[Deutscher Bundestag Drucksache 17/5806
17. Wahlperiode 09. 05. 2011 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Paul Schäfer (Köln), Jan van Aken,
Andrej Hunko, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 17/5645 –
Umsetzung der Wehrpflicht im Jahr 2010
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Mit der Annahme des Wehrrechtsänderungsgesetzes 2011 wird die Wehrpflicht
ab dem 1. Juli 2011 ausgesetzt. Zum 3. Januar 2011 sind zum vorerst letzten
Mal Wehrpflichtige zu einem Grundwehrdienst einberufen worden. In Zukunft
soll Männern wie Frauen die Möglichkeit eines freiwilligen Wehrdienstes
angeboten werden. Ausschlaggebend für die Entscheidung des Bundesministeriums
der Verteidigung, die Wehrpflicht auszusetzen, waren nicht der
Zwangsdienstcharakter der Wehrpflicht, sondern die von der Bundesregierung beschlossenen
Sparvorgaben für den Verteidigungshaushalt, die auch eine Verkleinerung des
Personals notwendig machen.
Insgesamt war von Seiten der Bundesregierung bis zuletzt eine breite
gesellschaftliche Diskussion über die Wehrpflicht nicht gewünscht. Dies spiegelt sich
auch in der bisherigen Informationspolitik der Bundesregierung wider. Obwohl
die mit der Wehrpflicht verbundenen Zwangsdienste (Grundwehrdienst und
Zivildienst) und Zwangspflichten (u. a. Informationspflicht, Musterung,
Genehmigungspflicht für Auslandsaufenthalte) die Lebensplanung von mehreren
Millionen Bürgern in Deutschland beschnitten und massiv in ihre Grundrechte
eingegriffen haben, war die Bundesregierung nicht bereit, transparent über die
Umsetzung der Wehrpflicht zu informieren und Rechenschaft abzulegen.
Obwohl zum Beispiel eine allgemeine Ausschöpfung der männlichen
Geburtenjahrgänge seit vielen Jahren nicht mehr gewährleistet werden konnte, hat die
Bundesregierung immer wieder behauptet, dass ein Verstoß gegen das Gebot
der Wehrgerechtigkeit nicht gegeben sei. Erst im Herbst 2010 hat der damalige
Bundesminister der Verteidigung Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (z. B. in
der FAZ vom 15. September 2010) diesen Missstand öffentlich eingeräumt. Die
Bundesregierung war auch nicht bereit und in der Lage, Rechenschaft über die
Folgen des Zwangsdienstes für die Betroffenen abzulegen. Bis heute liegen
keine Angaben über die seit 1957 im Dienst ums Leben gekommenen
Wehrpflichtigen vor, genauso wenig, wie es Angaben darüber gibt, wie viele
Wehrpflichtige sich aufgrund ihres erzwungenen Militärdienstes das Leben
genommen haben (siehe Bundestagsdrucksache 16/13808).
Vo r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung tritt entschieden der Behauptung entgegen, sie würde
nicht transparent über die Umsetzung der Wehrpflicht informieren. In den Bun- Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Verteidigung vom 5. Mai 2011
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/5806 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodedestagsdrucksachen 16/760, 16/1771, 16/5578, 16/8637, 16/12522 und 17/1281
hat sie zur Umsetzung der Wehrpflicht in den Jahren 2005, 2006, 2007, 2008
und 2009 ausführlich Stellung genommen.
Die allgemeine Wehrpflicht stellt einen erheblichen Grundrechtseingriff dar.
Ihre Ausgestaltung und Durchführung war deshalb regelmäßig auf
Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit zu überprüfen. Insbesondere vor dem
Hintergrund der veränderten sicherheits- und verteidigungspolitischen Lage sind
künftig die mit gesetzlichen Pflichtdiensten verbundenen Grundrechtseingriffe
nicht mehr zu rechtfertigen. Die verpflichtende Einberufung zum
Grundwehrdienst wird deshalb mit Wirkung vom 1. Juli 2011 ausgesetzt. Gleichzeitig wird
der im Wehrpflichtgesetz (WPflG) angelegte Freiwillige Wehrdienst
fortentwickelt. Auf diese Weise sollen Freiheit und Verantwortung neu austariert und
die Bindung zwischen Bevölkerung und Bundeswehr aufrechterhalten werden.
Die Bundesregierung setzt zur Stärkung der Verantwortung aller Bürger für das
Gemeinwohl künftig noch stärker auf das freiwillige Engagement. Deshalb
wird der Freiwillige Wehrdienst künftig auch für Frauen möglich sein. Erstmals
wird damit auch für den militärischen Bereich ein Angebot unterbreitet, für
einen Zeitraum von bis zu 23 Monaten staatsbürgerliche Verantwortung auf
freiwilliger Basis zu übernehmen.
Mit dem Gesetz zur Einführung eines Bundesfreiwilligendienstes, das am
2. Mai 2011 im Bundesgesetzblatt verkündet wurde, werden die
Freiwilligendienste in Deutschland insgesamt gestärkt. Ziel des Ausbaus der
Jugendfreiwilligendienste wie auch des neuen Bundesfreiwilligendienstes ist es, möglichst
vielen Menschen einen Einsatz für die Allgemeinheit und die positive
Erfahrung von bürgerschaftlichem Engagement zu ermöglichen. Der
Bundesfreiwilligendienst steht Frauen und Männern jeden Alters offen und bietet
Gelegenheit, wichtige persönliche und soziale Kompetenzen und Erfahrungen zu
sammeln bzw. zu vertiefen.
Der Bundesfreiwilligendienst und der Freiwillige Wehrdienst werden ab dem
1. Juli 2011 als Alternative die bereits bestehenden freiwilligen Dienste wie
z. B. das freiwillige soziale bzw. ökologische Jahr ergänzen.
