[Deutscher Bundestag Drucksache 17/6205
17. Wahlperiode 15. 06. 2011 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Cornelia Behm, Friedrich Ostendorff,
Bärbel Höhn, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 17/5994 –
Entwicklung und Perspektiven der Ökolandbauforschung in Deutschland
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Bedeutung des Ökolandbaus ist in Deutschland in den letzten Jahren
erheblich gewachsen. Das gilt sowohl bezogen auf die bewirtschaftete Fläche als
auch auf seine Marktanteile im Einzel- und Naturkostfachhandel. Trotz einer
kurzzeitigen Verlangsamung der Entwicklung während der Finanz- und
Wirtschaftskrise nimmt das Wachstum der Branche nun wieder deutlich an Fahrt
auf. Der ökologische Landbau ist jedoch nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, er ist
gleichzeitig Vorbild für eine nachhaltige, zukunftsfähige Landwirtschaft. Mit
den konzeptionellen Ansätzen des Ökolandbaus kann den großen
Herausforderungen bezüglich des Boden-, Gewässer-, Luft- und Klimaschutzes sowie der
Sicherung der Biodiversität, vor denen die heutige Landwirtschaft steht,
begegnet werden.
Die zunehmende Bedeutung des Ökolandbaus hat sich bislang allerdings noch
nicht angemessen auf die Verteilung der Forschungsmittel im Bereich der
Land- und Ernährungswirtschaft niedergeschlagen. Die Ökolandbauforschung
fristet nach wie vor ein Nischendasein und wird insbesondere von den
Ressortforschungsinstituten viel zu wenig betrieben. Dadurch entsteht der Eindruck,
dass die Bundesforschungsinstitute jenseits von Trenthorst nicht an
Ökolandbauforschung interessiert sind. Wenn geforscht wird, dann nur in Projekten, die
vom „Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen
nachhaltiger Landwirtschaft“ (BÖLN) finanziert wurden.
Im Gegensatz dazu sieht das Konzept für eine zukunftsfähige Ressortforschung
im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz (BMELV) aus dem Jahr 2007 einen
institutsübergreifenden Ansatz für die Ökolandbauforschung vor. Dort heißt es: „Neben dem
Institut für Ökologischen Landbau beschäftigt sich eine Vielzahl der BMELV-
Ressortforschungsinstitute mit Themen des Ökologischen Landbaus, wie z. B.
Verarbeitung, Sicherung der Qualität von ökologisch hergestellten
Lebensmitteln. Diese Forschung wird interdisziplinär organisiert und sofern sinnvoll mit
Forschungsaktivitäten zur konventionellen Agrar- und Ernährungswirtschaft
verzahnt.“ Darüber hinaus wird laut dem oben genannten Konzept der Senat
der Bundesforschungsanstalten mit der Aufgabe betraut, „den
wissenschaftlichen Austausch zwischen den Einrichtungen im Geschäftsbereich des BMELV
(u. a. Leibniz-Institute, BfR) sicherzustellen und institutsübergreifende wis- Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz vom 10. Juni 2011 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/6205 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodesenschaftliche Belange zu koordinieren. Spezielle wissenschaftliche
Angelegenheiten werden in hierfür jeweils einzurichtenden Arbeitsgruppen – ggf.
unter Beteiligung anderer betroffener Einrichtungen – behandelt. Hierdurch kann
eine enge Vernetzung der Bundesforschungsinstitute im Hinblick auf eine
prozesskettenübergreifende Forschung sichergestellt werden.“
1. Gibt es ein Gesamtkonzept, mit welchen Ansätzen und
Forschungsschwerpunkten die Ressortforschung auf die zentralen Herausforderungen an eine
zukunftsfähige Landwirtschaft reagiert?
Die Aufgabe der Ressortforschung ist es, für das Bundesministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zur Erledigung seiner
Aufgaben und für die Umsetzung politischer Ziele in der Ernährungs-, Agrar-,
Forst-, Fischerei- und Verbraucherpolitik wissenschaftlich fundierte
Entscheidungsgrundlagen sowie Lösungsvorschläge zu liefern. Der daraus resultierende
Forschungsbedarf ist im Forschungsplan des BMELV in Form von so genannten
Hauptzielen und Hauptaufgaben der Ressortforschung niedergelegt. Da der
Forschungsplan die Ausrichtung der gesamten BMELV-Forschung vorgibt, dient er
auch als Grundlage für die Vergabe von Forschungsaufträgen an Einrichtungen
außerhalb des eigenen Geschäftsbereichs sowie für die Forschungsförderung
des Ministeriums.
2. Welche Rolle wird darin dem ökologischen Landbau zugesprochen?
Der ökologische Landbau ist ein fester Bestandteil der Ressortforschung im
Geschäftsbereich des BMELV. Neben dem Institut für Ökologischen Landbau
beschäftigt sich eine Vielzahl der BMELV-Ressortforschungsinstitute mit
wichtigen Themen des ökologischen Landbaus, wie z. B. Verarbeitung, Sicherheit
und Qualität von ökologisch hergestellten Lebensmitteln. Diese Forschung ist
interdisziplinär organisiert und – sofern sinnvoll – mit Forschungsaktivitäten zur
konventionellen Agrar- und Ernährungswirtschaft verzahnt.
3. Welche Forschungsprojekte und -arbeiten zum ökologischen Landbau
wurden seit 2008 innerhalb der Ressortforschung des Bundesministeriums für
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und in anderen
wissenschaftlichen Einrichtungen des Bundes begonnen (bitte nach Instituten,
Projektbeginn und Projektdauer aufschlüsseln)?
Folgende Forschungsprojekte speziell zum ökologischen Landbau1 wurden seit
2008 innerhalb der Ressortforschung, z. T. mit Mitteln des Bundesprogramms
Ökologischer Landbau (BÖL), durchgeführt:
1 Forschungsprojekte, die nicht speziell, aber durchaus mit Relevanz für den ökologischen Landbau sind,
wurden nicht aufgeführt.
