BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 17Beantwortet

Einsätze von Wehrdienstberatern und Jugendoffizieren der Bundeswehr in den Jahren 2010 und 2011 nach Bundesländern

Von Jugendoffizieren und Wehrdienstberatern der Bundeswehr in den letzten Jahren an Schulen durchgeführte Veranstaltungen, Erklärung von Veränderungen bei den Einsatzzahlen, der Zahl der erreichten Schultypen sowie der erreichten Schüler, Auswirkungen der von der Bundeswehr mit einzelnen Bundesländern abgeschlossenen Kooperationsverträge über den Jugendoffiziereinsatz, Berichte der Jugendoffiziere zu den Kooperationsabkommen, Zusammenarbeit mit Landeszentralen für politische Bildung<br /> (insgesamt 9 Einzelfragen)

Fraktion

DIE LINKE

Ressort

Bundesministerium der Verteidigung

Datum

25.10.2012

Aktualisiert

26.07.2022

BT17/1093708.10.2012

Einsätze von Wehrdienstberatern und Jugendoffizieren der Bundeswehr in den Jahren 2010 und 2011 nach Bundesländern

Kleine Anfrage

Volltext (unformatiert)

[Deutscher Bundestag Drucksache 17/10937 17. Wahlperiode 08. 10. 2012 Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Jan Korte, Christine Buchholz, Annette Groth, Dr. Rosemarie Hein, Andrej Hunko, Stefan Liebich, Niema Movassat, Thomas Nord, Kathrin Vogler, Katrin Werner, Jörn Wunderlich und der Fraktion DIE LINKE. Einsätze von Wehrdienstberatern und Jugendoffizieren der Bundeswehr in den Jahren 2010 und 2011 nach Bundesländern Die Werbung unter Jugendlichen ist für die Bundeswehr ein unentbehrliches Mittel geworden, ausreichend neue Rekruten zu finden. Dabei setzt die Bundeswehr neben Veranstaltungen mit „Eventcharakter“ auch auf politische Überzeugungsarbeit sowie personalwerbliche Bemühungen direkt an Schulen. Wehrdienstberatern wurde im Jahr 2011 gestattet, alleine in Form von Vorträgen vor Schulklassen 235 695 Schülerinnen und Schülern die Vorzüge des Wehrdienstes – aus Sicht der Bundeswehr – zu präsentieren (Bundestagsdrucksache 17/9501, Antwort der Bundesregierung zu Frage 7). Zusammen mit anderen Auftrittsformaten wurden mindestens 396 174 Jugendliche durch die Wehrdienstberater erreicht (Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage 51 der Abgeordneten Ulla Jelpke auf Bundestagsdrucksache 17/8509). Jugendoffiziere erreichten an Schulen 133 624 Schülerinnen und Schüler. Solche Auftritte der Bundeswehr an Schulen stoßen mittlerweile auf breite Kritik. „Die GEW wendet sich entschieden gegen den zunehmenden Einfluss der Bundeswehr auf die inhaltliche Gestaltung des Unterrichts und der Lehreraus- und Fortbildung“, heißt es etwa in einem Beschluss des Hauptvorstandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft vom März 2010. Politische Bildung gehöre in die Hand ausgebildeten Fachpersonals und nicht von Jugendoffizieren. Bisweilen stoßen Wehrdienstberater und Jugendoffiziere auch auf direkte Proteste von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern sowie antimilitaristischen Gruppen. Die Bundeswehr hat in den letzten Jahren versucht, die Zusammenarbeit mit Schulen durch den Abschluss von Kooperationsverträgen mit den Kultus- bzw. Bildungsministerien der Länder zu verstetigen. Die Fragesteller erkundigen sich nach der Wirkung dieser Abkommen. Wir fragen die Bundesregierung: 1. Wie viele Veranstaltungen an Schulen (inklusive externen Veranstaltungen, deren Teilnehmerkreis im Wesentlichen an Schulen geworben wurde) haben Jugendoffiziere der Bundeswehr in den Jahren 2010 und 2011 in den einzelnen Bundesländern