[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 20. Januar 2017
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 18/10949
18. Wahlperiode 23.01.2017
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Irene Mihalic, Luise Amtsberg,
Volker Beck (Köln), weiterer Abgeordneter und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 18/10798 –
Personalplanung und aktuelle Lage bei der Bundespolizei
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Situation von Flüchtlingen sowie deren Unterbringung, Schutz und
Verbleib in Deutschland dominiert weiterhin die öffentliche Debatte. Die
Bundespolizei wirkt mit bei Grenzkontrollen, Rückführungen und Ermittlungen gegen
Schleuserbanden. Dies hat gravierende Auswirkungen auf den Inhalt und
Umfang des Personaleinsatzes der Bundespolizei im In- und Ausland. Fragen der
angemessenen personellen und sachlichen Ausstattung der Bundespolizei sind
in diesem Jahr endlich auch in den Fokus der politischen Auseinandersetzung
im Deutschen Bundestag gerückt. Anknüpfend an die Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom
3. November 2015 (Bundestagsdrucksache 18/6538) sowie die Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN vom 21. März 2016 (Bundestagsdrucksache 18/7935), fragen die
Fragesteller vorliegend nach der demografischen Entwicklung im Jahr 2016 und den
bekannten Herausforderungen im Zusammenhang mit einer verbesserten
Personalgewinnung und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen, insbesondere
auch der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Daraus ergeben sich insbesondere für die Personalplanung und -entwicklung
mit Bedeutung für das Haushaltsjahr 2017 besondere Herausforderungen, auch
angesichts der nun beschlossenen Aufstockung des Personals der Bundespolizei
als Ergebnis der Haushaltsberatungen 2016. Ein schlüssiges Personalkonzept ist
dafür unabdingbar. Die Bundesregierung bleibt ein solches jedoch ersichtlich
unverändert schuldig.
1. Wie wird die Bundespolizei die durch die Haushaltsberatungen 2016
verabschiedeten neuen Stellen in ihr langfristiges Personalkonzept integrieren?
a) Wie werden die neuen Beamtinnen und Beamte auf die Polizeidirektionen
verteilt?
Die Verteilung der Laufbahnabsolventen erfolgt jährlich nach polizeifachlichen
Überlegungen und unter Beachtung organisatorischer Gesichtspunkte.
b) Welche Aufgaben werden ihnen schwerpunktmäßig zugeteilt?
Nach erfolgreich bestandener Laufbahnprüfung werden die Laufbahnabsolventen
gemäß Personalentwicklungskonzept der Bundespolizei vorrangig als Kontroll-
und Streifenbeamte oder als Polizeivollzugsbeamte (PVB) in der Gruppe
(Bundesbereitschaftspolizei) eingesetzt.
c) Wie lauten die Pläne der Bundesregierung für das Ausbildungskonzept
und -management für diese neu zu besetzenden Stellen?
Die Ausbildung der Anwärterinnen und Anwärter für den mittleren und
gehobenen Polizeivollzugsdienst erfolgt auf der Grundlage der bewährten Ausbildungs-
und Studienpläne. Die Ausbildung vermittelt eine profunde
Querschnittsbefähigung, die zur Wahrnehmung der gesetzlichen Aufgaben der Bundespolizei
befähigt.
Die Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst dauert zweieinhalb Jahre und
wird in den Aus- und Fortbildungszentren der Bundespolizei sowie an den
Einsatzdienststellen und Abteilungen der Bundespolizei (in Form von Einsatz-
Praktika) durchgeführt.
Die Ausbildung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst dauert drei Jahre und
erfolgt im Rahmen eines modularen Diplomstudiengangs. Die Studienabschnitte
finden an der Hochschule des Bundes, Fachbereich Bundespolizei in Brühl, und
an der Bundespolizeiakademie in Lübeck statt. Die praktischen
Ausbildungsabschnitte werden an den Einsatzdienststellen und Abteilungen der Bundespolizei
durchgeführt.
d) Wie viele Anwärterinnen und Anwärter hat die Bundespolizei in den
letzten zehn Jahren durchschnittlich pro Jahr eingestellt und ausgebildet?
Der Durchschnitt der eingestellten Anwärterinnen und Anwärter in den letzten
zehn Jahren kann aus der beigefügten Anlage 1 entnommen werden.
e) Wie viele Ausbilderinnen und Ausbilder waren dafür aus dem aktuellen
Dienst durchschnittlich pro Jahr für den Ausbildungsbetrieb abgeordnet?
Die Einstellungszahlen in die Laufbahnen der Bundespolizei variieren jährlich in
Abhängigkeit der Festlegung des Haushaltsgesetzgebers. Ausgerichtet am
Personalhaushalt werden die Einstellungszahlen jährlich abgeleitet und das
erforderliche Lehrpersonal für die Ausbildung festgelegt.
Die Bundespolizei verfügte bislang über fünf Aus- und Fortbildungszentren. Zur
Sicherstellung der Ausbildung war bislang grundsätzlich ausreichend
Ausbildungspersonal etatisiert.
Sofern das verfügbare Lehrpersonal nicht ausreichte, wurde die
Bundespolizeiakademie temporär mit Abordnungskräften aus den Einsatzorganisationen
unterstützt. Die durchschnittliche Zahl der Abordnungskräfte wurde bislang durch die
Bundespolizei statistisch nicht gesondert erhoben. Vor dem Hintergrund der
Zuweisung von zusätzlichen Planstellen für den Polizeivollzugsdienst hat zum
1. September 2016 in Bamberg das sechste Aus- und Fortbildungszentrum seinen
Betrieb aufgenommen. Vorgesehen ist, die Kapazitäten zum 1. September 2017
mit der Nutzung eines weiteren Standortes in Diez weiter auszubauen.
r cksac e 18/10949 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
f) Wie viele Ausbilderinnen und Ausbilder werden es voraussichtlich im
Jahr 2017 sein?
Nach derzeitigem Planungsstand ist vorgesehen, zum 1. September 2017 rund
300 Fachlehrer und Lehrkräfte zur Bundespolizeiakademie zur Unterstützung
abzuordnen. Im September 2017 werden die erhöhten Einstellungszahlen aus dem
ersten Sicherheitspaket und dem weiteren Konsolidierungsprogramm für die
Bundespolizei kumulieren. Es ist daher davon auszugehen, dass der
Unterstützungsbedarf ansteigen wird.
Die Umsetzung der Entscheidung des Haushaltsgesetzgebers zur Hebung von
800 Dienstposten vom mittleren in den gehobenen Polizeivollzugsdienst ist noch
nicht abschließend geplant. Es ist daher aktuell noch nicht möglich, den
Unterstützungsbedarf für die Bundespolizeiakademie und damit die voraussichtliche
Zahl der Ausbilderinnen und Ausbilder im Jahr 2017 endgültig zu beziffern.
g) Auf welche Teilnehmerzahlen sind die Aus- und Fortbildungskapazitäten
der Akademie der Bundespolizei gegenwärtig ausgerichtet, und wie ist die
entsprechende Planung für die nächsten drei Jahre?
Der Bundespolizei steht bundesweit eine große Aus- und
Fortbildungsorganisation disloziert auf aktuell sieben Standorte (Bundespolizeiakademie in Lübeck
und sechs Bundespolizeiaus- und Fortbildungszentren) zur Verfügung. Insgesamt
nutzt die Bundespolizei derzeit in den Liegenschaften der Aus- und
Fortbildungsorganisation rund 4 200 Unterkunftsplätze. Eine Erweiterung der Kapazitäten der
Aus- und Fortbildungsorganisation ist aufgrund der prognostischen
Einstellungszahlen zum 1. September 2017 vorgesehen (siehe Antwort zu Frage 1e).
Eine pauschale Beantwortung der Frage ist nicht möglich, da in den
Einrichtungen der Bundespolizei sowohl Ausbildungs- als auch Fortbildungsmaßnahmen
durchgeführt werden, die sich alle in Ablauf und Umfang unterscheiden. Derzeit
befinden sich rund 5 000 Auszubildende in einem Ausbildungsgang für den
mittleren oder gehobenen Polizeivollzugsdienst. Für die Ausbildung einer derart
großen Anzahl an Anwärterinnen und Anwärtern für den Polizeivollzugsdienst muss
die Bundespolizei zusätzliche Liegenschaften der Direktion
Bundesbereitschaftspolizei nutzen.
h) Welche Einstellungskriterien sieht die Bundesregierung bei der
Stellenbesetzung vor?
