[Deutscher Bundestag Drucksache 18/3964
18. Wahlperiode 06.02.2015Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Jan van Aken,
Annette Groth, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/3802 –
Proteste gegen und Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte im vierten Quartal 2014
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Rassistische Hetze gegen Flüchtlinge und Asylsuchende sind seit Jahren
zentrales Thema der extremen Rechten und namentlich der NPD. Immer wieder
versuchen diese, Ressentiments und Vorurteile gegen Flüchtlinge zu schüren,
Proteste gegen geplante Unterkünfte zu initiieren oder vorhandene Proteste in
ihrem Sinne zu instrumentalisieren. Die NPD knüpft damit an vorhandene
rassistische Einstellungen in Teilen der Bevölkerung an, wie sie u. a. in der
Langzeitstudie Deutsche Zustände (Heitmeyer u. a.) nachgewiesen wurden.
Bürgerproteste gegen die Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften, gegen die
Belegung der Unterkünfte mit Flüchtlingen werden von der NPD oder anderen
neofaschistischen oder rechtspopulistischen Zusammenschlüssen und Parteien
zum Teil selbst initiiert und koordiniert, zum Teil versuchen sie sich an bereits
bestehende Bürgerinitiativen anzuschließen. Ziel ist es, sich so den
Bürgerinnen und Bürgern als Vertreter der wahren Volksinteressen zu empfehlen. Durch
Aktivitäten der extremen Rechten haben die Proteste gegen
Flüchtlingsunterkünfte massiv zugenommen.
Vo r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Dem Bundeskriminalamt (BKA) werden im Rahmen des Kriminalpolizeilichen
Meldedienstes – Politisch motivierte Kriminalität (KPMD-PMK) jene Straftaten
gemeldet, die seitens der zuständigen Landespolizei als politisch motiviert
bewertet wurden.
Nachfolgend sind jene ausgewiesen, die erkennbar im Zusammenhang mit der
Asylthematik stehen.
Ferner wird darauf hingewiesen, dass entsprechend der PMK-
Erfassungsgrundsätze bei Verwirklichung mehrerer Deliktsarten unterschiedlicher
Deliktsqualität durch eine Tathandlung derjenige Straftatbestand angeführt wird, der die
höchste Deliktsqualität aufweist. Ferner erfolgt keine Unterscheidung zwischen
Versuch und Vollendung.Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 5. Februar 2015
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 18/3964 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode1. An welchen Orten hat es nach Kenntnis der Bundesregierung im vierten
Quartal 2014 Proteste gegen die Unterbringung von Flüchtlingen vor
geplanten oder schon bestehenden Flüchtlingsunterkünften sowie vor
Wohnungen, in denen Flüchtlinge untergebracht werden, gegeben (bitte nach
Bundesländern, Orten und Datum sowie Anzahl der Teilnehmer, auch wenn
diese geringer als 20 sind, auflisten)?
2. In welchen der in Frage 1 genannten Fälle geht die Bundesregierung davon
aus, dass die Proteste maßgeblich von der NPD bzw. von Kameradschaften
oder anderen rechtsextremen Organisationen (bitte angeben, um welche es
sich handelte) initiiert und gesteuert wurden?
3. An welchen Orten hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die NPD,
eine ihrer Unterorganisationen oder andere rechtsextreme oder
rechtspopulistische Gruppierung (welche) im vierten Quartal 2014 an Protesten gegen
geplante oder vorhandene Flüchtlingsunterkünfte beteiligt?
In der nachfolgenden Tabelle sind die der Bundesregierung bekannt gewordenen
und von der NPD, einer ihrer Unterorganisationen oder von anderen
rechtsextremistischen Personenzusammenschlüssen organisierten Kundgebungen mit
Bezug zum Thema „Asyl“ aufgeführt.
Soweit die Bundesregierung von Veranstaltungen mit weniger als 20
Teilnehmern Kenntnis erlangt hat, wurden diese – wie erbeten – berücksichtigt.
Grundsätzlich weist die Bundesregierung Veranstaltungen mit einer
Teilnehmerzahl unter 20 Personen aufgrund ihrer rein regionalen Bedeutung nicht aus.
Datum Land Ort Zuordnung Motto Teiln.