1. Wie stark sind die einzelnen Jahrgänge 1983 bis 1987?
Angaben zu den männlichen Lebendgeborenen der Geburtsjahrgänge 1983 bis
1987 liegen nur für das frühere Bundesgebiet in der Abgrenzung nach der
deutschen Staatsangehörigkeit vor. Für die neuen Bundesländer und Berlin (Ost) ist
(bis zum Geburtsjahrgang 1990) nur die Zahl der männlichen Lebendgeborenen
ohne Untergliederung nach der Staatsangehörigkeit vorhanden. Die
nachstehende Tabelle enthält die Angaben zu den männlichen deutschen
Lebendgeborenen im früheren Bundesgebiet, den männlichen Lebendgeborenen in den
Neuen Bundesländern und Berlin (Ost) sowie eine Addition dieser Angaben.
Datenquelle: Statistisches Bundesamt
Geburtsjahrgang
Früheres
Bundesgebiet
Neue Bundesländer
und Berlin-Ost Deutschland
1983 273 492 120 184 393 676
1984 272 084 117 127 389 211
1985 272 405 117 195 389 600
1986 291 006 113 717 404 723
1987 296 068 116 012 412 080
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 3 – Drucksache 17/58062. Wie stark haben sich diese Jahrgänge verändert
a) durch Sterbefälle,
b) durch Wegzug aus der Bundesrepublik Deutschland,
c) durch Zuwanderung,
d) durch Einbürgerung?
3. Wie hoch ist demnach die Zahl der Wehrpflichtigen in den Jahrgängen
1983 bis 1987?
Die genaue Darstellung der Veränderung der Zahl der Angehörigen der
Geburtsjahrgänge 1983 bis 1987 nach den einzelnen aufgelisteten Positionen ist
nicht vollständig möglich. Angaben zu den Ab- und Zuwanderungen liegen für
die neuen Bundesländer in der benötigten Differenzierung nicht vor. Die
Einbürgerungszahlen enthalten auch die Einbürgerungen Deutscher (Aussiedler);
ein Nachweis nur der eingebürgerten Ausländer ist nicht möglich.
Die nachstehende Tabelle enthält die Angaben zu den männlichen deutschen
Lebendgeborenen von 1983 bis 1987 und stellt dem jeweiligen
Geburtsjahrgang die Anzahl der männlichen Deutschen am 31. Dezember 2009 (letzter
verfügbarer Stand des Statistischen Bundesamtes) gegenüber. Aus dieser
Gegenüberstellung ergibt sich die Veränderung der Geburtsjahrgänge insgesamt.
Datenquelle: Statistisches Bundesamt
* Angaben zu den männlichen deutschen Lebendgeborenen liegen (bis zum Geburtsjahrgang 1990) nur für das frühere Bundesgebiet in der
Abgrenzung nach der deutschen Staatsangehörigkeit vor. Für die neuen Bundesländer und Berlin (Ost) ist (bis zum Geburtsjahrgang 1990) nur die
Zahl der männlichen Lebendgeborenen einschließlich der Ausländer ohne Untergliederung nach der Staatsangehörigkeit vorhanden.
4. Wie hoch ist die Zahl der Wehrpflichtigen der Jahrgänge 1983 bis 1987
nach den Datenbeständen des Wehrersatzwesens (bitte jeweils zum Ende
eines Jahres und nach Jahrgängen getrennt aufführen)?
Mit Stand 31. Dezember 2010 werden in den Datenbeständen des
Wehrersatzwesens die Wehrpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1983 bis 1987 mit folgenden
Stärken nachgewiesen. Ein Vergleich mit den vorstehenden Daten (Fragen 2
und 3) ist nur bedingt möglich, da es sich um jeweils unterschiedliche
statistische Erhebungen handelt.
Geburtsjahrgang
Lebendgeborene
männliche Deutsche*
Männliche deutsche
Bevölkerung
am 31.12.2009
Veränderungen
bis 31.12.2009
gegenüber dem Geburtsjahr
1983 393 676 432 056 38 380
1984 389 211 429 699 40 488
1985 389 600 430 829 41 229
1986 404 723 445 872 41 149
1987 412 080 453 410 41 330
Geburtsjahrgang Jahrgangsstärke
1983 437 465
1984 435 898
1985 436 412
1986 451 151
1987 459 138
Drucksache 17/5806 – 4 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode5. Wie viele Wehrpflichtige sind wegen Wegzugs ohne Genehmigung nicht
erreichbar?
Mit Stand 31. Dezember 2010 sind Wehrpflichtige der Geburtsjahrgänge 1983
bis 1987 wegen Wegzugs ohne Genehmigung nicht erreichbar:
* einschließlich Ungemusterte.
6. Wie viele Erstuntersuchungen wurden im Kalenderjahr 2010
a) wehrdienstfähig (T1, T2),
b) vorübergehend nicht wehrdienstfähig (T4),
c) dauernd nicht wehrdienstfähig (T5) abgeschlossen?
Im Jahr 2010 wurden Erstuntersuchungen in folgendem Umfang durchgeführt:
* Erstuntersuchte mit abgeschlossener Gesundheitskarte (Wehrmedizinalstatistik)
7. Wie viele Wehrpflichtige der Jahrgänge 1983 bis 1994 (bitte
aufgeschlüsselt nach Jahrgängen) wurden bei der Erstuntersuchung
a) wehrdienstfähig (T1, T2),
b) wehrdienstfähig mit Einschränkungen in der Grundausbildung und für
bestimmte Tätigkeiten (T3),
c) wehrdienstfähig unter Freistellung von der Grundausbildung (T7),
d) vorübergehend nicht wehrdienstfähig (T4),
e) dauernd nicht wehrdienstfähig (T5) gemustert?
In den Statistiken des Wehrersatzwesens werden die Ergebnisse der
Erstmusterungen nicht festgeschrieben. Daher ist eine Unterscheidung von
Erstmusterungen und erneuten Musterungen nicht möglich. Die Musterungsstatistiken geben
immer den aktuellen Stand wieder (vgl. Antwort zu Frage 9). Die in der
Antwort zu Frage 6 dargestellten „Erstuntersuchungen“ entstammen einer anderen
Quelle (Wehrmedizinalstatistik) und werden nicht nach Geburtsjahrgängen
aufgeschlüsselt.
