate ab Antragsdatum
31.08.2023
Staatsangehörigkeiten gesamt 5.532
darunter:
Afghanistan 1.024
Irak 890
Syrien 635
Türkei 513
Iran 294
Nigeria 270
Somalia 261
Ungeklärt 237
Russische Föderation 96
Eritrea 91
Der zeitnahe Abschluss der betreffenden Verfahren liegt auch im Interesse des
BAMF und die gesetzlichen Bearbeitungsfristen sind auch in den
Weisungsinstrumenten abgebildet. Es wird darauf hingewiesen, dass unter anderem auch
Sachverhaltsaufklärungen, die den Antragstellenden oder anderen
Verfahrensbeteiligten als dem BAMF obliegen, die Dauer eines Verfahrens im Einzelfall
beeinflussen können; beispielsweise das Einreichen von ärztlichen
Bescheinigungen im Asylverfahren.
Die asylrechtliche Entscheidung des BAMF wird auf Basis der die
Voraussetzungen für die Schutzgewährung festlegenden Rechtsnormen des AsylG
getroffen. Das Vorliegen dieser Voraussetzungen wird auch in Verfahren geprüft, in
denen die Frist im Sinne von § 24 Absatz 7 AsylG bzw. Artikel 31 Absatz 5 der
Richtlinie 2013/32 überschritten ist. Weder das AsylG noch die Richtlinie
2013/32 sehen vor, dass die 21 Monate überschreitende Verfahrensdauer beim
BAMF oder auch eine lange Gesamtverfahrensdauer nach Einlegung von
Rechtsmitteln gegen die Entscheidung des BAMF zur Unzumutbarkeit einer
Ausreise führt, zumal das EU-Recht keine maximalen Verfahrensdauern bei der
gerichtlichen Überprüfung von Asylentscheidungen vorsieht.
22. Wie lange war im ersten Halbjahr 2023 die durchschnittliche Dauer vom
Datum der Einreise (wie im System MARiS des BAMF nach
Selbstauskunft der Asylsuchenden gespeichert) bis zur formellen
Asylantragstellung (bitte jeweils auch nach den zehn wichtigsten Herkunftsstaaten
differenzieren)?
Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass die Daten keine Aussagen etwa zur
Gesamtverfahrensdauer von Asylverfahren zulassen, da im Einzelfall der
Asylantrag nicht unmittelbar nach der Einreise gestellt worden ist und mitunter
längere Zeitabstände zwischen Einreise und Asylantragstellung liegen. Die
Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Staatsangehörigkeit Januar – Juni 2023 (Dauer in
Monaten)
Gesamt 4,4
darunter:
Syrien 5,7
Afghanistan 2,8
Türkei 3,3
Iran 2,8
Irak 5,5
Georgien 2,9
Russische Föderation 3,7
Somalia 4,2
Eritrea 6,8
Ungeklärt 7,9
23. Wirkt die Bundesregierung auf die Bundesländer dahin gehend ein,
AnkER- und funktionsgleiche Einrichtungen wieder aufzulösen, weil die
durchschnittliche Asylverfahrensdauer dort länger als im allgemeinen
Durchschnitt ist, obwohl deren Einführung mit angeblich schnelleren
Verfahren begründet worden war (siehe Vorbemerkung der Fragesteller
und vgl. Antwort zu Frage 6 auf Bundestagsdrucksache 20/6052), und
wenn ja, wie?
Nein.
24. Welche Angaben kann die Bundesregierung machen zur absoluten Zahl,
zum Anteil (an allen Verfahren) und zu inhaltlichen Entscheidungen bei
beschleunigten Asylverfahren nach § 30a AsylG im ersten Halbjahr 2023
(bitte, soweit möglich, nach Standorten, den zehn wichtigsten
Herkunftsländern, allen sicheren Herkunftsstaaten, Algerien, Marokko, Tunesien,
Moldau und Georgien differenzieren; bitte wie in der Antwort zu Frage
17 auf Bundestagsdrucksache 19/30711 darstellen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
1.