05.10.2014 BW Waibstadt NPD „Waibstadt sagt nein zum Asylantenheim“ 15
08.10.2014 BE Berlin NPD „Genug ist genug! Wir wollen keine weitere Unterbringung von Asylanten – weder in Buch noch anderswo!“ 10
11.10.2014 MV Güstrow Neonazis „Verausländerung und Überfremdung – Zwei Begriffe mit denen wir uns nicht anfreunden wollen“ <10
16.10.2014 BY München NPD „Demo gegen die Asylunterkunft in der Bayernkaserne“ 5
17.10.2014 BY München NPD „Demo gegen die Asylunterkunft in der Bayernkaserne“ 5
17.10.2014 SL Lebach NPD/JN „Genug ist genug – Schluss mit dem Asylbetrug“ 45
18.10.2014 MV Güstrow NPD/JN „Fackelmarsch der NPD gegen das Flüchtlingsheim“ 100
23.10.2014 BE Berlin Die Rechte „Nein zum Asylcontainer“ 5
25.10.2014 BY Bamberg Neonazis „Bamberg wehrt sich – Asylmissbrauch? Nein danke!“ 200
30.10.2014 RP Limburgerhof Partei „Der Dritte Weg“ „Überfremdung stoppen – NEIN zum Asylheim!“ 60
31.10.2014 BY München NPD „Demo gegen die Asylunterkunft in der Bayernkaserne“ 5
01.11.2014 BE Berlin NPD/JN „Demo gegen eine neu entstehende Asylunterkunft“ 200
07.11.2014 BY München NPD „Kundgebung gegen die Asylunterkunft in der Bayernkaserne“ 5
08.11.2014 TH Erfurt NPD/JN „Kriminalität, Drogen, Überfremdung bekämpfen!!!“ 82
08.11.2014 SN Bautzen NPD/JN „Demo gegen den Asyl-Wahnsinn“ 550
10.11.2014 SN Ottendorf-Okrilla Neonazis
„Schluss mit dem politischen Missbrauch der ASYL-Frage! –
Wir stellen uns vor Ottendorf-Okrilla“ 100
22.11.2014 SN Chemnitz Neonazis „Bürgerdemonstration gegen Asylwahnsinn, Überfremdung und Islamisierung“ 200
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 3 – Drucksache 18/39644. Zu wie vielen Straftaten kam es nach Kenntnis der Bundesregierung im
Zusammenhang mit diesen Protesten, und wie viele davon fallen nach
Einschätzung der Sicherheitsbehörden in den Bereich der PMK-rechts; PMK –
Politisch motivierte Kriminalität (bitte nach Deliktgruppen angeben)?
Für das vierte Quartal 2014 liegen der Bundesregierung Erkenntnisse zu
insgesamt 129 Straftaten vor, die in Zusammenhang mit einem demonstrativen
Ereignis und dem Thema „Asyl“ stehen. Davon entfallen 64 Straftaten auf den
Phänomenbereich PMK-links, 45 auf den Phänomenbereich PMK-rechts, sieben
Ereignisse wurde dem Phänomenbereich Ausländer zugeordnet und 13 Ereignisse
konnten keinem Phänomenbereich zugeordnet werden.
Die Deliktskategorien der rechtsmotivierten Straftaten erstrecken sich auf 27
Verstöße gegen das Versammlungsgesetz, drei gefährliche Körperverletzungen, drei
Körperverletzungen, drei Landfriedensbrüche, zwei besonders schwere Fälle
des Landfriedensbruchs, zwei Verwenden von Kennzeichen
verfassungswidriger Organisationen, zwei Beleidigungen, eine Sachbeschädigung, eine
Volksverhetzung und einen Verstoß gegen das Gesetz zum Schutz der Jugend in der
Öffentlichkeit.
5. Zu wie vielen Überfällen, Anschlägen, Sachbeschädigungen, tätlichen
Angriffen auf
a) Flüchtlingsunterkünfte oder von Flüchtlingen bewohnte Wohnungen
und
b) geplante bzw. im Bau befindliche Flüchtlingsunterkünfte
kam es nach Kenntnis der Bundesregierung im vierten Quartal 2014 (bitte
nach Bundesländern, Orten und Datum auflisten)?
Wie viele davon fallen nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden in den
Bereich der PMK-rechts?
6. Welche Delikte wurden dabei jeweils begangen (bitte möglichst genau
aufführen unter Angabe verwendeter Waffen oder Gegenstände bzw. direkter
körperlicher Tätlichkeiten oder verbaler Bedrohungen)?
