Bundeswehruniversitäten
der Abgeordneten Günther Friedrich Nolting, Hildebrecht Braun (Augsburg), Rainer Brüderle, Ernst Burgbacher, Jörg van Essen, Ulrike Flach, Horst Friedrich (Bayreuth), Rainer Funke, Dr. Karlheinz Guttmacher, Dr. Helmut Haussmann, Ulrich Heinrich, Walter Hirche, Dr. Werner Hoyer, Ulrich Irmer, Dr. Heinrich L. Kolb, Gudrun Kopp, Jürgen Koppelin, Dirk Niebel, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Detlef Parr, Cornelia Pieper, Dr. Edzard Schmidt-Jortzig, Marita Sehn, Dr. Hermann Otto Solms, Carl-Ludwig Thiele, Dr. Dieter Thomae, Dr. Wolfgang Gerhardt und der Fraktion der F.D.P.
Vorbemerkung
Das Studium an den Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München ist seit 1973 integraler Bestandteil der Ausbildung von länger dienenden Truppenoffizieren. Das Studienangebot umfasst 15 universitäre und drei Fachhochschulstudiengänge der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Wirtschaftswissenschaften sowie technische und naturwissenschaftliche Disziplinen. Das nach wie vor an den Bundeswehruniversitäten angewandte einmalige Konzept curricular organisierter, zeitlich begrenzter Trimester-Studiengänge mit Berufsfeldbezug, zivil vergleichbaren und anerkannten Diplomabschlüssen im Campusrahmen hat sich bewährt. Die Offiziere studieren als Soldaten nach den Prinzipien der Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre.
Planungsgrundlage für Kapazität und Größe der zwei Universitäten war eine Bundeswehr mit einer Personalstärke von 495 000 Soldaten. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde aufgrund der neuen sicherheitspolitischen Lage in Europa der Personalumfang der deutschen Streitkräfte auf gegenwärtig rund 325 000 Soldaten reduziert. Ein weiterer Personalabbau in den kommenden Jahren deutet sich an. Analog zum Gesamtpersonalumfang der Bundeswehr hat sich auch ihr Bedarf an Offiziernachwuchs erheblich verringert.
In Anbetracht der zu erwartenden weiteren Reduzierung des Offiziernachwuchses im Rahmen der neuen Bundeswehrstruktur sowie der anerkannten besonderen Bedeutung der zwei Universitäten der Bundeswehr für die Bildungslandschaft der Bundesrepublik Deutschland fragen wir die Bundesregierung:
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Sind die zwei Universitäten der Bundeswehr nach wie vor mit studierenden Offizieren ausgelastet, obwohl der Gesamtumfang der deutschen Streitkräfte in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel reduziert wurde, oder sind freie Kapazitäten vorhanden und wenn ja, in welcher Größenordnung?
Wie ist das Verhältnis von Studierenden zu Lehrenden bei den zwei Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München heute und wie war es im Januar 1990?
Wie ist das heutige Verhältnis von Studierenden zu Lehrenden im Durchschnitt an anderen Universitäten?
Wie hoch sind die durchschnittlichen Gesamtkosten für ein Studium der Volkswirtschaft an einer Universität der Bundeswehr und wie hoch sind die Kosten für einen vergleichbaren Studiengang an anderen Universitäten in Deutschland?
Wie gedenkt die Bundesregierung Lehrkörper, Auftrag und Ausgestaltung der Universitäten der Bundeswehr bei weiterer Reduzierung des Personalumfangs der Streitkräfte zu verändern?
Hält es die Bundesregierung für denkbar und möglich, im Rahmen der neuen Bundeswehrstruktur die zwei Universitäten der Bundeswehr in eine Stiftung zu überführen mit der gleichzeitigen vertraglichen Zusicherung der Weiterführung des Studiums der Offiziere an diesen Universitäten?
Gibt es in der Bundesregierung Überlegungen, die die Einrichtung von Stifterlehrstühlen aus Industrie und Wirtschaft an den derzeitigen Universitäten der Bundeswehr ermöglichen?
In welcher Form bezieht die Bundesregierung die zwei Universitäten der Bundeswehr in ihre grundsätzlichen bildungspolitischen Überlegungen ein?