[Deutscher Bundestag Drucksache 17/9501
17. Wahlperiode 27. 04. 2012 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Jan van Aken,
Sevim Dağdelen, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 17/9211 –
Umfang von Werbemaßnahmen der Bundeswehr im Jahr 2011
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Fraktion DIE LINKE. erkundigt sich regelmäßig nach vorgesehenen
Werbemaßnahmen der Bundeswehr, insbesondere den Aktivitäten des Zentralen
Messe- und Eventmarketings. In der Vergangenheit hat die Öffentlichkeits-
und Personalwerbung der Bundeswehr stark zugenommen. Die Fragesteller
haben dies bereits mehrfach als Militärpropaganda kritisiert und halten es für
unverantwortlich, den Dienst in der Bundeswehr als „Job“ darzustellen und
dafür gar in Schulen Reklame zu machen. Die vorliegende Anfrage soll eine
Übersicht über tatsächlich durchgeführte Messebeteiligungen und
Werbemaßnahmen im Jahr 2011 geben. Die Zahlen für die vorangegangenen Jahre sind
der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 17/4973 zu entnehmen.
Vo r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Fragesteller vermischen, trotz mehrfacher Klarstellungen im Rahmen der
Beantwortung der von ihnen eingereichten „regelmäßigen“ Anfragen, erneut
die inhaltlich voneinander getrennten Maßnahmen der Personalwerbung und
der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr. Die dahinter stehende Absicht ist
bekannt. Die Informationsarbeit der Bundeswehr, die in der Kleinen Anfrage als
„Militärpropaganda“ bezeichnet wird, ist eine vom Bundesverfassungsgericht
der Bundesregierung auferlegte Pflicht (BVerfG vom 2. März 1977). Die
Bundeswehr muss, darf und wird auch zukünftig für sich werben bzw. über sich
informieren. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Verteidigung vom 26. April 2012
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/9501 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode1. Wie gestaltete sich die Tätigkeit der Jugendoffiziere 2011?
a) Wie viele Vorträge von Jugendoffizieren fanden in
– Hauptschulen,
– Realschulen,
– Gymnasien,
– Berufsschulen,
– anderen Schultypen (bitte nennen)
statt, und wie viele Schülerinnen und Schüler wurden dabei jeweils pro
Schultyp sowie insgesamt erreicht?
Auf welche Klassenstufen konzentrierten sich die Vorträge?
Die Angaben zu den Vorträgen und den Teilnehmerzahlen der Schülerinnen
und Schüler sind der Anlage 1 zu entnehmen. Die Vorträge konzentrierten sich
auf die Klassenstufen 9 bis 12.
b) An wie vielen Diskussionsveranstaltungen haben sich Jugendoffiziere
jeweils in Haupt-, Realschulen, Gymnasien, Berufsschulen und anderen
Schultypen beteiligt, und wie viele Schülerinnen und Schüler wurden
dabei jeweils pro Schultyp sowie insgesamt erreicht?
Die Angaben zu den Diskussionsveranstaltungen und den Teilnehmerzahlen
der Schülerinnen und Schüler sind der Anlage 1 zu entnehmen.
c) Wie viele Schülerinnen und Schüler wurden von Jugendoffizieren
anlässlich von Truppenbesuchen erreicht (bitte Anzahl der
Truppenbesuche, teilnehmende Schultypen, Klassen bzw. Jahrgangsstufen nennen
und die jeweilige Zahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern
angeben)?
Die Angaben zu den Besuchen bei der Truppe und den Teilnehmerzahlen der
Schülerinnen und Schüler sind der Anlage 1 zu entnehmen. Im Schwerpunkt
handelte es sich um die Klassenstufen 9 bis 12.
d) Wie viele Jugendliche wurden von den Jugendoffizieren außerhalb der
Schule erreicht (bitte Gesamtzahl der erreichten Jugendlichen angeben
und nach wichtigsten Veranstaltungsformaten unterteilen)?
Außerhalb der Schulen haben die Jugendoffiziere dezentrale
sicherheitspolitische Seminare/Seminarfahrten durchgeführt. Die Angaben zu den
Teilnehmerzahlen der Schülerinnen und Schüler sind der Anlage 1 zu entnehmen.
e) Wie viele POL&IS-Simulationen (POL&IS = Politik und Internationale
Sicherheit) haben Jugendoffiziere 2011 angeboten, und wie viele
Schülerinnen und Schüler haben daran teilgenommen?
Wie verteilen sich diese Teilnehmerzahlen auf Klassen,
Jahrgangsstufen, Schultypen bzw. andere Zusammenschlüsse (wie etwa
Jugendvereine usw.)?
Die Angaben zu den POL&IS-Seminaren und den Teilnehmerzahlen der
Schülerinnen und Schüler sind der Anlage 1 zu entnehmen. Es handelte sich im
Schwerpunkt um die Klassenstufen 10 bis 12.
f) Wie sind etwaige signifikante Unterschiede zur Statistik der Vorjahre
zu erklären?
Die Statistik wird erst mit dem Jahresbericht 2011 abschließend erhoben.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 3 – Drucksache 17/95012. Wie viele Veranstaltungen mit Lehrerinnen und Lehrern bzw.
Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern haben Jugendoffiziere 2011
durchgeführt (bitte nach Art der Veranstaltung und Dauer untergliedern und Zahl
der jeweiligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeben)?
Wie viele Veranstaltungen mit weiteren Multiplikatorinnen und
Multiplikatoren (bitte Spektrum angeben) haben Jugendoffiziere 2011
durchgeführt, und wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sie dabei
erreicht?
Die Angaben zu den Veranstaltungen mit Lehrern und Lehramtsanwärtern
sowie mit Multiplikatoren und den Teilnehmerzahlen sind der Anlage 1 zu
entnehmen.
3. Wie viele Dienstposten gab es 2011 für haupt- und nebenamtliche
Jugendoffiziere, und wie viele davon waren tatsächlich besetzt?