Thema Laufzeit Drittmittel Finanzierung
über
Friedrich-Löffler-Institut (FLI)
Ausnutzung eines kompensatorischen
Proteinansatzes in der ökologischen
Schweinemast
2008 – 2009 22.679 € BÖL
Konzept und Versuchsplanung für eine
zukünftige koordinierte Feldprüfung von
Legehennenherkünften auf ihre Eignung für
den ökologischen Landbau; Kooperation
mit FBN Dummerstorf
2005 – 2008 168.155 € BÖL
Maßnahmen zur Bekämpfung der Roten
Vogelmilbe (Dermanyssis gallinae) in der
ökologischen Legehennenhaltung
2009 – 2011 64.762 € BÖL
Auswirkungen unterschiedlicher Duroc-
Anteile von Endmastherkünften auf Aspekte
der Mastleistung sowie Schlachtkörper- und
Fleischqualität unter ökologischen
Produktionsbedingungen
2007 – 2009 13.000 € BÖL
Einsatz eines Gemisches einheimischer
Körnerleguminosen, hydrothermisch
behandelt oder unbehandelt in der Fütterung von
Absetzferkeln in der ökologischen
Schweinehaltung
Eigenmittel
Tier- und Schlachtleistungen sowie
Auslaufnutzung von „Ökobroilern“
2008 – 2009 Eigenmittel
Vergleichende Untersuchungen zum
Einfluss unterschiedlicher Futtermischungen
auf Tierleistungen, Tiergesundheit und
Schlachtkörperqualität von zwei
Putenherkünften unter ökologischen Bedingungen; in
Kooperation mit Demeter
2010 – 2011 Eigenmittel
Julius Kühn-Institut (JKI)
Züchtung von Hafer für den ökologischen
Landbau: Selektion potenzieller
Resistenzquellen gegen Getreidebrand und genetische
Merkmalsanalyse
2008 – 2010 Eigenmittel
Neue Sorten der Blauen Süßlupine als
Rohstoff für die Lebensmittelindustrie (Lupi-
Roh) (Verbundprojekt 1 im Rahmen des
Innovativen Regionalen Wachstumskerns
'PlantsProFood')
2010 – 2013 658.000 € BMBF
Untersuchungen zum agronomischen
Adaptationspotenzial der Blauen Süßlupine
2008 – 2014 Eigenmittel
Züchtung von widerstandsfähigen
Erdbeersorten mit hoher Fruchtqualität für den
ökologischen und integrierten Anbau
2010 – 2012 Eigenmittel
Evaluierung genetischer Ressourcen,
Landsorten und aktueller Sorten zur
Erstellung von Arbeitssortimenten (Getreide,
Kartoffeln, Leguminosen) mit Bedeutung
für den ökologischen Landbau unter
besonderer Berücksichtigung der Qualität
2008 – 2010 Eigenmittel
Alte einheimische Rebsorten: Suche,
Rettung, Beschreibung, Charakterisierung,
Identifikation, Erhaltung in ökologisch
bewirtschafteten Anlagen, Erklärung der
Abstammung
2008 – 2012 Eigenmittel
Thema Laufzeit Drittmittel Finanzierung
über
Prüfung neuer Sorten und Zuchtstämme
unter ökologischen Anbaubedingungen
2008 – 2011 Eigenmittel
Untersuchungen zur Widerstandsfähigkeit
von in Deutschland zugelassener
Getreidesorten gegen Heterodera avenae und
Heterodera filipjevi insbesondere für den
ökologischen Getreidebau
2008 – 2008 Eigenmittel
Bestimmung der optimalen Aussaat- und
Umbruchtermine einer überwinternden
Leguminosen-Gründüngung für die
nachhaltige Bekämpfung pflanzenparasitärer
Nematoden im ökologischen Gemüsebau
2008 – 2011 158.067 € BÖL
Strategien zur Regulierung von
Pflanzenkrankheiten und Schädlingen bei
Ackerbaukulturen im ökologischen Landbau
2008 – 2012 Eigenmittel
Untersuchungen zur Unkrautregulierung im
ökologischen Landbau
2008 – 2012 Eigenmittel
Entwicklung eines Prognosemodells für
Phytophthora an Kartoffeln (ÖKO-
SIMPHYT)
2008 – 2009 Eigenmittel
Strategiekombinationen zur Regulierung des
Falschen Mehltaus an Gurken unter
Glas/Folie und im Freiland
2007 – 2011 414.187 € BÖL
Regulierung des Falschen Mehltaus an Salat
– Neue Lösungsansätze durch Erprobung
feldresistenter Sorten aus dynamisch
biologischer Zucht in Kombination mit
verschiedenen anbautechnischen und
pflanzenstärkenden Maßnahmen
2007 – 2012 351.265 € BÖL
Erarbeitung von Strategien zur Bekämpfung
des Feuerbrandes im integrierten und
ökologischen Obstanbau
2010 – 2012 Eigenmittel
Optimierung des ökologischen Obst- und
Weinbaus (z. B. Rebenperonospora,
Apfelschorf, Minimierung des Kupfereinsatzes)
2008 – 2012 Eigenmittel
Entwicklung und Erprobung von
Rebschutzkonzepten für den ökologischen
Weinbau
2008 – 2012 Eigenmittel
Einsatz von pflanzenbürtigen
Infochemikalien bei der Bekämpfung der Europäischen
Steinobstvergilbung: Entwicklung
innovativer biotechnischer Methoden mittels Lock-
und Repellentstoffen
2010 – 2013 197.000 € BMWi
Entwicklung eines umweltverträglichen
Managements des Asiatischen Marienkäfers
im Obstbau
2008 – 2012 Eigenmittel
Strategien zur Regulation der Schwarzfäule
(Guignardia bidwellii) im ökologischen
Weinbau
2005 – 2009 649.501 € BÖL
Erforschung des Wirkungsspektrums
alternativer Rezepturen für die
Apfelschorfbekämpfung über Behandlungen des
Falllaubes zur Entwicklung effizienter Präparate
2010 – 2013 118.851 € BÖL
Thema Laufzeit Drittmittel Finanzierung
über
Nutzung von Resistenzmechanismen
verschiedener Rebarten als Alternative zum