Geburtsjahrgang
Wegen Wegzugs ohne Genehmigung
nicht erreichbare Wehrpflichtige*
1983 341
1984 404
1985 575
1986 1 072
1987 1 272
Kalenderjahr insgesamt
Von 1 000 erstuntersuchten* Wehrpflichtigen erhielten den Tauglichkeitsgrad
Tauglichkeits-/Verwendungsgrad
Wehrdienstfähig
(voll
verwendungsfähig)
Wehrdienstfähig
(mit
Einschränkung
für bestimmte
Tätigkeiten)
vorübergehend
nicht
wehrdienstfähig
nicht
wehrdienstfähig
T1 T2 T4 T5
2010 390 493 30,9 490,5 56,6 422,0
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 5 – Drucksache 17/58068. Wie viele Musterungen wurden im Kalenderjahr 2010 mit welchen
Ergebnissen abgeschlossen?
Im Jahr 2010 wurden insgesamt 409 515 Musterungen (Erstmusterungen und
erneute Musterungen) durchgeführt. Davon wurden 399 214
Musterungsverfahren mit der Vergabe eines Tauglichkeits-/Verwendungsgrades abgeschlossen.
9. Wie viele Wehrpflichtige der Jahrgänge 1983 bis 1994 (bitte
aufgeschlüsselt nach Jahrgängen) waren am 31. Dezember 2010 noch
a) wehrdienstfähig (T1, T2),
b) wehrdienstfähig mit Einschränkungen in der Grundausbildung und für
bestimmte Tätigkeiten (T3),
c) wehrdienstfähig unter Freistellung von der Grundausbildung (T7),
d) vorübergehend nicht wehrdienstfähig (T4),
e) dauernd nicht wehrdienstfähig (T5) gemustert?
Nach dem Stand 31. Dezember 2010 ergibt sich für die Geburtsjahrgänge 1983
bis 1993* folgendes Bild:
* Angaben für den Geburtsjahrgang 1994 sind noch nicht in den Statistikbeständen des Wehrersatzwesens enthalten.
Kalenderjahr insgesamt
Abgeschlossene Musterungen
Tauglichkeits-/Verwendungsgrad
Wehrdienstfähig
(voll
verwendungsfähig)
Wehrdienstfähig
(mit
Einschränkung
für bestimmte
Tätigkeiten)
vorübergehend
nicht
wehrdienstfähig
nicht
wehrdienstfähig
T1 T2 T4 T5
2010 399 214 14 044 192 827 19 342 173 001
Geburtsjahrgang Wehrdienstfähig
Wehrdienstfähig
mit Einschränkung in
der Grundausbildung
und für bestimmte
Tätigkeiten
vorübergehend
nicht
wehrdienstfähig
nicht
wehrdienstfähig
T 1, T 2 T 3 T 4 T 5
1983 254 201 26 432 2 360 115 894
1984 237 138 17 493 3 485 124 945
1985 222 038 8 436 2 983 142 069
1986 234 649 1 975 2 317 184 532
1987 230 263 84 2 084 197 152
1988 230 697 0 2 583 209 078
1989 205 899 0 4 085 192 903
1990 179 025 0 5 405 165 364
1991 118 798 0 6 297 111 173
1992 55 079 0 4 950 66 656
1993 6 392 0 955 19 140
Drucksache 17/5806 – 6 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeIn den Geburtsjahrgängen 1983 bis 1993 wurde der Verwendungsgrad T7
(wehrdienstfähig unter Freistellung von der Grundausbildung) nicht vergeben.
10. Wie viele polizeiliche Vorführungen zur Musterung wurden 2010
bundesweit angeordnet?
Im Jahr 2010 wurden 1 983 polizeiliche Vorführungen angeordnet.
11. Wie viele richterliche Anordnungen auf polizeiliche Vorführungen zur
Musterung wurden 2010 beantragt, und wie viele wurden erteilt?
Im Jahr 2010 wurden 210 richterliche Anordnungen beantragt. 208 richterliche
Anordnungen wurden erteilt.
12. Wie viele Wehrpflichtige der Jahrgänge 1983 bis 1994 wurden nach
Aktenlage (§ 17 Absatz 10 des Wehrpflichtgesetzes – WPflG) gemustert
(bitte aufgeschlüsselt nach Jahrgängen)?
Die Möglichkeit einer Musterung nach Aktenlage gemäß § 17 Absatz 10
WPflG besteht erst seit Inkrafttreten des Streitkräftereserve-
Neuordnungsgesetzes am 30. April 2005. Eine Statistik, wie oft in den Kreiswehrersatzämtern von
dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht wurde, wird nicht geführt.
Die nachstehende Übersicht basiert ausschließlich auf dem aktuellen
Datenbestand. Darin sind diejenigen Wehrpflichtigen nicht mehr enthalten, die z. B.
wegen einer späteren Untersuchung mit dem Ergebnis „nicht wehrdienstfähig“
oder wegen einer Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer aus den
Datenbeständen gelöscht worden sind.
* Angaben für den Geburtsjahrgang 1994 sind noch nicht in den Statistikbeständen des
Wehrersatzwesens enthalten.
Geburtsjahrgang* Anzahl
1983 117
1984 254
1985 426
1986 730
1987 788
1988 978
1989 721
1990 518
1991 285
1992 97
1993 0
Gesamt 4 914
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 7 – Drucksache 17/580613. Wie viele Wehrpflichtige der Jahrgänge 1983 bis 1987 konnten bis heute
nicht gemustert werden (bitte aufgeschlüsselt nach Jahrgängen)?