2011 gab es 94 Dienstposten für hauptamtliche Jugendoffiziere, von denen 90
besetzt waren. Es gab 2011 260 Dienstposten für nebenamtliche
Jugendoffiziere, von denen 220 besetzt waren.
4. Wie viele Termine hat der KarriereTreff Bundeswehr 2011
wahrgenommen, und wie ist ein etwaiger signifikanter Unterschied zu den Zahlen der
Vorjahre zu erklären?
Welche Kosten entstanden 2011?
Wie viele Gesprächskontakte wurden dabei erfasst (bitte nach
Qualitätskontakten, Langfristkontakten und einfachen Informationsgesprächen
differenzieren)?
In 2011 wurden durch den KarriereTreff (KT) insgesamt 33 Termine
wahrgenommen. Es war kein signifikanter Unterschied zu den Zahlen der Vorjahre
feststellbar. Insgesamt entstanden für den KT in 2011 Ausgaben in Höhe von
1 045 606,24 Euro.
Es wurden 14 142 Gesprächskontakte erfasst, die sich wie folgt aufteilen:
5. An wie vielen Messen, Ausstellungen und ähnlichen Veranstaltungen zum
Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit oder Personalwerbung hat die
Bundeswehr 2011 teilgenommen, und wie ist ein etwaiger signifikanter
Unterschied zu den Zahlen der Vorjahre zu erklären?
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit hat die Bundeswehr erneut an sieben
Fach- und Verbrauchermessen teilgenommen. Darüber hinaus erfolgte die
traditionelle Teilnahme an zwei Veranstaltungen der Bundesregierung:
„Einladung zum Staatsbesuch 2011/Tag der offenen Tür“ und „Tag der Deutschen
Einheit 2011“.
Im Rahmen der Personalwerbung hat die Bundeswehr an insgesamt 1 647
Veranstaltungen teilgenommen.
Qualitätskontakte Langfristkontakte Informationsgespräche
2 928 2 157 9 057
Drucksache 17/9501 – 4 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodea) Wie viele dieser Termine wurden jeweils vom Zentralen Messe- und
Eventmarketing, von den Zentren für Nachwuchsgewinnung bzw.
anderen Bereichen der Bundeswehr wahrgenommen, und welche Kosten
sind für jeden dieser Bereiche entstanden?
Für die Öffentlichkeitsarbeit hat das Zentrale Messe- und Eventmarketing die
sieben Fach- und Verbrauchermessen wahrgenommen. Dabei wurden
Haushaltsmittel in Höhe von ca. 357 000 Euro aufgewendet. Die Teilnahme an den
Veranstaltungen der Bundesregierung erfolgte durch die Organisationsbereiche
der Bundeswehr; hierfür wurden ca. 174 500 Euro aufgewendet.
Für die Personalwerbung hat das Zentrale Messe- und Eventmarketing 2011 an
43 Messen und Veranstaltungen teilgenommen. Hierbei entstanden Ausgaben
in Höhe von ca. 1 323 770 Euro.
Die Zentren für Nachwuchsgewinnung haben 2011 an 1 511 Messen,
Ausstellungen und ähnlichen Veranstaltungen zum Zwecke der Personalwerbung
teilgenommen. Hierbei entstanden Ausgaben in Höhe von ca. 812 070 Euro.
Durch das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung wurden 93
Veranstaltungen durchgeführt. Hierbei entstanden Ausgaben in Höhe von 137 750 Euro.
Ein signifikanter Unterschied zu den Zahlen der Vorjahre ist nicht erkennbar.
b) Bei wie vielen dieser Termine wurden welche Werbemodule (Exponate,
Infomobile, Infotrucks, Kofferstände usw.) genutzt?
Für die Öffentlichkeitsarbeit wurde bei vier Fach- und Verbrauchermessen
jeweils eines der nachstehenden Exponate (militärisches Großgerät) eingesetzt:
Geschütztes Radfahrzeug MUNGO; Waffenträger WIESEL; Spähfahrzeug
FENNEK; Geländegängiges Vierrad QUAD; Darstellungsgerät Ankertaumine;
Flugkörpermodell SEA SPARROW. Bei einer der beiden Veranstaltungen der
Bundesregierung wurden eingesetzt: geschütztes Radfahrzeug EAGLE
(Sanität); geschütztes Radfahrzeug DINGO; Model EuroOHAWK; drei
Salutgeschütze des Wachbataillons des Bundesministeriums der Verteidigung
(BMVg).
Für die Personalwerbung wurden die unterschiedlichen Werbemodule wie folgt
eingesetzt:
* bei Exponaten handelt es sich nicht um Werbemodule/personalwerbliche Einsatzmittel.
c) An wie vielen dieser Veranstaltungen haben Wehrdienstberater
teilgenommen?
Wehrdienstberater nahmen an acht Veranstaltungen der Öffentlichkeitsarbeit
als Ansprechpartner zum Thema „Arbeitgeber Bundeswehr“ teil.
Wehrdienstberater nahmen an 1 554 Veranstaltungen der Personalwerbung teil.
6. Wie viele Personen hat die Bundeswehr bei diesen Anlässen insgesamt
erreicht?
Bei den neun Veranstaltungen der Öffentlichkeitsarbeit (gemäß Antwort zu
Frage 5) konnten ca. 1 246 400 Besucher erreicht werden. Insgesamt wurden
im Jahr 2011 bei den Anlässen der Personalwerbung 10 240 070 Personen
erreicht.
Exponate* Infomobil Infotruck Messestand Kofferstand
314 321 259 260 841
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 5 – Drucksache 17/9501a) Welche Anteile entfallen dabei schätzungsweise auf die Zielgruppe der
(potentiell) einberufungsnahen Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen
sowie deren relevanten Umfeld?
Eine – auch auf Schätzungen beruhende – Erfassung der Kontakte erfolgte bei
Auftritten im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit nicht. Die sicherheits- und
verteidigungspolitischen Inhalte der Öffentlichkeitsarbeit richten sich an die
gesamte Bevölkerung.
