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Kleine AnfrageWahlperiode 21Noch nicht beantwortet

Entwicklung von Erzeugerkosten in der deutschen Landwirtschaft

Diese Kleine Anfrage von AfD gehört zur 21. Wahlperiode und hat den Stand „Noch nicht beantwortet“.

Fraktion

AfD

Datum

12.10.2026

Aktualisiert

14.10.2026

Offizielle Quellen und Volltext

Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.

Deutscher BundestagDrucksache 21/850512.10.2026

Entwicklung von Erzeugerkosten in der deutschen Landwirtschaft

der Abgeordneten Bernd Schattner, Stephan Protschka, Peter Felser, Danny Meiners, Christian Reck, Julian Schmidt, Bernd Schuhmann, Dr. Michael Blos, Steffen Janch, Enrico Komning, Dario Seifert, Lars Schieske, Stefan Schröder und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Die Stimmung auf den deutschen landwirtschaftlichen Betrieben hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Wie die Landwirtschaftliche Rentenbank in ihrem aktuellen Agrarbarometer für den Sommer 2026 mitteilt, sank der Geschäftsklima-Index auf -2,9 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit Juni 2016. Zum Vergleich: Noch im März 2026 lag der Wert bei -2,6 Punkten. Hauptverantwortlich für die gedrückte Stimmung sind laut der Umfrage die massiven Kostensteigerungen, insbesondere bei Energierohstoffen und Düngemitteln. Während 66 Prozent der unzufriedenen Landwirte die hohen Betriebsmittel- und Energiepreise als Hauptgrund nennen, klagen 39 Prozent über zu niedrige Verkaufspreise für pflanzliche Erzeugnisse. Die landwirtschaftlichen Betriebe in Schleswig-Holstein geraten zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Die Produktion heimischer Erdbeeren, Spargel und Gemüse und damit die Arbeitsplatzsicherheit ist jedoch nur unter tragfähigen Rahmenbedingungen möglich, betont der Bauernverband. Und fester Bestandteil bei der Erzeugung regionaler Lebensmittel sind Saisonarbeiter. In Schleswig-Holstein sind jährlich rund 11.000 Saisonarbeitskräfte im Einsatz. Bis zu 80 Prozent der Arbeit erfolgt per Hand. Ein typischer Spargel- oder Erdbeerbetrieb benötigt in der Hochsaison bis zu 150 Arbeitskräfte gleichzeitig. Fällt dieses Personal weg oder wird unbezahlbar, bleibt die Ernte liegen – mit direkten Folgen für Angebot, Preise und Importabhängigkeit (www.topagrar.com/betriebsleitung/news/hofe-am-limit-kosten-bei-obst-und-gemusebetrieben-explodieren-20024995.html).

Die Betriebe müssen die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro pro Stunde, Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung mit rund 20 Prozent zusätzlich, Unterkunftskosten, Kosten für Organisation, Transport und Verwaltung stemmen. Betriebsmittel wie Dünger und Kraftstoff sind noch nicht mit eingerechnet. Auch der zunehmende Druck durch Importware belastet die Betriebe laut dem Bauernverband aus Rendsburg massiv. Und wenn das Wetter nicht mitspielt, gilt es, Verluste auszugleichen. In Norddeutschland bereits seien Flächenrückgänge im Erdbeeranbau von bis zu 15 Prozent zu verzeichnen, weil Betriebe aufgeben. Die Kostenbelastung der Betriebe sei sehr hoch und wird zur Existenzfrage, so der Verband (www.agrarheute.com/management/agribusiness/miese-stimmung-allem-ackerbau-66-landwirte-beklagen-kostenexplosion-641958).

Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen11

1

Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, wie sich die Preise für Mineraldünger in der Landwirtschaft in den letzten 20 Jahren entwickelt haben (https://markt.agrarheute.com/duengemittel/) (wenn ja, bitte Preis je Tonne Kalkammonsalpeter, Diammonphosphat, Harnstoff, Kieserit, Schwefelsauerer Ammoniumphosphat angeben)?

2

Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, wie sich die Dieselpreise in den letzten 20 Jahren entwickelt haben (https://energie.baywa.de/mobilitaet/dieselkraftstoffe/dieselpreisrechner/suche/diesel/) (wenn ja, bitte auch die Entwicklung der Steueranteile in Euro pro Liter angeben)?

3

Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, wie sich die Pflanzenschutzmittelpreise in den letzten 20 Jahren entwickelt haben (www.schweiger-handel.de/Pflanzenschutzpreisliste-Gross-2022.pdf) (wenn ja, bitte auch die Entwicklung von Zulassung und auslaufenden Präparaten angeben)?

4

Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, wie sich in den letzten 20 Jahren die Bürokratiekosten in der Landwirtschaft entwickelt haben (www.agrarheute.com/politik/buerokratie-kostet-landwirte-jaehrlich-ueber-400-millionen-euro-621825) (wenn ja, bitte die Entwicklung des Bürokratieindex angeben)?

5

Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, wie sich die Durchschnittslöhne auf den landwirtschaftlichen Betrieben in den letzten 20 Jahren entwickelt haben (www.azubiyo.de/azubi-wissen/landwirtschaft-mindestlohn/) (bitte Löhne von Azubis, Angestellten und Rentnern angeben)?

6

Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, wie sich die Reparaturkosten von landwirtschaftlichen Maschinen in den letzten 20 Jahren entwickelt haben (wenn ja, bitte ausführen; www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/beratung/pdf/erfahrungssaetze-rh.pdf)?

7

Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, wie sich die Anschaffungskosten von landwirtschaftlichen Maschinen in den letzten 20 Jahren entwickelt haben (www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Weitere_Steuerthemen/Betriebspruefung/AfA-Tabellen/AfA-Tabelle_Landwirtschaft-und-Tierzucht.html)?

8

Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, wie sich die Stallbau- und landwirtschaftlichen Gebäudekosten in den letzten 20 Jahren entwickelt haben (www.agrarheute.com/tier/rind/stallbau-immer-teurer-so-viel-zahlen-landwirte-pro-kuhplatz-636982)?

9

Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, wie sich die Kosten für landwirtschaftliche Lohnarbeit in den letzten 20 Jahren entwickelt haben (www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/beratung/pdf/erfahrungssaetze-rh.pdf)?

10

Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, wie sich die Tierarztkosten in den letzten 20 Jahren für Viehhalter in der Landwirtschaft entwickelt haben (www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/tierarzt-kosten-gebuehrenordnung-101.html)?

11

Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, wie sich die Kosten für die landwirtschaftlichen Sozialversicherungen in den letzten 20 Jahren entwickelt haben (www.agrarheute.com/management/finanzen/svlfg-sparen-sagt-bundesrechnungshof-immer-weniger-landwirte-zahlen-642882) (bitte Kranken-, Alterskasse und Berufsgenossenschaft extra auflisten)?

Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt.

Berlin, den 25. September 2026

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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