H
al
bj
ah
r
20
23
A
sy
la
nt
rä
ge
da
vo
n
E
rs
tan
tr
äg
e
da
vo
n
Fo
lg
ean
tr
äg
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
in
sg
es
am
t
A
sy
lb
er
ec
ht
ig
un
g
A
rt
1
6a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
sc
hu
tz
§
3
I A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
I
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sv
er
bo
t
§
60
V
/V
II
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
ng
en
so
ns
tig
e
Ve
rf
ah
re
ns
er
le
-
di
gu
ng
en
A
lle
S
ta
at
sa
ng
ehö
rig
en
16
2.
27
1
15
0.
16
6
12
.1
05
13
2.
74
7
92
4
20
.4
27
35
.2
35
11
.9
54
27
.5
41
36
.6
66
da
vo
n
si
ch
er
e
H
K
L
7.
84
1
4.
51
1
3.
33
0
7.
52
3
-
9
6
13
3.
66
0
3.
83
5
B
es
ch
le
un
ig
te
V
er
-
fa
hr
en
31
3
*
12
6
*
18
7
*
10
4
**
-
-
-
-
33
*
*
71
*
*
A
nt
ei
l B
es
ch
le
un
ig
-
te
V
er
fa
hr
en
in
%
0,
2
%
0,
1
%
1,
5
%
0,
1
%
-
-
-
-
0,
1
%
0,
2
%
*
Ve
rf
ah
re
n
w
ur
de
n
al
s b
es
ch
le
un
ig
te
s V
er
fa
hr
en
b
eg
on
ne
n,
*
*
Ve
rf
ah
re
n
w
ur
de
n
im
b
es
ch
le
un
ig
te
n
Ve
rf
ah
re
n
en
ts
ch
ie
de
n
B
es
ch
le
un
ig
te
V
er
fa
hr
en
:
1.
H
al
bj
ah
r
20
23
A
sy
la
nt
rä
ge
da
vo
n
Er
st
an
-
trä
ge
da
vo
n
Fo
lg
ea
nträ
ge
En
ts
ch
ei
du
ng
en
in
sg
es
am
t
A
sy
lb
er
ec
ht
ig
un
g
A
rt
16
a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
sc
hu
tz
§
3
I A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
I
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sv
er
bo
t
§
60
V
/V
II
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
ng
en
so
ns
tig
e
Ve
rf
ah
re
ns
er
le
di
-
gu
ng
en
In
sg
es
am
t
31
3
*
12
6
*
18
7
*
10
4
**
-
-
-
-
33
*
*
71
*
*
da
vo
n
A
lb
an
ie
n
20
17
3
6
-
-
-
-
3
3
B
os
ni
en
u
nd
H
er
-
ze
go
w
in
a
4
-
4
3
-
-
-
-
-
3
K
os
ov
o
3
1
2
1
-
-
-
-
-
1
N
or
dm
az
ed
on
ie
n
13
5
61
74
57
-
-
-
-
12
45
Se
rb
ie
n
81
28
53
35
-
-
-
-
17
18
G
ha
na
4
3
1
-
-
-
-
-
-
-
Se
ne
ga
l
1
-
1
-
-
-
-
-
-
-
A
lg
er
ie
n
1
-
1
-
-
-
-
-
-
-
M
ar
ok
ko
3
1
2
-
-
-
-
-
-
-
Tu
ne
si
en
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
M
ol
da
u
7
-
7
-
-
-
-
-
-
-
G
eo
rg
ie
n
18
12
6
2
-
-
-
-
1
1
Sy
rie
n
6
1
5
-
-
-
-
-
-
-
A
fg
ha
ni
st
an
3
-
3
-
-
-
-
-
-
-
Tü
rk
ei
1
-
1
-
-
-
-
-
-
-
Ir
an
1
-
1
-
-
-
-
-
-
-
Ir
ak
2
-
2
-
-
-
-
-
-
-
R
us
s.