Von den 10 240 070 durch die Personalwerbung erreichten Personen entfallen
schätzungsweise ca. 30 Prozent auf die Zielgruppe der (potentiell)
einberufungsnahen Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen sowie deren relevanten
Umfeld.
b) Wie viel Gesprächskontakte wurden dabei erfasst (bitte nach
Qualitätskontakten, Langfristkontakten und einfachen Informationsgesprächen
differenzieren)?
Für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit wird auf die Antwort zu Frage 6a
verwiesen.
Im Bereich der Personalwerbung wurden dabei nachstehende
Gesprächskontakte erfasst:
7. Wie gestaltete sich die Tätigkeit der Wehrdienstberater im Jahr 2011?
a) Wie viele Vorträge von Wehrdienstberatern fanden in
– Hauptschulen,
– Realschulen,
– Gymnasien,
– Berufsschulen,
– anderen Schultypen (bitte nennen)
statt, und wie viele Schülerinnen und Schüler wurden dabei jeweils pro
Schultyp sowie insgesamt erreicht?
Auf welche Klassenstufen konzentrierten sich die Vorträge?
In den folgenden Schultypen wurden in 2011 insgesamt 10 889
Informationsvorträge durch die Wehrdienstberatung wie folgt durchgeführt:
Dabei wurden insgesamt 235 695 Schülerinnen und Schüler erreicht. Diese
verteilen sich wie folgt auf die Schultypen:
Die Informationsvorträge konzentrieren sich dabei auf die jeweiligen
Abschlussklassen der unterschiedlichen Schulformen bzw. dem dritten
Ausbildungsjahr der Auszubildenden in den Berufsschulen.
Qualitätskontakte Langfristkontakte Informationsgespräche
49 283 49 333 263 803
Hauptschulen Realschulen Gymnasien Berufsschulen
861 2 984 2 246 4 798
Hauptschulen Realschulen Gymnasien Berufsschulen
18 511 67 456 51 065 99 683
Drucksache 17/9501 – 6 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodeb) An wie vielen Diskussions- oder sonstigen Veranstaltungen haben sich
Wehrdienstberater jeweils an diesen Schultypen beteiligt, und wie viele
Schülerinnen und Schüler wurden dabei jeweils pro Schultyp sowie
insgesamt erreicht?
Diesbezügliche Daten wurden im Jahr 2011 nicht erfasst, da diese für den
Arbeitsprozess nicht relevant sind.
c) Wie viele Schülerinnen und Schüler wurden von Wehrdienstberatern
anlässlich von Truppenbesuchen erreicht (bitte Anzahl der
Truppenbesuche, teilnehmende Schultypen, Klassen bzw. Jahrgangsstufen nennen
und die jeweilige Zahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern
angeben)?
2011 wurden durch Wehrdienstberater bei Truppenbesuchen insgesamt 29 833
Schülerinnen und Schüler erreicht. Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmer
handelte es ich dabei um Angehörige folgender Schulformen:
• Hauptschule
• Realschule
• Gymnasien
• Berufsschule
• Volkshochschule.
Dabei fanden 871 Truppenbesuche im Klassenrahmen statt. Daten zu
entsprechenden Klassen/Jahrgangsstufen sowie die jeweilige Stärke der einzelnen
Besuchergruppen wurden in 2011 nicht gesondert erfasst.
d) Wie viele Schüler wurden anderweitig an Schulen erreicht (bitte nach
wichtigsten Veranstaltungsarten, Schultypen und Klassen bzw.
Jahrgangsstufen differenzieren)?
Es wurden keine Schüler anderweitig an Schulen erreicht.
8. Wie viele Vorträge und sonstige Veranstaltungen haben Wehrdienstberater
und ggf. andere Bundeswehrangehörige 2011 an Jobcentern,
Arbeitsagenturen und Berufsinformationszentren durchgeführt, und wie viele
Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sie dabei erreicht?
Durch die Wehrdienstberatung wurden insgesamt 850 Vorträge durchgeführt.
Sonstige Veranstaltungen an Jobcentern, Arbeitsagenturen und
Berufsinformationszentren fanden nicht statt.
Auf die einzelnen Bereiche verteilen sich die Vorträge wie folgt:
Insgesamt wurden 20 105 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht.
Jobcenter Arbeitsagenturen Berufsinformationszentren
20 627 203
Jobcenter Arbeitsagenturen Berufsinformationszentren
167 12 858 7 080
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 7 – Drucksache 17/95019. An welchen weiteren Veranstaltungen mit personalwerblicher Relevanz
haben Wehrdienstberater 2011 teilgenommen, und wie viele Jugendliche
und junge Erwachsene haben sie dabei erreicht?
Wehrdienstberater haben an den wie folgt aufgeführten acht weiteren
Veranstaltungen mit personalwerblicher Relevanz teilgenommen, dabei wurden
insgesamt 7 800 Jugendliche und junge Erwachsene erreicht.
10. Wie viele Jugendliche wurden von den Wehrdienstberatern außerdem
erreicht (bitte Gesamtzahl der erreichten Jugendlichen angeben und nach
den wichtigsten Veranstaltungsformaten unterteilen)?
Es wurden keine weiteren Jugendlichen erreicht.
11. Wie viele Veranstaltungen mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
haben die Wehrdienstberater durchgeführt (bitte nach Art der
Veranstaltung, Kreis der Teilnehmer und Anzahl differenzieren)?
Die Anzahl der Veranstaltungen wurde nicht erfasst. Insgesamt wurden 7 490
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren erreicht.
12. Wie viele Dienstposten für Wehrdienstberater gab es 2011, und wie viele
davon waren tatsächlich besetzt?
Mit Stand Dezember 2011 gab es insgesamt 390 Dienstposten für
Wehrdienstberater, davon waren 372 besetzt.