durchgeführt? a) Um welche Veranstaltungen handelte es sich dabei (bitte nach Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Truppenbesuchen, Seminaren und gegebenenfalls weiteren Veranstaltungsformaten aufgliedern), und wie viele Schülerinnen und Schüler wurden pro Veranstaltungsformat erreicht? b) Wie viele Veranstaltungen jeden Formats wurden jeweils in den einzelnen Bundesländern durchgeführt, und wie viele Schülerinnen und Schüler wurden pro Bundesland erreicht? Drucksache 17/10937 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode(Die Fragesteller gehen davon aus, dass eine Aufschlüsselung nach Bundesländern möglich oder eine solche rekonstruierbar ist.) 2. Wie viele Veranstaltungen an Schulen (inklusive externen Veranstaltungen, deren Teilnehmerkreis im Wesentlichen an Schulen geworben wurde) haben Wehrdienstberater der Bundeswehr in den Jahren 2010 und 2011 jeweils in den einzelnen Bundesländern durchgeführt? a) Um welche Veranstaltungen handelte es sich dabei (bitte nach Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Truppenbesuchen, Seminaren und gegebenenfalls weiteren Veranstaltungsformaten aufgliedern), und wie viele Schülerinnen und Schüler wurden pro Veranstaltungsformat erreicht? b) Wie viele Veranstaltungen jeden Formats wurden jeweils in den einzelnen Bundesländern durchgeführt, und wie viele Schülerinnen und Schüler wurden pro Bundesland erreicht? 3. An welchen Schulen haben Wehrdienstberater in den Jahren 2009, 2010 und 2011 jeweils wie viele Veranstaltungen durchgeführt (bitte vollständige Auflistung, aus der die Häufigkeit der Veranstaltungen hervorgeht, aufgegliedert nach Ortschaften und Schulnamen)? 4. An welchen Schulen haben Jugendoffiziere in den Jahren 2009, 2010 und 2011 jeweils wie viele Veranstaltungen durchgeführt (bitte vollständige Auflistung, aus der die Häufigkeit der Veranstaltungen hervorgeht, aufgegliedert nach Ortschaften und Schulnamen)? 5. Wie erklärt die Bundesregierung allfällige signifikante Veränderungen bei den Einsatzzahlen, der Zahl der erreichten Schultypen sowie der erreichten Schülerinnen und Schüler? 6. Wie erklärt die Bundesregierung die Abweichungen der Angaben über erreichte Zielgruppenangehörige bei den Jugendoffizieren zwischen dem Bericht der Jugendoffiziere vom 23. Mai 2012 und der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 17/9501 vom 27. April 2012 (insbesondere Anlage 1), die geringere Zahlen beinhaltet? 7. Mit welchen Landeszentralen für politische Bildung haben die Jugendoffiziere in den Jahren 2010 und 2011 kooperiert? a) Um welche Veranstaltungen ging es bei diesen Kooperationen? b) Welche Förderung für welche Zwecke genau wurde durch die Landeszentralen gewährt? 8. Wie wirken sich nach Einschätzung der Bundesregierung die mit den Bildungs- bzw. Kultusministerien einzelner Bundesländer abgeschlossenen Kooperationsabkommen mit den Jugendoffizieren aus? a) Inwiefern sind diese Auswirkungen messbar, etwa durch die Anzahl der Einsätze von Jugendoffizieren an Schulen? b) Sind derzeit weitere Kooperationsabkommen (mit weiteren Bundesländern) geplant oder werden derzeit verhandelt (wenn ja, bitte angeben, mit welchen Bundesländern)? 9. Aus welchen Bundesländern liegen mittlerweile Berichte der Jugendoffiziere zu den Kooperationsabkommen aus dem Jahr 2011 vor (bitte gegebenenfalls beifügen)? Berlin, den 8. Oktober 2012 Dr. Gregor Gysi und FraktionGesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de ISSN 0722-8333]

Ähnliche Kleine Anfragen