Mit Stand vom 14. Januar 2015 liegen der Bundesregierung Erkenntnisse zu
insgesamt 75 politisch motivierten Delikten im vierten Quartal 2014 vor, bei denen
die Unterkunft selbst Tatort oder direktes Angriffsziel war. Davon entfallen
67 Taten auf den Phänomenbereich PMK-rechts.
28.11.2014 SN Heidenau NPD/JN „Kundgebung gegen Asylanten-Flut und Heimat-Zerstörung“ 200
06.12.2014 ST Weißenfels Neonazis „Gemeinsam gegen Asylmissbrauch & Kriminalität“ 200
06.12.2014 SH Boostedt NPD/JN „Asylflut stoppen“ 16
12.12.2014 TH Greiz NPD/JN „Gescheiterte Asylpolitik in Deutschland“ 80
13.12.2014 MV Güstrow Neonazis „Heimat schützen - Überfremdungswahn stoppen!“ 10
13.12.2014 HH Hamburg NPD/JN „Multi-Kulti ist asozial – wehrt Euch gegen Asylbetrug“ 20
18.12.2014 RP Ludwigshafen Partei „Der Dritte Weg“ „Überfremdung stoppen – Nein zum Asylantenheim“ 50
19.12.2014 RP Trier NPD/JN „Fackelzug gegen Asylbetrug“ 20
31.12.2014 NW Dortmund Partei „Die Rechte“ „Gegen Polizeiwillkür + Asylheimbau!“ 80
Datum Land Ort Zuordnung Motto Teiln.
Drucksache 18/3964 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeEs wird darauf hingewiesen, dass der Stichtag für die Erfassung der Fallzahlen
des Jahresberichtszeitraumes der 31. Januar des Folgejahres ist. Somit können
sich die Zahlen für das vierte Quartal 2014 durch Nacherfassungen noch ändern.
Nr. Datum Ort Land Deliktsart PMK-rechts
1 02.10.2014 Leonberg BW Volksverhetzung § 130 StGB X
2 02.10.2014 Vaihingen an der Enz BW Volksverhetzung § 130 StGB X
3 05.10.2014 Manching BY Sachbeschädigung § 303 StGB X
4 05.10.2014 Heidenrod HE Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organi-sationen § 86a StGB X
5 09.10.2014 Unna NW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organi-sationen § 86a StGB X
6 12.10.2014 Wittenberg ST gefährliche Körperverletzung § 224 StGB X
7 12.10.2014 Sanitz MV Mord § 211
8 17.10.2014 Elsdorf NW Bedrohung § 241 StGB X
9 18.10.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB X
10 18.10.2014 Hirschaid BY Volksverhetzung § 130 StGB X
11 18.10.2014 Olbernhau SN Sachbeschädigung § 303 StGB X
12 19.10.2014 Lappersdorf BY Sachbeschädigung § 303 StGB X
13 20.10.2014 Mühldorf am Inn BY Hausfriedensbruch § 123 StGB X
14 20.10.2014 Franzburg MV Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
15 21.10.2014 Freiberg SN Volksverhetzung § 130 StGB X
16 21.10.2014 Plauen SN Sachbeschädigung § 303 StGB X
17 23.10.2014 Gießen HE Öffentliche Aufforderung zu Straftaten § 111 StGB X
18 23.10.2014 Gießen HE Volksverhetzung § 130 StGB X
19 23.10.2014 Troisdorf NW Bedrohung § 241 StGB
20 23.10.2014 Essen NW Gemeinschädliche Sachbeschädigung § 304 StGB X
21 24.10.2014 Chemnitz SN Volksverhetzung § 130 StGB X
22 28.10.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB X
23 28.10.2014 Oschatz SN Sachbeschädigung § 303 StGB X
24 29.10.2014 Berlin BE Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten § 126 StGB X
25 29.10.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB X
26 31.10.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB X
27 31.10.2014 Dresden SN Sachbeschädigung § 303 StGB
28 01.11.2014 Berlin BE gefährliche Körperverletzung § 224 StGB X
29 02.11.2014 Münchberg BY Gemeinschädliche Sachbeschädigung § 304
30 02.11.2014 Ebersburg HE Sachbeschädigung § 303 StGB X
31 02.11.2014 Zwönitz SN Sachbeschädigung § 303 StGB X
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 5 – Drucksache 18/396432 03.11.2014 Senftenberg BB Sachbeschädigung § 303 StGB X