Einsatz von Kupfer im Ökoweinbau
2010 – 2013 270.070 € BÖL
Regulierung des Pflaumenwicklers und der
Monilia-Krankheit im ökologischen
Steinobstanbau, Teilprojekt: Evaluierung und
Optimierung biologischer Verfahren zur
Reduktion des Pflaumenwicklers (Cydia
funebrana) unter Laborbedingungen
2007 – 2011 270.416 € BÖL
Entwicklung von Strategien zur
Feuerbrandbekämpfung im ökologischen Obstbau
2009 – 2011 34.650 € BÖL
Entwicklung praxistauglicher Strategien zur
Regulierung von Zikaden im ökologischen
Arznei- und Gewürzpflanzenanbau im
Freiland und unter Glas
2007 – 2010 139.784 € BÖL
Einsatz mikrobiologischer Präparate zur
Regulierung von Schadinsekten und
Krankheiten an Erdbeeren
2008 – 2011 173.714 € BÖL
Entwicklung einer Strategie zum
Virulenzmanagement beim
Apfelwicklergranulovirus und zur Regulierung des Apfelwicklers
im ökologischen Obstbau
2010 – 2012 152.114 € BÖL
Entwicklung eines biologischen
Pflanzenschutzmittels aus Süßholz mit sicherer
Wirkung im Freiland unter Nutzung effizienter
Anwendungstechnik; Arbeitsschwerpunkt 1:
Industrielle Forschung / Grundlagen
2010 – 2013 128.303 € BÖL
Optimierung von
Saatgutbehandlungsmitteln mit Wirkung gegen Flugbrand an
Gerste und Weizen (Ustilago nuda, U.
tritici) unter Nutzung verbesserter Verfahren
zum Nachweis der Erreger
2008 – 2012 228.921 € BÖL
Erarbeitung von Methoden für den
Pflanzenschutz im ökologischen Landbau
2008 – 2012 Eigenmittel
Koordinierung der Arbeiten zur Erarbeitung
eines Internetangebotes "Pflanzenschutz im
ökologischen Landbau"
2009 – 2010 29.973 € BÖL
Langfristige Untersuchungen im Freiland
zur ökonomischen und ökologischen
Bewertung unterschiedlicher
Pflanzenschutzstrategien (z. B. auf dem Versuchsfeld
Dahnsdorf)
2008 – 2012 Eigenmittel
Entwicklung einer Nachweismethode zur
induzierten Resistenz durch
Pflanzenstärkungsmittel für das Listungsverfahren
2008 – 2009 43.000 € BVL
Regulierung des Kartoffelkäfers im
ökologischen Landbau mit biologischen
Pflanzenschutzmitteln
2008 – 2012 Eigenmittel
Regulierung tierischer Schaderreger im
ökologischen Winterrapsanbau
2008 – 2011 96.424 € BÖL
Thema Laufzeit Drittmittel Finanzierung
über
Entwicklung und Validierung eines
Software-Instruments für eine gezielte
Gruppenberatung zur nachhaltigen Minimierung
der Risiken des Einsatzes von
Kupferpräparaten im ökologischen Obstbau
2010 – 2012 13.440 € BÖL
Erarbeitung von methodischen Vorschlägen
für Feldstudien zur Erfassung der
Kupfergehalte von Böden im ökologischen
Baumobstbau und zu den Auswirkungen auf
Regenwürmer
2008 – 2012 Eigenmittel
Vorbereitung einer Feldstudie zur Erfassung
der Kupfergehalte von Böden im
ökologischen Landbau und zu den Auswirkungen
auf Regenwürmer
2009 – 2010 98.833 € BÖL
Weiterentwicklung der Methoden für den
Vorratsschutz im ökologischen Landbau
(z. B. durch Einsatz von Nützlingen)
2008 – 2012 Eigenmittel
Entwicklung eines ungiftigen, ökologisch
einsetzbaren natürlichen Insektizids aus
Diatomeenerden aus Südosteuropa gegen
Vorratsschädlinge
2007 – 2008 Eigenmittel
Warmluftentwesung in Mühlen und anderen
leeren Räumen
2008 – 2012 Eigenmittel
Kälte zur Bekämpfung vorratsschädlicher
Insekten in Tees, Arzneimitteln und anderen
hochwertigen Vorratsgütern
2008 – 2012 Eigenmittel
Insektendichte Lagerung und
Lebensmittelverarbeitung zur Befallsvermeidung
(Bestimmung der zur Invasion notwendigen
Porengrößen)
2008 – 2014 Eigenmittel
Max Rubner-Institut (MRI)
Weiterentwicklung und
Nutzungsempfehlungen ausgewählter Methoden zur
Unterscheidung von ökologischen und
konventionellen Produkten
2009 – 2011 118.700 € BÖL
Eignung der instrumentellen Analytik für
die Unterscheidung von ökologisch und
konventionell gefarmtem Speisefisch bei
verschiedenen Spezies einschließlich
verarbeiteter Produkte
2010 – 2012 96.900 € BÖL
Eutergesundheitsmonitoring als präventive
Maßnahme zur Verbesserung der
Eutergesundheit bei Milchziegen
2009 – 2012 40.500 € BÖL
Einfluss von Futtermitteln und der
Fütterungsstrategie auf die Fischproduktion und
die Produktqualität von ökologischen
Fischereierzeugnissen
2009 – 2011 Eigenmittel
Auswertung der Daten der Nationalen
Verzehrsstudie II (NVS II): Eine integrierte
verhaltens- und lebensstilbasierte Analyse
des Bio-Konsums
2009 – 2010 99.400 € BÖL
Erstellung eines Leitfadens zur
Verarbeitung und zum Aufbau von ökologischem
Dinkel
2007 – 2009 73.600 € BÖL
Evaluierung der qualitätsrelevanten
Veränderungen von lagerndem Bio-Mais für die
Herstellung von Öko-Lebensmitteln
2007 – 2009 Eigenmittel
Thema Laufzeit Drittmittel Finanzierung
über
Gesundheit und Leistungsfähigkeit von
Milchkühen im ökologischen Landbau
interdisziplinär betrachtet – eine
(Interventions-)Studie zu Stoffwechselstörungen und
Eutererkrankungen unter Berücksichtigung