Mit Stand 31. Dezember 2010 sind von den Geburtsjahrgängen 1983 bis 1987
nicht gemustert:
14. Wie viele Wehrpflichtige der Jahrgänge 1983 bis 1987 (bitte
aufgeschlüsselt nach Jahrgängen und aufgeschlüsselt danach, ob der Grund vor oder
während des Dienstes aufgetreten ist), die nicht als
Kriegsdienstverweigerer anerkannt sind, mussten von der Grundwehrdienstleistung wegen
gesetzlicher Wehrdienstausnahmen auf Dauer freigestellt werden
a) nach § 10 WPflG (Ausschluss vom Wehrdienst),
b) nach § 11 WPflG (Befreiung),
c) nach § 12 WPflG (unzumutbare Härte),
d) nach § 13 WPflG (Unabkömmlichkeitsstellung)?
Nach dem Stand 31. Dezember 2010 wurden von den gemusterten
Wehrpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1983 bis 1987 wegen der nachstehenden
Wehrdienstausnahmen auf Dauer freigestellt:
* Mit Inkrafttreten des Wehrrechtsänderungsgesetzes 2008 zum 1. August 2008 ist die nach § 13a WPflG bis dahin bestehende Möglichkeit,
Wehrpflichtige bei betrieblicher Unentbehrlichkeit auf Vorschlag einer Behörde für den Wehrdienst unabkömmlich zu stellen, entfallen. Stattdessen
wurde Arbeitgebern und Dienstbehörden ein eigenes Antragsrecht eingeräumt, mit dem beim Kreiswehrersatzamt die Zurückstellung eines
Wehrpflichtigen mit dessen Zustimmung beantragt werden kann (§ 12 Absatz 7 WPflG).
Eine Unterscheidung, ob die Wehrdienstausnahme vor oder während des
Dienstes entstanden ist, ist nicht möglich.
Geburtsjahrgang Nicht Gemusterte
1983 40 174
1984 45 844
1985 53 850
1986 18 242
1987 19 277
Geburtsjahrgang
Ausschluss
vom Wehrdienst
(§10 WPflG)
Befreiung
(§11 WPflG)
Unzumutbare Härte
(§12 WPflG)
Unabkömmlichstellung
(§13 WPflG)*
1983 13 2 853 527 531
1984 14 2 673 622 532
1985 14 2 893 845 418
1986 6 2 345 893 12
1987 1 1 748 869 0
Drucksache 17/5806 – 8 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode15. Wie viele ungediente Wehrdienstfähige der Jahrgänge 1983 bis 1987, die
nicht als Kriegsdienstverweigerer anerkannt sind, können als über 23-
Jährige nicht mehr einberufen werden (bitte aufgeschlüsselt nach Jahrgängen)?
Nach Vollendung des 23. Lebensjahres können nicht mehr einberufen werden:
16. Wie viele Wehrpflichtige der Jahrgänge 1983 bis 1987 (bitte
aufgeschlüsselt nach Jahrgängen) haben Wehrdienst geleistet oder leisten diesen auf
Grund eines Dienstantritts vor dem 31. Dezember 2010 heute noch
a) als Grundwehrdienstleistende,
b) als Wehrpflichtige, die sich dann freiwillig länger verpflichtet haben
(Freiwillig Wehrdienstleistende – FWDL – bis max. 23 Monate),
Als Wehrpflichtige haben bisher Grundwehrdienst bzw. Grundwehrdienst mit
anschließendem freiwilligen zusätzlichen Wehrdienst geleistet bzw. leisten
diesen zurzeit noch:
* Die Aufgliederung in Grundwehrdienst Leistende (GWDL) und Wehrpflichtige, die freiwilligen
zusätzlichen Wehrdienst leisten (FWDL), ist im Statistikbestand für die Ausschöpfung der Geburtsjahrgänge
nicht möglich.
c) als Wehrpflichtige, die sich dann freiwillig länger verpflichtet haben
(zwei Jahre und mehr),
Eine auf Geburtsjahrgänge aufgeschlüsselte Statistik über den
Verpflichtungszeitpunkt bzw. Verpflichtungszeitraum wird nicht geführt. Auswertungen über
die Übernahmen/Einstellungen von Wehrpflichtigen als Soldaten auf Zeit (SaZ)
stehen nur pro Kalenderjahr zur Verfügung und umfassen fünf bis sieben
Geburtsjahrgänge.
Statuswechsler
Geburtsjahrgang
Nicht mehr einberufbare
Wehrpflichtige
1983 35 729
1984 31 366
1985 27 995
1986 29 489
1987 28 713
Geburtsjahrgang Anzahl GWDL/FWDL*
1983 81 821
1984 72 977
1985 67 227
1986 67 509
1987 65 845
Jahr 2010
Anzahl Statuswechsler 8 287
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/5806d) als freiwillige Soldaten mit max. zwei Jahren Dienstzeit,
Einstellungen von SaZ (bis max. zwei Jahre Dienstzeit)
* Die Zahlen stellen die Summe der Einstellungen Ungedienter im jeweiligen Kalenderjahr dar (ohne
Wiedereinsteller und Offizieranwärter).
e) als freiwillige Soldaten mit mehr als zwei Jahren Dienstzeit?
Einstellungen von SaZ (mit mehr als zwei Jahren Dienstzeit)
* Die Zahlen stellen die Summe der Einstellungen Ungedienter im jeweiligen Kalenderjahr dar (ohne
Wiedereinsteller und Offizieranwärter).
17. Wie viele Grundwehrdienstleistende (W 9) der Jahrgänge 1983 bis 1994
wurden nach Ableistung des Wehrdienstes einmalig zu Wehrübungen
einberufen (bitte aufgeschlüsselt nach Jahrgängen)?
18. Wie viele von diesen wurden noch ein zweites oder drittes Mal zu
Wehrübungen einberufen?
Einberufungen zu Wehrübungen im Anschluss an den Grundwehrdienst:
* Angaben für den Geburtsjahrgang 1994 sind noch nicht in den Statistikbeständen des Wehrersatzwesens enthalten.
