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Kleine AnfrageWahlperiode 16Beantwortet

Politisierung der Bildungsforschung

<span>Veröffentlichung der PISA-Daten, Kommentierungen, Bewertungen, Pannen, Konsequenzen und Reaktionen, mögliche Abberufung des Koordinators Schleicher, weitere Teilnahme an PISA und anderen internationalen Vergleichsstudien, Verhinderung der Politisierung der Bildungsforschung</span>

Fraktion

FDP

Datum

27.12.2007

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 16/756112. 12. 2007

Politisierung der Bildungsforschung

der Abgeordneten Patrick Meinhardt, Cornelia Pieper, Uwe Barth, Dr. Karl Addicks, Christian Ahrendt, Rainer Brüderle, Angelika Brunkhorst, Ernst Burgbacher, Patrick Döring, Jörg van Essen, Ulrike Flach, Otto Fricke, Horst Friedrich (Bayreuth), Dr. Edmund Peter Geisen, Miriam Gruß, Joachim Günther (Plauen), Dr. Christel Happach-Kasan, Heinz-Peter Haustein, Elke Hoff, Birgit Homburger, Dr. Werner Hoyer, Hellmut Königshaus, Dr. Heinrich L. Kolb, Gudrun Kopp, Jürgen Koppelin, Heinz Lanfermann, Sibylle Laurischk, Harald Leibrecht, Michael Link (Heilbronn), Horst Meierhofer, Jan Mücke, Burkhardt Müller-Sönksen, Dirk Niebel, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Detlef Parr, Jörg Rohde, Frank Schäffler, Dr. Konrad Schily, Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Max Stadler, Carl-Ludwig Thiele, Florian Toncar, Christoph Waitz, Dr. Volker Wissing, Dr. Guido Westerwelle und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Die Vorabveröffentlichung der Ergebnisse der PISA-2006 Studie sowie die daran anknüpfende Kommentierung durch den PISA-Koordinator der OECD, Andreas Schleicher, hat für großen Unmut innerhalb der Deutschen Bildungslandschaft gesorgt. Neben der offenkundigen Indiskretion seitens der spanischen Koordinatorengruppe wurde besonders die daraufhin einsetzende, emotional aufgeschaukelte Auseinandersetzung zwischen den beteiligten Bildungsforschern Andreas Schleicher und Prof. Dr. Manfred Prenzel durch die Medien aufgegriffen und dargestellt. Letztlich wurde dadurch der Eindruck vermittelt, dass die Ergebnisse der Studie wenig belastbar seien und beliebig interpretiert werden können. Mit der Politisierung der Bildungsforschung droht der Rückhalt in der Bevölkerung für die Teilnahme Deutschlands an internationale Vergleichsstudien zu bröckeln. Dies ist zu vermeiden.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen12

1

Wie geht die Bundesregierung mit den Pannen bei der Veröffentlichung der aktuellen Pisa-Daten um, und welche Konsequenzen zieht sie daraus?

2

Erwartet die Bundesregierung, dass die OECD Konsequenzen aus der Vorveröffentlichung der PISA-Daten und der sich anschließenden Kommentierung durch den PISA-Koordinator der OECD Andreas Schleicher zieht?

Wenn ja, welche?

3

Teilt die Bundesregierung die Forderung mehrerer Kultusminister der Bundesländer auf Abberufung des PISA-Koordinators Andreas Schleicher?

4

Haben die Bundesregierung oder die Bundesländer in Bezug auf die Vorveröffentlichung Maßnahmen durch die OECD eingefordert, um eine künftige Wiederholung derartiger Vorfälle zu vermeiden?

5

Wie haben die anderen teilnehmenden Staaten auf die Vorabveröffentlichung der PISA-Ergebnisse reagiert?

6

Welche Bedeutung misst die Bundesregierung der unterschiedlichen Interpretation der deutschen Ergebnisse durch die Bildungsforscher Andreas Schleicher und Prof. Dr. Manfred Prenzel bei?

7

Wie interpretiert die Bundesregierung die Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie, insbesondere mit Blick auf die Entwicklung seit dem ersten Erhebungszeitraum?

8

Welche konkreten Forderungen und Empfehlungen lassen sich auf der Grundlage der PISA-Ergebnisse ableiten?

9

Welche Bedeutung misst die Bundesregierung der Teilnahme Deutschlands an den internationalen PISA-Studien bei?

10

Gibt es Überlegungen der Bundesregierung, die Teilnahme an den PISA-Studien zur Disposition zu stellen?

11

Inwiefern wird sich die Bundesregierung, insbesondere im Dialog mit den Bundesländern, dafür aussprechen, auch künftig an internationalen Vergleichsstudien im Bildungsbereich teilzunehmen?

12

Wie gedenkt die Bundesregierung einer möglichen Politisierung der Bildungsforschung Einhalt zu gebieten?

Berlin, den 12. Dezember 2007

Dr. Guido Westerwelle und Fraktion

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