von Grundfuttererzeugung,
Fütterungsmanagement und Tierhaltung
2007 – 2010 11.200 € BÖL
Quality analysis of critical control points
within the whole food chain and their
impact on food quality, safety and health
(QACPP) – ERA-Net Core Organic I
2007 – 2009 17.000 € BÖL
Entwicklung/Überprüfung von Methoden
zur Erhaltung der Qualität ökologisch und
konventionell angebauter Produkte nach der
Ernte, z. B. modifizierte Atmosphären,
Tauchverfahren
Daueraufgabe
Eigenmittel
Untersuchung zum Gehalt an wertgebenden
Inhaltsstoffen sowie Toxinen in Obst und
Gemüse, z. B. in Abhängigkeit von der
Anbaumethode
Daueraufgabe
Eigenmittel
Schlachtkörper- und Fleischqualität (Rind,
Schwein, Geflügel) unter Bedingungen der
Öko-Produktion
Daueraufgabe Eigenmittel
Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI)
Verbundprojekt "Organische Böden"
Ermittlung und Bereitstellung von Methoden,
Aktivitätsdaten und Emissionsfaktoren für
die Klimaberichterstattung LULUCF/
AFOLU
2009 – 2012 Eigenmittel
Modellierung des Wasser- und
Stoffhaushalts in Mooren und Quantifizierung von
Kohlenstoffausträgen
2009 – 2012 Eigenmittel
Klimawirkungen und Nachhaltigkeit
konventioneller Betriebssysteme ?
Untersuchungen in einem Netzwerk von
Pilotbetrieben
2009 – 2012 Eigenmittel
Treibhausgasemissionen in Kleegras-
Fruchtfolgen im organischen Landbau
2010 – 2012 Eigenmittel
Ausnutzung eines kompensatorischen
Proteinansatzes in der ökologischen
Schweinemast
2008 – 2009 22.679 € BÖL
Selektion auf Methioninreichtum bei
heimischen Leguminosen (Vicia faba, Pisum
sativum und Lupinus angustifolius
2008 – 2010 102.473 € BÖL
Schwankungen der Inhaltsstoffe in Öko-
Futtermitteln: schnelle Bestimmung der
Inhaltsstoffe zum sicheren Umgang mit dem
Problem
2008 – 2011 80.391 € BÖL
Steigerung der Wertschöpfung ökologisch
angebauter Marktfrüchte durch Optimierung
des Managements der Bodenfruchtbarkeit;
Teilprojekt: Mischfruchtanbau
2008 – 2011 187.117 € BÖL
Schädlingsregulierung im ökologischen
Winterrapsanbau
2008 – 2011 80.045 € BÖL
Soziologische Untersuchungen über den
ökologischen Landbau
2008 – 2011 Eigenmittel
Klimawirkungen und Nachhaltigkeit
ökologischer Betriebssysteme - Untersuchungen
in einem Netzwerk von Pilotbetrieben
2008 – 2012 140.231 € BÖL
Thema Laufzeit Drittmittel Finanzierung
über
Langzeitstudie über den Einsatz von
Antioxidantien an Rapsölkraftstoff in der Praxis
2009 – 2009 12.770 € Uni Rostock
Einsatz von Biokomposten zur Reduzierung
des Rhizoctonia-Befalls an Kartoffeln
2009 – 2009 3.000 € VKN
Tangstedt
Unterstützung der betrieblichen
Endoparasitenbekämpfung der Wiederkäuer im
Ökolandbau - Entscheidungsbaum für Rinder,
Schafe und Ziegen
2009 – 2011 71.846 € BÖL
Einstreumaterialien und -management - ihre
Bedeutung für die Entwicklung von
Mastitiserregern und das Infektionsgeschehen in
der ökologischen Milchviehhaltung
2009 – 2011 72.246 € BÖL
Minderung von Ammoniakemissionen in
Rinderställen durch die Entwicklung eines
umweltfreundlichen Systems zur
Spaltenbodenreinigung
2009 – 2011 70.300 € Westermann
Meppen durch
Deutsche
Bundesstiftun
g Umwelt
Eutergesundheitsmonitoring als präventive
Maßnahme zur Verbesserung der
Eutergesundheit bei Milchziegen
2009 – 2012 131.294 € BÖL
Sensorgesteuertes tiergerechtes
Management im ökologischen Landbau
2009 – 2015 Eigenmittel
Untersuchung zur Verträglichkeit zur
elektronischen Tierkennzeichnung bei Ziegen ab
der Geburt sowie bei Weidehaltung mit
Heckennutzung
2010 – 2011 9.900 € Deutsche
Rentenbank
Frankfurt/Main
GrünlandUmbRUch,
Grünlanderneuerungsumbruch, Etablierung von Grünland
(GURU) - Forschungsprojekt zur
Ermittlung der Veränderungen im Kohlenstoff-
und Stickstoffhaushalt von
landwirtschaftlich genutzten Böden Deutschlands infolge
von Landnutzung und
Landnutzungsänderung, zur Ableitung von Emissionsfaktoren
für die Klimaberichterstattung LULUCF
2010 - 2012 Eigenmittel
Regionale Treibhausgasflüsse in Kleegras-
Weizensystemen, Verbundprojekt
2010 – 2012 Eigenmittel
Entwicklung eines Konzeptes zur
Erzeugung von Öko-Ziegenlammfleisch aus
melkenden Betrieben
2010 – 2012 63.391 € BÖL
LegumeFutures - Leguminosen basierte
Anbausysteme in Europa
2010 – 2014 121.750 € EU
XXL-pigs - LowInput Breeds 2009 – 2013 150.000 € EU
Selektion auf Methionienreichtum bei
heimischen Leguminosen
2008 – 2010 102.474 € BÖL
Pflanzenölmischungen 2008 24.572 € Uni Rostock
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/62054. Welche Eigenmittel wurden aus den Ressortforschungsinstituten des BMELV
und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen des Bundes für
Forschungsprojekte und -arbeiten zum ökologischen Landbau seit 2008 aufgewendet
(bitte nach Instituten, Projekt und Jahr aufschlüsseln)?