Fö
de
ra
tio
n
13
-
13
-
-
-
-
-
-
-
So
m
al
ia
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Er
itr
ea
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
U
ng
ek
lä
rt
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
So
ns
tig
e
9
1
8
-
-
-
-
-
-
-
*
Ve
rf
ah
re
n
w
ur
de
a
ls
b
es
ch
le
un
ig
te
s V
er
fa
hr
en
b
eg
on
ne
n,
*
*
Ve
rf
ah
re
n
w
ur
de
n
im
b
es
ch
le
un
ig
te
n
Ve
rf
ah
re
n
en
ts
ch
ie
de
n
1.
H
al
bj
ah
r
20
23
na
ch
A
uß
en
st
el
le
n
A
sy
la
nt
rä
ge
da
vo
n
E
rs
ta
ntr
äg
e
da
vo
n
Fo
lg
ea
ntr
äg
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
in
sg
es
am
t
A
sy
lb
er
ec
ht
ig
un
g
A
rt
1
6a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
sc
hu
tz
§
3
I A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
I
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sv
er
bo
t
§
60
V
/V
II
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
ng
en
so
ns
tig
e
Ve
rf
ah
re
ns
er
le
di
-
gu
ng
en
In
sg
es
am
t
31
3
*
12
6
*
18
7
*
10
4
**
-
-
-
-
33
*
*
71
*
*
A
S
B
am
be
rg
in
A
nkE
R
75
3
72
1
-
-
-
-
-
1
A
S
M
ön
ch
en
gl
ad
-
ba
ch
im
A
Z
23
8
12
3
11
5
10
3
-
-
-
-
33
70
*
Ve
rf
ah
re
n
w
ur
de
a
ls
b
es
ch
le
un
ig
te
s V
er
fa
hr
en
b
eg
on
ne
n,
*
*
Ve
rf
ah
re
n
w
ur
de
n
im
b
es
ch
le
un
ig
te
n
Ve
rf
ah
re
n
en
ts
ch
ie
de
n
25. Welche Angaben kann die Bundesregierung machen zur absoluten Zahl,
zum Anteil (an allen Verfahren) und zu inhaltlichen Entscheidungen bei
Verfahren, die in Anker- bzw. funktionsgleichen Einrichtungen (bitte
differenzieren) im ersten Halbjahr 2023 abgeschlossen wurden (bitte
jeweils auch nach Bundesländern sowie den zehn wichtigsten
Herkunftsländern, allen sicheren Herkunftsstaaten, Algerien, Marokko, Tunesien,
Moldau und Georgien differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
1.
H
al
bj
ah
r
20
23
A
sy
la
nt
rä
ge
da
vo
n
E
rs
ta
ntr
äg
e
da
vo
n
Fo
lg
ea
ntr
äg
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
in
sg
es
am
t
A
sy
lb
er
ec
ht
ig
un
g
A
rt
1
6a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
sc
hu
tz
§
3
I A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
I
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sv
er
bo
t
§
60
V
/V
II
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
ng
en
So
ns
tig
e
Ve
rf
ah
re
ns
er
le
di
-
gu
ng
en
Ve
rf
ah
re
n
ge
sa
m
t
16
2.
27
1
15
0.
16
6
12
.1
05
13
2.
74
7
92
4
20
.4
27
35
.2
35
11
.9
54
27
.5
41
36
.6
66
da
vo
n
A
nk
ER
-E
in
ric
ht
un
-
ge
n
23
.6
65
22
.1
74
1.
49
1
13
.7
88
10
5
1.
83
2
5.
60
3
1.
21
5
3.
47
6
1.
55
7
A
nt
ei
l i
n
%
14
,6
%
14
,8
%
12
,3
%
10
,4
%
11
,4
%
9,
0
%
15
,9
%
10
,2
%
12
,6
%
4,
2
%
da
vo
n
Fu
nk
tio
ns
-
gl
ei
ch
e
Ei
nr
ic
ht
un
-
ge
n
30
.0
44
27
.3
58
2.
68
6
18
.5
88
12
2
3.
