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Kleine AnfrageWahlperiode 12Beantwortet

Freisetzung von Halonen und FCKW aus technischen Anlagen und Geräten (G-SIG: 12010813)

In Feuerlöschanlagen vorhandene Halone, Entsorgung und Überwachung, FCKW in Kunststoffen und Kühlanlagen, Entsorgung

Fraktion

SPD

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Datum

02.06.1992

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 12/257006.05.92

Freisetzung von Halonen und FCKW aus technischen Anlagen und Geräten

der Abgeordneten Monika Ganseforth, Hermann Bachmaier, Hans Gottfried Bernrath, Liselott Blunck, Ursula Burchardt, Marion Caspers-Merk, Peter Conradi, Dr. Marliese Dobberthien, Ludwig Eich, Lothar Fischer (Homburg), Arne Fuhrmann, Dr. Liesel Hartenstein, Renate Jäger, Susanne Kastner, Siegrun Klemmer, Walter Kolbow, Horst Kubatschka, Dr. Klaus Kübler, Klaus Lennartz, Ulrike Mehl, Michael Müller (Düsseldorf), Jutta Müller (Völklingen), Manfred Reimann, Harald B. Schäfer (Offenburg), Otto Schily, Karl-Heinz Schröter, Dietmar Schütz, Ernst Schwanhold, Hans Georg Wagner, Wolfgang Weiermann, Reinhard Weis (Stendal), Dr. Axel Wernitz, Dr. Peter Struck, Hans-Ulrich Klose und der Fraktion der SPD

Vorbemerkung

Die Gefahren, die durch die FCKW und die Halone für die Ozonschicht, das Klima und damit für die gesamte Biosphäre entstehen, sind hinlänglich bekannt.

Doch nicht nur die gezielte Freisetzung von FCKW und Halonen stellt ein Problem dar, sondern auch die Leckageverluste bei der Herstellung und Wartung von Kühl- und Löschgeräten und die Beseitigung der in den Kühlanlagen, Feuerlöschern und in den verschäumten Kunststoffen verbleibenden FCKW und Halone.

Angesichts der Millionen von Kälteanlagen mit einer Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren und der großen Anzahl von Feuerlöschern in Privathaushalten, in der Industrie, bei den Feuerwehren und beim Militär tickt hier eine Zeitbombe.

Dieses Reservoir an FCKW und Halonen stellt ein großes Treibhaus- und Ozonzerstörungspotential dar und darf keinesfalls emittiert werden und zur Erhöhung der Chlor- und Bromkonzentration in der Stratosphäre beitragen.

Wir fragen deshalb die Bundesregierung:

Fragen19

1

Welche Halonmengen (jeweils aufgeschlüsselt nach Halon 1301, 1211 und 2402) befinden sich zur Zeit in der Bundesrepublik Deutschland, in der EG und weltweit in den Feuerlöschanlagen?

2

Welche Anteile davon entfallen jeweils auf die Privathaushalte, auf die Industrie und auf das Militär?

3

Welche Mengen werden jährlich beim Löschen von Bränden, bei Fehlauslösungen und Übungseinsätzen, bei Test- und Abfüllverlusten, bei Wartungen und Leckagen emittiert?

4

Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die Emissionen beim Abfüllen, bei Wartungsarbeiten, Leckagen sowie Fehlauslösungen von Feuerlöschern zu verhindern?

5

Wie wird sichergestellt, daß das sich jetzt in den verschiedenen Geräten befindliche Halon nicht emittiert wird?

6

Gibt es ein Entsorgungskonzept, sowohl für die nach dem Gebrauch von Feuerlöschern in den Löschgeräten verbleibenden Halonmengen als auch für die Halone in ungenutzten Alt-Feuerlöschern, das eine vollständige Entnahme und eine schadlose Beseitigung gewährleistet?

7

Werden wiedergewonnene Halone in ihrer ursprünglichen oder in einer chemisch veränderten Form in anderen Anwendungsgebieten wieder eingesetzt, und — wenn ja in welchen?

8

Werden Halone, die in der Bundesrepublik Deutschland anfallen, im Ausland „entsorgt", und — falls ja — in welchen Staaten, in welchen Mengen und wie?

9

Wird das Halon-Reservoir national und international registriert und überwacht?

10

Wie groß ist das Reservoir der einzelnen FCKW und H-FCKW in der Bundesrepublik Deutschland, der EG und weltweit, jeweils aufgeschlüsselt nach Anwendungsgebieten?

11

Wie groß sind die jährlich emittierten FCKW- und H-FCKW-Mengen, die bei der Verschäumung von Kunst- und Dämmstoffen, beim Betrieb, der Wartung und Reparatur von Kühl-, Kälte- und Reinigungsanlagen, aufgrund der Undichtigkeit dieser Anlagen sowie bei Reparaturarbeiten an flüssigkeitsgefüllten Rohrleitungen verlorengehen?

12

Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die in Frage 10 aufgeführten Verluste zu verhindern?

13

Mit welchen Verfahren in der Bundesrepublik Deutschland werden die FCKW und H-FCKW aus den alten Kühlanlagen, den verschäumten Kunst- und Dämmstoffen, den Reinigungs- und Lösungsmitteln und den Spraydosen gewonnen?

14

In welchen Mengen fallen hierbei FCKW und H-FCKW an?

15

Wie und in welchen Mengen werden diese Substanzen jeweils wiedergewonnen, aufbereitet oder unschädlich gemacht?

16

Werden FCKW und H-FCKW, die in der Bundesrepublik Deutschland anfallen, im Ausland „entsorgt", und — falls ja — in welchen Staaten, in welchen Mengen und wie?

17

Wie wird die Beseitigung von FCKW und H-FCKW international gehandhabt?

18

Wird das FCKW- und H-FCKW-Reservoir registriert und überwacht, und hält die Bundesregierung dies für sinnvoll?

19

Wann wird die Bundesrepublik Deutschland voraussichtlich bezüglich Produktion und Bestand „FCKW-frei" sein?

Bonn, den 6. Mai 1992

Monika Ganseforth Hermann Bachmaier Hans Gottfried Bernrath Liselott Blunck Ursula Burchardt Marion Caspers-Merk Peter Conradi Dr. Marliese Dobberthien Ludwig Eich Lothar Fischer (Homburg) Arne Fuhrmann Dr. Liesel Hartenstein Renate Jäger Susanne Kastner Siegrun Klemmer Walter Kolbow Horst Kubatschka Dr. Klaus Kübler Klaus Lennartz Ulrike Mehl Michael Müller (Düsseldorf) Jutta Müller (Völklingen) Manfred Reimann Harald B. Schäfer (Offenburg) Otto Schily Karl-Heinz Schröter Dietmar Schütz Ernst Schwanhold Hans Georg Wagner Wolfgang Weiermann Reinhard Weis (Stendal) Dr. Axel Wernitz Dr. Peter Struck Hans-Ulrich Klose und Fraktion

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