Für die Einstellung in den Polizeivollzugsdienst der Bundespolizei sind
nachfolgend allgemeine Kriterien und spezielle Kriterien für die Laufbahnen im mittleren
und gehobenen Polizeivollzugsdienst festgelegt. Diese sind öffentlich auf der
Karriere-Internetseite der Bundespolizei (
www.komm-zur-bundespolizei.de)
einsehbar.
Allgemeine Kriterien
Deutsche/r im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes oder Besitz einer
anderen EU-Staatsangehörigkeit.
Gewährleistung, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung
im Sinne des Grundgesetzes einzutreten.
Polizeidiensttauglichkeit (nach polizeiärztlichem Urteil).
Besitz der allgemeinen Fahrerlaubnis der Klasse B bzw. der alten Klasse 3.
Deutscher Bundestag – 18. ahlperiode – 3 – Drucksache 18/10949
Nachweis der Schwimmfähigkeit (Besitz des Schwimmpasses der Stufe
Bronze oder eines anderen geeigneten Nachweises).
Gerichtlich nicht bestraft, geordnete wirtschaftliche Verhältnisse (nicht
überschuldet).
Keine Tätowierungen im Gesicht, am Hals und an den Händen.
Tätowierungen an anderen sichtbaren Stellen müssen in geeigneter und dezenter Weise
abgedeckt werden, sofern sie nicht von der Dienstkleidung vollständig
verdeckt werden.
Beim Tragen der Dienstkleidung – ausgenommen beim Dienstsport – dürfen
Tätowierungen, Brandings, Mehndis (Henna-Tattoos) und Ähnliches nicht
sichtbar sein. Sofern sie von der getragenen Dienstkleidung nicht vollständig
verdeckt werden, sind sie in geeigneter und dezenter Weise abzudecken.
Entsprechende Darstellungen – auch an von Kleidung abgedeckten
Körperstellen – dürfen nicht gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung verstoßen
sowie keine diskriminierenden, gewaltverherrlichenden oder sonstigen gesetzlich
verbotenen Motive enthalten oder nach dem Erscheinungsbild und der
inhaltlichen Aussage im Einzelfall einen achtungs- und vertrauensunwürdigen Eindruck
erwecken.
1. Voraussetzungen für den mittleren Polizeivollzugsdienst
Mittlerer Bildungsabschluss oder ein entsprechender Bildungsstand oder
Hauptschulabschluss und eine anerkannte abgeschlossene Berufsausbildung
(mindestens zweijährig).
Fähigkeit, sich in englischer Sprache verständigen zu können.
In den Fächern Deutsch und Englisch mindestens die Note 4 (ausreichend),
im Fach Sport mindestens die Note 3 (befriedigend).
Am Tag der Einstellung Höchstalter 27; Ausnahmen: Bewerber mit
abgeschlossener Berufsausbildung bei mindestens dreijähriger Berufserfahrung
können bis zum Höchstalter von 35 Jahren eingestellt werden.
2. Voraussetzungen für den gehobenen Polizeivollzugsdienst
Allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife mit bundesweiter
Studienberechtigung.
In den Fächern Deutsch und Englisch mindestens die Note 4 (ausreichend),
im Fach Sport mindestens die Note 3 (befriedigend).
Fähigkeit, in englischer Sprache kommunizieren zu können.
Nach Möglichkeit Grundkenntnisse einer weiteren Fremdsprache.
Am Tag der Einstellung Höchstalter 33 Jahre; Ausnahmen: Bewerber mit
abgeschlossener Berufsausbildung bei mindestens dreijähriger Berufserfahrung
können bis zum Höchstalter von 35 Jahren eingestellt werden.
r cksac e 18/10949 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
i) Plant die Bundesregierung, an ihren Ausbildungskriterien der
vergangenen Jahre festzuhalten angesichts von Pressemeldungen, dass Bewerber
für vergleichbare Stellen aktuell regelmäßig schon am Deutschtest
scheitern (SPIEGEL ONLINE, „BKA-Bewerber scheitern am Deutschtest“,
www.spiegel.de/panorama/bundeskriminalamt-bewerber-scheitern-am-
deutschtest-a-1124217.html)?
Unter Berücksichtigung der der Einstellung zu Grunde liegenden
Einstellungsverfahren und der profunden Ausbildung für die Anwärterinnen und Anwärter
des mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienstes der Bundespolizei wird an
den derzeitigen Ausbildungskriterien festgehalten. Der Ausbildungsplan für den
mittleren Polizeivollzugsdienst sieht innerhalb der ersten beiden
Ausbildungsjahre Unterrichtseinheiten u. a. im Fach Deutsch von insgesamt 60
Ausbildungsstunden vor. Hierbei sollen etwaige Defizite erkannt und behoben werden.
j) Wie plant die Bundesregierung eine transparente Verwendungsplanung
gegenüber den Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei angesichts
des bevorstehenden Personalzuwachses?
Die Verwendungsplanung der Beamtinnen und Beamten im
Polizeivollzugsdienst orientiert sich analog der Verteilung der Laufbahnabsolventen. Die
Verwendungsplanung der Beamtinnen und Beamten orientiert sich an
polizeifachlichen Überlegungen unter Berücksichtigung organisatorischer Gesichtspunkte
sowie an dem Personalentwicklungskonzept der Bundespolizei hinsichtlich zu
erwerbender Verwendungsbreiten.
k) Wie wird angesichts des Personalzuwachs und dem damit verbundenen
Ausbildungsbedarf neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die
Durchführung kontinuierlicher Fortbildungen für die bereits bei der Bundespolizei
beschäftigten Beamtinnen und Beamten gewährleistet?
Das Angebot in der dienstlichen Fortbildung der Bundespolizei ist zwischen allen
Behörden der Bundespolizei abgestimmt und einvernehmlich priorisiert. Dadurch
ist gewährleistet, dass die für die Sicherstellung der gesetzlichen
Aufgabenwahrnehmung der Bundespolizei zwingend notwendige dienstliche Fortbildung
stattfindet.
l) In welchen Bereichen sieht die Bundesregierung aktuell die größten
Fortbildungsbedarfe, und wie werden diese umgesetzt?
Die Bundespolizei sieht für das Jahr 2017 die nachfolgend aufgeführten
Schwerpunktthemen in der dienstlichen Fortbildung:
1. Sicherstellung und Ausbau der Krisenfestigkeit,
2. Bekämpfung der illegalen Migration,
3. Bekämpfung von Gewalt- und Rohheitdelikten,
4. Fahndung,
5. Qualifikation von Multiplikatoren (für die dienststelleninterne Fortbildung).
Zudem sollen prioritär auch Fortbildungsmaßnahmen für Führungskräfte und die
Unterstützungsdienste in den Themengebieten Polizeitechnik/
Materialmanagement und Liegenschaftsangelegenheiten sichergestellt werden.
Deutscher Bundestag – 18. ahlperiode – 5 – Drucksache 18/10949
m) Wie berücksichtigt die Bundesregierung den jetzt anstehenden hohen
Personalzuwachs konzeptionell bei ihrer langfristigen Personalplanung,
insbesondere angesichts der großen Lücken, die im Personalkörper entstehen
werden, wenn diese sehr einstellungsstarken Jahrgänge in vielen Jahren
pensioniert werden?
Derzeit arbeitet die Bundespolizei schwerpunktmäßig an der Personalgewinnung
und Ausbildung der Anwärterinnen und Anwärter, um die Planstellen, die dem
Haushalt der Bundespolizei vorbehaltlich der Billigung durch den
parlamentarischen Gesetzgeber bis 2020 zufließen, zügig zu besetzen. Erst nach Abschluss
dieser Einstellungsoffensive kann eine prognostische Lebensaltersschichtung des
Polizeivollzugsdienstes erstellt werden, die es ermöglicht, die zukünftigen
Abgänge zu prognostizieren.
2. Wie hoch waren die Dienstausfallzeiten bei der Bundespolizei im
Kalenderjahr 2016 (bitte nach Bundespolizeidirektionen aufschlüsseln)?
Die Dienstausfallzeiten durch Krankheit in der Bundespolizei stehen nur für die
ersten drei Quartale des Jahres 2016 zur Verfügung. Die Auswertung für das
vierte Quartal befindet sich aktuell in der Erstellung. Die Dienstausfallzeiten
durch Krankheit im Polizeivollzugsdienst der Bundespolizei erreichen für die
ersten drei Quartale des Jahres 2016 einen relativen Anteil von 9,80 Prozent. Die
Werte für die Bundespolizeidirektionen erreichen eine Spannweite von 8,19
Prozent bis 13,11 Prozent.