18
2
6.
24
1
2.
15
8
4.
73
4
2.
15
1
A
nt
ei
l i
n
%
18
,5
%
18
,2
%
22
,2
%
14
,0
%
13
,2
%
15
,6
%
17
,7
%
18
,1
%
17
,2
%
5,
9
%
1.
H
al
bj
ah
r
20
23
A
sy
la
nt
rä
ge
da
vo
n
E
rs
ta
ntr
äg
e
da
vo
n
Fo
lg
ea
ntr
äg
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
in
sg
es
am
t
A
sy
lb
er
ec
ht
ig
un
g
A
rt
1
6a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
sc
hu
tz
§
3
I A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
I
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sv
er
bo
t
§
60
V
/V
II
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
ng
en
So
ns
tig
e
Ve
rf
ah
re
ns
er
le
di
-
gu
ng
en
A
nk
ER
-E
in
ric
htu
ng
en
n
ac
h
Lä
nde
r g
es
am
t
23
.6
65
22
.1
74
1.
49
1
13
.7
88
10
5
1.
83
2
5.
60
3
1.
21
5
3.
47
6
1.
55
7
B
ad
en
-W
ür
tte
m
-
be
rg
33
31
2
88
16
28
13
23
8
B
ay
er
n
18
.6
49
17
.3
92
1.
25
7
9.
82
3
82
1.
31
9
3.
91
5
1.
00
2
2.
22
5
1.
28
0
B
er
lin
5
3
2
11
4
6
1
B
ra
nd
en
bu
rg
2
-
2
-
-
-
-
-
-
-
B
re
m
en
-
-
-
1
-
-
-
-
1
-
H
am
bu
rg
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
H
es
se
n
4
4
-
5
-
1
-
-
3
1
M
ec
kl
en
bu
rg
-
Vo
rp
om
m
er
n
1
1
-
4
-
-
-
1
3
-
N
ie
de
rs
ac
hs
en
10
2
8
6
-
-
-
1
2
3
N
or
dr
he
in
-W
es
tfa
le
n
7
4
3
27
-
3
1
1
17
5
R
he
in
la
nd
-P
fa
lz
17
16
1
28
-
10
5
4
9
-
Sa
ar
la
nd
2.
02
6
1.
96
1
65
1.
55
0
6
25
7
99
1
48
19
6
52
Sa
ch
se
n
2.
71
4
2.
57
6
13
8
2.
09
6
17
17
8
59
9
12
9
97
6
19
7
Sa
ch
se
n-
A
nh
al
t
2
-
2
12
5
-
48
58
15
2
2
Sc
hl
es
w
ig
-H
ol
-
st
ei
n
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Th
ür
in
ge
n
3
3
-
3
-
-
2
1
-
-
U
nb
ek
an
nt
19
2
18
1
11
21
-
-
-
-
13
8
1.
H
al
bj
ah
r
20
23
A
sy
lan
tr
äg
e
da
vo
n
E
rs
ta
ntr
äg
e
da
vo
n
Fo
lg
ea
ntr
äg
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
in
sg
es
am
t
A
sy
lb
er
ec
ht
ig
un
g
A
rt
1
6a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
sc
hu
tz
§
3
I A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
I
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sv
er
bo
t
§
60
V
/V
II
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
ng
en
so
ns
tig
e
Ve
rf
ah
re
ns
er
le
di
-
gu
ng
en
Fu
nk
tio
ns
gl
ei
ch
e
Ei
nr
ic
ht
un
ge
n
na
ch
Lä
nd
er
g
es
am
t
30
.0
44
27
.3
58
2.
68
6
18
.5
88
12
2
3.
18
2
6.
24
1
2.
15
8
4.
73
4
2.
15
1
B
ad
en
-W
ür
tte
m
-
be
rg
7.
96
4
7.
13
7
82
7
3.
59
1
28
57
0
68
8
29
5
1.
