Sicherheitszustand der Atomkraftwerke Isar I und Biblis A und B
der Abgeordneten Horst Kubatschka, Dr. Klaus Kübler, Holger Bartsch, Hans Berger, Hans Gottfried Bernrath, Hans Büchler (Hof), Hans Büttner (Ingolstadt), Marion Caspers-Merk, Dr. Marliese Dobberthien, Eike Ebert, Lothar Fischer (Homburg), Norbert Formanski, Monika Ganseforth, Dr. Fritz Gautier, Dr. Peter Glotz, Dr. Liesel Hartenstein, Gerlinde Hämmerle, Volker Jung (Düsseldorf), Susanne Kastner, Siegrun Klemmer, Walter Kolbow, Uwe Lambinus, Robert Leidinger, Klaus Lennartz, Ulrike Mascher, Dr. Dietmar Matterne, Heide Mattischeck, Ulrike Mehl, Christian Müller (Zittau), Jutta Müller (Völklingen), Michael Müller (Düsseldorf), Rudolf Müller (Schweinfurt), Dr. Martin Pfaff, Peter W. Reuschenbach, Bernd Reuter, Dr. Hermann Scheer, Otto Schily, Horst Schmidbauer (Nürnberg), Renate Schmidt (Nürnberg), Dr. Rudolf Schöfberger, Walter Schöler, Dietmar Schütz, Dr. R. Werner Schuster, Erika Simm, Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk, Dr. Dietrich Sperling, Ludwig Stiegler, Dr. Peter Struck, Uta Titze-Stecher, Günter Verheugen, Wolfgang Weiermann, Barbara Weiler, Reinhard Weis (Stendal), Dr. Axel Wernitz, Hildegard Wester, Hermann Wimmer (Neuötting), Dr. Hans de With, Berthold Wittich, Verena Wohlleben, Hanna Wolf, Uta Zapf, Hans-Ulrich Klose und der Fraktion der SPD
Vorbemerkung
Vor dem Hintergrund der Diskussion über die Zukunft der Kernenergie und der Suche nach einem „Energiekonsens" verdient die Sicherheitstechnik und Sicherheitskultur in der Bundesrepublik Deutschland besondere Aufmerksamkeit.
Die Rißbefunde in austenitischen Rohrleitungen der Kernkraftwerke Würgassen, Philippsburg, Brunsbüttel, Isar I und weiteren deutschen Kernkraftwerken erfordern die Überprüfung des Sicherheitszustands der Leitungssysteme der deutschen Kernkraftwerke.
Deshalb fragen wir die Bundesregierung:
Fragen11
Seit wann und mit welchen Prüfergebnissen wurden in den Kernkraftwerken (KKW) Biblis A und B und Isar I zuletzt auf Rißbefunde insbesondere in Schweißnähten der Rohrleitungen Prüfungen durchgeführt? An wen wurden die Prüfergebnisse seit wann gemeldet?
Wie viele und welche Art von Rissen wurden festgestellt, und welche Reparaturen wurden durchgeführt bzw. sind geplant? Bei welchen Befunden und aus welchen Gründen wurde von weiteren Maßnahmen abgesehen?
Welche Firmen waren in welcher Funktion an den Überprüfungen beteiligt, und war darunter auch die Firma Aweco?
Seit wann, in welchem Umfang, in welchen zeitlichen Abständen und in welchen Leitungssystemen finden in Biblis A und B und Isar I Prüfungen auf Risse im Rahmen des behördlichen Aufsichtsverfahrens über den Betrieb von Kernkraftwerken statt?
In welchen Kernkraftwerken und in welchen Leitungssystemen wurden nach den Rißbefunden im KKW Würgassen 1992 nachträgliche über den in den jeweiligen Prüfhandbüchern vorgesehenen Umfang hinausgehende Maßnahmen durchgeführt?
Trifft es zu, daß in den KKW Biblis A und B und Isar I Leitungen ausgewechselt werden sollen, und wenn ja, aus welchen Gründen, in welchem Umfang, und welche Kosten werden abgeschätzt?
Handelt es sich bei dem in den Leitungen verwendeten Stahl um sogenannten basissicheren Stahl?
Hat es auch an Frischdampfisolationsventilen Vorkommnisse oder Befunde gegeben, die vom normalen technischen Zustand abweichen, und wenn ja, wie viele, und welcher Art?
Sind im Rahmen der Sicherheitsüberprüfungen in Armaturen gebrochene Tellerfedern entdeckt worden, und wenn ja, wie viele, und in welchen Armaturen?
Wann ist die Reaktorsicherheitskommission mit dem Problem der Rißfestigkeit austenitischer Stähle zum ersten Mal befaßt worden?
Wann wird die Reaktorsicherheitskommission ihren Bericht zu den jüngsten Prüfbefunden vorlegen?