3. Wie viele Überlastungsanzeigen wurden bei der Bundespolizei im Jahr 2016
wie genau registriert (bitte nach Monaten und soweit möglich regional
aufschlüsseln)?
a) Welchen Inhalt (konkrete Missstände/Verursachung der Überlastung)
haben die Überlastungsanzeigen überwiegend?
b) Welche Maßnahmen wurden jeweils ergriffen?
c) Welche Rückschlüsse zieht die Bundesregierung hieraus in Form welcher
Maßnahmen?
Die Fragen 3 bis 3c werden gemeinsam beantwortet.
Die Abgabe einer Überlastungsanzeige ist jedem Beschäftigten jederzeit möglich.
Eine statistische Erfassung solcher Anzeigen ist in der Bundespolizei nicht
vorgesehen. Die eingegangenen Anzeigen und deren Gründe werden im jeweiligen
Einzelfall geprüft. Je nach Ursache der angezeigten Überlastung sind individuelle
Abhilfemaßnahmen zu ergreifen.
4. Wie hoch war das Überstundenaufkommen im Jahr 2016 in den einzelnen
Bundespolizeidirektionen?
Die folgende Tabelle gibt jeweils die Stundenstände der Angehörigen der
Bundespolizeidirektionen zum Ende des Monats wieder und beinhaltet Überstunden
im weiteren Sinn.
r cksac e 18/10949 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
D BBS B H D STA D KO D S D M D PIR D B D BP
Jan 16 103.794 140.620 203.374 134.016 101.130 347.156 130.590 128.448 915.658
Feb 16 110.291 136.171 210.861 142.364 99.865 372.758 123.095 119.383 900.012
Mrz 16 115.313 154.099 211.585 148.258 100.683 394.199 138.317 135.955 891.587
Apr 16 104.122 146.962 204.351 141.194 102.021 371.736 124.955 123.594 852.563
Mai 16 111.233 161.032 228.143 152.013 114.035 384.108 136.231 138.526 794.241
Jun 16 92.575 135.955 196.673 129.183 98.645 300.390 104.309 110.139 712.908
Jul 16 101.737 149.656 216.712 135.819 106.973 295.552 119.664 125.506 689.466
Aug 16 85.369 136.175 199.521 123.283 92.985 245.033 98.775 110.310 569.556
Sep 16 81.495 130.633 201.792 117.191 88.598 198.089 86.298 99.090 551.273
Okt 16 95.250 144.132 220.995 126.480 99.994 198.812 124.080 123.143 554.141
Nov 16 90.100 144.352 230.507 128.265 100.111 166.462 134.310 114.995 528.986
Dez 16 79.531 154.087 217.439 119.987 95.189 131.498 125.940 110.473 469.089
Auswertung ePlan BUND (ohne Flughafendienststellen im Bereich der Bundespolizeidirektion München, ohne
Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt/Main und ohne Bundespolizeipräsidium.
5. Welche Mindest-Personal-Soll-Stärken für ihre einzelnen
Organisationseinheiten oder Regionen wurden bei der Bundespolizei im Rahmen ihrer
Personalplanung für 2016 jeweils definiert (bitte nach Organisationseinheiten und
Einsatzorten aufschlüsseln)?
a) An wie vielen Tagen wurde im Jahr 2016 die Mindest-Personal-Soll-
Stärke im Sinne der Frage 5 unterschritten (bitte entsprechend dem
längerfristigen Personalplanungskonzept nach Monaten,
Organisationseinheiten und Einsatzorten aufschlüsseln)?
b) Wie hat die Bundespolizei jeweils
a) den Grundpersonalbedarf im Sinne dieser Frage,
b) dessen Verhältnis zu den für besondere Einsatzlagen vorgehaltenen
Kräften ermitteln?
Die Fragen 5 bis 5b werden gemeinsam beantwortet.
Die zahlenmäßige Stärke der Bundespolizei wird durch den Haushaltsplan
bestimmt (§ 57 Absatz 6 des Gesetzes über die Bundespolizei). Die Umsetzung des
Haushaltsplanes erfolgt im Organisations- und Dienstpostenplan der
Bundespolizei. Dieser bildet die Basis für die Planung der Personalstärken in allen Bereichen
der Bundespolizei und ist die maßgebliche Grundlage für eine langfristige
Personalplanung der Bundespolizei.
Zu dem von besonderen Einsatzlagen unabhängigen Grundbedarf zählen die neun
regionalen Bundespolizeidirektionen (ohne die Mobilen Überwachungs- und
Kontrolleinheiten) mit den Bundespolizeiinspektionen und
Bundespolizeirevieren.
Zur Bewältigung von besonderen Einsatzlagen werden die Direktion
Bundesbereitschaftspolizei mit den zehn Bundespolizeiabteilungen, die Spezialkräfte der
Bundespolizei sowie die Mobilen Überwachungs- und Kontrolleinheiten der
regionalen Bundespolizeidirektionen vorgehalten.
Der erforderliche Personalbedarf wird im Rahmen von
Organisationsuntersuchungen ermittelt. Dabei findet das vom Bundesministerium des Innern heraus-
Deutscher Bundestag – 18. ahlperiode – 7 – Drucksache 18/10949
gegebene Handbuch für Organisationsuntersuchungen und
Personalbedarfsermittlung Anwendung. Die für die Ermittlung des Personalbedarfs anerkannten
Methoden sind darin abschließend beschrieben.
Die bis zum Haushaltsjahr 2016 vom Haushaltsgesetzgeber bereitgestellten
Planstellen und Stellen reichten nicht aus, um das Personal-Soll der Bundespolizei
umfänglich zu decken. Daher wurde vorsorglich für den Bereich der
Flughafendienststellen eine Mindeststärke vorgesehen. Alle sonstigen Aufgabenbereiche
werden auf der Grundlage einer kontinuierlichen Lagebewertung fortlaufend
priorisiert.
Ein Unterschreiten der Mindest-Personal-Soll-Stärken wird von der
Bundespolizei statistisch nicht erfasst.
6. Wie viele weibliche und männliche Beamtinnen und Beamte dienten je bei
der Bundespolizei im Betrachtungszeitraum 2016 auf den Dienstposten
a) Polizeimeisteranwärterinnen bzw. Polizeimeisteranwärter,
b) Polizeimeisterinnen bzw. Polizeimeister,
c) Polizeiobermeisterinnen bzw. Polizeiobermeister,
d) Polizeihauptmeisterinnen bzw. Polizeihauptmeister, jeweils mit und ohne
Amtszulage,
e) Polizeikommissaranwärterinnen bzw. Polizeikommissaranwärtern,
f) Polizeikommissarinnen bzw. Polizeikommissare,
g) Polizeioberkommissarinnen bzw. Polizeioberkommissare,
h) Polizeihauptkommissarinnen bzw. Polizeihauptkommissare, jeweils nach
A 11 und A 12,
i) Erste Polizeihauptkommissarinnen bzw. Erste Polizeihauptkommissare,
j) Polizeiratanwärterinnen bzw. Polizeiratanwärter,
k) Polizeirätinnen bzw. Polizeiräte,
l) Polizeioberrätinnen bzw. Polizeioberräte,
m) Polizeidirektorinnen bzw. Polizeidirektoren,
n) Leitende Polizeidirektorinnen bzw. Leitende Polizeidirektoren und
o) Präsidentinnen bzw. Präsidenten einer Bundespolizeidirektion
(bitte aufschlüsseln nach Jahren, absoluten Zahlen und in Prozent)?
Die Fragen 6 bis 6o werden gemeinsam beantwortet.
Die erbetenen Informationen, ohne Verwaltungsdienst, sind als Anlage 2
beigefügt (Stand: 1. Juli 2016).
7. Welche Informationen hat die Bundesregierung jeweils über den
Migrationshintergrund bzw. besondere sprachliche Kompetenzen (bitte nach Sprachen
aufschlüsseln) der Beamtinnen und Beamten gemäß Frage 6 (sofern
entsprechende Daten erhoben werden, bitte nach Dienstposten aufschlüsseln)?
In der Bundespolizei sind zum Stichtag 1. Januar 2016 folgende Beamtinnen und
Beamte im Polizeivollzugsdienst beschäftigt:
33 ausländische Mitarbeiter,
483 deutsche Mitarbeiter ausl. Herkunft,
r cksac e 18/10949 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
170 Doppel- oder Mehrstaater.
Besondere sprachliche Kompetenzen werden nicht statistisch erfasst; eine
Betrachtung nach Statusamt oder Dienstposten wird ebenfalls nicht erhoben.