30
5
70
5
B
ay
er
n
11
6
5
16
1
4
2
1
6
2
B
er
lin
15
5
10
29
3
5
2
6
7
6
B
ra
nd
en
bu
rg
4.
60
7
4.
23
8
36
9
2.
29
3
21
32
5
1.
24
0
93
37
2
24
2
B
re
m
en
2
-
2
8
-
1
3
-
1
3
H
am
bu
rg
4.
01
5
3.
72
2
29
3
2.
83
1
13
70
9
63
0
63
1
56
6
28
2
H
es
se
n
7
4
3
18
1
4
4
4
3
2
M
ec
kl
en
bu
rg
-V
or
-
po
m
m
er
n
2.
74
4
2.
56
1
18
3
1.
71
7
13
36
7
43
8
19
3
47
3
23
3
N
ie
de
rs
ac
hs
en
35
27
8
15
8
-
14
7
16
10
7
14
N
or
dr
he
in
-W
es
tfa
-
le
n
10
7
3
28
-
9
5
-
9
5
R
he
in
la
nd
-P
fa
lz
6
-
6
79
1
32
4
28
7
7
Sa
ar
la
nd
-
-
-
1
-
-
1
-
-
-
Sa
ch
se
n
5.
06
7
4.
64
8
41
9
3.
90
5
19
41
1
1.
94
2
27
3
91
5
34
5
Sa
ch
se
n-
A
nh
al
t
40
34
6
13
8
-
23
55
13
46
1
Sc
hl
es
w
ig
-H
ol
st
ei
n
5.
51
1
4.
96
7
54
4
3.
77
0
22
70
8
1.
21
8
60
5
91
4
30
3
Th
ür
in
ge
n
1
1
2
-
-
2
-
-
-
U
nb
ek
an
nt
9
1
8
4
-
-
-
-
3
1
1.
H
al
bj
ah
r
20
23
A
sy
la
nt
rä
ge
da
vo
n
E
rs
ta
ntr
äg
e
da
vo
n
Fo
lg
ea
ntr
äg
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
in
sg
es
am
t
A
sy
lb
er
ec
ht
ig
un
g
A
rt
1
6a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
sc
hu
tz
§
3
I A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
I
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sv
er
bo
t
§
60
V
/V
II
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
ng
en
so
ns
tig
e
Ve
rf
ah
re
ns
er
le
di
-
gu
ng
en
A
nk
ER
-E
in
ric
htu
ng
en
g
es
am
t
23
.6
65
22
.1
74
1.
49
1
13
.7
88
10
5
1.
83
2
5.
60
3
1.
21
5
3.
47
6
1.
55
7
A
S
A
ug
sb
ur
g
in
A
nk
ER
2.
44
8
2.
31
5
13
3
86
5
12
20
2
88
87
29
8
17
8
A
S
B
am
be
rg
in
A
nk
ER
3.
31
2
3.
13
7
17
5
1.
52
2
17
97
51
8
40
53
5
31
5
A
S
D
eg
ge
nd
or
f
in
A
nk
ER
2.
33
0
2.
24
0
90
1.
49
7
17
74
1.
08
5
42
18
6
93
A
S
D
re
sd
en
in
A
nk
ER
2.
71
6
2.
57
9
13
7
2.
11
2
17
17
8
59
8
12
8
99
2
19
9
A
S
Le
ba
ch
in
A
nk
ER
, L
A
S
2.
04
5
1.
97
7
68
1.
64
7
6
27
8
1.
02
1
64
21
8
60
A
S
M
an
ch
in
g
in
A
nk
ER
2.
07
7
1.
94
6
13
1
1.
49
9
3
29
7
39
9
37
2
27
9
14
9
A
S
R
eg
en
sb
ur
g
in
A
nk
ER
1.
84
4
1.
72
0
12
4
1.
39
4
3
10
9
94
2
50
12
3
16
7
A
S
Sc
hw
ei
nf
ur
t
in
A
nk
ER
3.
11
0
2.
96
0
15
0
1.
26
0
16
36
8
24
7
36
4
15
3
11
2
A
S
Zi
rn
do
rf
in
A
nk
ER
3.