Veranstaltung Ort Gesamtzahl der
Teilnehmer
SoccaFive Schulliga Wolfsburg 500
Jugendcamp Putlos Putlos 500
Jugendfeuerwehr Zeltlager Groß Lessen 1 800
BigBand und Kreisjugendfeuerwehrzeltlager Bückeburg 1 500
Kreisjugendfeuerwehrzeltlager Neustadt a. Rbge 1 200
Jugendfeuerwehr Zeltlager Heemsen 1 300
SoccaFive Wolfsburg 500
Bundesfinale Schulliga Wolfsburg 500
Veranstaltungen mit Multiplikatorinnen
und Multiplikatoren
Kreis der Teilnehmer Anzahl der Teilnehmer
Informationsvorträge Berufsberater, Lehrkräfte 5 536
Truppenbesuche Lehrer, Schulleiter 1 954
Drucksache 17/9501 – 8 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode13. Inwieweit verändert sich die Arbeit der Wehrdienstberater und
Jugendoffiziere durch die Schaffung des neuen „Organisationsbereichs
Personal“?
Welche Auswirkungen hat dies auf Struktur, Ausmaß und Inhalt der
Personal- und sonstigen Werbung?
Die Schaffung des Organisationsbereichs Personal hat keine Auswirkungen auf
die Facharbeit der Jugendoffiziere. Die Öffentlichkeitsarbeit ist von dieser
Maßnahme nicht betroffen.
Der Auftrag der Wehrdienstberater liegt unverändert in der Information und
Beratung von Interessentinnen und Interessenten für den freiwilligen Dienst in
der Bundeswehr. Aufgrund veränderter zukünftiger Strukturen erweitert sich
der anzusprechende Personenkreis für die Wehrdienstberatung auf
Interessentinnen und Interessenten für den Freiwilligen Wehrdienst.
14. Wie soll die Arbeit der im Stationierungskonzept der Bundeswehr von
Oktober 2011 genannten, ständig besetzten 110 „Karriereberatungsbüros
Bundeswehr“ sowie den bis zu 200 mobilen Büros gestaltet werden?
a) Über welche materiellen und personellen Ressourcen verfügen diese
Büros (bitte Dienstgrade mit angeben)?
Arbeiten die Wehrdienstberater in diesen Büros, oder haben die Büros
darüber hinaus Personal?
Bei den 110 Karriereberatungsbüros handelt es sich um ständig besetzte Büros,
deren personelle Stärke sich variabel zwischen zwei bis maximal sieben
Karriereberatern in Abhängigkeit von der Zielgruppe und den jeweiligen
Zuständigkeitsbereich darstellt.
Die Dienstgrade umfassen bei den militärischen Karriereberatern die
Dienstgrade Hauptmann/Kapitänleutnant bis Leutnant/Leutnant zur See und im
Bereich der Feldwebel die Dienstgrade Stabsfeldwebel/Stabsbootsmann bis
Oberfeldwebel/Oberbootsmann. Die Dotierung der zivilen Karriereberater umfasst
nach derzeitiger Planung die Amtsbezeichnungen Regierungsamtsrätin/
Regierungsamtsrat bis zur Ebene Regierungsinspektorin/Regierungsinspektor.
Die materielle Ausstattung eines Karriereberatungsbüros umfasst neben den
Büroräumen, Warte- und Lagerräume sowie eine IT-Ausstattung und bis zu
zwei Einsatzfahrzeuge.
Die 200 mobilen Büros sind temporär besetzte, kostenneutrale
Außenberatungsstellen (z. B. in Landratsämtern, in Berufsinformationszentren), die über
kein zusätzliches Personal verfügen, sondern durch das Personal der 110
ständig besetzten Büros nach Bedarf betrieben werden. Sie besitzen keine
zusätzliche materielle Ausstattung.
b) Inwiefern verändert sich die Zahl der mit Personalwerbung befassten
Bundeswehrangehörigen (bitte exakte Zahlen nennen)?
Im Vergleich zur Personalstärke der aktuell flächendeckend eingesetzten
Wehrdienstberatungsbüros werden im Zuge der Einnahme der neuen Struktur 24
militärische Dienstposten gestrichen.
Zur Durchführung der Information und Beratung von Interessentinnen und
Interessenten für eine zivile Verwendung in der Bundeswehr wird je
Karriereberatungsbüro ein ziviler Karriereberater (insgesamt 110) neu eingesetzt werden.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/9501c) Welchen Schwerpunkttätigkeiten sollen diese Büros nachgehen?
Der Aufgabenschwerpunkt der Büros liegt in der Information und Beratung
von Interessentinnen und Interessenten über bzw. für eine Verwendung in der
Bundeswehr.
d) In welchem Verhältnis steht die Tätigkeit dieser Büros zu derjenigen
der (bisherigen) Wehrdienstberater?
Der Aufgabenschwerpunkt der Büros hat sich nicht verändert. Hinzu kommt
die Information und Beratung von Interessentinnen und Interessenten für den
Freiwilligen Wehrdienst, für Reservisten und für zivile Laufbahnen.
e) Welche signifikanten Unterschiede bei der Personalwerbung und
Rekrutierung verspricht sich die Bundesregierung durch die
Karriereberatungs- und mobilen Büros?
Signifikanter Unterschied ist die Personalgewinnung für den Arbeitgeber
Bundeswehr aus einer Hand (militärisch und zivil) und den damit verbundenen
Synergieeffekten zur Steigerung des Serviceangebotes für Interessentinnen und
Interessenten.
f) Welche Auswirkungen haben diese Büros auf Struktur und Inhalt der
(bisherigen) Arbeit der Personalwerbung?
Bei der Ausplanung der 110 ständig besetzten Karriereberatungsbüros kann auf
bestehende regionale Strukturen unter Berücksichtigung des erweiterten
Portfolios an Aufgaben zurückgegriffen werden.