8. Welche Bundespolizeireviere waren im Jahr 2016 nicht durchgehend
besetzt, obwohl eine durchgehende Besetzung für diese Reviere vorgesehen
war, und was waren die Gründe dafür (bitte nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
Grundsätzlich ist festzustellen, dass der Einsatz von Kräften der Bundespolizei
im Wesentlichen auf der Grundlage einer ständigen polizeilichen
Lagebeurteilung unter Berücksichtigung aufbauorganisatorischer Rahmenbedingungen sowie
der Verfügbarkeit von personellen/materiellen Ressourcen erfolgt. Die mit den
zurückliegenden Lageentwicklungen (Migration, TE-Bedrohung, personeller
Aufwuchs von Flughafendienststellen) einhergehenden erheblichen Belastungen
und Herausforderungen für die gesamte Organisation der Bundespolizei
erforderten wiederkehrend bzw. über einen längeren Zeitraum bundesweite
Verschiebungen von Kräften unter Aufrechterhaltung der Aufgabenwahrnehmung im
Regeldienst. Eine sich ggf. daraus ergebene temporäre, auf einzelne Dienstschichten
bezogene Nichtbesetzung von Bundespolizeirevieren bedeutet jedoch nicht, dass
die Bundespolizei in diesen Regionen nicht mehr präsent ist. Die gesetzliche
Aufgabenwahrnehmung wird von der Bundespolizei gewährleistet.
Die Anzahl der nicht durchgehend besetzten Bundespolizeireviere ist in der
nachfolgenden Übersicht dargestellt.
Bundesland Anzahl temporär nicht besetzte Bundespolizeireviere
Schleswig-Holstein 3
Hamburg 0
Bremen 0
Niedersachsen 1
Nordrhein-Westfalen 12
Hessen 4
Rheinland Pfalz 3
Saarland 1
Baden-Württemberg 9
Bayern 4
Sachsen 1
Thüringen 4
Sachsen-Anhalt 0
Brandenburg 0
Berlin 1
Mecklenburg-Vorpommern 4
9. In welchen Bundesländern waren 2016 wie viele Beschäftigte der
Bundespolizei im Einsatz (bitte nach Monat und Bundesland aufschlüsseln)?
In der Bundespolizei werden statistische Daten dieser Art nicht vorgehalten.
Deutscher Bundestag – 18. ahlperiode – 9 – Drucksache 18/10949
10. Wie hoch waren die Reisekosten, die 2016 bei der Bundespolizei angefallen
sind (bitte nach Monat und Einsatzgrund aufschlüsseln)?
Die Erstattung von Reisekosten für Dienstreisen (Reisekosten im In- und Ausland
sowie Einsätze) erfolgt aus dem Titel 0625 52701. Im Jahr 2016 wurden
Reisekosten in einer Gesamthöhe von 28 700 T Euro zur Auszahlung gebracht. Eine
Aufschlüsselung der verausgabten Reisekosten jeweils nach dem Einsatzgrund ist
nicht möglich. Lediglich für planbare „Groß“-Einsätze erfolgt das Nachhalten der
angefallenen Reisekosten.
Einsätze im Rahmen der Fanbegleitung etc. werden nicht gesondert abgebildet
und sind unter „allgemeine Einsätze“ in der nachfolgenden Tabelle enthalten. Für
das Jahr 2016 können jedoch die im Zusammenhang mit der Bewältigung der
Migrationslage verausgabten Reisekosten und die im Zusammenhang mit dem
OSZE-Ministerrat verausgabten Reisekosten aufgeführt werden.
In der nachfolgenden Tabelle sind die monatlichen Ausgaben dargestellt.
Haushaltsjahr 2016
Reisekosten
Titel 52701
(alle Objekte)
davon
Dienstreisen im
Zusammenhang mit der
Migration
allgemeine Einsätze
Titel 52701
Objekt 00652501 (ohne
Migration)
OSZE-Ministerrat
2016
Januar 3.912 T€ 2.533 T€ 167 T€
Februar 3.121 T€ 1.828 T€ 200 T€
März 3.021 T€ 1.578 T€ 188 T€
April 3.080 T€ 1.341 T€ 225 T€
Mai 1.825 T€ 706 T€ 168 T€
Juni 2.342 T€ 655 T€ 255 T€
Juli 1.573 T€ 509 T€ 137 T€
August 1.678 T€ 577 T€ 125 T€
September 1.434 T€ 366 T€ 155 T€
Oktober 2.399 T€ 597 T€ 909 T€
November 1.484 T€ 465 T€ 240 T€ 1 T€
Dezember 4.224 T€ 804 T€ 2.300 T€ 1.131 T€
Die Aufstellung erfolgte auf der Grundlage der Zahlbarmachung der jeweiligen
Reisekostenvergütung. Sie umfasst die Zahlung von Reisekostenvergütungen an
die Dienstreisenden, die Zahlung von Unterkunftskosten und die Zahlung von
Reisemitteln (bspw. DB-Fahrscheine, Flugtickets), die den Dienstreisenden von
den Reisestellen der Bundespolizei zur Verfügung gestellt werden.
Bei den Auszahlungen ist zu berücksichtigen, dass die Dienstreisenden sechs
Monate Zeit haben, um die Reisekostenerstattung zu beantragen. Auch gehen
Rechnungen von externen Leistungserbringern (z. B. Hotels oder
Luftfahrtunternehmen) regelmäßig erst nach Durchführung der Dienstreisen ein. Zudem werden die
gewährten Zahlungsfristen umfänglich ausgeschöpft. So werden z. B. auch im
Jahr 2017 noch Reisekosten für den OSZE-Ministerrat zur Auszahlung kommen,
auch wenn die Leistung im Jahr 2016 in Anspruch genommen bzw. die
Dienstreise im Jahr 2016 durchgeführt wurde.
r cksac e 18/10949 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
11. Wie viele Wachen der Bundespolizei waren 2016 nicht durchgehend besetzt
(bitte nach Monat und Bundesland aufschlüsseln)?
Unter dem Begriff „Wachen“ im Sinne der Fragestellung definiert die
Bundespolizei Bundespolizeireviere. Hierzu siehe Antwort zu Frage 8.
12. In welchen Staaten waren Beschäftigte der Bundespolizei 2016 im
Zusammenhang mit Grenzsicherungsaufgaben oder zum Zweck der
Migrationskontrolle im Einsatz (bitte nach Staat, Monat, Einsatzstärke und Dienstgrad
aufschlüsseln)?
In der nachfolgenden Übersicht sind alle Polizeivollzugsbeamtinnen und -
beamten der Bundespolizei aufgeführt, die im Ausland in der Verwendung als
Grenzpolizeiliche Verbindungsbeamte, Grenzpolizeiliche Unterstützungsbeamte
Ausland (GUA), Dokumenten- und Visumberater (DVB) o. Ä. i. Z. m.
Grenzsicherungsaufgaben eingesetzt werden:
Staat Anzahl * PVB
Zeitraum Dienstgrad
PM POM PHM PK POK PHK EPHK PD
Albanien 2
13.06.2016 - 13.07.2016
01.03.2013- 31.07.2019
1 GUA
1GVB
Äthiopien 1 01.01.2016 - 31.12.2016 1 DVB
Algerien 1 01.01.2016 - 31.12.2016 1 DVB
Ägypten 3 01.01.2016 - 31.12.2016 1 DVB 1 DVB 1 DVB
Bulgarien 27
01.03.2016 - 31.12.2016
01.07.2014 . 31.07.2018
3GUA 7 GUA 8 GUA 4 GUA
3 GUA
1 DVB
1 GUA 1 GVB
China 6
01.01.2016 - 31.12.2016
01.07.2016- 31.07.2019
1 DVB 4 DVB 1 GVB
Finnland 6 01.03.2016 - 31.12.2016 2 GUA 1 GUA 2 GUA 1 GUA
Frankreich 5
05.06.2016 - 09.07.2016
01.07.2015 - 31.07.2019
17.05.2016- 30.09.2016
1 GUA 1 GUA
1 GUA
2 GVB
Ghana 1 01.01.2016 - 31.12.2016 1 DVB
Griechenland 312
01.01.2016 - 31.12.2016
01.01.2016-31.12.2016
01.07.2013 - 31.07.2017
32 GUA 64 GUA 60 GUA 38 GUA 71 GUA 40 GUA
5 GUA
2 GVB
Indien 5
01.01.2016 - 31.12.2016
01.08.2014 - 31.07.2017
1 DVB 1 DVB 2 DVB 1 GVB
Iran 2 01.01.2016 - 31.12.2016 2 DVB
Italien 22
29.02.2016 - 30.12.2016
01.08.2010 - 31.07.2016
01.10.2016- 31.07.2020
2 GUA 5 GUA 1 GUA 6 GUA 6 GUA 1 GUA 1 GVB
Jordanien 2 01.01.2016 - 31.12.2016 1 DVB 1 DVB
Katar 1 01.01.2016 - 31.12.2016 1 DVB
Kosovo 2
01.01.2016 - 31.12.2016
01.03.2013 - 31.07.2019
1 DVB 1 GVB
Kroatien 15
05.01.2016 - 31.12.2016
01.07.2015 - 31.07.2019
1 GUA 1 GUA 4 GUA 4 GUA 3 GUA
1 GUA
1 GVB
Libanon 2
01.09.2016 - 31.12.2016
01.01.2014 - 05.01.2017
1 DVB
1
Grenz-
pol.