78
3
3.
30
0
48
3
1.
99
2
14
22
9
70
5
68
69
2
28
4
1.
H
al
bj
ah
r
20
23
A
sy
la
nt
rä
ge
da
vo
n
E
rs
ta
ntr
äg
e
da
vo
n
Fo
lg
ea
ntr
äg
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
in
sg
es
am
t
A
sy
lb
er
ec
ht
ig
un
g
A
rt
1
6a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
sc
hu
tz
§
3
I A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
I
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sv
er
bo
t
§
60
V
/V
II
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
ng
en
So
ns
tig
e
Ve
rf
ah
re
ns
er
le
di
-
gu
ng
en
Fu
nk
tio
ns
gl
ei
ch
e
Ei
nr
ic
ht
un
ge
n
ge
-
sa
m
t
30
.0
44
27
.3
58
2.
68
6
18
.5
88
12
2
3.
18
2
6.
24
1
2.
15
8
4.
73
4
2.
15
1
A
S
C
he
m
ni
tz
im
A
Z,
L
A
S
2.
86
0
2.
53
6
32
4
2.
32
3
8
23
0
89
7
17
2
75
8
25
8
A
S
Ei
se
nh
üt
te
nst
ad
t,
LA
S
4.
62
6
4.
24
3
38
3
2.
37
8
29
33
8
1.
27
3
10
4
37
9
25
5
A
S
H
am
bu
rg
im
A
Z,
L
A
S
4.
02
5
3.
73
1
29
4
2.
77
8
13
70
5
62
5
58
8
56
4
28
3
A
S
H
ei
de
lb
er
g
im
A
Z
7.
98
3
7.
14
3
84
0
3.
70
7
32
61
3
70
3
32
3
1.
32
1
71
5
A
S
Le
ip
zi
g
im
A
Z
2.
26
4
2.
15
3
11
1
1.
76
8
12
21
2
1.
12
1
11
1
22
0
92
A
S
N
eu
m
ün
st
er
,
LA
S
5.
52
2
4.
98
2
54
0
4.
19
7
22
74
2
1.
26
3
71
5
1.
13
0
32
5
A
S
N
os
to
rf
-H
or
st
,
LA
S
1.
14
2
1.
03
5
10
7
84
7
5
22
4
15
6
46
29
3
12
3
A
S
Sc
hw
er
in
im
A
Z
1.
62
2
1.
53
5
87
59
0
1
11
8
20
3
99
69
10
0
1.
H
al
bj
ah
r
20
23
A
sy
la
nt
rä
ge
da
vo
n
E
rs
ta
ntr
äg
e
da
vo
n
Fo
lg
ea
nt
rä
ge
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
in
sg
es
am
t
A
sy
lb
er
ec
ht
ig
un
g
A
rt
1
6a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
sc
hu
tz
§
3
I A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
I
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sv
er
bo
t
§
60
V
/V
II
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
ng
en
So
ns
tig
e
Ve
rf
ah
re
ns
er
le
di
gu
ng
en
A
nk
ER
-E
in
ric
ht
un
ge
n
na
ch
S
ta
at
sa
ng
eh
ör
ig
ke
ite
n
ge
sa
m
t
23
.6
65
22
.1
74
1.
49
1
13
.7
88
10
5
1.
83
2
5.
60
3
1.
21
5
3.
47
6
1.
55
7
da
ru
nt
er
Sy
rie
n
8.
39
8
82
52
14
6
6.
12
7
9
66
3
5.
31
7
27
2
10
9
A
fg
ha
ni
st
an
4.
59
4
44
73
12
1
1.
71
8
28
57
6
86
95
1
12
65
Tü
rk
ei
1.