Es handelt sich für die zukünftigen Karriereberatungsbüros im Schwerpunkt
um eine Aufgabenerweiterung, die keine signifikanten Auswirkungen auf
Inhalt und Struktur der bisherigen Arbeit der Personalgewinnung hat.
g) Inwieweit ist die Einrichtung der „Karriereberatungsbüros“ sowie der
mobilen Büros bereits umgesetzt, welche Effekte auf die
Personalwerbung erwartet die Bundesregierung von ihnen, und wie begründet sie
ihre Erwartungen?
Das erste Karriereberatungsbüro wurde am 2. April 2012 in Deggendorf
eröffnet, darüber hinaus wurden noch keine weiteren Büros neu aufgestellt. Bei den
genannten mobilen Büros handelt es sich um die bereits in der aktuellen
Struktur bestehenden, temporären Außenberatungsstellen, welche in der neuen
Struktur bestehen bleiben.
Die zukünftig flächendeckend aufgestellten Karriereberatungsbüros sollen
durch die Personalgewinnung aus einer Hand maßgeblich zur personellen
Bedarfsdeckung der Bundeswehr beitragen. Durch Steigerung des
Serviceangebotes, bessere Erreichbarkeiten sowie durch ein breit gefächertes
Informationsangebot zum Arbeitgeber Bundeswehr soll die personalwerbliche Zielgruppe
noch effektiver erreicht werden.
Diese Erwartungen begründen sich aus Analysen der Zielgruppenentwicklung
sowie Studien zum Berufsinformationsverhalten junger Menschen.
Drucksache 17/9501 – 10 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode15. Welche Kosten sind 2011 jeweils für Anzeigen der Bundeswehr in
Printmedien, Radios, im Fernsehen, in Kinos, im Internet, auf Plakatwänden
und anderen Medienformaten entstanden?
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sind Ausgaben für eine Anzeige in einem
Printmedium von 809,20 Euro und für eine Werbefläche in zwei U-Bahnhöfen
von 3 898,44 Euro entstanden.
Zusätzliche Ausgaben in Höhe von ca. 3 500 Euro sind entstanden für ein
Großbanner sowie 2 500 Euro für zwei Banden mit der Aufschrift „Wir.
Dienen. Deutschland.“
Im Bereich des Jugendmarketing sind Ausgaben für Printanzeigen zur
werblichen Kommunikation mit Jugendlichen in Höhe von ca. 142 000 Euro
entstanden.
Der Anteil an Ausgaben zur werblichen Kommunikation mit Jugendlichen im
Internet betrug ca. 72 500 Euro.
Im Bereich der Personalwerbung sind die folgenden Ausgaben entstanden:
a) Auf welche Printmedien verteilen sich diese Kosten im Wesentlichen
(bitte die zehn Printmedien namentlich nennen, in denen die meisten
Anzeigen finanziert wurden, unter konkreter Angabe der
Anzeigentermine und Kosten)?
Die Angaben sind in Anlage 3 aufgeführt.
b) Wie hoch war hierbei der Anteil für personalwerbliche Anzeigen und
für Anzeigen im Bereich allgemeiner Öffentlichkeitsarbeit und
Imagepflege (sofern sich dies trennen lässt)?
Auf die Antwort zu Frage 15 wird verwiesen.
c) Für welche weiteren Verwendungszwecke wurden Anzeigen
geschaltet?
Keine.
d) Welche Kosten sind bislang für die einzelnen Bereiche für das Jahr
2012 eingeplant, und wie erklären sich etwaige signifikante
Veränderungen?
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sind bislang keine entsprechenden
Ausgaben geplant.
Medienkanal Kosten 2011
Print ca. 2 242 000 Euro
Radio ca. 2 756 500 Euro
TV ca. 1 662 000 Euro
Kino ca. 11 500 Euro
Internet ca. 1 028 000 Euro
Plakatwände ca. 105 500 Euro
andere Medienformate ca. 890 000 Euro
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 11 – Drucksache 17/9501Die im Bereich der Personalwerbung derzeit geplanten Haushaltsmittel für
2012 in den einzelnen Bereichen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:
Die Begründung für die Veränderungen im Haushaltsmittelansatz liegt in der
erhöhten Haushaltsmittelzuweisung für die zusätzliche Durchführung der
Personalwerbung für den Freiwilligen Wehrdienst und für die Gewinnung von
Ingenieuren und Technikern.
e) Welche Agenturen waren 2011 mit der Konzeptionierung beauftragt
worden, und welche Kosten sind hierfür entstanden?
Die Konzeptionierung erfolgt durch die Bundeswehr. Bei der Erstellung des
personalwerblichen Mediaplanes und der Werbemittelschaltung wird die
Bundeswehr durch den Rahmenvertragspartner „Agentur Zenithmedia“ unterstützt
und beraten.
16. Welche weiteren, in den vorangestellten Fragen noch nicht enthaltenen
personalwerblichen sowie allgemein öffentlichkeitswirksamen
Bemühungen wurden im Jahr 2011 unternommen, welche Kosten sind dabei
jeweils entstanden, und wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer
wurden erreicht (sofern möglich, nach Altersgruppen unterscheiden)?
Weitere öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen sind der Anlage 1 zu
entnehmen.
Über die in vorherigen oder noch folgenden Fragen hinausgehende,
personalwerbliche Bemühungen wurden nicht getätigt.
17. Welche Film- und Hörfunkproduktionen hat die Bundeswehr 2011
unterstützt (bitte Titel, Hersteller, Ausstrahlungsdatum, Sender, Art der
Unterstützung und Kosten aufschlüsseln)?
Sind derzeit (weitere) derartige Unterstützungen beabsichtigt (bitte ggf.
nach gleichem Muster beantworten)?
Die Anzahl und Art der Unterstützungsleistungen nach Titel, Hersteller,
Ausstrahlungsdatum, Sender, Art der Unterstützung sowie derzeit geplante
Maßnahmen sind in Anlage 2 zusammengefasst. Die Unterstützungsleistungen für
die Einzelprojekte erfolgten im Rahmen der Ausbildung und Wahrnehmung
durch Pressefachpersonal. Es sind keine zusätzlichen Kosten entstanden.