Berater
Deutscher Bundestag – 18. ahlperiode – 11 – Drucksache 18/10949
Staat Anzahl * PVB
Zeitraum Dienstgrad
PM POM PHM PK POK PHK EPHK PD
Litauen 1
01.08.2012 - 31.08.2016
01.08.2016- 31.07.2020
1 GVB
Malaysia 1 01.01.2016 - 31.12.2016 1 DVB
Marokko 1 15.07.2015 - 31.07.2019 1 GVB
Mazedonien 1
02.08.2015 - 31.12.2015
01.07.2013- 31.07.2017
1 DVB 1 GVB
Niederlande 1 22.08.2016 - 06.10.2016 1 GUA
Nigeria 2 01.01.2016 - 31.12.2016 2 DVB
Österreich 2
31.08.2016 - 29.10.2016
05.10.2015 - 30.061.2016
1 GUA
1
Assistent
GVB
Pakistan 1 01.01.2016 - 31.12.2016 1 DVB
Polen 1 01.08.2015 - 31.07.2019 1 GVB
Rumänien 2
24.05.2016 - 15.09.2016
01.07.2014-31.7.2018
1 GUA 1 GVB
Russland 5
01.01.2016 - 31.12.2016
01.07.2013 - 31.07.2016
1 DVB 3 DVB 1 GVB
Schweden 1 04.10.2016 - 03.11.2016 1 GUA
Serbien 2
01.07.2013 - 31.07.2017
05.10.2015 - 1207.2016.
1 GVB
1
Assistent
GVB
Spanien 1 01.10.2015 - 31.07.2019 1 GVB
Sri Lanka
1 01.01.2016 - 31.12.2016 1 DVB
Südafrika
2 01.01.2016 - 31.12.2016 1 DVB 1 DVB
Tschechien 1 01.10.2015 - 31.07.2019 1 GVB
Thailand
1 01.01.2016 - 31.12.2016 1 DVB
Tunesien 1
02.04.2012 - 31.07.2016
01.07.2016- 31.07.2020
1 GVB
Türkei 5
01.01.2016 - 31.12.2016
01.07.2014 - 31.07.2018
1 DVB 2DVB 1 DVB 1 GVB
Ukraine 2
01.01.2016 - 31.12.2016
01.07.2014 - 31.07.2018
1 DVB 1 GVB
Ungarn 23
05.01.2016 - 31.12.2016
01.01.2013 - 31.07.2017
1 GUA 2 GUA 5 GUA 2 GUA
5 GUA
8 GVB
V. Arab.
Emirate 3 01.01.2016 - 31.12.2016
1 DVB 1 DVB 1 DVB
Vietnam 1 01.01.2016 - 31.12.2016 1 DVB
Gesamt: 475 35 77 81 58 109 89 27 4
r cksac e 18/10949 – 12 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
13. In welchen Staaten waren Beschäftigte der Bundespolizei 2016 an
Maßnahmen beteiligt, die von Frontex koordiniert wurden (bitte nach Staat, Einsatz,
Monat, Einsatzstärke und Dienstgrad aufschlüsseln)?
In der nachfolgenden Übersicht sind die von FRONTEX koordinierten
Maßnahmen mit Beteiligung der Bundespolizei dargestellt.
EINSATZ Land / Grenze Anzahl
Einsatzzeitraum
PM POM PHM PK POK PHK EPHK
Landgrenze Ungarn 15 05.01.2016- 31.12.2016 0 1 2 5 2 5 0
Landgrenze Bulgarien 26 01.03.2016 - 31.12.2016 3 7 8 4 3 1 0
Landgrenze Kroatien 14 05.01.2016 - 31.12.2016 0 1 1 4 4 3 1
Landgrenze/
Seegrenze
Griechenland 310
01.01.2016 - 31.12.2016
32 64 60 38 71 40 5
Landgrenze Rumänien 1 24.05.2016 - 15.09.2016 0 0 0 0 1 0 0
Seegrenze Italien 21 29.02.2016 - 30.12.2016 0 2 5 1 6 6 1
Landgrenze Finnland 6 01.03.2016 - 31.12.2016 0 2 0 1 2 1 0
Eurocup Frankreich 3 05.06.2016 - 09.07.2016 0 0 0 1 1 1 0
Landgrenze Albanien 1 13.06.2016 - 13.07.2016 0 0 0 0 1 0 0
Luftgrenze Niederlande 1 22.08.2016 - 06.10.2016 0 0 0 0 0 1 0
Luftgrenze Österreich 1 31.08.2016 - 29.10.2016 0 0 0 1 0 0 0
Luftgrenze Schweden 1 04.10.2016 - 03.11.2016 0 0 0 0 0 1 0
Gesamt 400 35 77 76 55 91 59 7
14. An wie vielen Tagen haben Beschäftigte der Bundespolizei 2016 an einer
deutschen Grenze Reisende kontrolliert (bitte nach Luft-, Land- und
Wasserweg, Bundesland, Monat und Einsatzstärke aufschlüsseln)?
An den deutschen luft- und seeseitigen (Schengen-)Außengrenzen führt die
Bundespolizei täglich im gesamten Bundesgebiet Grenzübertrittskontrollen durch.
Eine weitere Aufschlüsselung im Sinne der Frage ist wegen der integrativen
Aufgabenwahrnehmung der Bundespolizei nicht möglich. An allen deutschen
(Schengen-)Binnengrenzen (Luft-, Land- und Seegrenzen) hat die
Bundesregierung am 13. September 2015 vorübergehend Grenzkontrollen mit Schwerpunkt
an der deutsch-österreichischen Landgrenze wieder eingeführt. Diese wurden
zuletzt am 11. November 2016 auf Grundlage eines Durchführungsbeschlusses des
Rates an der deutsch-österreichischen Landgrenze verlängert. Die Einsatzstärken
der Bundespolizei werden lageangepasst festgelegt und variieren ständig
abhängig vom erforderlichen Kontrollumfang.
15. An wie vielen Tagen haben Beschäftigte der Bundespolizei 2016 im
grenznahen Gebiet (§ 2 Absatz 2 Satz 1 Nummer 3 des Bundespolizeigesetzes)
Kontrollen durchgeführt (bitte nach Bundesland, Monat und Einsatzstärke
aufschlüsseln)?
Die Bundespolizei überwacht täglich die Grenzen im Sinne des § 2 Absatz 2
Nummer 3 des Gesetzes über die Bundespolizei innerhalb des 30-km-
(Landgrenze) bzw. 50-km-Bereichs (Seegrenze). Mit Ausnahme der Bundesländer Ber-
Deutscher Bundestag – 18. ahlperiode – 13 – Drucksache 18/10949
lin, Bremen, Hamburg, Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt verfügen alle
übrigen Bundesländer über entsprechende Binnengrenzräume. Im Übrigen verweise
ich auf die Antwort zu Frage 14.
16. Wie ist der aktuelle Zeitplan der Bundesregierung für die Fortführung der
Grenzkontrollen an den deutschen Außengrenzen?
a) Wie lauten die Pläne der Bundesregierung im Hinblick auf eine
Verlängerung der Grenzkontrollen über Februar 2017 hinaus, wie nun in der
Presse berichtet wurde (DER SPIEGEL, Ausgabe 50, S. 36, „Rückkehr
der Grenzen“)?