Jahr 2010
Anzahl Einstellungen SaZ 2* 218
Jahr 2010
Anzahl Einstellungen SaZ 2+* 12 790
Jahrgang* 1 Wehrübung 2 Wehrübungen 3 Wehrübungen Gesamt
1983 279 67 33 379
1984 289 61 31 381
1985 231 35 23 289
1986 184 40 24 248
1987 157 50 16 223
1988 110 28 5 143
1989 87 17 3 107
1990 51 13 0 64
1991 11 2 0 13
1992 1 0 0 1
1993 0 0 0 0
Drucksache 17/5806 – 10 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode19. Wie viele freiwillig länger dienende Wehrdienstleistende wurden nach
Ende ihrer Dienstzeit einmalig zu Wehrübungen einberufen?
20. Wie viele von diesen wurden noch ein zweites oder drittes Mal zu
Wehrübungen einberufen?
Einberufungen zu Wehrübungen im Anschluss an den freiwilligen zusätzlichen
Wehrdienst:
* Angaben für den Geburtsjahrgang 1994 sind noch nicht in den Statistikbeständen des Wehrersatzwesens enthalten.
21. Wie viele Militärdienstpflichtige der Jahrgänge 1983 bis 1987 (bitte
aufgeschlüsselt nach Jahrgängen) haben einen Dienst geleistet
a) als Helfer im Katastrophenschutz (§ 13a WPflG),
b) in der Entwicklungshilfe (§ 13b WPlfG),
c) im Vollzugsdienst der Polizei und beim Bundesgrenzschutz (§ 42 und
§ 42a WPflG)?
Von den Wehrpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1983 bis 1987 haben einen
Dienst als Helfer im Zivil- oder Katastrophenschutz, Entwicklungsdienst bzw.
Polizeivollzugsdienst geleistet bzw. leisten einen solchen:
Jahrgang* 1 Wehrübung 2 Wehrübungen 3 Wehrübungen Gesamt
1983 226 76 32 334
1984 222 56 31 309
1985 178 66 30 274
1986 209 46 20 275
1987 218 45 28 291
1988 191 47 17 255
1989 91 32 6 129
1990 35 4 1 40
1991 0 0 0 0
1992 0 0 0 0
1993 0 0 0 0
Geburtsjahrgang
Zivil-/
Katastrophenschutz
(§ 13a WPflG)
Entwicklungsdienst
(§ 13b WPflG)
Vollzugsdienst
der Polizei und der
Polizei des Bundes
(§ 42, § 42a WPflG)
1983 8 195 1 1 499
1984 7 872 2 1 381
1985 7 521 0 1 156
1986 8 553 1 1 140
1987 8 540 1 1 159
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 11 – Drucksache 17/580622. Wie viele Wehrpflichtige der Jahrgänge 1983 bis 1987 haben eine
Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer beantragt (bitte aufgeschlüsselt
nach Jahrgängen)?
23. Wie viele Wehrpflichtige dieser Jahrgänge wurden als
Kriegsdienstverweigerer anerkannt (bitte aufgeschlüsselt nach Jahrgängen)?
Mit Stand 31. Dezember 2010 haben von den Geburtsjahrgängen 1983 bis 1987
ihre Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer (KDV) beantragt bzw. sind
anerkannt worden:
24. Wie viele Wehrpflichtige dieser Jahrgänge sind vor ihrer Einberufung
zum Wehrdienst als Kriegsdienstverweigerer anerkannt worden (bitte
aufgeschlüsselt nach Jahrgängen)?
Entsprechende statistische Erhebungen werden im Bundesamt für den
Zivildienst (BAZ) nicht geführt.
25. Wie viele Anträge auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer sind
2010 durch die Kreiswehrersatzämter registriert worden (bitte
aufgeschlüsselt nach Ungedienten, Einberufenen/Vorbenachrichtigten,
Soldaten, Reservisten sowie nach Jahrgängen)?
In 2010 wurden durch die Kreiswehrersatzämter KDV-Anträge wie folgt
registriert:
* Einberufungsbescheid/Vorbenachrichtigung
Eine Aufschlüsselung nach Geburtsjahrgängen wird in dieser Statistik nicht
vorgenommen
Geburtsjahrgang
Zahl der KDV-
Antragsteller
KDV-Anerkennungen
insgesamt
1983 170 314 140 191
1984 160 727 121 878
1985 149 362 106 468
1986 157 305 105 811
1987 152 240 102 501
Kalenderjahr 2010
KDV-Anträge (Gesamt) 130 879
davon:
Ungediente ohne EB/VB* 116 519
Ungediente mit EB/VB* 9 670
Soldaten 4 458
Reservisten 232
Drucksache 17/5806 – 12 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode26. Wie viele Anträge auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer wurden
2010 zur Bearbeitung durch die Kreiswehrersatzämter an das Bundesamt
für den Zivildienst weitergeleitet (bitte aufgeschlüsselt nach
Ungedienten, Einberufenen/Vorbenachrichtigten, Soldaten, Reservisten sowie nach
Jahrgängen)?
* Akteneingänge beim BAZ. Im BAZ erfolgt keine Aufschlüsselung der Zahl nach Ungedienten,
Einberufenen/Vorbenachrichtigten, Soldaten und Reservisten.
27. Wie viele Antragsteller wurden als Kriegsdienstverweigerer anerkannt
(bitte aufgeschlüsselt nach Ungedienten, Einberufenen/
Vorbenachrichtigten, Soldaten, Reservisten sowie nach Jahrgängen)?
Als Kriegsdienstverweigerer wurden anerkannt:
* Im BAZ erfolgt keine Aufschlüsselung der Zahl nach Ungedienten, Einberufenen/Vorbenachrichtigten,
Soldaten und Reservisten.
