Entwicklungspolitischer Beitrag zur Weltausstellung EXPO 2000
der Abgeordneten Dr. Winfried Pinger, Anneliese Augustin, Jochen Feilcke, Detlef Helling, Helmut Jawurek, Dr. Bernd Klaußner, Armin Laschet, Dr. Manfred Lischewski, Marlies Pretzlaff, Dr. Peter Ramsauer, Erika Reinhardt, Dr. Christian Ruck, Wolfgang Vogt (Duren), Alois Graf von Waldburg-Zeil, Michael Wonneberger und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Roland Kohn, Dr. Irmgard Schwaetzer und der Fraktion der F.D.P.
Vorbemerkung
Am 1. Juli 2000 wird die EXPO 2000 in Hannover ihre Tore öffnen. Damit wird zum ersten Mal in der 150jährigen Geschichte der Weltausstellungen ein derartiges Großereignis in Deutschland stattfinden. Zu den Zielen und Aufgaben dieser Weltausstellung heißt es in der „Allgemeinen Ausstellungsordnung für die Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover" (verabschiedet von der Generalversammlung des Bureau International des Expositions, der für Weltausstellungen zuständigen internationalen Organisation, am 7. Dezember 1994):
- „Die EXPO 2000 mit dem Thema ,Mensch-Natur-Technik soll die zentralen Zukunftsfragen der Menschheit an der Schwelle des 21. Jahrhunderts thematisieren. Sie soll ein Signal für Menschen, Unternehmen, Organisationen und Nationen sein, gemeinsam über staatliche Grenzen hinweg an den globalen Herausforderungen der Zukunft zu arbeiten .... Teilnehmende Nationen sollen ihre Lösungsansätze und die praktische Auseinandersetzung mit den zentralen Zukunftsfragen der Menschheit demonstrieren. Der Wirtschaft wird die Möglichkeit geboten, ihr Problembewußtsein und ihre Lösungskompetenz für die Themenbereiche der Weltausstellung aufzuzeigen. "
Die aus dem Thema der Weltausstellung abgeleiteten Leitthemen sind: Gesundheit und Ernährung, Wohnen und Arbeiten, Umwelt und Entwicklung, Kommunikation und Information, Freizeit und Mobilität, Bildung und Kultur. Staaten, insbesondere auch die Entwicklungsländer, die rd. zwei Drittel der Staatengemeinschaft ausmachen, Unternehmen, Verbände, Institutionen und Organisationen sollen zu diesen Themenkreisen ihre Lösungsansätze für ein zukunftsorientiertes Zusammenleben präsentieren, die sich vor allem am Ziel einer nachhaltigen Entwicklung orientieren, wie sie in der Agenda 21, dem Aktionsplan der VN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio, in seiner sozialen, kulturellen, ökologischen und ökonomischen Dimension definiert wurde.
Die Weltausstellung soll ein globales Forum sein für innovative Lösungsansätze und Zukunftsstrategien, die Ökonomie und Ökologie in Einklang bringen. Voraussetzung für ein Gelingen der Weltausstellung ist, daß möglichst viele Staaten und internationale Organisationen, die Wirtschaft ebenso wie Organisationen und Institutionen aus Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft an ihr teilnehmen. Bezogen auf die Entwicklungsländer und die MOE- und GUS-Staaten wurden der Bundesregierung für ihren „Entwicklungspolitischen Beitrag zur Weltausstellung EXPO 2000" Mittel zur Verfügung gestellt, um zu einer möglichst breiten und hochwertigen Beteiligung beizutragen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
Wie beurteilt die Bundesregierung das Interesse der Entwicklungsländer sowie der MOE- und GUS-Staaten an der EXPO 2000?
Welche Unterstützung erhalten die Entwicklungsländer sowie die MOE- und GUS-Staaten von der Bundesregierung, um mit der thematischen Ausrichtung der Weltausstellung im Einklang stehende Beiträge beizusteuern?
Wie beurteilt die Bundesregierung die ersten Erfahrungen mit der Förderung?
Wie werden nach Vorstellung der Bundesregierung entwicklungspolitische Themen bei den verschiedenen Programmen (Themenpark, weltweite Projekte, Kultur- und Ereignisprogramm) der EXPO 2000 in Erscheinung treten, und was hat die Bundesregierung bisher dazu unternommen?
Wie stellt die Bundesregierung sicher, daß die internationale Zusammenarbeit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft und in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung Deutschlands als einer der größten Geber im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und als wichtigster Partner der MOE- und GUS-Staaten im Deutschen Pavillon angemessene Berücksichtigung findet?
Wie beurteilt die Bundesregierung das Interesse der Nichtregierungsorganisationen an der EXPO 2000?