Die Bundesregierung ist der Ansicht, dass die Fortführung der vorübergehenden
Kontrollen an den Binnengrenzen, in Deutschland an der deutsch-
österreichischen Grenze, derzeit angesichts der Gesamtlage voraussichtlich über Mitte 2017
hinaus erforderlich ist. Eine Entscheidung über eine Verlängerung wird im
Februar 2017 getroffen. Die Europäische Kommission hat in ihrer Erklärung
„Zurück zu Schengen – ein Fahrplan“ den wirksamen Schutz der Außengrenzen und
ein funktionierendes Dublin-System als Voraussetzungen für ein Schengen-
System ohne Binnengrenzkontrollen formuliert. Eine Erfüllung dieser
Voraussetzungen bis Februar 2017 ist aus Sicht der Bundesregierung unwahrscheinlich.
b) Wie begründet die Bundesregierung diese Verlängerung?
Die zahlreichen Feststellungen und die Auswertungen der Europäischen Agentur
für die Grenz- und Küstenwache FRONTEX verdeutlichen das weiterhin
vorhandene hohe Migrationspotential auf der Balkanroute und über Österreich nach
Deutschland. Die Bundespolizei stellt einen anhaltend hohen Migrationsdruck
auf Europa sowie eine unvermindert fortbestehende Intensität der illegalen
Sekundärmigration zwischen den Schengen-Staaten fest. Im Übrigen wird auf die
Antwort zu Frage 16a verwiesen.
c) Welchen Personalaufwand bei der Bundespolizei plant die
Bundesregierung aktuell zur Verlängerung der Kontrollen an den deutschen
Außengrenzen (bitte nach Bundesland, Monat und Einsatzstärke aufschlüsseln)?
Im Sinne der Fragestellung kann die Bundespolizei hierzu keine Aussage treffen.
17. An wie vielen Einsätzen zum Zweck der Rückführung abgelehnter
Asylbewerber (insbesondere begleitete Rückführungen) haben 2016 Beschäftigte
der Bundespolizei mitgewirkt (bitte auch Einsätze, die nur eine Teilstrecke
betrafen, angeben und nach Art der Mitwirkung, Zahl der betroffenen
Personen, Zielland, Monat, Einsatzstärke und Luft- oder Landweg aufschlüsseln)?
18. Wie viele Beschäftigte der Bundespolizei waren 2016 an deutschen
Flughäfen im Zusammenhang mit Einsätzen gemäß Frage 17 tätig (bitte nach Monat
und Dienstgrad aufschlüsseln)?
19. Wie viele Anträge auf Abschiebungshaft, Zurückweisungshaft oder
Zurückschiebungshaft wurden im Jahr 2016 im Rahmen von Verfahren nach der
Dublin-III-Verordnung durch die Bundespolizei gestellt, und in wie vielen
Fällen wurde den Haftanträgen stattgegeben (bitte nach Herkunftsstaat und
Staaten, in die überstellt werden sollte, aufschlüsseln)?
r cksac e 18/10949 – 14 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
20. Wie viele der unter Frage 19 genannten Personen mussten im Jahre 2016
wegen Undurchführbarkeit der Rücküberstellung nach der Dublin-III-
Verordnung aus der Abschiebungshaft entlassen werden (bitte nach
Herkunftsstaat und Staaten, in die die Rücküberstellung erfolgen sollte, aufschlüsseln)?
Die Fragen 17 bis 20 werden gemeinsam beantwortet.
Diese Daten werden von der Bundespolizei statistisch nicht erfasst.
21. Hat es 2016 im Zusammenhang mit Einsätzen gemäß den Fragen 12 bis 20
Beschwerden über unangemessenes oder pflichtwidriges Verhalten von
Beschäftigten der Bundespolizei gegeben (bitte nach Anzahl, Monat,
Bundesland, Art der Beschwerde und Stand bzw. Ausgang des Verfahrens
aufschlüsseln)?
Im Jahr 2016 gab es insgesamt 263 Beschwerden im grenzpolizeilichen
Aufgabenbereich der Bundespolizei. Die einzelne Gliederung der Bundesländer kann
der Anlage 3 entnommen werden. In den nicht aufgeführten Bundesländern kam
es zu keinen Beschwerdesachverhalten.
22. Wurden 2016 gegen Beschäftigte der Bundespolizei im Zusammenhang mit
Einsätzen gemäß den Fragen 12 bis 20 Strafverfahren oder
Disziplinarverfahren eingeleitet (bitte nach Anzahl, Monat, Bundesland und Stand des
Verfahrens bzw. Ergebnis aufschlüsseln)?
Im Zusammenhang mit dem Migrationseinsatz und der Kontrolle Reisender kam
es im Jahr 2016 zu insgesamt drei Vorfällen:
a) Januar 2016 in Bayern: Durchführung eines Disziplinarverfahrens mit dem
Ergebnis der Verhängung der Disziplinarmaßnahme der Geldbuße.
b) September 2016 in Baden-Württemberg: Strafverfahren läuft noch. Einleitung
und Aussetzung eines Disziplinarverfahrens.
c) Oktober 2016 in Sachsen: Einstellung des Strafverfahrens gemäß § 170
Absatz 2 der Strafprozessordnung.
23. Wie lautet die aktuelle Prognose der Bundespolizei hinsichtlich der in den
nächsten Wochen, Monaten und Jahren zu erwartenden Flüchtlingszahlen,
und auf welcher Grundlage wird diese Prognose erstellt?
Die Bundespolizei erstellt keine Prognosen über die voraussichtlichen
Entwicklungen der Flüchtlingszahlen.
24. Wie viele Stunden betrug die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der
Beschäftigten der Bundespolizei bei Grenzkontrolleinsätzen gemäß den
Fragen 12 bis 15 (bitte nach Bundesland und Monat aufschlüsseln)?
Angefallene Arbeitszeiten werden nicht differenziert nach den verschiedenen
Verwendungen erhoben, die sich aus den Fragen 12 bis 15 ergeben (Verwendung
im Ausland, Verwendung im Rahmen von FRONTEX-Missionen,
Verwendungen an einer deutschen Grenze, Verwendung im grenznahen Bereich). Eine
genaue Aufschlüsselung ist daher nicht möglich.
Grundsätzlich beträgt die Wochenarbeitszeit der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Bundespolizei 39, 40 oder 41 Stunden.
Bei Zugrundelegung der gesamten Einsatzzeit sowie der vorwiegend
angewandten Schichtdienstmodelle betrug die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit
Deutscher Bundestag – 18. ahlperiode – 15 – Drucksache 18/10949
der Einsatzkräfte bis zu 47 Stunden im Rahmen von Einsatzmaßnahmen. An diese
Einsätze schließt sich grundsätzlich immer eine Dienstbefreiung von mehreren
Tagen an, um ein Teil der angefallen Mehrarbeit abzubauen.
25. Wie lang waren die Schichten der Beschäftigten der Bundespolizei bei
Grenzkontrolleinsätzen gemäß den Fragen 12 bis 15 (bitte nach Bundesland
und Monat aufschlüsseln, und soweit möglich Minima und Maxima
angeben)?
Die Schichten der Beschäftigten der Bundespolizei zur Durchführung der
Grenzkontrollen variierten je nach aktueller Migrationslage zwischen 6,5 Stunden und
13 Stunden.
26. Wie hoch war bei der Bundespolizei der Anteil der 12-Stunden-Schichten
bei Grenzkontrolleinsätzen gemäß den Fragen 12 bis 15 (bitte nach
Bundesländern und Monaten aufschlüsseln)?
Die Durchführung von 12-Stunden-Schichten stellt eine Ausnahmeregelung dar
und wird temporär bei besonderen Einsatzlagen bzw. bei besonderem
Kräftebedarf angeordnet. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 25 verwiesen.
27. Wie viele Überstunden sind bei der Bundespolizei aufgrund der
Grenzkontrolleinsätze gemäß den Fragen 12 bis 15 im Jahr 2016 angefallen (sofern
keine genauen Zahlen vorliegen, bitte wenn möglich Näherungswerte oder
Schätzungen angeben)?
Die Erfassung der Arbeitszeit beinhaltet keine Erfassung, für welche konkrete
Tätigkeit die Arbeitszeit aufgebracht wurde. Eine Zuordnung zu den
verschiedenen Verwendungsformen im Sinne der Fragen 12 bis 15 ist daher nicht möglich.
Auch eine dienststellenbezogene Auswertung würde keine näheren Aufschlüsse
zulassen, da die Aufgabenwahrnehmung bei den Bundespolizeiinspektionen
überwiegend integrativ erfolgt und somit eine feste Einordnung einer Dienststelle
z. B. als reine Grenz-, Bahn- oder Luftsicherheitsdienststelle nicht möglich ist.