28. Wie viele anerkannte Kriegsdienstverweigerer der Jahrgänge 1983 bis
1987 (bitte aufgeschlüsselt nach Jahrgängen) haben
a) Zivildienst voll geleistet,
b) Zivildienst nach angefangenen oder absolviertem Wehrdienst
geleistet,
Kalenderjahr Anzahl*
2010 101 145
Kalenderjahr Anzahl*
2010 87 590
Geburtsjahrgang Gesamt
1983 99 453
1984 89 299
1985 81 658
1986 83 119
1987 77 737
Geburtsjahrgang Gesamt
1983 1 213
1984 1 216
1985 1 382
1986 1 704
1987 2 089
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 13 – Drucksache 17/5806c) keinen Zivildienst geleistet, weil durch Wehrdienst abgegolten,
d) statt Zivildienst andere Ersatzdienste geleistet,
e) nach § 14 des Zivildienstgesetzes (ZDG) (Katastrophenschutz)
f) nach § 14a ZDG (Entwicklungsdienst),
g) nach § 14b ZDG (andere Dienste im Ausland),
Geburtsjahrgang Gesamt
1983 39
1984 40
1985 43
1986 51
1987 39
Geburtsjahrgang Gesamt
1983 4 221
1984 5 198
1985 5 930
1986 7 074
1987 7 531
Geburtsjahrgang Gesamt
1983 1 457
1984 1 599
1985 1 721
1986 1 979
1987 1 779
Geburtsjahrgang Gesamt
1983 0
1984 0
1985 1
1986 1
1987 0
Geburtsjahrgang Gesamt
1983 874
1984 783
1985 709
1986 793
1987 809
Drucksache 17/5806 – 14 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodeh) nach § 14c ZDG (Freiwilliges Jahr),
i) nach § 15 ZDG (Polizeivollzugsdienst),
j) nach § 15a ZDG (Freies Arbeitsverhältnis),
k) trotz Einberufung keinen Dienst geleistet, da nicht angetreten,
l) den Dienst angetreten aber später abgebrochen?
Eine statistische Datenerfassung hierzu findet nicht statt.
Geburtsjahrgang Gesamt
1983 1 890
1984 2 816
1985 3 499
1986 4 301
1987 4 943
Geburtsjahrgang Gesamt
1983 151
1984 110
1985 84
1986 105
1987 145
Geburtsjahrgang Gesamt
1983 5
1984 0
1985 8
1986 4
1987 7
Geburtsjahrgang Gesamt
1983 149
1984 187
1985 150
1986 128
1987 120
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 15 – Drucksache 17/580629. Wie viele gesetzlichen Zivildienstausnahmen bei anerkannten
Kriegsdienstverweigerern (bitte aufgeschlüsselt nach den Jahrgängen 1983 bis
1987 und aufgeschlüsselt danach, ob der Grund vor oder nach dem
Dienstantritt aufgetreten ist) gab es
a) nach § 9 Absatz 1 ZDG (Ausschluss),
b) nach § 10 ZDG (Befreiung),
c) nach § 13 ZDG (unzumutbarer Härte),
d) nach § 16 ZDG (Unabkömmlichkeitsstellung),
e) weil die Dienstfähigkeit nach der Musterung weggefallen ist?
Eine statistische Erfassung, ob der Grund vor oder nach dem Dienstantritt
aufgetreten ist, erfolgt nicht.
30. Wie viele tauglich gemusterte Wehrpflichtige der Jahrgänge 1983 bis
1987 ohne gesetzliche Wehrdienstausnahmen oder dauerhafte Befreiung
bzw. dauerhafte Zurückstellung sind noch nicht einberufen (bitte
aufgeschlüsselt nach Jahrgängen)?
Von den wehrdienstfähigen und für den Wehrdienst noch verfügbaren
Wehrpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1983 bis 1987 waren zum Stand 31.
Dezember 2010 noch nicht einberufen:
Geburtsjahrgang
§ 9 Abs. 1 ZDG
(Ausschluss)
§ 10 ZDG
(Befreiung)
§ 13 ZDG
(unzumutbare
Härte)
§ 16 ZDG
(Unabkömmlichkeitsstellung)
Wegfall
Dienstfähigkeit
1983 15 60 12 369 19 637
1984 19 49 8 293 17 161
1985 14 36 15 256 10 338
1986 14 52 9 75 4 803
1987 6 40 4 19 2 873
Geburtsjahrgang Verfügbare Wehrpflichtige
1983 61
1984 58
1985 57
1986 5 460
1987 3 487
Drucksache 17/5806 – 16 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode31. Wie viele tauglich gemusterte anerkannte Kriegsdienstverweigerer der
Jahrgänge 1983 bis 1987 ohne gesetzliche Wehrdienstausnahmen oder
dauerhafte Befreiung bzw. dauerhafte Zurückstellung sind noch nicht
zum Zivildienst herangezogen worden (bitte aufgeschlüsselt nach
Jahrgängen)?
Noch nicht zum Zivildienst herangezogen worden sind:
32. Wie viele Wehrpflichtige wurden 2010 einberufen?
Im Jahr 2010 erhielten insgesamt 84 568 Wehrpflichtige einen
Einberufungsbescheid.
33. Bei wie vielen musste die Einberufung zurückgenommen werden
a) aus gesundheitlichen Gründen,
b) wegen gesetzlicher Wehrdienstausnahmen einschließlich
Einberufungshindernissen und Unabkömmlichkeitsstellungen,
c) aus organisatorischen Gründen?
Zahlen zu den Aufhebungen der Einberufungsbescheide (EB) liegen nur als
Gesamtzahl vor. Eine statistische Differenzierung der Aufhebung der EB nach
gesundheitlichen Gründen, Wehrdienstausnahmen, Einberufungshindernissen
oder organisatorischen Gründen erfolgt mit Ausnahme der Zurückstellungen
nach § 12 Absatz 7 WPflG nicht.
* Mit Inkrafttreten des Wehrrechtsänderungsgesetzes 2008 zum 1. August 2008 ist die nach § 13 WPflG bis dahin bestehende Möglichkeit,
Wehrpflichtige bei betrieblicher Unentbehrlichkeit auf Vorschlag einer Behörde für den Wehrdienst unabkömmlich zu stellen, entfallen. Stattdessen
wurde Arbeitgebern und Dienstbehörden ein eigenes Antragsrecht eingeräumt, mit dem beim Kreiswehrersatzamt die Zurückstellung eines
Wehrpflichtigen mit dessen Zustimmung beantragt werden kann (§ 12 Absatz 7 WPflG).