33 03.11.2014 Hamburg HH Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organi-sationen § 86a StGB X
34 05.11.2014 Sigmaringen BW Volksverhetzung § 130 StGB X
35 06.11.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB X
36 06.11.2014 Unterwellenborn TH Sachbeschädigung § 303 StGB X
37 07.11.2014 Berlin BE Volksverhetzung § 130 StGB X
38 07.11.2014 Hof BY Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organi-sationen § 86a StGB X
39 07.11.2014 Zwickau SN Körperverletzung § 223 StGB X
40 08.11.2014 Berlin BE Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organi-sationen § 86a StGB X
41 08.11.2014 Berlin BE Landfriedensbruch § 125 StGB X
42 08.11.2014 Bad Bocklet BY Sachbeschädigung § 303 StGB X
43 09.11.2014 Scheßlitz BY Sachbeschädigung § 303 StGB X
44 09.11.2014 Chemnitz SN Sachbeschädigung § 303 StGB X
45 10.11.2014 Berlin BE Hausfriedensbruch § 123 StGB X
46 10.11.2014 Meßstetten BW Diebstahl § 242 StGB X
47 12.11.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB
48 12.11.2014 Marienberg SN Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organi-sationen § 86a StGB X
49 13.11.2014 Deggendorf BY Sachbeschädigung § 303 StGB
50 17.11.2014 Berlin BE Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organi-sationen § 86a StGB X
51 19.11.2014 Meßstetten BW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organi-sationen § 86a StGB X
52 19.11.2014 Rötz BY Sachbeschädigung § 303 StGB X
53 20.11.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB X
54 20.11.2014 Pirna SN Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten § 126 StGB X
55 22.11.2014 Berlin BE Bedrohung § 241 StGB X
56 22.11.2014 Berlin BE Hausfriedensbruch § 123 StGB X
57 23.11.2014 Falkenberg BY Sachbeschädigung § 303 StGB X
58 24.11.2014 Berlin BE Verstoß gegen VersammlG X
59 24.11.2014 Berlin BE Verstoß gegen VersammlG X
60 27.11.2014 Haldensleben ST Volksverhetzung § 130 StGB X
61 28.11.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB X
62 29.11.2014 Oderberg BB Volksverhetzung § 130 StGB X
63 29.11.2014 Hofbieber HE Sachbeschädigung § 303 StGB X
64 30.11.2014 Zepernick BB Sachbeschädigung § 303 StGB X
Nr. Datum Ort Land Deliktsart PMK-rechts
Drucksache 18/3964 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeStGB – Strafgesetzbuch
SprengG – Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe
7. Welche Angabe kann die Bundesregierung jeweils zur Zahl der beteiligten
mutmaßlichen Täterinnen und Täter machen?
Zu 16 Taten konnten 19 Tatverdächtige ermittelt werden.
8. Welche Angaben kann die Bundesregierung jeweils zur Zahl der dabei
verletzten Personen (bitte zumindest nach Flüchtlingen und anderen
untergliedern) sowie zur Art der Verletzung machen?
Bei den begangenen Gewaltdelikten im vierten Quartal 2014 wurden insgesamt
sechs Personen verletzt.
9. Mit welchen der in den Fragen 4 und 5 aufgeführten Fällen hat sich das
Gemeinsame Abwehrzentrum Rechtsextremismus (GAR) im vierten
Quartal 2014 befasst (bitte konkrete Fälle benennen)?
Insgesamt wurden im Gemeinsamen Extremismus- und
Terrorismusabwehrzentrum Rechts (GETZ-R) 21 Fälle thematisiert und erörtert. Hierbei handelt es sich
um die unter den laufenden Nummern 9, 27, 35, 37, 40, 41, 43, 44, 47, 48, 51,
55, 61, 63, 64, 66, 68, 71, 72, 73 und 75 aufgeführten Sachverhalte.
10. Mit welchen der in den Fragen 4 und 5 aufgeführten Fällen hat sich das
Referat Rechtsextremismus beim Generalbundesanwalt beim
Bundesgerichtshof (GBA) befasst, und zu welchen Ergebnissen hat die Befassung
beim GBA geführt?