Eine Ausweisung der Eigenmittel getrennt nach Instituten, Projekten und den
Jahren ist bei der Vielzahl der Projekte nicht durchführbar, da die Infrastruktur
und die Mitarbeiter nur mit einem hohen Verwaltungsaufwand nach diesen
Kriterien zugeordnet werden könnten. Eine solch differenzierte Ausweisung der
Eigenmittel wird aus diesen Gründen von den Ressorteinrichtungen des BMELV
nicht verlangt.
Von anderen wissenschaftlichen Einrichtungen des Bundes wurden aus
Eigenmitteln keine Forschungsarbeiten zum ökologischen Landbau im engeren Sinne
durchgeführt. Gleichwohl sind die Forschungsinhalte vieler Projekte auch für
den ökologischen Landbau relevant.
5. Welche Eigenmittel wurden insgesamt aus den Ressortforschungsinstituten
des BMELV und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen des Bundes für
Forschungsprojekte und -arbeiten im Rahmen der Agrarforschung seit 2008
aufgewendet (bitte nach Instituten, Projekt und Jahr aufschlüsseln)?
Eine differenzierte Auflistung der Eigenmittel der Ressortforschungsinstitute
und anderer wissenschaftlicher Einrichtungen des Bundes ist aus den in der
Antwort zu Frage 4 aufgeführten Gründen nicht möglich.
6. In welcher Höhe wurden Drittmittel von den Ressortforschungsinstituten
des BMELV und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen des Bundes für
Forschungsprojekte und -arbeiten zum ökologischen Landbau seit 2008
akquiriert (bitte nach Instituten, Projekt und Jahr aufschlüsseln)?
Die Höhe der Drittmittel aufgeschlüsselt nach Instituten, Projekt und
zugehöriger Laufzeit kann der Übersicht zu Frage 3 entnommen werden.
Von anderen wissenschaftlichen Einrichtungen des Bundes wurden für
Forschungsprojekte und - arbeiten zum ökologischen Landbau seit 2008 keine
Drittmittel akquiriert.
7. Welcher Anteil der Drittmittel stammt aus dem „Bundesprogramm
Ökologischer Landbau“ (BÖL) bzw. „Bundesprogramm Ökologischer Landbau
und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft“ (BÖLN) (bitte nach
Instituten, Projekt und Jahr aufschlüsseln)?
In der Regel handelt es sich bei Forschungsprojekten um mehrjährige Vorhaben.
Eine trennscharfe Aufschlüsselung der Drittmittel nach Projekten und Jahr wäre
nur mit einem nicht zumutbar hohem Verwaltungsaufwand durchführbar, weil
dafür für jedes Projekt alle Zahlungen nach Jahren manuell ermittelt werden
müssten. Im Folgenden wird die Summe der Drittmittel für die einzelnen
Institute seit 2008 angegeben.
Friedrich-Löffler-Institut (FLI)
Die Höhe der Drittmittel beträgt rund 269 000 Euro (zu den Projekten siehe
Übersicht in der Antwort zu Frage 3).
Drucksache 17/6205 – 10 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeJulius Kühn-Institut (JKI)
Die Höhe der Drittmittel beträgt rund 3 328 000 Euro (zu den Projekten siehe
Übersicht zu Frage 3).
Max Rubner-Institut (MRI)
Die Höhe der Drittmittel beträgt rd. 457 000 Euro (zu den Projekten siehe
Übersicht zu Frage 3).
Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI)
Die Höhe der Drittmittel beträgt rd. 1 054 000 Euro (zu den Projekten siehe
Übersicht in der Antwort zu Frage 3).
8. Welcher Anteil der Drittmittel stammt aus Haushaltsmitteln der
Europäischen Union (bitte nach Instituten, Projekt und Jahr aufschlüsseln)?
Ausschreibungen der EU zum Thema ökologischer Landbau gibt es nur selten.
Vor diesem Hintergrund haben FLI, JKI und MRI keine EU-Mittel erhalten. Das
vTI hat rd. 270 000 Euro an EU-Mitteln erhalten (siehe Übersicht zu Frage 3).
9. In welcher Höhe wurden Drittmittel aus anderen Quellen von den
Ressortforschungsinstituten des BMELV und anderen wissenschaftlichen
Einrichtungen des Bundes für Forschungsprojekte und -arbeiten im Rahmen der
Agrarforschung seit 2008 akquiriert (bitte nach Instituten, Projekt, Jahr
und Geldgeber aufschlüsseln)?
Insgesamt wurden mehrere Hundert Drittmittelprojekte im Rahmen der
Agrarforschung seit 2008 akquiriert. Entsprechend aufbereitete Daten zu einzelnen
Projekten, Jahren und Geldgebern liegen nicht vor und können aufgrund der
Vielzahl der Projekte in der zur Verfügung stehenden Zeit auch nicht mit einem
zumutbaren Aufwand ausgewertet werden. Die folgenden Daten für die
einzelnen Institute beziehen sich auf die gesamte eingeworbene Drittmittelsumme im
Rahmen der Agrarforschung ohne BÖL/BÖLN und EU-Mittel für den
ökologischen Landbau seit 2008 bis einschließlich 2010.
Friedrich Löffler-Institut: 21 288 000 Euro
Julius Kühn-Institut: 20 369 000 Euro
Max Rubner-Institut: 11 060 000 Euro
Johann Heinrich von Thünen-Institut: 5 830 500 Euro.
10. Welche Publikationen wurden seit 2008 zu Forschungsergebnissen im
Bereich ökologischer Landbau von bundeseigenen oder vom Bund
geförderten Forschungsinstituten verfasst (bitte nach Instituten aufschlüsseln)?