34. In wie vielen Fällen war ein Ersatz für Ausfälle vorbenachrichtigt?
Als Ersatz für Ausfälle wurden im Jahr 2010 35 206 Wehrpflichtige
vorbenachrichtigt.
35. In wie vielen Fällen war ein Ersatz für Ausfälle nicht mehr möglich?
Eine Vorbenachrichtigung als Ersatz für Ausfälle war in 8 285 Fällen nicht
mehr möglich.
Geburtsjahrgang Gesamt
1983 1 143
1984 1 281
1985 2 459
1986 4 856
1987 6 952
Jahr versandte EB aufgehobene EB
davon wegen Zurückstellungen
nach § 12 Absatz 7 WPflG*
2010 84 568 27 101 3 034
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 17 – Drucksache 17/580636. Wie viele einberufene Wehrpflichtige haben den Grundwehrdienst
angetreten?
Im Jahr 2010 hatten 57 467 Wehrpflichtige den Grundwehrdienst anzutreten.
37. Wie viele waren nach Ablauf eines Monats noch im Grundwehrdienst?
Nach Ablauf eines Monats waren noch 52 176 Wehrpflichtige im Dienst.
38. Wie viele Wehrdienstleistende waren 2010 bei Dienstantritt bereits
22 Jahre, aber noch nicht 23 Jahre alt, und wie viele waren bereits 24,
aber noch nicht 25 Jahre alt?
Bei Dienstantritt 22 Jahre alt:
Bei Dienstantritt 24 Jahre alt:
39. Wie viele Wehrpflichtige waren 2010 bei ihrem Diensteintritt unter
18 Jahre alt?
Im Jahr 2010 hatten 496 Wehrpflichtige bei Dienstantritt noch nicht das 18.
Lebensjahr vollendet.
40. Welche durchschnittliche Personalstärke hatte die Bundeswehr im Jahr
2010 (bitte aufgeschlüsselt nach Berufssoldatinnen und -soldaten,
Soldatinnen und Soldaten auf Zeit sowie Grundwehrdienstleistenden und
FWDL, Zahlen nicht aufgerundet)?
Die Bundeswehr hatte im Jahr 2010 folgende durchschnittliche
Personalstärken:
Haupteinberufungstermin
Jahr Januar April Juli Oktober Gesamt
2010 1 951 2 240 882 834 5 907
Haupteinberufungstermin
Jahr Januar April Juli Oktober Gesamt
2010 100 138 62 68 368
PersKat
Berufs- und Zeitsoldaten Wehrpflichtige
Berufssoldaten 54 910 Soldaten auf Zeit 116 296 GWDL 31 808
Berufssoldatinnen 1 086 Soldatinnen auf Zeit 16 147 FWDL 25 330
Gesamt 55 996 Gesamt 132 443 Gesamt 57 138
Drucksache 17/5806 – 18 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode41. Wie viele Strafanzeigen wegen Fahnenflucht (§ 16 des
Wehrdienststrafgesetzes – WStG) wurden 2010 gegenüber Grundwehrdienstleistenden
sowie gegenüber freiwillig zusätzlich Wehrdienstleistende gestellt?
42. Wie viele Strafanzeigen wegen eigenmächtiger Abwesenheit (§ 15 WStG)
wurden 2010 gegenüber Grundwehrdienstleistenden sowie gegenüber
freiwillig zusätzlich Wehrdienstleistende gestellt?
43. Wie viele Strafanzeigen wegen Ungehorsam (§ 19 WStG) und wegen
Gehorsamsverweigerung (§ 20 WStG) wurden 2010 gegenüber
Grundwehrdienstleistenden sowie gegenüber freiwillig zusätzlich
Wehrdienstleistende in diesen Jahren gestellt?
Zur Anzahl der gestellten Strafanzeigen liegen im Bereich der Bundeswehr
keine statistischen Angaben vor. Im Kontext mit der Verhängung/Vollstreckung
von Disziplinarmaßnahmen werden die veranlassten Abgaben an die
Staatsanwaltschaften statistisch erfasst.
Die Anzahl der veranlassten Abgaben an die Staatsanwaltschaften ergibt sich
– aufgeschlüsselt nach den angefragten Straftatbeständen (Fahnenflucht, § 16
WStG, eigenmächtige Abwesenheit, § 15 WStG, Ungehorsam, § 19 WStG/
Gehorsamsverweigerung, § 20 WStG) und der jeweils angefragten Zielgruppe
(GWDL und FWDL) – aus der nachstehenden Tabelle.
44. In wie vielen Fällen wurden 2010 gegenüber Soldaten Disziplinararreste
verhängt (bitte nach Dauer sowie nach Grundwehrdienstleistenden und
Freiwilligen aufgeschlüsselt)?
Die Anzahl der im Jahr 2010 verhängten Disziplinararreste ergibt sich aus
nachstehender Tabelle:
* Eine Aufschlüsselung nach GWDL/FWDL wird nicht vorgenommen.
Dienstverhältnis Abgabe an die Staatsanwaltschaft
Fahnenflucht
(zu Frage 41)
Eigenmächtige Abwesenheit
(zu Frage 42)
Ungehorsam-/
Gehorsamsverweigerung
(zu Frage 43)
GWDL 0 211 5
FWDL 0 41 2
2010
Disziplinararrest GWDL/FWDL*
darunter:
bis 7 Tage
8 bis 14 Tage
15 bis 21 Tage
365
243
45
77
Disziplinararrest und Disziplinarbuße 42
Disziplinararrest und Ausgangsbeschränkung 33
Disziplinararrest und verschärfte Ausgangsbeschränkung 53
Disziplinararrest insgesamt 493
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 19 – Drucksache 17/580645. Wie viele Zivildienstpflichtige wurden 2010 einberufen (bitte
aufgeschlüsselt nach den einzelnen Jahrgängen)?