38
0
13
11
69
81
6
10
91
5
2
58
6
12
2
Ir
ak
76
1
65
6
10
5
76
4
-
76
46
31
45
4
15
7
G
eo
rg
ie
n
78
7
72
8
59
47
9
-
-
-
2
35
6
12
1
Ir
an
79
6
72
7
69
23
7
4
51
2
1
13
5
44
N
or
dm
az
ed
on
ie
n
25
2
17
8
74
25
2
-
-
-
-
14
4
10
8
R
us
si
sc
he
F
öd
er
at
io
n
89
8
80
4
94
10
1
14
7
1
-
33
46
So
m
al
ia
42
0
37
8
42
24
0
1
96
28
85
9
21
U
ng
ek
lä
rt
20
4
19
1
13
15
9
4
70
18
5
41
21
Se
rb
ie
n
12
6
70
56
82
-
-
-
-
47
35
M
ol
da
u
30
9
15
2
15
7
36
1
-
-
-
1
15
1
20
9
A
lb
an
ie
n
97
79
18
84
-
-
-
-
67
17
A
lg
er
ie
n
15
8
13
3
25
85
-
3
-
-
38
44
M
ar
ok
ko
12
0
11
1
9
47
-
1
-
-
33
13
Tu
ne
si
en
33
7
32
5
12
14
7
-
5
-
-
97
45
B
os
ni
en
u
nd
H
er
ze
go
w
ina
88
64
24
57
-
-
-
-
34
23
K
os
ov
o
22
12
10
25
-
-
-
-
4
21
G
ha
na
22
20
2
11
-
-
-
-
5
6
M
on
te
ne
gr
o
8
7
1
6
-
-
-
-
5
1
Se
ne
ga
l
16
14
2
8
-
1
-
1
2
4
1.
H
al
bj
ah
r
20
23
A
sy
la
nt
rä
ge
da
vo
n
E
rs
ta
ntr
äg
e
da
vo
n
Fo
lg
ea
ntr
äg
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
in
sg
es
am
t
A
sy
lb
er
ec
ht
ig
un
g
A
rt
1
6a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
sc
hu
tz
§
3
I A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
I
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sv
er
bo
t
§
60
V
/V
II
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
ng
en
So
ns
tig
e
Ve
rf
ah
re
ns
er
le
di
-
gu
ng
en
Fu
nk
tio
ns
gl
ei
ch
e
na
ch
St
aa
ts
an
ge
hö
rig
ke
ite
n
G
es
am
t
30
.0
44
27
.3
58
2.
68
6
18
.5
88
12
2
3.
18
2
6.
24
1
2.
15
8
4.
73
4
2.
15
1
da
ru
nt
er
Sy
rie
n
6.
72
7
6.
56
0
16
7
6.
68
7
14
59
8
5.
92
8
36
1
11
0
A
fg
ha
ni
st
an
7.
08
2
6.
71
2
37
0
3.
66
2
30
1.
55
8
74
1.
84
8
50
10
2
Tü
rk
ei
3.
51
7
3.
32
6
19
1
1.
34
9
13
19
5
8
8
95
2
17
3
Ir
ak
1.
19
8
1.
04
1
15
7
95
9
-
69
44
35
66
7
14
4
G
eo
rg
ie
n
1.
04
4
91
3
13
1
81
4
-
4
-
2
64
7
16
1
Ir
an
1.
42
6
1.
26
7
15
9
44
4
11
13
1
10
5
21
2
75
N
or
dm
az
ed
on
ie
n
71
1
40
4
30
7
69
7
-
-
-
-
31
7
38
0
R
us
si
sc
he
F
öd
er
at
io
n
1.
37
9
1.