Eine verwendungsbezogene Auswertung ist lediglich hinsichtlich der im Ausland
eingesetzten Dokumenten- und Visumberater (DVB), Grenzpolizeilichen
Verbindungsbeamten (GVB) und Grenzpolizeilichen Unterstützungsbeamtinnen/-
beamten Ausland (GUA) möglich. Deren Stundenstände entwickelten sich im Laufe
des Jahres 2016 wie folgt:
r cksac e 18/10949 – 16 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
GUA GVB + DVB
Jan 16 4.036 15.053
Feb 16 3.659 15.020
Mrz 16 3.789 9.346
Apr 16 3.281 9.021
Mai 16 3.557 11.389
Jun 16 3.365 13.730
Jul 16 5.493 17.774
Aug 16 5.705 17.229
Sep 16 5.528 10.522
Okt 16 5.805 11.728
Nov 16 5.800 12.913
Dez 16 5.417 11.589
28. Gegen wie viele Tatverdächtige hat die Bundespolizei 2016 wegen
Einschleusens von Ausländern gemäß den §§ 96, 97 des Aufenthaltsgesetzes
(AufenthG) ein Ermittlungsverfahren eingeleitet (bitte nach Herkunftsstaat,
Monat und Bundesland aufschlüsseln)?
Im Jahr 2016 stellten die Grenzbehörden insgesamt 1 008 tatverdächtige
Schleuser fest. Eine statistische Erfassung nach Bundesländern wird in der
Bundespolizei nicht geführt. Die Aufschlüsselung nach Herkunftsländern ist in der Anlage 4
dargestellt.
29. An welche Staatsanwaltschaften wurden die Ermittlungsergebnisse gemäß
Frage 28 übermittelt (bitte nach Monat und Bundesland aufschlüsseln)?
Nach Nummer 2 der Richtlinien für das Strafverfahren und das Bußgeldverfahren
(RiStBV) führt die Ermittlungen grundsätzlich die Staatsanwaltschaft, in dessen
Bezirk die Straftat begangen worden ist.
30. In wie vielen Fällen haben die Staatsanwaltschaften in den Fällen gemäß
Frage 28 weitere Ermittlungen durch die Bundespolizei bzw. nach Kenntnis
der Bundesregierung durch die Landespolizeien angeordnet (bitte nach
Monat und Bundesland aufschlüsseln)?
Die Sachleitung obliegt allein der zuständigen Staatsanwaltschaft. Die
Bundespolizei führt keine zentrale Statistik über die von den Staatsanwaltschaften
angeordneten Maßnahmen.
Deutscher Bundestag – 18. ahlperiode – 17 – Drucksache 18/10949
31. In wie vielen Fällen wurde nach Kenntnis der Bundesregierung in den Fällen
gemäß Frage 28 das Ermittlungsverfahren eingestellt (bitte nach
Bundesland, Rechtsgrundlage der Einstellung, ggf. unter Angabe der Art der
Auflagen aufschlüsseln)?
32. In wie vielen Fällen wurde nach Kenntnis der Bundesregierung in den Fällen
gemäß Frage 28
a) Strafbefehl erlassen,
b) Anklage erhoben,
c) ein rechtskräftiges Urteil gesprochen,
d) freigesprochen?
Die Fragen 31 und 32 werden gemeinsam beantwortet.
Diese Daten werden von der Bundespolizei statistisch nicht erfasst.
33. Wurden im Jahr 2016 Beschäftigte der Bundespolizei zum Schutz von
Flüchtlingsunterkünften eingesetzt?
Wenn ja, auf welcher Rechtsgrundlage und für welche Dauer (bitte nach
Monat, Bundesland, Dauer des Einsatzes und Einsatzstärke aufschlüsseln)?
Beschäftigte der Bundespolizei sind wegen fehlender Zuständigkeit nicht zum
Schutz von Flüchtlingsunterkünften eingesetzt. Aufgrund einiger
Lageentwicklungen in einzelnen Flüchtlingsunterkünften war es im Jahr 2016 in den Ländern
Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg
notwendig, die Maßnahmen der jeweiligen Polizeien der Länder auf Anforderung zu
unterstützen. Angaben zu diesen in Verantwortung der Länder geführten
Einsätzen obliegen den jeweils zuständigen Landesregierungen.
34. Hat der Bundesrechnungshof das Bundesministerium des Innern 2016 in
welchen konkreten Fällen darauf hingewiesen, dass er den Personaleinsatz
des Bundes für nicht sachgerecht hält, und wie wurde jeweils Abhilfe
geschaffen?
Der Bundesrechnungshof (BRH) hat im Jahr 2016 im Rahmen von drei
Prüfungen auf einen aus seiner Sicht nicht sachgerechten Personaleinsatz der
Bundespolizei hingewiesen:
Prüfung „Verwendung und Besetzung freiwerdender und neuer Planstellen
im Polizeivollzugsdienst der Bundespolizei“1:
Mit Verweis auf die „Bedrohungs- und Migrationslage“ hat der BRH sein
Unverständnis zum Ausdruck gebracht, dass die Bundespolizei
Aufstiegsmöglichkeiten vom mittleren in den gehobenen Polizeivollzugsdienst zu
Lasten der Einsatzorganisation schafft.
Das Bundesministerium des Innern teilt diese Einschätzung nicht. Die
anteilige Zusammensetzung der Beamten im gehobenen Polizeivollzugsdienst aus
Laufbahnbewerbern und Aufstiegsbeamten hat sich bewährt und wird
uneingeschränkt von der Einsatzorganisation mitgetragen. Der dadurch erfolgte
Austausch ist für die Ausbildung unverzichtbar und trägt zur Attraktivität der
Bundespolizei bei.
1 BRH Gz. IV2 - 2015 - 1168, BMI Az. B1 - 13003/1#25
r cksac e 18/10949 – 18 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
Prüfung „Aufgabenwahrnehmung der Bundespolizeiinspektionen
Kriminalitätsbekämpfung“2:
Der BRH erhebt die Feststellung, dass die Bundespolizei keine
Strafverfolgungszuständigkeit beim betrügerischen Erwerb von Onlinetickets über das
Buchungssystem der Deutschen Bahn AG hat.
Das Bundesministerium des Innern hält auch nach erneuter Prüfung an der
Zuständigkeit der Bundespolizei bei der Strafverfolgung bei Fällen von
Onlinebetrug zum Nachteil der Deutschen Bahn AG fest.
Prüfung „Aufgabenwahrnehmung der Bundespolizeiinspektion Deutsche
Bundesbank“3:
Das Prüfungsamt des Bundes (PAB) Hannover stellt fest, dass der
Organisations- und Dienstpostenplan der neu eingerichteten Bundespolizeiinspektion
Deutsche Bundesbank (BPOLI DBBK) mehr Dienstposten als notwendig
ausweist.
Das Bundespolizeipräsidium hat den Organisations- und Dienstpostenplan
nicht nur auf Grundlage der damaligen aktuellen Lage erstellt, sondern auch
die in näherer Zukunft zu erwartende Lageentwicklung berücksichtigt. Ein
vorübergehender, aber gleichwohl mehrjähriger Bedarf an Dienstposten steht
einer Ausbringung im Organisations- und Dienstpostenplan nicht entgegen.
Bis zum Abschluss der Evaluierung der BPOLI DBBK und der Umsetzung
der daraus abzuleitenden Maßnahmen werden aktuell nicht benötigte
Dienstposten nicht besetzt.
35. Wurden im Jahr 2016 Disziplinarverfahren gegen Beschäftigte der
Bundespolizei wegen des Verdachts einer Mitgliedschaft oder anderweitigen
Assoziierung zum Thema Reichsbürger eingeleitet (bitte nach Anzahl, Monat,
Bundesland, Dienstgrad und Stand des Verfahrens bzw. Ergebnis
aufschlüsseln)?
Im Jahr 2016 wurden gegen vier Beamte der Bundespolizei Disziplinarverfahren
sowie ein arbeitsrechtliches Verfahren gegen einen Tarifbeschäftigten der
Bundespolizei mit Bezug zur sog. Reichsbürgerbewegung eingeleitet. Ein
Disziplinarverfahren im Oktober 2016 in Sachsen betraf einen Polizeihauptmeister. Zwei
Disziplinarverfahren im November 2016 in Sachsen und Bayern richteten sich
jeweils gegen Polizeiobermeister. Ein Disziplinarverfahren im Dezember 2016 in
Bayern betraf einen Polizeihauptmeister. Des Weiteren wurden ebenfalls im
Dezember 2016 in Bayern arbeitsrechtliche Schritte gegen einen Tarifbeschäftigten
eingeleitet. Alle Verfahren sind noch nicht abgeschlossen.