Der Generalbundesanwalt (GBA) hat im vierten Quartal 2014 sämtliche im
GETZ-R behandelten Fälle von Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte sowie
darüber hinaus aufgrund Presseberichterstattung bekannt gewordene Vorgänge
65 05.12.2014 Halle/Saale ST Sachbeschädigung § 303 StGB X
66 06.12.2014 Neukirch/Lausitz SN
Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger
Organisationen § 86a StGB X
67 10.12.2014 Hoyerswerda SN Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten § 126 StGB
68 13.12.2014 Dorsten NW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organi-sationen § 86a StGB X
69 14.12.2014 Dietenheim BW Volksverhetzung § 130 StGB
70 17.12.2014 Fürstenwalde/Spree BB Körperverletzung § 223 StGB X
71 17.12.2014 Berlin BE Verstoß SprengG X
72 20.12.2014 Radevormwald NW Gemeinschädliche Sachbeschädigung § 304 StGB X
73 20.12.2014 Brand-Erbisdorf SN Sachbeschädigung § 303 StGB X
74 22.12.2014 Schipkau BB Volksverhetzung § 130 StGB X
75 31.12.2014 Brand-Erbisdorf SN Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion § 308 StGB X
Nr. Datum Ort Land Deliktsart PMK-rechts
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 7 – Drucksache 18/3964daraufhin überprüft, ob den Sachverhalten eine die Zuständigkeit des
Generalbundesanwalts begründende schwerwiegende Katalogtat i. S. v. § 120 Absatz 2
Satz 1 Nummer 3 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) zugrunde liegt und
tatsächliche Anhaltspunkte für die eine Übernahme des Verfahrens durch den
Generalbundesanwalt rechtfertigende besondere Staatsschutzqualität der
Katalogtat i. S. v. § 120 Absatz 2 Satz 1 Nummer 3 GVG vorliegen. Die
Durchführung von Vorermittlungen, ob eine bei einem Übergriff auf eine
Flüchtlingsunterkunft mutmaßlich begangene schwerwiegende Straftat die engen rechtlichen
Voraussetzungen für eine Übernahme der Strafverfolgung durch den GBA
rechtfertigt, erfolgt in so genannten ARP-Vorgängen (ARP – Allgemeines Register
für Staatsschutzstrafsachen). Bislang ist es mangels Katalogtat oder mangels
besonderer Staatsschutzqualität einer Tat nicht zu einer Übernahme von Verfahren
durch den Generalbundesanwalt gekommen. Im vierten Quartal 2014 hat der
Generalbundesanwalt drei ARP-Vorgänge wegen Angriffen auf
Flüchtlingsunterkünfte eingeleitet. In einem Fall konnte ein rechtsextremistischer Hintergrund
der Tat festgestellt werden. Hinsichtlich der weiteren Fälle ist die Prüfung noch
nicht abgeschlossen. Zu den Anforderungen der Rechtsprechung des
Bundesgerichtshofes an die Strafverfolgung durch die Bundesjustiz wird auf die Antwort
der Bundesregierung vom 30. Mai 2014 zu Frage 10 der Kleinen Anfrage der
Fraktion DIE LINKE. Bezug genommen (vgl. Bundestagsdrucksache 18/1593
vom 30. Mai 2014).
11. Zu wie vielen Übergriffen, Tätlichkeiten und sonstigen Verstößen
gegenüber den Bewohnern und Bewohnerinnen ist es vonseiten des
Sicherheitspersonals in Flüchtlingsunterkünften im vierten Quartal 2014 nach
Kenntnis der Bundesregierung gekommen (bitte nach Orten, Datum und
konkreten Verstößen auflisten)?
Der Bundesregierung liegen Erkenntnisse zu einem Ereignis zwischen
eingesetztem Sicherheitspersonal und Bewohnern einer Asylbewerberunterkunft vor:
Eine unbeteiligte Person erstattete Anzeige, nachdem sie vom Hörensagen
erfahren hat, dass ein beschuldigter Wachmann eine Bewohnerin der
Asylbewerberunterkunft in Fürstenwalde/BB am 17. Dezember 2014 geschlagen haben
soll. Dabei soll er das Zimmer ohne Vorwarnung betreten haben, so dass die
muslimischen Bewohnerinnen keine Gelegenheit hatten sich zu verschleiern.
Der Beschuldigte soll die Mutter vom Bett gezogen haben, sodass sie auf den
Boden fiel, anschließend ein Kind geschlagen und hierbei geäußert haben:
„Scheiß Asylanten, ich hasse euch, keiner will euch hier!“.
Der Beschuldigte streitet die Tathandlung ab und erklärte, dass nachdem er das
Zimmer ohne Abzuwarten betreten habe, die anwesenden Personen auf ihn
losgingen. Er habe versucht, sich zu verteidigen.
12. Hat es zu den in den Fragen 1 bis 11 abgefragten Sachverhalten
Nachmeldungen für das Jahr 2014 gegeben, und welche Nachmeldungen hat es im
Einzelnen gegeben?
Bezug nehmend auf die Fragen 1 bis 3 sind für das erste bis dritte Quartal 2014
nachfolgende Ergänzungen bzw. Veränderungen zu nennen.