Die erfolgten Publikationen sind in der Anlage zusammengestellt.
11. Welche Strategien haben die Ressortforschungsinstitute des BMELV und
andere wissenschaftliche Einrichtungen des Bundes bisher eingeleitet, um
die Forschung für den Ökolandbau in ihren Instituten dauerhaft zu
verankern (bitte nach Instituten aufschlüsseln)?
Durch den Senat der Bundesforschungsinstitute im Geschäftsbereich des BMELV,
der aus den vier Bundesforschungsinstituten (FLI, vTI, JKI, MRI), dem Bun-
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 11 – Drucksache 17/6205desinstitut für Risikobewertung (BfR) und sechs Einrichtungen der Leibniz-
Gemeinschaft (IAMO, ATB, IGZ, FBN, ZALF, DFA) besteht, wird die
fachlichwissenschaftliche Quervernetzung auch für den Ökolandbau gewährleistet,
insbesondere durch die seit 2002 bestehende Senatsarbeitsgruppe (SAG)
Ökolandbau. Sie dokumentiert den Stand der Forschung und führt Statusseminare durch.
Für 2012 ist eine internationale Tagung zum Ökolandbau geplant.
Friedrich-Löffler-Institut
Aspekte des ökologischen Landbaus werden am FLI in den verschiedenen
Fachinstituten berücksichtigt, da für einen großen Teil der Arbeiten eine
Differenzierung zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft nicht
sinnvoll ist. Die Forschungsarbeiten zur Tiergesundheit, Tierernährung,
Tierschutz und Tierhaltung sowie Nutztiergenetik dienen beiden Bereichen. Die
Ergebnisse werden häufig sowohl auf Fachtagungen des ökologischen Landbaus
als auch der konventionellen Tierhaltung vorgetragen. Darüber hinaus wurden
und werden am FLI auch Untersuchungen durchgeführt, die sich mit
spezifischen Problemen in der ökologischen Tierhaltung beschäftigen; aktuell z. B. ein
Projekt zu Puten-Herkünften in Kooperation mit Demeter. Eine weitere Projekt-
Kooperation ist mit Bioland geplant.
Julius Kühn-Institut
Die Forschung für den ökologischen Landbau ist ein immanenter Bestandteil
des Forschungsprogramms des JKI. Fragen zum ökologischen Landbau sind
sowohl in den institutsübergreifenden Forschungsaufgaben des JKI als auch den
Forschungsarbeiten der Fachinstitute des JKI fest verankert. Zur Koordinierung
wurde eine übergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet.
Die Forschung des JKI ist strategisch so aufgestellt, dass der größte Teil der
Forschungsprojekte allen Anbauverfahren zugute kommt. Zum Beispiel werden in
Untersuchungen zur Biologie neuer Schadorganismen Grundlagen für die
Entwicklung von Präventionsstrategien im konventionellen und ökologischen
Anbau erarbeitet.
Daneben werden in gesonderten Untersuchungen spezielle Probleme des
ökologischen Landbaus aufgegriffen, z. B. Alternativen zu kupferhaltigen
Pflanzenschutzmitteln.
Einen besonderen Focus legt das JKI auf praxisnahe Forschung. In
Feldversuchen und Demonstrationsversuchen sowie durch Zusammenarbeit mit
Praxisbetrieben werden praxisnahe Lösungen für den ökologischen Landbau erarbeitet
(z. B. für die Schädlingsregulierung im ökologischen Winterrapsanbau).
Forschungsergebnisse werden erfolgreich seit vielen Jahren in Fachgesprächen
thematisiert. Vom JKI wird darüber hinaus ein spezielles Internetportal gepflegt.
Max Rubner-Institut
Die Bestimmung und ernährungsphysiologische Bewertung gesundheitlich
relevanter Inhaltsstoffe in Lebensmitteln, Ressourcen erhaltende Verfahren der Be-
und Verarbeitung, die Qualitätssicherung pflanzlicher und tierischer
Lebensmittel sowie die Verbesserung der Ernährungsinformation sind wichtige
Forschungsschwerpunkte des MRI. Aspekte des ökologischen Landbaus sind dabei
in den Daueraufgaben der Institute des MRI in der Forschung zur „nachhaltigen
Prozess- und Produktqualität“ verankert sowie in diversen nationalen und
europäischen Forschungsprojekten, wie z. B. die Untersuchungen zur
Schlachtkörper- und Fleischqualität, zur Weiterentwicklung ausgewählter Methoden zur
Unterscheidung von ökologischen und konventionellen Produkten sowie zum
Nitritpökelsalz im Institut für Sicherheit und Qualität in Kulmbach.
Drucksache 17/6205 – 12 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeJohann Heinrich von Thünen-Institut
Forschungsaufgaben zum Ökolandbau sind für die vTI-Fachinstitute im
Geschäftsverteilungsplan verankert: Das Institut für Ökologischen Landbau
beschäftigt sich naturgemäß in toto mit Forschungsfragen zum Ökolandbau. Das
Institut für Betriebswirtschaft erstellt Sektoranalysen zum Ökolandbau
(Einkommenslage, Entwicklung der Betriebs- und Sektorstruktur), forscht und erarbeitet
Politikempfehlungen zur Ausgestaltung von Förderinstrumenten für den
ökologischen Landbau und analysiert – auch im Vergleich zu konventionellen
Produktionssystemen – auf betrieblicher Ebene die Wirtschaftlichkeit der
Milchproduktion, Fleischerzeugung, des Acker- und Gartenbaus im Ökolandbau. Das
Institut für Marktanalyse und Agrarhandelspolitik erstellt Marktanalysen unter
anderem auch für Bioprodukte. Die Institute für Biodiversität und für
Agrarrelevante Klimaforschung untersuchen themenbezogen auch ökologisch
bewirtschaftete Flächen.