36. Wie ist der Stand bei den 2015 gegründeten Spezialkräften der
Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit Plus (BFE+) der Bundespolizei?
a) Wie viele Bundespolizeibeamtinnen und -beamte gehören der BFE+
aktuell an (bitte nach Dienstgrad und Polizeidirektion aufschlüsseln)?
Die Einheiten der BFE+ umfassen aktuell 134 Beamtinnen und Beamte, davon
34 im gehobenen Dienst (gD) und 100 im mittleren Dienst (mD).
2 BRH Gz. IV2 - 2015 - 0099, BMI Az. B1 - 13003/3#3
3 PAB Hannover Gz. H - 04 - 2016 - 0104 VS-NfD, BMI Az. B1 - 13003/3#4
Deutscher Bundestag – 18. ahlperiode – 19 – Drucksache 18/10949
Diese sind räumlich wie folgt verteilt:
BPOLABT Blumberg 47 PVB davon 8 gD und 39 mD
BPOLABT Uelzen ---
BPOLABT Hünfeld ---
BPOLABT Sankt Augustin 44 PVB davon 15 gD und 29 mD
BPOLABT Bayreuth 43 PVB davon 11 gD und 32 mD.
b) Wie viele Bundespolizeibeamtinnen und - beamte sollen im Jahr 2017 für
die BFE+ ausgebildet werden?
Im Jahr 2017 werden noch ca. 100 Beamte eine Ergänzungsfortbildung für die
Verwendung in einer BFE+ der Bundespolizei an den Standorten Uelzen und
Hünfeld erhalten.
c) Welche Aufgaben sind der BFE+ aktuell zugewiesen?
Die Einsatzbewältigung bei terroristischen Bedrohungslagen obliegt in
Deutschland grundsätzlich den Ländern. Dennoch ist es erforderlich, dass der Bund die
Durchhaltefähigkeit und Reaktionsmöglichkeiten im konkreten Anschlagsfall
sowohl im originären Bereich als auch zur Unterstützung der Länder verbessert.
Attentäter, insbesondere solche mit Kampferfahrung in Kriegsgebieten und dem
festen Vorsatz, das eigene Leben zu opfern, bedürfen des Einsatzes spezialisierter
Kräfte. Im Bereich der Bundespolizei ist bisher grundsätzlich nur die GSG 9 in
der Lage, wirkungsvolle polizeiliche Maßnahmen zu ergreifen.
Besonders bei länger andauernden oder gleichzeitigen polizeilichen Lagen an
verschiedenen Orten soll mit der speziell ausgebildeten und ausgestatteten robusten
Einheit, der BFE+ der Bundespolizei, unterhalb der Schwelle der
Spezialeinheiten die Reaktionsfähigkeit der Bundespolizei und die Durchhaltefähigkeit der
GSG 9 erhöht werden.
d) Wurde die BFE+ im Kontext des Amoklaufs in München am 22. Juli 2016
eingesetzt?
Wenn ja, wie?
Ein direkter Einsatz einer BFE+ erfolgte nicht. Es wurde jeweils eine BFE+ in
den Standorten Sankt Augustin und Blumberg in eine höhere Einsatzbereitschaft
versetzt.
e) Wie ist der Stand der Ausstattung bei der BFE+ mit besonders
geschützten Fahrzeugen sowie eigenen Helikoptern angesichts von anhaltender
Kritik an der bestehenden Ausstattung der Einheit (Frontal 21, „Anti-
Terror-Einheit BFE+ nur bedingt einsatzbereit“, 30. Mai 2016, www.
zdf.de/politik/frontal-21/bedingt-einsatzbereit-kritik-an-neuer-anti-terror-
einheit-100.html)?
Die Beschaffung von sondergeschützten Fahrzeugen für die BFE+ ist eingeleitet.
Der Lufttransport der BFE+ erfolgt durch den Bundespolizei-Flugdienst. Zur
Erhöhung der Transportkapazität wurde die Beschaffung eines weiteren mittleren
Transporthubschraubers eingeleitet.
r cksac e 18/10949 – 20 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
f) Wie werden die durch Einsätze der BFE+ zwangsläufig entstehenden
Lücken im Personalaufkommen der lokalen Polizeidirektionen geschlossen?
Einsätze von Einheiten der BFE+ führen nicht zu personellen Lücken bei den
regionalen Bundespolizeidirektionen.
37. Wie stellen sich die regionalen Planungsstellen der Bundespolizei darauf ein,
dass im Fall der Alarmierung der BFE+ ausreichend Personal in lokalen
Polizeidirektionen vorhanden ist?
Das regionale und überregionale Kräftemanagement der Bundespolizei sieht für
diesen Fall die Unterstützung der jeweils anderen Behörde vor, die schnell und
unbürokratisch vorgenommen wird. Gegebenenfalls wird mit einer Entscheidung
des Bundespolizeipräsidiums eine möglicherweise notwendig werdende
Prioritätenentscheidung getroffen.
Deutscher Bundestag – 18. ahlperiode – 21 – Drucksache 18/10949
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Anlage 3
Bundesland Bayern (BPOLD M)
VB - Verhaltensbeschwerde
SB - Sachbeschwerde
MB - Mischbeschwerde
Bundesland Rheinland-Pfalz (BPOLD KO)
Bundesland Saarland (BPOLD KO)
Bundesland Nordrhein-Westphalen (BPOLD STA)
Bundesland Baden-Württemberg (BPOLD S)
Bundesland Hessen (BPOLD FH FRA)
Beschwerdestand
Monat Anzahl VB: SB: MB:
in
Bearbeitung
unbegründet begründet
nicht
aufklärbar
Januar 2 1 1 2
Februar 1 1 1
März 3 2 1 2 1
April 1 1 1
Mai 1 1 1(teilbegründet)
Juni 2 1 1 1 1
Juli
August 1 1 1
September 2 1 1 1 1
Oktober 2 1 1 1 1
November 3 1 2 3
Dezember 1 1 1
Beschwerdeart:
Bundesland Hamburg (BPOLD H)
Bundesland Mecklenburg Vorpommern (BPOLD BBS)
Bundesland Schleswig-Holstein (BPOLD BBS)
Bundesland Sachsen (BPOLD PIR)
Bundesland Thüringen (BPOLD PIR)
Anlage 4
Übersicht 1: Darstellung mutmaßliche Schleuser nach Monaten aufgeschlüsselt:
Übersicht 2: Darstellung mutmaßliche Schleuser nach Herkunftsstaat aufgeschlüsselt
Syrien 80
Polen 70
Irak 64
Russische Föderation 62
Deutschland 59
Serbien 51
Ukraine 43
Afghanistan 40
Türkei 35
Italien 31
Rumänien 30
Iran 27
Nigeria 21
Pakistan 19
Österreich 18
Moldau 18
Kosovo 14
ungeklärt 14
Libanon 14
Belgien 12
Albanien 12
Somalia 12
Januar 65
Februar 87
März 108
April 104
Mai 79
Juni 99
Juli 77
August 61
September 63
Oktober 77
November 86
Dezember 102
Gesamt 1.008
Bosnien‐Herzegowina 12
Frankreich 12
Marokko 11
Eritrea 10
Armenien 10
Niederlande 10
Ungarn 9
Palästina 9
Mazedonien 9
Kongo, Dem. Republik 8
Algerien 8
Aserbaidschan 7
Großbritannien 7
Bulgarien 7
Tschechische Republik 6
Griechenland 6
staatenlos 6
Slowakische Republik 6
Georgien 6
Weißrußland 6
Tadschikistan 5
Sudan 5
Indien 5
Vietnam 5
Ghana 5
Tunesien 5
Kamerun 4
Mongolei 4
Schweden 4
Sri Lanka 3
Ägypten 3
Schweiz 3
Montenegro 3
Kroatien 2
Angola 2��
Äthiopien 2
Jordanien 2
Togo 2
Libyen 2
Malaysia 2
Guinea 2
Mali 2
Slowenien 2
Saudi‐Arabien 1
Portugal 1
Gambia 1
Senegal 1
Luxemburg 1
Kasachstan 1
Ver. Arabische Emirate 1
Peru 1
Kolumbien 1
Cote d'Ivoire 1
Dänemark 1
Kanada 1
Australien 1
Kuba 1
Spanien 1
Lettland 1
Norwegen 1
Ecuador 1
Korea, Republik 1
China 1
Sierra Leone 1
Litauen 1
Liberia 1
Gesamt 1.008
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ISSN 0722-8333]