In der nachfolgenden Tabelle sind die der Bundesregierung bekannt gewordenen
und von der NPD, einer ihrer Unterorganisationen oder von anderen
rechtsextremistischen Personenzusammenschlüssen organisierten Kundgebungen mit
Bezug zum Thema „Asyl“ aufgeführt.
Drucksache 18/3964 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeSoweit die Bundesregierung von Veranstaltungen mit weniger als 20
Teilnehmern Kenntnis erlangt hat, wurden diese – wie erbeten – berücksichtigt.
Grundsätzlich weist die Bundesregierung Veranstaltungen mit einer
Teilnehmerzahl unter 20 Personen aufgrund ihrer rein regionalen Bedeutung nicht aus.
Für das gesamte Jahr 2014 liegen Erkenntnisse zu insgesamt 194 Straftaten vor,
die in Zusammenhang mit einem demonstrativen Ereignis und dem Thema Asyl
stehen. Davon entfallen 98 Straftaten auf den Phänomenbereich PMK-links,
69 Straftaten auf den Phänomenbereich PMK-rechts, zehn Ereignisse wurden
dem Phänomenbereich Ausländer zugeordnet und 17 Ereignisse konnten
keinem Phänomenbereich zugeordnet werden.
Die Deliktskategorien der rechtsmotivierten Straftaten erstrecken sich auf 34
Verstöße gegen das Versammlungsgesetz, acht Volksverhetzungen, fünf
Beleidigungen, fünf Fälle des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger
Organisationen, vier Landfriedensbrüche, drei gefährliche Körperverletzungen,
drei Körperverletzungen, zwei Sachbeschädigungen, zwei besonders schwere
Fälle des Landfriedensbruchs, eine Verunglimpfung des Andenkens
Verstorbener, eine öffentliche Aufforderung zu Straftaten und einen Verstoß gegen das
Gesetz zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit.
Im Rahmen von Nachmeldungen werden im KPMD-PMK nicht nur
Einzelsachverhalte, sondern auch Änderungen bereits gemeldeter Sachverhalte
eingepflegt. Eine gesonderte Auflistung sämtlicher Nachträge ist somit nicht
zielführend. Aus diesem Grund werden sämtliche mit Stand vom 14. Januar 2015
für die ersten drei Quartale des Jahres 2014 erfassten Sachverhalte dargestellt.
Es wird darauf hingewiesen, dass der Stichtag für die Erfassung der Fallzahlen
des Jahresberichtszeitraumes 2014 der 31. Januar 2015 ist. Somit können sich
die Zahlen durch Nacherfassungen oder Korrekturen noch ändern.
Datum Land Ort Zuordnung Motto Teiln.
