Zu a)
Die letzten Regierungsverhandlungen über Entwicklungszusammenarbeit mit dem Sudan fanden 1987 statt. Zu weiteren Verhandlungen ist es wegen der Entschließung des Deutschen Bundestages vom 5. Juni 1989, die die früher umfangreiche Zusammenarbeit praktisch beendete, nicht mehr gekommen. Zusagen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit, die danach erfolgten, dienten entweder der humanitären Hilfe oder erleichterten die Versorgung bzw. Unterstützung notleidender Teile der Bevölkerung (einschließlich großer Flüchtlingsmassen).
Seit dem Putsch vom 30. Juni 1989 hat die Bundesregierung dem Sudan Mittel der Finanziellen Zusammenarbeit wie folgt iur Verfügung gestellt:
1. Neuzusagen: 1990 30,0 Mio. DM Rehabilitierung der Straße Port Sudan — Khartoum (Gemeinschaftsfinanzierung mit der Weltbank, die rd. 120,0 Mio. DM bereitgestellt hat) ;
2. Reprogrammierung von Altzusagen: 1991 5,0 Mio. DM Nachbetreuung des Projekts Ländliche Wasserversorgung, 1992 2,3 Mio. DM Nachbetreuung des Projekts Wasserversorgung für Flüchtlinge Ostsudan, 3,0 Mio. DM Nachbetreuung des Projekts Elektrifizierung der Region Karima-Merowe.
Mittel der Technischen Zusammenarbeit im engeren Sinne (Titel 896 03) wurden wie folgt zur Verfügung gestellt:
1. Neuzusagen: 1989 1,6 Mio. DM Förderung der Frauenselbsthilfe Südsudan, 2,3 Mio. DM Unterstützung des Transportwesens des sudanesischen Flüchtlingskommissars, Ostsudan, 5,2 Mio. DM Basisgesundheitsdienste Südsudan, 0,3 Mio. DM Universitätspartnerschaft Hamburg— Khartoum, 0,1 Mio. DM Hydrogeologische Untersuchungen, Darfur, 1991 5,0 Mio. DM Basisgesundheitsdienste SPLA-Gebiet, 1992 5,8 Mio. DM Basisgesundheitsdienste SPLA-Gebiet, 2,3 Mio. DM Berufsausbildungszentrum Port Sudan;
2. Reprogrammierung von Altzusagen: 1989 1,8 Mio. DM Basisgesundheitsdienste Südsudan, 1990 1,0 Mio. DM Unterstützung der IKRK-Programme Südsudan, 0,1 Mio. DM Berufsausbildungszentrum Port Sudan, 3,0 Mio. DM Basisgesundheitsdienste Südsudan, 1991 2,4 Mio. DM Logistische Unterstützung des Hafens Port Sudan, 1,6 Mio. DM Sonderenergieprogramm, 1992 2,2 Mio. DM Basisgesundheitsdienste Südsudan, 0,9 Mio. DM Förderung der Frauenselbsthilfe Südsudan, 2,8 Mio. DM Kleinbauernberatung Nil-Tal, 2,1 Mio. DM Logistische Unterstützung des Hafens Port Sudan, 1,1 Mio. DM Basisgesundheitsdienste SPLA-Gebiet, 1,5 Mio. DM Unterstützung des Transportwesens des sudanesischen Flüchtlingskommissars, Ostsudan, 4,8 Mio. DM Forstbewirtschaftung Jebel Marra.
Zu b)
Die Bundesregierung hat im Zeitraum 1989 bis 1992 folgende humanitäre Hilfe geleistet:
- Jahr 1988/89 Art der Maßnahme Betrag DM Lokale Flugkosten für 200 Abdeckplanen 184,91 Transportkosten UNHCR/VII/88 2 023,00 Pumpenersatzteile Shagarab, UNHCR/VII/88 19 239,40 Beitrag IKRK-Hilfsprogramm I. Quartal 1989 700 000,00 Beitrag UNHCR-Hilfsprogramm I. Quartal 1989 1 000 000,00 Beteiligung an Luftbrücke im Südsudan 200 000,00 WFP-Luftbrücke/Luftwaffeneinsatz 1 500 000,00 IKRK-Luftbrücke/Luftwaffeneinsatz 1 268 131,30 Beitrag UNICEF-Nothilfeprogramm Südsudan 450 000,00 Beitrag UNHCR-Hilfsprogramm II./III. Quartal 1989 1 000 000,00 Beitrag IKRK Südsudan IV. Quartal 1989 2 000 000,00 Luftbrücke/Operation Lifeline 124 106,78 Beschaffung von Zelten für Konfliktopfer 400 000,00 Hilfsprogramm für somalische Flüchtlinge im Sudan (UNHCR)400 000,00 Ersatzteile/Wasserpumpe Lager Shagarab 2 251,50 Flugfracht für Sanitätsspende Omdurman 8 067,50 9 074 004,00
- Jahr 1990 Art der Maßnahme Betrag DM Flüchtlingshilfsprogramm UNHCR 500 000,00 Zelte und Decken für Vertriebene in Kordofan 330 000,00 Luftbrücke Nairobi/Juba 500 000,00 Beitrag IKRK-Hilfsprogramm II./III. Quartal 1990 700 000,00 Beitrag UNHCR-Hilfsprogramm II./III. Quartal 1990 800 000,00 Hüttenbaumaterial für Lager En Nahud 100 000,00 2 PKW für Hilfsaktion „Afrika in Not" 23 177,12 Ersatzteile für 2 PKW „Afrika in Not" 4 222,88 Luftbrücke Nairobi/Juba 1 000 000,00 3 957 400,00