05
1
32
8
24
6
6
28
14
1
11
8
79
So
m
al
ia
39
5
34
6
49
29
0
-
13
8
21
97
12
22
U
ng
ek
lä
rt
39
2
35
3
39
26
8
11
12
9
28
2
55
43
Se
rb
ie
n
26
9
15
0
11
9
25
0
-
-
-
-
13
3
11
7
M
ol
da
u
72
71
1
42
-
-
-
-
41
1
A
lb
an
ie
n
17
1
13
7
34
14
8
-
-
-
1
89
58
A
lg
er
ie
n
21
7
17
3
44
10
7
-
2
-
-
55
50
M
ar
ok
ko
16
7
13
7
30
92
-
3
-
-
40
49
Tu
ne
si
en
30
9
26
5
44
18
2
3
2
-
-
10
8
69
B
os
ni
en
u
nd
H
er
ze
go
w
ina
13
6
83
53
10
1
-
-
-
-
46
55
K
os
ov
o
58
21
37
50
-
-
-
-
20
30
G
ha
na
43
34
9
26
-
-
-
-
11
15
M
on
te
ne
gr
o
26
18
8
19
-
-
-
1
14
4
Se
ne
ga
l
16
13
3
7
-
-
-
-
5
2
26. Wie viele der beschleunigten Asylverfahren nach § 30a AsylG wurden
im ersten Halbjahr 2023 innerhalb einer Woche, innerhalb von zwei
Wochen, innerhalb eines Monats, innerhalb von drei Monaten bzw.
innerhalb von sechs oder mehr als sechs Monaten entschieden (bitte auch nach
Bundesländern, Organisationseinheiten und den zehn wichtigsten
Herkunftsländern sowie allen sicheren Herkunftsstaaten differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Hinsichtlich der Aussagekraft der hier dargestellten Aufstellungen wird auf die
Antwort zu Frage 27 verwiesen.
1. Halbjahr 2023 1 bis
7 Tage
8 bis
14 Tage
15 bis
30 Tage
31 Tage
bis
180 Tage
älter als
180 Tage
(6 Monate)
Gesamt
Gesamt 82 22 - - - 104
Darunter:
Bayern 1 - - - - 1
Nordrhein-Westfalen 81 22 - - - 103
1. Halbjahr 2023
AS Bamberg in AnkER
1 bis
7 Tage
8 bis
14 Tage
15 bis
30 Tage
31 Tage
bis
180 Tage
älter als
180 Tage
(6 Monate)
Gesamt
Gesamt 1 - - - - 1
davon:
Georgien 1 - - - - 1
1. Halbjahr 2023
AS Mönchengladbach im
AZ
1 bis
7 Tage
8 bis
14 Tage
15 bis
30 Tage
31 Tage
bis
180 Tage
älter als
180 Tage
(6 Monate)
Gesamt
Gesamt 81 22 - - - 103
davon:
Albanien 6 - - - - 6
Bosnien und Herzegowina 3 - - - - 3
Georgien - 1 - - - 1
Kosovo 1 - - - - 1
Nordmazedonien 55 2 - - - 57
Serbien 16 19 - - - 35
27. Wie bewertet die Bundesregierung bzw. das BAMF (bitte differenzieren)
die Regelung der beschleunigten Asylverfahren nach § 30a AsylG
angesichts der nach Auffassung der Fragestellenden vergleichsweise geringen
Fallzahlen und der überwiegenden Überschreitung der gesetzlich
vorgegebenen Wochenfrist (siehe Vorbemerkung der Fragesteller, vgl. Antwort
zu Frage 23 auf Bundestagsdrucksache 20/6052)?
Das BAMF kann für bestimmte Fallkonstellationen das Asylverfahren in einer
Außenstelle, die einer besonderen Aufnahmeeinrichtung zugeordnet ist,
beschleunigt durchführen. Bei den angesprochenen Fallzahlen ist zu
berücksichtigen, dass nur wenige Länder besondere Aufnahmeeinrichtungen nach § 5
Absatz 5 AsylG eingerichtet haben.
Nach den Vorgaben des § 30a Absatz 2 AsylG muss in diesen Fällen innerhalb
der Wochenfrist nicht nur die Anhörung und eine ggf. erforderliche weitere
Sachaufklärung erfolgen, sondern auch der Bescheid zugestellt werden. Die
gesetzliche Frist stellt damit hohe organisatorische und personelle
Anforderungen. Kann das Verfahren nicht innerhalb dieser Frist entschieden werden, wird
es als nicht beschleunigtes Verfahren durchgeführt.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333