Aktuelle Preisentwicklung beim Zuckermarkt in Deutschland
der Abgeordneten Julian Schmidt, Stephan Protschka, Peter Felser, Danny Meiners, Christian Reck, Bernd Schattner, Bernd Schuhmann, Dr. Michael Blos, Steffen Janich, Enrico Komning, Dario Seifert, Lars Schieske, Stefan Schröder und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Der europäische Zuckermarkt mit aktuell sehr niedrigen Rübenzuckerpreisen ist nach Auffassung von Beobachtern auch durch innereuropäische Wettbewerbsverzerrungen zu Ungunsten der deutschen Rübenanbauer gekennzeichnet (www.topagrar.com/themen/zuckerruebe-12362780.html).
Durch die Öffnung des europäischen Zuckermarktes für Rohrzucker, insbesondere aus Südamerika, welcher teilweise nicht nach den europäischen Umwelt- und Sozialstandards produziert wird, soll es einen zusätzlichen erheblichen Preisdruck für den europäischen Rübenzucker gegeben haben. Durch zusätzliche Importquoten von bis zu ca. 180 000 Tonnen pro Jahr aus den MERCOSUR-Staaten droht ein weiterer Preisverfall im heimischen Markt (www.topagrar.com/markt/news/zuckermarkt-weiter-unter-druck-was-kommt-mit-mercosur-20022306.html).
Die Zuckerpreise sind seit 2023 um 38 Prozent gesunken und die Zuckerfabriken kürzen die Lieferrechte bei Zuckerrüben für 2026. 2025 mussten bereits fünf Zuckerfabriken in Europa schließen (www.topagrar.com/markt/news/preisverfall-auf-zuckermarkt-setzt-eu-erzeuger-unter-druck-20021737.html).
Die Zuckerrübenanbauverbände befürchten eine weitere Zuspitzung der Lage, empfehlen den Landwirte ihren Zuckerrübenanbau einzuschränken und befürchten weitere Zuckerrübenfabrikschließungen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen9
Sind der Bundesregierung Bedingungen, die von Beobachten als innereuropäische Wettbewerbsverzerrungen zu Ungunsten der deutschen Zuckerrübenanbauer bezeichnet werden, bekannt, und wenn ja, welche (www.dnz.de/aktuelles/presse/wettbewerbsfaehigkeit-im-ruebenanbau-nicht-gefaehrden)?
Sind Maßnahmen der Bundesregierung gegen die von Beobachtern als solche bezeichnete Wettbewerbsverzerrung geplant, und wenn ja, um welche Maßnahmen handelt es sich konkret?
Wie beurteilt die Bundesregierung die zukünftige Preisentwicklung beim Zucker in Europa durch den zusätzlichen Import von bis zu ca. 190 000 Tonnen pro Jahr Zucker aus den MERCOSUR-Staaten in Europa (www.zuckerverbaende.de/wp-content/uploads/2024/12/WVZ_PM_EU-Mercosur-Abkommen-1.pdf), und wie hoch sind die Importmengen von Zucker in Tonnen?
Hat sich die Bundesregierung zu dem Wunsch des EU-Agrarkommissars, die Billigimporte von Zucker aus den MERCOSUR-Staaten zu stoppen (www.topagrar.com/markt/news/eu-agrarkommissar-hansen-will-billigzucker-importe-stoppen-20022699.html), eine eigene Auffassung gebildet, und wie lautet diese ggf.?
Wenn preisstabilisierende Maßnahmen geplant sind (Verweis auf Frage 2), welche Mechanismen werden in diesem Zusammenhang angewendet, um die Situation für die deutschen Rübenbauer zu verbessern (z. B. Subventionen, Handelszölle, Interventionskäufe u. A.)?
Inwieweit beeinflussen nach Wissen der Bundesregierung die steigenden Kosten bei Energie, Arbeit, Düngemitteln sowie CO2-Bepreisung die Wettbewerbsfähigkeit des Zuckerrübenanbaus und der Zuckerproduktion in Europa und speziell in Deutschland?
Wie kann nach Wissen der Bundesregierung die sinkende Produktion von Zucker und der Rückgang der Anbauflächen in Deutschland gestoppt werden (https://lebensmittelpraxis.de/industrie-aktuell/45802-ernteprognose-2025-deutsche-zuckerproduktion-sinkt-um-5-prozent.html)?
Welche Maßnahmen zur Senkung der Produktionskosten im Zuckerrübenanbau in Deutschland sind nach Einschätzung der Bundesregierung möglich?
Welche Maßnahmen bzw. Sonderregelungen möchte die Bundesregierung ggf. ergreifen, um die weitere Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade als gefährlichen Schädling für den Zuckerrübenanbau in Deutschland zu reduzieren (www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/die-schilf-glasfluegelzikade-breitet-sich-rasant-aus)?