- Jahr 1991 Art der Maßnahme Betrag DM Luftbrücke Nairobi/Juba 500 000,00 Luftbrücke Nairobi/Juba 500 000,00 Projekt der Rot-Kreuz-Liga (PKW, Geräte) 582 500,00 Sonderbeitrag für Sudan/UNICEF 1 000 000,00 Hilfe für hungernde Bevölkerung in Darfur 202 600,00 Zuschuß für Luftbrücke Lokichokio-Juba 500 000,00 Zuwendung zum Kauf von Fischernetzen 315 000,00 Transportkosten für medizinische Hilfsgüter für Omdurman 13 000,00 3 613 100,00
- Jahr 1992 Art der Maßnahme Betrag DM Lufttransportkosten für Rollstühle und Krücken 2 340,00 Flugkosten für Begleitpersonal für Rollstühle 2 162,00 Durchführung eines Hilfsprogramms im Sudan 1 000 000,00 Medizinische Grundversorgung für Vertriebene im Südsudan 130 000,00 Medizinische Grundversorgung für Vertriebene im Südsudan 55 000,00 1 189 502,00
- Jahr 1993 Art der Maßnahme Betrag DM Lieferung von Zeltplanen und Fischernetzen 400 000,00 Transportkosten für Nahrungsmittelabwurf 700 000,00 Transportkosten für 1 Container Hilfsgüter 8 919,39 1 108 919,39
Leistungen der Nahrungsmittelhilfe (BMZ) 1990: Zucker, Linsen, Milchpulver, Hirse für Flüchtlinge aus Äthiopien und dem Tschad 7 501 280,20 DM 1991: Weißmais, Weichweizen für Bürgerkriegsopfer 14 338 425,22 DM 1992: Öl, Bohnen, Mais, Magermilchpulver für Bürgerkriegsopfer 5 877 056,38 DM 1993: Ankauf von 3 430t Mais 3 809 871,00 DM
Humanitäre Hilfe für sudanesische Flüchtlinge in Nachbarländern (AA und BMZ) 1990: Uganda: Nahrungsmittelhilfe (NMH) für sudanesische Flüchtlinge 664 869,66 DM 1992: Kenia: Soforthilfe für sudanesische Flüchtlinge 10 000,00 DM Zaire: NMH für sudanesische und ugandische Flüchtlinge zus. 600 357,13 DM 1993: Äthiopien: NMH somalische und sudanesische Flüchtlinge zus. 8 033 706,40 DM Uganda: Hilfsgüter für sudanesische Flüchtlinge 298 000,00 DM Zaire: NMH für sudanesische und ugandische Flüchtlinge zus. 2 217 312,00 DM
Zu c)
Am 24. November 1988 wurde mit Sudan ein Ressortabkommen der Verteidigungsministerien über die Gewährung von Ausstattungshilfe im Rahmen des Dreijahresprogramms 1988 bis 1990 mit folgenden Schwerpunkten geschlossen: a) Aufbau und Betrieb eines Ausbildungszentrums für Kfz-Mechaniker, Kfz-Elektrotechniker und Betriebsschlosser Ziel des Projekts war es, jungen Soldaten die Möglichkeit zu geben, Kenntnisse zu erwerben, die auch im späteren Zivilleben beruflich angewandt werden konnten, und damit einen Beitrag zur Gesamtentwicklung des Landes zu leisten. Eine Beratergruppe der Bundeswehr unterstützte zunächst den Lehrbetrieb des Ausbildungszentrums. Die Tätigkeit wurde später von 44 jungen in der Bundesrepublik Deutschland durch die Carl-Duisberg-Gesellschaft ausgebildeten Sudanesen übernommen. b) Medizinische Ausrüstung des Militärkrankenhauses Omdurman Das Krankenhaus, das auch Zivilisten offensteht, wurde medizinisch ausgerüstet und mit Medikamenten beliefert.
Das Kfz-Ausbildungszentrum war mit Ablauf des Dreijahresprogramms 1988 bis 1990 noch nicht übergabebereit. Deshalb wurden bis 1991 noch Materiallieferungen und Ausbildungsleistungen finanziert, um keine Entwicklungsruine zu hinterlassen. Auch für das Krankenhaus wurden 1991 noch dringend erforderliche Medikamente und Ausrüstung in geringem Umfang geliefert.
Die Zahlungen schlüsseln sich wie folgt auf:
- Projekt 1989 1990 1991 A. Kfz-Ausbildungszentrum Ersatzteile, Wartung, Instandhaltung, Beförderungskosten 535 004 DM 5 001 744 DM 772 365 DM Ausbildung einschließlich Sprachausbildung 1 370 162 DM 1 149 550 DM 569 832 DM B. Militärkrankenhaus Medizintechnik 635 DM 2 178 030 DM - Medikamente Gesamt 1 905 801 DM 8 329 324 DM 1 342 197 DM
Darüber hinaus wurden im Rahmen der Ausstattungshilfe Kleinstprojekte (im Einzelfall jeweils bis zu 15 000 DM) der Technischen Zusammenarbeit gefördert. Diese Maßnahmen wurden so ausgewählt, daß sie den Grundbedürfnissen der armen und ärmsten Bevölkerungsschichten direkt Rechnung tragen.
- Jahr Anzahl der Kleinstprojekte Zuwendung 1989 5 46 200 DM 1990 4 58 500 DM 1991 4 60 000 DM 1992 19 149 400 DM 1993 19 161 020 DM
Zu d) Ziel dieser Hilfsform ist es nicht, Demokratisierung zu initiieren, sondern durch Eigenanstrengung begonnene Demokratisierungsprozesse zu fördern. Die Bundesregierung hat daher bisher aufgrund der politischen Zustände keine Demokratisierungshilfe für den Sudan geleistet.