Weiterhin erarbeitet das vTI derzeit ein strategisches Mittelfristkonzept für alle
Forschungsbereiche des vTI und formuliert darin Forschungsschwerpunkte
(Fokusthemen), die die vTI-Fachinstitute in interdisziplinärer Kooperation bzw. mit
externen Partnern bearbeiten. Fokusthemen zur ökologischen Milchviehhaltung,
zur Tiergerechtheitsbewertung und Verbraucherforschung widmen sich dabei
Ökolandbaufragen.
Aus strategischen Gründen beschäftigt das vTI seit 2010 einen
Forschungskoordinator, der seine Erfahrungen auch in die Anbahnung von Kooperationen und
die Akquise von Drittmittelprojekten zum Ökolandbau einbringt.
12. Welche Finanz- und Personalmittel wurden oder sollen dafür jeweils in
den einzelnen Instituten zur Verfügung gestellt werden?
Die Finanz- und Personalkalkulation der Institute hängt von konkreten
Themensetzungen von dem geplanten Einsatz von Finanz- und Personalmitteln in
anderen Forschungsgebieten und insbesondere von entsprechenden
Förderprogrammen auch auf EU-Ebene ab. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass eine
Differenzierung in ökologische und konventionelle Forschungsprojekte häufig
nicht sinnvoll ist, weil die Ergebnisse für beide Bewirtschaftungsformen von
Interesse sein können. Zu den spezifischen Ressourcen für das Institut für
Ökologischen Landbau des vTI wird auf die Antwort zu Frage 22 verwiesen.
13. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um die
Ökolandbauforschung in sämtliche Forschungsinstitutionen und Forschungsprogramme
zu integrieren?
In allen relevanten Forschungsprogrammen des Bundes können Projekte zum
ökologischen Landbau gefördert werden. Nach der Erweiterung des
Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) um andere Formen nachhaltiger
Landwirtschaft (BÖLN) werden nun auch verstärkt Projekte zum ökologischen
Landbau im Programm zur Innovationsförderung oder im Rahmen der Förderung zu
nachwachsenden Rohstoffen über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe
(FNR) gefördert.
14. Wie sichert die Bundesregierung ab, dass Forschungsprojekte im Rahmen
des ökologischen Landbaus auch außerhalb des BÖLN durch
Bundesprogramme gefördert werden, insbesondere im Rahmen der
Forschungsstrategie Bioökonomie?
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 13 – Drucksache 17/6205Forschungsfragen zum ökologischen Landbau werden im BMELV gebündelt.
Unter die Bioökonomiestrategie fallen Forschungsförderaktivitäten, die im
Zusammenhang mit der Nutzung von biologischen Ressourcen – wie Pflanzen,
Tiere oder Mikroorganismen – stehen. Entsprechend breit sind die
Anwendungen: Sie umfassen Entwicklungen für die Ernährung inklusiv der nachhaltigen
Agrarproduktion (Landtechnik, Tier- und Pflanzenzucht) ebenso wie sichere
und gesunde Lebensmittel sowie die Nutzung von Biomasse für stofflich-
industrielle und energetische Zwecke. Da viele Fragestellungen den ökologischen
Landbau ebenso betreffen wie die konventionelle Landwirtschaft, profitiert der
ökologische Landbau grundsätzlich von der Forschungsstrategie Bioökonomie.
Ein Teil der angesetzten 2,4 Mrd. Euro für die Bioökonomiestrategie stehen
damit im technologieoffenen wettbewerblichen Verfahren für Forschungsprojekte
zum ökologischen Landbau zur Verfügung. Auch die Ausgaben für das BÖLN
sind Teil der geplanten Gesamtausgaben der Forschungsstrategie.
Zudem wird auf die Antwort zu Frage 13 verwiesen.
15. Plant die Bundesregierung dazu Ausschreibungen für Forschungsprojekte
mit dem Fokus auf den ökologischen Landbau oder spezifische Quoten bei
der Mittelvergabe?
Spezifische Ausschreibungen zum ökologischen Landbau gibt es im Rahmen
des Bundesprogramms für ökologischen Landbau und andere Formen
nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). Bei allen anderen thematisch relevanten und
technologieoffenen Ausschreibungen der Forschungsprogramme können
grundsätzlich auch Projekte zum ökologischen Landbau gefördert werden. Es gibt keine
Quoten bei der Mittelvergabe. Für das BÖLN sind im Haushaltplan insgesamt
8,375 Mio. Euro rein für Forschungs- und Entwicklungsprojekte
festgeschrieben.
16. Wie überprüft und dokumentiert die Bundesregierung, dass
Forschungsprojekte im Rahmen des ökologischen Landbaus auch außerhalb des
BÖLN durch Bundesprogramme gefördert werden?
Forschungsprojekte, die durch Bundesprogramme im Rahmen der
Projektförderung finanziell gefördert werden, werden in der internen Zuwendungsdatenbank
des Bundes dokumentiert. Es besteht hier die Möglichkeit, frühzeitig im
Rahmen der Frühkoordinierung Fachinformationen zu den Projekten zu erhalten.
17. Welche Forschungsprojekte zum ökologischen Landbau wurden seit 2008
bei anderen vom Bund geförderten Wissenschaftseinrichtungen durch den
Bund bewilligt (bitte nach Einrichtungen aufschlüsseln)?
18. Welche Mittel stammten dabei aus dem BÖL bzw. BÖLN?
Beide in der Antwort zu Frage 17 genannten Projekte wurden aus BÖL-Mitteln
finanziert.
Thema Institution Mittel
Fachgespräch "Klimawandel
und Ökolandbau"
Kuratorium für Technik und Bauwesen in
der Landwirtschaft e.V.
39.573 €
Datensammlung "Ökologischer
Landbau"
Kuratorium für Technik und Bauwesen in
der Landwirtschaft e.V.
281.113 €
Drucksache 17/6205 – 14 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode19. Welche Mittel stammten dabei aus anderen Haushaltstiteln des Bundes?
Aus anderen Haushaltstiteln wurden keine Mittel verausgabt.
