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Kleine AnfrageWahlperiode 21Noch nicht beantwortet

Rendite deutscher Entwicklungszusammenarbeit auf Exporte und Beschäftigung in Deutschland

Diese Kleine Anfrage von AfD gehört zur 21. Wahlperiode und hat den Stand „Noch nicht beantwortet“.

Fraktion

AfD

Datum

13.10.2026

Aktualisiert

15.10.2026

Offizielle Quellen und Volltext

Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.

Deutscher BundestagDrucksache 21/851813.10.2026

Rendite deutscher Entwicklungszusammenarbeit auf Exporte und Beschäftigung in Deutschland

der Abgeordneten Dr. Alexander Wolf, Rocco Kever, Matthias Rentzsch, Johann Martel, Martina Uhr, Dr. Espendiller, Dr. Malte Kaufmann, Uwe Schulz und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Die WELT berichtete am 24. August 2026 unter der Überschrift „Jeder Euro Entwicklungshilfe bringt laut Studie 2,50 Euro Exporte“ über eine aktuelle Untersuchung der Universität Göttingen (www.welt.de/wirtschaft/article6a8c1784c08bf8a3201884e1/universitaet-goettingen-jeder-euro-entwicklungshilfe-bringt-laut-studie-2-50-euro-exporte.html). Danach gehe jeder Euro deutscher Entwicklungszusammenarbeit mit rund 2,50 Euro zusätzlichen deutschen Exporten einher. Die dadurch ausgelösten zusätzlichen Exporte sollen zudem die Außenwirtschaft stärken und dazu beitragen, rund 380.000 Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen beziehungsweise zu sichern.

Grundlage dieser Angaben ist die im Juli 2026 veröffentlichte empirische Analyse „More than meets the port: Donor export effects of foreign aid revisited“ von Inmaculada Martínez-Zarzoso und Jonathan Lessing (https://uni-goettingen.de/de/document/download/b9f5c510d590a250623fd559fe069313.pdf/DB258.pdf). Untersucht werden darin die Auswirkungen bilateraler Entwicklungszusammenarbeit auf Waren- und Dienstleistungsexporte für fünf europäische Geberländer im Zeitraum von 2005 bis 2024. Die KfW und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben die genannten Ergebnisse zustimmend öffentlich aufgegriffen (www.bmz.de/de/aktuelles/aktuelle-meldungen/studie-universitaet-goettingen-entwicklungszusammenarbeit-323558).

Eine andere im Oktober 2024 von der KfW beauftragte Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Göttingen hatte demgegenüber für Deutschland noch einen Exporteffekt von lediglich 0,36 USD je 1 USD Entwicklungszusammenarbeit sowie rund 139.000 dadurch gesicherte Arbeitsplätze ausgewiesen (vgl. www.kfw-entwicklungsbank.de/PDF/Download-Center/PDF-Dokumente/Development-Research/2024_10_28_EK_Deutsche_EZ_-_Wie_wirkt_sie_sich_auf_deutsche_Exporte_und_Besch%C3%A4ftigung_aus.pdf). Die Untersuchungszeiträume beider Studien weisen erhebliche Überschneidungen auf.

Aus Sicht der Fragesteller besteht daher ein parlamentarisches Interesse zu erfahren, auf welcher empirischen Grundlage die Bundesregierung die wirtschaftlichen Auswirkungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit auf die Außenwirtschaft bewertet und inwieweit die genannten Ergebnisse durch eigene Erkenntnisse oder Evaluationen der Bundesregierung bestätigt werden.

Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen6

1

Welche eigenen Untersuchungen oder Evaluationen hat die Bundesregierung zum kausalen Zusammenhang zwischen Ausgaben für deutsche Entwicklungszusammenarbeit und zusätzlichen deutschen Waren- und Dienstleistungsexporten gegebenenfalls vorgenommen, und zu welchen Ergebnissen kommen diese?

2

Welche der beiden stark voneinander abweichenden Ergebnisse zur Rendite der deutschen Entwicklungshilfe der Universität Göttingen, die sowohl von der KfW als auch von der Bundesregierung positiv aufgegriffen wurden, hält die Bundesregierung für plausibler und wie erklärt sie sich die gravierenden Unterschiede der Ergebnisse beider Untersuchungen?

3

Kann die Bundesregierung bestätigen, dass durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit rund 380.000 Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen beziehungsweise gesichert worden seien, und wie viele davon wurden nach Kenntnis der Bundesregierung neu geschaffen und wie viele gesichert (vgl. Vorbemerkung)?

4

In welcher Weise waren die KfW, die KfW IPEX-Bank, das BMZ oder andere Bundesressorts an der Beauftragung, Finanzierung, Datenbereitstellung, wissenschaftlichen Begleitung oder Veröffentlichung der beiden in der Vorbemerkung erwähnten Studien der Universität Göttingen beteiligt, und welche Maßnahmen wurden zur Sicherstellung der wissenschaftlichen Unabhängigkeit getroffen, auch vor dem Hintergrund, dass der Mitautor Jonathan Lessing nach Angaben der Universität Göttingen bei der KfW IPEX-Bank beschäftigt und zugleich externer Doktorand der Universität Göttingen sei (vgl. www.uni-goettingen.de/de/691425.html)?

5

Inwieweit berücksichtigt die Bundesregierung die Ergebnisse der aktuellen Studie der Universität Göttingen (2026; 2,50 Euro Rendite; 380.000 Arbeitsplätze) gegebenenfalls bei aktuellen oder zukünftigen Entscheidungen über die Höhe und Struktur des Bundeshaushalts für Entwicklungszusammenarbeit sowie bei Überlegungen, die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit ganz oder teilweise von den Regelungen der Schuldenbremse auszunehmen?

6

Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung gegebenenfalls darüber vor, in welchem Umfang andere bedeutende Geberländer, z. B. Großbritannien, Japan und die Vereinigten Staaten von Amerika, im Vergleich zu Deutschland wirtschaftliche Rückflüsse (Handelsgewinne, Beschaffungsaufträge) aus ihrer jeweiligen Entwicklungshilfe erzielen?

Berlin, den 9. Oktober 2026

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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