Die hohe Zahl der durch Medienschaffende initiierten Projekte verdeutlicht das
hohe Interesse an unserer Bundeswehr. Die dabei häufig auch kritische
Berichterstattung trägt im Sinne der Bundesregierung zu Transparenz und Pluralität
bei.
Medienkanal gepl. Kosten 2012
Print 3 189 000 Euro
Radio 4 667 000 Euro
TV 3 340 000 Euro
Kino 20 000 Euro
Internet 1 881 000 Euro
Plakatwände 125 000 Euro
andere Medienformate 492 000 Euro
Drucksache 17/9501 – 12 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode18. Wie viele Zugriffe gab es 2011 auf die Internetseiten
https://treff. bundes-
wehr.de und
www.bundeswehr-karriere.de (bitte jeweils nach Quartalen
aufgliedern)?
Die Angaben sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:
Ein Fehler in der Statistiksoftware im zweiten Quartal führte in den Monaten
April (teilweise), Mai (gesamt) und Juni (teilweise) zu fehlerhaften (zu hohen)
Besucherzahlen. Die Zahlen sind nachträglich nicht zu korrigieren.
a) Welche Kosten sind mit diesen Internetseiten verbunden (hier bitte
auch ggf. Personal berücksichtigen)?
Im Auftrag des IT-Amtes der Bundeswehr betreibt die BWI
Informationstechnik GmbH im Rahmen des IT-Projektes HERKULES u. a. die Internetplattform
für die Onlinemedien der Bundeswehr. Die Internetauftritte
www.treff.bundes-
wehr.de und
www.bundeswehr-karriere.de sind Bestandteil des Internetportals
der Bundeswehr.
Die Aufwendungen in 2011 für den IT-Betrieb der Internetauftritte
(
www.treff.bundeswehr.de und
www.bundeswehr-karriere.de) sind im
Leistungsumfang des Hauptvertrages HERKULES enthalten und werden für das IT-
Projekt HERKULES insgesamt pauschal vergütet.
Für diese Betriebsleistung werden nach bisheriger Erfahrung im IT-Projekt
HERKULES für die o. a. Internetauftritte jährlich ca. 200 000 Euro geschätzt.
In dieser Schätzung sind auch die Betriebskosten für die „Clearspace-
Anwendung“ enthalten.
Für die Erstellung/Weiterentwicklung und den Betrieb des mobilen Auftritts von
„
www.bundeswehr-karriere.de“ sind in 2011 Kosten in Höhe von 41 697,60
Euro entstanden.
Für die Erstellung/Weiterentwicklung des Facebook-Profils von „
www.bundes-
wehr-karriere.de“ sind in 2011 Kosten in Höhe von 32 000 Euro entstanden.
b) Welche Kosten wurden für die Bewerbung dieser Homepages
verwandt, und inwiefern sind diese Kosten bereits in den Antworten zu
den Fragen 15 oder 16 enthalten?
Die Homepage „
www.bundeswehr-karriere.de“ ist grundsätzlich in jeder
Werbung des Personalmarketings als ein Bestandteil enthalten, da sie bei allen
überregionalen Werbemaßnahmen als zentraler Anlaufpunkt angegeben wird.
Ausschließlich die Homepage bewerbende Maßnahmen finden nicht statt. Dies
gilt im Bereich des Jugendmarketing für die Homepage
www.treff.bundes-
wehr.de entsprechend.
mil.bundeswehr-
karriere.de
1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal
Besuche: 751 205 3 016 282 627 392 657 580
Durchschnitt pro Tag: 8 346 33 145 6 819 7 147
treff.bundeswehr.de 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal
Besuche: 25 607 85 363 81 375 103 645
Durchschnitt pro Tag: 284 938 884 1 126
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 13 – Drucksache 17/9501Für die Bewerbung des mobilen Auftritts von „
www.bundeswehr-karriere.de“
sind in 2011 Kosten in Höhe von 54 991,74 Euro entstanden.
Für die Bewerbung des Facebook-Profils von „
www.bundeswehr-karriere.de“
sind in 2011 Kosten in Höhe von 20 899,87 Euro entstanden.
19. Welche Kooperationsvereinbarungen bestanden mit Medien im Jahr
2011, was beinhalteten diese, und welche Kosten entstanden hierbei (für
die jeweiligen Medien bitte getrennt ausführen)?
Welche Kooperationsvereinbarungen bestehen derzeit, und mit wem?
Im Jahr 2011 bestanden für den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit keine
Kooperationsvereinbarungen mit Medien.
Im Bereich des Jugendmarketing wurde 2011 eine Kooperation mit „Bravo“
geschlossen. Es entstanden keine Ausgaben und beinhaltete die Information zum
Event „Adventure Games“ für Jugendliche der treff.bundeswehr.de-Community
und Bravo-Leser. Derzeit bestehen im Bereich des Jugendmarketing keine
Kooperationsvereinbarungen.
Die Kooperationen mit Medien im Bereich der Personalwerbung in den Jahren
2011 und 2012 sowie deren Umfänge und Kosten, sind in der Anlage 4
aufgeführt.
20. Welche Kooperationsvereinbarungen hinsichtlich Personal- oder
Öffentlichkeitswerbung bestanden im Jahr 2011 mit Vereinen, Stiftungen,
Unternehmen (bitte vollständig aufzählen und Angaben zum Inhalt der
Vereinbarung sowie den entstandenen Kosten machen), und welche bestehen
derzeit?
Die gewünschten Angaben sind in Anlage 5 aufgeführt.
21. Wie hat sich die Auflagenhöhe der Zeitschrift „infopost“ im Jahr 2011
entwickelt, und welche Kosten entstanden dabei?