20. Für welche Institutionen wurden seit Beginn dieses Jahres Mittel aus dem
BÖLN bewilligt und in welcher Höhe?
Die gewünschten Angaben können der folgenden Übersicht entnommen
werden.
Nr. geförderte Institution Mittel
1. AOEL e.V., Lebensmittelkunde & Qualität 23.250 €
2. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenbau und
Pflanzenzüchtung
356.634 €
3. Bioland e. V. Bundesgeschäftsstelle 173.700 €
4. Biopark e.V. 10.500 €
5. Bundesverband Naturkost Naturwaren Einzelhandel e.V. 11.250 €
6. Bundesverband Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel e.V. 21.000 €
7. Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Tierzucht und
Tierhaltung
57.830 €
8. Demeter Bayern - Biologisch-Dynamische Vereinigung e.V. 48.750 €
9. Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum - Rheinpfalz, Kompetenzzentrum
Gartenbau
138.637 €
10. Fachhochschule Osnabrück, Fakultät Agrarwissenschaften und
Landschaftsarchitektur
95.621 €
11. Forschungsinstitut für biologischen Landbau Deutschland e.V. (FIBL) 223.945 €
12. Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise e.V. 40.500 €
13. Gäa - Vereinigung ökologischer Landbau e. V. 24.000 €
14. Georg-August-Universität Göttingen, Abteilung Pflanzenzüchtung 67.898 €
15. Julius Kühn-Institut, Institut für Pflanzenschutz im Gartenbau und Forst
Kleinmachnow
136.295 €
16. Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee Bavendorf 43.650 €
17. KULTURSAAT e.V., Echzell 99.043 €
18. KWS Saat AG, Institut für Pflanzenzüchtung 58.224 €
19. Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg, Außenstelle
Mühlheim, Deutscher Sojaförderring
28.153 €
20. Life Food GmbH, Projektteam Labortofurei 37.376 €
21. Öko-BeratungsGesellschaft mbH 97.650 €
22. Öko-Obstbau Norddeutschland Versuchs- und Beratungsring e.V. 57.500 €
23. Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Abteilung
Ökologischer Landbau
38.037 €
24. Staatliches Weinbauinstitut Freiburg, Abteilung Biologie 95.930 €
25. Stiftung Ökologie und Landbau 10.500 €
26. Technische Universität München, Lehrstuhl für Renaturierungsökologie 36.300 €
27. Thüringer Ökoherz e.V., Förderverein für ökologischen Landbau,
Landschaftspflege Naturschutz und naturgemäße Lebensführung in Thüringen
e.V.
9.450 €
28. Universität Hohenheim, Landessaatzuchtanstalt (720) 127.089 €
29. Universität Kassel, Fachgebiet Agrar- und Lebensmittelmarketing 35.563 €
2.204.275 €
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 15 – Drucksache 17/620521. Welche Themen werden säulen- und fachinstitutionsübergreifend
zusammen mit dem Institut für Ökologischen Landbau des von Thünen-Instituts
in Trenthorst zum Thema „Ökolandbau“ in den
Bundesforschungsinstitutionen bearbeitet?
Innerhalb des vTI kooperieren die Institute für Betriebswirtschaft, für
Marktanalyse und Agrarhandelspolitik und für Agrartechnologie und
Biosystemtechnik mit dem vTI-Institut für Ökolandbau zu Fragen der Ökonomie, der
Nachfrage nach Bioprodukten sowie der emissionsoptimierten Tierhaltung. Die vTI-
Institute für Agrarrelevante Klimaforschung und für Biodiversität arbeiten mit
dem Institut für Ökolandbau im Vorhaben „Klimawirkungen und Nachhaltigkeit
ökologischer und konventioneller Betriebssysteme – Untersuchungen in einem
Netzwerk von Pilotbetrieben“ zusammen.
Zu Fachinstituten anderer Bundesforschungsinstitutionen, z. B. des JKI, pflegt
das Institut für Ökolandbau regelmäßige Kontakte.
Das Institut nimmt die Geschäftsführung für die Senatsarbeitsgruppe
Ökolandbau wahr.
22. Welche Unterstützung wird dem von Thünen-Institut für Ökologischen
Landbau in Trenthorst gegeben, wichtige Fragen des Ökolandbaus zu
bearbeiten?
b) Wie sind die Eigenmittelressourcen gestaltet?
b) In welchem Zeitraum und mit welchen Inhalten findet eine mögliche
Unterstützung statt?
Größe und Unterstützung des Instituts für Ökologischen Landbau bemessen sich
am Zukunftskonzept des BMELV für seine Ressortforschung. Daraus leiten sich
die Ausstattung des Instituts mit Wissenschaftler-Planstellen sowie die
Zuweisung von Haushaltsmitteln entsprechend dem vTI-internen Verteilungsschlüssel
ab, um den Institutsbetrieb zu sichern sowie die umfangreichen Baumaßnahmen
in Trenthorst zu realisieren.
Mittelausstattung des vTI-Instituts für Ökologischen Landbau
Stand und Perspektiven
Finanzplan Kapitel 1016
Titel* 2010(Soll)
2011
(Schätzung)
2012
(Schätzung)
2013
(Schätzung)
511 01 122.228 122.200 122.200 122.200
514 01 114.700 114.700 114.700 114.700
523 01 3.310 3.300 3.300 3.300
527 01 7.487 7.400 7.400 7.400
544 01 152.817 152.800 152.800 152.800
Gesamt 400.542 400.400 400.400 400.400
* Ohne die Titel 517 01 (Bewirtschaftung der Grundstücke, Gebäude und Räume) und 519 01 (Unterhaltung
der Grundstücke und baulichen Anlagen)
Drucksache 17/6205 – 16 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeAnlage zu Frage 10
Drucksache 17/6205 – 18 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 20 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 22 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 24 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 26 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 28 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 30 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 32 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 34 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 36 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 38 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 40 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 42 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 44 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 46 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 48 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 50 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 52 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 54 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 56 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 58 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 60 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 62 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 64 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 66 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Drucksache 17/6205 – 68 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]