Im Jahr 2010 wurden insgesamt 78 387 Zivildienstpflichtige einberufen.
46. Wie viele Zivildienstleistende waren 2010 bei Dienstantritt bereits
22 Jahre, aber noch nicht 23 Jahre alt, und wie viele waren bereits 24,
aber noch nicht 25 Jahre alt?
Bei Dienstantritt 22 Jahre alt:
Bei Dienstantritt 24 Jahre alt:
47. Bei wie vielen Zivildienstpflichtigen musste die Einberufung
zurückgenommen werden
a) aus gesundheitlichen Gründen,
b) wegen gesetzlicher Wehrdienstausnahmen einschließlich
Einberufungshindernisse und Unabkömmlichkeitsstellungen,
c) aus organisatorischen Gründen?
Eine Beantwortung der Frage ist nicht möglich, da die Daten der zur Verfügung
stehenden Dienstpflichtigen, z. B. bei einem Widerruf der Einberufung,
überschrieben werden. Eine Historie gibt es nicht.
Jahrgang Gesamt
1984 2
1985 512
1986 1 711
1987 5 803
1988 10 414
1989 13 775
1990 24 850
1991 18 438
1992 2 817
1993 65
Jahr 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Gesamt
2010 1 702 1 456 1 725 1 098 5 981
Jahr 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Gesamt
2010 174 186 227 206 793
Drucksache 17/5806 – 20 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode48. Wie viele Zivildienstpflichtige haben 2010 ihren Dienst angetreten?
Den Zivildienst haben angetreten:
49. Wie viele Zivildienstpflichtige waren nach Ablauf eines Monats noch im
Dienst?
Eine Beantwortung der Frage ist nicht möglich, da eine statistische Erfassung
nicht stattfindet.
50. Wie viele Zivildienstpflichtige haben sich in 2010 zu einem freiwilligen
zusätzlichen Zivildienst nach § 41a ZDG verpflichtet?
Bis zum 18. April 2011 sind vom BAZ 7 441 Anträge von
Zivildienstpflichtigen auf freiwilligen zusätzlichen Zivildienst nach § 41a ZDG bewilligt
worden. Eine statistische Erfassung des Datums der Antragsstellung findet nicht
statt.
51. Wie viele Strafanzeigen wurden 2010 wegen eigenmächtiger
Abwesenheit (§ 52 ZDG) gestellt?
52. Wie viele Strafanzeigen wurden 2010 wegen Dienstflucht (§ 53 ZDG)
gestellt?
53. Wie viele Strafanzeigen wurden wegen Nichtbefolgen von Anordnungen
(§ 54 ZDG) 2010 gestellt?
Die Statistik der Strafanzeigen unterscheidet nicht nach den möglichen
Straftaten. Fast ausschließlich handelt es sich um Straftaten nach den §§ 52, 53
ZDG, die zum Zeitpunkt der Strafanzeige jedoch nicht unterscheidbar sind, da
die subjektive Seite, die die §§ 52 und 53 unterscheidet, aus dem Akteninhalt in
der Regel nicht erkennbar ist. Es kann daher nur eine Angabe zur Gesamtzahl
der Strafanzeigen erfolgen:
54. Wie viele Wehrübungstage wurden im Jahr 2010 insgesamt abgehalten?
Im Jahr 2010 wurden insgesamt 835 888 Wehrübungstage in Anspruch
genommen. Das sind 2 290 von 2 500 im Rahmen der Veranschlagungsstärke zur
Verfügung gestellten Stellen für Reservisten.
Jahr Gesamt
2010 78 239
Jahr Anzahl Strafanzeigen
2010 437
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 21 – Drucksache 17/580655. Wie viele Reservisten haben im Jahr 2010 an Wehrübungen
teilgenommen
a) als ehemalige Grundwehrdienstleistende,
b) als ehemalige freiwillig länger dienende Wehrdienstleistende,
c) als Zeitsoldaten?
Im Jahr 2010 haben 37 393 Reservisten an Wehrübungen teilgenommen.
Davon entfallen auf:
Eine Aufteilung in ehemalige GWDL und ehemalige FWDL wird statistisch
nicht erfasst.
56. Wie viele Grundwehrdienstleistende und freiwillig Wehrdienstleistende
waren 2009 in welchen Verwendungen eingesetzt?
In den Organisationsgrundlagen der Einheiten und Verbände der Streitkräfte
erfolgt für die Mannschaften grundsätzlich keine verbindliche Festlegung von
Aufgaben getrennt nach SaZ, FWDL oder GWDL. Die Besetzung der
Dienstposten ist grundsätzlich abhängig vom Auftrag und dem verfügbaren
Personalaufkommen. Die Disziplinarvorgesetzten steuern die Personalergänzung so,
dass eine optimale Auftragserfüllung gewährleistet werden kann. Im Jahr 2010
haben die FWDL und GWDL bezogen auf den erreichten Jahresdurchschnitt
vorwiegend in den folgenden Verwendungsbereichen Dienst geleistet:
ehemalige Berufssoldaten 6 389
ehemalige SaZ 19 097
ehemalige GWDL/FWDL 9 920
sonstige 1 987
Verwendungsbereiche 2010
FWDL GWDL
Kraftfahrwesen 8 654 6 734
Stabsdienst 5 031 7 912
Kampftruppen-/Infanterie-/Sicherungsdienst 3 786 4 362
Instandsetzungsdienste 1 229 3 409
Sanitätsdienst 910 3 011
Logistikdienste 1 650 3 306
Wachbataillon 320 1 245
Führungsunterstützung 2 502 1 301
Seemännischer Dienst 513 243
Marinewaffendienst 105 41
Marinetechnikdienst 545 192
Marinefliegerdienst 85 52
Gesamt 25 330 31 808
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]