Die Auflagenhöhe betrug im Jahr 2011 rd. 664 700 Stück. Für vier Ausgaben
entstanden insgesamt Kosten in Höhe von ca. 99 232 Euro.
22. Wie erklären sich, im Vergleich zu den Vorjahren, etwaige signifikante
Veränderungen hinsichtlich der Kostenansätze bzw. Medienformate der
Werbemaßnahmen?
Die Personalwerbung orientiert sich bei der Planung und Durchführung ihrer
Maßnahmen am artikulierten Bedarf sowie an den Erwartungen und
Präferenzen der personalwerblichen Zielgruppen im Hinblick auf deren Informations-
und Kommunikationsverhalten.
Diesbezügliche Veränderungen oder Veränderungen der Zielgruppe an sich
machen eine Anpassung der personalwerblichen Maßnahmen erforderlich. Es
handelt sich somit um einen dynamischen Prozess, der ständigen Veränderungen
unterworfen ist.
Die bereits in der Antwort zu Frage 15d benannte Veränderung (Übernahme der
Personalwerbung für den Freiwilligen Wehrdienst) ist hierfür ein Beispiel.
Drucksache 17/9501 – 14 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode23. Wie hoch ist nach gegenwärtiger Einschätzung künftig der jährliche
Personalergänzungsbedarf der Bundeswehr, und wie hoch im Bereich der
Mannschaften und Zeitsoldaten (letztere möglichst nach
Verpflichtungsdauer untergliedert)?
In der neuen Personalstruktur sind insgesamt rund 37 200 Mannschaften SaZ
(Soldat auf Zeit) vorgesehen. Hierfür ist ein jährlicher Ergänzungsbedarf von
rund 3 800 Zeitsoldatinnen und -soldaten vorgesehen.
Die jeweiligen Anteile mit den geplanten durchschnittlichen
Verpflichtungszeiten ergeben sich aus nachstehender Tabelle:
24. Wie hoch war 2011 der Anteil der externen und internen Rekrutierung
(bitte sowohl absolute Zahlen als auch prozentuale Anteile nennen und
möglichst unterteilen in Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten)?
Im Jahr 2011 wurden insgesamt 17 719 Einstellungen und Erstverpflichtungen
vorgenommen. Der Anteil der externen Personalgewinnung lag mit 12 380
Einstellungen bei ca. 70 Prozent. Mit insgesamt 5 339 Erstverpflichtungen betrug
der Anteil der internen Personalgewinnung noch ca. 30 Prozent. Grundsätzlich
stellt der Arbeitgeber Bundeswehr das Nachwuchspersonal als SaZ ein.
Einstellungen unmittelbar als Berufssoldatin/Berufssoldat bilden regelmäßig die
Ausnahme (im Jahr 2011 zwei Fälle).
a) Wie hoch war der Anteil der freiwilligen Wehrdienst Leistenden an
der internen Rekrutierung (bitte zusätzlich die absoluten Zahlen
nennen)?
Im Jahr 2011 wurden insgesamt 5 003 FWDL (Freiwillig Wehrdienst
Leistenden) zu SaZ erstverpflichtet. Dies entspricht einer Quote von ca. 94 Prozent am
Gesamterfolg der internen Personalgewinnung.
b) Wie bewertet die Bundesregierung diese Zahlen?
Die Bundesregierung ist mit dem Ergebnis der militärischen
Personalgewinnung im Jahr 2011 sehr zufrieden. Die gesetzte Zielvorgabe von rund 18 400
Einstellungen und Erstverpflichtungen konnte zu ca. 96 Prozent erfüllt werden.
Trotz der kurzfristig erfolgten Aussetzung der verpflichtenden Ableistung des
Grundwehrdienstes und der damit einhergehenden schnellen Reduzierung der
Personalumfänge an GWDL (Grundwehrdienst Leistenden)/FWDL konnte die
interne Personalgewinnung mit rund 30 Prozent noch einen beachtlichen
Beitrag zum Gesamterfolg der militärischen Personalgewinnung leisten.
c) Wie schätzt die Bundesregierung die künftige Entwicklung des
Stellenwerts interner zu externer Personalgewinnung ein, und welche
Schlussfolgerungen zieht sie daraus für die Werbetätigkeit der
Bundeswehr?
Im Rahmen der militärischen Personalgewinnung wird der durch die externe
Personalgewinnung zu leistende Beitrag in den nächsten Jahren noch weiter
anwachsen. Durch den gezielt abnehmenden Umfang auf bis zu 12 500 FWDL
bereits zum Jahresende 2012, wird der Anteil der internen Personalgewinnung
am Gesamterfolg noch etwas abnehmen. Für 2012 ist derzeit noch ein Anteil
von gut 20 Prozent geplant. Dies entspricht in etwa auch dem planerischen An-
SaZ
25
SaZ
20–24
SaZ
15–19
SaZ
12–14
SaZ
8–11
SaZ
6–7
SaZ
4–5
SaZ
2–3
gesamt
150 300 3 150 7 400 20 700 1 000 4 350 150 37 200
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 15 – Drucksache 17/9501teil der internen Personalgewinnung nach Einnahme der neuen
Personalstruktur.
Der weiter wachsenden Bedeutung der externen Personalgewinnung nicht nur
für SaZ, sondern auch für FWDL, wird der Arbeitgeber Bundeswehr durch die
gesteigerte Werbetätigkeit in einem breiten Marketing-Mix gerecht.
25. Welche Gesamtkosten veranschlagt die Bundesregierung für den Bereich
der Personalwerbung sowie der weiteren Öffentlichkeitsarbeit für das
Jahr 2011 (soweit möglich bitte in Sach- und Personalkosten trennen)?
Im Haushaltsjahr 2011 wurden im Einzelplan 14 (BMVg) für den Bereich der
Nachwuchswerbung Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 16 Mio. Euro und
für den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit in Höhe von insgesamt 2,5 Mio. Euro
bereitgestellt.