03.01.2015 RP Ludwigshafen Der Dritte Weg
„Demonstration gegen das Asylbewerberheim in
der Bayreuther Straße“ 60
10.05.2014 TH Erfurt NPD/JN „Asylflut stoppen – gemeinsam gegen Problem-importe aus aller Welt“ 46
13.05.2014 TH Rudolstadt NPD/JN „Asylflut stoppen – Kein Erstaufnahmelager in Rudolstadt“ 15
15.05.2014 TH Meinigen NPD/JN „Asylflut stoppen – gemeinsam gegen Problem-importe aus aller Welt“ 5
15.05.2014 TH Waltershausen NPD/JN „Asylflut stoppen – gemeinsam gegen Problem-importe aus aller Welt“ 10
17.05.2014 BE Berlin NPD/JN „Asylantenaufnahme stoppen“ 15
16.07.2014 TH Suhl NPD – 26
23.07.2014 TH Suhl NPD „Asylflut stoppen – Problemimporte verhindern“ 4
26.07.2014 TH Suhl NPD „Asylflut stoppen – Problemimporte verhindern“ 3
02.08.2014 TH Suhl NPD „Asylflut stoppen – Problemimporte verhindern“ n.b.
16.08.2014 TH Suhl NPD „Nein zum Heim – Asylflucht stoppen – Problem-importe verhindern“ n.b.
30.08.2014 MV Güstrow Neonazis „Mahnwache gegen Asylbewerber“ <10
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 9 – Drucksache 18/39641. Quartal
Nr. Datum Ort Land Deliktsart PMK-rechts
1 01.01.2014 Berlin BE Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion § 308 StGB X
2 06.01.2014 Berlin BE Öffentliche Aufforderung zu Straftaten § 111 StGB X
3 06.01.2014 Greiz TH Sachbeschädigung § 303 StGB X
4 08.01.2014 Germering BY Schwere Brandstiftung § 306 a StGB X
5 12.01.2014 Wohratal HE Landfriedensbruch § 125 StGB X
6 15.01.2014 Torgelow MV Verstoß SprengG X
7 19.01.2014 Berlin BE Beleidigung § 185 StGB X
8 19.01.2014 Versmold NW Sachbeschädigung § 303 StGB X
9 26.01.2014 Gundelfingen BW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
10 27.01.2014 Berlin BE Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion § 308 StGB X
11 27.01.2014 Duisburg NW Verstoß SprengG X
12 01.02.2014 Gerstungen TH Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
13 08.02.2014 Heidenau NI Versuch der Beteiligung § 30 StGB X
14 11.02.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB X
15 12.02.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB X
16 17.02.2014 Breisach am Rhein BW
Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger
Organisationen § 86a StGB X
17 17.02.2014 Duisburg NW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
18 18.02.2014 Schongau BY Verstoß SprengG X
19 19.02.2014 Berlin BE Beleidigung § 185 StGB X
20 23.02.2014 Luckenwalde BB Sachbeschädigung § 303 StGB X
21 02.03.2014 Torgelow MV Sachbeschädigung § 303 StGB X
22 10.03.2014 Backnang BW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
23 14.03.2014 Berlin BE gefährliche Körperverletzung § 224 StGB X
24 19.03.2014 Luckenwalde BB gefährliche Körperverletzung § 224 StGB X
25 20.03.2014 Essen NW gefährliche Körperverletzung § 224 StGB X
26 21.03.2014 Berlin BE Hausfriedensbruch § 123 StGB
27 21.03.2014 Essen NW gefährliche Körperverletzung § 224 StGB X
28 21.03.2014 Dresden SN Landfriedensbruch § 125 StGB X
29 21.03.2014 Dresden SN Körperverletzung § 223 StGB X
30 23.03.2014 Krautheim BW Sachbeschädigung § 303 StGB X
31 24.03.2014 Prenzlau BB Körperverletzung § 223 StGB X
32 24.03.2014 Biberach an der Riß BW
Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger
Organisationen § 86a StGB X
33 27.03.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB X
Drucksache 18/3964 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode2. Quartal
34 27.03.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB X
35 27.03.2014 Sassnitz MV Volksverhetzung § 130 StGB X
36 31.03.2014 Magdeburg ST Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
Nr. Datum Ort Land Deliktsart PMK-rechts
1 03.04.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB X
2 03.04.2014 Traunstein BY Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
3 05.04.2014 Borgentreich NW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
4 13.04.2014 Schmölln TH Sachbeschädigung § 303 StGB X
5 15.04.2014 Tostedt NI Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
6 18.04.2014 Tostedt NI Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
7 19.04.2014 Menden (Sauerland) NW Öffentliche Aufforderung zu Straftaten § 111 StGB X
8 19.04.2014 Hoyerswerda SN gefährliche Körperverletzung § 224 StGB X
9 21.04.2014 Friesack BB Hausfriedensbruch § 123 StGB X
10 23.04.2014 Kreuzau NW Sachbeschädigung § 303 StGB X
11 25.04.2014 Much NW Sachbeschädigung § 303 StGB X
12 26.04.2014 Külsheim BW Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten § 126 StGB X
13 29.04.2014 Berlin BE Schwere Brandstiftung § 306 a StGB X
14 29.04.2014 Berlin BE Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
15 29.04.2014 Berlin BE Sachbeschädigung § 303 StGB X
16 06.05.2014 Biberach an der Riß BW
Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger
Organisationen § 86a StGB
17 13.05.2014 Potsdam BB Sachbeschädigung § 303 StGB X
18 15.05.2014 Tostedt NI Beleidigung § 185 StGB X
19 24.05.2014 Rheinstetten BW Verstoß WaffenG
20 24.05.2014 Versmold NW Gemeinschädliche Sachbeschädigung § 304 StGB X
21 25.05.2014 Rhede NW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
22 25.05.2014 Riesa SN Sachbeschädigung § 303 StGB X
23 26.05.2014 Tostedt NI Volksverhetzung § 130 StGB X
24 29.05.2014 Rheinstetten BW Beleidigung § 185 StGB X
25 30.05.2014 Biberach an der Riß BW
Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger
Organisationen § 86a StGB
Nr. Datum Ort Land Deliktsart PMK-rechts
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 11 – Drucksache 18/39643. Quartal
26 02.06.2014 Barth MV Sachbeschädigung § 303 StGB
27 09.06.2014 Grassau BY Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
28 14.06.2014 Oranienbaum ST Schwere Brandstiftung § 306 a StGB X
29 15.06.2014 Eisleben ST Volksverhetzung § 130 StGB X
30 16.06.2014 Forst/Lausitz BB Sachbeschädigung § 303 StGB X
31 17.06.2014 Crailsheim BW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
32 18.06.2014 Leipzig SN Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
33 20.06.2014 Bad Berleburg NW Volksverhetzung § 130 StGB X
34 26.06.2014 Potsdam BB Sachbeschädigung § 303 StGB X
Nr. Datum Ort Land Deliktsart PMK-rechts
1 10.07.2014 Essen NW Verstoß WaffenG X
2 13.07.2014 Potsdam BB Bes. schwere Brandstiftung § 306 b StGB
3 26.07.2014 Baden-Baden BW Volksverhetzung § 130 StGB X
4 30.07.2014 Bautzen SN Amtsanmaßung § 132 StGB X
5 02.08.2014 Mengen BW Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten § 126 StGB X
6 02.08.2014 Dresden SN gefährliche Körperverletzung § 224 StGB X
7 03.08.2014 Bautzen SN Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
8 03.08.2014 Bautzen SN Hausfriedensbruch § 123 StGB X
9 04.08.2014 Riesa SN Sachbeschädigung § 303 StGB X
10 10.08.2014 Suhl TH Sachbeschädigung § 303 StGB X
11 10.08.2014 Suhl TH Sachbeschädigung § 303 StGB X
12 14.08.2014 Bestensee BB Sachbeschädigung § 303 StGB X
13 15.08.2014 Tostedt NI Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
14 17.08.2014 Koblenz RP Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
15 17.08.2014 Chemnitz SN Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB
16 20.08.2014 Schönebeck/ Elbe ST
Besonders schwerer Fall des Landfriedensbruchs
§ 125 a StGB X
17 20.08.2014 Dresden SN Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
18 23.08.2014 Prien am Chiemsee BY Bedrohung § 241 StGB X
Nr. Datum Ort Land Deliktsart PMK-rechts
Drucksache 18/3964 – 12 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeStGB – Strafgesetzbuch
SprengG – Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe
WaffenG – Waffengesetz
Im ersten Quartal 2014 konnten zu elf Taten 26 Tatverdächtige ermittelt werden,
im zweiten Quartal waren es bei elf Fällen 17 Tatverdächtige und im dritten
Quartal wurden bei 14 Fällen 21 Tatverdächtige ermittelt.
Im Jahr 2014 wurden neun Personen verletzt.
Bezug nehmend auf Frage 9 ist anzumerken, dass statistisch nicht erhoben wird,
welche Fälle im GETZ-R nachträglich behandelt wurden.
Zu Ereignissen zwischen eingesetztem Sicherheitspersonal und Bewohnern von
Asylunterkünften im Jahr 2014 wird auf die Antwort zu Frage 11 und die
Antwort der Bundesregierung zu Frage 11 der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE
LINKE. „Proteste gegen und Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte im dritten
Quartal 2014“ auf Bundestagsdrucksache 18/3376 verwiesen.
19 26.08.2014 Greiz TH Volksverhetzung § 130 StGB X
20 29.08.2014 Berlin BE Volksverhetzung § 130 StGB X
21 02.09.2014 Sangerhausen ST Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
22 02.09.2014 Heidenheim an der Brenz BW
Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger
Organisationen § 86a StGB
23 05.09.2014 Tostedt NI gefährliche Körperverletzung § 224 StGB
24 06.09.2014 Zwickau SN Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
25 06.09.2014 Apolda TH Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
26 08.09.2014 Greiz TH Sachbeschädigung § 303 StGB
27 10.09.2014 Bochum NW Volksverhetzung § 130 StGB X
28 12.09.2014 Künzelsau BW Sachbeschädigung § 303 StGB X
29 12.09.2014 Zwickau SN Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
30 14.09.2014 Rabenau HE Sachbeschädigung § 303 StGB X
31 15.09.2014 Dorsten NW Beleidigung § 185 StGB X
32 16.09.2014 München BY Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
33 17.09.2014 Köln NW Sachbeschädigung § 303 StGB
34 20.09.2014 Lauchhammer BB Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten § 126 StGB X
35 20.09.2014 Bochum NW Verstoß SprengG X
36 25.09.2014 Borgentreich NW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen § 86a StGB X
37 29.09.2014 Wolfsburg NI Volksverhetzung § 130 StGB
38 29.09.2014 Leipzig SN Sachbeschädigung § 303 StGB
Nr. Datum Ort Land Deliktsart PMK-rechtsGesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]