26. Ist beabsichtigt, die Zahl der Jugendoffiziere und/oder Wehrdienstberater
in naher Zukunft signifikant zu verändern, und wenn ja, inwiefern und
warum?
Es ist nicht beabsichtigt, die Zahl der Jugendoffiziere zu verändern.
Im Zuge der Neustrukturierung der Personalgewinnungsorganisation der
Bundeswehr und Übernahme der personalwerblichen Information und Beratung für
die zivilen Laufbahnen der Bundeswehr werden künftig zusätzliche 110
Dienstposten für zivile Berater bestehen, die Anzahl an Wehrdienstberatern wird
um 23 reduziert.
27. Worauf liegt der inhaltliche Schwerpunkt der Personalwerbung der
Bundeswehr?
Inhaltliche Schwerpunkte der Personalwerbung der Bundeswehr liegen zum
einen in der weiteren Stärkung der Position der „Arbeitgebermarke
Bundeswehr“ im Vergleich zu den Mitkonkurrenten auf dem Arbeitsmarkt.
Zum anderen werden konkrete Berufsbilder und Laufbahnaspekte, hierbei
insbesondere Laufbahnen und Verwendungen mit besonderem Bedarf, in die
personalwerblichen Zielgruppen kommuniziert.
a) In welchem Verhältnis stehen Personalwerbung und allgemeine
Öffentlichkeitsarbeit (bitte möglichst ausdifferenzieren im Hinblick auf
die unterschiedlichen anzusprechenden Personenkreise wie
Jugendliche bzw. junge Erwachsene, deren soziales Umfeld, Multiplikatoren
usw.)?
Personalwerbung und Öffentlichkeitsarbeit sind getrennte Fachaufgaben. Die
Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr wendet sich unmittelbar an die gesamte
Bevölkerung im Inland. Ihre Projekte und Aktivitäten sind grundsätzlich mittel-
und langfristig angelegt. Besondere Zielgruppen der Öffentlichkeitsarbeit sind
ausgewählte Multiplikatoren, insbesondere Mandatsträger und in der
politischen Informations- und Bildungsarbeit tätige Verbände, Bildungsinstitutionen,
Organisationen und Gruppen, Lehrerinnen/Lehrer, Lehramtsanwärterinnen/
Lehramtsanwärter und Hochschullehrerinnen/Hochschullehrer bzw.
Dozentinnen/Dozenten sowie Jugendliche.
Die Personalwerbung für den „Arbeitgeber Bundeswehr“ orientiert sich an der
Öffentlichkeits- und Informationsarbeit der „Organisation Bundeswehr“, arbei-
Drucksache 17/9501 – 16 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodetet hierbei jedoch selbst- und eigenständig. Der Grundsatz der Marketinglehre
„Arbeitgebermarke folgt Unternehmensmarke“ findet, wo immer möglich,
Anwendung.
Die personalwerblichen Maßnahmen richten sich grundsätzlich an zwei
Zielgruppen. Primärzielgruppe sind junge Menschen im Altersband von 17 bis etwa
30 Jahren. Hier liegen sowohl beide Geschlechter als auch sämtliche
Bildungsabschlüsse im Fokus der Kommunikation. Sekundärzielgruppe sind
Multiplikatoren wie Eltern oder Lehrerinnen/Lehrer, die in der Phase der
Berufswahlentscheidung junger Menschen eine erhebliche Bedeutung haben.
b) Wie sollen diese Schwerpunkte konkret umgesetzt werden, und
welche Veränderungen ergeben sich hieraus für Art oder Anzahl der
Werbeformate?
Die Umsetzung der Schwerpunkte erfolgt durch unterschiedliche, sich
gegenseitig ergänzende Maßnahmenstränge. Zum einen wird über das komplette Jahr
die Arbeitgebermarke Bundeswehr in Zusammenhang mit besonderen
Verwendungen in unterschiedlichen Medien kommuniziert. Ergänzend werden mittels
großer Kampagnen besondere Laufbahnschwerpunkte, wie z. B. die Laufbahn
der Offiziere oder die Laufbahn der Mannschaften, kommuniziert.
Zur Unterstützung des Aufbaus der Marke als Arbeitgeber sowie einer
stringenten Wahrnehmung der Organisation in der Öffentlichkeit wird der aktuelle
Claim „Wir. Dienen. Deutschland.“ umfassend aufgegriffen. Darüber hinaus
werden Protagonisten und Testimonials im Rahmen einer möglichst
authentischen Darstellung gemeinsam und crossmedial genutzt.
Vor dem Hintergrund der Umsetzung der o. g. Schwerpunkte ergeben sich
derzeit keine weiteren Änderungen in der Art der Werbeformate. Deren Anzahl
wurde jedoch durch die personalwerbliche Umsetzung des Freiwilligen
Wehrdienstes als Teil der Laufbahn der Mannschaften erheblich erhöht.
28. Wie viele Große Zapfenstreiche und Gelöbnisse außerhalb militärischer
Liegenschaften wurden 2011 durchgeführt, und welche Kosten sind dabei
verursacht worden (bitte Angaben pro Jahr)?
Sind darin auch die Kosten für etwaige Polizeieinsätze zur Absicherung
der Militärzeremonien enthalten?
Im Jahr 2011 wurden insgesamt 95 (drei Große Zapfenstreiche/92 Feierliche
Gelöbnisse) außerhalb militärischer Anlagen durchgeführt.
Die hierfür ermittelten Kosten betragen ca. 404 000 Euro, wovon 52 067 Euro
auf den Einsatz von Militärmusik entfallen.
Die Kosten für etwaige Polizeieinsätze sind hierin nicht enthalten.
29. Wie viele Auftritte außerhalb militärischer Einrichtungen haben die
Musikkorps der Bundeswehr 2011 durchgeführt?
Im Jahr 2011 haben die Musikeinheiten der Bundeswehr insgesamt 852
Auftritte außerhalb militärischer Einrichtungen durchgeführt.
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ISSN 0722-8333]